HINTERGRUND DER ERFINDUNG
Gebiet der Erfindung
Die vorliegende Erfindung betrifft ein neues Glastextilgewebe, welches
ästhetisch ansprechend ist, eine hohe Festigkeit aufweist und doch von extrem
geringem Gewicht ist. Das Gewebe ist ein gewebtes Glastextilgewebe, das sich insbesondere
als Gewebe für Wände eignet.
Beschreibung des Stands der Technik
Webstühle wurden seit vielen Jahrzehnten verwendet, um Glasgewebe
herzustellen. Dies trifft auch auf die Herstellung von Geweben zu, die mit Glasfasergarnen
gewebt werden. Außerdem sind Glasgewebe bekannt, die mit einem Muster gewebt
werden. Siehe zum Beispiel U.S. Patent Nr. 6,267,151, erteilt an Andre Moll von
Vitrulan Textilglas GmbH, und EP 1 162 306.
In dem Moll-Patent wird ein Verfahren zur Herstellung eines gemusterten
Glasgewebes beschrieben, das insbesondere für Tapeten oder ähnliche Materialien
geeignet ist, die ein mit Glasfasergarnen gewebtes Gewebe haben. Das Glasfasergarn
hat eine Titer zwischen 130 tex und 150 tex, und vorzugsweise zwischen 139 und 142
tex, welches für den Kettfaden verwendet wird. Ein Glasfasergarn mit einem
Titer zwischen 190 tex und 400 tex, und vorzugsweise von 215 tex, wird als Schuss
in dem Gewebe verwendet. Das Garn wird im Allgemeinen auf einem mustergesteuerten
Jacquardwebstuhl hergestellt. Eine der Schwierigkeiten mit einem Glasgewebe, das
gewebt ist, und insbesondere Glasgeweben, die für Tapetengewebe verwendet werden
sollen, ist, dass die Ästhetik sowie die Festigkeit von großer Bedeutung
sind, während das Glasgewebe gleichzeitig von geringem Gewicht sein soll. Selbstverständlich
können gemusterte Gewebe zu der Ästhetik eines Wandgewebes beitragen,
aber bei dem Versuch, eine hohe Festigkeit zu erreichen, ist man auf Probleme gestoßen,
da das Gewebe im Allgemeinen etwas schwerer war und sich nicht so weich anfühlt
oder nicht so voluminös aussieht, wie man es sich von dem Gewebe erwünscht.
Daher besteht ein Ziel der vorliegenden Erfindung darin, ein neues
und verbessertes Glastextilgewebe bereitzustellen, welches ästhetisch ansprechend
ist, eine gute Festigkeit aufweist, aber sich auch durch Leichtgewichtigkeit auszeichnet,
um sich so weich anzufühlen und so auszusehen, wie man es sich erwünscht.
Ein weiteres Ziel der vorliegenden Erfindung besteht darin, ein Wandgewebe
bereitzustellen, das eine gute Festigkeit aufweist, aber auch so beschaffen ist,
dass es von geringem Gewicht und ästhetisch ansprechend ist.
Diese und andere Ziele der vorliegenden Erfindung werden dem Fachmann
bei der Durchsicht der folgenden Offenbarung und den beigefügten Zeichnungen
ersichtlich.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
Die vorliegende Erfindung stellt ein Glastextilgewebe bereit, das
ästhetisch ansprechend ist, eine hohe Festigkeit aufweist und dennoch von geringem
Gewicht ist, wobei es sich weich anfühlt. Das Gewebe ist ein gewebtes Glastextilgewebe
und findet besondere Anwendbarkeit als ein Wandgewebe.
