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Dokumentenidentifikation DE102006018514A1 25.10.2007
Titel Vorrichtung und Verfahren zur Steuerung der Oberflächentemperatur eines Substrates in einer Prozesskammer
Anmelder AIXTRON AG, 52072 Aachen, DE
Erfinder Käppeler, Johannes, 52146 Würselen, DE;
Franken, Walter, 52249 Eschweiler, DE
Vertreter H.-J. Rieder und Partner, 42329 Wuppertal
DE-Anmeldedatum 21.04.2006
DE-Aktenzeichen 102006018514
Offenlegungstag 25.10.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 25.10.2007
IPC-Hauptklasse C23C 16/46(2006.01)A, F, I, 20060421, B, H, DE
IPC-Nebenklasse C23C 16/52(2006.01)A, L, I, 20060421, B, H, DE   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Steuerung der Oberflächentemperatur eines in einer Prozesskammer (12) eines CVD-Reaktors von einem Substrathalterträger (1) auf einem von einem Gasstrom gebildeten dynamischen Gaspolster (8) getragenen Substrathalter (2) aufliegenden Substrats (9), wobei die Wärmezufuhr zum Substrat (9) zumindest teilweise durch Wärmeleitung über das Gaspolster erfolgt. Um die lateralen Abweichungen der Oberflächentemperatur eines Substrats von einem Mittelwert zu vermindern, wird vorgeschlagen, dass der das Gaspolster (8) ausbildende Gasstrom von zwei oder mehr Gasen (17, 18) mit unterschiedlich hoher spezifischer Wärmeleitfähigkeit gebildet wird und die Zusammensetzung abhängig von einer gemessenen Substrattemperatur variiert wird.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Steuerung der Oberflächentemperatur eines in einer Prozesskammer eines CVD-Reaktors von einem Substrathalterträger auf einem von einem Gasstrom gebildeten dynamischen Gaspolster getragenen Substrathalter aufliegenden Substrats, wobei die Wärmezufuhr zum Substrat zumindest teilweise durch Wärmeleitung über das Gaspolster erfolgt.

Die Erfindung betrifft darüber hinaus eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens gemäß einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche mit einer Prozesskammer, einem darin angeordneten Substrathalterträger, ein oder mehreren Substrathaltern, einer Heizung zum Aufheizen des Substrathalterträgers, einer optischen Temperaturmesseinrichtung zur Messung der Oberflächentemperaturen der auf den Substrathaltern aufliegenden Substrate und mit einer Gaszuleitung zur Zuleitung eines Gasstroms zur Erzeugung eines dynamischen Gaspolsters zwischen dem Substrathalterträger und einem Substrathalter.

Eine gattungsgemäße Vorrichtung sowie ein gattungsgemäßes Verfahren werden in der DE 10056029 A1 beschrieben. Diese Schrift beschreibt einen CVD-Reaktor zum Abscheiden von III-V-Halbleiterschichten auf III-V-Substraten. Die Substrate liegen auf Substrathaltern, welche die Form von Kreiszylinderscheiben haben. Diese Substrathalter liegen in satelitenartiger Anordnung auf einem Substrathalterträger. Der Substrathalterträger besitzt Lagerausnehmungen, die die Substrathalter aufnehmen. Aus dem Boden der Lagerausnehmungen treten Gasströme aus, die den Substrathalter auf einem Gaspolster in der Schwebe halten. Durch eine entsprechende Richtung des aus bodenseitigen Düsen austretenden Gasstroms werden die Substrathalter in eine Drehung versetzt. Bei einem derartigen CVD-Reaktor können sich nicht nur die Substrathalter relativ zum Substrathalterträger drehen. Es ist auch vorgesehen, dass sich der Substrathalterträger selbst um seine eigene Achse dreht.

