HINTERGRUND DER ERFINDUNG
Gebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft Schutz gegen elektrostatische Entladung (ESD),
und spezieller betrifft sie eine ESD-Schutzschaltung und ein zugehöriges Verfahren
für Spannungsverstärker.
Beschreibung der einschlägigen Technik
Die 1 ist ein schematisches Schaltbild
einer herkömmlichen ESD-Schutzschaltung. Gemäß der 1
verfügt eine ESD-Schutzschaltung 100, die am Ausgangsanschluss einer
Ausgangsschaltung 110 installiert ist, über eine Klemmschaltung
120 und zwei in Reihe geschaltete Dioden Dp1, Dn1;
indessen sind sowohl die Ausgangsschaltung 110 als auch die Klemmschaltung
120 zwischen eine erste Betriebsspannung Vdd und eine zweite
Betriebsspannung Vss geschaltet. Während die Anode (p-Seite) der
Diode Dp1 mit einem Ausgangskontaktfleck P0 verbunden ist,
und ihre Kathode (n-Seite) mit der ersten Betriebsspannung Vdd verbunden
ist, ist die Kathode der Diode Dn1 mit dem Ausgangskontaktfleck P0
verbunden, und ihre Anode ist mit der zweiten Betriebsspannung Vss verbunden.
Demgemäß wird, wenn am Ausgangskontaktfleck P0 der Ausgangsschaltung
110 ein ESD-Ereignis auftritt, aufgrund des Einschaltens entweder der Diode
Dp1 oder der Diode Dn1 ein ESD-Schaden an der Ausgangsschaltung
110 vermieden.
Andererseits verfügt die Klemmschaltung 120 über
eine Einheit 130 für elektrostatische Entladung sowie eine ESD-Erkennungsschaltung
140. Die Einheit 130 für elektrostatische Entladung verfügt
über einen NMOS-Transistor TN, wohingegen die ESD-Erkennungsschaltung
140 über einen Widerstand R1, einen Kondensator C1
und einen Inverter D1 verfügt. Während ein Elelektrostatikstrom
zur Ausgangsschaltung 110 über den Ausgangskontaktfleck P0
und Spannungsquellen (Vdd_Vss) fließt, triggert die ESD-Erkennungsschaltung
140 die Einheit 130 für elektrostatische Entladung, um den
Elektrostatikstrom ohne Beschädigung der Ausgangsschaltung 110 umzuleiten.
Wie es in der 2A dargestellt ist, verfügt
eine am Ausgangskontaktfleck P0 gemessene Ausgangsspannung Vout
über eine Gleichspannungskomponente von ungefähr Vdd/2 und
einen Spannungshub S von Vdd/2, was dazu führt, dass die Ausgangsspannung
Vout zwischen 0 und Vdd schwingt. Wenn jedoch der Spannungshub
S größer als 0,7 V ist, schaltet die Diode Dp1 ein, und demgemäß
beträgt die am Ausgangskontaktfleck P0 gemessene maximale Ausgangsspannung
Vout(max) nicht mehr als (Vdd + 0,7 V), wie es in der
2B dargestellt ist. Im Allgemeinen weist die Ausgangsspannung
Vout eines Spannungsverstärkers einen größeren Spannungshub
S von Vdd/2, beispielsweise bis zu 3 V auf. Demgemäß wird,
während die Ausgangsspannung Vout des Spannungsverstärkers
am Ausgangskontaktfleck P0 größer als (Vdd + 0,7
V) ist, ein Teil der Ausgangsspannung Vout, der größer als
(Vdd + 0,7 V) ist, abgeschnitten. Daher ist, wenn die Ausgangsschaltung
110, entweder ein Spannungsverstärker oder eine Hochspannungs-Ausgangsschaltung,
einfach die ESD-Schutzschaltung 100 zum Schaltungsschutz verwendet, die
Leistungsfähigkeit entweder des Spannungsverstärkers oder der Hochspannungs-Ausgangsschaltung
durch die ESD-Schutzschaltung 100 begrenzt oder beeinträchtigt.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
Angesichts der oben genannten Probleme ist es eine Aufgabe der Erfindung,
dafür zu sorgen, dass ein von einer Hochspannungs-Eingangsschaltung ausgegebener
Spannungshub durch eine ESD-Schutzschaltung nicht beschränkt wird.
