Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Entfernen von Flüssigkeiten
von der Oberfläche eines bewegten Bandes. Derartige Vorrichtungen finden insbesondere
bei Bandbearbeitungsmaschinen, wie beispielsweise Walzgerüsten, Anwendung.
Bei Bandbearbeitungsprozessen ist es üblich, Schmiermittel auf
das Band aufzubringen, um z.B. während des Walzvorgangs den Verformungsprozess
zu unterstützen und um Umformwärme und Bandflitter abzuführen. Reste
dieser Schmiermittel bleiben nach dem Walzvorgang als Rückstände auf dem
Band haften. Werden diese Reste nicht vor dem Aufhaspeln des Bandes zu einem Bandbund
entfernt, so bilden sie zwischen den einzelnen Wicklungen einen Schmierfilm, der
ein unerwünschtes Verschieben der einzelnen Wicklungen in Haspelachsrichtung
herbeiführen kann. Außerdem dürfen für die Weiterbehandlung
der Bänder nur sehr geringe Reste der vorher verwendeten Flüssigkeiten
auf der Bandoberfläche vorhanden sein.
Zur Zeit werden die Flüssigkeiten von der Oberfläche des
Bandes durch eine der nachfolgenden Maßnahmen entfernt: Abquetschen mit Metall-,
Gummi-, Kunststoff- oder Vliesstoffrollen, Abstreifen mit Hilfe von Abstreifern
nach der Art einer Gummilippe, Abblasen mit Hilfe eines Luftstroms und Absaugen
mit Hilfe von Unterdruck. Häufig begrenzt dabei die Art des Entfernens der
Schmiermittelreste die Laufgeschwindigkeit des Bandes. Die Bänder werden mit
geringeren Bandgeschwindigkeiten gefahren, als eigentlich möglich, um durch
eine längere Verweilzeit in der Vorrichtung zum Entfernen von Flüssigkeiten
möglichst viel Flüssigkeit zu entfernen.
DE 195 19 544 C2 beschreibt beispielsweise
eine Vorrichtung, bei der zur Reinigung der Bandoberfläche ein Gasstrahl auf
das Band geblasen wird. Das Gas wird mit hoher Strömungsgeschwindigkeit über
das Band geleitet. Ziel ist es, mittels eines Massenimpulses die Flüssigkeitsmengen
von der Oberfläche des zu reinigenden Bandes abzutransportieren. Eine ähnliche
Vorrichtung wird in EP 0 513 632 B1
beschrieben, bei der der Gasstrahl beim Verlassen der Düse eine Austrittsgeschwindigkeit
von 0,3 bis 2 Mach aufweist und in einem Winkel von 45° bis 90° auf die
Oberfläche des Bandes geblasen wird. Derartige Vorrichtungen sind sehr energieaufwendig.
Die hohen Strömungsgeschwindigkeiten führen zudem zu einer hohen Lärmbelästigung.
Vor diesem Hintergrund liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine
Vorrichtung zum Entfernen von Flüssigkeiten von der Oberfläche eines bewegten
Bandes vorzuschlagen, die mit einfachen Mitteln ein effizientes Entfernen der Flüssigkeit
ermöglicht.
Diese Aufgabe wird durch den Gegenstand des Anspruchs 1 gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen wiedergegeben.
Die Erfindung geht von der einen Erkenntnis aus, dass das Kernproblem
des Entfernens von Flüssigkeiten von der Oberfläche eines Bandes in den
Adhäsionskräften liegt und dass diese Adhäsionskräfte überwunden
werden können, indem die Flüssigkeit derart anregt wird, dass sie schwingt.
Durch ihre Schwingung löst sich die Flüssigkeit von der Oberfläche
des Bandes und kann gut abgetragen werden, beispielsweise durch Absaugen mittels
Unterdruck, Abblasen oder Abstreifen mittels eines Abstreifers. Für die Techniken
zum Entfernen der von der Oberfläche gelösten Flüssigkeit kann die
Erfindung somit auf die aus dem Stand der Technik bekannten Techniken zurückgreifen.
