Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung
zur Schätzung der Gesamtmasse eines Kraftfahrzeugs.
Die Kenntnis der Gesamtmasse eines Kraftfahrzeugs ist für den
einwandfreien Betrieb vieler an Bord des Fahrzeugs befindlicher Vorrichtungen, wie
Steuervorrichtungen der Bremsung oder von Automatikgetrieben notwendig. Bei solchen
Vorrichtungen erlaubt die Verwendung einer nominellen Masse nämlich keine optimale
Steuerung des Fahrzeugs.
Es ist also wünschenswert, schnell eine zuverlässige Schätzung
der Masse des Fahrzeugs zu erhalten, selbst wenn das Fahrzeug auf einer Gefällstrecke
fährt. Es gibt Vorrichtungen zur Masseabschätzung eines Kraftfahrzeugs.
Die Druckschrift US-6249735 beschreibt ein Verfahren zur Schätzung
des Zustands eines Fahrzeugs, das einen Schritt der Schätzung der Masse des
Fahrzeugs ausgehend vom Motordrehmoment und der Beschleunigung des Fahrzeugs während
eines Gangwechsels aufweist. Die Berechnung der Beschleunigung wird durch diskrete
Annäherung der Ableitung der Geschwindigkeit und durch Filterung durchgeführt,
was zu Rauschproblemen führt und die Präzision und die Robustheit der
Schätzung beeinflusst.
Die Druckschrift US-6167357 berechnet die Beschleunigung des Fahrzeugs
durch Integration seiner Geschwindigkeit, berücksichtigt aber nicht die Abschüssigkeit
der Fläche, auf der das Fahrzeug fährt.
Die Druckschrift WO-03/016837 bezieht sich auf ein Verfahren zur Schätzung
der Masse eines Fahrzeugs, das auf einer Straße gefahren wird, die ein variables
Gefälle aufweist. Man misst die Geschwindigkeit des Fahrzeugs, um einen Eingangsdatenwert
für eine Rechenvorrichtung zu erzeugen, und man misst eine Variable, die eine
auf das Fahrzeug einwirkende Längskraft enthält, um einen Eingangsdatenwert
für die Rechenvorrichtung zu erzeugen.
Die Verfahren, die nicht die Beschleunigung des Fahrzeugs verwenden,
sind zwar weniger verrauscht, berücksichtigen aber nicht die Abschüssigkeit
der Fläche, auf der das Fahrzeug fährt.
Die Erfindung hat zum Ziel, die Gesamtmasse eines Fahrzeugs zu schätzen,
unter Verwendung der Beschleunigung des Fahrzeugs, um die Abschüssigkeit der
Fläche zu berücksichtigen, auf der das Fahrzeug fährt, wobei aber
die Rauschprobleme bei den durch Sensor gemessenen oder berechneten Parametern verringert
werden.
Das Verfahren gemäß einem Aspekt der Erfindung ermöglicht
es, die Gesamtmasse eines Kraftfahrzeugs zu schätzen. Die Masse des Fahrzeugs
wird durch einen rekursiven kleinste-Quadrate-Algorithmus geschätzt, der eine
Berechnung der Längsbeschleunigung des Fahrzeugs aufweist, ausgehend von der
Grundgleichung der Dynamik, durch Fehleranalyse, mittels einer durch Fehler verursachten
Beschleunigungsänderung. Diese Fehler umfassen einen Fehler der Masse des Fahrzeugs,
einen Fehler der Abschüssigkeit der Oberfläche, auf der das Fahrzeug fährt,
und Modellfehler, wobei die Abschüssigkeit von einem Neigungssensor oder von
Abschüssigkeits-Schätzmitteln geliefert wird.
Das Verfahren ermöglicht es, die Gesamtmasse des Fahrzeugs zu
schätzen, unter Berücksichtigung der Abschüssigkeit der Fläche,
auf der es fährt, und ohne die Geschwindigkeit abzuleiten, was es ermöglicht,
die Präzision der Schätzung zu verbessern.
