| Dokumentenidentifikation |
DE102006017403A1 18.10.2007 |
| Titel |
NC-Reinigungswerkzeug für Bohrungen |
| Anmelder |
NC-Automation GmbH, 87437 Kempten, DE |
| Erfinder |
Bauch, Karl, 87437 Kempten, DE |
| DE-Anmeldedatum |
13.04.2006 |
| DE-Aktenzeichen |
102006017403 |
| Offenlegungstag |
18.10.2007 |
| Veröffentlichungstag im Patentblatt |
18.10.2007 |
| IPC-Hauptklasse |
B23B 47/34(2006.01)A, F, I, 20060413, B, H, DE
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| IPC-Nebenklasse |
B23Q 11/00(2006.01)A, L, I, 20060413, B, H, DE
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| Zusammenfassung |
Modular aus Werkzeugschaft (1), Verlängerungsrohr (2) und Reinigungskopf (3) aufgebautes NC-Reinigungswerkzeug für Bohrungen, insbesondere für Sacklochgewindebohrungen, mit tortiertem Fortsatz (4) und wahlweiser Fluidzuführung.
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| Beschreibung[de] |
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Die Erfindung betrifft ein Werkzeug zur automatischen Reinigung von
Bohrungen bzw. zur automatischen Entfernung von Spänen aus vorzugsweise kleinen
Bohrungen, insbesondere Sacklochgewindebohrungen, mittels NC-Maschinen, in deren
Spindeln diese Werkzeuge eingesetzt sind.
Zum Reinigen von Oberflächen mit Hilfe von Fluiden in Bearbeitungszentren
werden bisher Werkzeuge der Firma Lang – entsprechend der Patentschrift
DE 198 20 105 – oder Werkzeuge der
Firma NC-Automation mit der Bezeichnung CleanStar oder CleanJet eingesetzt. Die
Ausführung und Funktionsweise dieser Werkzeuge ist unter www.nc-automation.de
zu finden. Bekannt ist auch das Entspanen von Bohrungen entsprechend der Offenlegungsschrift
29 05 578, bei der mit Hilfe eines magnetischen Stabes die Späne ausgebracht
werden. Dieses Verfahren ist zum einen auf feromagnetische Werkstoffe beschränkt,
zum anderen besteht die Gefahr, das Werkstück zu magnetisieren und damit für
Späneanhaftungen besonders empfindlich zu machen. Zusätzlich bekannt ist
die Patentschrift DD 276 246 A1,
bei der mit Hilfe eines Fluidstrahles die Späne ausgebracht werden sollen.
Des Weiteren gibt es Waschanlagen, die zum Teil mit rotierenden Düsen und hohem
Druck die Werkstücke abreinigen. Allen bisherigen Lösungen ist es nicht
gelungen, insbesondere aus kleinen Sacklochbohrungen bzw. Gewindebohrungen Späneknäuel
oder Späneansammlungen zuverlässig maschinell auszubringen. Die naheliegendste
Lösung des Problems, die Späne mit dem Bohrer herauszuholen, scheitert
daran, dass die Spannuten der Bohrer nicht genügend Raum bieten, die Späneknäuel
oder Späneansammlungen auszutransportieren. Lose in der Bohrung befindliche
Späne führen beim erneuten Eintauchen des Werkzeuges, insbesondere bei
Hartmetallwerkzeugen, häufig zum Bruch des Werkzeuges, da die Späne nicht
durchschnitten, sondern aufgrund ihrer Beweglichkeit in der Bohrung durchgedrückt
werden müssen.
Die bisher praktizierte manuelle Entfernung dieser Späne verursacht
erhebliche Kosten und gefährdet zum Teil die Gesundheit des Personals.