Grundgedanke der Erfindung ist es, die Flüssigkeit anzuregen, um dadurch weitere
Schritte zum Entfernen der Flüssigkeit zu vereinfachen. Je nach Art der Anregung
kann sogar auf nachfolgende Schritte verzichtet werden, beispielsweise wenn die
Anregung nach dem Prinzip der Sonoluminiszenz erfolgt.
Als Schwingung der Flüssigkeit sind langzeitige Schwingungen,
so genannte periodische Schwingungen, aber auch kurzzeitige, so genannte transiente,
Schwingungen geeignet. Die kurzzeitigen (transienten) Schwingungen können periodisch
wiederholt werden, aber auch nur einmal aufgebracht werden, beispielsweise in Form
eines sogenannten "Schwingungs-Burst". Ferner sind als Schwingungen sowohl lineare
als auch nicht-lineare Schwingungen geeignet. Eine nicht-lineare Schwingung kann
beispielsweise durch Explosionswellen (auch Detonationswellen) erzeugt werden. Als
lineare Schwingung wird insbesondere eine solche angesehen, die mittels einer Fourier-Analyse
in periodische Komponenten zerlegt werden kann. Für eine lineare Schwingung
gilt insbesondere das Superpositions-Prinzip.
Das Anregen der Flüssigkeit erfolgt vorzugsweise derart, dass
zusammenhängende Flüssigkeitsbereiche, beispielsweise ein Flüssigkeitsfilm,
vollständig zu einer Schwingung angeregt werden. Dabei kann die Anregung und
die weitere Behandlung des Films, beispielsweise durch die Art des Abblasens/Absaugens
in einer bevorzugt laminaren Strömung, derart erfolgen, dass der Flüssigkeitsfilm
erhalten bleibt oder zumindest nur in große Teile geteilt wird, beispielsweise
Teile mit einer Ausdehnung von mindestens der 2fachen Filmdicke, besonders bevorzugt
Teile mit deutlich größerer Ausdehnung, wie beispielsweise dem 3 bis mindestens
10fachen der Filmdicke. In einer bevorzugten Ausführungsform wird eine Anregung
eingestellt, die die Bildung von Flüssigkeitsaerosolen verhindert. Dadurch
kann erreicht werden, dass die abgesaugte oder abgeblasene Flüssigkeit, beispielsweise
in Form großer flächiger Teile oder kugeliger Teile einfach
rückgewonnen werden kann. Dadurch wird der auch außerhalb dieser bevorzugten
Ausführungsform durch das Verfahren möglich gemachte Vorteil der Rückgewinnung
teuerer Flüssigkeiten, beispielsweise von Ölen in Walzwerken, besonders
einfach erreicht.
Diese Erfindung findet insbesondere für das Entfernen von Flüssigkeiten
bei bewegten Bändern Anwendung und hier insbesondere in Walzstraßen. Der
erfindungsgemäße Grundgedanke kann jedoch auch auf stehende Bandoberflächen
angewandt werden. Die zu entfernende Flüssigkeit ist insbesondere ein Öl
oder eine Emulsion, die beim Walzvorgang als Kühl- und/oder Schmiermittel auf
das Band aufgebracht wurde. Besonders bevorzugt wird die Erfindung beim Ablösen
von Flüssigkeitsfilmen eingesetzt, die nahezu die volle Bandbreite einnehmen,
da sich das Verfahren dazu eignet, diese großflächigen Flüssigkeitsfilme
effizient vom Band abzulösen.
