Hintergrund der Erfindung
Die Erfindung betrifft allgemein Metalle und Metalllegierungen, die
bei Hochtemperaturanwendungen eingesetzt werden. Mehr im Einzelnen betrifft die
Erfindung Niob-Silizium-Zusammensetzungen, die für verschiedene Turbinentriebwerkskomponenten
zweckmäßig sind.
Verschiedene Arten von Metallen und Metalllegierungen werden für
Hochtemperatureinrichtungen, z.B. Triebwerksturbinen und andere Maschinen verwendet.
Die Wahl eines speziellen Metalls hängt zum großen Teil von der erwarteten
Temperaturbeanspruchung der jeweiligen Komponente gemeinsam mit anderen speziellen
Anforderungen an die Komponente ab – wie Festigkeit, Kriechfestigkeit, Oxidationsfestigkeit,
Widerstandsfestigkeit gegen Umwelteinflüsse, Gewichtsanforderungen und dergleichen.
Gasturbinentriebwerke bieten ein gutes Beispiel dafür, wie Anforderungen
an Komponenten innerhalb eines einzigen (wenngleich komplexen) Gerätes variieren
können. Bei einem typischen Gasturbinentriebwerk wird Luft in einem Kompressor
verdichtet und mit Brennstoff vermischt und sodann in einer Brennkammer gezündet,
um heiße Verbrennungsgase zu erzeugen. Die Gase strömen stromabwärts
durch eine Hochdruckturbine (HPT) mit einer oder mehreren Stufen, einschließlich
einer Turbinendüse und Rotorschaufeln. Sodann strömen die Gase in eine
Niederdruckturbine (LPT), die typischerweise mehrstufig ausgebildet ist, mit zugehörigen
Turbinendüsen und Rotorschaufeln. Oft sind nickelbasierte Superlegierungen
(superalloys) die Materialien der Wahl für die „heißen" Abschnitte
der Turbine, in denen Metalltemperaturen bis zur etwa 1150°C typisch sind.
Titanlegierungen, die oftmals leichter als die Nickellegierungen sind, werden häufig
in den Kompressor-(Verdichter)abschnitten der Turbinentriebwerke eingesetzt, in
denen die Temperaturen niedriger sind, d.h. unter etwa 600°C liegen.
Mit steigenden Turbinentriebwerkstemperaturen zur Befriedigung höherer
Ansprüche an den Wirkungsgrad wurden neue Materialen für Umgebungen mit
höheren Temperaturen entwickelt. Beispiele sind die hitzebeständigen Metall/
Intermetallverbundwerkstoffe (RMIC). Viele dieser Materialen sind auf Niob (Nb))
und Silizium (Si) basiert und sind beispielsweise in den US-Patentschriften 5,932,033
(Jackson and Bewlay); 5,942,055 (Jackson and Bewlay); und 6,419,765 (Jackson, Bewlay
und Zhao) beschrieben.
Die RMIC-Verbundwerkstoffe haben in der Regel eine Mehrphasenmikrostruktur.
Die Mikrostruktur kann z.B. eine metallische Nb-Basis-Phase und eine oder mehrere
intermetallische Metallsilizidphasen aufweisen. Wie in der US-Patentschrift 5,833,773
(Bewlay and Jackson) beschrieben, beinhaltet die Metallsilizidphase gelegentlich
ein M3Si-Silizid und ein M5Si3-Silizid, wobei M
Nb, Ti oder Hf bedeutet. Die Materialien werden als Verbundwerkstoffe betrachtet,
die Silizide hoher Festigkeit und niedriger Zähigkeit mit einer Nb-basierten
Metallphase niedriger Festigkeit und höherer Zähigkeit kombinieren. Sie
weisen häufig eine Schmelztemperatur von bis zu 1700°C auf und verfügen
im Vergleich zu vielen Nickellegierungen über eine verhältnismäßig
niedere Dichte. Diese charakteristischen Eigenschaften machen derartige Materialien
vielversprechend für den möglichen Einsatz bei Anwendungen, bei denen
die Temperaturen die normalen Einsatzgrenzen der nickelbasierten Superlegierungen
übersteigen.
