Die vorliegende Erfindung betrifft eine Funksendevorrichtung zum Übertragen
von Sprachsignalen in einem Veranstaltungsraum. Darüber hinaus betrifft die
vorliegende Erfindung eine Steuervorrichtung zum Steuern eines Funksendegeräts,
mit dem Sprachsignale in einem Veranstaltungsraum übertragbar sind. Des Weiteren
bezieht sich die vorliegende Erfindung auf entsprechende Verfahren zum Senden von
Sprachsignalen und zum Steuern von Funksendegeräten.
Vor allem in Klassenzimmern werden FM-Systeme (Frequenzmodulation)
verwendet, um das Signal-zu-Rauschverhältnis bei der Signalübertragung
zu Hörgeräten zu verbessern. Dabei trägt der Lehrer in der Regel
ein Mikrofon mit Sender und die Schüler einen Empfänger gegebenenfalls
mit Anschluss an ein Hörgerät. Wenn der Lehrer den Raum verlässt
und vergisst, das Mikrofon auszuschalten, können die Schüler Gespräche,
die beispielsweise im Lehrerzimmer stattfinden, mitverfolgen. Der Lehrer muss also
versuchen zu vermeiden, das Mikrofon nicht rechtszeitig manuell auszuschalten.
Von der Firma Phonak ist ein FM-Multifrequenzsystem für Schulen
bekannt. Bei diesem System werden die Empfänger in einem Klassenzimmer automatisch
auf eine konfigurierte Funkfrequenz eingestellt. Beim Wechseln der Klassenräume
findet automatisch ein Frequenzwechsel beim Empfänger statt.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, den Lehrer oder
einen anderen Nutzer eines FM-Senders dabei zu unterstützen, den Sender bei
Nichtgebrauch zeitnah abzuschalten.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe gelöst durch eine
Funksendevorrichtung zum Übertragen von Sprachsignalen in einem Veranstaltungsraum
mit einer Empfangseinrichtung zum Empfang mindestens eines Steuersignals und einer
Schalteinrichtung zum An- und/oder Abschalten der Funksendevorrichtung in Abhängigkeit
des empfangenen Steuersignals.
Dementsprechend ist erfindungsgemäß auch vorgesehen ein
Verfahren zum Senden von Sprachsignalen in einem Veranstaltungsraum durch Empfangen
eines Steuersignals in dem Veranstaltungsraum und/oder am Eingang des Veranstaltungsraums
mit einer Funksendevorrichtung, An- und/oder Abschalten der Funksendevorrichtung
zum Senden der Sprachsignale in Abhängigkeit des empfangenen Steuersignals.
Vorzugsweise erfolgt das Empfangen eines Steuersignals über Funk
oder induktiv. Hierbei genügen geringe Reichweiten der drahtlosen Übertragung,
z. B. Bluetooth. Grundsätzlich sind aber auch andere Kurzstreckenübertragungssysteme,
wie beispielsweise Infrarotsysteme, denkbar.
Die erfindungsgemäße Funksendevorrichtung kann eine Konfigurationseinrichtung
aufweisen, mit der die Funksendevorrichtung in Abhängigkeit des empfangenen
Steuersignals automatisch konfigurierbar ist. Insbesondere kann die Funksendevorrichtung
aufgrund des Steuersignals automatisch in einen entsprechenden Funkkanal geschaltet
werden. Beispielsweise kann in jedem Raum ein anderer Funkkanal automatisch eingestellt
werden, so dass sich Störungen aufgrund von Veranstaltungen in benachbarten
Räumen vermeiden lassen.
Darüber hinaus kann die Funksendevorrichtung mit mehreren Mikrofonen
und einer Mischrichtung ausgestattet sein, so dass Sprachsignale von mehreren Personen
bzw. Geräten gemischt übertragbar sind. Dies ist insbesondere dann vorteilhaft,
wenn mehrere Lehrer in einem Raum den Unterricht gestalten.
