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Dokumentenidentifikation DE102006018269A1 25.10.2007
Titel Schutzvorrichtung für eine Teilscheibenbremse
Anmelder Dr.Ing.h.c. F. Porsche AG, 70435 Stuttgart, DE
Erfinder Hasenmaier, Werner, 71272 Renningen, DE
DE-Anmeldedatum 20.04.2006
DE-Aktenzeichen 102006018269
Offenlegungstag 25.10.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 25.10.2007
IPC-Hauptklasse B60T 1/06(2006.01)A, F, I, 20060420, B, H, DE
IPC-Nebenklasse F16D 65/00(2006.01)A, L, I, 20060420, B, H, DE   
Zusammenfassung Schutzvorrichtung (1) für eine Teilscheibenbremse, insbesondere gegen lose Fremdkörper (3), wie Geröll, Steine und/oder Erdreich, wobei ein Bremssattel (2) der Teilscheibenbremse in einem Abstand zur radialen Felgeninnenseite (4) des Fahrzeugrades (5) an einem Bremsträger (6) befestigt ist und wobei die Teilscheibenbremse (2) mit einer auf einer Nabe des Fahrzeugrades (5) mitlaufenden Bremsscheibe (7) zusammenwirkt, an die von beiden Seiten Bremsbeläge (8, 9) gepresst werden, welche in einem Bremssattel (2) angeordnet sind, wobei der Bremssattel (2) die Bremsscheibe (7) zumindest teilweise übergreift, wobei die Schutzvorrichtung (1) in der Art eines Abweisers (11) ausgebildet ist, wobei der Abweiser (11) zumindest den Raum zwischen axialer Felgeninnenseite (4) und Oberkante Bremssattel (2) weitestgehend ausfüllt.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Schutzvorrichtung für eine Teilscheibenbremse, insbesondere gegen lose Gegenstände, wie Geröll, Steine und/oder Erdreich, wobei ein Bremssattel der Teilscheibenbremse in einem relativen Abstand zur Felgeninnenseite des Fahrzeugrades an einem Bremsträger befestigt ist.

Aus der DE 35 41 522 A1 ist eine Schutzvorrichtung für eine an einer Fahrzeugachse außenanliegend angeordnete Teilscheibenbremse mit wenigstens einem nahe der Radscheibe eines abzubremsenden Fahrzeugrades achsfest angebauten, die Bremsscheibe übergreifenden Bremssattel bekannt. Diese Schutzvorrichtung weist eine insbesondere hohlzylindrische, die Scheibenbremse umgebende, achsfeste und formsteife Schutzabdeckung auf, welche die Bremsscheibe mit radialem Abstand umgibt, unmittelbar vor der Radscheibe endet und an ihrem Hinterende offen ist.

Nachteilig an der aus dem Stand der Technik bekannten Schutzvorrichtung ist jedoch, dass es sich bei der Schutzvorrichtung um ein relativ großes und aufwendig gestaltetes Bauteil handelt und sich die Schutzvorrichtung nur bedingt als Nachrüstbauteil an bestehende Teilscheibenbremsen montieren lässt.

Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Schutz-vorrichtung zu schaffen, die zum einen in besonderem Maße einfach und kostengünstig herzustellen ist, und darüber hinaus in einfacher Art und Weise als Nachrüstbauteil an bereits bestehende Teilscheibenbremsen montiert werden kann.

Diese Aufgabe wird durch eine Schutzvorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen sind Gegenstand der Unteransprüche.

Erfindungsgemäß ist die Schutzvorrichtung in der Art eines Abweisers ausgebildet, wobei der Abweiser zumindest den Raum zwischen radialer Felgeninnenseite und Oberkante Bremssattel weitestgehend ausfüllt. Dies hat den Vorteil, dass der Raum zwischen der radialen Felgeninnenseite und Bremssattel besonders sicher geschützt wird und somit vermieden werden kann, dass sich Fremdkörper wie insbesondere Geröll, Steine, Sand oder Erdreich, welche während der Fahrt in den Innenraum der Felge gelangen und durch die Drehung der Felge bedingt in den Bauraum um die Teilscheibenbremse gefördert werden, sicher von der Teilscheibenbremse bzw. dem Bremssattel ferngehalten werden können. Mit der Schutzvorrichtung können die Fremdkörper also bereits vor Erreichen der Teilscheibenbremse sicher von dieser ferngehalten werden. Ein zuverlässiger Schutz für die Teilscheibenbremse ist die Folge. Die im Innenraum der Felge befindlichen Fremdkörper könnten sich sonst im Bereich zwischen radialer Felgeninnenseite und Bremssattel verklemmen. Daraus würde ein erhöhtes Risiko von Beschädigungen resultieren. Die Schutzvorrichtung ist in besonderem Maße einfach und ohne großen Montageaufwand an bereits bestehende Scheibenbremsenanordnungen montierbar und darüber hinaus ohne großen technologischen Aufwand herstellbar. Es ist natürlich auch denkbar, die Schutzvorrichtung als fest mit der Teilscheibenbremse verbundenes bzw. herstellbares Serienprodukt zu fertigen.