Wie oben erwähnt, erfordern einige Abschnitte des Turbinentriebwerks
nicht die besonderen Hochtemperatureigenschaften, wie sie viele der Niob-Silizium
Legierungen aufweisen. Beispielsweise die Niederdruckturbinentriebwerkabschnitte
sind häufig nur Temperaturen in dem Bereich von etwa 600°C-1000°C
ausgesetzt. Wenngleich diese Temperaturanforderungen nicht so anspruchsvoll sind,
wie dies im Falle der heißen Abschnitte der Turbine der Fall ist, können
andere Eigenschaften der Komponenten eine größere Bedeutung gewinnen.
Zum Beispiel können die Niederdruck-Turbinenkomponenten höhere Schadentoleranzanforderungen
stellen, als sie durch Verwendung der typischen Niob-Silizid Legierungen erfüllt
werden können, die für die Anwendungen in den heißen Abschnitten
vorgesehen sind. Darüberhinaus können die Niedertemperaturkomponenten
zusammen mit anderen Eigenschaften wie Oxidationsfestigkeit und Kriechfestigkeit
eine mechanische Festigkeit auf verhältnismäßig hohem Niveau erfordern.
Es ergibt sich somit, dass neue Niob-Silizid Legierungen, die einen
zweckentsprechenderen Abgleich der Eigenschaften für ausgewählte temperaturabhängige
Anwendungen aufweisen, erwünscht wären. Die Zusammensetzungen sollten
hinsichtlich einer oder mehrerer Eigenschaften, wie Festigkeit, Duktilität
und Kriechfestigkeit, gute Ergebnisse bei Zwischenbetriebstemperaturen, z.B. bei
etwa 600°C-1000°C aufweisen. Darüberhinaus sollten die Zusammensetzungen
leichter sein als viele der nickelbasierten Superlegierungen, die bei den LPT und
HPT Betriebstemperaturen eingesetzt werden.
Kurze Zusammenfassung der Erfindung
Eine Ausführungsform der Erfindung betrifft eine hitzebeständige
Zusammenstellung, die Niob und Silizium enthält. Die Menge des vorliegenden
Silizium ist kleiner als etwa 9 Atom%, bezogen auf Gesamtatom% für die Zusammensetzung.
Bei einigen Ausführungsformen ist die Zusammensetzung durch eine Mikrostruktur
gekennzeichnet, die eine metallische Nb-basierte Phase und wenigstens eine Metallsilizidphase
der Formel M3Si oder M5Si3 aufweist, wobei M wenigstens
ein Element ist, das aus der Gruppe ausgewählt ist, die aus Nb, Hf, Ti, Mo,
Ta, W, einem Metall der Platingruppe und Kombinationen davon besteht.
Eine andere Ausführungsform bezieht sich auf eine Turbinentriebwerkskomponente
(z.B. eine Gasturbine, wie sie hier beschrieben ist). Die Komponente weist eine
Legierung aus Niob und Silizium auf, wobei der Anteil des vorliegenden Silizium
kleiner ist als etwa 9 Atom%, bezogen auf Gesamtatom%. (So wie hier verwendet, soll
„Legierung" eine feste oder flüssige Mischung von zwei oder mehreren
Metallen oder von einem oder mehreren Metallen mit einem oder mehreren nichtmetallischen
Elementen bedeuten).
Weitere Einzelheiten bezüglich der verschiedenen Merkmale der
Erfindung ergeben sich aus der übrigen Beschreibung.
Detaillierte Beschreibung der Erfindung
Die erfindungsgemäße hitzebeständige Zusammensetzung
enthält Niob und Silizium. Silizium liegt mit weniger als etwa 9 Atom%, bezogen
auf Gesamtatom%, in der Zusammensetzung vor. Bei einigen Ausführungsformen
beträgt der Anteil des vorliegenden Siliziums wenigstens etwa 0,5 Atom%. Darüberhinaus
liegt bei anderen bevorzugten Ausführungsformen Silizium in dem Bereich von
etwa 1 Atom% bis etwa 8,5 Atom% und meistens etwa 5 Atom% bis etwa 8,5 Atom% vor.
Bei anderen bevorzugten Ausführungsformen liegt das Silizium aber in einem
Bereich von etwa 1 Atom% bis etwa 5 Atom% vor. Im Allgemeinen scheint das Vorliegen
dieser verhältnismäßig kleinen Siliziumanteile bei ausgewählten
Turbinenkomponentenanwendungen zu beträchtlichen Verbesserungen in der Duktilität
und der „Schadenstoleranz" der Komponenten zuführen, wenn diese in Zwischentemperaturbereichen,
z.B. etwa 600°C bis etwa 1000°C eingesetzt werden.
