Technischer Bereich
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer
Sohle für Schuhe zusammengesetzt aus einer Laufsohle gebildet aus vulkanisiertem
Kautschuk verbunden mit einer Polyurethanmittelsohle.
Stand der Technik
Die vorliegende Erfindung betrifft auch die Verwendung einer speziellen
Mischung für den vulkanisierbaren Kautschuk, die geeignet ist, sich sehr fest
mit dem Polyurethan zu vereinen.
Die beim Koppeln von vulkanisiertem Kautschuk und Polyurethan auftretenden
Probleme sind aus dem Stand der Technik bekannt.
Die beiden Materialien, zumindest die bisher verwendeten, sind im
Wesentlichen unverträglich miteinander und um sie zu verbinden, muss der vulkanisierte
Kautschuk mit einem Primer (Grundierungsmittel) kalt behandelt werden, um ihn zum
Aufnehmen des eingegossenen oder eingespritzten Polyurethans bereit zu machen.
Dies zieht bei der Produktion von Schuhsohlen oder von Schuhen die
Notwendigkeit nach sich, Laufsohlen aus vulkanisiertem Kautschuk mit einer vorbereiteten
Oberfläche bereitzustellen, die dann in die Formen platziert werden müssen,
in die das Polyurethan eingespritzt oder eingegossen wird.
Anstelle der Behandlung mit einem Primer wurden andere Lösungen
eingesetzt, die Platzieren eines Filzes zwischen den vulkanisierten Kautschuk und
das Polyurethan beinhalten, und dieser Filz muss mit beiden Materialien verträglich
sein.
Bei diesen Problemen ist es offensichtlich, dass die Laufsohle aus
vulkanisiertem Kautschuk nicht im selben Produktionszyklus wie die Sohle oder der
Schuh hergestellt werden kann, sondern zuvor und separat vorbereitet werden, Abkühlen
muss und dann einer Oberflächenbehandlung unterzogen wird, oder es notwendig
ist, eine Hilfskomponente zu verwenden.
Die Produktion von Schuhen mit einer Lauffläche aus vulkanisiertem
Kautschuk und einer Mittelsohle aus Polyurethan ist deshalb wenig praktisch und
äußerst kostspielig.
Hingegen sind die Vorteile einer Sohle mit einer Lauffläche aus
vulkanisiertem Kautschuk und dem übrigen Teil (Mittelsohle) aus Polyurethan
beträchtlich, da eine Lauffläche aus vulkanisiertem Kautschuk in hohem
Maß gegen Verschleiß und thermischen Abrieb beständig ist und eine
Polyurethanmittelsohle sehr leicht und komfortabel ist.
DE 3616874 betrifft verbesserte Haftfestigkeit
zwischen der Schicht des Kautschukmaterials und der Schicht aus Schaumstoffmaterial,
die üblicherweise für die Herstellung von zweischichtigen Sohlen für
Schuhe verwendet werden. Die in dieser Druckschrift vorgestellte Lösung liegt
in einer spezifischen Abfolge von Schritten und im Ausführen der Vulkanisation
der Außensohle gleichlaufend mit dem Verschäumen der Zwischensohle. Diese
Abfolge von Schritten ist als der Schlüsselpunkt identifiziert, der dazu führt,
dass eine chemische Verbindung gebildet wird, die eine optimale Adhäsion der
Außensohle an der Zwischensohle garantiert. Es wird in der DE weder auf das
Vorhandensein eines Sohlenunterkolbens in der Form, die Verwendung irgendeiner speziellen
Kautschukmischung, noch darauf eingegangen, dass eine solche Mischung ungeachtet
des speziellen eingesetzten Vulkanisationsprozesses, einen positiven Effekt auf
die Adhäsionsfestigkeit zwischen Kautschuk und Polyurethan haben kann.
