Beschreibung der Erfindung
Die Herstellung plattierter Metallbänder umfasst die Fertigung
– durch Gießen und eventuell Walzen – von Platten unterschiedlicher
Dicke, die den einzelnen Schichten des herzustellenden Produktes entsprechen. Die
Platten werden anschließend übereinander gelegt und an der angrenzenden
Platte befestigt, zum Beispiel durch Schweißpunkte bzw. -nähte. Der Verbund
wird sodann warmgewalzt und eventuell – falls die gewünschte Enddicke
dies erfordert – kaltgewalzt. Das Walzen erfolgt in einer bestimmten Anzahl
von Walzstichen, falls nötig mit einer oder mehreren Zwischenglühungen
zwischen bestimmten Walzstichen.
Es ist allgemein üblich, nach dem Warmwalzen und nochmals nach
dem Kaltwalzen die Kanten, Enden oder andere Bereiche der Bänder, die Fehler
oder Risse aufweisen können, abzuschneiden. Dieser Vorgang ist bei plattierten
Bändern besonders notwendig, da die verschiedenen Schichten ein unterschiedliches
Profil an den Kanten oder Enden haben können. Aus naheliegenden wirtschaftlichen
Gründen müssen die Abfälle gesammelt und im Schmelzofen zum Gießen
der Ausgangsplatten wiederverwertet werden, wie dies bei nicht plattierten Bändern
der Fall ist. Eine solche Wiederverwertung ist allerdings nur dann möglich,
wenn die einzelnen Plattierschichten voneinander getrennt werden.
Die Erfindung in ihrem allgemeinsten Umfang ermöglicht ein leichtes
Trennen der einzelnen Schichten von den plattierten Bandabfällen, indem auf
die abzutrennenden Bereiche, insbesondere die Ränder, mindestens einer der
übereinander zu legenden Platten ein Antihaftmittel aufgebracht wird, d.h.
ein Produkt, welches, nachdem es den thermisch-mechanischen Behandlungen durch Warm-
und eventuell Kaltwalzen und den eventuellen Zwischenglühungen ausgesetzt wurde,
örtlich ein Zusammenschweißen der Schichten verhindert und damit eine
leichtes Trennen der Schichten ermöglicht.
Ein besonders geeigneter Auftragsstoff ist ein Schlicker aus einem
Mineralpulver, insbesondere einem Oxid oder Borid, und einem Silikonharz, gelöst
in einer organischen Phase oder suspendiert in einer wässerigen Phase.
Bei einem bekannten Mittel zur Durchführung dieser Trennung werden
die plattierten Abfälle auf eine Temperatur erwärmt, die zwischen den
Schmelztemperaturen der beiden zu trennenden Metalle oder Legierungen liegt. Ein
solches Verfahren wird zum Beispiel im US-Patent 4203762 für plattierte Stahl-Aluminium-Bänder
und in den Patentanmeldungen WO 99/32260 und WO 00/67942 für Bänder aus
AlMn-Legierung beschrieben, die mit einer AlSi-Legierung plattiert und für
die Herstellung gelöteter Wärmetauscher bestimmt sind, wobei die thermische
Trennung von einer mechanischen Trennung durch Schleifen oder Schneiden begleitet
ist. Ein derartiges Verfahren erfordert einen hohen Energiebedarf und teure Investitionen
in Öfen.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein einfaches, wirtschaftliches und
leicht industrialisierbares Verfahren anzugeben.
Gegenstand der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung plattierter Bänder
mit mindestens zwei Schichten aus unterschiedlichen Metallen oder Legierungen, welches
das spätere Abtrennen der einzelnen Schichten von den beim Abscheren entstehenden
Abfällen ermöglicht, umfassend das Herstellen von den jeweiligen Schichten
der Plattierung entsprechenden Platten, das Übereinanderlegen und Verbinden
dieser Platten zur Bildung einer Verbundplatte, das Warm- und eventuell Kaltwalzen
dieser Verbundplatte zur Gewinnung eines plattierten Bandes und das Abscheren der
abzutrennenden Bereiche während oder nach dem Walzen, bei welchem Verfahren
vor dem Übereinanderlegen der einzelnen Platten ein Antihaftmittel auf die
abzutrennenden Bereiche mindestens einer der Oberflächen der miteinander in
Kontakt kommenden Platten aufgebracht wird.
Bei dem Antihaftmittel handelt es sich vorzugsweise um einen Schlicker,
der ein Keramikoxid in einem wässerigen oder organischen Lösungsmittel
enthält.
Gebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Abtrennen der verschiedenen
Abfallschichten von plattierten Bändern, deren Plattierung durch Walzplattieren
erfolgt. Die Abfälle entstehen insbesondere beim Abscheren der Kanten und Enden
der plattierten Bänder in den verschiedenen Stadien ihres Fertigungsprogramms.
Stand der Technik
Die Herstellung von Metallbändern bestehend aus zwei oder mehreren
Schichten aus unterschiedlichen Metallen oder Legierungen, die durch gleichzeitiges
Kalt- und/oder Warmwalzen aufeinander aufgebracht werden, ist seit langem bekannt.
Zum Beispiel im Fall der Aluminiumlegierungen gibt es eine beachtliche Produktion
von Bändern aus AlMn- oder AlFe-Legierung, die mit einer AlSi-Legierung plattiert
sind; diese Bänder sind insbesondere für die Herstellung gelöteter
Wärmetauscher bestimmt, wobei die AlSi-Plattierungslegierung
als Lötlegierung dient.