Bei bevorzugten Ausführungsformen enthält die hitzebeständige
Zusammensetzung außerdem wenigstens ein Element, das aus der Gruppe ausgewählt
ist, die aus Titan, Hafnium, Chrom und Aluminium besteht. Die Auswahl und die jeweils
gewählte Menge jedes dieser Elemente hängt von verschiedenen Faktoren
ab. In der Regel sind aber die Leistungsanforderungen bei einem bestimmten Endgebrauch
von ausschlaggebender Bedeutung.
Titan wird üblicherweise verwendet, um die Oxidationsfestigkeit
bei hohen Temperaturen zu verbessern. Das Vorliegen von Ti kann auch die intrinsische
Duktilität der Metallphase verbessern. Wenn vorhanden, liegt das Niveau von
Ti üblicherweise in dem Bereich von etwa 5 Atom% bis etwa 45 Atom%, basierend
auf Gesamtatom% bei der Zusammensetzung. In einigen bevorzugten Ausführungsformen
liegt Ti in einem Maß in dem Bereich von etwa 10 Atom% bis etwa 30 Atom% vor.
Darüberhinaus liegt bei einigen besonders bevorzugten Ausführungsformen
Ti in einem Maß in dem Bereich von etwa 15 Atom% bis etwa 25 Atom% vor.
Hafnium kann als Mischkristallverstärker der Nb-basierten Metallphase
dienen. Hf kann außerdem die innere Oxidation der Metallphase reduzieren und
außerdem die Kriecheigenschaften verbessern. Wenn vorhanden, liegt das Maß
von Hf normalerweise in dem Bereich von etwa 1 Atom& bis etwa 20 Atom%, bezogen
auf Gesamtatom% bei der Zusammensetzung. Bei einigen bevorzugten Ausführungsformen
liegt Hf in einem Maß in dem Bereich von etwa 2 Atom% bis etwa 15 Atom% vor.
Bei einigen besonders bevorzugten Ausführungsformen liegt das Maß von
Hf zwischen etwa 2 Atom% bis etwa 10 Atom%.
Chrom ist normalerweise zur Verbesserung der Oxidationsfestigkeit
vorhanden. Bei diesen Niob-Silizium Zusammensetzungen kann das Vorliegen von Cr
die Ausbildung einer siliziummodifizierten chrombasierten Laves-Phase befördern,
wie dies in der US-Patentschrift 5,942,055 (Jackson et al) beschrieben ist, die
durch Bezugnahme hierin aufgenommen ist. Das Vorhandensein der Laves-Phase kann
hinsichtlich der Oxidationsfestigkeit eine gewünschte Eigenschaft sein.
Wenn es vorliegt, liegt das Maß von Cr üblicherweise in
dem Bereich von etwa 1 Atom% bis etwa 25 Atom%, bezogen auf Gesamtatom% bei der
Zusammensetzung. Bei einigen bevorzugten Ausführungsformen liegt Cr in einem
Maß in dem Bereich von etwa 5 Atom% bis etwa 15 Atom% vor. Darüberhinaus
liegt bei einigen besonders bevorzugten Ausführungsformen Cr in einem Maß
in dem Bereich von etwa 5 Atom% bis etwa 10 Atom% vor.
Wie oben erwähnt, kann auch Aluminium in den Niob-Silizium Zusammensetzungen
vorhanden sein. Al kann ebenfalls die Oxidationsfestigkeit verbessern. Wenn vorhanden,
liegt das Maß von Al üblicherweise in dem Bereich von etwa 1 Atom% bis
etwa 20 Atom%, bezogen auf Gesamtatom% bei der Zusammensetzung. In einigen bevorzugten
Ausführungsformen liegt Al in einem Maß in dem Bereich von etwa 5 Atom%
bis etwa 15 Atom% vor. Bei einigen der besonders bevorzugten Ausführungsformen
liegt Al in einem Maß in dem Bereich von etwa 5 Atom% bis etwa 10 Atom% vor.
