Die Erfindung betrifft einen Reflektor nach dem Backscatterprinzip
für den Einsatz in HF-Kommunikationssystemen. Reflektoren, der in Betracht
stehenden Art werden beispielsweise als Signalbaken zur Ortung in der Radartechnik
verwendet.
Es sind auch Anwendungen als Transponder in der RFID-Technik bekannt.
Hierbei dienen sie zur Erfassung der Anwesenheit oder Abstandes von Objekten, wobei
durch eine entsprechende Codierung eine eindeutige Zuordnung möglich ist.
Ein derartiger Transponder ist bekannt aus DE
10 2004 062 132 A1.
Als Backscatterprinzip oder modulierte Rückstreuung bezeichnet
man ein Verfahren, bei dem eine nicht modulierte elektromagnetische Welle ausgestrahlt
wird, die der Resonanzfrequenz der Antenne des Reflektors (Transponders) entspricht.
Das reflektierte Signal enthält dabei Daten die durch Veränderung der
Reflexionseigenschaften der Antenne zustande kommen.
Die Reichweite eines solchen Verfahrens wird einerseits durch Frequenzzulassungsbestimmungen
und andererseits durch die Effektivität der verwendeten Antennen und Steuerelemente
begrenzt. In der Regel verwendet man als Modulator des Antennenelementes ein Steuerelement
zur Beeinflussung der Impedanz am Fuße der Antenne. Üblicherweise handelt
es sich dabei um eine Kapazitätsdiode, welche von einem Datengenerator angesteuert
wird und durch Änderung der Fußimpedanz der Antenne, deren Reflexionseigenschaften
verändert.
Der Nachteil dieser Ansteuerung liegt in dem schlechten Modulationsgrad
des reflektierten Signals, welcher durch Fehlanpassung der Fußimpedanz verursacht
wird.
Hiervon ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde einen Reflektor
so auszugestalten, dass ein deutlich verbesserter Modulationsgrad und somit eine
größere Reichweite erreicht wird.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst gemäß
den Ansprüchen 1 und 2.
Gegenüber herkömmlich verwendeten Patchantennen zeichnet
sich der erfindungsgemäße Aufbau dadurch aus, dass der Modulationsgrad
deutlich verbessert wird, indem die Antenne über ein Netzwerk in die Zustände
„ Reflexion „ oder „Nichtreflexion„ geschaltet wird.
Des weiteren wird eine deutliche Verbesserung des S/N-Verhältnisses
durch die Verwendung einer Dual Ton Modulation erreicht. Hierzu werden zur Erzeugung
der binären Ansteuerungssignale zwei Töne unterschiedlicher Frequenz verwendet
um das Netzwerk bzw. die Antennenelemente anzusteuern. Mit dieser quasi digitalen
Art der Ansteuerung der Antenne bekommt das vom Transponder reflektierte Signal
eine Amplitudenmodulation mit einem maximalem Modulationsgrad von 100%. Der Empfang
dieses umgewandelten Signals erfolgt gewöhnlich kohärent und benötigt
einen S/N-Abstand von nicht mehr als 3 dB, was einer Verbesserung von mindestens
9 dB gegenüber einer nicht kohärenten AM-Demodulation entspricht.
Somit tragen beide Maßnahmen zur wesentlichen Vergrößerung
der Reichweite des Empfanges des reflektierten Signals bei.
Das Verfahren kann unabhängig von einer bestimmten Grundfrequenz
verwendet werden, solange das strahlende und reflektierende Medium von Sender und
Reflektor auf eine gemeinsame Wellenlänge abgestimmt sind.
Nachfolgend wird ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung
in Verbindung mit der Zeichnung näher erläutert.
Dabei zeigen:
1 den prinzipiellen Aufbau eines planaren steuerbaren
Antennenelementes
2 die prinzipielle Schaltung des Netzwerkes zur Modulation
der Antennenelemente
3 ein Blockschaltbild zur Darstellung der prinzipiellen
Funktion eines dual tone modulierten Reflektors
In 1 ist veranschaulicht, dass ein Antennenelement
als Sandwich aufgebaut ist. Auf eine Grundplatine (1) wird eine zweite
Platine aufgebracht, bestehend aus zwei Antennenelementen (3), deren geometrischen
Längen zusammen einer effektiven Wellenlänge &lgr;/2 entsprechen und
mit einer Isolation (2) gegenüber der Grundplatine (1) versehen
sind. Zwischen den beiden Antennenelementen ist ein definierter Abstand (d), der
auch zur Bestückung des Netzwerkes zur Ansteuerung der Antennenelemente dient.
2 zeigt die prinzipielle Schaltung des Netzwerkes zur
Modulation der Antennenelemente (P), bestehend aus mindestens einem nichtlinearen
Element (DC) mit kapazitiver Wirkung und einer Kombination aus mindestens einer
Induktivität (L) und ohmschen Widerständen (R) zur Anpassung der Reaktanz.
3 beschreibt beispielhaft die Funktionsweise eines erfindungsgemäßen
Reflektors. Die Antenne ANT empfängt ein Signal mit der Frequenz fo und reflektiert,
solange der &mgr;C keine Daten liefert, mit der gleichen Frequenz fo ein Signal
ohne Information.
Liest der &mgr;C Daten aus dem Speicher PROM, generiert er ein Datenpaket,
mit welchem ein Tongenerator mit den Frequenzsequenzen fs1 und fs2 aktiviert wird.
Dabei entspricht fs1 dem logischen Zustand „1" und fs2 dem logischen zustand
„0". Mit dem auf diese Weise kodierten Signal wird der Modulator MOD angesteuert
und die Antenne ANT entsprechend geschaltet. Das reflektierte Signal enthält
nun die veränderte Frequenz fo + fs1/fs2 und kann von einem entsprechend ausgelegtem
Lesegerät ausgewertet werden.