Die Erfindung betrifft ein Gemisch einer aus 2 Komponenten und Wasser
bestehenden wässrigen Lösung zur Neutralisation der korrodierenden Wirkung
von Meerwasser in Meerwassersystemen.
Bei der Spülung von Filteranlagen, die Aktivkohle und Sand bzw.
Quarzkies enthalten, können erfindungsgemäß auch Filme von Mikroorganismen
wirkungsvoll beseitigt werden und die Füllung der Filter muss nicht nach jeder
Spülung komplett erneuert werden.
Es ist bekannt, dass Trinkwasser zunehmend und weltweit zu einem knappen
Gut wird. Nicht nur Klimaveränderungen tragen dazu bei, dass weite Landstriche
der Erde versteppen und zur Wüste werden, sondern auch das Entstehen von Ballungsräumen
bei prosperierender Industrialisierung z. B. in Asien führt dazu, dass nach
Alternativen gesucht werden muss, an welcher Stelle Trinkwasser sinnvoll durch geeignete
Substitutionslösungen in seinem Verbrauch verringert werden kann.
Damit der Trinkwasser-Verbrauch gesenkt werden kann, unter Beibehaltung
der Lebensqualität der betroffenen Verbraucher, wurde bereits versucht in derartigen
Ballungsräumen, wie Hongkong und Singapore weitgehend entsalztes Meerwasser
als Brauchwasser einzusetzen. Es stellte sich jedoch heraus, dass die zumeist verwendeten
metallischen Rohrleitungen und Armaturen der aggressiven, korrosiven Wirkung von
aufbereitetem Meerwasser mit seinem Salzgehalt nicht lange standhalten und es zu
technisch irreparablen Schäden kommt. Zusätzlich ist es technisch auch
ein Problem bzw. nicht durchführbar, dass die Klärung von Meer-„Brauchwasser"
in den üblicherweise vorhandenen Süßwasserkläranlagen erfolgt.
Die bei Letzterem in einer bestimmten Stufe erforderliche biologische
Abwasserklärung würde zusammenbrechen.
Mit der erfindungsgemäßen Lösung kann ein Beitrag dazu
geleistet werden, dennoch Meerwasser in vorgenannter Art nutzen zu können und
zusätzlich bei Filterspülungen, bei denen Aktivkohle oder ähnliche
Schadstoffe aufnehmende Materialien zum Einsatz kommen, einen verlängerten
Austauschzeitraum vorzusehen.
Diese Nachteile des bekannten Standes der Technik gilt es somit zu
überwinden.
Daher ist es Aufgabe der Erfindung, ein wässriges Gemisch, bestehend
aus mindestens 2 Komponenten und Wasser, derart zur Verfügung zu stellen, dass
in der Kombination bekannter Stoffe und eines für die vorgesehene Anwendung
noch nicht bekannten Stoffes eine Schutzwirkung für metallische Rohrleitungen
und Armaturen auf dem Gebiet des Brauchwasserverbrauches auf der Basis von Meerwasser
erzielt wird sowie auch kostengünstig biologische Ablagerungen in Filteranlagen
der Trinkwasser-Aufbereitung beseitigt werden können.
Dabei soll die Herstellung des Gemisches, durch Einhalten vorgegebener
Mengenverhältnisse, einfach und preislich günstig sein.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe wie folgt gelöst,
wobei hinsichtlich der grundlegenden erfinderischen Gedanken auf den Schutzanspruch
1 verwiesen wird.
Die weitere Ausgestaltung der Erfindung ergibt sich aus dem Schutzanspruch
2.
Zur erfinderischen Lösung sollen weitere Erläuterungen folgen.
Es wurde gefunden, dass der aus dem Stand der Technik bekannte Stoff
Methyl-1-H-Benzotriazol, die chemische Formel lautet C7H7N3,
gemeinsam mit dem Anteil einer Siedesalzsohle NaCl und Wasser beim Zusatz in eine
definierte Menge aufbereiteten Meerwassers – und damit als wässrige
Lösung vorliegend – die korrodierende Wirkung von aufbereitetem Meerwasser
in Meerwassersystemen herabsetzt und damit metallische Rohrleitungen und Armaturen
sowie Filteranlagen technisch länger gebrauchsfähig bleiben.
D. h., die Intervalle für technische Revisionen und Generalinstandsetzungen
der vorgenannten Einrichtungen können in größeren Zeitintervallen
stattfinden, wodurch entsprechend Kostensenkungen erzielt werden.
Es ist denkbar, dass mit dem wässrigen Gemisch von Siedesalzsohle
und Methyl-1-H-Benzotriazol die Aktivkohle-, Sand- bzw. Quarzkiesfüllungen
von Trinkwasserfilteranlagen derart beaufschlagt werden, dass die nach einiger Zeit
sich absetzenden Biofilme von Mikroorganismen gelöst und anschließend
ausgeschwemmt werden.
Eine gewünschte Nachwirkung ist hier, dass die Entwicklungsbedingungen
für Mikroorganismen minimiert werden.
Die Zumischung der vorgenannten Komponenten zu einem anwendungsbereiten
Gemisch ist in den Grenzen nachfolgend genannter Gewichts-%-Angaben denkbar:
Methyl-1-H-Benzotriazol
0,01 bis 0,5%
C7H7N3
Siedesalzsohle Na Cl
5 bis 30%
enthärtetes Wasser
entsprechend Rest bis 100%
Die Erfindung soll demnach anhand eines zweckmäßigen Ausführungsbeispiels
näher erläutert werden.
Das Gemisch enthält dabei folgende Anteile, Angabe in Gewichts-%,
der vorgenannten Komponenten.
Methyl-1-H-Benzotriazol
0,5%
C7H7N3
Siedesalzsohle Na Cl
27%
enthärtetes Wasser
72,5%
Die Vorteile des vorgeschlagenen Gemisches werden darin gesehen:
- – in urbanen Ballungsräumen können knappe Trinkwasser-Ressourcen
eingespart werden (z. B. bei Einsatz in WC-Spülungen und in Badewasseranlagen),
wenn aufbereitetes Meerwasser unter Zusatz des erfinderischen Gemisches eingesetzt
ist.
- – die Korrosion von Metallrohrleitungen wird bei Einsatz von Meerwasser
deutlich reduziert.
- – die Kosten für Reparaturen, Revisionen der Anlagen sinken, da
deren Zeitintervalle gestreckt werden können.
- – Filteranlagen mit Aktivkohle-, Sand- und Quarzkiesbefüllungen
können längere Zeit mit einer Füllung in Gebrauch bleiben, da die
Entwicklungsbedingungen für Mikroorganismen gehemmt werden.