Der Erfindung liegt deswegen die Aufgabe zugrunde, ein Werkzeug zu
schaffen, das es der NC-Maschine erlaubt, diese Bohrungen schnell, zuverlässig
und preiswert von Spänen zu befreien.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch das nachfolgend
beschriebene NC-Reinigungswerkzeug für Bohrungen mit den Merkmalen des Patentanspruches
1 bewältigt. Die nachfolgenden Ansprüche zeigen Weiterbildungen des Werkzeuges
auf. Basis des Werkzeuges sind Werkzeugaufnahmen und Rohre, wie beim CleanJet-Reinigungswerkzeug
bereits verwendet. Statt der üblichen Düsen wird ein tortierter Fortsatz
mit zentraler oder dezentraler Fluidzuführung aufgesetzt. Das so geschaffene
Reinigungswerkzeug lässt sich leicht auf unterschiedliche Längen und Bohrungsdurchmesser
anpassen. Der tortierte Fortsatz ist mit geringstmöglicher Wandstärke
ausgeführt, damit der Querschnitt zum Ausbringen der Späne möglichst
groß bleibt. Zur Unterstützung werden bei einer Variante des Werkzeuges
die Späne zusätzlich durch das im tortierten Fortsatz eingeleitete Fluid
ausgespült. Die gleichzeitige Drehbewegung des Werkzeuges, entsprechend der
Spindeldrehzahl, schraubt die Späne nach außen. Dabei ist zu beachten,
dass bei Rechtsgewinden nach links tortierte Fortsätze bei gleichzeitig links
rotierender Spindel eingesetzt werden, um die Späne entsprechend der Gewindesteigung
auszudrehen. Bei den Querschnitten haben sich ein dreieckiger und ein möglichst
flacher rechteckiger Querschnitt als vorteilhaft gezeigt. Der Dreiecksquerschnitt
wird am besten mit Hilfe einer zentrischen Bohrung ausgeführt, durch die das
Fluid mit möglichst hohem Druck eingeleitet wird. Für flache, rechteckige
Querschnitte bieten sich je nach Durchmesser eine oder mehrere nebeneinander liegende
Bohrungen an. Um den Querschnitt für die auszudrehenden Späne möglichst
groß zu gestalten und die Angriffskanten vorteilhaft in Eingriff zu bringen,
ist der Rechteckquerschnitt an den Ecken, wie in 4 dargestellt,
ausgespart. Alternativ oder ergänzend zur zentralen Zuführung des Fluids
in die Bohrung dient die dezentrale ein- oder mehrseitige Fluidzuführung entlang
des tortierten Fortsatzes, wie in 6 dargestellt. Die
dezentralen Fluidbohrungen dienen zur Entfernung der Späneknäuel vom tortierten
Fortsatz. Der in die Bohrung eingeführte Fortsatz ist beispielsweise aus Federstahl
hergestellt. Die Herstellung aus anderen Materialien, wie Leichtmetalle oder Kunststoffe,
wird nicht ausgeschlossen. Die Herstellung der Fortsätze erfolgt zweckmäßigerweise
dadurch, dass nach dem Einbringen der Bohrungen die Außenkontur hergestellt
wird und erst zum Schluss das Verdrehen des Fortsatzes zur Erzeugung des Links-
oder Rechtsdralles geschieht. Nicht dargestellt sind Fortsätze in kegeliger
oder kugeliger Ausformung, die sich verschiedenen Bohrungsquerschnitten anpassen
können und mit mehreren Bohrungen, die an unterschiedlichen Positionen enden,
versehen sind.
Eine weitere Ausführung des Fortsatzes ist in 7
dargestellt und zeigt einen stark tortierten Fortsatz, der als Wendel ausgebildet
ist. Dieser Fortsatz lässt sich aufgrund seiner guten Federeigenschaft und
seiner Fähigkeit, sich auf unterschiedliche Durchmesser anzupassen, gut zur
Reinigung unterschiedlicher Bohrungsdurchmesser verwenden. Beim Eindrehen dieser
Wendel legt dieser sich an der Außenwandung der Bohrung bzw. Gewindebohrung
an und umhüllt bzw. umschlingt dabei den Späneknäuel oder die Späneansammlung.
