Die Erfindung betrifft eine Lackiereinrichtung mit einer Lackquelle,
einer mit der Lackquelle verbundenen Dosierpumpe, einer Lackausgabeeinrichtung,
die über eine Schlauchleitung mit der Dosierpumpe verbunden ist, und einer
Steuereinrichtung, die auf die Dosierpumpe einwirkt. Ferner betrifft die Erfindung
ein Verfahren zum Ausbringen von Lack, der von einer Dosierpumpe durch eine Schlauchleitung
zu einer Lackausgabeeinrichtung gefördert wird.
Die Erfindung wird im folgenden anhand einer Ausführungsform
beschrieben, bei der die Lackausgabeeinrichtung durch einen Roboter oder eine andere
Handhabungseinrichtung über ein Werkstück geführt wird, während
die Dosierpumpe stationär in einem gewissen Abstand davon angeordnet ist. Damit
der Lack von der Dosierpumpe zur Lackausgabeeinrichtung gelangen kann, benötigt
man eine Schlauchleitung, die eine gewisse Flexibilität aufweist.
Für die vorliegende Beschreibung soll unter dem Begriff "Schlauchleitung"
eine Leitung verstanden werden, die bei einer Druckbeaufschlagung in ihrem Innern
ihr Volumen geringfügig ändert. Dies ist prinzipiell bei allen Schlauchleitungen
der Fall, die aus einem elastomeren Material gebildet sind, auch wenn dieses verstärkt
ist. Eine Volumenänderung tritt auch dann auf, wenn Teile der Schlauchleitung
durch unnachgiebige Rohre, beispielsweise Metallrohre, gebildet sind. In manchen
Fällen kann eine Volumenänderung auch dann auftreten, wenn sich Dichtungsmaterialien
in einer ansonsten starren Leitung unter einem auftretenden Druck deformieren. Auch
eine derartige Leitung soll unter den Begriff "Schlauchleitung" fallen.
Bei einigen Lackieraufgaben ist es notwendig, die ausgebrachte Lackmenge
schnell zu ändern. Wenn z.B. ein Lackierroboter die Lackausgabeeinrichtung
mit einer vorgegebenen Geschwindigkeit bewegt und die Breite eines auf ein Werkstück
aufgetragenen Farbstreifens verdoppelt werden soll, dann muß auch die Lackmenge
pro Zeit verdoppelt werden. Dabei möchte man möglichst vermeiden, daß
sich der Streifen allmählich, d.h. rampenförmig, verbreitert. Gewünscht
ist vielmehr ein möglichst stufenartiger Übergang vom schmalen zum breiten
Teil des Streifens.
Wenn man eine Schlauchleitung verwendet, also eine Leitung, deren
Volumen sich mit Druckänderungen ändert, dann ist es praktisch nicht möglich,
durch eine Änderung der Fördermenge der Dosierpumpe die an der Lackausgabeeinrichtung
ausgegebene Lackmenge in entsprechendem Maße schnell genug zu ändern.
Bei Bewegungsgeschwindigkeiten eines Roboters, der die Lackausgabeeinrichtung führt,
die durchaus in der Größenordnung 1 m/s liegen kann, führt dies dazu,
daß man relativ große Übergangsbereiche zwischen einem Auftragsbereich
mit niedriger Lackausgabemenge und einem Ausgabebereich mit höherer Lackausgabemenge
erhält. Diese Übergangsbereiche werden vielfach nicht mehr akzeptiert.
Auch eine Vorgehensweise, bei der man die Dosierpumpe bereits vor dem Erreichen
des Lackausgabebereichs mit höherer Lackmenge hochfährt, kann nicht akzeptiert
werden, weil sich dann lediglich der Übergangsbereich verschiebt, nicht aber
verkleinert.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine auszugebende Lackmenge
schneller ändern zu können.