Durch die Erfindung ist eine bei einer Ausgangsschaltung angewandte
ESD-Schutzschaltung mit Folgendem geschaffen: einer Klemmschaltung, die zwischen
eine erste Betriebsspannung und eine zweite Betriebsspannung geschaltet ist; einem
Induktor, der zwischen einen Ausgangsanschluss der Ausgangsschaltung und die erste
Betriebsspannung geschaltet ist; und einer Diodenkette mit mindestens einer von
ersten Dioden, die zwischen den Ausgangsanschluss und die erste Betriebsspannung
geschaltet sind.
Die Erfindung offenbart ferner ein bei einer Spannungsverstärkerschaltung
angewandtes ESD-Schutzverfahren mit den folgenden Schritten: Bereitstellen einer
Klemmschaltung, die zwischen eine erste Betriebsspannung und eine zweite Betriebsspannung
geschaltet ist; Bereitstellen eines Induktors, der zwischen einen Ausgangsanschluss
der Ausgangsschaltung und die erste Betriebsspannung geschaltet ist; und Bereitstellen
einer Diodenkette mit mindestens einer von ersten Dioden, die zwischen den Ausgangsanschluss
und die erste Betriebsspannung geschaltet sind.
Der weitere Anwendungsumfang der Erfindung wird aus der nachfolgenden
detaillierten Beschreibung ersichtlich werden. Jedoch ist es zu beachten, dass die
detaillierte Beschreibung und spezielle Beispiele, während sie bevorzugte Ausführungsformen
der Erfindung angeben, nur zur Veranschaulichung angegeben sind, da dem Fachmann
aus dieser detaillierten Beschreibung verschiedene Änderungen und Modifizierungen
innerhalb des Grundgedankens und Schutzumfangs der Erfindung ersichtlich
werden.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
Die Erfindung wird aus der nachfolgenden detaillierten Beschreibung
und den beigefügten Zeichnungen, die nur zur Veranschaulichung angegeben werden
und demgemäß für die Erfindung nicht beschränkend sind, vollständiger
verständlich werden.
1 ist ein schematisches Schaltbild einer herkömmlichen
ESD-Schutzschaltung.
2A zeigt einen Ausgangsspannungsverlauf, wie er an
einem in der 1 dargestellten Ausgangskontaktfleck gemessen
wird, während ein Spannungshub S 0,7 V oder weniger beträgt.
2B zeigt einen Ausgangsspannungsverlauf, wie er an
einem in der 1 dargestellten Ausgangskontaktfleck gemessen
wird, während ein Spannungshub S größer als 0,7 V ist.
3A ist ein schematisches Schaltbild, das eine erste
Ausführungsform der Erfindung zeigt.
3B zeigt einen am in der 3A
dargestellten Ausgangskontaktfleck gemessenen Ausgangsspannungsverlauf.
4A ist ein schematisches Schaltbild, das eine zweite
Ausführungsform der Erfindung zeigt.
4B zeigt einen am in der 4A
dargestellten Ausgangskontaktfleck gemessenen Ausgangsspannungsverlauf.
5 ist ein Flussdiagramm zum Veranschaulichen eines
ESD-Schutzverfahrens gemäß der Erfindung.
DETAILLIERTE BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
Nun werden die ESD-Schutzschaltung und das zugehörige Verfahren
gemäß der Erfindung unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen
beschrieben.
Damit ein Spannungshub S einer durch eine Hochspannungs-Ausgangsschaltung
erzeugten Ausgangsspannung Vout vom Einfluss einer ESD-Schutzschaltung
beseitigt wird, wird durch die Erfindung eine Diodenkette mit M Dioden in derselben
hinzugefügt, wobei M dem Wert S geteilt durch die Einschaltspannung der Dioden
entspricht oder größer ist. Herkömmlicherweise beträgt die Einschaltspannung
üblicher Dioden ungefähr 0,7 V. Einhergehend mit Fortschritten bei der
Halbleiterherstelltechnologie kann die Einschaltspannung variieren, so dass sie
nicht auf 0,7 V beschränkt sein soll.
