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Dokumentenidentifikation DE102006018448A1 25.10.2007
Titel Futtermittel für Tiere, enthaltend oder bestehend aus Leindotteröl, vorzugsweise kaltgepreßt
Anmelder Schröder, Jan, 65719 Hofheim, DE
Erfinder Schröder, Jan, 65719 Hofheim, DE
DE-Anmeldedatum 19.04.2006
DE-Aktenzeichen 102006018448
Offenlegungstag 25.10.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 25.10.2007
IPC-Hauptklasse A23K 1/14(2006.01)A, F, I, 20060419, B, H, DE
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Futtermittel für Tiere, welches aus Leindotteröl, vorzugsweise kaltgepreßt, besteht oder welches Leindotteröl, vorzugsweise kaltgepreßt, enthält.

Beschreibung[de]

Funde aus der Zeit der Kelten belegen, daß Leindotter (Camelina sativa Crtz.) schon zu dieser Zeit eine angebaute Kulturpflanze in Zentraleuropa war. Bei den Kelten war das Leindotteröl das hauptsächlich verwendete Speiseöl. Im 18. Jahrhundert war Leindotter noch in Deutschland eine verbreitete Ölpflanze. Während in Osteuropa Leindotter heute auch noch eine gewisse Bedeutung hat, ist er in Deutschland überwiegend in Vergessenheit geraten. Nach gegenwärtigen Schätzungen werden in der gesamten EU nur noch ca. 40 ha angebaut.

Leindotter entstammt aus der Familie der Kreuzblütler bzw. der Kreuzblütengewächse. Leindotter ist hinsichtlich physiologischen und morphologischen Eigenarten dem Lein am ähnlichsten. Durch eine Auslese von mehreren tausend Jahren ist der Leindotter selbst zur Kulturpflanze geworden.

Die Frucht des Leindotters ist birnenförmig und etwa 7 bis 10 mm lang. Sie enthält ca. 8 bis 16 Samen, welche etwa ein Tausendkorngewicht von nur 0,7 bis 2,1 g aufweist. Der Rohfettgehalt beträgt ca. 30 bis 40%.

Bisher wurde zur Verfütterung an Tieren lediglich der Samen bzw. die Saat oder der bei der Ölherstellung übrigbleibende Presskuchen verwendet. Gegenwärtig dürfen in der Fütterung jedoch keine Pressrückstände wie Presskuchen verwendet werden. Diese futterrechtlichen Bestimmungen sind ca. 100 Jahre alt und beruhten vor allem auf stark verunreinigten Leindottersaaten, welche damals aus Osteuropa importiert wurden. Neuere Analysen bestätigen den Pressrückständen jedoch einen hohen Futterwert.

Diese Erfindung betrifft daher ein neuartiges Futtermittel für Tiere, welches aus Leindotteröl, vorzugsweise kaltgepreßt, besteht oder welches Leindotteröl, vorzugsweise kaltgepreßt, enthält.

Es wurde festgestellt, daß Leindotteröl, vorzugsweise kaltgepreßt, hervorragend als Futtermittel für Tiere geeignet ist, wobei eine Stärkung des Immunsystems der Tiere beobachtet werden kann. Durch eine Fütterung von Leindotteröl, vorzugsweise kaltgepreßt, wurde eine Verringerung von Verdauungs- und Verschlagproblemen und eine allgemeine Verbesserung des Stoffwechsels, insbesondere bei Pferden, festgestellt. Durch eine Beimischung von Leindotteröl, vorzugsweise kaltgepreßt, konnte eine deutliche Reduzierung des Futtervolumens erreicht werden.

Kennzeichnend für die hervorragende Verwendung von Leindotteröl ist der hohe Gehalt von bis zu 40% Alpha-Linolensäure, welche zur Gruppe der Omega-3-Fettsäuren gehört, und der Gehalt von ca. 14 bis 20% Linolsäure, welche zur Gruppe der Omega-6-Fettsäuren gehört. Hierdurch ergibt sich ein Idealverhältnis von etwa 1:3 von Omega-6 zu Omega-3-Fettsäuren in Leindotter. Bekanntlich ergaben einige Untersuchungen, daß durch hohe Anteile von Omega-3-Fettsäuren das Wachstum von Krebszellen gehemmt werden kann. Ebenfalls enthält Leindotteröl die einfach ungesättigte Fettsäure. Ferner enthält es Vitamin E und viele natürliche Antioxidantien. Der hohe Anteil an Omega-3-Fettsäuren, kombiniert mit den enthaltenden Antioxidantien macht aus Leindotteröl eine bekömmlichere Alternative zu Leinöl. Der erbsige Geschmack und Geruch des Leindotteröles erscheint erheblich angenehmer als der Geschmack von Leinöl, welches schnell bitterlich schmeckt.

