Technisches Gebiet
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Entfernen überschüssigen
Kohlendioxids aus alkoholischen Getränken mit hohem Kohlendioxidgehalt wie
beispielsweise Bier.
Wie bekannt, ist es im Fall von Wein angebracht, das Getränk
vor dem Verzehr einer mechanischen Behandlung zu unterziehen, indem das Glas gedreht
und/oder geschwenkt wird, damit die Flüssigkeit eine bestimmte Menge Luft und
damit Sauerstoff aufnehmen kann.
Aus den Dokumenten EP 1210890
A1 oder WO 00/41602 ist bekannt, dass die Sauerstoffanreicherung des Weins,
die durch die mittels Drehen des Glases ausgeübte mechanische Behandlung erhalten
wird, durch das Vorhandensein von Rippen oder Hohlräumen, die im Glas angeordnet
sind, begünstigt wird.
Durch die Sauerstoffaufnahme werden besondere Eigenschaften des Weines
wie Aroma und Geschmack angereichert.
Diese Behandlung, ebenso wie die genannte Sauerstoffanreicherung,
verfolgt in einigen Fällen auch den Zweck, den Gehalt an Kohlendioxid zu senken,
welches, falls in zu großer Menge vorhanden, unerwünschte und gesundheitsschädliche
Wirkungen in alkoholischen Getränken hervorrufen kann. Zum Einen erhöht
Kohlendioxid die Aufnahmefähigkeit des menschlichen Körpers für alkoholische
Erzeugnisse und bildet damit ein wirksames Transportmittel für Alkohol.
Zum Anderen besitzt das Gas Eigenschaften, welche die Geschmacksknospen
betäuben und damit die Fähigkeit des Verbrauchers zur Geschmacksempfindung
beeinträchtigen.
Stand der Technik
Wie bekannt, besteht die oben genannte Behandlung in vorbestimmten
Ausschenktechniken und, wie oben aufgeführt, in einer Dreh- und Schwenkbewegung
der Gläser während und nach dem Füllen.
Allerdings erlauben diese Methoden weder eine Sauerstoffanreicherung,
die dazu geeignet ist, in angemessener Weise Aroma und Geschmack zu verstärken,
noch eine deutliche Senkung des Kohlendioxidgehalts.
Wie bekannt, entsteht bei der Bierherstellung Kohlendioxid spontan
während der Gärung. Anschließend wird bei der Abfüllung weiteres
Kohlendioxid künstlich hinzugefügt, um die Halbarbeitsdauer des Erzeugnisses
zu verlängern.
Daher ist offensichtlich das Bedürfnis, den Gehalt des im Getränk
gelösten Kohlendioxids zu reduzieren, bei Bier noch stärker und vordringlicher
als bei Wein.
Schließlich ist sowohl bei Wein als auch bei Bier ein starkes
Bedürfnis vorhanden, eine gute Sauerstoffanreicherung zu erzielen und gleichzeitig
den in diesen Getränken enthaltenen überschüssigen Kohlendioxidgehalt
zu verringern, um die oben beschriebenen vorteilhaften Wirkungen zu erhalten, und
genauer gesagt die Begrenzung der Fähigkeit des menschlichen Körpers zur
Aufnahme alkoholischer Erzeugnisse und die Verbesserung von Aroma und Geschmack
der Getränke.
Darstellung der Erfindung
Zweck der vorliegenden Erfindung ist es daher, die genannten Nachteile
zu beseitigen, indem ein Verfahren zum Entfernen überschüssigen Kohlendioxids
aus alkoholischen Getränken, wie beispielsweise Bier, bereitgestellt wird,
wie in dem nachfolgenden ersten Patentanspruch beschrieben.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
Die technischen Merkmale der Erfindung im Hinblick auf die oben genannten
Ziele sind deutlich in den nachfolgenden Patentansprüchen beschrieben und ihre
Vorteile werden in der nachfolgenden detaillierten Beschreibung mit Bezug auf die
beigefügten Zeichnungen dargelegt, die ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel
der Erfindung darstellen, ohne den allgemeinen Anwendungsbereich einzuschränken.
Hierbei zeigen:
1 bis 3 und
5 bis 9 perspektivische
Vorderansichten mehrerer Ausführungsformen des für die Ausführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens angepassten Glases;
4 eine Draufsicht des in 1
dargestellten Glases;
10 bis 13 vergrößerte
perspektivische Ansichten vier alternativer Ausführungsformen eines Detail
des in 1 bis 9 dargestellten
Seidels.
Ausführliche Beschreibung der bevorzugten Ausführungsformen der
Erfindung
Mit Bezug auf die beigefügten Zeichnungen bezeichnet die Nummer
1 im Allgemeinen ein Glas oder Seidel für den Verzehr und das Verkosten
von Getränken wie Wein und Bier.
Im Einzelnen zeigen die 1 bis
5, jeweils mit Kennzeichnung 2,
3, 4 und 5, kegelförmige Säulengläser
mit einer weiten Öffnung 6, wie sie insbesondere für das Verkosten
von Bier verwendet werden, während die 6 bis
9, jeweils mit Kennzeichnung 7,
8, 9 und 10, kelchförmige Gläser zeigen, also
Gläser in Form eines kugelförmigen Kelchs mit einem Stiel 11
und einem Fuß 12.