Diese Aufgabe wird bei einer Lackiereinrichtung der eingangs genannten
Art dadurch gelöst, daß eine Volumenkompensationseinrichtung mit der Schlauchleitung
verbunden ist, die ein mit dem Inneren der Schlauchleitung in Verbindung stehendes
Kompensationsvolumen aufweist, das durch einen von außen wirkenden Druck veränderbar
ist.
Um die nachfolgende Erläuterung zu erleichtern, erfolgt die Erläuterung
anhand einer Erhöhung der ausgegebenen Lackmenge. Bei einer Verringerung der
ausgegebenen Lackmenge lassen sich die Erläuterungen dann analog anwenden.
Wenn man die an der Lackausgabeeinrichtung auszugebende Lackmenge
erhöhen will, dann muß die Dosierpumpe eine entsprechend größere
Menge an Lack fördern. Da eine Dosierpumpe in der Regel einen relativ schnell
wirkenden Antrieb aufweist, beispielsweise einen Servoantrieb, steht am Ausgang
der Dosierpumpe die geänderte Fördermenge relativ schnell, also in wenigen
Hundertstel Sekunden, zur Verfügung. Die von der Dosierpumpe geförderte
Lackmenge gelangt auch in die zur Lackausgabeeinrichtung führende Schlauchleitung.
Dabei erhöht sich aber der Druck in der Schlauchleitung, weil die Lackausgabeeinrichtung
im einfachsten Fall einen konstanten Strömungswiderstand bietet und die Strömungsgeschwindigkeit
steigt. Die Druckerhöhung führt ihrerseits zu einer Volumenvergrößerung
im Schlauch, so daß die von der Dosierpumpe geförderte Lackmenge zunächst
dazu verwendet werden muß, diese Volumenvergrößerung aufzufüllen.
Dies ist ein Grund dafür, daß die an der Lackausgabeeinrichtung ausgegebene
Lackmenge nicht genauso schnell ansteigt wie die am Ausgang der Dosierpumpe geförderte
Lackmenge. Mit der Volumenkompensationseinrichtung kann nun erreicht werden, daß
ein zusätzliches Lackvolumen in die Schlauchleitung eingebracht wird, so daß
an der Lackausgabeeinrichtung früher als bisher die gewünschte erhöhte
Lackmenge zur Verfügung steht. Allerdings wird hier kein festes Volumen in
die Schlauchleitung eingebracht, sondern das Einbringen oder Einpressen
erfolgt druckgesteuert. Bei einer Erhöhung des Drucks auf die oder in der Volumenkompensationseinheit
wird das Kompensationsvolumen verkleinert und die darin befindliche Lackmenge in
die Schlauchleitung verdrängt. Damit läßt sich die Schlauchleitung
sehr viel schneller auf ihr bei der neuen Fördermenge entstehendes Volumen
vergrößern, ohne daß die Dosierpumpe, die unabhängig vom herrschenden
Druck ein konstantes Volumen liefert, in ihrem Förderverhalten beeinträchtigt
wird. Nach dem "Druckstoß" regelt sich der Druck im Innern der Schlauchleitung
dann sehr schnell auf einen Wert ein, der der gewünschten Ausgabemenge des
Lacks entspricht.
Vorzugsweise ist das Kompensationsvolumen mindestens so groß
wie eine Volumenänderung der Schlauchleitung zwischen einem Minimaldruck und
einem vorbestimmten Maximaldruck. Damit läßt sich durch das Kompensationsvolumen
eine vollständige Kompensierung der Volumenvergrößerung der Schlauchleitung
erreichen. Umgekehrt läßt sich natürlich bei einer Verringerung der
Fördermenge und der damit verbundenen Druckabsenkung im Innern der Schlauchleitung,
die wiederum zu einer Verringerung des Volumens der Schlauchleitung führt,
erreichen, daß das aus der Schlauchleitung durch Kontraktion verdrängte
Lackvolumen in dem Kompensationsvolumen aufgenommen werden kann.