Nachdem die Späne entsprechend umhüllt sind, lassen sie
sich mit dem Werkzeug aus der Bohrung ziehen. Anschließend werden durch Spülen
der Wendel die Späne in den Maschinenraum bzw. in den Späneabtransport
bewegt. An der Drehrichtung der mit Links- oder Rechtssteigung versehenen Wendel
liegt es, die eingeschlossenen Späne festzuklemmen oder freizugeben. In einer
besonderen Ausführung der Wendel ist diese aus einem Rohr hergestellt, durch
das zusätzlich Fluid eingeleitet wird. Bereits während des Eindrehens
und Ausziehens der Späne ist je nach Einsatzfall Unterstützung durch geschickte
Fluideinleitung gegeben.
Die Erfindung ist an Hand folgender Figuren dargestellt:
1 zeigt die Seitenansicht auf einem kegeligen Werkzeugschaft
mit Verlängerung und dem tortierten Fortsatz.
2 zeigt einen Schnitt durch eine Ausführung des
Reinigungsfortsatzes.
3 zeigt die Draufsicht auf den Fortsatz, wie in
2 dargestellt.
4 zeigt eine weitere Querschnittsvariante des nicht
tortierten Fortsatzes.
5 zeigt eine zusätzliche Querschnittsvariante eines
nicht tortierten Fortsatzes für Bohrungen größer als 3 mm.
6 zeigt einen Fortsatz für besonders kleine Bohrungen
ohne zentraler Fluidzuführung.
7 zeigt einen Fortsatz, der als Wendel ausgebildet
ist.
Die in 1 dargestellte Ausführung
des Reinigungswerkzeuges zeigt den flexiblen Einsatz im unterschiedlichen Werkzeugschaft
(1) mit im Durchmesser und Länge austauschbaren Verlängerungsrohren
(2), an deren Spitze der Reinigungskopf (3) mit dem tortierten
Fortsatz (4) aufgesetzt ist. Die dargestellte Schlüsselfläche
(9) dient zum Lösen oder Aufschrauben des Reinigungskopfes (3)
vom Verlängerungsrohr (2). Um möglichst gute Strömungsverhältnisse
zu realisieren, ist im Reinigungskopf (3) der Übergang von der dicken
Zuflussbohrung in die zentrische Fluidbohrung (5) mittels eines Zuflusskegels
(7) gelöst. Zur stabilen Anbindung des Fortsatzes (4) an
den Reinigungskopf (3) ist ein Übergangsradius (8) als Versteifung
realisiert. Das Tortieren des Fortsatzes (4), wie z. B. in 3
dargestellt, wirkt wie ein dreigängiges Gewinde, das sowohl Späne als
auch Verunreinigungen und Fluidrückstände aus der Bohrung befördert
bzw. bei umgekehrter Drehrichtung in die Bohrung eindrückt. In 2
ist ein weiterer Querschnitt des Fortsatzes (4) an einem Reinigungskopf
(3) dargestellt, an dem die Kanten des rechteckigen Querschnittes durch
Radienausnehmungen gekappt sind. Der in 5 dargestellte
Querschnitt des Fortsatzes (4) verdeutlicht die Anordnung mehrerer zentrischer
Fluidbohrungen (5) nebeneinander. Das Ende dieses Fortsatzes (4)
kann ebenso wie die anderen Enden angespitzt sein, damit auch bei geringen Positionsabweichungen
das sichere Einführen des Werkzeuges in die Bohrung gewährleistet ist.
