Die Erfindung betrifft ein Kühlsystem für einen hydraulischen
Antrieb in einer landwirtschaftlichen Erntemaschine gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 1 sowie eine Erntemaschine mit einem solchen hydraulischen Antrieb.
Landwirtschaftliche Erntemaschinen, wie z.B. ein Mähwerk, werden
in zunehmendem Maß mit Zusatzausrüstungen zur Behandlung bzw. zur Weiterförderung
des Erntegutes ausgerüstet. Für den Antrieb der Arbeitsorgane dieser Zusatzausrichtungen,
wie beispielsweise Förderbänder, Fördertrommeln etc. werden meistens
hydrostatische Antriebe verwendet, da diese Antriebe räumlich leichter unterzubringen
sind und mit diesen das Aus- und Einschalten, sowie ein eventuell notwendiges Regeln
der Antriebsdrehzahl einfach zu lösen ist.
Besonders wenn höhere Antriebsleistungen benötigt werden,
ist es erforderlich, die in der hydraulischen Flüssigkeit entstehende Wärmeenergie
abzuführen. Dazu werden üblicherweise Wärmetauscher, wie z.B. Ölkühler
und Kühlgebläse verwendet. Diese sind jedoch empfindlich gegen Verschmutzung,
so dass zusätzlich Kühlluftfilter erforderlich sind, welche regelmäßig
gereinigt werden müssen.
Hiervon ausgehend liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zu
Grunde, ein einfaches und wartungsfreies Kühlsystem für die hydraulische
Flüssigkeit des hydraulischen Antriebs zu schaffen.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die Merkmale des
Anspruchs 1 gelöst.
Gemäß der vorliegenden Erfindung wird die Wärmeenergie
der hydraulischen Flüssigkeit an den Erntegutstrom abgegeben. Durch die erfindungsgemäße
Anordnung entsteht ein praxistaugliches, einfaches, sehr wirksames und wartungsfreies
Kühlsystem. Durch die an den Erntestrom, d.h. beispielsweise frisch gemähtes
Futter, abgegebene Wärmeenergie wird darüber hinaus der Trocknungsvorgang
beschleunigt. Somit kann die von der hydraulischen Flüssigkeit abgeführte
Wärmeenergie wirksam genutzt werden.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform umfasst der
Wärmetauscher mindestens ein Bauteil der Erntemaschine, das mit dem Erntegutstrom
in Berührung kommt. Dadurch, dass die Bauteile der Maschine, welche mit dem
Erntegutstrom in Berührung kommen als Wärmetauscher ausgebildet werden,
sind keine zusätzlichen Teile notwendig, so dass Gewicht und Größe
der Erntemaschine klein gehalten werden können. Die erfindungsgemäße
Anordnung erlaubt somit eine kostengünstige Realisierung des Wärmetauschers,
da vorhandene Komponenten verwendet werden können.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform umfasst der
Wärmetauscher mindestens eine der einen Förderkanal für den Erntegutstrom
bildenden Wände, die zumindest teilweise als Hohlkörper ausgebildet ist,
durch die zu kühlende hydraulische Flüssigkeit fließt. Die Wände
des Förderkanals kommen besonders intensiv und großflächig mit dem
Erntegutstrom in Verbindung, so dass die Wärmeenergie der hydraulischen Flüssigkeit
mit hohem Wirkungsgrad an das Erntegut abgeführt werden kann. Dabei kann die
mindestens eine Wand entweder als ganzer Hohlkörper ausgebildet sein oder zumindest
teilweise als Hohlkörper ausgebildet sein, d.h. entsprechende Hohlräume
umfassen, durch die die zu kühlende hydraulische Flüssigkeit fließt.
Es ist jedoch auch möglich, dass der Wärmetauscher Kühlrohre
umfasst, durch die die zu kühlende Hydraulikflüssigkeit fließt, wobei
die Kühlrohre an mindestens einer der einen Förderkanal für den Erntegutstrom
bildenden Wände wärmeleitend befestigt sind. Da die Kühlröhre
wärmeleitend mit der mindestens einen Wand verbunden sind, kann die Wärmeenergie
über die gesamte Wand an das Erntegut weitergegeben werden.