In einer bevorzugten Ausführungsform werden Daten verarbeitet,
die einen Rücksetzungsbefehl, die Geschwindigkeit des Fahrzeugs, die Drehzahl
des Motors, das vom Motor übertragene Drehmoment, eine Erfassung der Betätigung
der Kupplung, eine Erfassung der Betätigung der Bremsung, und eine Erfassung
einer Kurvenfahrt des Fahrzeugs, um die Längsbeschleunigung des Fahrzeugs zu
berechnen, eine Resultierende der Antriebskräfte, der aerodynamischen Kraft
und der Rollkraft, und eine äquivalente Schwungmasse aufgrund der Übersetzungs-Massenkräfte
umfassen.
In einer vorteilhaften Ausführungsform wird die Verarbeitung
der Daten zugelassen, wenn sie innerhalb vorbestimmter Werteintervalle bleiben,
die eine Gültigkeit des Modells gewährleisten. Die Gesamtmasse des Fahrzeugs
wird durch einen rekursiven kleinste-Quadrate-Algorithmus geschätzt, und die
Schätzung der Gesamtmasse des Fahrzeugs wird überwacht, wobei eine vorbestimmte
Masse geliefert wird, so lange der Algorithmus nicht konvergiert
hat, wobei die geschätzte Masse gehalten wird, wenn ein vorbestimmtes Konvergenzkriterium
erreicht wird.
In einer bevorzugten Ausführungsform wird außerdem eine
Rückkopplung der geschätzten Masse verarbeitet, und es wird die durch
Fehler verursachte Beschleunigungsänderung berechnet, die einen Fehler der
Veränderung der Masse des Fahrzeugs bezüglich einer Bezugsmasse, einen
Fehler der Abschüssigkeit der Oberfläche, auf der das Fahrzeug fährt,
und Modellfehler bei der Datenverarbeitung umfassen. Es wird außerdem eine
Beschleunigung geschätzt, die ein Neigungssensor liefern würde, wenn einer
vorhanden wäre, die im rekursiven kleinste-Quadrate-Algorithmus verwendet wird,
wobei die Neigungssensor-Beschleunigungsschätzung die durch Fehler verursachte
Beschleunigungsänderung verwendet.
Außerdem wird die Abschüssigkeit ausgehend von der durch
Fehler verursachten Beschleunigungsänderung geschätzt, und der rekursive
kleinste-Quadrate-Algorithmus hängt von der Abschüssigkeit ab und weist
zwei Modi auf, einen flachen Modus, wenn die Abschüssigkeit sich in einem vorbestimmten
Werteintervall befindet, der einer ebenen Oberfläche entspricht, und einen
Neigungs-Modus in den anderen Fällen.
In einer vorteilhaften Ausführungsform wird bei der Datenverarbeitung
außerdem eine Beschleunigung, die ein Neigungssensor liefern würde, wenn
einer vorhanden wäre, mittels der Abschüssigkeit der Oberfläche geschätzt,
auf der das Fahrzeug fährt, wobei die Abschüssigkeit von Abschüssigkeits-Schätzmitteln
geliefert wird und die Neigungssensorbeschleunigung im rekursiven kleinste-Quadrate-Algorithmus
verwendet wird.
In einer bevorzugen Ausführungsform wird eine von einem Neigungssensor
gelieferte Beschleunigung verarbeitet, die im rekursiven kleinste-Quadrate-Algorithmus
verwendet wird.
In einer vorteilhaften Ausführungsform wird die Abschüssigkeit
der Oberfläche, auf der das Fahrzeug fährt, ausgehend von der vom Neigungssensor
gelieferten Beschleunigung und von der Berechnung der Längsbeschleunigung des
Fahrzeugs berechnet. Der rekursive kleinste-Quadrate-Algorithmus hängt von
der Abschüssigkeit ab und weist zwei Modi auf, einen flachen Modus, wenn die
Abschüssigkeit sich innerhalb eines vorbestimmten Werteintervalls befindet,
der einer ebenen Oberfläche entspricht, und einem Neigungs-Modus in den anderen
Fällen.
Gemäß einem Aspekt der Erfindung wird ebenfalls eine Vorrichtung
zur Schätzung der Gesamtmasse eines Kraftfahrzeugs vorgeschlagen, die Radgeschwindigkeitssensoren,
einen Motordrehmomentsensor, einen Motordrehzahlsensor, einen Positionssensor des
Kupplungspedals, einen Positionssensor des Bremspedals, Mittel zur Erfassung der
Kurvenfahrt des Fahrzeugs, und eine elektronische Steuereinheit aufweist, mit der
die Sensoren verbunden sind. Die elektronische Steuereinheit weist ein Rücksetzungsmittel
und Mittel zur Schätzung der Gesamtmasse des Fahrzeugs durch einen rekursiven
kleinste-Quadrate-Algorithmus auf, der eine Berechnung der Längsbeschleunigung
des Fahrzeugs ausgehend von der Grundgleichung der Dynamik durch Fehleranalyse enthält.