In einigen Fällen weist die hier beschriebene hitzebeständige
Zusammensetzung außerdem wenigstens ein Metall der Platingruppe auf. So wie
hier verwendet, bedeutet der Ausdruck „Metall der Platingruppe" das Folgende:
Rhenium (Re), Osmium (Os), Iridium (Ir), Platin (Pt), Ruthenium (Ru), Rhodium (Rh)
und Palladium (Pd). Die Metalle der Platingruppe können zur Verbesserung verschiedener
Eigenschaften verwendet werden, wie Festigkeit (z.B. Zugfestigkeit, Oxidationsfestigkeit),
Verformbarkeit, Duktilität, Zähigkeit, Ermüdungsfestigkeit und Kriechfestigkeit.
Der Anteil des Metalls der Platingruppe kann signifikant variieren,
abhängig von den Anforderungen der Endverwendung, bspw. hinsichtlich der oben
erwähnten Eigenschaften. Das Metall der Platingruppe liegt üblicherweise
in dem Bereich von etwa 1 Atom% bis etwa 30 Atom% vor. Bei einigen bevorzugten Ausführungsformen
ist das Metall der Platingruppe in einem Maß von etwa 1 Atom% bis etwa 25 Atom%
vorhanden. Bei einigen besonders bevorzugten Ausführungsformen liegt der Bereich
zwischen etwa 1 Atom% bis etwa 15 Atom%.
Eine bevorzugte Gruppe der Metalle der Platingruppe enthält Pt,
Re und Ru. Re und Ru sind gelegentlich von besonderem Interesse und zwar wegen ihrer
Fähigkeit diese Niedrigsilizium-Zusammensetzungen in ihrer Festigkeit wesentlich
zu verbessern, wobei sie eine akzeptable Duktilität ergeben.
Rhenium ist ein besonders bevorzugtes Metall der Platingruppe für
einige Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung. Ein zweckentsprechendes
Maß von Rhenium hängt von den im Vorstehenden erläuterten Faktoren
ab. Wenn verwendet, liegt Re normalerweise in einem Maß von bis zu etwa 20
Atom% vor, bezogen auf Gesamtatom%, bei der hitzebeständigen Zusammensetzung.
Ein bevorzugter Bereich von Re liegt bei vielen Ausführungsformen bei etwa
1 Atom% bis etwa 15 Atom%. Ein besonders bevorzugter Bereich erstreckt sich von
etwa 1 Atom% bis etwa 12 Atom%.
Bei einigen Ausführungsformen enthält die hitzebeständige
Zusammensetzung außerdem wenigstens ein Element, das aus der Gruppe ausgewählt
ist, die aus Wolfram (W), Tantal (Ta) und Molybdän (Mo) besteht. Diese Elemente
sind oft hilfreich zur Verbesserung der Zugfestigkeit der metallischen Phase und
der Kriechfestigkeit sowohl der metallischen Phase als auch der intermetallischen
Phase. Ihr Vorhandensein kann aber auch zu einem schwereren Legierungsprodukt, insbesondere
im Fall von Tantal und Wolfram, führen. Davon abgesehen, können diese
Legierungen aber bei bestimmten Anteilen die Oxidationsfestigkeit ungünstig
beeinflussen. Demgemäß hängt der richtige Anteil dieser Elemente
von einer Anzahl verschiedener Anforderungen beim Endgebrauch ab.
W, Ta und Mo liegen üblicherweise jeweils in einem Einzelanteil
von weniger als etwa 30 Atom%, bezogen auf Gesamtatom% bei der Zusammensetzung vor.
Bei bevorzugten Ausführungsformen sind sie in einem Anteil in dem Bereich von
etwa 1 Atom% bis etwa 25 Atom% vorhanden. Bei einigen besonders bevorzugten Ausführungsformen
liegen sie einzeln jeweils in einem Anteil in dem Bereich von etwa 1 Atom% bis etwa
20 Atom% vor. Als Gruppe beträgt ihr Gesamtanteil üblicherweise weniger
als 40 Atom% und häufiger weniger als etwa 30 Atom%.