Der Substrathalterträger kann ebenso wie die Substrathalter aus Graphit bestehen. Es besteht grundsätzlich das Bedürfnis, die Oberflächentemperatur der auf dem Substrathalter aufliegenden Substrate über die gesamte Substratoberfläche konstant zu halten. Die Oberflächentemperatur wird über ein Pyrometer gemessen. Hierzu besitzt die dem Substrathalterträger gegenüberliegende Prozesskammerdecke eine Öffnung. Das Pyrometer ist mit einer Regeleinrichtung verbunden. Diese Regeleinrichtung ermittelt zunächst einmal die mittlere Oberflächentemperatur des Substrates. Diese soll innerhalb eines bestimmten Sollwertbereiches liegen. Die Wärme zur Erzeugung der Oberflächentemperatur des Substrates wird von unten über den Substrathalterträger zugeführt. Hierzu wird letzterer von unten beheizt. Die Wärme wird sowohl über Wärmestrahlung als auch über Wärmeleitung über den das dynamische Gaspolster bildenden Spalt auf den Substrathalter übertragen. Diese Wärme wird von der Substrathalterunterseite an die Substrathalteroberseite, auf welcher das Substrat liegt, geleitet. Das Substrat liegt nur im Idealfall in vollflächiger Anlage auf der Oberfläche des Substrates. In der Realität liegt das Substrat oft nur am Rand oder nur im Zentrum auf dem Substrathalter auf. Dies ist eine Folge einer thermisch- oder strukturbedingten Wölbung des Substrates.

Durch Variation der Flussrate des Gasstromes, welcher das Gaspolster bildet, wird die Höhe des Gaspolsters beeinflusst. Einhergehend mit dieser Höheneinstellung wird die Wärmeleitfähigkeit dieses Gasspaltes beeinflusst. Durch Änderung des Gasstroms lässt sich somit der Wärmeübertrag zum Substrat beeinflussen. Mit Hilfe dieser, aus der DE 10056029 A1 grundsätzlich bekannten Methode lässt sich zwar die mittlere Oberflächentemperatur des Substrates feinfühlig beeinflussen. Der laterale Temperaturverlauf auf der Oberfläche, also Temperaturinhomogenitäten und insbesondere Horizontal-Gradienten können mit dieser Methode nur beschränkt beeinflusst werden.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, Maßnahmen anzugeben, mit denen sich die lateralen Abweichungen der Oberflächentemperatur eines Substrates von einem Mittelwert effektiver vermindern lassen.

Gelöst wird die Aufgabe durch die in den Ansprüchen angegebene Erfindung.

Jeder Anspruch stellt eine eigenständige Lösung der Aufgabe dar und ist mit jedem anderen Anspruch kombinierbar.