Die Fehleranalyse wird mittels einer Beschleunigungsänderung aufgrund von Fehlern
durchgeführt, die einen Fehler einer Veränderung der Masse des Fahrzeugs
bezüglich einer Bezugsmasse, einen Fehler der Abschüssigkeit der Oberfläche,
auf der das Fahrzeug fährt, und Modellfehler umfassen. Die elektronische Steuereinheit
weist außerdem Mittel zur Verarbeitung der von den Sensoren übertragenen
Daten, Mittel zum Zulassen der Verarbeitung der Daten, wenn sie innerhalb vorbestimmter
Werteintervalle bleiben, die eine Gültigkeit des Modells gewährleisten,
und Überwachungsmittel auf, um eine vorgegebene Masse zu liefern, so lange
der Algorithmus nicht konvergiert hat, indem die geschätzte Masse gehalten
wird, wenn ein vorbestimmtes Konvergenzkriterium erreicht wird.
In einer bevorzugten Anwendungsform weist die Vorrichtung außerdem
einen Neigungssensor auf, der in der Lage ist, an die Verarbeitungsmittel eine Längsbeschleunigung
des Fahrzeugs zu liefern.
Weitere Ziele, Merkmale und Vorteile der Erfindung gehen aus der nachfolgenden
Beschreibung, die rein beispielhaft und nicht einschränkend zu verstehen ist,
unter Bezugnahme auf die beiliegenden Zeichnungen hervor. Es zeigen:
1 die Schätzung der Gesamtmasse gemäß
einem Aspekt der Erfindung;
2 die Schätzung der Gesamtmasse gemäß
einem Aspekt der Erfindung mit einer Schätzung der Abschüssigkeit;
3 die Schätzung der Gesamtmasse gemäß
einem Aspekt der Erfindung mit einer von einem Neigungssensor gelieferten Beschleunigung;
4 die Schätzung der Gesamtmasse gemäß
einem Aspekt der Erfindung mit einer von einem Neigungssensor gelieferten Beschleunigung
und einer Abschüssigkeitsschätzung.
In 1 ist schematisch eine erste Schätzvorrichtung
1 der Gesamtmasse eines Kraftfahrzeugs dargestellt, die einen Datenverarbeitungsblock
2, einen Block 3 des Zulassens des Betriebs der Vorrichtung
1, einen Block 4 des Schätzens der Masse durch einen rekursiven
kleinste-Quadrate-Algorithmus, und einen Überwachungsblock 5 aufweist.
Der Verarbeitungsblock 2 empfängt am Eingang Daten,
die eine Rücksetzungsinformation über die Verbindung 6, die Drehzahl
des Motors über eine Verbindung 7, das vom Motor gelieferte Drehmoment
über eine Verbindung 8, eine Information über den Betätigungszustand
der Kupplung über eine Verbindung 9, eine Information über ein
vom Fahrer gefordertes Bremsen über eine Verbindung 10, eine Information
über eine Kurvenfahrt des Fahrzeugs über eine Verbindung 11,
und die Geschwindigkeit des Fahrzeugs über eine Verbindung 12 enthalten.
Die Blöcke 2 und 3 kommunizieren über
eine Verbindung 13, und der Zulassungsblock 3 kommuniziert mit
den Blöcken 4 und 5 über eine Verbindung 14.
Der Block 2 berechnet eine Resultierende F der Antriebs-,
aerodynamischen und Rollkräfte, eine äquivalente Schwungmasse Mj
aufgrund der Übersetzungs-Massenkräfte und eine Beschleunigung &ggr;Schätzwert
des Fahrzeugs, und überträgt sie zum Schätzblock 4 über
Verbindungen 15, 16 bzw. 17. Der Block 2 berechnet
außerdem eine Beschleunigungsänderung &dgr;Schätzwert
(&Dgr;M, &egr;, &agr;) aufgrund von Parametern, die eine Massenveränderung
&Dgr;M des Fahrzeugs bezüglich einer Bezugsmasse, Modellfehler &egr; und
die Abschüssigkeit &agr; der Fläche, auf der das Fahrzeug fährt,
enthalten, und überträgt sie zum Block 4 über eine Verbindung
18. Die Abschüssigkeit wird von Abschüssigkeits-Schätzmitteln
geliefert, zum Beispiel in Form eines Neigungssensors, oder von äquivalenten
Abschüssigkeits-Schätzmitteln.