Bei einigen Ausführungsformen enthält die hitzebeständige
Zusammensetzung außerdem wenigstens ein Element der seltenen Erden, d.h. Lanthan,
Cer, Praseodym, Neodym, Samarium, Europium, Gadolinium, Terbium, Dysprosium, Holmium,
Erbium, Thulium, Ytterbium und Lutetium. (Für die Zwecke der vorliegenden Beschreibung
wird Yttrium auch als Teil der Gruppe der seltenen Erden betrachtet). Die Elemente
der seltenen Erden können die Oxidationsfestigkeit weiter verbessern (d.h.
die innere Oxidationsfestigkeit) ebenso wie das Haftvermögen des Oxidbelags
an der Stammkomponente. Sie können außerdem die Duktilität verbessern.
Die Elemente der seltenen Erden werden üblicherweise in verhältnismäßig
kleinen Anteilen verwendet, z.B. mit weniger als etwa 10 Atom% bezogen auf Gesamtatom%
bei der Zusammensetzung. Bei bevorzugten Ausführungsformen liegt jedes seltene
Erdenelement, wenn es vorhanden ist, in einem Anteil in dem Bereich
von etwa 0,1 Atom% bis etwa 5 Atom% vor. Für einige Ausführungsformen
bevorzugte seltene Erdenelemente sind Yttrium, Terbium, Dysprosium und Erbium.
Auch weitere Elemente können in der hitzebeständigen Zusammensetzung
enthalten sein. Zu Beispielen dafür gehören wenigstens ein Element aus
Bor (B), Kohlenstoff (C), Germanium (Ge), Zirkonium (Zr), Vanadium (V), Zinn (Sn),
Stickstoff (N), Eisen (Fe) oder Indium (In). Diese Elemente werden üblicherweise
(individuell) in Anteilen in dem Bereich von etwa 0,1 Atom% bis etwa 15 Atom% bezogen
auf Gesamtatom% bei der Zusammensetzung verwendet, wenngleich der Anteil von Zr
eine Größe von etwa 20 Atom% erreichen kann. Das Vorliegen dieser Elemente
verbessert eine oder mehre Eigenschaften. Beispielweise kann ein Interstitialelement
wie B die Oxidationsfestigkeit verbessern, wie dies auch V kann. Darüberhinaus
kann C die Kriechfestigkeit ebenso wie die Zugfestigkeit verbessern. Die Zugabe
von N kann zur Stabilisierung einer Nb5Si3-Phase in der Legierung
beitragen, wie dies in der anhängigen US-Patentanmeldung S.N. 10/932,128 (RD-27,311-1)
beschrieben ist. (Diese Patentanmeldung wurde am 1. September 2004 für Bernard
Bewlay et al eingereicht und wird durch Bezugnahme hier mit aufgenommen). Einige
diese Elemente können auch den Temperatur-Stabilitätsbereich einer oder
mehrerer Phasen in dem hitzebeständigen Produkt anheben.
Nicht beschränkende beispielhafte Bereiche können für
diese Elemente, basiert auf Gesamtatomgewicht in der Zusammensetzung, angegeben
werden:
B: Bis zu etwa 9 Atom%;
C: Bis zu etwa 9 Atom%;
Ge: Bis zu etwa 12 Atom%;
Zr: Bis zu etwa 15 Atom%;
V: Bis zu etwa 7 Atom%;
Sn: Bis zu etwa 6 Atom%;
N: Bis zu etwa 10 Atom%;
Fe: Bis zu etwa 12 Atom%; und
In: Bis zu etwa 6 Atom%;
Es liegt auf der Hand, dass geringfügige Mengen anderer Elemente
als Verunreinigungsanteile unvermeidbar vorhanden sind, z.B. in handelsüblich
gelieferten Legierungen oder zufolge von Verarbeitungstechniken. Diese Zusätze
auf dem Verunreinigungsniveau können auch als Teil der Erfindung betrachtet
werden so lange sie nicht die Eigenschaften der hier beschriebenen Zusammensetzungen
verschlechtern.
Die Tabelle 1 listet einige der spezielleren Zusammensetzungen auf,
die im Rahmen der Erfindung liegen und die bei einigen Ausführungsformen bevorzugt
sind. Alle Mengen sind in Atom% angegeben, basierend auf 100 Atom% für die
gesamte Zusammensetzung. (Darüberhinaus können die Zusammensetzungen auch
andere Elemente enthalten).