Das Gewebe wird mit einem Garn der Feinheit 20 bis 80 tex in Maschinenrichtung
oder als Kettfaden gewebt, und ein Glasstapelfaservorgarn wird als Schussfaden oder
in Querrichtung verwendet. Man hat nämlich unter Anderem festgestellt, dass,
wenn das Glasstapelfaservorgarn in der Querrichtung zusammen mit dem feinen, aber
starken lufttexturierten Garn verwendet wird, ein starkes und doch leichtgewichtiges
Produkt von hervorragender Ästhetik erhalten wird. Das Produkt ist recht leicht
und sieht weich aus und fühlt sich voluminös an, wie es für Wandgewebe
erwünscht ist. Die wirtschaftlichen Aspekte des Gewebes sind ebenfalls vorteilhaft.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
Die vorstehend genannten und weiteren Ziele, Merkmale und Vorteile
der vorliegenden Erfindung werden deutlicher anhand der folgenden, detaillierten
Beschreibung im Zusammenhang mit den Zeichnungen, in denen gleiche Bezugszeichen
ähnliche oder identische Elemente bezeichnen und in welchen:
1 einen herkömmlichen Prozess und Aufbau zur Herstellung
von Glasstapelfaservorgarn darstellt;
2 einen Prozess zur Herstellung von Glasstapelfaservorgarn
in größerem Detail darstellt, wobei das Trommelziehverfahren verwendet
wird;
3 einen Prozess zur Anwendung einer chemischen Standardbehandlung
in einem bevorzugten Verfahren in einem kontinuierlichen Prozesses unter Verwendung
eines rotierenden Siebs darstellt;
4 einen Prozess zur Anwendung von chemischen Dispersionen
in einem bevorzugten Verfahren in einem kontinuierlichen Prozes unter Verwendung
eines rotierenden Siebs zeigt;
DETAILLIERTE BESCHREIBUNG DER BEVORZUGTEN AUSFÜHRUNGS-FORMEN
Glasstapelfaservorgarn, welches als ein Stapelfaserstrang oder ein
diskontinuierliches Fasergarn charakterisiert werden kann, wird im Schussfaden des
erfindungsgemäßen Gewebes verwendet. Die Herstellung des Glasstapelfaservorgarn
ist wohlbekannt und wird zum Beispiel in Fiber Glass, von J. Gilbert Mohr and William
P. Rowe, 1978, Van Nostrand Reinhold Company beschrieben. Die Herstellung von Glasstapelfaservorgarn
unter Verwendung des so genannten „Trommelzieh" verfahrens wird ebenfalls
in US Patent Nr. 4,863,502 beschrieben und darauf verwiesen. Es ist möglich,
und wird auch bevorzugt, das Stapelfaservorgarn aus C-Glas- oder E-Glas-Pellets
herzustellen. Solche Zusammensetzungen aus chemischem Glas oder elektronischem Glas
sind wohlbekannt. Herkömmliche Produktionsanlagen für Glasstapelfaservorgarn
sind in der Industrie ebenfalls bekannt. Solche Produktionsanlagen wurden, zum Beispiel,
von der Schuller GmbH entwickelt. 1 stellt eine solche
Anlage dar.
Im Allgemeinen, wie in 1 gezeigt, enthält
ein Trichter, der sich oben auf der Glasstapelfaservorgarn-Einheit befindet, die
Glaspellets. Eine Pellet-Zufuhreinrichtung entnimmt das benötigte Pellet-Volumen
zeit- und gewichtsgesteuert und verteilt es gleichmäßig in eine Glasfaserbuchse.
Die Buchse besteht aus einer elektrisch beheizten Wanne aus Edelmetall. Sie ist
in eine Reihe von hitzebeständigen Ziegeln eingebettet und auf einem Rahmen
montiert. Am Boden der Wanne weist die Buchse eine Vielzahl von düsenartigen
Auslässen auf, die „Tips" genannt werden, aus denen die Glasfasern abgezogen
werden. Die Buchse ist Temperaturantwort leistungsgesteuert.
In der Buchse werden die festen Glaspellets in flüssiges Glas
überführt. Dieses Glas, das durch die Auslässe tritt, formt Glaskügelchen,
die wiederum flüssige Glasfaserfilamente erzeugen. Die Fasern werden mit faserbildendem
Promotor-Fluid bedampft und auf eine Spinntrommel gewickelt. Die Glastropfen werden
beschleunigt, aus den Filamenten gebrochen und setzen sich auf dem Boden zur Rückführung
ab. Schließlich zieht die Spinntrommel die Fasern bis zum gewünschten
Durchmesser aus. Die Fasern haften an der Trommeloberfläche für weniger
als eine Trommelumdrehung und werden dann mit einer Schabklinge entfernt. Gute Haftungswirkung
hält die Fasern fest auf der Trommeloberfläche. Sie werden dann an der
Kante der Schabklinge gelöst.