Bevorzugterweise weist die Volumenkompensationseinrichtung einen mit
einer Druckfluidquelle in Verbindung stehenden Druckeingang auf, wobei die Druckfluidquelle
einen mit Hilfe der Steuereinrichtung einstellbaren Ausgangsdruck aufweist. Die
Steuereinrichtung ist also in der Lage, den Druck der Druckfluidquelle, der zum
Verändern des Kompensationsvolumens verwendet wird, so einzustellen, daß
für jeden Anwendungsfall die gewünschte Volumenkompensation im Innern
der Schlauchleitung erreicht wird.
Hierbei ist besonders bevorzugt, daß die Druckfluidquelle ein
Proportionalventil aufweist. Mit einem Proportionalventil läßt sich auf
einfache Weise ein bestimmter Druck einstellen.
Vorzugsweise ist das Kompensationsvolumen von einer Membran begrenzt.
Die Verwendung einer Membran ist eine relativ einfache Maßnahme, um das Kompensationsvolumen
variabel zu gestalten. Abdichtungen zwischen bewegten Teilen sind nicht erforderlich.
Die Membran, die in der Regel eine gewisse Nachgiebigkeit aufweist, kann sich vielmehr
in das Kompensationsvolumen hineinverformen lassen, um das Kompensationsvolumen
zu verkleinern. Da die dem Kompensationsvolumen gegenüberliegende Seite dem
Druck von der Druckfluidquelle, beispielsweise einer Druckluftquelle, ausgesetzt
ist, kann dieser Druck über eine relativ große Fläche wirken, um
das Kompensationsvolumen zu verändern.
Vorzugsweise ist das Kompensationsvolumen mit dem Innern der Schlauchleitung
in Reihe angeordnet. Dies hat erhebliche Vorteile bei einem Farbwechsel. Bei einem
Farbwechsel müssen alle Teile, die zuvor mit einem Lack einer anderen Farbe
in Verbindung gekommen sind, gereinigt werden, also auch die Schlauchleitung und
das Kompensationsvolumen. Wenn nun das Kompensationsvolumen mit der Schlauchleitung
in Reihe angeordnet ist, dann muß eine Reinigungsflüssigkeit, die die
Schlauchleitung durchströmt, auch das Kompensationsvolumen durchströmen.
Dies ist eine einfache Maßnahme, um sicherzustellen, daß die Reinigungsflüssigkeit
auch die im Kompensationsvolumen befindlichen Lackreste auswaschen kann.
Vorzugsweise ist das Kompensationsvolumen näher an der Dosierpumpe
als an der Lackausgabeeinrichtung angeordnet. Der Druckstoß, den man erzeugt,
um den Lack aus dem Kompensationsvolumen zu verdrängen, kann dann nicht wirkungslos
durch die Lackausgabeeinrichtung hindurch entweichen, sondern er vergrößert
das Volumen der Schlauchleitung.
Dies gilt insbesondere dann, wenn das Kompensationsvolumen an dem
Ende der Schlauchleitung angeordnet ist, an dem die Dosierpumpe angeordnet ist.
Da die Dosierpumpe in der Regel keine Teile aufweist, die bei einer Druckerhöhung
eine Volumenerhöhung zeigen, wird die gesamte Druckerhöhung dann an das
Innere der Schlauchleitung weitergegeben. Darüber hinaus hat diese Ausgestaltung
den Vorteil, daß die Schlauchleitung in voller Länge gemolcht, also von
einem sogenannten Molch durchlaufen werden kann. Damit ist es möglich, die
in der Schlauchleitung befindlichen Lackreste bei einem Farbwechsel nahezu vollständig
in die Lackquelle zurückzudrücken, ohne daß man mit dem Molch die
Volumenkompensationseinrichtung umgehen müßte.