Tabelle 1
(I) Si-
etwa 1% bis etwa 8,5%
Ti-
etwa 10% bis etwa 30%
Cr-
etwa 1% bis etwa 25%
Al-
etwa 1% bis etwa 20%
PGM*
etwa 1% bis etwa 15% (Gesamtheit der PGM)
W, Ta, Mo-
etwa 2% bis etwa 10% (Gesamtheit W, Ta, Mo)
Nb-
Rest
(II) Si-
etwa 1% bis etwa 8,5%
Ti-
etwa 10% bis etwa 30%
Hf-
etwa 1% bis etwa 10%
Cr-
etwa 1% bis etwa 25%
Al-
etwa 1% bis etwa 20%
PGM*
etwa 1% bis etwa 15% (Gesamtheit der PGM)
W, Ta, Mo-
etwa 2% bis etwa 10% (Gesamtheit W, Ta, Mo)
Nb-
Rest
(III) Si-
etwa 1% bis etwa 8,5%
Ti-
etwa 15% bis etwa 25%
Cr-
etwa 2% bis etwa 15%
Al-
etwa 2% bis etwa 15%
PGM*
etwa 1% bis etwa 12%
Nb-
Rest
(IV) Si-
etwa 2% bis etwa 8,5%
Ti-
etwa 12% bis etwa 30%
Cr-
etwa 5% bis etwa 10%
Al-
etwa 5% bis etwa 10%
Zr-
etwa 2% bis etwa 15%
Fe-
etwa 0,1% bis etwa 5%
Re-
etwa 1% bis etwa 12%
Sn-
etwa 0,1% bis etwa 6%
C-
etwa 0,1% bis etwa 5%
Nb-
Rest
(V) Si-
etwa 2% bis etwa 8,5%
Ti-
etwa 12% bis etwa 30%
Hf-
etwa 1% bis etwa 10%
Cr-
etwa 5% bis etwa 10%
Al-
etwa 5% bis etwa 10%
Zr-
etwa 2% bis etwa 15%
Fe-
etwa 0,1% bis etwa 5%
Re-
etwa 1% bis etwa 12%
Sn-
etwa 0,1% bis etwa 6%
C-
etwa 0,1% bis etwa 5%
Nb-
Rest
-
*PGM = Metall der Platingruppe
Wie im Vorstehenden erwähnt, sind die erfindungsgemäßen
hitzebeständigen Zusammensetzungen (d.h. in Legierungsform) gelegentlich durch
eine Mehrphasenmikrostruktur gekennzeichnet. Die Mikrostruktur enthält allgemein
eine metallische Nb-Basisphase und wenigstens eine Metallsilizidphase der Formel
M3Si oder M5Si3, worin M wenigstens ein Element
ist, das aus der Gruppe ausgewählt ist, die aus Nb, Hf, Ti, Mo Ta, W, einem
Metall der Platingruppe und deren Kombinationen besteht. Häufig enthält
die Metallsilizidphase eine Nb3Si-Phase oder eine Nb5Si3-Phase
oder eine Kombination der beiden Phasen. Einige der hier beschriebenen Legierungen
beinhalten auch außerdem weitere Phasen. Beispielsweise können sie außerdem
eine mit Silizium modifizierte chrombasierte Laves-Typ-Phase enthalten. Eine solche
Phase fördert die Oxidationsfestigkeit, wie dies in der US-Patentschrift 5,932,033
(Jackson und Bewlay) beschrieben ist, die durch Bezugnahme hier mit aufgenommen
ist.
Die Auswahl von Phasen und Elementbestandteilen in aus hitzebeständigen
Zusammensetzungen hergestellten Legierungen zielt darauf, einen Abgleich von Eigenschaften
zu erreichen, die für eine spezielle Endgebrauchsanwendung wichtig sind. Die
wichtigsten Eigenschaften wurden im Vorstehenden erwähnt, z.B. Festigkeit (Bruchfestigkeit
und Reißfestigkeit), Zähigkeit, Dichte, Oxidationsfestigkeit und Kriechfestigkeit.
Wie in der US-Patentschrift 5,833,773 beschrieben, teilen sich alle der vorerwähnten
Elemente in jeweils unterschiedlichem Maße zwischen verschiedenen Phasen der
Legierung auf.