Die Fasern werden in einem Trichter durch Wirbeln vorgetext, verdrillt
(geschlossen), entfernt und endlos auf Spulen gewickelt. Sollten Fasern reißen,
wird der Faserziehprozess automatisch neu gestartet. Glastropfen und schwere Fasern
werden von den normgerechten Glasfasern getrennt und für die Rückführung
gesammelt.
Es wird bevorzugt, dass die Verweilzeit in dem Trichter deutlich verkürzt
ist, denn man hat festgestellt, dass insbesondere Gleichmäßigkeit und
gleichförmiges Aussehen verbessert werden, Dickeschwankungen vermindert werden
und die Zugbelastbarkeit um etwa 20 % erhöht wird, wenn die Verweilzeit in
dem Trichter deutlich verkürzt ist. Es ist wichtig, das Verhältnis Trommelgeschwindigkeit/Abziehgeschwindigkeits
so klein wie möglich zu halten.
2 der Zeichnung stellt mehr Details bezogen auf das
bevorzugte Verfahren zur Herstellung von Glasstapelfaservorgarn dar, unter Verwendung
des so genannten Trommelziehverfahrens. Wie in 2 gezeigt,
werden Filamente 4 von den Enden der Glasstangen gezogen oder von den Düsen
einer Wanne 2, die flüssiges Glas enthält, mit Hilfe einer rotierenden
Ziehfläche 3. Die Filamente 4 werden parallel gezogen, nebeneinander,
und zu dünnen Filamente verfeinert, welche dann vom Umfang der rotierenden
Ziehfläche vor Vollendung einer Umschlingung angehoben werden, in Fasern gespalten
werden und in einen geschlossenen Raum 7 geführt werden. Dieser Raum
ist rotationssymmetrisch und parallel zur Achse der Ziehfläche orientiert.
In dem geschlossenen Raum wird ein Faserwirbel 9 gebildet, der dann zu
einer Seite als Faser abgezogen wird.
Genauer gesagt, werden mit der Hilfe einer rotierenden Ziehfläche
3 in Form einer Trommel, große Mengen an parallelen Glasfilamenten
4 nebeneinander kontinuierlich von den Spindüsen 1 einer
Schmelzwanne 2 gezogen oder aus den durch Hitze erweichten Enden von Glasstäben.
Diese berühren die Ziehfläche äußerlich zur Linie des freien
Falls bei 5, werden abgezogen und mit der Hilfe dieser Ziehfläche
zu einem kleineren Durchmesser als bei ihrer Bildung verfeinert. Vor der Vollendung
einer einzelnen Umschlingung der Ziehfläche 5 werden die Filamente
4 durch eine geeignete Abhebevorrichtung 6, zum Beispiel einem
Abstreifer aus dünnem Blech oder durch entgegenwirkende Blasströme abgehoben
und in einen geschlossenen Raum 7, z. B. einen so genannten Spinntrichter,
geleitet, der parallel zu der rotierenden Ziehfläche 3 orientiert
ist. Ein mitrotierendes Luftpolster wird durch die hohe Rotationsgeschwindigkeit
um die Ziehfläche 3 gebildet. Es wirkt während des Ziehens der
Filamente 4 mit und wird ebenfalls durch die Abhebevorrichtung
6 abgehoben und zusammen mit den suspendierten Fasern 8 in den
geschlossenen Raum 7 eingeführt. Als Folge wird ein Luft-Faser-Wirbel
9 erzeugt, der die Fasern in dem kreisenden Wirbel zu einem Faserband oder
einem Vorgarn formt. Es wird dann kontinuierlich durch eine röhrenförmige
Düse 10 mittels einer Abzugs- und Aufspulvorrichtung 11 abgezogen.
Die Stärke des Bands wird durch die Anzahl der Fasern und/oder
die Abzugsgeschwindigkeit bestimmt. Die Seite des Raums 7 gegenüber
der Düse 10 ist offen und ermöglicht, dass der Umlaufwinde oder
das Luftpolster im Trichter entweicht.