Die Erfindung findet besonders guten Einsatz bei abzulösenden
Filmdicken von mindestens 1,5 &mgr;m und kann auch bei abzulösenden Filmdicken
von 100 &mgr;m und deutlich mehr sehr vorteilhaft eingesetzt werden. Bezüglich
der Dicke der abzulösenden Schichtdicke werden der Erfindung lediglich durch
die derzeit wirtschaftlich lieferbaren Schwingungserzeuger Grenzen gesetzt. Es ist
jedoch zu erwarten, dass mit Verbesserungen in der Schwingungserzeuger-Technik auch
weitere Einsatzgebiete für die Erfindung erschlossen werden. Besonders bevorzugt
wird der Flüssigkeitsfilm vollständig von einem Band abgelöst. Aber
auch eine teilweise Ablösung des Films, beispielsweise eine Reduktion der Filmschichtdicke
auf 0,15 &mgr;m stellt eine zweckmäßige Abwägung zwischen maschinellen
Aufwand und gewünschtem Ergebnis dar, die die Erfindung ermöglicht.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung zum Entfernen von Flüssigkeiten
von der Oberfläche eines Bandes weist zumindest einen als Stoßwellengenerator
ausgebildeten Schwingungserzeuger auf, der derart ausgebildet und angeordnet ist,
dass er in der Flüssigkeit oder in einem die Flüssigkeit kontaktierenden
Fluid oder Körper Schwingungen anregen kann. Neben dem Stoßwellengenerator
können weitere Schwingungserzeuger vorgesehen sein, die ebenfalls in der Flüssigkeit
oder in einem die Flüssigkeit kontaktierenden Fluid oder Körper Schwingungen
anregen können.
Als Stoßwellengenerator wird im Zusammenhang dieser Erfindung
grundsätzliche jede Vorrichtung verstanden, die in der Lage ist, eine Stoßwelle
in einem gasförmigen, flüssigen oder festen Medium zu erzeugen. Beispielsweise
kann als Stoßwellengenerator eine elektromagnetische Impulsschallquelle verwendet
werden. Diese kann beispielsweise eine einlagige Flachspule und eine davorliegende
Metallmembran aufweisen, beispielsweise eine einlagigen Flachspule aus Kupferlackdraht
auf einem schallharten Träger und eine davorliegende Kupfermembran aufweisen.
Zwischen der Flachspule und der Membran kann beispielsweise eine dünne Isolierfolie
vorgesehen sein. Entlädt man nun einen angeschlossenen Kondensator durch eine
getriggerte Funkenstrecke sehr rasch über die Flachspule, dann werden in der
Metallmembran nach der Lenzschen Regel entgegengesetzt gerichtete Ströme induziert,
die zur Abstoßung von Spule und Membran führen. Der auf diese Weise erzeugte
und in das umgebende Medium abgestrahlte Druckpuls ist proportional zum Quadrat
der Entladestromstärke.
Die Anregung der Flüssigkeit erfolgt insbesondere derart, dass
die Flüssigkeit über einen längeren Zeitraum schwingt, beispielsweise
während des Durchlaufens der zum Entfernen vorgesehenen Vorrichtung.
In einer bevorzugten Ausführungsform wird die Flüssigkeit
derart angeregt, dass sie mit ihrer Resonanzfrequenz oder einer Subharmonischen
ihrer Haupt-Resonanzfrequenz schwingt. Hierdurch wird der Ablösungseffekt von
der Oberfläche des Bandes besonders gut erreicht. Insbesondere bevorzugt wird
eine zusammenhängende Flüssigkeit, beispielsweise ein Film, zu einer Dickenresonanz
angeregt. Dies wird besonders bevorzugt dadurch erreicht, wenn die Wellenlänge
der Anregungsschwingung in einem Trägerfluid, beispielsweise Luft, das 2- bis
4fache der Filmdicke aufweist.
Die Schwingung der Flüssigkeit kann durch verschiedene Methoden
erreicht werden. Zum einen kann ein schwingender Körper bzw. ein schwingendes
Fluid Schwingungen (Anregungsschwingung) auf die Flüssigkeit übertragen
und die Flüssigkeit dadurch anregen. Die Flüssigkeit kann jedoch beispielsweise
auch berührungslos indirekt durch elektromagnetische Ultraschallgeber oder
direkt durch Laser induzierten Ultraschall angeregt werden.