Unter „Tiere" im Sinne dieser Beschreibung werden die folgenden Tiere, sowie sämtliche Rassen und Unterarten der hier aufgeführten Tiere verstanden:

Fische, Hamster, Hasen, Hauskatzen, Hunde, Katzen, Kaninchen, Mäuse, Meerschweine, Schlangen, Reptilien, Spinnen, Ratten, Chinchilla, Insekten, sämtliche Kameliden wie beispielsweise Lamas und Alpakas; Pferde, Kleinpferde (Pony, etc.), Rentiere, Rinder, Milchvieh, Schafe, Schweine, Ziegen, Milbenarten, Honigbienen, Seidenraupen, Dromedar, Elch, Elefant, Esel, Kamel, Nerz, Nutria, Frettchen, sämtliche Vogel- und Geflügelarten (Urkiefervögel und Neukiefervögel) wie beispielsweise Brieftauben, Kanarienvögel, Sitticharten wie Nymphensittich, Wellensittich, Papageien, Beos, Stare, Raben, Falken und andere Greifvögel, Hühner, Enten, Fasane, Gänse, Laufvögel, Perlhühner, Rebhühner, Tauben, Truthühner, Wachteln.

„Futtermittel" im Sinne dieser Beschreibung ist jedes Futtermittel, das für die hier bezeichneten Tiere zum Verzehr geeignet ist.

Bevorzugte Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung ist ein Futtermittel mit Leindotteröl, vorzugsweise kaltgepreßt, welches ein gängiges Futtermittel, ausgewählt aus folgender Gruppe, umfaßt: stärkereiches Futtermittel, ölhaltiges Futtermittel, Grünfuttermittel, Naßfuttermittel, Trockenfuttermittel, Ergänzungsfutter, Mineralfutter, Konzentratfutter, Grundfutter, Zusatz- und Wirkstofffutter, Melassefutter, Raufutter, Grobfutter, Saftfutter, Kraftfutter, Pelletfutter, Müslifutter, Fertigfutter, Alleinfutter, Einzelfutter wie beispielsweise Getreidekörner, deren Erzeugnisse und Nebenerzeugnisse, Körnerleguminosen, deren Erzeugnisse und Nebenerzeugnisse, Ölsaaten und Ölfrüchte, sowie sonstige ölliefernde Pflanzen, deren Erzeugnisse und Nebenerzeugnisse, Nebenerzeugnisse des Gärungsgewerbes und der Destillation, Knollen und Wurzeln, deren Erzeugnisse und Nebenerzeugnisse, andere Samen, Früchte, Pflanzen, deren Erzeugnisse und Nebenerzeugnisse, Milcherzeugnisse, Mineralstoffe, Fisch sowie andere Meerestiere, deren Erzeugnisse und Nebenerzeugnisse, tierisches Fleisch, tierische Fleischerzeugnisse und deren Nebenerzeugnisse, Lebensmittelidentische Stoffe und Erzeugnisse sowie Nebenerzeugnisse der Lebensmittelindustrie, Proteinerzeugnisse aus Mikroorganismen, Hydroxyanaloga von Methionin und ihre Salze, Aminosäuren und ihre Salze, Harnstoff und seine Derivate sowie Ammoniumsalze, andere NPN-Verbindungen, wobei das Leindotteröl, vorzugsweise kaltgepreßt, bei der Herstellung verwendet (beigefügt) und/oder während der Herstellung und/oder dem fertigen Futtermittel zugesetzt wird. Beispielsweise wird Leindotteröl, vorzugsweise kaltgepreßt, mit dem gängigen Futtermittel zu verschiedenen Endprodukten verarbeitet. Hierbei kann Leindotteröl, vorzugsweise kaltgepreßt, zu verschiedenen Verarbeitungsstufen dem Futtermittel beigefügt werden. Es kann beispielsweise Leindotteröl, vorzugsweise kaltgepreßt, beim Herstellungsprozeß verwendet werden. Ferner kann während der Herstellung Leindotteröl, vorzugsweise kaltgepreßt, beigefügt werden. Schließlich kann am Ende des Herstellungsprozesses noch Leindotteröl, vorzugsweise kaltgepreßt, beigefügt werden. Im Sinne der Erfindung sind alle Kombinationen aus Leindotteröl, vorzugsweise kaltgepreßt, und Zeitpunkt der Zugabe denkbar.

