Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum wasserdampfunterstützten
Spritzen von Beschichtungsmaterial gemäß dem Oberbegriff von Patentanspruch
1. Die Erfindung bezieht sich auch auf ein Verfahren zum Beschichten von Substraten
mit einem Beschichtungsmaterial gemäß dem Oberbegriff von Patentanspruch
7.
Die DE 10 2004 012 889
A1 beschreibt allgemein eine Anlage zum Beschichten von Substraten mit
einer Düsenanordnung zum Zerstäuben und Spritzen eines Beschichtungsstoffes.
Diese Düsenanordnung ist an eine Wasserdampferzeugungseinrichtung angeschlossen.
Bei der Ausgestaltung der Spritzdüse wird zwischen einer Innen- und einer Außenmischung
unterschieden. Bei der Außenmischung ist die Düsenöffnung der inneren
Düsenanordnung auf gleicher Höhe mit der Düsenöffnung der äußeren
Düsenanordnung angeordnet, wobei der in der inneren Düsenanordnung befindliche
Beschichtungsstoff erst nach dem Verlassen der Düsenanordnung mit dem Wasserdampf,
der die äußere Düsenanordnung durch die Düsenöffnung verlassen
hat, vermischt wird.
Weitere Angaben zur Ausgestaltung der Spritzvorrichtung sowie zur
Dampferzeugung sind dieser Schrift nicht zu entnehmen.
Vorrichtungen zum wasserdampfunterstützten Spritzen von Beschichtungsmaterial
haben den Nachteil, dass der Wasserdampf im Spritzapparat kondensiert und dort zu
einer nachteiligen Wasseransammlung führt, wodurch insbesondere das Sprühbild
beeinträchtigt wird.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Vorrichtung und ein Verfahren zum
wasserdampfunterstützten Spritzen von Beschichtungsmaterial anzugeben, bei
der kein kondensiertes Wasser anfällt.
Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass dem Dampferzeuger ein
Dampferhitzer nachgeschaltet ist, der überhitzten Dampf erzeugt. Der Dampferhitzer
erhitzt den Dampf vorzugsweise auf eine Temperatur von 200°C bis 260°C,
insbesondere auf 220°C bis 250°C. Es hat sich herausgestellt, dass durch
die Verwendung von überhitztem Dampf selbst bei dem Temperaturabfall an der
oder den Austrittsdüse/n des Spritzapparates kein Kondenswasser anfällt.
Dadurch wird gewährleistet, dass das Sprühbild nicht beeinträchtigt
wird.
Vorzugsweise weist der Spritzapparat eine Dampfringdüse und mindestens
zwei gegenüberliegend angeordnete Dampfflachstrahldüsen auf, wobei die
Düsen über Dampfmengenregler an den Dampferhitzer angeschlossen sind.
Die Dampfringdüse umgibt vorzugsweise die Materialaustrittsdüse.
Der durch die Dampfringdüse austretende überhitzte Wasserdampf dient der
Zerstäubung des Beschichtungsmaterials, wobei ein im wesentlichen kreisförmiger
Beschichtungsstrahl (Rundstrahl) erzeugt wird.
Über die Dampfflachstrahldüsen wird ebenfalls überhitzter
Wasserdampf seitlich auf den Rundstrahl gerichtet, so dass aus dem Rundstrahl ein
Flachstrahl erzeugt werden kann.
Da sowohl die Dampfringdüse als auch die beiden Dampfflachstrahldüsen
mit überhitztem Wasserdampf beaufschlagt werden, ist nur ein Dampferzeuger
und ein Dampferhitzer erforderlich. Über die Dampfmengenregler kann der Beschichtungsstrahl
auf die gewünschte Strahlform eingestellt werden. Je größer die Dampfmenge
gewählt wird, die durch die Dampfflachstrahldüsen austritt, desto flacher
wird der Beschichtungsstrahl.
Vorzugsweise werden die beiden Dampfflachstrahldüsen über
einen gemeinsamen Dampfmengenregler an den Dampferhitzer angeschlossen. Die Versorgung
über einen gemeinsamen Dampfmengenregler gewährleistet, dass die Dampfmenge,
die aus den beiden Dampfflachstrahldüsen austritt, gleich groß ist, so
dass ein symmetrischer Flachstrahl erzeugt werden kann.
Vorzugsweise sind die Dampfflachstrahldüsen in gegenüberliegenden
Düsenhörnern angeordnet.
Es hat sich gezeigt, dass durch die Verwendung von überhitztem
Wasserdampf weder in der Dampfringdüse noch an den Dampfflachstrahldüsen
eine Kondensatbildung auftritt, die das gewünschte Sprühbild beeinflussen
könnte.
Um eine vorzeitige Abkühlung des Wasserdampfes und somit eine
Kondensatbildung innerhalb des Spritzapparates zu verhindern, ist vorzugsweise vorgesehen,
dass die materialführenden Bauteile des Spritzapparates aus einem wärmeisolierenden
Material bestehen. Hierfür kommen insbesondere Kunststoffe oder Keramiken in
Frage.
Vorzugsweise bestehen die dampfführenden Bauteile des Spritzapparates
aus einem wärmeleitenden Material, wie z. B. Metall. Hierfür kommen insbesondere
Stahl oder Edelstahl in Frage. Die Materialpaarung von Metall und wärmeisolierenden
Materialien bewirkt einerseits eine günstige Wärmeisolation innerhalb
des Spritzapparates, andererseits wirkt die wärmespeichernde Eigenschaft des
Metalls optimal auf die Dampfqualität ein.