Auch ist von Vorteil, wenn die Steuereinrichtung eine Speichereinrichtung
aufweist, in der ein Zusammenhang zwischen einer von der Dosierpumpe geförderten
Lackmenge pro Zeit und einem dann in der Schlauchleitung herrschenden Druck gespeichert
ist. Eine derartige Speichereinrichtung kann beispielsweise als "look up"-Tabelle
ausgebildet sein. Wenn, wie oben erwähnt, die Lackausgabeeinrichtung einen
konstanten Strömungswiderstand zeigt, weil sie beispielsweise eine Ausgabedüse
mit konstantem Querschnitt aufweist, dann führt eine Veränderung der Fördermenge
der Dosierpumpe zu einer Änderung des Innendrucks. Eine Erhöhung der Fördermenge
führt also zu einer Erhöhung des Drucks. Wenn man nun diesen Zusammenhang
kennt, dann kann man den Druckstoß, mit dem Lack aus dem Kompensationsvolumen
verdrängt wird, an die neue Fördermenge anpassen, so
daß in kurzer Zeit in der Schlauchleitung der Druck herrscht, der für
die neue Fördermenge erforderlich ist.
Vorzugsweise verändert die Steuereinrichtung den Druck und die
Fördermenge der Dosierpumpe in einem vorbestimmten zeitlichen Zusammenhang.
Insbesondere kann die Steuereinrichtung den Druck und die Fördermenge zeitgleich
ändern oder den Druck kurz vor der Änderung der Fördermenge ändern.
Im Endergebnis wird damit sichergestellt, daß bei einer Vergrößerung
der Fördermenge nahezu zeitgleich eine entsprechend veränderte Ausgabemenge
an der Lackausgabeeinrichtung zur Verfügung steht.
Die Aufgabe wird bei einem Verfahren der eingangs genannten Art dadurch
gelöst, daß man bei einer Änderung der Fördermenge der Dosierpumpe
ein Lackvolumen in die Schlauchleitung einspeist oder ausspeist, das man unter einen
der Fördermenge zugeordneten Kompensationsdruck setzt.
Wie oben im Zusammenhang mit der Lackiereinrichtung beschrieben, ist
es auf diese Weise möglich, die Volumenänderung, die sich bei einer Druckänderung
im Innern der Schlauchleitung ergibt, aus der Volumenkompensationseinheit auszugleichen,
so daß man mit Hilfe des ein- oder ausgespeisten Lackvolumens die Volumenänderung
der Schlauchleitung ausgleicht und die von der Dosierpumpe geförderte Lackmenge
praktisch zeitgleich an der Lackausgabeeinrichtung ausgegeben werden kann. Damit
lassen sich relativ scharfe Übergänge zwischen zwei Bereichen erzielen,
die mit unterschiedlichen Lackmengen lackiert werden sollen.
Hierbei ist bevorzugt, daß der Kompensationsdruck beim Einspeisen
höher und beim Ausspeisen niedriger ist als ein der Förderung entsprechender
Betriebsdruck in der Schlauchleitung. Damit wird die Volumenänderung der Schlauchleitung
bei einer Druckänderung über- bzw. unterkompensiert. Dies führt zwar
zu einer kleinen Über- oder Unterschwingung bei der ausgegebenen Lackmenge.
Dieses Über- oder Unterschreiten ist aber ohne weiteres akzeptabel, weil es
zu einer noch schärferen Abgrenzung zwischen Bereichen unterschiedlicher Lackmengen
führt.
Vorzugsweise verändert man die Fördermenge und den Druck
gleichzeitig. Damit steht praktisch unmittelbar nach dem Ändern der Fördermenge
der Dosierpumpe die geförderte Lackmenge an der Lackausgabeeinrichtung zur
Verfügung.
Die Erfindung wird im folgenden anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels
in Verbindung mit der Zeichnung beschrieben. Hierin zeigen:
1 eine schematische Darstellung einer Lackiereinrichtung
und
2 eine schematische Darstellung einer Volumenkompensationseinrichtung.