Zunächst und im wesentlichen ist vorgesehen, dass der das Gaspolster bildende Gasstrom von zwei oder mehr Gasen mit unterschiedlich hoher spezifischer Wärmeleitfähigkeit gebildet wird. Die Wärmeleitfähigkeit des dynamischen Gaspolsters wird durch die Zusammensetzung dieses Gasstromes variiert. Die Wärmeleitfähigkeit kann auch (zusätzlich) durch eine Erhöhung der Strömungsgeschwindigkeit variiert werden. Bei einer Erhöhung des Gasstroms und der damit einhergehenden Vergrößerung des Gaspolsters sinkt die Oberflächentemperatur im wesentlichen gleichmäßig über den gesamten Durchmesser des Substrathalters. Der qualitative Verlauf des Temperaturprofils über die Fläche und insbesondere über den Durchmesser wird durch diese Maßnahme nur geringfügig verändert. Überraschenderweise hat sich gezeigt, dass die Änderung der Wärmeleitfähigkeit des das Gaspolster bildenden Gases eine Beeinflussung des Temperaturprofils als solches ermöglicht. Es hat sich nämlich gezeigt, dass mit zunehmender Steigerung der Leitfähigkeit des Gaspolsters die Temperatur im Zentrum der Oberfläche des Substrathalters stärker ansteigt als am Rand. Mit der Variation der Wärmeleitfähigkeit des dynamischen Gaspolsters ist somit eine Feineinstellung des Verlaufs der Temperatur auf der Substrathalteroberfläche möglich. Die erfindungsgemäße Möglichkeit der Feineinstellung der Wärmeleitfähigkeit bildet somit die Möglichkeit, die Temperatur zu beeinflussen, ohne dass sich die Dicke des Gaspolsters ändert. Dies ist insbesondere dann von Vorteil, wenn die beiden stark verschieden wärmeleitenden Gase auch stark verschiedene Viskositäten besitzen. Es ist ferner vorgesehen, dass der Substrathalter eine Wärmeleitfähigkeit besitzt bzw. eine derartige Gestalt besitzt, dass seine Oberflächentemperatur bei der Verwendung von nur einem der beiden Gase eine laterale Inhomogenität aufweist, die durch Änderung der Zusammensetzung ausgleichbar und insbesondere überkompensierbar ist. So kann beispielweise vorgesehen sein, dass bei der Verwendung von Stickstoff als Trägergas, welches gegenüber Wasserstoff schlechtleitend ist, die Substrathalteroberflächentemperatur in der Mitte geringer ist als am Rand. Wird dagegen als Gaspolster erzeugendes Gas Wasserstoff verwendet, so ist die Oberflächentemperatur des Substrathalters in der Mitte höher als am Rand. Durch eine geeignete Mischung der beiden Gase untereinander kann der Temperaturverlauf über eine Diagonale auf dem Substrathalter derart eingestellt werden, dass die Abweichungen der einzelnen Radialpositionstemperaturen vom Mittelwert minimiert sind. Idealerweise lässt sich somit ein flach verlaufendes Temperaturprofil auf der Substrathalteroberfläche einstellen. Letzteres gilt auch für die Oberflächentemperatur eines auf dem Substrathalter aufliegenden Substrates. Wölbt sich dieses während des Prozesses, so können die damit einhergehenden lokalen Änderungen der Wärmetransporteigenschaften vom Substrathalter zum Substrat durch eine entsprechende Änderung der Gaszusammensetzung kompensiert werden. Hebt sich beispielsweise das Zentrum des Substrates zufolge einer thermischen Durchbiegung des Substrates vom Substrathalter ab, so kann durch Variation der Gaszusammensetzung der Wärmeübertrag im Zentrum erhöht werden. In analoger Weise ist es möglich, den verminderten Temperaturübertrag am Rand auszugleichen, wenn sich die Ränder des Substrates zufolge einer Wölbung des Substrates von der Substrathalteroberfläche abheben. Optimal lassen sich derartige Effekte dadurch kompensieren, dass bei der Verwendung nur eines stark wärmeleitenden Gases der Zentralbereich des Substrathalters wärmer ist als der Randbereich bzw. dass bei Nurverwendung eines schwach wärmeleitenden Gases der Zentralbereich des Substrathalters kälter ist als der Randbereich. Es können auch Substrathalter verwendet werden, deren Wärmeleiteigenschaften in Achsrichtung lokal unterschiedlich sind. So kann die Wärmeleiteigenschaft in Achsrichtung im Zentrum eine andere sein als am Rand des Substrathalters. Dies gilt auch für die Wärmestrahlungseigenschaften, die für die Energieübertragung im Wege der Wärmestrahlung verantwortlich sind. Auch diese können an unterschiedlichen Radialpositionen verschieden sein. Die Wärmestrahlungseigenschaften sind im wesentlichen Oberflächeneigenschaften. Es ist also vorgesehen, dass die Oberfläche des Bodens der Lagerausnehmung und die Oberfläche der Substrathalterunterseite lokal andere Wärmestrahlungseigenschaften aufweisen können. In einer bevorzugten Ausgestaltung haben die Substrathalter aber in Radialrichtung unterschiedliche Materialstärken. Beispielsweise kann der Substrathalter in der Mitte dünner sein als am Rand. Hierzu kann die Unterseite des Substrathalters eine Wölbung aufweisen. Es können eine konkave und eine konvexe Wölbung vorgesehen sein. In analoger Weise kann auch der Boden der Lagerausnehmung entweder konvex oder konkav gewölbt sein. Es ist aber auch vorgesehen, dass der Substrathalter eine gestufte Ausnehmung auf seiner Unterseite besitzt.

Die Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens entspricht im wesentlichen derjenigen, die von der DE 10056029 A1 beschrieben wird. Außerdem kann das erfindungsgemäße Verfahren auch mit einer Variation der Gasströme zur Variation der Höhe des Gaspolsters durchgeführt werden. Es wird deshalb der Offenbarungsgehalt der DE 10056029 vollinhaltlich mit in diese Anmeldung aufgenommen.

