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Dokumentenidentifikation DE202007009736U1 18.10.2007
Titel Trittschutzprotektorensystem für Pferdebeine
Anmelder Muth, Holger, 35117 Münchhausen, DE
DE-Aktenzeichen 202007009736
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 18.10.2007
Registration date 13.09.2007
Application date from patent application 12.07.2007
IPC-Hauptklasse A01L 3/06(2006.01)A, F, I, 20070712, B, H, DE

Beschreibung[de]

Für den Schutz von Pferdebeinen gibt es eine Vielzahl von Protektoren für Bein und Huf, auch Garmaschen und Hufschuh genannt. Sie sind für eine Reihe von Ansprüchen speziell ausgelegt und angepasst, zum Beispiel für den Transport oder Springsport.

Die moderne artgerechte Pferdehaltung, nämlich eine Gruppen- oder Herdenhaltung, hat grundsätzlich das Problem neue hinzukommende Pferde zu integrieren. Da Pferdeherden eine strenge Rangordnung haben und diese in Rangordnungskämpfen herstellen müssen, besteht in dieser Phase eine erhebliche Verletzungsgefahr. Die häufigsten und schwersten Verletzungen treten an den Beinen der Pferde auf. Sie entstehen durch gegenseitige Tritte. Ein speziell darauf abgestimmtes Protektorensystem gibt es noch nicht.

Ein weiterer Einsatzbereich ist die Pferdezucht. Beim Natursprung können so die Hengstbeine vor austeilenden Schlägen der Stuten geschützt werden.

Um einen wirkungsvollen Schutz zu erzielen, muss sowohl das Pferdebein als auch der Huf, der die Schläge austeilt, bedacht werden.

Das Pferdebein – Vorder- wie Hinterbein – kann mit einem speziellen Protektor geschützt werden. Er reicht vom unteren Rand des Hufes (Boden) bis maximal über das Buggelenk bzw. über das Knie des Pferdes, alternativ kann er auch im Bereich zwischen Kronenrand und Fesselgelenk beginnen. Der Beinprotektor muss Verstärkungen im Knochen- und Gelenkbereich haben. Sie umhüllen vorzugsweise das komplette Bein. Die Verstärkungen sind so auszuführen, dass sie wirkungsvoll den Trittimpuls absorbieren aber gleichzeitig das Pferd nicht zu stark in seiner Beweglichkeit einschränken. Die Gelenkbereiche müssen beweglich sein. Dies kann durch gezielte Ein- und Ausschnitte im Gelenkbereich erreicht werden. Die entstehenden Lücken werden durch einseitig befestigte Schalen oder ähnliches abgedeckt. Eine weitere Möglichkeit sind übereinander gleitende Formteile, die im Gelenkdrehpunkt miteinander beweglich verbunden sind. Außerdem sollte ein hoher Tragekomfort eine möglichst lange Tragedauer gewährleisten. Die Öffnung zum Anlegen ist auf der Tritt abgewandten Seite zu platzieren, also zur Pferdemitte hin. Der Beinprotektor kann auch ohne Hufteil verwendet werden.

Der Protektor für den Pferdehuf muss die Tritte abdämpfen und gleichzeitig auch den Huf vor Tritten schützen. Er darf keine Kanten o.ä. haben, die ein neues Verletzungsrisiko darstellen konnten. Er umschließt je nach Ausführung des Beinprotektors den kompletten Huf oder aber stellt lediglich eine Bodenplatte dar. Außerdem sollte er eine, in gewissen Grenzen flexible Weite haben so dass er bei verschiedenen Pferden und Hufgrößen eingesetzt werden kann und auch auf einen mit Hufeisen versehenen Huf passt. Um dies zu erreichen ist die Bodenplatte nicht vollflächig sondern hat die Form eines Hufeisens, nämlich hinten und in der Mitte offen. Sie ist aus einem flexiblen Material gefertigt, um eine individuelle Größenanpassung zu ermöglichen. Alternativ kann die Bodenplatte auch vollflächig sein. Eine Größenanpassung ist hier durch einfügen von Einlagen an der Hufsohle und/oder Hufseiten, oder aber durch den Austausch des Hufprotektors bzw. der Bodenplatte möglich. Die Unterseite besteht aus einem stoßabsorbierenden und abriebfesten Material, alle Kanten sind abgerundet. Durch Abnutzung dürfen keine neuen Kanten entstehen. Eine austauschbare stoßabsorbierende Bodenplatte, die auf einen Grundträger vorzugsweise aufgeschraubt oder mittels Klettverschluss angebracht wird, kann die Nutzungsdauer des Hufschuhs um ein Vielfaches erhöhen. Um einen möglichst guten Halt der Protektoren zu erzielen und um die Schutzwirkung zu erhöhen, können Huf- und Beinprotektoren mittels Klett-, Reißverschluss oder einer Verschnallung verbunden werden. So wird das Abstreifen der Hufprotektoren vermieden.

