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Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Seil zur Kronensicherung von Bäumen, das aus einem Schlauchgeflecht aus Strängen besteht und durch Stauchung verkürzbar und aufweitbar ist, nach dem Oberbegriff des Schutzanspruches 1.

Ein derartiges Seil mit Zubehör ist aus der EP 06 23 277 B1 bekannt.

Dieser Stand der Technik wird im Folgenden anhand der 1-6 ausführlich dargestellt, da sein Verständnis für das Verständnis der dann danach erläuterten Erfindung von Bedeutung ist.

1 ein Seilverbindungssystem zwischen zwei Baumelementen,

2 ein Seilstück im Normalzustand,

3 ein Seilstück nach 2 im gestauchten Zustand,

4 ein integrierter Ruckdämpfer,

5 ein Dämpferkörper für den Ruckdämpfer,

6 ein Spreizband.

1 zeigt ein Seilverbindungssystem 11 zum Verbinden von Baumelementen, das heißt von Ästen untereinander mit Stämmen oder dergleichen. Bei Bedarf sind Bandagen 13 um die Baumelemente vorgesehen. Sie können als übergeschobener Scheuerschutz-Schlauch 16 ausgebildet sein. Das Seilverbindungssystem 11 enthält einen in das Seil 14 integrierten Ruckdämpfer 17.

Das Seil 19 nach 2 ist ein hohles Schlauchgeflecht aus einzelnen Strängen 18, ein so genanntes Hohltau. Die Stränge 18 sind relativ schwach gedrehte Kardeele aus monofilen Kunststofffäden 19, die eine Dicke von über 0,1 mm haben können, aus thermoplastischem Kunststoff, vorzugsweise Polypropylen, und sind UV-stabilisiert.

Jeweils zwei Stränge 18 verlaufen parallel. Das Seil kann beispielsweise aus acht dieser Doppelstränge bestehen, die zu einem relativ lockeren Schlauchgeflecht zusammengeflochten sind. Infolge der großen Eigensteifigkeit der Stränge legt sich allerdings das Seil in Längsrichtung so zusammen, dass es im unbelasteten Zustand (2) nahezu seine volle Längserstreckung, die es auch im zugbelasteten Zustand einnehmen würde, hat.

Wenn man ein derartiges Seil staucht, nimmt es die in 3 gezeigte Form an. Es weitet sich dann auf, so dass der sich dann bildende hohle Innenkanal 20 beispielsweise den doppelten Durchmesser (das 1,5- bis 2,5-fache) des Seils im unbelasteten Zustand hat. Um diesen Innenkanal 20 liegt dann das Geflecht nach Art eines Mantels 21 herum.

Durch die relativ lockere Flechtung entstehen im gestauchten Zustand, wie 3 zeigt, zwischen den Doppelsträngen 18 relativ große Maschen 22, das heißt Öffnungen, die von außen in den Innenkanal 20 führen. Durch diese können beliebige Gegenstände in den Innenkanal geschoben werden.

In 4 ist auf diese Weise ein integrierter Ruckdämpfer 17 entstanden, indem ein Dämpferkörper 23 (5), der die Form eines langgestreckten Zylinders aus weichelastischem Material mit verjüngten Enden 24 hat, in den Innenkanal 20 eingeführt wurde.

6 zeigt ein Spreizband 25 für die Bandage 13. Dieses wird in das durch Stauchung aufgeweitete Seil in einigem Abstand von einem Seilende in das Seil eingeführt.

Gemäß der Norm "Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für Baumpflege (kurz: ZTV Baumpflege), Herausgeber: FLL Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e. V. 53115 Bonn; Anhang Tabelle 1:

Erfahrungswerte für die Bruchlast von Materialien zur Kronensicherung, werden u.a. für eine Länge von bis zu 5 m zwischen Ast und Stämmlingen zur dynamischen Bruchsicherung bis zu einem Basisdurchmesser 40 cm, Seilsysteme mit einer Bruchlast von 2,0 t angegeben. Für einen Basisdurchmesser zwischen 40 und 60 cm sind Seilsysteme von 4,0 t vorgeschrieben.

Für diese verschiedenen Mindest-Bruchlasten 2 t und 4 t gibt es Seile mit verschiedenen Durchmessern, so für eine Bruchlast von 2 t Seile mit einem Außendurchmesser von ca. 1,5 cm und für eine Bruchlast von 4,0 t mit einem Durchmesser von ca. 4 cm, jeweils im unbelasteten Zustand. Entsprechend unterschiedlich sind die Durchmesser der Innenkanäle (s. oben), die durch Stauchung entstehen und zur Schlauchspleißung, zum Einsetzen eines Spreizbandes oder eines Ruckdämpfers erforderlich sind. Auf diese unterschiedlichen Durchmesser sind ferner auch die Scheuerschutzhüllen, mit denen das Seil an den Stellen umgeben wird, an denen ein Spreizband eingelegt ist, abgestimmt. Man hat also für die unterschiedlichen Mindestbruchlasten 2 t und 4 t nicht nur Seile mit unterschiedlichem Durchmesser. Man braucht auch Spreizbänder, Ruckdämpfer und Scheuerschutzhüllen mit unterschiedlichem Durchmesser.

Das bedingt einen Aufwand bei Lagerhaltung, Versand und Preis.

Aufgabe der Erfindung ist es, ein Seil der eingangs genannten Art bereitzustellen, bei dem die Kosten für das Zubehör geringer sind.

Diese Aufgabe wird mit den im Kennzeichen des Schutzanspruches wiedergegebenen Merkmalen gelöst.