Das Verfahren zum Beschichten von Substraten mit
einem Beschichtungsmaterial, wobei das Beschichtungsmaterial durch Unterstützung
von Wasserdampf aufgespritzt wird, ist dadurch gekennzeichnet, dass überhitzter
Wasserdampf verwendet wird.
Vorzugsweise wird Wasserdampf mit einer Temperatur von 200°C
bis 260°C, insbesondere von 220°C bis 250°C, verwendet.
Beispielhafte Ausführungsformen der Erfindung werden nachfolgend
anhand der Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
1 eine schematische Darstellung der Spritzvorrichtung,
2 einen Vertikalschnitt durch den Spritzkopf eines
Spritzapparates.
In der 1 ist eine Spritzvorrichtung
1 dargestellt, die einen Spritzapparat 2 mit Spritzkopf
20 zum Verspritzen von Beschichtungsmaterial aufweist. Der Spritzapparat
2 wird von einer Materialfördereinrichtung 7 über die
Materialleitung 7a mit Beschichtungsmaterial versorgt, das über den
Materialanschluss 22 dem Spritzkopf 20 des Spritzapparates
2 zugeführt wird.
Für die Erzeugung des Beschichtungssstrahls ist Dampf bereitzustellen,
der in einem Dampferzeuger 3 erzeugt wird, der über eine Dampfleitung
6a an einen Dampferhitzer 4 angeschlossen ist. Der im Dampferzeuger
3 erzeugte Wasserdampf wird im Dampferhitzer 4 auf eine Temperatur
> 200°C erhitzt. Dieser überhitzte Wasserdampf wird anschließend
über die Dampfleitung 6b den Dampfmengenreglern 5a,
5b zugeführt, die über weitere Dampfleitungen 6c und
6d an den Spritzkopf 20 angeschlossen sind.
Die Aufteilung in zwei Dampfleitungsstränge mit eigenen Dampfmengenreglern
dient dazu, zum einen die im Spritzkopf 20 vorhandene Dampfringdüse
35 und zum anderen die zwei Dampfflachstrahldüsen 45,
46 mit überhitztem Wasserdampf zu versorgen.
In der 2 ist ein Vertikalschnitt durch
einen Spritzkopf 20 dargestellt. Der vordere Teil des Spritzkopfes
20 weist einen Materialzuführkörper 21, einen Materialdüsenkörper
24, der von einem Dampfzuführkörper 30 umgeben ist,
und einen auf den Materialdüsenkörper 24 aufgesetzten Düsenkopf
40 auf.
Der Materialzuführkörper 21 weist den Materialanschluss
22 auf, der in den Materialkanal 26 mündet, in dem die Materialnadel
23 in Längsrichtung beweglich angeordnet ist. Der Materialkanal
26 setzt sich nach vorne im Materialkanal 26b fort, der sich im
Materialdüsenkörper 24 befindet. Der Materialdüsenkörper
24 verjüngt sich nach vorne und weist am Ausgang des Materialkanals
26b die Materialdüse 25 auf.
Der Materialzuführkörper 21 und der Materialdüsenkörper
24 bestehen vorzugsweise aus einem wärmeisolierenden Material, wie
z. B. Kunststoff oder Keramik.
Der Materialdüsenkörper 24 ist von dem Dampfzuführkörper
30 umgeben, der den ersten Dampfanschluss 31 und den zweiten Dampfanschluss
32 aufweist. Der erste Dampfanschluss 31 mündet in einen
ersten Dampfkanal 33a, der in den Dampfringkanal 33b übergeht.
Dieser Dampfringkanal 33b wird zwischen dem auf den Dampfzuführkörper
30 aufgesetzten Düsenkopf 40 und der Außenseite des
Materialdüsenkörpers 24 gebildet. Der Düsenkopf
40 besitzt eine Öffnung, die zusammen mit der Spitze des Materialdüsenkörpers
24 die Dampfringdüse 35 bildet.
Der Düsenkopf 40 besitzt zwei gegenüberliegend
angeordnete Hörner 41, 42, in denen Dampfkanäle
43, 44 angeordnet sind, die mit dem zweiten Dampfkanal
34 in Verbindung stehen. Über diese Dampfkanäle 43,
44 werden die Dampfflachstrahldüsen 45, 46 mit überhitztem
Wasserdampf versorgt. Die Ausrichtung der Dampfflachstrahldüsen 45,
46 ist derart gewählt, dass der die Form eines Rundstrahls aufweisende
Beschichtungsstrahl zu einem Flachstrahl verändert werden kann.
- 1
- Spritzvorrichtung
- 2
- Spritzapparat
- 3
- Dampferzeuger
- 4
- Dampferhitzer
- 5a
- Dampfmengenregler
- 5b
- Dampfmengenregler
- 6a
- Dampfleitung
- 6b
- Dampfleitung
- 6c
- Dampfleitung
- 6d
- Dampfleitung
- 7
- Materialfördereinrichtung mit Materialreservoir
- 7a
- Materialleitung
- 20
- Spritzkopf
- 21
- Materialzuführkörper
- 22
- Materialanschluss
- 23
- Materialnadel
- 24
- Materialdüsenkörper
- 25
- Materialdüse
- 26a
- Materialkanal
- 26b
- Materialkanal
- 28
- Dichtung
- 30
- Dampfzuführkörper
- 31
- erster Dampfanschluss
- 32
- zweiter Dampfanschluss
- 33a
- erster Dampfkanal
- 33b
- Dampfringkanal
- 34
- zweiter Dampfkanal
- 35
- Dampfringdüse
- 40
- Düsenkopf
- 41
- Horn
- 42
- Horn
- 43
- Dampfkanal
- 44
- Dampfkanal
- 45
- Dampfflachstrahldüse
- 46
- Dampfflachstrahldüse