Der Block 4 schätzt durch einen rekursiven kleinste-Quadrate-Algorithmus
eine Masse MMCR des Fahrzeugs und überträgt sie zum Überwachungsblock
5 über eine Verbindung 19. Der Überwachungsblock verarbeitet
dann diese Eingabe und liefert am Ausgang die geschätzte Gesamtmasse M über
eine Verbindung 20, die an den Eingang des Verarbeitungsblocks
2 rückgeschleift ist, für die Berechnung der Beschleunigungsänderung
&dgr;Schätzwert (&Dgr;M, &egr;, &agr;)
Die Rücksetzungsinformation kann zum Beispiel von einem Öffnen
einer Tür kommen, die oft synonym für eine Änderung der Anzahl von
Fahrgästen oder das Laden von Gegenständen oder auch das Ausladen von
Gegenständen ist. In diesem Fall verändert sich die Masse, und die Schätzung
der Masse des Fahrzeugs muss zurückgesetzt werden.
Der Block 2 berechnet die Resultierende F durch die folgenden
Beziehungen:
wobei bedeuten:
F
die Resultierende der Antriebskräfte FMotor, aerodynamischen
Kräfte Faero und Rollkräfte FRollen in N;
&thgr;1 und &thgr;2
vorbestimmte Parameter, die vom Fahrzeug abhängen und es ermöglichen,
Faero + FRollen in N bzw. kg/m zu schätzen;
rGetriebe
das Verhältnis für einen eingelegten Gang zwischen einer Drehgeschwindigkeit
einer Ausgangswelle und einer Drehgeschwindigkeit einer Eingangswelle einer Kupplung
des Fahrzeugs;
CMotor
das Drehmoment des Motors in Nm;
RRad
der Radius der Räder des Fahrzeugs in m;
&ohgr;Motor
die Drehzahl des Motors in rad/s;
JTrans
die Trägheit der Einheit aus Motor und Übersetzungsgetriebe in kg
m2/s; und
rAchse
die dimensionslose Achsuntersetzung.
Der Block 2 berechnet außerdem eine äquivalente
Schwungmasse Mj aufgrund der Übersetzungs-Massenkräfte zwischen
dem Motor und den Rädern mittels einer vorbestimmten Funktion des Verhältnisses
rGetriebe.
Außerdem berechnet der Block 2 die Beschleunigung &ggr;Schätzwert
Und die Beschleunigungsänderung &dgr;Schätzwert (&Dgr;M,
&egr;, &agr;), der eine Dynamik Null aufgezwungen wird (Ableitung bezüglich
der Zeit Null) mittels des folgenden iterativen Systems:
wobei M0 eine vorbestimmte Bezugsmasse, zum Beispiel das Leergewicht
des Fahrzeugs, ist.
Man erhält die folgende Beziehung:
&ggr;Schätzwert – &dgr;Schätzwert (&Dgr;M,
&egr;, &agr;) = &ggr;Sensor -&dgr;(&Dgr;M, &egr;)
die es ermöglicht, ein Signal zu konstruieren, das von einem Neigungssensor,
wenn es einen gäbe, oder von äquivalenten Abschüssigkeits-Schätzmitteln
geliefert wird, bis auf den Term &dgr;(&Dgr;M,&egr;), der eine Beschleunigungsänderung
aufgrund der Massenänderung des Fahrzeugs und der Modellfehler darstellt. Es
wird auch angenommen, dass &dgr;Schätzwert (&Dgr;M, &egr;,
&agr;) eine Näherung der Beschleunigung g&agr; aufgrund der Abschüssigkeit
ist, bis auf den Term &dgr;(&Dgr;M,&egr;). Dieser Term &dgr;(&Dgr;M,&egr;)
ist um so vernachlässigbarer, als die Schätzungen der Masse, der Motorbremsung
und der Widerstandskräfte korrekt sind; zu diesem Zweck wird die Masseschätzung
am Eingang des Blocks 2 wieder eingespeist.
