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Dokumentenidentifikation DE102007012186A1 25.10.2007
Titel Verfahren und Vorrichtung zum Dosieren einer drucktechnischen Flüssigkeit
Anmelder Heidelberger Druckmaschinen AG, 69115 Heidelberg, DE
Erfinder Nagel, Michael, 69126 Heidelberg, DE
DE-Anmeldedatum 14.03.2007
DE-Aktenzeichen 102007012186
Offenlegungstag 25.10.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 25.10.2007
IPC-Hauptklasse B41F 31/08(2006.01)A, F, I, 20070314, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B41F 31/02(2006.01)A, L, I, 20070314, B, H, DE   
Zusammenfassung Bei einem Verfahren und einer Vorrichtung zum Dosieren einer drucktechnischen Flüssigkeit (1) wird eine Pumpe (2) durch die drucktechnische Flüssigkeit (1) angetrieben.
Die drucktechnische Flüssigkeit (1) kann Druckfarbe oder Lack sein.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Dosieren einer drucktechnischen Flüssigkeit. Außerdem bezieht sich die Erfindung auf ein mit dem Dosierverfahren in engem Zusammenhang stehendes Antriebsverfahren zum Antreiben einer Pumpe mittels eines Antriebsfluids.

Die Erfindung entstand vor folgendem Hintergrund: Unter drucktechnischen Flüssigkeiten werden Beschichtungsflüssigkeiten, mit denen der Bedruckstoff bedruckt wird, und Hilfsflüssigkeiten, die zur Unterstützung des Druckprozesses dienen, verstanden. Beschichtungsflüssigkeiten sind z. B. Druckfarben und Drucklacke. Eine Hilfsflüssigkeit ist z. B. ein Feuchtmittel, welches das Verdrucken einer Offset-Druckfarbe unterstützt. Eine drucktechnische Flüssigkeit kann auch pastös sein, wie dies z. B. bei einer Offset-Druckfarbe der Fall ist.

Bei Druckmaschinen mit hohem Verbrauch der drucktechnischen Flüssigkeit wird diese in einem Vorratsfass bevorratet, das neben der Druckmaschine steht. Mittels einer Fördereinrichtung wird die drucktechnische Flüssigkeit aus dem Vorratsfass zu ihrem Einsatzort in der Druckmaschine gefördert. Die Fördereinrichtung umfasst eine volumetrische Pumpe zum Pumpen eines bestimmten Volumens der drucktechnischen Flüssigkeit pro Zeiteinheit, also zum Dosieren der drucktechnischen Flüssigkeit. Beispielsweise steht bei Druckmaschinen mit Lackierwerken neben dem Lackierwerk ein Lackfass, aus welchem der Lack mittels der Pumpe in das Lackierwerk gepumpt wird.

In DE 26 25 850 A1 ist eine Fördereinrichtung zum Fördern von Druckfarbe beschrieben, welche einen Tandemzylinder mit zwei durch eine Kolbenstange verbundenen Kolben umfasst. Der eine Kolben wird mit Pressluft beaufschlagt, welche als Antriebsfluid dient. Der andere Kolben drückt infolgedessen die Druckfarbe aus einer Farbbüchse heraus. Ungünstig daran ist die Notwendigkeit der Bereitstellung von Fremdenergie, hier der Pressluft.

DE 196 32 717 C2 und DE 199 53 324 A1 bilden weiteren Stand der Technik.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, ein weiteres Verfahren zum Dosieren einer drucktechnischen Flüssigkeit anzugeben und eine zur Durchführung des Verfahrens geeignete Vorrichtung zu schaffen.

Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 6 gelöst.

Das erfindungsgemäße Verfahren zum Dosieren einer drucktechnischen Flüssigkeit mittels einer Pumpe ist dadurch gekennzeichnet, dass die Pumpe durch die drucktechnische Flüssigkeit angetrieben wird. Zum Antreiben der Pumpe ist also keine Fremdenergie in Form von Druckluft erforderlich.