1 zeigt in schematischer Darstellung eine Lackiereinrichtung
1 mit einer Lackquelle 2, die als Farbwechsler ausgebildet ist.
Die Lackquelle 2 ist über eine Leitung 3 mit einer Dosierpumpe
4 verbunden. Die Dosierpumpe ist eine volumetrische Pumpe, d.h. sie fördert
weitgehend unabhängig von den in der Lackiereinrichtung 1 herrschenden
Drücken eine vorgegebene Menge von Lackflüssigkeit pro Zeit. Das Fördervolumen
der Dosierpumpe ist einstellbar.
Die Dosierpumpe 4 ist über eine Schlauchleitung
5 mit einer Lackausgabeeinrichtung 6 verbunden, die den zugeführten
Lack über eine Düse 7 ausgibt. Die Lackausgabeeinrichtung
6 wird von einem nur schematisch dargestellten Roboter 8 gehandhabt.
Der Roboter 8 kann die Düse 7 entlang eines vorgegebenen
Bewegungspfades führen, um beispielsweise bestimmte Bauteile mit einer Lackschicht
zu versehen. Dementsprechend muß die Schlauchleitung 5 eine gewisse
Flexibilität aufweisen. Um diese Flexibilität sicherzustellen, wird die
Schlauchleitung 5 in der Regel aus einem elastomeren Material gebildet.
Eine Schlauchleitung 5 aus einem elastomeren Material ändert das Volumen
ihres Innenraums 9 aber mit den im Innenraum herrschenden Drücken.
Wenn der Druck ansteigt, dann vergrößert sich das Volumen des Innenraums
9 geringfügig. Wenn der Druck im Innenraum 9 absinkt, dann
verkleinert sich das Volumen 9 entsprechend bis zu einem Minimalwert.
Eine Steuereinrichtung 10 ist vorgesehen, die sowohl die
Lackquelle 2 als auch die Dosierpumpe 4 steuert. Die Steuereinrichtung
10 ist auch mit der Lackausgabeeinrichtung 6 verbunden, um beispielsweise
ein dort vorhandenes Ventil zu schließen, wenn eine Lackausgabe beendet werden
soll.
Die Steuereinrichtung 10 ist auch mit dem Roboter
8 verbunden, so daß die Steuereinrichtung 10 immer über
die Position der Lackausgabeeinrichtung 6 und der Düse 10
informiert ist.
Wenn die Steuereinrichtung 10 aufgrund eines vorgegebenen
Lackierungsprogramms weiß, daß in einem vorbestimmten Bewegungsabschnitt
der Lackausgabeeinrichtung 6 eine höhere Lackmenge auszubringen ist,
beispielsweise weil ein Sprühstrahl des Lacks mit einer größeren
Breite erzeugt werden soll, die aufgetragene Schichtdicke aber gleichbleiben soll,
dann wird die Dosierpumpe 4 auf eine entsprechend höhere Förderleistung
eingestellt. Die Dosierpumpe 4 reagiert sehr schnell, so daß theoretisch
unmittelbar nach dem Verändern der Förderleistung der
Dosierpumpe 4 die dann benötigte Lackmenge an der Lackausgabeeinrichtung
6 zur Verfügung stehen sollte.
Aufgrund der Dehnbarkeit der Schlauchleitung 5 ist dies jedoch
nicht der Fall. Wenn beispielsweise die Dosierpumpe 4 eine größere
Fördermenge fördert, dann steigt zunächst der Druck im Innenraum
9 der Schlauchleitung 5 an, weil der Strömungswiderstand,
den die Lackausgabeeinrichtung 6 dem Lack 6 entgegensetzt, sich
nicht verändert. Der Druckanstieg führt wiederum zu einer geringfügigen
Volumenvergrößerung der Schlauchleitung 5, so daß die von
der Dosierpumpe 4 zusätzlich geförderte Menge des Lacks erst
einmal verwendet werden muß, um diese Volumenvergrößerung zu füllen.