Der Block 4 schätzt eine Masse MMCR des Fahrzeugs
durch den rekursiven kleinste-Quadrate-Algorithmus. Er kann in zwei Modi arbeiten,
Neigung und flach, wenn man die Abschüssigkeit schätzt, oder nur in einem
Neigungsmodus, wenn die Abschüssigkeit nicht geschätzt wird.
Durch den Algorithmus wird die Gleichung y=MMCR.r gelöst,
mit r=&ggr;Sensor, wenn man einen einzigen Neigungs-Modus verwendet.
Man kann auch zwei Modi von Schätzungen verwenden, die einen
flachen Modus und einen Neigungs-Modus aufweisen, der entsprechend dem geschätzten
Wert der Abschüssigkeit gewählt wird. Wenn die geschätzte Abschüssigkeit
in einem vorbestimmten Intervall liegt, das den flachen Modus definiert, wird der
flache Modus verwendet, der durch
definiert wird, wobei V die Geschwindigkeit des Fahrzeugs ist, ansonsten wird der
Neigungs-Modus verwendet, der durch r=&ggr;Sensor definiert wird.
In 2 ist schematisch eine zweite Schätzvorrichtung
1 der Gesamtmasse eines Kraftfahrzeugs dargestellt. Die vom Block
4 gelieferte Endmasse wird nicht an den Eingang des Blocks 2 zurückgeleitet.
Der Block 2 überträgt nicht die Beschleunigungsänderung
&dgr;Schätzwert (&Dgr;M, &egr;, &agr;) an den Block
4, sondern überträgt einen Wert der Abschüssigkeit
&agr; der Fläche, auf der das Fahrzeug fährt, über eine Verbindung
21. Diese Abschüssigkeit wird zum Beispiel von einem Neigungssensor
geliefert oder wird vom Block 2 mittels einer anderen Abschüssigkeits-Schätzvorrichtung
geschätzt.
Der Block 2 schätzt die Beschleunigung &ggr;Schätzwert
des Fahrzeugs mittels der folgenden Beziehungen:
in denen bedeuten:
VSensor
die von einem Sensor gelieferte Geschwindigkeit des Fahrzeugs, in m/s;
VSchätzwert
die geschätzte Geschwindigkeit des Fahrzeugs, in m/s;
M0
eine Bezugsmasse des Fahrzeugs; und
K1 und K2
Parameter von Berechnungen, die so vorbestimmt sind, dass es eine Konvergenz
in s-1 bzw. s-2 gibt.
Wenn man über eine zuverlässige Schätzung der Abschüssigkeit
&agr; und der Beschleunigung &ggr;Schätzwert verfügt, kann
man ein Signal &ggr;Sensor, das von einem Neigungssensor geliefert
würde, wenn es einen gäbe, mittels der folgenden Beziehung konstruieren:
da g.sin(&agr;)≅g&agr;.
Der Block 4 schätzt eine Masse MMCR des Fahrzeugs
durch den rekursiven kleinste-Quadrate-Algorithmus, wie oben beschrieben. Er kann
in zwei Modi arbeiten, Neigung und flach, wenn man die Abschüssigkeit schätzt,
oder nur im Neigungs-Modus, wenn die Abschüssigkeit nicht geschätzt wird.
In 3 ist schematisch eine dritte Schätzvorrichtung
1 der Gesamtmasse eines Kraftfahrzeugs dargestellt, die einen Neigungssensor
23 aufweist, der an den Block 2 eine Beschleunigung des Fahrzeugs
&ggr;Sensor über eine Verbindung 22 liefert. Der Block
2 überträgt ebenfalls die Beschleunigung des Fahrzeugs &ggr;Sensor
an den Block 4 über eine Verbindung 23. Da der Block
4 in diesem Fall nur mit einem einzigen Modus arbeitet, dem Neigungs-Modus,
überträgt der Block 2 keine Abschüssigkeit oder eine berechnete
Beschleunigung an den Block 4.
Der Block 4 schätzt eine Masse MMCR des Fahrzeugs
durch den rekursiven kleinste-Quadrate-Algorithmus, wie oben beschrieben, mittels
eines einzigen Neigungs-Modus.