Die Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens besitzt eine unterhalb des Substrathalterträgers angeordnete Heizung. Es kann sich hier um eine Widerstandsheizung handeln. Diese erwärmt den Substrathalterträger. Über Wärmeleitung und Wärmestrahlung wird der Substrathalter erwärmt. Die Oberflächentemperatur des auf dem Substrathalter aufliegenden Substrates wird ständig gemessen. Da der Substrathalter gedreht wird, wird eine mittlere Temperatur gemessen. Die Radialabhängigkeit der Temperatur ist aber feststellbar. Grundsätzlich reicht ein Pyrometer zur Messung der Temperatur aus, wenn der Substrathalterträger um seine Achse gedreht wird. Die Messwerte des Pyrometers werden einer Regeleinrichtung zugeführt. Diese Regeleinrichtung steuert Massenflussmessgeräte, die die Gaszusammensetzung des Gasstromes steuert, welcher das Gaspolster ausbildet. Dabei wird in der Regel der Gesamtgasstrom pro Zeit konstant gehalten, so dass die Höhe des Gaspolsters konstant bleibt. Es ist aber auch möglich, dass zusätzlich durch Variation des Gesamtflusses die Höhe des Gaspolsters variiert wird.

Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand beigefügter Zeichnungen erläutert. Es zeigen:

1 die Draufsicht auf einen Substrathalterträger, mit insgesamt fünf in Lagerausnehmungen einliegenden Substrathaltern zur jeweiligen Aufnahme eines Substrates;

2 schematisch einen Teilschnitt durch die Prozesskammer entlang der Linie II–II;

3 eine Darstellung gemäß 2 einer alternativen Gestaltung eines Substrathalters;

4 qualitativ die Temperaturverläufe über eine Diagonale auf dem Substrat, bei unterschiedlichen Gaszusammensetzungen des das dynamische Gaspolster bildenden Gasstroms und

5 in schematischer Darstellung die Peripherie des Reaktors.

Das erfindungsgemäße Verfahren wird in einer Prozesskammer 12 eines CVD-Reaktors durchgeführt. Diese Prozesskammer 12 befindet sich zwischen einem sich in Horizontalrichtung erstreckenden Substrathalterträger 1, der einen kreisförmigen Grundriss besitzt und um seine Achse 14 drehangetrieben werden kann. Parallel oberhalb des Substrathalterträgers 1 befindet sich die Prozesskammerdecke 10. Die Prozesskammer befindet sich zwischen Decke 10 und Substrathalterträger 1. Der Substrathalterträger 1 wird von unten mittels einer Widerstandsheizung 24 beheizt. Auf der Oberseite des Substrathalterträgers 1 sind insgesamt fünf Lagerausnehmungen 20 vorgesehen. In jeder der topfförmigen Lagerausnehmungen 20 liegt ein kreisscheibenförmiger Substrathalter 2 ein. Im Boden 21 der Lagerausnehmung 20 befinden sich Spiralnuten 7, in welche Gaszuleitungen 6 münden. Das aus den Spiralnuten 7 austretende Gas hebt den Substrathalter 2 an und lagert ihn auf einem dynamischen Gaspolster 8. Die Gase treten aus der Spiralnut 7 mit einer bestimmten Richtung aus, die geeignet ist, den Substrathalter 2 drehanzutreiben, so dass er um seine eigene Achse dreht. Auf jedem der Substrathalter 2 liegt ein Substrat 9. Die gesamte Prozesskammer steckt in einem nicht dargestellten Reaktorgehäuse und ist gegenüber der Umwelt hermetisch abgeschottet, so dass die Prozesskammer 12 evakuiert werden kann.