Verfahren zur Zubereitung der erfindungsgemäßen hitzebeständigen
Zusammensetzungen und Legierungen sind an sich im Allgemeinen bekannt. Nicht beschränkende
Darstellungen von Zubereitungstechniken sind bspw. in den folgenden Patentschriften
enthalten: US 6,419,765 (Jackson et al);
US 5,833,773 (Bewlay et al) und
US 5,741,376 (Subramanian et al), die alle
durch Bezugnahme hiermit aufgenommen sind. Häufig werden die Legierungsbestandteile
in elementarer Form durch Schmelzen in einem Tiegel mittels einer geeigneten Technik
miteinander kombiniert, wie etwa durch Lichtbogenschmelzen, Elektronenstrahlschmelzen,
Plasmaschmelzen und Induktionsbrammenbärschmelzen (skull melting). Es können
jedoch auch andere Techniken (oder Kombinationen von Techniken) zur Zubereitung
der Legierungszusammensetzungen verwendet werden. So können z.B. Pulvermetallurgietechniken,
wie Mahlen oder Zerstäuben (z.B. Gasatomisierung), wie auch Dampfablagerung
eingesetzt werden.
Das Legierungsprodukt kann mittels einer Anzahl unterschiedlicher
Techniken weiterverarbeitet und in einen jeweils gewünschten Gegenstand umgeformt
werden. So kann z.B. ein geschmolzenes Legierungsprodukt in eine geeignete Vorrichtung
gegossen werden. Formeinrichtungen zum Gießen sind an sich bekannt. Ein Beispiel
dafür liefert die US-Patentschrift 6,676,381 (Subramanian et al), die durch
Bezugnahme hiemit eingeschlossen ist. Es können auch viele Gusstechniken angewandt
werden. Darüberhinaus stehen dem Fachmann viele verschiedene
Durchführungsdetails für eine spezielle Gusstechnik zur Verfügung.
Bei einigen bevorzugten Ausführungsformen wird das geschmolzene Metall durch
eine gerichtete Erstarrungstechnik (DS) in den festen Zustand überführt.
DS Techniken sind an sich bekannt (z.B. die Bridgman Technik) und bspw. in den US-Patentschriften
6,059,015 und 4,213,497 (Sawyer) beschrieben, die durch Bezugnahme hier mit eingeschlossen
sind.
Außerdem kann eine Vielzahl verschiedener anderer Techniken (jeweils
allein oder in Kombination) zur Weiterverarbeitung der Legierungsprodukte verwendet
werden. Zu nicht beschränkenden Beispielen gehören Extrusion (z.B. Heißextrusion),
Schmieden, isostatisches Heißpressen und Walzen. Der Fachmann kennt Einzelheiten
zu zweckentsprechenden Wärmebehandlungen der Legierungen.
Die hitzebeständigen Zusammensetzungen mit niedrigem Siliziumanteil
können zu einer Vielzahl verschiedener Komponenten geformt werden. Viele davon
können auch in Turbinen, z.B. ortsfesten Turbinen, Schiffsturbinen und Flugzeugturbinen
verwendet werden, wenngleich auch Anwendungen auf dem Nichtturbinengebiet möglich
sind. Diese Komponenten können in großem Maße Vorteil aus den Verbesserungen
hinsichtlich der Festigkeit, der Duktilität und der Kriechfestigkeit bei ausgewählten
Betriebstemperaturen ziehen. Demgemäß betrifft eine weitere Ausführungsform
der Erfindung solche Komponenten. Spezielle nicht beschränkende Beispiele der
Turbinenkomponenten sind Laufschaufeln, Düsen, Schaufelblätter, Rotoren,
Leitschaufeln, Statoren, Gehäuse und Brennkammern.
Wenngleich zum Zwecke der Veranschaulichung bevorzugte Ausführungsformen
erläutert wurden, so ist die vorstehende Beschreibung doch nicht als eine Beschränkung
des Rahmens der Erfindung zu verstehen. Demgemäß kann der Fachmann verschiedene
Abwandlungen, Anpassungen und Alternativen auffinden ohne den Bereich des in den
Patentansprüchen beanspruchten erfinderischen Konzepts zu verlassen. Alle Patente,
Patenanmeldungen (einschließlich vorläufiger Patentanmeldungen), Artikel
und Texte, die im Vorstehenden erläutert wurden, werden durch Bezugnahme hiermit
mit eingeschlossen.