Diese zeitliche Verzögerung führt dazu, daß die erhöhte
Lackmenge nicht sofort an der Lackausgabeeinrichtung 6 zur Verfügung
steht, sondern erst kurze Zeit später. Auch wenn diese kurze Zeit nur den Bruchteil
einer Sekunde beträgt, beispielsweise eine viertel Sekunde, dann wird durch
diese Verzögerung doch ein relativ großer Übergangsbereich erzeugt,
wenn man berücksichtigt, daß der Roboter 8 die Lackausgabeeinrichtung
6 mit einer Geschwindigkeit in der Größenordnung von 1 m/s bewegt.
Bei einer Verzögerung von einer viertel Sekunde hat man dann einen Übergangsbereich
mit einer Länge von 25 cm, in dem sich die ausgebrachte Lackmenge vergrößert.
Ein derart großer Übergangsbereich ist in vielen Anwendungen, insbesondere
beim Lackieren von Kraftfahrzeug-Teilen, nicht mehr akzeptabel. Die Länge des
Übergangsbereichs vergrößert sich im übrigen mit der Länge
der Schlauchleitung 5. Da man beim Lackieren von großen Teilen, beispielsweise
LKW- oder Buskarosserien, durchaus Schlauchleitungen mit einer Länge in der
Größenordnung von 15 bis 20 m benötigt, würde die Länge
des Übergangsbereichs hier unzulässig groß werden.
Um eine schnellere Änderung der über die Lackausgabeeinrichtung
6 ausgebrachten Lackmenge zu ermöglichen, ist daher an dem Ende der
Schlauchleitung 5, an dem die Dosierpumpe 4 angeordnet ist, eine
Volumenkompensationseinrichtung 11 angeordnet, deren Aufbau anhand von
2 näher erläutert wird.
Die Volumenkompensationseinrichtung 11 ist über eine
Leitung 12 mit einer Druckfluidquelle 13 verbunden. Die Druckfluidquelle
13 ist vorzugsweise eine Druckluftquelle. Der Druck, der von der Druckfluidquelle
13 zur Volumenkompensationseinrichtung 11 gelangt, wird durch
ein Proportionalventil 14 eingestellt, das von der Steuereinrichtung
10 gesteuert ist.
Die Volumenkompensationseinrichtung 11 weist einen Eingang
15 auf, der mit der Dosiereinrichtung 4 verbunden ist, und einen
Ausgang 16, der mit dem Innenraum 9 der Schlauchleitung
5 verbunden ist. Zwischen dem Eingang 15 und dem Ausgang
16 ist ein Kompensationsvolumen 17 angeordnet, das von einem Gehäuseteil
18 einerseits und einer Membrane 19 andererseits begrenzt ist.
Die Membran 19 ist elastisch deformierbar. Wenn sie auf das Gehäuseteil
18 zu bewegt wird, dann verkleinert sich das Kompensationsvolumen
17. Wenn sie vom Gehäuseteil 18 weg bewegt wird, dann vergrößert
sie das Kompensationsvolumen 17.
Ein Druckanschluß 20 ist mit der Leitung 12
verbunden. Er mündet über ein nur schematisch dargestelltes Ventil
21, das in der Regel offen ist, in einen Druckraum 22, der auf
der dem Kompensationsvolumen 17 abgewandten Seite der Membran
19 angeordnet ist. Die Membran 19 wird also in Richtung auf das
Kompensationsvolumen 17 ausgelenkt und verkleinert das Kompensationsvolumen
17, wenn der Druck im Druckraum 22 größer ist als der
Druck im Kompensationsvolumen 17 und damit im Innenraum 9 der
Schlauchleitung 5.