Nach einer Ausführungsform kann Leindotteröl, vorzugsweise kaltgepreßt, mit einem fertigen Futtermittel gemischt werden. Beispielsweise können so verschiedenen Mischfuttermittel hergestellt werden, welche mit Vitamin- und Mineralstoffzusätzen. Nach einer Ausführungsform wird aus Leindotteröl, vorzugsweise kaltgepreßt, ein Einzel-Futtermittel, welches isoliert Leindotteröl, vorzugsweise kaltgepreßt, besteht. Bei dieser Ausführungsform wird das Leindotteröl, vorzugsweise kaltgepreßt, selbst zu einem Futtermittel verarbeitet. Hierbei spielt es keine Rolle in welche Form das Leindotteröl, vorzugsweise kaltgepreßt, gebracht wird, beispielsweise als Flocken, Pulver, Pellets, etc.

Nach einer Ausführungsform werden aus Leindotteröl, vorzugsweise kaltgepreßt, Leckerlis für Tiere hergestellt, beispielsweise Gebäck, Drops, etc.

Die Aufarbeitung des Leindotteröls, vorzugsweise kaltgepreßt, welches zur Futtermittelherstellung eingesetzt wird, wird so gewählt, daß die Wirksamkeit der empfindlichen Inhaltsstoffe erhalten bleibt. Dies kann besten durch die sogenannte Kaltpressung erfolgen. Hierdurch werden die Samen ohne Hilfsstoffe kalt ausgepreßt. Dieses Verfahren ist qualitätssteigernd und schonend für die erwünschten Inhaltsstoffe. Abschließend ist vorzugsweise eine Filtration des Öls durchzuführen. Eine Raffination, Entschleimung, Bleichung oder Entsäuerung kann entfallen.