Bei sehr kleinen Bohrungen von z. B. 2 mm ∅ empfiehlt sich ein sehr dünner
Querschnitt des Fortsatzes (4), indem es wenig zweckmäßig ist,
Bohrungen für die zentrale Fluidzuführung einzubringen. Die Unterstützung
des Fluides zur Reinigung erfolgt in diesem Fall durch eine dezentrale Fluidbohrung
(10), die zum einen während des Reinigungsvorganges das Fluid entlang
der Wendel (11) in die Bohrung leitet und zum anderen den Fortsatz (4)
nach dem Ausziehen aus der Bohrung von den Spänen befreit. Für alle Reinigungsköpfe
(3) gilt, dass neben den zentrischen Fluidbohrungen (5) auch dezentrale
Fluidbohrungen (10) angeordnet sein können. Der in 7
dargestellte Fortsatz (4) ist ein als Wendel (11) geformter Federdraht
mit der Fähigkeit, sich bei entgegen der Wendelsteigung gewählter Drehrichtung
an unterschiedliche Bohrungsdurchmesser anzupassen. Optional ist die Wendel (11)
zur leichteren Einführung in die Bohrungen mit einer konisch verlaufenden Endung
ausgeführt.
- 1
- Werkzeugschaft-Weldonaufnahme
- 2
- Verlängerungsrohr
- 3
- Reinigungskopf
- 4
- Fortsatz
- 5
- zentrische Fluidbohrung
- 6
- Anschlussgewinde
- 7
- Zuflusskegel
- 8
- Übergangsradius
- 9
- Schlüsselfläche
- 10
- dezentrale Fluidbohrung
- 11
- Wendel
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| Anspruch[de] |
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NC-Reinigungswerkzeug für Bohrungen, insbesondere für Sacklochgewindebohrungen,
dadurch gekennzeichnet, dass das Werkzeug modular aus Werkzeugschaft (1),
Verlängerungsrohr (2) und Reinigungskopf (3) aufgebaut ist,
der mit seinem tortierten Fortsatz (4) und wahlweise mit Fluidzuführung
vorzugsweise rotierend in die Bohrung eintaucht.
NC-Reinigungswerkzeug für Bohrungen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass die Verbindungen zwischen Werkzeugschaft (1) und Verlängerungsrohr
(2) und Reinigungskopf (3) in beiden Richtungen
verdrehgesichert ausgeführt sind.
NC-Reinigungswerkzeug für Bohrungen nach Anspruch 1 und 2, dadurch
gekennzeichnet, dass der tortierte Fortsatz (4) einen dreieckigen Querschnitt
mit Bohrung zur Zuleitung eines Fluids in die Spitze des Fortsatzes (4)
aufweist.
NC-Reinigungswerkzeug für Bohrungen nach Anspruch 1 und 2, dadurch
gekennzeichnet, dass der tortierte Fortsatz (4) einen rechteckigen Querschnitt
aufweist.
NC-Reinigungswerkzeug für Bohrungen nach Anspruch 1, 2 und 4, dadurch
gekennzeichnet, dass die Kanten des rechteckigen Querschnitts ausgerundet oder mit
Fasen versehen sind.
NC-Reinigungswerkzeug für Bohrungen nach Anspruch 1 und 2, dadurch
gekennzeichnet, dass der Fortsatz (4) einen runden Querschnitt aufweist
und als Wendel (11) ausgeführt ist.
NC-Reinigungswerkzeug für Bohrungen nach Anspruch 1, 2, 4, 5 und
6, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine Bohrung zum zentralen Zuführen
eines Fluids in die Spitze des Fortsatzes (4) im nachträglich tortierten
Fortsatz (4) verläuft.
NC-Reinigungswerkzeug für Bohrungen nach den Ansprüchen 1
bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Fortsätze rechts und/oder links tortiert
sind.
NC-Reinigungswerkzeug für Bohrungen nach zumindest einem der Ansprüche
1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Reinigungskopf (3) und/oder der
Fortsatz (4) aus Federstahl hergestellt ist.
NC-Reinigungswerkzeug für Bohrungen nach zumindest einem der Ansprüche
1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Reinigungskopf (3) und/oder der
Fortsatz (4) aus einem Leichtmetall hergestellt ist.
NC-Reinigungswerkzeug für Bohrungen nach zumindest einem der Ansprüche
1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Reinigungskopf (3) und/oder der
Fortsatz (4) aus einem Kunststoff hergestellt ist.
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