Eine weitere Möglichkeit ist das Fertigen in einem Stück, d.h. Bein- und Hufprotektor werden zusammenhängend gefertigt.


Anspruch[de]
Trittschutzprotektorensystem für Pferdebeine, bestehend aus einem Bein- und einem Hufprotektor, dadurch gekennzeichnet, dass der Beinprotektor für Vorder- und Hinterbein, eine schlagabsorbierende Oberfläche und/oder Einlage im Gelenk und Knochenbereich hat. Die schlagabsorbierende Oberfläche und/oder Einlage umhüllt das Pferdebein vorzugsweise von 4 Seiten. Die Öffnung zum Anlegen zeigt vorzugsweise jeweils in Richtung Pferdemitte. Der Beinprotektor ist so auszuführen, dass er die Impulsenergie eines Pferdetrittes ausreichend, im Sinne der Erfindung, absorbieren kann. Er reicht vorzugsweise vom Boden bis maximal über das Buggelenk bzw. über das Knie des Pferdes, oder aber mindestens ab Fesselbein bis über das Vorderfußwurzelgelenk bzw. Sprunggelenk. Die Gelenkbereiche sind beweglich. Dies wird vorzugsweise durch gezielte Ein- und Ausschnitte zum jeweiligen Gelenkdrehpunkt hin erreicht. Die entstehenden Lücken werden vorzugsweise durch einseitig befestigte Schalen oder ähnliches abgedeckt. Eine weitere Möglichkeit sind vorzugsweise übereinander gleitende Formteile, die im Gelenkdrehpunkt miteinander beweglich verbunden sind. Trittschutzprotektorensystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Beinprotektor vorzugsweise aus mehreren Materiallagen aufgebaut ist. Er kann aber auch aus einer Lage gefertigt sein. Trittschutzprotektorensystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Beinprotektor auch ohne Hufprotektor verwendet werden kann. Trittschutzprotektorensystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Hufprotektor, je nach Ausführung und Länge des Beinprotektors, den kompletten Huf mittels eines vorzugsweise flexiblen und Trittimpuls absorbierenden Materials umschließt, oder aber lediglich eine Bodenplatte darstellt. Die Öffnung zum Anlegen zeigt vorzugsweise jeweils in Richtung Pferdemitte. Trittschutzprotektorensystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Hufprotektor eine in der Weite flexible Bodenplatte in Hufeisenform in einer Breite von 1-4 cm, oder alternativ eine vollflächige Bodenplatte hat/ist. Trittschutzprotektorensystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bodenplatte vorzugsweise mit einer ca. 0,5-2 cm starken, stoßabsorbierenden und abriebfesten Lage beschichtet ist. Die Beschichtung kann mit Hilfe einer geeigneten Befestigung, z.B. Klettverschluss oder Verschraubung, ausgetauscht werden, oder ist alternativ fest verbunden. Die Bodenplatte kann auch aus einem Material, also aus einer Lage gefertigt sein. Trittschutzprotektorensystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Huf- und Beinprotektoren vorzugsweise mittels Klett-, Reisverschluss oder einer Verschnallung verbunden sind, oder alternativ in einem Stück gefertigt werden können. Trittschutzprotektorensystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Größenanpassung des Hufprotektors an den Huf, durch eine in der Weite flexible Bodenplatte möglich ist, oder aber mittels Einlagen an Hufunterseite und/oder Hufseiten an die jeweilige Hufgröße angepasst werden kann, alternativ kann auch der Hufprotektor austauschbar sein. Trittschutzprotektorensystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Hufprotektor keine scharfen Kanten aufweißt, und durch die Nutzung keine neuen entstehen.






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