Besonders vorteilhaft ist, wenn die Funksendevorrichtung tragbar ausgebildet
ist. Die Funksendevorrichtung kann auch mehrere tragbare Funkeinheiten aufweisen,
so dass mehrere Lehrer in einem Raum mit einem entsprechenden Sender ausgestattet
werden können.
Das Steuersignal kann aus einer Abfolge von mindestens zwei Signalteilen
verschiedener Sender bestehen. Damit lassen sich verhältnismäßig
günstige Sender zum Gewinnen von orts- und bewegungsspezifischen Informationen
einsetzen.
Im Rahmen der Erfindung wird ferner bereit gestellt eine Steuervorrichtung
zum Steuern eines Funksendegeräts, mit dem Sprachsignale in einem Veranstaltungsraum
übertragbar sind, mit einer Detektionseinrichtung zum Detektieren einer Anwesenheit
oder einer Bewegung des Funksendegeräts in dem/den Veranstaltungsraum und einer
Sendeeinrichtung zum Senden eines Steuersignals an das Funksendegerät in Abhängigkeit
eines Detektionsergebnisses von der Detektionseinrichtung.
Darüber hinaus ist erfindungsgemäß auch vorgesehen
ein entsprechendes Verfahren zum Steuern eines Funksendegeräts mit dem Sprachsignale
in einem Veranstaltungsraum übertragen werden, durch Detektieren einer Anwesenheit
oder einer Bewegung des Funksendegeräts in dem Veranstaltungsraum und Senden
eines Steuersignals an das Funksendegerät in Abhängigkeit des Detektionsergebnisses.
Die Steuervorrichtung umfasst vorteilhafterweise
zwei Detektionseinheiten, die in einem Türrahmen einbaubar sind, um eine Bewegungsrichtung
des Funksendegeräts zu detektieren. Somit ist es möglich, zu detektieren,
ob ein Lehrer das Klassenzimmer betritt oder verlässt und sein Funkgerät
entsprechend zum An- oder Abschalten anzusteuern.
Die Detektionseinrichtung kann ferner eine Lokalisationseinheit zum
Lokalisieren des Funksendegeräts in dem Veranstaltungsraum aufweisen. Vorzugsweise
besitzt die Lokalisationseinheit mindestens zwei getrennte Richtantennen. Damit
ist es möglich, nicht nur die Anwesenheit eines Lehrers im Klassenzimmer, sondern
auch seinen genauen Ort festzustellen, so dass sein Funksendegerät auch innerhalb
des Klassenzimmers ortsabhängig konfiguriert werden kann.
Des Weiteren kann die Detektionseinrichtung auch zum Detektieren von
mindestens zwei Funksendegeräten in dem Veranstaltungsraum und zum Steuern
der mindesten zwei Funksendegeräte ausgelegt sein. Dadurch lassen sich in dem
Veranstaltungsraum mehrere Funksendegeräte getrennt voneinander steuern bzw.
konfigurieren.
Die vorliegende Erfindung wird nun anhand der beigefügten Zeichnungen
näher erläutert, in denen zeigen:
1 ein Funksystem gemäß einer Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung und
2 ein Funksystem gemäß einer weiteren Ausführungsform
in Draufsicht.
Die nachfolgend näher geschilderten Ausführungsbeispiele
stellen bevorzugte Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung dar.
Entsprechend dem Beispiel von 1 besteht
ein erfindungsgemäßes Funksystem aus einer Sendeeinheit 1, die
beispielsweise von einem Lehrer getragen wird, und einem oder mehreren Empfängern
2, die hier als Hörgeräte ausgestaltet sind. Die Hörgeräte
2 werden hier von Schülern getragen. Mit diesem System ist es möglich,
dass der Lehrer seine akustisch dargebotenen Informationen per Funk an die Hörgeräte
2 der Schüler überträgt.