Ein solches Seil nach einem Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in 7 dargestellt, und zwar in der Mitte im gestauchten auf geweiteten Zustand und an den Enden im entlasteten Zustand. Das Seil 100 ist zum Beispiel von seiner Mindestbruchlast auf 2 t ausgelegt, ist aber sehr viel lockerer geflochten als die hierfür zur Verfügung stehenden Seile nach dem Stand der Technik. Nach dem Ausführungsbeispiel der Erfindung hat das Seil in unbelastetem Zustand einen Flechtwinkel &agr; von ca. 30°-40°, einen Durchmesser von ca. 1,5 cm und solche Stärken der Stränge 101 beziehungsweise der einzelnen Filamente, dass eine Aufweitung auf einen Innenkanal-Durchmesser möglich ist, der, wie im mittleren Bereich von 7 gezeigt, deutlich größer ist als der Innenkanaldurchmesser der seither für diesen Zweck verwendeten Seile mit einer Mindestbruchlast von 2 t.

Die Folge dieser sehr viel weiteren Aufweitbarkeit der Seile für 2 t ist, dass auch für sie Spreizbänder, Ruckdämpfer und Scheuerschutzhüllen verwendet werden können, wie sie seither nur in Seile für eine Mindestbruchlast von 4 t in Frage kamen und verwendet werden konnten, die im unbelasteten Zustand einen größeren Durchmesser aufweisen.

Man braucht also sowohl für eine Bruchlast von 2 t als auch für eine Bruchlast von 4 t lediglich eine bestimmte Abmessung von Spreizbändern, Ruckdämpfern und Scheuerschutzhüllen. Damit wird eine erhebliche Einsparung in der Lagerhaltung und dem Systempreis bei den o. g. Seilsystemen erzielt.

Von der Erfindung umfasst ist somit ein Seilsystem von zwei Seilen, bei denen das eine Seil zur Sicherung von Baumelementen mit einer Mindestbruchlast von 2,0 t ausgelegt ist, und einen derart geringen Flechtwinkel (&agr;) und eine derart lockere Flechtung aufweist, dass es auf einen Durchmesser des Innenkanals aufweitbar ist, der zur Aufnahme von Spreizbändern und/oder Ruckdämpfern geeignet ist, wie sie auch für das Seil verwendbar sind, das für eine Mindestbruchlast von 4 t ausgelegt ist.

Dieses Prinzip ist auch dann verwirklicht, wenn zwei Seile mit verschiedenen Mindestbruchlasten, die nicht zwingend 2 t und 4 t sind, so ausgelegt sind, dass das Seil mit der geringeren Mindestbruchlast so gestaltet ist, dass es so aufweitbar ist, dass es auch mit Ruckdämpfer, Spreizband und Scheuerschutzumhüllung verwendbar ist, die für das Seil mit der größeren Mindestbruchlast passen.


Anspruch[de]
Seil zur Sicherung von Baumelementen, so zum Beispiel Ästen oder Teilen von Baumkronen, das aus einem durch Stauchung verkürzbaren und sich dabei aufweitenden Schlauchgeflecht aus Strängen besteht, so dass bei einer Stauchung des Seils ein Innenkanal entsteht, in den durch die bei der Stauchung entstehenden Maschen zur Schlauchspleißung ein nicht gestauchter Schlauchabschnitt sowie ferner ein Spreizband und/oder Ruckdämpfer einbringbar ist und über den eine Seilschutzhülle geschoben werden kann, wobei die Mindestbruchlast des Seils auf 2 t oder 4 t ausgelegt ist, dadurch gekennzeichnet, dass ein Seil für eine Mindestbruchlast von 2,0 t einen derart geringen Flechtwinkel (&agr;) und eine derart lockere Flechtung aufweist, dass es auf einen Durchmesser des Innenkanals aufweitbar ist, der zur Aufnahme von Spreizbändern und/oder Ruckdämpfern und zur Umhüllung durch Scheuerschutz-Umhüllungen geeignet ist, wie sie auch für Seile verwendbar sind, die für eine Mindestbruchlasten von 4 t ausgelegt sind. Aus zwei Seilen zur Sicherung von Baumelementen, so zum Beispiel Ästen oder Teilen von Baumkronen bestehendes Sicherungssystem, bei dem die Seile jeweils aus einem durch Stauchung verkürzbaren und sich dabei aufweitenden Schlauchgeflecht aus Strängen besteht, so dass bei einer Stauchung des Seils ein Innenkanal entsteht, in den durch die bei der Stauchung entstehenden Maschen zur Schlauchspleißung ein nicht getauchter Schlauchabschnitt sowie ferner ein Spreizband und/oder Ruckdämpfer einbringbar ist und über den eine Seilschutzhülle geschoben werden kann, wobei die Mindestbruchlast des ersten Seils für einen ersten Wert und die Mindestbruchlast des zweiten Seils für einen zweiten Wert ausgelegt ist, wobei der zweite Wert größer als der erste Wert ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Seil, das für die Mindestbruchlast mit dem ersten Wert ausgelegt ist, einen derart geringen Flechtwinkel (&agr;) und eine derart lockere Flechtung aufweist, dass es auf einen Durchmesser des Innenkanals aufweitbar ist, der zur Aufnahme von Spreizbändern und/oder Ruckdämpfern und zur Umhüllung durch Scheuerschutz-Umhüllungen geeignet ist, wie sie auch für das Seil mit dem zweiten Wert verwendbar sind.






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