Zur Durchführung des CVD-Prozesses werden Prozessgase benötigt, die durch nicht dargestellte Zuleitungen in die Prozesskammer 12 eingeleitet werden. Diese Prozessgase können metallorganische Verbindungen beinhalten. Sie können auch Hydride beinhalten. Es können auch Metallchloride sein. Auf der Oberfläche der Substrate 9 soll eine einkristalline Schicht abgeschieden werden. Es kann sich hier um Materialien der Hauptgruppe IV oder Materialien der III- und V-Hauptgruppe oder Materialien der II- und VI-Hauptgruppe handeln. Das Substrat 9 kann aus jedem geeigneten Material bestehen. Es kann ein Nichtleiter oder ein Halbleiter sein. Nur im Idealfall werden gitterangepasste Schichten auf die einkristalline Oberfläche des Substrates abgeschieden. Nur im Idealfall haben die abgeschiedenen Schichten und das Substrat denselben Wärmeausdehnungskoeffizienten. Im Regelfall sind die Schichten nicht zu 100 % gitterangepasst. Die einzelnen Schichten haben auch unterschiedliche Wärmeausdehnungskoeffizienten. Insbesondere besitzen die Schichten größere oder kleine Wärmeausdehnungskoeffizienten. Dies hat zur Folge, dass bei einer Temperaturänderung des Substrates im Bereich der Schichten oder der Grenzfläche Spannungen auftreten, die zu einer Wölbung des Substrates führen. Auch das Abscheiden von nicht gitterangepassten Schichten kann zu Verspannungen und damit zu Wölbungen des Substrates 9 führen. Je nach Verschiedenheit der Gitterkonstanten bzw. der Temperaturausdehnungskoeffizienten kann sich das Zentrum des Substrates 9 nach oben oder nach unten wölben. Da die Abscheidungsprozesse innerhalb der Prozesskammer 12 bei verschiedenen Temperaturen durchgeführt werden, kann sich die Wölbung des Substrates 9 während eines Prozesses auch umkehren, so dass in einem Prozessabschnitt nur der Zentralbereich des Substrates 9 berührend auf der Oberfläche des Substrathalters 2 aufliegt und in einem anderen Prozessabschnitt nur der Rand des Substrates 9 berührend auf der Oberfläche des Substrathalters 2 aufliegt. Dies hat zur Folge, dass der Wärmefluss von der Oberfläche des Substrathalters 2 hin zum Substrat 9 lateral unterschiedlich ist und zeitlich variiert.

Wenn die Prozesskammer 12 nur von unten beheizt wird, bildet sich dort ein vertikaler Temperaturgradient aus. Das bedeutet, die Temperatur in der Gasphase oberhalb des Substrates 9 nimmt mit steigendem Abstand vom Substrathalter 2 ab. Wegen des fehlenden Kontaktes des Substrates 9 an einzelnen Stellen zur Oberfläche des Substrathalters 2 kommt es hier zu einer verminderten Wärmeübertragung vom Substrathalter 2 zum Substrat 9. Dies hat zur Folge, dass bestimmte Bereiche des Substrates 9 kälter sind als andere Bereiche. Dies ist nicht erwünscht. Erwünscht ist vielmehr eine über die gesamte Fläche des Substrates 9 gleichbleibende Oberflächentemperatur, so dass der Temperaturgradient in Horizontalrichtung minimal ist. Die Isotherme unmittelbar über der Oberfläche des Substrates 9 soll möglichst flach verlaufen. Die Substratoberfläche soll Idealerweise auf einer Isothermen liegen.

Der Wärmeübertrag vom Substrathalterträger 1 zum Substrathalter 2 erfolgt im wesentlichen über das dynamische Gaspolster 8. Hier spielt sowohl die Wärmestrahlung vom Boden 21 der Lagerausnehmung 20 zur Unterseite des Substrathalters 2 als auch die Wärmeleitung über das wärmeleitende Gas, welches das Gaspolster 8 ausbildet, eine Rolle.

Durch eine unterschiedliche Gestaltung von sowohl Oberfläche des Bodens 21 als auch Unterseite des Substrathalters 2 kann der Wärmeübertrag durch Strahlungswärme beeinflusst werden. Die Wärmeübertragung durch Wärmeleitung kann durch Variation der Höhe des dynamischen Gaspolsters 8 variiert werden. Hierzu kann der Gesamtgasstrom durch die Zuleitung 6 erhöht oder erniedrigt werden. Mit diesen Maßnahmen kann aber nicht während des Prozesses der laterale Verlauf der Isothermen unmittelbar oberhalb des Substrates 9 bzw. der laterale Temperaturgradient der Oberflächentemperatur des Substrates 9 beeinflusst werden.

Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass dies mit Hilfe einer Variation der Zusammensetzung des Gases erfolgt, welches das dynamische Gaspolster 8 erzeugt. Es werden zwei Gase 17, 18 verwendet, die einen hohen Unterschied hinsichtlich ihrer spezifischen Wärmeleitfähigkeit aufweisen. So kann beispielsweise stark wärmeleitender Wasserstoff 17 mit schwach wärmeleitendem Stickstoff 18 gemischt werden. Hierzu dienen Massenflusscontroller 15, 16 individuell für jedes der beiden Gase 17, 18. Es können aber auch andere Gasmischungen, insbesondere geeignete Edelgase wie Argon, Helium etc. verwendet werden. Die beiden unterschiedlichen Gase 17, 18 werden mit einer gemeinsamen Zuleitung 6 in die Lagerausnehmungen 20 geleitet. Durch Variation der Zusammensetzung der Gase, die mit Hilfe der Massenflusscontroller 15 und 16 erfolgt, kann die Wärmeleitfähigkeit des Gaspolsters 8 variiert werden. Die Höhe des Gaspolsters 8 bleibt dabei im wesentlichen unverändert. Zur Einstellung der Gasflüsse 15, 16 ist eine Regeleinrichtung 19 vorgesehen. Diese Regeleinrichtung 19 bekommt ihre Eingangsdaten von einem Pyrometer 3, welches durch eine Öffnung 11 die Substratoberflächentemperatur misst. Es wird eine gemittelte Oberflächentemperatur gemessen, da sich der Substrathalter 2 dreht. Zufolge der Eigendrehung des Substrathalterträgers 1 wandert ein Substrathalter 2 nach dem anderen unter der Öffnung 11 hindurch. Da diese denselben Radialabstand zur Drehachse 14 besitzt wie die Drehachse des Substrathalters 2, wird ein Diagonaltemperaturverlauf gemessen, wie er beispielsweise in der 4 dargestellt ist.

Durch eine geeignete konstruktive oder durch eine geeignete Materialauswahl kann der Substrathalter 2 so gestaltet werden, dass bei Verwendung nur eines schwach wärmeleitenden Gases 18 der Randbereich der Substrathalteroberfläche heißer wird als der Zentralbereich. Dies ist in der 4 durch die Kurve I dargestellt. Verändert man das Mischungsverhältnis des Gases dahingehend, dass man durch Zugabe von mehr Wasserstoff 17 und Rücknahme von Stickstoff 18 die Wärmeleitfähigkeit des Gases erhöht, so erwärmt sich der Zentralbereich der Oberfläche des Substrathalterträgers 1 in höherem Maße. Dies ist mit der Kurve II angedeutet und auf einen überraschenden Effekt zurückzuführen. Eine weitere Erhöhung der Wärmeleitfähigkeit des Gaspolsters 8 führt dann dazu, dass – wie in der Kurve III dargestellt – die Temperatur der Substrathalteroberfläche über die gesamte Radialerstreckung im wesentlichen gleich ist. Dies ist ein Sollzustand, wenn das Substrat 9 in idealer Weise flächig auf der Oberfläche des Substrathalters 2 aufliegt.

Durch weitere Änderung des Mischungsverhältnisses hin zu einer hohen Leitfähigkeit des Gases wird ein Temperaturverlauf erreicht, wie ihn die Kurve IV darstellt. Fließt nur Wasserstoff 17 durch die Zuleitung 6, kann ein Temperaturverlauf wie ihn die Kurve V darstellt, erreicht werden. Ein Temperaturverlauf der Substrathalteroberfläche, wie ihn die Kurven I und II darstellen, ist dann erforderlich, wenn das Substrat 9 nur mit seinem Zentralbereich auf der Oberfläche des Substrathalters 2 aufliegt. Dann muss die Temperatur des Substrathalters 2 im Randbereich höher sein, um dort die verminderte Wärmeleitung zum Substrat 9 auszugleichen. Die Temperaturverläufe gemäß den Kurven IV und V sind dann von Bedeutung, wenn das Substrat 9 nur mit dem Randbereich auf der Oberfläche des Substrathalters 2 aufliegt. Jetzt muss die verminderte Wärmeleitung im Zentralbereich durch eine höhere Oberflächentemperatur kompensiert werden.