Bei einer Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist die drucktechnische Flüssigkeit eine Druckfarbe oder ein Lack. Bei einer weiteren Weiterbildung ist die Pumpe eine Kolbenpumpe. Bei einer weiteren Weiterbildung wird ein Dosiervolumen der drucktechnischen Flüssigkeit ermittelt, indem mittels einer Steuerungseinrichtung eine mit dem Dosiervolumen proportionale Anzahl von Hüben eines Kolbens der Kolbenpumpe gezählt wird. Bei einer weiteren Weiterbildung wird der Kolben über ein Mehrwegeventil mit der drucktechnischen Flüssigkeit beaufschlagt, wird das Mehrwegeventil über Steuerungssignale durch die Steuerungseinrichtung gesteuert und werden die Steuerungssignale durch die Steuerungseinrichtung gezählt.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung zum Dosieren einer drucktechnischen Flüssigkeit, umfassend eine Pumpe, ist dadurch gekennzeichnet, dass die Pumpe durch die drucktechnische Flüssigkeit angetrieben ist.

Auch bei Weiterbildungen der erfindungsgemäßen Vorrichtung kann die drucktechnische Flüssigkeit eine Druckfarbe oder ein Lack sein und kann die Pumpe eine Kolbenpumpe sein. Bei einer weiteren Weiterbildung weist die Kolbenpumpe einen Kolben auf und ist eine Steuerungseinrichtung zum Zählen einer mit einem Dosiervolumen der drucktechnischen Flüssigkeit proportionalen Anzahl von Hüben des Kolbens vorhanden. Bei einer weiteren Weiterbildung ist der Kolben über ein Mehrwegeventil mit der drucktechnischen Flüssigkeit beaufschlagt und ist die Steuerungseinrichtung zum über Steuerungssignale erfolgenden Steuern des Mehrwegventils und zum Zählen der Steuerungssignale ausgebildet.

Zur Erfindung gehört auch eine Druckmaschine, welche mit der erfindungsgemäßen oder einer der Weiterbildungen entsprechend ausgebildeten Dosiervorrichtung ausgestattet ist.

Ebenso gehört zur Erfindung ein System, welches einen ersten Farbkasten, einen zweiten Farbkasten und eine gemeinsame Versorgungseinrichtung zum Versorgen des ersten Farbkastens und des zweiten Farbkastens mit der drucktechnischen Flüssigkeit umfasst, wobei die gemeinsame Versorgungseinrichtung über eine Dosiervorrichtung, welche erfindungsgemäß oder einer der Weiterbildungen entsprechend ausgebildet ist, mit dem ersten Farbkasten verbunden ist, und über eine weitere Dosiervorrichtung, welche ebenfalls erfindungsgemäß oder eine der Weiterbildungen entsprechend ausgebildet ist, mit dem zweiten Farbkasten verbunden ist.

Bei einer Weiterbildung dieses Systems umfasst die gemeinsame Versorgungseinrichtung einen Vorratsbehälter zum Speichern der drucktechnischen Flüssigkeit und eine Förderpumpe zum Pumpen der drucktechnischen Flüssigkeit. Bei einer weiteren Weiterbildung des Systems umfasst dieses eine erste Druckmaschine, in der der erste Farbkasten angeordnet ist, und eine zweite Druckmaschine, in der der zweite Farbkasten angeordnet ist.

Zur Erfindung gehört auch ein Verfahren zum Antreiben einer Pumpe mittels eines Antriebsfluids, welches dadurch gekennzeichnet ist, dass als das Antriebsfluid eine drucktechnische Flüssigkeit verwendet wird.

Bei Weiterbildungen dieses Verfahrens kann die Pumpe eine Kolbenpumpe sein und kann die drucktechnische Flüssigkeit eine Druckfarbe oder ein Lack sein.

Weitere konstruktiv und funktionell vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele und der dazugehörigen Zeichnung.