Die rotierende Ziehfläche 3 ist über einen großen
Teil ihres Umfangs von einem beabstandeten Mantel 12, der als eine Schutzvorrichtung
dient, umgeben. Zusätzlich stellt er sicher, dass durch den entstehenden Umlaufwind
keine Verunreinigungen an die Ziehfläche gezogen werden und dass das Luftpolster,
das die Trommel umgibt, sicher bis zur Abnahmestelle 13 geführt wird.
Treten an der Abnahmestelle 13 Störungen auf, so wird
dann eine vorgeschaltete Abnahmevorrichtung 14 aktiviert, welche die anfallenden
Filamente von der Ziehfläche 3 abnimmt, bis die Störungen bei
13 behoben wurden.
Am Anfang des oben beschriebenen Prozesses, und auch wenn die Filamente
während des Herstellungsprozesses reißen, bildet sich an der Spinnstelle
1 ein Glastropfen 15. Dieser zieht während des freien Falls
ein neues Filament 4 hinter sich. Das Filament wird durch eine schräge
Leitfläche 16 unterhalb der Trommel zu der Ziehfläche
3 geführt. Das Filament wird von der Ziehfläche erfasst und von
ihr mitgenommen. Zur gleichen Zeit wird er von dem Tropfen 15 getrennt.
Die Filamente 4 werden tatsächlich nicht nur abgezogen
und von der Ziehfläche 3 ausgezogen, sondern auch von dem durch diese
Fläche gebildeten Luftpolster abgezogen und ausgezogen, während beide
für das einzelne Filament während seines Wegs wirksam sein können.
Ein Filament kann daher an der Ziehfläche ankommen, dann in das Luftpolster
eingetaucht werden, wieder auf die Ziehfläche gelangen usw. oder auch anders
herum. Die Filamente werden dadurch ständig in längere und kürzere
Teile gerissen, so dass bei 3 längere und kürzere Filamentteile
oder Fasern vorliegen können.
Das resultierende Glasstapelfaservorgarn-Produkt kann dann bei der
Herstellung von Glastextilgewebe der vorliegenden Erfindung verwendet werden. Vorzugsweise
hat das Glasstapelfaservorgarn einen Titer im Bereich von etwa 180 bis etwa 220
tex, mehr bevorzugt in einem Bereich von etwa 190 bis 210 tex und am meisten bevorzugt
von etwa 200 tex. In einer am meisten bevorzugten Ausführungsform, besteht
das erfindungsgemäße Glastextilgewebe aus einem Glasstapelfaservorgarn
mit einem Titer von etwa 200 tex als dem Schussfaden, einem Glasgarn in der Maschinenrichtung
mit einem Titer im Bereich von etwa 30 bis 40 tex, und am meisten bevorzugt etwa
34 tex.
Das in der Maschinenrichtung verwendete Glasgarn oder der Kettfaden
des erfindungsgemäßen Textilgewebes ist ein 20 bis 80 tex, lufttexturiertes
Garn, mehr bevorzugt ein Garn mit einem Titer zwischen etwa 30 und 50 tex, insbesondere
für solche Gewebe, die auf einem Jaquard-Webstuhl gewebt werden, und von etwa
60 bis 80 tex in anderen Geweben. Das Garn kann durch Verwendung von einem beliebigen
herkömmlichen Prozess für Glasfasern lufttexturiert werden. Geeignete
Maschinen sind erhältlich, wie die Lufttexturiermaschinen der Dietze and Schell
Corporation, Greenville, Süd Carolina. Die Lufttexturiermaschinen DS60 und
DS60D sind Beispiele für geeignete Maschinen, für das Texturieren von
Glasgarnen verwendbare Maschinen, die verschiedene Strahlströme von Luft verwenden,
um das Texturieren auszuführen. Die Maschine kann mit Glasgarn in verschiedenen
Ausgangsmaterialformen gespeist werden, zum Beispiel von flexiblen Spulen, Spinnkabeln
und Direkt-Rovings.