In einer bevorzugten Ausführungsform wird die Flüssigkeit
zumindest teilweise durch einen über die Flüssigkeit strömenden Fluidstrom
als Trägermedium für eine Anregungsschwingung angeregt. Hierzu können
Vorrichtungen, wie sie aus EP 0 513 632 B1
oder DE 195 19 544 C2 bekannt sind,
verwendet werden, wobei diese Vorrichtungen durch einen Schallwellenerzeuger ergänzt
werden, der Schallwellen in den aus den Düsen ausgebrachten Fluidstrom einbringt.
Derartige Schallwellenerzeuger können beispielsweise Lautsprecher oder piezoelektrische
Materialien sein. Der Fluidstrom kann in Richtung der Bandlaufrichtung oder ihr
entgegen sowie im Winkel zur Bandlaufrichtung ausgerichtet sein.
In einer bevorzugten Ausführungsform breitet sich die in den
Fluidstrom eingebrachte Anregungsschwingung senkrecht zur Strömungsrichtung
des Fluidstroms aus. Hierdurch wird eine besonders effektive Anregung der Flüssigkeit
durch die Anregungsschwingung erreicht. Dabei sollte in einer bevorzugten Ausführungsform
die Einstrahlrichtung des Ultraschalls so gewählt werden, dass die Richtung
der resultierenden Schwingung des Fluids nach Superposition von Ultraschall- und
Fluidgeschwindigkeit senkrecht zur Strömungsrichtung des Fluidstroms ist.
Bevorzugt strömt der Fluidstrom laminar über die Flüssigkeit.
Hierdurch wird erreicht, dass die Anregungsschwingung die Flüssigkeit gut anregen
kann und die Anregung nicht durch überlagerte, turbulenzbedingte Schwingungen
oder Impulse beeinträchtigt wird. Eine laminare Strömung des Fluidstroms
verhindert zudem, dass ein Flüssigkeitsfilm in je nach Anwendung unerwünschte
Aeorosole zerstäubt wird. Vorrichtungen zum Erzeugen einer laminaren Strömung
auf einem bewegten Band können beispielsweise das aerodynamische Paradoxon
ausnutzen, wie es in DE 199 23 949 A1
beschrieben wird, auf die für das Verfahren und die Vorrichtung zum Erzeugen
eines laminar über die Flüssigkeit strömenden Fluidstroms ausdrücklich
Bezug genommen wird und deren diesbezügliche Offenbarung als Teil dieser Beschreibung
verstanden wird.
Als Fluid wird insbesondere Luft eingesetzt. Der Einsatz anderer Gase
oder Flüssigkeiten ist jedoch ebenfalls denkbar, insbesondere der Einsatz von
sauerstofffreien Gasen, um eine Oxidation eines metallischen Bandes zu vermeiden.
Anstelle die Anregung der Flüssigkeit über eine freie Oberfläche
der Flüssigkeit zu bewirken, kann die Anregung ergänzend oder alternativ
auch über mit der Flüssigkeit in Kontakt stehende Festkörper erfolgen.
Insbesondere bevorzugt wird die Flüssigkeit durch eine Schwingungsbewegung
des Bandes angeregt. Hierzu wird das Band gezielt in Schwingung versetzt. Dies kann
über unmittelbar auf das Band einwirkende Elemente wie piezoelektrische Anreger
oder beispielsweise durch Stöße erfolgen. Das Band kann jedoch auch kontaktlos
angeregt werden, beispielsweise unter Ausnutzung von magnetischen Ultraschallgebern,
so genannten EMATs (electromagnetic-acoustic-transducers).
Ebenso wie das Band zur Anregung der Flüssigkeit berührungslos
angeregt werden kann, kann auch die Flüssigkeit selbst berührungslos angeregt
werden, beispielsweise durch laserinduzierten Ultraschall.
Ergänzend oder alternativ kann gemäß einem weiteren
Grundgedanken der Erfindung bei einem Verfahren zum Entfernen von Flüssigkeiten
von der Oberfläche eines Bandes die Flüssigkeit unter Ausnutzung von Kavitation,
vorzugsweise des Sonoluminiszenz-Effekts von der Oberfläche des Bands gelöst,
insbesondere verdampft werden.