Die Schüler mit den Hörgeräten 2, oder aber
auch mit Kopfhörern oder Headsets als Empfänger, befinden sich in einem
Klassenzimmer. Beim Betreten des Klassenzimmers trägt der Lehrer seinen Sender
1 durch eine Tür 3. Dabei schaltet sich der Sender
1 automatisch ein. Dies wird durch zwei Richtantennen 4,
5 ermöglicht, die in der Türzarge bzw. vor und hinter der Tür
3 angeordnet sind. Die beiden Richtantennen 4, 5 sind
Teil eines Senders mit kurzer Reichweite. Jede der beiden Antennen 4,
5 sendet Signale in einer jeweiligen Richtkeule 6, 7
ab. Dadurch dass die beiden Richtkeulen 6, 7 räumlich voneinander
getrennt sind, kann das mit einem Mikrofon versehene Sendegerät 1
das Durchlaufen der beiden Richtkeulen 6, 7 getrennt voneinander
feststellen.
Senden die beiden Antennen 4, 5 mit unterschiedlichen
Frequenzen oder mit unterschiedlichen Signalmustern, so kann der Sender
1 beim Durchlaufen der Tür auch die Durchlaufrichtung bestimmen. Abhängig
von der Durchlaufrichtung kann der Sender 1 dann an- oder abgeschaltet
werden. Im vorliegenden Beispiel kann dies dazu ausgenützt werden, den Sender
1 abzuschalten, wenn der Lehrer das Klassenzimmer verlässt.
Die Auswerteintelligenz kann aber auch in einer Steuervorrichtung
liegen, die die beiden Antennen, 4, 5 bzw. entsprechende Sender
nutzt. Diese Steuervorrichtung detektiert beispielsweise durch Reflexion oder Signale
vom Sendegerät 1 eine Bewegung in das/aus dem Klassenzimmer. Ein anschließend
abgesandtes Steuersignal schaltet das Sendegerät 1 an oder ab.
Ein weiteres Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen
Mikrofon-Funksystems ist in 2 skizzenhaft dargestellt.
Dabei zeigt die FIG eine Draufsicht auf zwei Klassenzimmer und einen Gang. In dem
Klassenzimmer A befinden sich zwei Antennen 10 und 11. Diese Antennen
10 und 11 strahlen hier ebenfalls Richtkeulen 12,
13 ab. Die beiden Richtkeulen 12, 13 dienen hier dazu,
das gesamte Klassenzimmer zu erfassen, bzw. abzutasten. Befindet sich ein Sendegerät
1 (in 2 nicht dargestellt) in dem Klassenzimmer
A und zwar innerhalb einer der Richtkeulen 12, 13, so kann er
das empfangene Sendesignal dazu verwenden, sich automatisch einzuschalten.
Verlässt der Lehrer mit dem Sender 1 das Klassenzimmer
A und geht auf den Gang, auf dem der Sender 1 keine Funkwellen mehr empfängt,
so schaltet sich der Sender 1 automatisch ab. Damit wird verhindert, dass
Gespräche des Lehrers auf dem Gang von den Schülern in dem Klassenzimmer
A mitgehört werden können.
Betritt der Lehrer nun das Klassenzimmer B, in dem sich die Antennen
20 und 21 befinden, so schaltet sich das Sendegerät des Lehrers
ein, sobald es in den Erfassungsbereich der zugehörigen Richtkeulen
22 und 23 kommt. Auch hier reichen die Keulen 22 und
23 nicht auf den Gang, so dass das Sendegerät des Lehrers automatisch
beim Verlassen des Klassenzimmers B abschaltet. Auch sind die Richtkeulen
12, 13 und 22, 23 in den Klassenzimmern A und
B so ausgerichtet und dimensioniert, dass es, wenn möglich, keine Überlappung
gibt.