EP 0270047 stellt ein Verfahren und eine
Vorrichtung zur Verfügung, wobei sich automatisch ein Stück Fußbekleidung
mit vulkanisierter Kautschuksohle kombiniert mit einer Zwischensohle aus eingespritztem
oder geschäumtem Material ergibt. Die in der Druchschrift zur Verfügung
gestellte Lösung liegt in einem Prozess, wobei die Sohle über die erforderliche
Vulkanisationsdauer in der Form gehalten wird und dann herausgenommen und auf ein
Karussell platziert wird, das außerhalb eines Formdrehtisches angeordnet ist,
wo sie mit einem Primer behandelt wird, so dass sie dann in eine zweite Form gesetzt
wird, die auf jeder der Stationen des Drehtisches angebracht ist, wobei ein Druckstock
vorgesehen ist, auf den ein Oberteil eingesetzt wird. Es wird ein thermoplastisches
Material in diese Form eingespritzt, und neben der Ausbildung einer Zwischensohle,
die Laufsohle mit dem Oberteil zusammengefügt. Es wird weder die Verwendung
irgendeiner speziellen Kautschukmischung erwähnt, noch, dass eine solche Mischung
ungeachtet des speziell eingesetzten Vulkanisationsprozesses, einen positiven Effekt
auf die Adhäsionsfestigkeit zwischen Kautschuk und Polyurethan aufweisen kann.
US 5,946,755 betrifft Schuhe und einen Prozess
zu ihrer Herstellung. Die Druckschrift weist darauf hin, dass es wünschenswert
ist, Sicherheitsschuhe zu haben, die sowohl mit den Eigenschaften von Synthesekautschuk
und Polyurethanschaumsicherheitsschuhen versehen sind. Die darin zur Verfügung
gestellte Lösung liegt im Vereinen eines Außensohlenteils mit einem Kautschukmaterial
hoher Härte und eines Mittelsohlenteils, der ein schwammartiges Kautschukmaterial
geringer Härte umfasst. Die Tatsache, dass eine effektive
Haftung zwischen Kautschuk und Polyurethan in der Tat durch die Verwendung irgendeiner
speziellen Kautschukmischung erreicht werden kann, wird nicht erwähnt.
Offenbarung der Erfindung
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist, ein Verfahren zur Verfügung
zu stellen, das es ermöglicht, in einem Arbeitszyklus eine Sohle mit einer
Laufsohle aus vulkanisierten Kautschuk vereint mit einer Polyurethanmittelsohle
herzustellen.
Im Rahmen dieser Aufgabe ist ein Ziel, ein Verfahren zur Verfügung
zu stellen, das keine Leerlaufzeiten zwischen der Vorbereitung der vulkanisierten
Kautschuksohle und ihrer anschließenden Kopplung mit einer in einer Form ausgebildeten
Polyurethanmittelsohle erfordert.
Ein weiteres Ziel ist, ein Verfahren zur Verfügung zu stellen,
bei dem Behandlung der vulkanisierten Kautschuksohle vor dem Einspritzen oder Eingießen
in die Polyurethanform nicht erforderlich ist.
Ein weiteres Ziel ist, Produkte zur Verfügung zu stellen, die
zur Durchführung des Prozesses geeignet sind.
Diese Aufgabe und diese und weitere Ziele, die nachfolgend besser
ersichtlich werden, werden durch ein Verfahren zur Herstellung einer Sohle für
Schuhe zusammengesetzt aus einer Laufsohle gebildet aus vulkanisiertem Kautschuk
gekoppelt mit einer Polyurethanmittelsohle erreicht, wobei das Verfahren wie in
Anspruch 1 definiert ist.
Die vorliegende Erfindung offenbart auch eine Form zur Durchführung
des Verfahrens, die ein Unterteil ausweist, der vom Kopf eines beweglichen Kolbens
gebildet ist, wobei der Kopf die Gestalt und das Profil der herzustellenden Laufsohle
aufweist, ein austauschbares Blindstück und Mittel zur kontrollierten Erwärmung
des Unterteils der Form und des Blindstücks.