Dies als Kettfaden verwendete Glasgarn ist ein sehr feines Garn, das
lufttexturiert wurde. Die Feinheit des Glasgarns und sein texturierter Zustand,
zusammen mit der Verwendung des Stapelfaservorgarns in der Querrichtung trägt
dazu bei, dem Endprodukt seine Leichtgewichtigkeit und das voluminöse Aussehen,
Anfühlen zu verleihen. Das endgültige Textil weist trotz seiner leichgewichtigen
Eigenschaft auch gute Festigkeitseigenschaften auf. Es wurde festgestellt, dass
diese einzigartige Kombination von Eigenschaften zu vielen praktischen Vorteilen
aus der Sicht der Verwender/Kunden führt. Das Wandgewebe kann einfacher in
Außen- und Innenecken, auf einem Pfeiler oder in schwierigen Winkeln aufgehängt
werden. Das Gewebe ermöglicht einem auch, Falten und Blasen leicht auszuglätten.
Das erfindungsgemäße Glasgewebetextil ist auch leichter anzustreichen,
da es leichter ist, die Farbe über die Oberfläche zu verteilen und es
gibt weniger Walzenwiderstand. Das Gewebe verbraucht weniger Farbe und Klebstoff
und ist daher ökonomischer. Aufgrund der Festigkeitseigenschaften des Gewebes
kann das flexible Gewebe besondere Handhabungen aushalten und ermöglicht verschiedene
Anpassungen während des Aufhängens der Tapete ohne jegliche ernsthafte
Folgen. Es wurde auch beobachtet, dass das Gewebe beinahe unsichtbare Verbindungen
gewährleistet und in dieser Hinsicht daher ästhetisch ansprechender aussieht,
wie auch in seinem Gesamtaussehen und Anfühlen. Das Gewebe verliert auch weniger
Fasern, was während des Aufhängens für weniger Fasern in der Luft
sorgt, was die Handhabung des Textilgewebes umweltfreundlicher für die Person
macht, die mit dem Gewebe umgeht, sowie für die Umwelt im Allgemeinen. Die
leichtgewichtige Eigenschaft des Gewebes sowie die Eigenschaft der Festigkeit ermöglichen
auch einen geringeren Verbrauch an Rohmaterial. Insgesamt gewährleisten die
Festigkeit, Flexibilität und das geringe Gewicht des Gewebes sowie sein voluminöses
Aussehen und Anfühlen ein sehr erstrebenswertes Produkt.
Das Glasstapelfaservorgarn und lufttexturierte Garn werden zusammen
unter Verwendung eines beliebigen herkömmlichen Webstuhl, z. B. einem Schaftwebstuhl,
einem Jacquardwebstuhl, einer Webmaschine wie einer Dornier-Webmaschine zu dem fertigen
Textilprodukt verarbeitet. Wenn erwünscht, sind eingewebte Muster möglich.
Nachdem das Textilprodukt gewebt wurde, kann es auf herkömmliche
Weise behandelt werden, um dem Produkt die die endgültigen Eigenschaften zu
verleihen. Chemische Behandlungen von Glasgeweben sind bekannt, um solche Eigenschaften
wie Festigkeit, Volumen, Stabilität und Lichtundurchlässigkeit des fertigen
Textilprodukts auszuarbeiten/anzupassen.
3 zeigt ein Verfahren zur Anwendung einer normalen
chemischen Behandlung für ein erfindungsgemäßes Glasgewebe, vorzugsweise
ist das Glasgewebe ein gewebtes Produkt aus Glasfasergarn. Das Gewebe ist typischerweise
ein einfaches Muster bis hin zu acht Schäften. Die Bindung wird, zum Beispiel,
auf einer Dornier-Webmaschinen, Greifer- oder Luftwebmaschinen hergestellt, typischerweise
in Breiten von zwei oder drei Metern zur Sammlung auf Wickelspulen mit typischerweise
1.500–6.000 Metern an unbehandeltem gewebtem Glasfasergewebe hergestellt.
Bevorzugte Garne gemäß der vorliegenden Erfindung umfassen für die
Richtung des Kettfadens, Endlos-C-Glas oder E-Glas mit 20 bis 80 tex, mehr bevorzugt
von etwa 30 bis 50 tex oder 60 bis 80 tex, welches lufttexturiert wurde. Für
den Schussfaden oder die Querrichtung wird das wie oben beschriebene Glasstapelfaservorgarn
verwendet.