Unter Sonoluminiszenz versteht man das Phänomen, dass eine Flüssigkeit
unter starkem Schalldruck ultrakurze, hochenergetische Lichtblitze aussenden kann.
Ursache des Phänomens sind Kavitationen, die unter Ultraschall geeigneter Intensität
in der Flüssigkeit entstehen können. Es entstehen in einem andauernden
Prozess neue Hohlräume, die anschließend wieder kollabieren. Beim Kollaps
dieser Hohlräume kann ein kurzer Lichtblitz entstehen. Die Temperatur innerhalb
der Kavitation kann dabei mehrere Millionen Grad Celsius erreichen. Diese Temperaturen
können dazu verwendet werden, die zu entfernende Flüssigkeit zu verdampfen.
Die erfindungsgemäßen Vorteile werden aber auch schon unter Ausnutzung
einer Kavitation erreicht, die nicht den Sonoluminiszenz-Effekt hervorruft.
Ergänzend oder alternativ kann bei einem Verfahren zum Entfernen
von Flüssigkeiten von der Oberfläche eines Bandes ein laminarer Fluidstrom
über die Flüssigkeit geführt werden. Bereits der Einsatz eines laminaren
Fluidstroms, der die Flüssigkeit nicht anregt, weist eine gute Mitnahme von
Flüssigkeitspartikeln auf, so dass ein effizientes Entfernen ermöglicht
wird. Vorrichtungen zum Erzeugen einer laminaren Strömung auf einem bewegten
Band können beispielsweise das aerodynamische Paradoxon ausnutzen, wie es in
DE 199 23 949 A1 beschrieben wird,
auf die für das Verfahren und die Vorrichtung zum Erzeugen eines laminar über
die Flüssigkeit strömenden Fluidstroms ausdrücklich Bezug genommen
wird und deren diesbezügliche Offenbarung als Teil dieser Beschreibung verstanden
wird.
Als Teil eines Verfahrens zum Entfernen von Flüssigkeiten kann
eine Regelung vorgesehen sein, mit der die Frequenz eingestellt wird, mit der die
Flüssigkeit schwingt. Dies erfolgt insbesondere über die Einstellung der
Frequenz der Anregungsschwingung. Eingangsparameter für die Regelung können
die Materialeigenschaften der Flüssigkeit, des Fluids und des Bandes sein,
sowie die – gemessene – Filmdicke der zu entfernenden Flüssigkeit,
die Bandgeschwindigkeit, die Temperatur und möglicherweise der Abquetschdruck
vorgelagerter Quetschwalzen oder Abstreifer.
Die Strömungsgeschwindigkeit und die durch den Schwingungserzeuger
eingebrachte Energie sowie die Frequenz der von dem Schwingungserzeuger ausgesandten
Welle werden vorzugsweise aufeinander abgestimmt. Insbesondere bevorzugt wird die
eingebrachte Energie derart groß gewählt, dass die Strömungsgeschwindigkeit
so gering eingestellt werden kann, dass eine laminare Strömung erzeugt
wird. Beispielsweise kann beim Fluid Luft eine eingebrachte Leistung von über
20 W/mm2, insbesondere von über 80 W/mm2, und eine Frequenz
von über 500 kHz, insbesondere bevorzugt von über 1 MHz, beispielsweise
80 bis 800 MHz, eingestellt werden. Die Strömungsgeschwindigkeit wird dann
vorzugsweise so eingestellt, dass eine Reynolds-Zahl (Re) von weniger als 1 000
000 erzielt wird, insbesondere bevorzugt ein Re von um 2000. Gleichzeitig wird besonders
bevorzugt eine Mach-Zahl von weniger als 0,3, insbesondere bevorzugt von weniger
als 0,2 eingestellt.