Es sei angenommen, dass der Spannungshub S der durch die Ausgangsschaltung
110 erzeugten Ausgangsspannung Vout 3 V entspricht. Damit der
Spannungshub S der Ausgangsspannung Vout vom Einfluss einer ESD-Schutzschaltung
beseitigt wird, muss die Anzahl M der Dioden in der Diodenkette größer
als (3/0,7 = 4,3) sein. Anders gesagt, muss die Anzahl M den Wert 5 oder mehr haben,
d.h. es sind fünf oder mehr Dioden erforderlich. Nachfolgend werden, für
die Erläuterung, alle Ausführungsformen der Erfindung für S = 3 V,
M = 5 beschrieben.
Die 3A ist ein schematisches Schaltbild,
das eine erste Ausführungsform der Erfindung zeigt. Gemäß der ersten
Ausführungsform der Erfindung verfügt eine am Ausgangsanschluss eines
Spannungsverstärkers 310 installierte ESD-Schutzschaltung
300 über eine Klemmschaltung 120, einen Induktor L, eine
Diode Dn1 und eine Diodenkette Dp1~Dp5. Die Klemmschaltung
120 ist zwischen eine erste Betriebsspannung Vdd und eine zweite
Betriebsspannung Vss geschaltet. Die Realisierung der Klemmschaltung
120 ist dem Fachmann gut bekannt und wird demgemäß hier nicht
beschrieben. Die Kathode der Diode Dn1 ist mit dem Ausgangskontaktfleck
P0 verbunden, und ihre Anode ist mit der zweiten Betriebsspannung Vss
verbunden, wohingegen die Anode der Diodenkette Dp1~Dp5 mit
dem Ausgangskontaktfleck P0 verbunden ist und ihre Kathode mit der ersten
Betriebsspannung Vdd verbunden ist.
Bei der ersten Ausführungsform ist die letzte Stufe des Spannungsverstärkers
310 entweder ein NMOS-Transistor (nicht dargestellt), dessen Drain mit
dem Ausgangskontaktfleck P0 verbunden ist, oder ein npn-Bipolartransistor
(nicht dargestellt), dessen Kollektor mit dem Ausgangskontaktfleck P0
verbunden ist. Außerdem ist der Induktor L zwischen die erste Betriebsspannung
Vdd und den Ausgangskontaktfleck P0 geschaltet, um die Schaltungsbandbreite
zu erhöhen und den Gleichspannungs-Ausgangspegel auf Vdd hochzuziehen.
Da die Anzahl M der Dioden in der Diodenkette fünf ist, ist der Spannungshub
S (= 3 V) der Ausgangsspannung Vout nicht mehr durch die ESD-Schutzschaltung
300 beschränkt, weswegen sich ein vollkommen symmetrischer Signalverlauf
ergibt, wie er in der 3B dargestellt ist. Wenn durch
am Ausgangsanschluss des Spannungsverstärkers 310 erzeugte Spannungsspitzen
eine Ausgangsspannung Vout über (Vdd + 3,5 V) erzeugt
wird, wird die Ausgangsspannung Vout auf (Vdd + 3,5 V) abgeschnitten,
so dass die maximale Ausgangsspannung Vout am Ausgangskontaktfleck P0
nicht mehr als (Vdd + 3,5 V) beträgt.
Die 4A ist ein schematisches Schaltbild,
das eine zweite Ausführungsform der Erfindung zeigt. Gemäß
der zweiten Ausführungsform der Erfindung verfügt eine ESD-Schutzschaltung
400 über eine Klemmschaltung 120, einen Induktor L, eine
Diode Dp1 und eine Diodenkette Dn1~Dn5. Da die
Betriebsabläufe bei der zweiten Ausführungsform ähnlich denen bei
der ersten Ausführungsform sind, wird hier eine wiederholte Beschreibung weggelassen.