In dem erfindungsgemäßen Prozess wird das Glasgewebe
21, vorzugsweise in Rollenform, in ein Imprägnierbad gegeben, typischerweise
über Walzen 23 und herkömmliche Fördermittel, um mit einem
Bad 22 in Kontakt zu kommen, mit, zum Beispiel, einem chemischen Gemisch,
die das Glasgewebe sich weich anfühlen lässt, oder alternativ, zum Beispiel,
kann eine Aufnahmewalze das gleiche Gemisch auf mindestens eine der Glasgewebeoberflächen
transportieren. Ein bevorzugte Beschichtungsgemisch besteht aus solchen Bestanteilen,
die in der unten stehenden Tabelle 1 aufgeführt sind.
Alternativ zu den Walzen 23 können doppelseitige Trommelsiebe
verwendet werden, um die Chemikalien auf das Glasgewebe 21 aufzubringen.
Das chemische Gemisch wird an das Innere der beiden Trommelsiebe gespeist und auf
das Glasgewebe durch Kontakt mit den Trommelsieben aufgebracht.
Tabelle 1
- Stärkebinder 10–70 % Trockensubstanz
- Latexbinder 20–80 % Trockensubstanz
- Anorganische Vernetzungsmittel 0–10 % Trockensubstanz
- Pigmente 10–30 % Trockensubstanz
Alle kommerziell erhältlichen Stärkebinder können verwendet
werden. Ein aus Kartoffeln oder Getreide gewonnener Stärkebinder ist bevorzugt.
Die weichen Latexbinder basieren vorzugsweise auf Vinylacetat. Andere Arten von
Latexbindern können jedoch auch verwendet werden. Anorganische Vernetzungsmittel
sind Stoffe, welche die Wirkung dieses Gemisches verbessern können, indem sie
das chemische Gemisch bei Aufbringung stabilisieren. Ammoniumzirkoniumcarbonat ist
bevorzugt, aber es können auch andere Chemikalien verwendet werden.
Das Gemisch basiert vorzugsweise auf Wasser und weist einen Trockensubstanzanteil
zwischen 5 und 20 Gewichtsprozent auf, vorzugsweise zwischen 10 und 20 Gewichtsprozent
in dem chemischen Bad. Außer weißen Pigmenten können auch farbige
Pigmente zugegeben oder verwendet werden, um auch farbige Gewebe herzustellen. Nach
der Imprägnierung kann das Gewebe in eine Trockeneinrichtung 24 transportiert
werden, welche in der bevorzugten Ausführungsform von 3
als durch Dampf beheizte Zylinder 25 dargestellt sind. Nach dem Trocknen
wird das Gewebe auf einer Walze 26 gesammelt und üblicherweise auf
die gewünschte Breite geschnitten. Dieser erste Imprägnierungsschritt
verleiht dem Gewebe zusätzliches Volumen, Stabilität und Lichtundurchlässigkeit.
In 4, kann Dispersion 44 zugegeben
werden, um die Reißfestigkeit des Gewebes 42 zu verbessern. Typischerweise
reichen 10–60 g der Dispersion pro Quadratmeter aus, um eine optimale Adhäsionskraft
zusammen mit mäßigen Reißkräften zu erhalten. Die gewünschte
Reißkraft kann durch die Menge an aufgebrachter Dispersion geregelt werden.
Sie hängt auch von der Art und Struktur der verwendeten Gewebe ab. Man benötigt
eine optimale Adhäsionskraft, um die gleiche Strapazierfähigkeit und die
gleiche Feuerbeständigkeit zu erhalten wie gewöhnliche Wandverkleidungen
aus Glasfaser.
Nach dem Aufbringen der Dispersion 44 auf die Gewebeoberflächen
41 kann das Gewebe in eine Trockeneinrichtung 46 transportiert
werden, welche in der bevorzugten Ausführungsform von 4
als Lufttrockner dargestellt sind. Alternativ können ohne irgendwelche Nachteile
auch beheizte Zylinder verwendet werden. Das Gewebe wird dann auf Walze
48 gesammelt.
Nachdem nun die bevorzugten Ausführungsformen der Erfindung beschrieben
wurde, sollte verstanden sein, dass die Erfindung nicht auf diese genauen Ausführungsformen
beschränkt ist, vielmehr kann der Fachmann verschiedene Veränderungen
und Modifizierungen daran vornehmen, ohne das vom Bereich der Erfindung, wie in
den beigefügten Ansprüchen definiert, abgewichen wird.