Es ist vorteilhaft, wenn der Wärmetauscher in eine nur mit geringem
Druck beaufschlagte Rücklaufleitung eines Hydraulikkreislaufs des hydraulischen
Antriebs eingeschaltet ist. Bei dieser Anordnung kann die hydraulische Flüssigkeit
bereits beim Rücklauf in den Öltank gekühlt werden. Somit kann Rohrleitungsmaterial
gespart und der Aufbau vereinfacht werden.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung umfasst der Wärmetauscher eine Rückwand einer Querfördereinrichtung.
Es ist jedoch auch möglich, dass der Wärmetauscher eine Auswurfhaube eines
Aufbereiters umfasst.
Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend unter Bezugnahme der folgenden
Figuren näher beschrieben.
1 zeigt eine erfindungsgemäße Erntemaschine
in perspektivischer Darstellung.
2a zeigt einen Querschnitt durch einen Teil der in
1 dargestellten Erntemaschine.
2b zeigt eine Vergrößerung des Ausschnitts
A in 2a.
3a zeigt einen Querschnitt durch einen Teil der in
1 gezeigten Erntemaschine nach einem weiteren Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung.
3b zeigt eine Vergrößerung des Ausschnitts
B, der in 3a gezeigt ist.
4b zeigt eine weitere Ausführungsform eines Kühlsystems
gemäß der vorliegenden Erfindung.
5 zeigt schematisch einen Hydraulikplan für die
in Zusammenhang mit den 1 bis 4
gezeigten Ausführungsformen.
1 zeigt in perspektivischer Darstellung ein Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung an einem Scheibenmähwerk 2 mit Aufbereiterrotor
15 und Querförderband 3 zur Zusammenführung von Mähschwaden.
Das Förderband 1 des hinter dem Mähwerk
2 angebauten Querförderers 3 wird über den hydraulischen
Antrieb 4, hier den Hydromotor 4 angetrieben. Der Querförderer
3 fördert durch das angetrieben Förderband 1 die frisch
gemähte Ernte, die von dem Mähwerk über einen Aufbereiterrotor
15 angeschleudert wird in Querrichtung P zur Arbeitsrichtung der Erntemaschine.
Die Versorgung des Hydromotors 4 mit hydraulischer Flüssigkeit, hier
mit Drucköl erfolgt von einer am Winkelgetriebe 5 angeflanschten Hydropumpe
6. Das Hydrauliköl wird über die Saugleitung 7 aus dem
Tank 28 von der Hydropumpe 6 angesaugt. In die Druckleitung
8 zwischen Hydropumpe 6 und Hydromotor 4 ist ein Stromregelventil
9 eingebaut, mit welchem bei Bedarf ein einstellbarer Teil des Ölstroms
abgezweigt wird und über die Verbindungsleitung 10 in die Rücklaufleitung
11 abfließen kann. Dadurch kann die Drehzahl des Hydromotors
4 geregelt und damit die Wurfweite des Förderbandes variiert werden.
Zusätzlich können die Druckleitung 8 und die Rücklaufleitung
11 über das bei Normalbetrieb des Förderbandes geschlossene Sperrventil
12 verbunden werden. Dadurch wird der Ölstrom kurzgeschlossen und
der Antrieb des Förderbandes 1 ausgeschaltet. Die Betätigung
des Sperrventils 12 ist mechanisch so mit der Aushebung 13 des
Querförderers verbunden, dass beim Ausheben in die Außerbetriebsstellung
der Ölstrom kurzgeschlossen und somit das Förderband 1 nicht
mehr angetrieben wird.
Gemäß der vorliegenden Erfindung ist ein Wärmetauscher
19 vorgesehen, der Wärmeenergie der zu kühlenden hydraulischen
Flüssigkeit hier des Öls an einen Erntegutstrom der Erntemaschine abgibt.
Gemäß dem in 1 gezeigten Ausführungsbeispiel
ist der Wärmetauscher 19 in die Rücklaufleitung 11 eingebaut,
um die im Hydrauliköl entstehende Wärme an das vorbeiströmende Erntegut
abzugeben. Die Rückwand 14 die an dem Querförderer
3 angebracht ist begrenzt einen Förderkanal 20 für den
Erntegutstrom. In diesem Ausführungsbeispiel ist die Rückwand
14, an welcher das Erntegut durch den Aufbereiterrotor 15 angeschleudert
wird und an der Erntegut entlang läuft als Wärmetauscher ausgebildet.