Um eine besonders hohe Funktionssicherheit der Schutzvorrichtung zu erzielen, sieht eine Ausführungsform der Schutzvorrichtung vor, am Abweiser eine schräg verlaufende, von der axialen Felgeninnenseite wegweisende Fläche zum Auswurf der eingedrungenen Gegenstände anzuordnen. Dies hat den Vorteil, dass die in den Radkasten bzw. in den die Teilscheibenbremse umgebenden Bauraum geförderten Gegenstände nicht nur sicher von der Teilscheibenbremse ferngehalten werden, sondern darüber hinaus sogleich in Richtung der freiliegenden Fahrzeugachse, und damit von der Felgeninnenseite weg, abtransportiert werden können.

Eine weitere bevorzugte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass die Fläche in axialer Laufrichtung entgegen der Drehrichtung des Rades hin zumindest geringfügig geneigt und/oder gewölbt ausgebildet ist. Dies hat den Vorteil, dass die Schutzvorrichtung eine zuverlässigere Fläche zum Abweisen der aufwirbelnden Gegenstände aufweist, da der Abweiser die umherfliegenden Gegenstände voll erfasst und zudem gewährleistet wird, dass sich keine Gegenstände zwischen Abweiser und Bremssattel verhaken bzw. verklemmen können.

Um einen besonders sicheren Schutz für die Teilscheibenbremse zu gewährleisten, kann vorgesehen sein, dass sich der Abweiser umfangsseitig zumindest bereichsweise über einen radialen Teilbereich der Bremsscheibe erstreckt. Dies hat den Vorteil, dass der in Drehrichtung des Fahrzeugrades offene und damit besonders zu schützende Vorderbereich der Teilscheibenbremse zumindest bereichsweise abgedeckt werden kann, und damit vermieden wird, dass sich Geröll oder Steine in dem offenen Bereich zwischen Felgeninnenseite und Bremsscheibe verklemmen können.

Der Abweiser selbst kann mittel- oder unmittelbar mit dem Bremssattel und/oder dem Bremsträger verbunden werden. Das heißt, dass die Verbindung des Abweisers direkt über bestehende Gewindebohrungen oder dergleichen am Bremssattel erfolgen kann. Es ist aber auch denkbar, den Abweiser an einem Halteelement zu befestigen, welches selbst wiederum am Bremssattel und/oder Bremsträger befestigt werden kann. In jedem Falle kann der Abweiser so ausgebildet werden, dass eine einfache nachträgliche Montage an nahezu allen bestehenden Teilscheibenbremsenanordnungen erfolgen kann und der Abweiser somit als Nachrüstbauteil schnell und ohne großen technologischen Aufwand an der Teilscheibenbremse befestigt werden kann.

Ferner ist denkbar, den Abweiser als integriertes Bauteil, welches fest bzw. unlösbar am Bremssattel und/oder Bremsträger angeordnet ist, auszubilden. So könnte die Montage des Abweisers bzw. die Fertigung des Abweisers im Zuge der Fertigung des Bremssattels und/oder Bremsträgers erfolgen. Der Abweiser selbst kann dabei als Schweiß- und/oder Gusskörper oder dergleichen ausgebildet sein.

Nachfolgend wird eine mögliche Ausführungsform der Schutzvorrichtung an Hand der Zeichnungen näher erläutert.

Es zeigen:

1 eine Teilscheibenbremsenanordnung in einer schematischen Draufsicht mit einer an der Teilscheibenbremse befestigten Schutzvorrichtung;

2 eine schematische Seitenansicht der Teilscheibenbremsenanordnung gemäß 1;

3 die schematische Darstellung des durch eine Schutzvorrichtung zu schützenden Bauraums im Bereich einer Teilscheibenbremse.

1 zeigt die schematische Draufsicht einer Teilscheibenbremsenanordnung. Die Teilscheibenbremsenanordnung umfasst eine mit Strichlinien dargestellte Schutzvorrichtung 1, wobei die Schutzvorrichtung 1 zumindest bereichsweise an einem Bremssattel 2 befestigt ist. Der Bremssattel 2 ist in einem relativ geringen Abstand zur radialen wie auch zur axialen Felgeninnenseite 4 des Fahrzeugrades 5 an einem Bremsträger 6 befestigt und wirkt mit einer auf einer Nabe des Fahrzeugrades 5 mitlaufenden Bremsscheibe 7 zusammen. An beiden Seiten der Bremsscheibe sind im Bremssattel 2 angeordnete Bremsbeläge 8 und 9 vorgesehen, wobei der Bremssattel 2 so ausgebildet ist, dass er die Bremsscheibe 7 zumindest teilweise übergreift.