Bei dem in der 2 dargestellten Substrathalter besitzt die Unterseite des Substrathalters 2 eine Aussparung 13. Es handelt sich hier um eine zentrale, topfförmige Aussparung 13, die zu einer Vergrößerung der Höhe des Gaspolsters 8 führt. Dies hat einen verminderten Wärmetransport durch Wärmeleitung vom Boden 21 zum Substrathalter 2 zur Folge. Die damit einhergehende Inhomogenisierung der Oberflächentemperatur kann durch eine entsprechende Zusammensetzung der Gase kompensiert werden.

Bei dem in 3 dargestellten Ausführungsbeispiel ist diese Aussparung 13 als Mulde dargestellt. Der Boden der Mulde 13 geht ohne Stufe in die ebene Ringfläche der Unterseite des Substrathalters 2 über.

Es wird als besonders vorteilhaft erachtet, dass bei einer Kombination der Variation der Gaszusammensetzung und einer gleichzeitigen Erhöhung des Gasdrucks nicht nur der Verlauf der Oberflächentemperatur, sondern auch der absolute Wert der Oberflächentemperatur beeinflusst werden kann. Hierdurch ist es möglich, um einen konstanten Mittelwert herum die Randtemperatur gegenüber der Zentraltemperatur abzusenken oder zu erhöhen, wobei die Randtemperatur des Substrathalters 2 sowohl über als auch unter der Zentraltemperatur der Substratoberfläche liegen kann. Der Temperaturverlauf auf der Substrathalteroberfläche wird Idealerweise von der Regeleinrichtung 19 über die Variation der Massenflüsse 15, 16 so eingestellt, dass die Substratoberfläche an jeder Stelle möglichst dieselbe Temperatur besitzt.

Alle offenbarten Merkmale sind (für sich) erfindungswesentlich. In die Offenbarung der Anmeldung wird hiermit auch der Offenbarungsinhalt der zugehörigen/beigefügten Prioritätsunterlagen (Abschrift der Voranmeldung) vollinhaltlich mit einbezogen, auch zu dem Zweck, Merkmale dieser Unterlagen in Ansprüche vorliegender Anmeldung mit aufzunehmen.