In dieser zeigt:

1 ein System, welches mehrere Druckmaschinen umfasst,

2 eine Dosiervorrichtung, mit der jede der Druckmaschinen aus 1 ausgestattet ist,

3 ein erstes Ausführungsbeispiel einer Kolbenpumpe der Dosiervorrichtung aus 2,

4 eine Modifikation des ersten Ausführungsbeispiels aus 3 und

5 ein zweites Ausführungsbeispiel der Kolbenpumpe der Dosiervorrichtung aus 2.

In den 1 bis 5 sind einander entsprechende Bauteile und Elemente mit den gleichen Bezugszeichen bezeichnet.

1 zeigt ein Maschinensystem, welches eine erste Druckmaschine 12 und eine zweite Druckmaschine 13 umfasst. Die Druckmaschinen 12, 13 sind Bogendruckmaschinen für den Offsetdruck. Jede Druckmaschine 12, 13 umfasst mindestens vier Druckwerke, die unter anderem jeweils einen Farbkasten umfassen. Mit dem Bezugszeichen 7 ist ein erster Farbkasten eines Druckwerkes der ersten Druckmaschine 12 bezeichnet und mit dem Bezugszeichen 8 ist ein zweiter Farbkasten eines Druckwerkes der zweiten Druckmaschine 13 bezeichnet.

Dem ersten Farbkasten 7 ist eine Dosiereinrichtung 6 beigeordnet und dem zweiten Farbkasten 8 ist eine ebensolche Dosiereinrichtung 6 beigeordnet. Die Dosiereinrichtungen 6 sind über ein Leitungssystem 14 mit einer Förderpumpe 11 an einen Vorratsbehälter 10 angeschlossen. Der Vorratsbehälter 10 und die Förderpumpe 11 bilden zusammen eine Versorgungseinrichtung 9 zum Versorgen der Farbkästen 7, 8 mit einer bestimmten Druckfarbe, z. B. mit der Druckfarbe Black. Für jede der für den Vierfarbendruck erforderlichen Druckfarben Black, Cyan, Magenta und Yellow ist eine solche Versorgungseinrichtung vorhanden, wobei in der 1 nur zwei dieser Versorgungseinrichtungen beispielhaft dargestellt sind.

Der Vorratsbehälter 10 ist ein Vorratsfass, in welchem die jeweilige Druckfarbe für alle Druckmaschinen 12, 13 bevorratet wird. Die Förderpumpe 11 pumpt die Druckfarbe aus dem Vorratsbehälter 10 heraus und setzt dabei die Druckfarbe in dem der Förderpumpe 11 nachfolgenden Teil des Leitungssystems 14 unter hydraulischen Druck. Da die Druckfarbe in den Druckmaschinen 12, 13 verdruckt wird, wird sie nachfolgend als drucktechnische Flüssigkeit 1 bezeichnet.

2 zeigt am Beispiel des ersten Farbkastens 7 und der diesem zugeordneten Dosiervorrichtung 6 die Anordnung der Dosiervorrichtungen 6. Die gezeigte Dosiervorrichtung 6 ist in einer Halterung 16 aufgenommen, welche zur wahlweisen Aufnahme der Dosiervorrichtung 6 und einer (zeichnerisch nicht dargestellten) Kartusche ausgelegt ist. Bei Druckaufträgen mit niedrigem Farbverbrauch wird die Kartusche in die Halterung 16 eingesetzt und bei Druckaufträgen mit hohem Farbverbrauch die Dosiervorrichtung 6.