Der Sender 1 des Lehrers lässt sich durch die Keulen
6, 7, 12, 13, 22, 23 nicht
nur an- oder abschalten, sondern auch konfigurieren. Dies bedeutet, dass der Sender
bzw. das Mikrofon-Funksystem ortsabhängig konfigurierbar ist. Insbesondere
kann sich der Sender 1 des Lehrers beim Betreten des Klassenzimmers automatisch
auf einen klassenzimmerspezifischen Funkkanal einstellen. In einem anderen Klassenzimmer
stellt sich der Sender automatisch auf einen anderen Funkkanal ein. Auch auf diese
Weise lassen sich Störungen zwischen Funksystemen zweier benachbarter Klassenzimmer
vermeiden.
Wenn die zu den Antennen 4, 5, 10,
11, 20, 21 zugehörigen Sender auch in der Lage sind,
ihre Sendesignale zeitlich abhängig zu variieren, so kann die Konfiguration
des Funksystems beispielsweise von der Tageszeit abhängig gemacht werden. Darüber
hinaus können die in den Klassenzimmern installierten Sender auch beispielsweise
von den Empfängern konfiguriert werden, wenn sie entsprechende Schnittstellen
besitzen.
Die Konfiguration des FM-Funksystems kann sich auch auf die Empfänger
2 beziehen. Außerdem können zusätzlich Gegebenheiten bzw.
Ausstattungen des Raums bei der Konfiguration der FM-Sender und/oder FM-Empfänger
berücksichtigt werden. Dies ist insbesondere dann sinnvoll, wenn die Daten
digital übertragen werden.
Ist beispielsweise in einem Klassenzimmer auch ein Lautsprechersystem
installiert, wird das Sprachsignal des Lehrers auch auf die Lautsprecher geschaltet.
Die Funkempfänger an den Hörgeräten der Schüler können
dann gegebenenfalls ausgeschaltet bleiben.
Auch bei diesem Ausführungsbeispiel können die Antennen
10, 11, 20, 21 Teil einer Steuervorrichtung
sein, wobei die Antennen zunächst zum Detektieren eines Sendegeräts
1 und anschließend zum Senden eines entsprechenden Steuersignals an
das Sendegerät 1 dienen.
Befinden sich mehr als ein Sender im Raum, so wird das bereits beim
Eintreten der jeweiligen Personen in den Raum automatisch von einem der Sendegeräte
oder von der Steuervorrichtung mit Detektionseinrichtung erkannt. Der zweite hinzukommende
Sender wird dann automatisch mit dem schon vorhandenen Sender gemischt. Hierzu empfängt
der Sender 1 das Signal von Sender 2, addiert das Signal zu seinem
eigenen hinzu und sendet es zu den Schülern. Dies bedeutet, dass zumindest
der erste Sender dann auch mit einem Empfänger ausgestattet sein muss. Durch
diesen Multi-Senderbetrieb können zwei oder mehr Lehrer gleichzeitig über
das Funksystem zu den Schülern sprechen.
Anstelle eines weiteren Lehrers kann beispielsweise auch eine Video-
bzw. Stereoanlage als zusätzlicher Sender dienen und so in den Unterricht integriert
werden. Die Schüler können dann sämtliche Quellen über ihre
FM-Empfänger hören.
Die Antennen 10, 11 in dem Klassenzimmer A können
so platziert werden, dass eine genaue Ortsbestimmung des Senders 1 bzw.
des Lehrers in dem Klassenzimmer A möglich ist. Diese zusätzlich gewonnene
Ortsinformation werden gegebenenfalls dazu verwendet, von den Antennen
10, 11 ortsspezifische Steuersignale abzusenden. Mit diesen Steuersignalen
kann dann der Sender 1 ortsspezifisch konfiguriert werden. Beispielsweise
lässt sich so die Sendesignalamplitude des Senders 1 abhängig
vom Ort in dem Veranstaltungsraum variieren. Andere ortsabhängige Konfigurationsmöglichkeiten
betreffen Rauschunterdrückungsmaßnahmen und Filterungen.