Erfindungsgemäß weist die Innenoberfläche
13 der Gläser 1 mehrere erhöhte Rippen 14 auf,
die gleichmäßig verteilt sind und sich vom Boden 15 zur Öffnung
6 der Gläser 1 erstrecken.
Bei dem in den 1 und 4
dargestellten Glas 2 sind die genannten Rippen 14 im Wesentlichen
parallel zueinander, während sich bei den Gläsern 3 und
4 die Rippen 14 vom Boden 15 zur Öffnung
6 des Glases 1 hin mit wendel- oder spiralförmigem Verlauf,
jeweils im Uhrzeigersinn und gegen den Uhrzeigersinn, erstrecken.
Bei dem in 5 dargestellten Glas
5 sind die Rippen 14 auf einen ersten und einen zweiten Rippensatz
mit einander entgegengesetztem wendel- oder spiralförmigem Verlauf verteilt.
Das Glas 7 in 6 weist an der
inneren Oberfläche 13 des entsprechenden Kelchs eine Reihe von Rippen
14 auf, die sich radial vom Boden 15 zur Öffnung
6 hin erstrecken.
Bei den Gläsern 8 und 9 erstrecken sich die
Rippen 14 vom Boden 15 zur Öffnung 6 des Glases
1 mit wendel- oder spiralförmigem Verlauf, jeweils gegen den Uhrzeigersinn
und im Uhrzeigersinn.
Schließlich sind bei dem Glas 10 in 9
die Rippen 14 auf einen ersten und einen zweiten Rippensatz mit einander
entgegengesetztem wendel- oder spiralförmigem Verlauf verteilt.
Wie insbesondere in 10 und
12 dargestellt, weisen die Rippen 14 im Querschnitt
eine abgerundete Form und unterschiedliche Stärken auf.
In den 11 und 13
weisen die Rippen 14 im Querschnitt eine jeweils scharfkantige Dreiecksform
bzw. eine vieleckige Form mit zwei scharfen Kanten auf.
In der Praxis beträgt im Querschnitt die Größe der
Rippen 14 zwischen 0,5 und 3,5 mm.
Im Gebrauch und im Falle von Bier hält der Verbraucher bei Verwendung
eines der abgebildeten Gläser 1 beim Füllen das Glas
1 in einem bestimmten Winkel, so dass der Flüssigkeitsstrom durch
die Rippen 14 mit einer wirbelnden Bewegung abgelenkt wird, welche das
Kohlendioxid nach oben leitet.
Gleichzeitig und am Ende des Füllvorgangs lässt der Verbraucher
das Glas einige Drehungen ausführen, damit wiederum durch die Rippen
14 eine turbulente Bewegung des Biers erzeugt wird, welche die Beseitigung
von überschüssigem Kohlendioxid bewirkt. Allerdings werden durch diese
Drehbewegung die Eigenschaften des Biers nicht beeinträchtigt, sondern vielmehr
die Aroma- und Geschmacksmerkmale begünstigt.
Je nachdem, ob der Verbraucher Rechts- oder Linkshänder ist,
kann es empfehlenswert sein, das jeweils geeignete Glas 1 unter den in
2, 3, 7
und 8, bzw. in 5 und
9 abgebildeten Modellen für Rechts- und Linkshänder
auszuwählen. Im Falle von Wein und insbesondere bei Verwendung von einem Glas
1, wie es in den Fig. von 6 bis
9 abgebildet ist, lässt der Verbraucher das gefüllte
Glas 1 Drehbewegungen ausführen, damit die entsprechenden Rippen
14 eine turbulente Bewegung erzeugen, die dem Zweck dient, die Aufnahme
einer bestimmten Menge von Luft und demzufolge Sauerstoff durch die Flüssigkeit
zu ermöglichen.
Durch die genannte Sauerstoffaufnahme werden bestimmte Eigenschaften
des Weines wie Aroma und Geschmack verstärkt.
Daher erlaubt die genannte Anreicherung mit Sauerstoff eine Verstärkung
der organoleptischen Merkmale des Weines sowie eine teilweise Beseitigung des im
Wein enthaltenen Kohlendioxids, wodurch ebenfalls die Duftnote verbessert wird.
Schließlich ist zu beachten, dass eine weitere Auswirkung der
Form der Gläser 1 mit den genannten Rippen 14 darin besteht,
dass ebenfalls beim Wein eine geringe Senkung des Alkoholgehaltes erreicht wird,
da ein Teil des Alkohols dazu neigt, infolge der wirbelnden Bewegung des Getränks
freigesetzt zu werden. Darüber hinaus erzeugt die erfindungsgemäße
Bewegung des Weines in einem Glas 1 angenehme musikalische Klänge.
Die beschriebene Erfindung ist offensichtlich zur industriellen Anwendung
geeignet. Sie kann außerdem zahlreiche Veränderungen und Varianten zulassen,
die alle in den Bereich des erfinderischen Gedankens fallen. Ferner können
alle Einzelheiten durch technisch gleichwertige Elemente ersetzt werden und die
Gläser 1 können selbstverständlich in jeder beliebigen Form
und aus jedem beliebigen Material gefertigt sein.