Die vorliegende Erfindung betrifft auch die Verwendung einer Mischung
von vulkanisierbarem Kautschuk zur Durchführung des Verfahrens, wobei die Verwendung
wie in Anspruch 19 definiert ist.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung werden aus der folgenden
ausführlichen Beschreibung einer bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens
und der Mittel zu seiner Ausführung auch mit Hilfe der beigefügten Zeichnungen
besser ersichtlich, worin:
1 eine schematische Schnittansicht einer zur Durchführung
des Verfahrens verwendeten Form ist;
2 eine detailliertere Ansicht der Struktur der Form
und der Mittel zur ihrer Verschiebung ist, wobei die Form in der geöffneten
Position gezeigt ist;
3 eine Ansicht der Anordnung von 2
ist, wobei die Form geschossen ist, um die Laufsohle aus vulkanisiertem Kautschuk
auszubilden;
4 eine Ansicht der Form und ihrer Verschlussmittel
während des Verfahrensschritts zum Einspritzen des Polyurethans ist.
Wege zur Ausführung der Erfindung
Das Verfahren gemäß der Erfindung sieht einen ersten Schritt
vor, bei dem ein vulkanisierbarer Kautschuk vorbereitet wird, der erhalten wird
mit einer Mischung, die zusammengesetzt ist aus:
- a1) einem vulkanisierbaren Nitrilkautschuk (NBR);
- a2) mindestens einem Hydroxylacrylharz;
- a3) mindestens einem Kohlenwasserstoffharz;
- a4) mindestens einem Verstärkungsfüllstoff;
- a5) mindestens einem Vulkanisationsbeschleuniger.
Der verwendete Nitrilkautschuk ist zweckmäßigerweise vom
mittel-hoch Nitriltyp mit einem niedrigen Mooney-Wert (niedrige Viskosität).
Ein Kautschuk von diesem Typ ist ein Butadien-Acrylnitril-Copolymer,
das technisch mit dem Akronym NBR bezeichnet ist.
Die Mischung enthält ein Hydroxylacrylharz, d. h. ein Polyacrylharz
mit einem OH-Gehalt von weniger als 2.
Ein solches Harz wird bevorzugt in einem Lösemittel verwendet
und sein Gewichtsprozentanteil liegt zwischen 4 und 6% des Gesamtgewichts der Mischung.
Die Mischung enthält auch ein Kohlenwasserstoffharz aus der Familie
der aliphatischen Harze auf petrochemischer Basis.
Das Kohlenwasserstoffharz, bevorzugt im Festzustand, ist in einem
Gewichtsprozentanteil von 3 bis 5% des Gesamtgewichts der Mischung vorhanden.
Das Kohlenwasserstoffharz ist eine Kombination von Kohlenwasserstoffketten
auf Basis von C5.
Es ist der Mischung auch ein Verstärkungsfüllstoff vom Siliciumtyp
zugesetzt.
Der Verstärkungsfüllstoff ist bevorzugt amorphes Kieselhydrogel
oder eine Mischung, die 85 bis 90% SiO2 enthält und einen BET-Wert
von 150 bis 200 m2/g aufweist.
Der Verstärkungsfüllstoff ist in einem Gewichtsprozentanteil
zwischen 20 und 25% des Gesamtgewichts der Mischung vorhanden.
Der Vulkanisationsbeschleuniger ist aus der Mercaptanklasse, unter
Zusatz eines Ultrabeschleunigers der Thiuramklasse.
Der Beschleuniger wird in einem Gewichtsprozentanteil zwischen 1 und
1,5% des Gesamtgewichts der Mischung in die Mischung eingebracht.
Vor Fortsetzung der Beschreibung des Verfahrens ist es zweckmäßig,
die Struktur der verwendeten Form zu beschreiben; dies geschieht mit Bezug zu zwei
begleitenden Zeichnungen.
Mit Bezug zu den Zeichnungen ist 1 eine
schematische Ansicht der im Verfahren gemäß der Erfindung verwendeten
Form.
Die Form ist gebildet aus einer Trägerplatte 1, auf
der der Teil der Form 2, der das Sohlenunterteil der vulkanisierten Kautschuksohle
bilden wird, befestigt ist.
Der Formteil 2 ist an der Trägerplatte 1 befestigt,
wobei eine Heizplatte 3 dazwischen angeordnet ist.