Das bedeutet, dass die hydraulische Flüssigkeit hier das Hydrauliköl in
Strömungsrichtung nach dem Hydromotor 4 an oder durch die Rückwand
14 geleitet wird, bevor sie erneut in den Tank 28 rückgeführt
wird.
2a zeigt einen Schnitt durch einen Teil der in
1 gezeigten Erntemaschine. In 2a
ist die Aushebung 13 zum Ausheben des Querförderers 3 aus
seiner Arbeitsposition in eine erhöhnte Position zu erkennen sowie der Förderkanal
20, durch den der Erntestrom gefördert wird. Entlang der Rückwand
14 verlaufen Kühlrohre 17, die wärmeleitend an der Wand
14 vorgesehen sind.
2b zeigt eine Vergrößerung des Ausschnitts
A. Hier ist die Rückwand 14 mit Sicken 16 versehen, in welchen
die Kühlrohre 17 verlegt sind. Die Größe der Sicken
16 und der Kühlrohre 17 ist so gewählt, dass die Kühlrohre
in die Sicken eingepasst sind, damit eine möglichst große Berührungsfläche
zwischen Sicke 16 und Kühlrohr 17 gegeben ist. Die mit Sicken
16 versehene Rückwand 14 kann nach hinten offen sein, wobei
dann wie in 1 gezeigt ist, die Kühlrohre
17 über Halterungen 21 an der Wand bzw. in den Sicken
16 gehalten werden können. Wie in Zusammenhang mit 1
und 2b deutlich wird, läuft das Hydrauliköl
nach dem Hydromotor 4 über die Rückleitung 11a in die
Leitung 17, die im wärmeleitenden Kontakt mit der Rückwand
14 steht. Die hydaulische Flüssigkeit strömt von einem Ende der
Rückwand 14 in Richtung P bis zum gegenüberliegenden Ende der
Rückwand 14 und wird über ein U-Stück umgelenkt, durchläuft
wiederum die Rückwand 14 und strömt dann über den Leitungsabschnitt
11b zurück zum Tank 28. In 1
ist gezeigt, dass die Kühlrohre 17 derart verlegt sind, dass das Öl
die Rückwand 14 in Längsrichtung einmal hin und zurück durchströmt.
Die Erfindung ist jedoch nicht auf diese Ausführungsform beschränkt, so
dass auch längere Kühlrohre 17 vorgesehen sein können, die
mehrfach hin und zurück in Richtung P oder meanderförmig oder aber in
einem anderen Muster verlaufen.
3a und 3b zeigen eine
weitere Ausführungsform der vorliegenden Erfindung, wobei wie in den
2a und 2b auch die Rückwand
14 als Wärmetauscher 19 ausgebildet ist. Hier wird, wie insbesondere
aus 3b hervorgeht, die Rückwand 14 zumindest
teilweise als flacher Hohlkörper 21 ausgebildet, wobei das rücklaufende
Hydrauliköl die Hohlkörper 21, die in direktem Kontakt mit dem
Erntegutstrom im Förderkanal 20 stehen, durchströmt.
Durch die Hohlkörper 21 bzw. Kanäle 21
kann das Hydrauliköl die Rückwand 14 mehrfach durchströmen,
so dass in dem Hydrauliköl gespeicherte Wärmeenergie an den Erntegutstrom
abgegeben werden kann. Wie auch im Zusammenhang mit den 2b
und 2a beschrieben, kann dann das Hydrauliköl,
das die Rückwand 14 durchströmt hat, über den Leitungsabschnitt
11b erneut den Tank 28 zugeführt werden.
Wie aus 3b hervorgeht, kann das Hydrauliköl
beispielsweise durch einen Hohlkörper bzw. Kanal 20a, der sich in
Pfeilrichtung P durch die Wand 14 erstreckt, geführt werden und am
Ende der Rückwand 14 umgelenkt werden, um in entgegengesetzter Richtung
durch den Kanal 23b geleitet zu werden. Es können auch mehrere Hin-
und Rückkanäle 23a, 23b vorgesehen sein. Die Rückwand
könnte auch vollständig als Hohlkörper ausgebildet sein.
In den Ausführungsbeispielen, die in 1
bis 3 erläutert wurden, wurde die Rückwand
14 als Wärmetauscher ausgebildet, um die in der hydraulischen Flüssigkeit
gespeicherte Wärmeenergie an den Erntegutstrom abzuführen. Je nach Bauart
des Querförderers kann jedoch auch eine andere einen Förderkanal für
den Erntegutstrom bildende Wand zusätzlich oder alternativ als Wärmetauscher
ausgebildet werden, solange diese in Kontakt mit dem Erntegutstrom kommt.