In 4 ist schematisch eine dritte Schätzvorrichtung
1 der Gesamtmasse eines Kraftfahrzeugs dargestellt, die einen Neigungssensor
aufweist, und deren Block 4 in zwei Modi arbeitet, Neigung und flach, wie
oben beschrieben.
Die Erfindung ermöglicht es, eine zuverlässige und präzise
Schätzung der Gesamtmasse eines Fahrzeugs zu erhalten, unter Berücksichtigung
der Abschüssigkeit, auf der das Fahrzeug fährt.
Die Erfindung ermöglicht es auch, die Rauschprobleme bei den
von den Sensoren gelieferten oder geschätzten Messungen zu begrenzen.
Anspruch[de]
Verfahren zur Schätzung der Gesamtmasse eines Kraftfahrzeugs,
dadurch gekennzeichnet, dass die Masse (M) des Fahrzeugs durch einen rekursiven
kleinste-Quadrate-Algorithmus geschätzt wird, der eine Berechnung der Längsbeschleunigung
des Fahrzeugs (&ggr;Schätzwert) ausgehend von der Grundgleichung
der Dynamik durch Fehleranalyse mittels einer durch Fehler verursachten Beschleunigungsänderung
(&dgr;Schätzwert (&Dgr;M, &egr;, &agr;)) aufweist, die einen
Fehler einer Veränderung (&Dgr;M) der Masse des Fahrzeugs bezüglich
einer Bezugsmasse, einen Fehler der Abschüssigkeit (&agr;) der Oberfläche,
auf der das Fahrzeug fährt, und Modellfehler (&egr;) umfassen,
wobei die Abschüssigkeit (&agr;) von einem Neigungssensor (23) oder
von Abschüssigkeits-Schätzmitteln geliefert wird.Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass es Schritte
aufweist, während denen: Daten verarbeitet werden, die einen Rücksetzungsbefehl,
die Geschwindigkeit des Fahrzeugs (V), die Drehzahl des Motors (&ohgr;Motor),
das vom Motor übertragene Drehmoment (CMotor), eine Erfassung der
Betätigung der Kupplung, eine Erfassung der Betätigung der Bremsung, und
eine Erfassung einer Kurvenfahrt des Fahrzeugs, um die Längsbeschleunigung
des Fahrzeugs (&ggr;Schätzwert) zu berechnen, eine Resultierende
(F) der Antriebskräfte (FMotor), der aerodynamischen Kraft (Faero)
und der Rollkraft (FRollen), und eine äquivalente Schwungmasse (Mj)
aufgrund der Übersetzungs-Massenkräfte umfassen.Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass es Schritte
aufweist, während denen:
die Verarbeitung der Daten zugelassen wird, wenn sie innerhalb vorbestimmter Werteintervalle
bleiben, die eine Gültigkeit des Modells gewährleisten;
die Gesamtmasse (MMCR) des Fahrzeugs durch einen rekursiven kleinste-Quadrate-Algorithmus
geschätzt wird;
die Schätzung der Gesamtmasse des Fahrzeugs überwacht wird, wobei eine
vorbestimmte Masse geliefert wird, so lange der Algorithmus nicht konvergiert hat,
wobei die geschätzte Masse gehalten wird, wenn ein vorbestimmtes Konvergenzkriterium
erreicht wird.Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass außerdem
eine Rückkopplung der geschätzten Masse verarbeitet wird, außerdem
die Beschleunigungsänderung (&dgr;Schätzwert (&Dgr;M, &egr;,
&agr;)) berechnet wird, die durch Fehler verursacht wird, die einen Fehler der
Veränderung (&Dgr;M) der Masse des Fahrzeugs bezüglich einer Bezugsmasse,
einen Fehler der Abschüssigkeit (&agr;) der Oberfläche, auf der das
Fahrzeug fährt, und Modellfehler (&egr;) bei der Datenverarbeitung umfassen,
und eine Beschleunigung (&ggr;Sensor) geschätzt wird, die ein
Neigungssensor liefern würde, wenn einer vorhanden wäre, die im rekursiven
kleinste-Quadrate-Algorithmus verwendet wird, wobei die Neigungssensor-Beschleunigungsschätzung
(&ggr;Sensor) die durch Fehler verursachte Beschleunigungsänderung
(&dgr;Schätzwert (&Dgr;M, &egr;, &agr;)) verwendet.Verfahren nach Anspruch 4 dadurch gekennzeichnet, dass die Abschüssigkeit