Das Kompensationsvolumen 17 ist also in Reihe mit dem Innenraum
9 der Schlauchleitung 5 angeordnet. Dies hat zum Reinigen einen
Vorteil. Bei einem Farbwechsel kann die Schlauchleitung 5 gemolcht werden,
d.h. man kann einen Molch von der Lackausgabeeinrichtung 6 zur Volumenkompensationseinrichtung
11 schieben und die in der Schlauchleitung 5 befindlichen Lackreste
zur Lackquelle zurückfördern. Bei einem nachfolgenden Spülvorgang
wird dann nicht nur der Innenraum 9 der Schlauchleitung 5, sondern
auch das Innere der Volumenkompensationseinrichtung 11 gespült.
Die Steuereinrichtung 10 steuert nun nicht mehr nur die Dosierpumpe
4 an, sondern auch die Volumenkompensationseinrichtung 11.
Wenn beispielsweise die Abgabemenge des Lacks durch die Lackausgabeeinrichtung
6 vergrößert werden soll, dann wird die Fördermenge der
Dosierpumpe 4 erhöht. Gleichzeitig wird über das Proportionalventil
14 ein Druck in der Druckkammer 22 erzeugt, der dem Druck entspricht,
der zu der dann eingestellten Fördermenge gehört, oder etwas darüber
liegt. Durch diesen Druck wird Lackflüssigkeit aus dem Kompensationsvolumen
verdrängt. Das Kompensationsvolumen ist mindestens so groß, wie die Volumendifferenz
der Schlauchleitung 5 zwischen einem Minimaldruck und einem Maximaldruck.
Das Lackvolumen aus dem Kompensationsvolumen 17 reicht also in jedem Fall
aus, um die Volumenvergrößerung des Innenraums 9 in der Schlauchleitung
5 zu kompensieren. Da für diese Kompensation kein Lack verwendet wird,
der von der Dosierpumpe erst zugefördert werden muß, sondern Lack, der
bereits im Kompensationsvolumen 17 vorhanden ist, steht die benötigte
Lackmenge praktisch mit dem Hochfahren der Dosierpumpe 4 an der Lackausgabeeinrichtung
6 zur Verfügung.
Wenn die auszugebende Lackmenge vermindert werden soll, dann wird
die Dosierpumpe 4 heruntergefahren. Gleichzeitig stellt die Steuereinrichtung
10 über das Proportionalventil 4 einen Druck in der Druckkammer
22 ein, der der dann geltenden Fördermenge entspricht oder etwas darunter
liegt. Die Schlauchleitung 5 zieht sich aufgrund des abgesenkten Drucks
etwas zusammen. Die dabei verdrängte Lackflüssigkeit wird in dem Kompensationsvolumen
17 aufgenommen, wobei sich die Membran 19 vom Gehäuseteil
18 weg bewegt und das Kompensationsvolumen dadurch vergrößert.
Da die Membran 19 durch einen Druck gesteuert wird, ergeben
sich sehr schnell wieder eingeschwungene Verhältnisse in der Schlauchleitung
5. In einer sehr kurzen Zeit nach dem Verändern des Drucks in der
Druckkammer 22 stellt sich im Innenraum 9 der Druck ein, der zu
einer durch die Dosierpumpe 4 geförderten Fördermenge paßt.
Die Steuereinrichtung 10 weist eine Speichereinrichtung
23 auf, die beispielsweise in Form einer "look up"-Tabelle organisiert
ist. Zu jeder Fördermenge, die in der Dosierpumpe 4 eingestellt werden
kann, ist dort ein Druckwert abgelegt, der sich dann im Innenraum 9 der
Schlauchleitung 5 ergibt. Die Steuereinrichtung 10 kann nun diesen
Druck oder, bei Erhöhung, einen geringfügig höheren Druck bzw. bei
Verringerung der Fördermenge einen etwas geringeren Druck in der Druckkammer
22 einstellen.