Anspruch[de]
Verfahren zur Steuerung der Oberflächentemperatur eines in einer Prozesskammer (12) eines CVD-Reaktors von einem Substrathalterträger (1) auf einem von einem Gasstrom gebildeten dynamischen Gaspolster (8) getragenen Substrathalter (2) aufliegenden Substrats (9), wobei die Wärmezufuhr zum Substrat (9) zumindest teilweise durch Wärmeleitung über das Gaspolster erfolgt, dadurch gekennzeichnet, dass der das Gaspolster (8) ausbildende Gasstrom von zwei oder mehr Gasen (17, 18) mit unterschiedlich hoher spezifischer Wärmeleitfähigkeit gebildet wird und die Zusammensetzung abhängig von einer gemessenen Substrattemperatur variiert wird. Verfahren nach Anspruch 1 oder insbesondere danach, dadurch gekennzeichnet, dass durch die Variation der Gaszusammensetzung der laterale Temperaturverlauf auf der Oberfläche des Substrathalters (2) derart beeinflusst wird, dass die Temperatur auf der Substratoberfläche über im wesentlichen die gesamte Substratoberfläche konstant ist. Verfahren nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche oder insbesondere danach, gekennzeichnet durch einen Substrathalter (2), dessen Wärmeleitfähigkeit so gewählt und der so gestaltet ist, dass seine Oberflächentemperatur bei der Verwendung nur eines der beiden Gase (17, 18) eine laterale Inhomogenität aufweist, die durch Änderung der Zusammensetzung ausgleichbar und insbesondere überkompensierbar ist. Verfahren nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche oder insbesondere danach, dadurch gekennzeichnet, dass bei Verwendung nur eines Gases (17, 18) insbesondere des stark wärmeleitenden Gases der Zentralbereich des Substrathalters (2) wärmer ist als der Randbereich. Verfahren nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche oder insbesondere danach, dadurch gekennzeichnet, dass bei Verwendung nur eines Gases (17, 18), insbesondere des schwach wärmeleitenden Gases der Zentralbereich des Substrathalters (2) kälter ist als der Randbereich. Verfahren nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche oder insbesondere danach, dadurch gekennzeichnet, dass durch Variation der einzelgesteuerten, die Gaspolster (8) erzeugenden Gasströme einzelner einer Vielzahl von einem Substrathalterträger (1) zugeordneten Substrathaltern (2) die Höhen der Gaspolster (8) so eingeregelt werden, dass die gemessenen Mittelwerte innerhalb eines vorgegebenen Temperaturfensters liegen. Verfahren nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche oder insbesondere danach, dadurch gekennzeichnet, dass die Substrathalter vom Gasstrom drehangetrieben werden. Verfahren nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche oder insbesondere danach, dadurch gekennzeichnet, dass der Substrathalterträger (1) um eine Zentralachse drehangetrieben wird. Verfahren nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche oder insbesondere danach, dadurch gekennzeichnet, dass die Temperaturmessung durch eine Öffnung (11) einer Prozesskammerdecke (10) erfolgt. Verfahren nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche oder insbesondere danach, dadurch gekennzeichnet, dass die Substratoberflächentemperaturen während des gesamten Behandlungsprozesses gemessen werden und die Zusammensetzung des das dynamische Gaspolster (8) bildenden Gasstromes während der Behandlung als Funktion des radial gemessenen Temperaturverlaufs der Substrattemperatur variiert wird. Verfahren nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche oder insbesondere danach, dadurch gekennzeichnet, dass ein Substrathalter (2) verwendet wird, dessen Wärmeleiteigenschaften in Achsrichtung und/oder Wärmestrahlungseigenschaften an unterschiedlichen Radialpositionen verschieden sind. Verfahren nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche oder insbesondere danach, dadurch gekennzeichnet, dass ein Gaspolster (8) verwendet wird, dessen Höhe am Rand geringer ist als im Zentrum. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens gemäß einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche mit einer Prozesskammer (12), einem darin angeordneten Substrathalterträger (1), ein oder mehreren Substrathaltern (2), einer Heizung zum Aufheizen des Substrathalterträgers (1), einer optischen Temperaturmesseinrichtung (3) zur Messung der Oberflächentemperaturen der auf den Substrathaltern (2) aufliegenden Substrate (9) und mit einer Gaszuleitung (6) zur Zuleitung eines Gasstroms zur Erzeugung eines dynamischen Gaspolsters (8) zwischen dem Substrathalterträger (1) und einem Substrathalter (2), gekennzeichnet durch eine der Zuleitung zugeordnete Gasmischeinrichtung (15, 16, 17, 18), in welcher die Zusammensetzung des Gasstroms aus einem schwach wärmeleitenden und einem stark wärmeleitenden Gas in Abhängigkeit eines von der Temperaturmesseinrichtung (3) gewonnenen radialen Temperaturprofils der Substrattemperatur eingestellt wird. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche oder insbesondere danach, dadurch gekennzeichnet, dass der Substrathalter (2) in einer Lagerausnehmung (20) des Substrathalterträgers (1) einliegt. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche oder insbesondere danach, dadurch gekennzeichnet, dass der Boden (21) der Lagerausnehmung (20) eine im wesentlichen rotationssymmetrische Unebenheit aufweist und insbesondere gewölbt ist. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche oder insbesondere danach, dadurch gekennzeichnet, dass die dem Boden (21) der Lagerausnehmung (20) gegenüberliegende Unterseite des Substrathalters (2) eine im wesentlichen rotationssymmetrische, von einer Ebenen abweichende Struktur aufweist und insbesondere gewölbt ist. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche oder insbesondere danach, dadurch gekennzeichnet, dass der Substrathalter (2) in der Mitte dünner ist als am Rand. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche oder insbesondere danach, dadurch gekennzeichnet, dass das Substrat (9) in einer von einem Randsteg (23) gebildeten Ausnehmung (22) der Oberseite des Substrathalters (2) einliegt.






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