4 zeigt eine weitere Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung, wie aus 4 ersichtlich ist, weist der Aufbereiter
15, der mit seinen Armen 24 vom Mähwerk 2 geschnittenes
Erntegut auf das Förderband 1 schleudert, eine Auswurfhaube
18 auf. Die Auswurfhaube 18 begrenzt den Förderkanal
20 nach oben, derart, dass angeschleuderte Mähschwaden nicht nach
oben weggeschleudert werden, sondern sicher auf dem Förderband 1 zu
liegen kommen. Auch die Auswurfhaube 18 kann ganz oder teilweise als Wärmetauscher
ausgebildet werden, so wie im Zusammenhang mit 2 und
3 beschrieben wurde. In 4 ist die
Auswurfhaube zumindest teilweise als Hohlkörper ausgebildet ist, wobei durch
den Hohlkörper oder die dadurch entstehenden Kanäle 23 Hydraulikflüssigkeit
fließt.
5 zeigt einen Hydraulikplan für die in
1 bis 4 gezeigten Ausführungsformen.
Die hydraulische Flüssigkeit, hier das Hydrauliköl, wird
in dem Tank 28 gespeichert. Die Hydropumpe 6 ist über die
Saugleitung 7 mit dem Tank 28 verbunden. In der Druckleitung
8 ist das Stromregelventil 9 angeordnet, um den Strom der hydraulischen
Flüssigkeit, hier des Hydrauliköls, einzustellen, um die Drehzahl des
Hydromotors 4 zu regeln. Dazu wird eine bestimmte Menge der hydraulischen
Flüssigkeit über die Verbindungsleitung 10 dem Tank
28 rückgeführt. Durch die Drosselwirkung des Stromregelventils,
insbesondere bei gewünschten langsamen Drehzahlen des Antriebsmotors entsteht
eine zusätzliche Erwärmung der hydraulischen Flüssigkeit, welche
eine wirkungsvolle Kühleinrichtung notwendig macht. Der geregelte Ölstrom
kann dann den Hydromotor 4 antreiben. Die hydraulische Flüssigkeit
kann dann über die nur mit geringem Druck beaufschlagte Rücklaufleitung
11a dem Wärmetauscher 19, der hier in der Rücklaufleitung
11 eingebaut ist, zugeführt werden. In dieser Ausführungsform
wird auch die hydraulische Flüssigkeit, die über das Stromregelventil
9 der Verbindungsleitung 10 zugeführt wurde, dem Wärmetauscher
19 zugeführt. Der Wärmetauscher 19 gibt Wärmeenergie
der zu kühlenden hydraulischen Flüssigkeit an den Erntegutstrom der Erntemaschine
ab. Die gekühlte hydraulische Flüssigkeit kann dann über die Leitung
11b in den Tank 28 rückgeleitet werden. Das Sperrventil
12 ist in einer Verbindungsleitung zwischen Druckleitung 8 und
druckarmer Rückleitung 11 vorgesehen. Wie zuvor beschrieben, kann
durch Öffnen des Sperrventils 12 der Strom der hydraulischen Flüssigkeit
kurzgeschlossen werden, wodurch der Hydromotor 4 nicht mehr angetrieben
wird.
In 5 ist der Wärmetauscher
19 in Strömungsrichtung nach der Verbindungsleitung 10 vorgesehen.
Der Wärmetauscher könnte jedoch auch in den Rückleitungsabschnitt
11a vor der Leitung 10 vorgesehen sein.
Bei den vorherigen Ausführungsbeispielen wurde der Wärmetauscher
19 vorteilhafterweise in die druckarme Rückleitung 11 eingebaut.
Es ist jedoch auch möglich, den Wärmetauscher an einer anderen Stelle
des Hydraulikkreislaufs einzufügen. Die Anordnung in der druckarmen Rückleitung
ist jedoch besonders vorteilhaft. Es wäre auch möglich, vom Tank
28 gesonderte Leitungen zu dem Wärmetauscher 19 hin- und
rückzuführen, um hydraulische Flüssigkeit im Tank 28 durch
Abgabe der Wärmeenergie an den Erntestrom zu kühlen.