Anspruch[de]
Futtermittel für die folgenden Tiere, sowie sämtliche Rassen und Unterarten der hier aufgeführten Tiere, bestehend aus oder enthaltend Leindotteröl, vorzugsweise kaltgepreßt: Fische, Hamster, Hasen, Hauskatzen, Hunde, Katzen, Kaninchen, Mäuse, Meerschweine, Schlangen, Reptilien, Spinnen, Ratten, Chinchilla, Insekten, sämtliche Kameliden wie beispielsweise Lamas und Alpakas; Pferde, Kleinpferde (Pony, etc.), Rentiere, Rinder, Milchvieh, Schafe, Schweine, Ziegen, Milbenarten, Honigbienen, Seidenraupen, Dromedar, Elch, Elefant, Esel, Kamel, Nerz, Nutria, Frettchen, sämtliche Vogel- und Geflügelarten (Urkiefervögel und Neukiefervögel) wie beispielsweise Brieftauben, Kanarienvögel, Sitticharten wie Nymphensittich, Wellensittich, Papageien, Beos, Stare, Raben, Falken und andere Greifvögel, Hühner, Enten, Fasane, Gänse, Laufvögel, Perlhühner, Rebhühner, Tauben, Truthühner, Wachteln. Futtermittel nach Anspruch 1, wobei es sich um ein gängiges Futtermittel, ausgewählt aus folgender Gruppe, handelt: stärkereiches Futtermittel, ölhaltiges Futtermittel, Grünfuttermittel, Naßfuttermittel, Trockenfuttermittel, Ergänzungsfutter, Mineralfutter, Konzentratfutter, Grundfutter, Zusatz- und Wirkstofffutter, Melassefutter, Raufutter, Grobfutter, Saftfutter, Kraftfutter, Pelletfutter, Müslifutter, Fertigfutter, Alleinfutter, Einzelfutter wie beispielsweise Getreidekörner, deren Erzeugnisse und Nebenerzeugnisse, Körnerleguminosen, deren Erzeugnisse und Nebenerzeugnisse, Ölsaaten und Ölfrüchte, sowie sonstige ölliefernde Pflanzen, deren Erzeugnisse und Nebenerzeugnisse, Nebenerzeugnisse des Gärungsgewerbes und der Destillation, Knollen und Wurzeln, deren Erzeugnisse und Nebenerzeugnisse, andere Samen, Früchte, Pflanzen, deren Erzeugnisse und Nebenerzeugnisse, Milcherzeugnisse, Mineralstoffe, Fisch sowie andere Meerestiere, deren Erzeugnisse und Nebenerzeugnisse, tierisches Fleisch, tierische Fleischerzeugnisse und deren Nebenerzeugnisse, Lebensmittelidentische Stoffe und Erzeugnisse sowie Nebenerzeugnisse der Lebensmittelindustrie, Proteinerzeugnisse aus Mikroorganismen, Hydroxyanaloga von Methionin und ihre Salze, Aminosäuren und ihre Salze, Harnstoff und seine Derivate sowie Ammoniumsalze, andere NPN-Verbindungen. Futtermittel nach Anspruch 2, wobei das Leindotteröl bei der Herstellung verwendet (beigefügt) und/oder während der Herstellung und/oder dem fertigen Futtermittel zugesetzt wird. Futtermittel nach Anspruch 1, 2 und 3, mit einem ersten Bestandteil und wenigstens einem zweiten Bestandteil, der dadurch gekennzeichnet ist, daß der erste Bestandteil Leindotteröl ist. Futtermittel nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der zweite Bestandteil eine Futtermittelzubereitung bzw. ein Fertigfutter für die unter Anspruch 1 aufgeführten Tiere ist. Futtermittel nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei das Futtermittel ein Leckerli für die unter Anspruch 1 aufgeführten Tiere ist. Futtermittel nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei Leindotteröl als Einzel-Futtermittel, ohne Mischung mit anderen Stoffen, verwendet wird. Futtermittel nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei Leindotteröl zu verschiedenen Verarbeitungsstufen dem Futtermittel beigefügt wird. Futtermittel nach einem der vorstehenden Ansprüche, für alle Kombinationen aus Leindotteröl und Zeitpunkt der Zugabe. Futtermittel nach einem der vorstehenden Ansprüche, für alle Mengen an Leindotteröl. Futtermittel nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei es gefrier- oder sprühgetrocknetes Leindotteröl enthält. Futtermittel nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei es sich um ein flüssiges Futtermittel, also ein Getränk, für die unter Anspruch 1 aufgeführten Tiere handelt. Futtermittel nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei das verwendete Leindotteröl derart gewonnen wird, daß es kaltgepreßt wird. Futtermittel nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei das verwendet Leindotteröl durch Raffination hergestellt wird. Futtermittel nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei es keine Rolle spielt, in welche Form Futtermittel gebracht wird, beispielsweise als Flocken, Pulver, Pellets, Granulat, Flüssigkeit etc. Verwendung von Leindotteröl bei der Herstellung von Futtermitteln, indem diesen Leindotteröl zugesetzt wird. Verfahren zur Herstellung eines Futtermittels für Tiere gemäß Anspruch 1, insbesondere nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem ein erster Bestandteil und wenigstens ein zweiter Bestandteil miteinander vermischt werden, dadurch gekennzeichnet, daß für die Mischung Leindotteröl als ein Bestandteil verwendet wird. Verfahren nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, daß der erste Bestandteil Leindotteröl ist. Verfahren nach Ansprüchen 17 oder 18, dadurch gekennzeichnet, daß der erste Bestandteil dem zweiten Bestandteil in einem Mischschritt mit einem auf das Gesamtgewicht der Mischung bezogenen Gewichtsanteil von bis zu 50%, vorzugsweise bis zu 30%, weiter vorzugsweise 5 bis 15%, beigemischt wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 17 bis 19, dadurch gekennzeichnet, daß die Mischung feucht erzeugt und später getrocknet wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 17 bis 20, dadurch gekennzeichnet, daß die Mischung nach dem Mischschritt, vorzugsweise nach der Trocknung, pelletiert wird.






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