Die Schutzvorrichtung 1 ist hierbei in der Art eines Abweisers 11 ausgebildet. Der Abweiser 11 weist eine schräg verlaufende, von der axialen Felgeninnenseite 4 wegweisende Fläche 12 zum Auswurf von eingedrungenen Gegenständen auf. Die Fläche 12 ist entgegen der Drehrichtung des Fahrzeugrades 5 geringfügig geneigt ausgebildet (siehe 2) und übergreift umfangsseitig zumindest einen radialen Teilbereich 13 der Bremsscheibe 7.

2 zeigt eine schematische Seitenansicht der Teilscheibenbremsenanordnung gemäß 1. Die Schutzvorrichtung 1 bzw. der Abweiser 11 ist als Strichlinie dargestellt und so ausgebildet, dass der Raum zwischen radialer, aber auch zwischen axialer Felgeninnenseite und Oberkante Bremssattel 2 weitestgehend vom Abweiser 11ausgefüllt wird. Das in der angezeigten Drehrichtung D drehende Fahrzeugrad 5 fördert Fremdkörper 3 in den Innenraum des Fahrzeugrades 5 und damit gegen den Abweiser 11. Die vom Abweiser 11 abprallenden Fremdkörper 3 werden sogleich in den freien Raum Richtung Fahrzeugachse geleitet und gelangen so wieder zurück auf die Fahrbahn ohne mit dem Bremssattel 2 der Teilscheibenbremse in Kontakt zu kommen. Der Abweiser 11 ist zumindest bereichsweise mit dem Bremssattel 2 verbunden. Die Verbindung kann über bereits bestehende Gewindebohrungen an der Teilscheibenbremse 2 erfolgen. Mit Hilfe des Abweisers 11 wird vermieden, dass sich die Fremdkörper 3 im Bereich des Bremssattels 2 verhaken und hier es somit zu Beschädigungen kommt.

3 zeigt die schematische Darstellung eines durch eine Schutzvorrichtung 1 zu schützenden Bauraums 10. Die Schutzvorrichtung 1 ist so auszubilden, dass sie sich im Wesentlichen von der radialen wie auch von der axialen Felgeninnenseite 4 des Fahrzeugrades 5 bis in einen Bereich oberhalb und seitlich des Bremssattels 2 erstreckt und im Wesentlichen den als Strichlinie dargestellten Bauraum 10 weitestgehend ausfüllt. Bevorzugt kann die Schutzvorrichtung 1 bzw. der Abweiser 11 auch so aus- bzw. weitergebildet sein, dass auch der offene Bereich zwischen Bremsscheibe 7 und Bremssattel 2 bzw. den im Bremssattel 2 angeordneten Bremsbelägen 8; 9 geschützt werden kann. Mit Hilfe des Abweisers kann also nicht nur der Bremssattel 2 vor umherfliegenden Fremdkörpern geschützt werden, sondern auch der Bereich innerhalb des Bremssattels 2, so dass eine erhöhte Betriebssicherheit der Bremsanlage allgemein erzielt wird. Ein weiterer erheblicher Vorteil gegenüber aus dem Stand der Technik bekannten Schutzvorrichtung ist zudem die mit dem Abweiser erzielbare kontrollierte Beseitigung der eingeförderten Gegenstände aufgrund der abgeschrägten und zumindest geringfügig geneigten vorgesehenen Fläche am Abweiser.

1
Schutzvorrichtung
2
Bremssattel
3
Fremdkörper
4
Felgeninnenseite
5
Fahrzeugrad
6
Bremsträger
7
Bremsscheibe
8
Bremsbelag
9
Bremsbelag
10
Bauraum
11
Abweiser
12
Fläche
13
Teilbereich


Anspruch[de]
Schutzvorrichtung (1) für eine Teilscheibenbremse, insbesondere gegen lose Fremdkörper (3), wie Geröll, Steine und/oder Erdreich, wobei ein Bremssattel der Teilscheibenbremse (2) in einem Abstand zur radialen Felgeninnenseite (4) des Fahrzeugrades (5) befestigt ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Schutzvorrichtung (1) in der Art eines Abweisers (11) ausgebildet ist, wobei der Abweiser (11) zumindest den Raum zwischen radialer Felgeninnenseite (4) und Oberkante Bremssattel (10) weitestgehend ausfüllt. Schutzvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Abweiser (11) eine schräg verlaufende, von der axialen Felgeninnenseite (4) wegweisende Fläche (12) zum Auswurf der eingedrungenen Fremdkörper (3) aufweist. Schutzvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Fläche (12) in axialer Laufrichtung entgegen der Drehrichtung (D) des Fahrzeugrades (5) hin zumindest geringfügig geneigt und/oder gewölbt ausgebildet ist. Schutzvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass sich der Abweiser (11) umfangsseitig zumindest bereichsweise über einen radialen Teilbereich (13) der Bremsscheibe (7) erstreckt. Schutzvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Abweiser (11) als Anbauteil mittel- oder unmittelbar mit dem Bremssattel (2) und/oder dem Bremsträger (6) verbunden werden kann. Schutzvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Abweiser (11) als integriertes Bauteil, welches unlösbar mit dem Bremssattel (2) und/oder Bremsträger (6) verbunden ist, ausgebildet ist.






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