Die letzte Stufe des Spannungsverstärkers 310 ist entweder ein PMOS-Transistor
(nicht dargestellt), dessen Drain mit dem Ausgangskontaktfleck P0 verbunden
ist, oder ein pnp-Bipolartransistor (nicht dargestellt), dessen Kollektor mit dem
Ausgangskontaktfleck P0 verbunden ist. Außerdem ist der Induktor
L zwischen die zweite Betriebsspannung Vss und den Ausgangskontaktfleck
P0 geschaltet, um die Schaltungsbandbreite zu erhöhen und den Ausgangsgleichspannungspegel
auf Vss herabzuziehen.
Bei der zweiten Ausführungsform ist der Spannungshub S (= 3 V)
der Ausgangsspannung Vout nicht mehr durch die ESD-Schutzschaltung
400 beschränkt, wodurch sich ein vollkommen symmetrischer Signalverlauf
ergibt, wie er in der 4B dargestellt ist.
Um es zu verhindern, dass die Entladegeschwindigkeit aufgrund einer
erhöhten Anzahl von Dioden in der Diodenkette beeinflusst wird, muss jede Diodenfläche
in der Diodenkette größer werden, wenn die Anzahl M der Dioden zunimmt.
Bei der Realisierung werden Dioden allgemein unter Verwendung von Transistorherstelltechniken
hergestellt, so dass die Diodenfläche durch Vergrößern der Kanalbreite
vergrößert werden kann. Als Beispiel sei angenommen, dass die Kanalbreite
einer Diode 2_ beträgt, wenn die Anzahl M der Dioden den Wert eins hat. In
ähnlicher Weise muss die Kanalbreite für jede Diode in der Diodenkette
4_ sein, wenn die Anzahl M der Dioden zwei ist, wohingegen die Kanalbreite für
jede Diode in der Diodenkette 10_ sein muss, wenn die Anzahl M der Dioden fünf
ist.
Außerdem beschreiben zwar die oben angegebenen zwei Ausführungsformen
den Fall einer Diodenkette mit Reihenschaltung, jedoch besteht für die Diodenkette
keine Einschränkung auf eine Reihenkonfiguration, sondern dazu gehören
auch andere Konfigurationen, da die Diodenkette auf verschiedene, jedoch äquivalente
Arten, die dem Fachmann ersichtlich sind, der die hier angegebenen Lehren nutzen
kann, modifiziert und realisiert werden kann.
Ferner ist zwar die ESD-Schutzschaltung bei den oben genannten zwei
Ausführungsformen am Ausgangsanschluss eines Spannungsverstärkers installiert,
jedoch ist die Erfindung bei praktischen Anwendungen bei allen Hochleistungs-Ausgangsschaltungen
oder allen Hochspannungs-Ausgangsschaltungen anwendbar.
Die 5 ist ein Flussdiagramm zum Veranschaulichen
eines ESD-Schutzverfahrens gemäß der Erfindung. Dieses ESD-Schutzverfahren
gemäß den 3A, 4A
und 5 wird wie folgt detailliert angegeben.
Schritt S501: Anbringen einer Klemmschaltung zwischen der ersten Betriebsspannung
Vdd und der zweiten Betriebsspannung Vss.
Schritt S502: Anbringen eines Induktors L zwischen der ersten Betriebsspannung
Vdd und dem Ausgangskontaktfleck P0.
Schritt S503: Anbringen einer Diodenkette zwischen der ersten Betriebsspannung
Vdd und dem Ausgangskontaktfleck P0.
Schritt 504: Bestimmen der Anzahl der Dioden in der Diodenkette
entsprechend dem Spannungshub S des am Ausgangskontaktfleck P0 erzeugten
Ausgangssignals.
Während bestimmte beispielhafte Ausführungsformen beschrieben
wurden und in den beigefügten Zeichnungen dargestellt sind, ist es zu beachten,
dass diese Ausführungsformen lediglich veranschaulichend sind und für
die umfassende Erfindung nicht beschränkend sind, und dass die Erfindung nicht
auf die spezielle Konstruktion und die Anordnung beschränkt sein soll, wie
sie dargestellt sind und beschrieben wurden, da dem Fachmann verschiedene andere
Modifizierungen ersichtlich sein können.