Vorzugsweise werden Abhängig vom Aufbau der Vorrichtung die Strömungsgeschwindigkeit
und die durch den Schwingungserzeuger eingebrachte Energie sowie die Frequenz der
von dem Schwingungserzeuger ausgesandten Welle derart aufeinander abgestimmt, dass
ein Flüssigkeitsfilm in Teile zerteilt werden, die nur über eine gewisse
Strecke, vorzugsweise die Bandbreite, von einem überströmenden Fluidstrom
getragen werden. Dadurch kann erreicht werden, dass die Flüssigkeit von dem
Band abgehoben wird, aber – eine entsprechende Strömungsrichtung des
Fluidstroms vorausgesetzt – jenseits des Bandes, beispielsweise im Bandkantenbereich
oder bei nach innen weisendem Fluidstrom an einer Sammelstelle oberhalb der Bandmitte,
wieder aus dem Fluidstrom herausfällt. Mit einer solchen Durchführung
des Verfahrens wird verhindert, dass die abgelöste Flüssigkeit in eine
Absauganlage gerät und dort zurückgewonnen werden muss. In anderen Ausführungsformen
kann es jedoch zur Rückgewinnung der Flüssigkeit gerade von Vorteil sein,
diese in die Absauganlage abzuführen, wenn die Absauganlage für die Rückgewinnung
der Flüssigkeit ausgebildet wird.
Vorzugsweise weist die Vorrichtung eine Blasdüse und einen Schallwellenerzeuger
auf, der Schallwellen in das von der Blasdüse aufgebrachte Fluid einbringt.
Dabei kann der Schallwellenerzeuger vor oder hinter der Blasdüse angeordnet
sein. Als Blasdüse wird dabei jegliches Element verstanden, aus dem ein Fluidstrom
austritt. Ergänzend oder alternativ kann die erfindungsgemäße Vorrichtung
einen Schallwellenerzeuger aufweisen, der Schallwellen in das Band einbringt. Ebenso
kann der Schwingungserzeuger ein Schallwellenerzeuger sein, der Schwingungen unmittelbar
in der Flüssigkeit selbst erzeugt, beispielsweise ein laserinduziertes Ultraschallsystem.
Die erzeugte Schwingung des Fluids oder die Anregungsschwingung haben
vorzugsweise eine Frequenz im Ultraschallbereich.
Die Vorrichtung weist insbesondere bevorzugt einen Stoßwellengenerator
für Luft-Ultraschall auf. In einer bevorzugten Ausführungsform ist der
oder einer der Schwingungserzeuger als Lautsprecher, piezoelektrischer Schallwandler,
magnetischer Ultraschallgeber, EMAT oder als Laser für laser-induzierten Ultraschall
ausgebildet.
Nachfolgend wird die Erfindung anhand einer lediglich Ausführungsbeispiele
darstellenden Zeichnung näher erläutert. Darin zeigen
1 die erfindungsgemäße Vorrichtung in ihrem
Grundaufbau in einer schematischen Seitenansicht,
2 die in 1 dargestellte
Vorrichtung in einer zweiten schematischen Seitenansicht,
3 eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Vorrichtung in einer schematischen Seitenansicht,
4 eine zweite Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Vorrichtung in einer schematischen Seitenansicht,
5 eine dritte Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Vorrichtung in einer schematischen Seitenansicht,
6 eine vierte Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Vorrichtung in einer schematischen Seitenansicht,
7 die Ausführungsform nach 6
in einer schematischen Draufsicht,
8 eine fünfte Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Vorrichtung in einer schematischen Draufsicht,
9 die Ausführungsform nach 8
in einer schematischen Seitenansicht,
10 eine sechste Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Vorrichtung in einer schematischen Seitenansicht,
11 die Ausführungsform gemäß
10 in einer schematischen Draufsicht,
12 eine siebte Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Vorrichtung in einer schematischen Seitenansicht und
13 eine achte Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Vorrichtung in einer schematischen Seitenansicht.
