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Dokumentenidentifikation DE102006030727B3 25.10.2007
Titel Laufbahnelement einer Radialwälzlagerung und Verfahren zur Herstellung des Laufbahnelements
Anmelder AB SKF, Göteborg/Gotenburg, SE
Erfinder Schweitzer, Ferdinand, St. Peter, AT
Vertreter Hetterich, W., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat., Pat.-Anw., 97440 Werneck
DE-Anmeldedatum 30.06.2006
DE-Aktenzeichen 102006030727
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 25.10.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 25.10.2007
IPC-Hauptklasse F16C 33/58(2006.01)A, F, I, 20060630, B, H, DE
IPC-Nebenklasse F16C 35/06(2006.01)A, L, I, 20060630, B, H, DE   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Laufbahnelement einer Radialwälzlagerung, beinhaltend folgende Merkmale:
- Das Laufbahnelement umfasst wenigstens eine Laufbahn für darauf zum Abrollen vorgesehene Wälzkörper wenigstens einer Wälzkörperreihe,
- eine Stirnseite des Laufbahnelements umfasst wenigstens eine Höhlung, wobei das Laufbahnelement derart gestaltet ist, dass das Laufbahnelement bestimmungsgemäß durch ein Eingreifen eines Teils eines Ausbauwerkzeugs in besagte Höhlung aus seiner Einbauumgebung heraus ausbaubar ist, und
- auf wenigstens einem Teil einer Begrenzungsfläche der Höhlung ist ein Material aufgetragen, wobei das Material und die Höhlung derart gestaltet sind, dass ein auf den Ausbau des Laufbahnelements hin gerichtetes Eingreifen in die Höhlung bleibende Spuren am Materialauftrag hinterlässt;
und ein Verfahren zur Herstellung des Laufbahnelements.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Laufbahnelement einer Wälzlagerung und ein Verfahren zur Herstellung des Laufbahnelements.

Beispielsweise aus dem SKF Hauptkatalog vom Januar 2004 ist auf dessen Seiten 268 bis 272 der Ausbau von Lagern beschrieben. Dabei ist angegeben, dass zum Ausbau von Lagern mit fester Passung Werkzeuge und Hilfsmittel verwendet werden, die abhängig von Lagerart, Lagergröße und Art der Befestigung sind. Zum Ausbau von Lagern mit zylindrischer Bohrung kommt dabei ein mechanischer Ausbau in Frage, wobei kleine Lager mit einem Hammer und einem Metalldorn durch leichte ringsherum geführte Schläge gegen eine der Ringseitenflächen von ihrem Sitz getrieben werden können oder besser noch mit einem mechanischen Abziehwerkzeug abgezogen werden. Dabei sollten Abzieher unmittelbar an der Seitenfläche des auszubauenden Rings oder an einem dahinter liegenden Einbauteil, beispielsweise einem Labyrinthring, angesetzt werden. Der Ausbau gestaltet sich einfacher, wenn in den Wellen- und Gehäuseschultern Nuten für Abziehwerkzeuge vorgesehen werden oder Gewindebohrungen im Gehäuse für Abdrückschrauben vorhanden sind. Für große Lager kann das Druckölverfahren den Ausbau erheblich erleichtern. Dazu erforderliche Ölzufuhrbohrungen und Verteilungsnuten im Wellenzapfen müssen allerdings bereits bei der Konstruktion vorgesehen werden.

Schließlich kommen für den Ausbau von Zylinderrollenlagerinnenringen ohne Borde oder mit nur einem Bord ein Ausbau im angewärmten Zustand in Frage, wobei dazu besondere Induktionsanwärmgeräte verwendet werden.

Eine Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein verbessertes Laufbahnelement einer Radialwälzlagerung derart zu schaffen, dass das Laufbahnelement selbst zum Erleichtern eines Ausbaus entsprechend hergerichtet ist und gleichzeitig ein unberechtigter oder unerlaubter Ausbau bzw. Ausbauversuch am Laufbahnelement identifizierbar ist.

Die Aufgabe wird durch den Gegenstand des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen beschrieben.

Gemäß Anspruch 1 beinhaltet ein Laufbahnelement einer Radialwälzlagerung folgende Merkmale:

  • – Das Laufbahnelement umfasst wenigstens eine Laufbahn für darauf zum Abrollen vorgesehene Wälzkörper wenigstens einer Wälzkörperreihe,
  • – eine Stirnseite des Laufbahnelements umfasst wenigstens eine Höhlung, wobei das Laufbahnelement derart gestaltet ist, dass das Laufbahnelement bestimmungsgemäß durch ein Eingreifen eines Teils eines Ausbauwerkzeugs in besagte Höhlung aus seiner Einbauumgebung heraus ausbaubar ist, und
  • – auf wenigstens einem Teil einer Begrenzungsfläche der Höhlung ist ein Material aufgetragen, wobei das Material und die Höhlung derart gestaltet sind, dass ein auf den Ausbau des Laufbahnelements hin gerichtetes Eingreifen in die Höhlung bleibende Spuren am Materialauftrag hinterlässt;

Dadurch, dass das Laufbahnelement an seiner Stirnseite besagte, insbesondere mehrere in Umfangsrichtung verteilt angeordnete Höhlungen aufweist, die insbesondere in einem mantelartigen Teil ihrer Begrenzungsfläche mit wenigstens einem Gewindegang versehen sind, ist ein Ausbau des Laufbahnelements in einfacher Art und Weise dadurch möglich, dass ein entsprechendes Ausbauwerkzeug in die Höhlungen einschraubbar ist und über ein entsprechendes Zielen am Ausbauwerkzeug aus seiner Einbauumgebung lösbar ist. Dadurch, dass auf wenigstens einen Teil der Begrenzungsfläche der Höhlungen ein Material aufgetragen ist, insbesondere ein farbiger Lack oder ein Siegellack, wird beim Einschrauben des Ausbauwerkzeugs dieses Material bestimmungsgemäß bleibend geschädigt, so dass bei einem Ausbau durch unautorisierte Personen in Folge der bleibenden Spuren am Materialauftrag der unautorisierte Ausbau am Laufbahnelement selbst eineindeutig nachweisbar ist. Dies hilft unter anderem bei der Rückverfolgbarkeit bezüglich einer Findung von Schadensursachen. Weiterhin ist es im Falle von Garantie- und Gewährleistungsansprüchen möglich, zwischen fachgerechter Handhabung auf der einen Seite und Manipulation bzw. unsachgemäßer Handhabung auf der anderen Seite zu unterscheiden.

Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus dem im folgenden beschriebenen Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der Figur.

Die Figur zeigt als ein Ausführungsbeispiel der Erfindung einen Längsschnitt durch eine obere Hälfte eines Wälzlagerinnenrings 10. Der Wälzlagerinnenring 10 umfasst dabei einen zylindrischen Innenmantel 12, der mit fester Passung zum Befestigen, beispielsweise auf einer Welle vorgesehen ist. Der Außenmantel des Wälzlagerinnenrings 10 umfasst eine Laufbahn 14, auf der nicht dargestellte Wälzkörper zum Abrollen vorgesehen sind. Weiterhin umfasst der Wälzlagerinnenring 10 an wenigstens einer seiner Stirnseiten 16 mehrere in Umfangrichtung verteile Gewindebohrungen 18. Die Gewindebohrungen 18 können dabei beispielsweise als M4-Gewinde ausgebildet sein.

Bei der Montage wird der Wälzlagerinnenring 10 in an sich bekannter Art und Weise mit seinem zylindrischen Innenmantel 12 auf der Welle befestigt. Nach Abschluss der sachgemäße Montage durch entsprechend autorisiertes Fachpersonal werden dann die Gewindebohrungen 18 durch Einsprühen eines farbigen Lacks versiegelt, wodurch eine entsprechende Lackschicht 22 entsteht.

Für ein Ausbauen des Wälzlagerinnenrings 10, also insbesondere für ein Abziehen von der Welle, wird in besagte Gewindebohrungen 18 ein entsprechend ausgebildetes Ausbauwerkzeug eingeschraubt, wodurch die aufgebrachte Lackschicht 22 bestimmungsgemäß, bleibende Spuren an der Lackschicht 22 hinterlassend, beschädigt wird. Dabei kommt es beispielsweise zum Abreiben und/oder zum Verschleißen des Farbauftrags. Wird dabei der Ausbau beispielsweise in an sich unerlaubter oder unberechtigter Weise durch nicht autorisierte Personen durchgeführt, so ist dies dann am Wälzlagerinnenring 10 selbst durch die bleibenden Spuren an der Lackschicht 22 eindeutig nachweisbar, was unter anderem eine Rückverfolgbarkeit im Schadens- und/oder Reklamationsfall verbessert.

In anderen Ausführungsformen kann es sich anstelle des Wälzlagerinnenrings 10 natürlich auch um einen entsprechend ausgebildeten Wälzlageraußenring und/oder einen Mittenring einer Dreiringwälzlagerung handeln.

10
Wälzlagerinnenring
12
Innenmantel
14
Laufbahn
16
Stirnseite
18
Gewindebohrung
22
Lackschicht


Anspruch[de]
Laufbahnelement einer Radialwälzlagerung, beinhaltend folgende Merkmale:

– Das Laufbahnelement umfasst wenigstens eine Laufbahn für darauf zum Abrollen vorgesehene Wälzkörper wenigstens einer Wälzkörperreihe,

– eine Stirnseite des Laufbahnelements umfasst wenigstens eine Höhlung, wobei das Laufbahnelement derart gestaltet ist, dass das Laufbahnelement bestimmungsgemäß durch ein Eingreifen eines Teils eines Ausbauwerkzeugs in besagte Höhlung aus seiner Einbauumgebung heraus ausbaubar ist, und

– auf wenigstens einem Teil einer Begrenzungsfläche der Höhlung ist ein Material aufgetragen, wobei das Material und die Höhlung derart gestaltet sind, dass ein auf den Ausbau des Laufbahnelements hin gerichtetes Eingreifen in die Höhlung bleibende Spuren am Materialauftrag hinterlässt.
Laufbahnelement nach Anspruch 1, wobei die Höhlung kreiszylinderförmig ist. Laufbahnelement nach einem der Ansprüche 1 oder 2, wobei ein mantelartiger Teil der Begrenzungsfläche der Höhlung mit wenigstens einem Gewindegang versehen ist. Laufbahnelement nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei der Materialauftrag sich wenigstens über einen mantelartigen Teil der Begrenzungsfläche erstreckt. Laufbahnelement nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei das Material einen farbigen Lack oder Siegellack umfasst. Laufbahnelement nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei mehrere Höhlungen in Umfangsrichtung verteilt angeordnet sind. Laufbahnelement nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei eine Sitzfläche des Laufbahnelements, mit der es mit fester Passung in der Einbauumgebung befestigbar ist, zylindermantelartig oder kegelstumpfmantelartig ausgebildet ist. Laufbahnelement nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei das Laufbahnelement hohlzylinderartig oder ringartig ausgebildet ist. Verfahren zum Herstellen eines Laufbahnelements nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei das Material einem Einbau des Laufbahnelements zeitlich nachfolgend aufgetragen wird. Verfahren nach Anspruch 9, wobei das Material aufgesprüht wird.






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