In einem oberen Bereich ist der Arm 4 eines Gelenks sichtbar,
das zur Drehung des Leistens vorgesehen ist.
Im unteren Teil des Arms ist eine Isolierplatte 5 vorhanden
und trägt mit einer dazwischen angeordneten Heizplatte 6, ein Blindstück
7, das mit einem Hohlraum 8 versehen ist, der zum oberen Teil
der vulkanisierten Kautschuksohle passt.
1 stellt wiederum die Ringhalter 9 und die
Ringe der Form 10 dar, die auf das Blindstück 8 mit dazwischen
angeordneten Isoliermitteln 11 wirken.
Die Kombination der Heizplatten und der Isoliermittel ermöglicht,
die obere und untere Temperatur der Form unabhängig einzustellen.
Die 2, 3
und 4 stellen ausführlicher die Struktur der Form
und ihrer Befestigungsvorrichtungen dar.
2 ist eine Ansicht der Anordnung in dem Zustand, in
dem die Form geöffnet ist, wobei die Form zur Herstellung der Laufsohle vorgesehen
ist.
Die Figur zeigt deutlich das Vorhandensein eines Kolbens
12, der es ermöglicht, die Translationsbewegung des unteren Teils
2 der Form zu erreichen.
3 stellt die selbe Anordnung wie 2
dar, in dem Zustand, in dem die Form beim Schritt, in dem die Laufsohle, mit dem
Bezugszeichen 13 bezeichnet, bereitgestellt wird, geschlossen ist.
In 4 wird das Blindstück
7 durch einen Leisten 13 ersetzt, und die Figur stellt auch den
Schritt zum Einspritzen und Ausbilden der Polyurethanmittelsohle 14 dar.
Wie deutlich zu sehen ist, erfolgen das Vorbereiten der vulkanisierten
Kautschuksohle und der anschließende Vorgang zum Vereinen mit der Polyurethanmittelsohle
in der selben Maschine und mit einem Arbeitszyklus, in dem zwei Schritte nacheinander
erfolgen.
Bezüglich der Gründe für die Vereinigung von vulkanisiertem
Kautschuk und Polyurethan, so ergeben sie sich aus der Verwendung einer Mischung,
die Hydroxylacrylharz enthält.
Dieses Harz trägt am Ende der Vulkanisation an dem Teil der Sohle,
wo das Polyurethan aufgetragen wird, viele freie Bindungen, die sich mit dem Polyurethan
verbinden, was eine innige und feste Kopplung bestimmt.
Um zu ermöglichen, dass die Mischung in diesem Prozess verwendbar
ist, ist es notwendig, einen Nitrilkautschuk vom mittel-hoch Nitriltyp zu verwenden
und die Umgebung, in der die Vulkanisation erfolgt, muss sauer sein.
Es ist auch notwendig, den unteren Teil der Sohle bei einer höheren
Temperatur zu vulkanisieren als den oberen Teil, und dies wird durch die besondere
Struktur der Form und ihrer Befestigungsvorrichtungen ermöglicht.
Es ist auch von Bedeutung, die Formteile nicht perfekt geschlossen
zu halten, so dass ein sogenannter gezielter Flash erreicht wird.
Dies ermöglicht optimale Bereitstellung der vulkanisierten Kautschuksohle
und der Polyurethanmittelsohle.
Aus der Beschreibung und der Darstellung ist ersichtlich, dass die
gestellte Aufgabe und die Ziele alle erreicht wurden, und dass insbesondere ein
Verfahren ausgewiesen ist, das es ermöglicht, eine Laufsohle aus vulkanisiertem
Kautschuk gekoppelt mit einer Polyurethanmittelsohle mit einer
Aufeinanderfolge von Schritten auszubilden, die mit einer einzigen Maschine und
sequentiell durchgeführt werden können.
Selbstverständlich können äquivalente Komponenten und
äquivalente Formstrukturen ausgehend vom selben erfinderischen Konzept verwendet
werden.
Diese Anmeldung beansprucht die Priorität des italienischen Patents
Nr. IT 1317391.