Bei der Herstellung von Metallbändern fallen in den verschiedenen
Stadien dieser Herstellung Abfälle oder Ausschuss in relativ großen Mengen
an, die zumeist im Werk selbst wiederverwertet werden, indem sie dem Primärmetall,
das zum Gießen der Halbzeuge dient, beigemischt werden. Bei plattierten Bändern,
die aus unterschiedlichen Metallen oder Legierungen bestehen, führt die direkte
Wiederverwertung der Abfälle im Ofen zur Herstellung des Gießmetalls zu
einer von den Ausgangslegierungen verschiedenen Legierung, die nicht immer verwendbar
ist. Man hat deshalb versucht, die verschiedenen Schichten von den plattierten Bandabfällen
zu trennen, um ihre separate Wiederverwertung im Produktionsprozess zu ermöglichen.
Die Patentanmeldung FR 2830857
beschreibt solche Stoffe in organischer Phase zur Herstellung von Schutzschichten
für Werkstoffe oder Ausrüstungsteile, die einer oxidierenden Umgebung,
Flüssigmetall oder einer Salzschmelze ausgesetzt werden.
Dieser Schlicker kann mit einem beliebigen geeigneten Mittel aufgetragen
werden, zum Beispiel mit einem Pinsel, einer Rolle oder einer Pistole. Er kann auch
durch elektrostatische Pulverbeschichtung aufgebracht werden. Nach Auftragen wird
der Überzug durch Erwärmen auf eine Temperatur von etwa 500°C polymerisiert.
Diese Erwärmung kann zum Beispiel mit Hilfe einer Heizpistole erfolgen. Man
kann dazu auch den Vorwärmschritt für die Platte vor dem Warmwalzen benutzen.
Es hat sich gezeigt, das der aufgetragene Stoff die späteren
Walzvorgänge nicht beeinträchtigt, dass er nicht in den inneren Bereich
der Platten abwandert und auch nicht nach außen getrieben wird. Die Schichten
der abgeschnittenen Bereiche, insbesondere die der warmgewalzten Bänder, lassen
sich durch einfaches Abziehen leicht trennen. Das Abziehen ist bei kaltgewalzten
Bändern, insbesondere bei dünnen Bändern, etwas komplizierter, da
die Schichten zu dünn sind, um in einem Stück abgezogen zu werden.
Falls nötig kann das erfindungsgemäße Trennen mit den
anderen Methoden aus dem Stand der Technik kombiniert werden, d.h. der thermischen
Trennung bei einer Zwischentemperatur zwischen den Solidustemperaturen der übereinander
liegenden Legierungen oder der mechanischen Trennung mit Hilfe von Schleif- oder
Schneidwerkzeugen.
Beispiel
Es wurde eine 350 × 500 mm große, 120 mm dicke Platte aus
der Legierung 3003 gegossen und durch Gießen und Walzen eine etwas kleinere,
13 mm dicke Platte aus der Legierung 4343 hergestellt. Die Platten wurden mit Xylen
entfettet.
Es wurde ein Schlicker aus in wässeriger Phase dispergiertem
Aluminiumoxid hergestellt. Bei dem Aluminiumoxid handelt es sich um das Produkt
P152SB von Aluminium Pechiney mit einer Korngröße d50 von 1,5 &mgr;m
und einer spez. BET-Oberfläche von etwa 3 m2/g. 100 g dieses Aluminiumoxids,
17 g Silikonharz (Polymethylsiloxan) MK der Firma Wacker Chemie und 50 g permutiertes
Wasser wurden gemischt. Das Gemisch wurde eine Stunde lang geschüttelt.
Mit einem Pinsel wurde eine 50 mm breite Schicht dieses Schlickers
auf die beiden Ränder der Platte aus der Legierung 3003 aufgetragen, wobei
dieser Bereich der Breite der Kanten entspricht, die abgeschert werden sollen. Die
aufgetragene Schicht wurde sodann durch Erwärmung mit langsamen Temperaturanstieg
bis auf 500°C polymerisiert und für 5 h in einem Luftofen bei dieser Temperatur
gehalten.
Danach wurde auf die Platte aus der Legierung 3003 die Deckplatte
aus der Legierung 4343 aufgebracht, wobei die beiden Platten dann punktweise durch
MIG-Schweißen verbunden wurden. Der Verbund wurde sodann in herkömmlicher
Weise auf 3 mm Dicke heruntergewalzt. Anschließend erfolgte das Abscheren der
beiden Kanten auf einer Breite von jeweils 50 mm. Das Band wurde danach auf die
Enddicke von 0,5 mm kaltgewalzt, bei der es sich um eine gewöhnliche Dicke
für plattierte Bänder zur Herstellung der im Automobilsektor eingesetzten
gelöteten Wärmetauscher handelt.
An den abgeschnittenen Kanten der Warmwalzbänder lässt sich
die Legierungsschicht 3003 sehr leicht von der Legierungsschicht 4343 trennen, zum
Beispiel mit einem Schraubenzieher. Diese Trennung lässt sich auch mühelos
an den abgeschnittenen Kanten der Kaltwalzbänder vornehmen, allerdings ist
die Legierungsschicht 4343 zu dünn und zu zerbrechlich und wird dabei in Stücke
gerissen.