1 zeigt ein bewegtes Band 1, auf dessen Ober-
und Unterseite eine Flüssigkeit 2, beispielsweise ein Schmiermittel,
anhaftet. Oberhalb und unterhalb des Bandes 1 ist jeweils
ein Schallkopf 3 in Form eines Stoßwellengenerators angebracht. Durch
nicht dargestellte Blasdüsen wird jeweils ein Luftstrom 4 zwischen
der freien Oberfläche der Flüssigkeit 2 und dem Schallkopf
3 erzeugt. Die Richtungspfeile A zeigen an, dass der Luftstrom
4 sowohl mit als auch entgegen der Bandlaufrichtung gerichtet sein kann.
2 zeigt, dass die oberhalb des Bands 1 angeordneten
Schallköpfe 3 derart nebeneinander angeordnet sind, dass sich Schallköpfe
über die gesamte Bandbreite B erstrecken.
Zum Entfernen der Flüssigkeit 2 von der Oberfläche
des Bandes 1 werden von den Schallköpfen 3 Schallwellen in
den Luftstrom 4 ausgesandt. Hierdurch wird der Luftstrom 4 zu
einer Schwingung angeregt. Der Luftstrom 4 überträgt diese Anregungsschwingung
auf die Flüssigkeit 2 und regt diese zu einer Schwingung an. Dabei
ist die Anregungsschwingung derart gewählt, dass sie die Flüssigkeit vorzugsweise
zu einer Schwingung mit der Resonanzfrequenz der Flüssigkeit anregt. Durch
die Schwingung wird die Flüssigkeit derart bewegt, dass die Adhäsionskräfte,
die die Flüssigkeit an der Bandoberfläche halten, zumindest teilweise
überwunden werden. Die derart "gelöste" Flüssigkeit 2 wird
durch den Luftstrom 4 abgetragen und damit vom Band entfernt.
In den 3 bis 5
ist dargestellt, dass der Luftstrom 4 durch Begrenzungskörper
5 gezielt auf die Bandoberfläche bzw. von der Bandoberfläche
fort gelenkt werden kann.
Während die 1 bis 5
einen Luftstrom 4 zeigen, der im Wesentlichen in Bandlaufrichtung bzw.
der Bandlaufrichtung entgegengesetzt gerichtet ist, ist der Luftstrom
4 in den Ausführungsformen der 6 bis
9 senkrecht zur Bandlaufrichtung gerichtet. Bei der
Ausführungsform der 6 und 7
wird dies erreicht, indem der Luftstrom 4 in der Bandmitte M zwischen den
bezüglich der Bandmitte M symmetrisch angeordneten Schallköpfen
3 eingeblasen wird und am Bandkantenbereich abgesaugt wird.
Indem die Schallköpfe 3 und die Blasdüsen
6 senkrecht zur Bandlaufrichtung A abwechselnd und als Reihe im Winkel
zur Bandlaufrichtung A angeordnet werden, wie in 8
dargestellt, kann ebenfalls eine zur Bandkante gerichtete Luftströmung erzeugt
werden. Zur besseren Führung der Luftströmung kann, wie in 9
dargestellt, vor und/oder nach der Gruppe der Schallköpfe 3 und der
Gruppe der Blasdüsen 6 eine Dichtlippe 7 angeordnet sein.
In der Ausführungsform der 10 und
11 werden zwei Luftströme 4 aufeinander
zugeführt und zwischen zwei Gruppen von Schallköpfen 3 abgesaugt.
Dabei können die Schallköpfe 3a eine Anregungsschwingung mit
höherer Frequenz erzeugen als die Schallköpfe 3b der
11 oder umgekehrt.
Die 12 und 13
zeigen Ausführungsformen, bei denen die erfindungsgemäße Vorrichtung
mit herkömmlichen Quetschwalzen 8 zusammenwirkt. Die Quetschwalzen
8 sind in Bandlaufrichtung A vor der Luftstromführung 4 der
erfindungsgemäßen Vorrichtung angeordnet. Auf diese Weise kann durch die
Quetschrollen 8 bereits ein erster Teil der zu entfernenden Flüssigkeit
von dem Band entfernt werden, während durch die erfindungsgemäße
Vorrichtung der verbleibende Flüssigkeitsrest vom Band entfernt wird.