ausgehend von der durch Fehler verursachten Beschleunigungsänderung (&dgr;Schätzwert
(&Dgr;M, &egr;, &agr;)) geschätzt wird, und dass der rekursive kleinste-Quadrate-Algorithmus
von der Abschüssigkeit (&agr;) abhängt und zwei Modi aufweist, einen
flachen Modus, wenn die Abschüssigkeit (&agr;) sich in einem vorbestimmten
Werteintervall befindet, der einer ebenen Oberfläche entspricht, und einen
Neigungs-Modus in den anderen Fällen.Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
dass bei der Datenverarbeitung außerdem eine Beschleunigung (&ggr;Sensor),
die ein Neigungssensor liefern würde, wenn einer vorhanden wäre, mittels
der Abschüssigkeit der Oberfläche, auf der das Fahrzeug fährt, geschätzt
wird, wobei die Abschüssigkeit (&agr;) von Abschüssigkeits-Schätzmitteln
geliefert wird und die Neigungssensorbeschleunigung (&ggr;Sensor) im
rekursiven kleinste-Quadrate-Algorithmus verwendet wird.Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
dass außerdem eine von einem Neigungssensor gelieferte Beschleunigung (&ggr;Sensor)
verarbeitet wird, die im rekursiven kleinste-Quadrate-Algorithmus verwendet wird.Verfahren nach Anspruch 7 dadurch gekennzeichnet, dass außerdem
die Abschüssigkeit (&agr;) der Oberfläche, auf der das Fahrzeug fährt,
ausgehend von der vom Neigungssensor gelieferten Beschleunigung (&ggr;Sensor)
und von der Berechnung der Längsbeschleunigung des Fahrzeugs (&ggr;Schätzwert)
berechnet wird, und dass der rekursive kleinste-Quadrate-Algorithmus von der Abschüssigkeit
(&agr;) abhängt und zwei Modi aufweist, einen flachen Modus, wenn die Abschüssigkeit
(&agr;) sich innerhalb eines vorbestimmten Werteintervalls befindet, der einer
ebenen Oberfläche entspricht, und einem Neigungs-Modus in den anderen Fällen.Vorrichtung zur Schätzung der Gesamtmasse eines Kraftfahrzeugs,
die Radgeschwindigkeitssensoren, einen Motordrehmomentsensor, einen Motordrehzahlsensor,
einen Positionssensor des Kupplungspedals, einen Positionssensor des Bremspedals,
Mittel zur Erfassung der Kurvenfahrt des Fahrzeugs, und eine elektronische Steuereinheit
aufweist, mit der die Sensoren verbunden sind, dadurch gekennzeichnet, dass die
elektronische Steuereinheit aufweist:
ein Rücksetzungsmittel;
Mittel (4) zur Schätzung der Gesamtmasse (MMCR) des Fahrzeugs
durch einen rekursiven kleinste-Quadrate-Algorithmus, der eine Berechnung der Längsbeschleunigung
des Fahrzeugs (YSchätzwert) ausgehend von der Grundgleichung
der Dynamik durch Fehleranalyse mittels einer Beschleunigungsänderung (&dgr;Schätzwert
(&Dgr;M, &egr;, &agr;)) aufgrund von Fehlern aufweist, die einen Fehler einer
Veränderung (&Dgr;M) der Masse des Fahrzeugs bezüglich einer Bezugsmasse,
einen Fehler der Abschüssigkeit (&agr;) der Oberfläche, auf der das
Fahrzeug fährt, und Modellfehler (&egr;) umfassen;
Mittel (2) zur Verarbeitung der von den Sensoren übertragenen Daten;
Mittel (3) zum Zulassen der Verarbeitung der Daten, wenn sie innerhalb
vorbestimmter Werteintervalle bleiben, die eine Gültigkeit des Modells gewährleisten;
und
Überwachungsmittel (5), um eine vorgegebene Masse zu liefern, so lange
der Algorithmus nicht konvergiert hat, indem die geschätzte Masse gehalten
wird, wenn ein vorbestimmtes Konvergenzkriterium erreicht wird.Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass sie außerdem
einen Neigungssensor aufweist, der in der Lage ist, an die Verarbeitungsmittel eine
Längsbeschleunigung des Fahrzeugs (&ggr;Sensor) zu liefern.