Die Halterung 16 ist an einem Schlitten 17 angebracht, der entlang einer Schiene 18 verfahrbar ist. Die Schiene 18 erstreckt sich parallel zur Rotationsachse einer dem Farbkasten 7 zugeordneten Farbkastenwalze 19. Die oberhalb des Farbkastens 7angeordnete Dosiervorrichtung 6 dosiert die drucktechnische Flüssigkeit 1 – also die Druckfarbe – in Form von Tropfen oder eines Strahles in den Farbkasten 7 oder auf die Farbkastenwalze 19. Die Bewegung der Halterung 16 wird durch eine elektronische Steuerungseinrichtung 3 gesteuert. Mit den Bezugszeichen 20, 21 und 22 sind Steuerungssignale bezeichnet, welche die Steuerungseinrichtung 3 empfängt und aussendet.

3 zeigt die Dosiervorrichtung 6 im Detail, wobei ersichtlich ist, dass die Dosiervorrichtung 6 eine Pumpe 2 und ein Mehrwegeventil 5 zum Ansteuern der Pumpe 2 umfasst. Die Pumpe 2 ist eine Kolbenpumpe – genauer gesagt eine Axialkolbenpumpe – mit einem Zylinder und einem in dem Zylinder verschiebbaren Kolben 4. Die Steuerungseinrichtung 3 (2) schaltet über das Steuerungssignal 21 das Mehrwegeventil 5 wechselweise in die gemäß 3 eingestellte Schaltstellung und in die andere Schaltstellung, wie dies anhand eines Pfeils 23 symbolisch angedeutet ist. Durch das periodische Hin- und Herschalten des Mehrwegeventils 5 werden die vor dem Kolben 4 liegende Pumpenkammer und die hinter dem Kolben 4 liegende Pumpenkammer abwechselnd mit dem Leitungssystem 14 verbunden und werden diese Pumpenkammern abwechselnd mit einem Auslass 24 verbunden.

In der in 3 gezeigten Schaltstellung des Mehrwegeventils 5 ist die vor dem Kolben 4 liegende Pumpenkammer – das ist in 3 die rechte Pumpenkammer – mit dem Leitungssystem 14 und somit mit der Versorgungseinrichtung 9 verbunden, so dass der von der Förderpumpe 11 (1) in dem Leitungssystem 14 erzeugte hydraulische Druck der drucktechnischen Flüssigkeit 1 auf die bezüglich 3 rechte Seitenfläche des Kolbens 4 wirkt und letzteren in die mit dem Pfeil 25 angegebene Richtung verschiebt. Dadurch vergrößert sich die rechte Pumpenkammer und füllt sie sich mit einem zunehmenden Volumen der drucktechnischen Flüssigkeit 1. Gleichzeitig verdrängt der Kolben 4 die drucktechnische Flüssigkeit 1 aus der linken Pumpenkammer, welche in besagter Schaltstellung über das Mehrwegeventil 5 mit dem Auslass 24 verbunden ist, so dass die drucktechnische Flüssigkeit 1 aus der linken Pumpenkammer auf diesem Wege in den Farbkasten 7 (2) gelangt.

Die Pumpe 2 ist mit Sensoren 26 zum Detektieren der beiden Endlagen des Kolbens 4 ausgestattet. Der jeweilige Sensor 26 signalisiert mittels des Steuerungssignals 20 der Steuerungseinrichtung 3 (2), dass der Kolben 4 die jeweilige Endlage erreicht hat. Somit wird der Steuerungsseinrichtung 3 signalisiert, wenn der Kolben 4 seine bezüglich 3 linke Endlage erreicht hat. Ausgehend von dem Steuerungssignal 20 des entsprechenden Sensors 26 schaltet die Steuerungseinrichtung 3 über das Steuerungssignal 21 das Mehrwegeventil 5 in dessen andere Schaltstellung, welche in 3 nicht dargestellt ist.

In dieser anderen Schaltstellung ist die hinter dem Kolben 4 liegende Pumpenkammer – das ist bezüglich 3 die linke Pumpenkammer – an die Versorgungseinrichtung 9 angeschlossen und mit dem hydraulischen Druck der drucktechnischen Flüssigkeit 1 aus der Versorgungseinrichtung 9 beaufschlagt. Infolgedessen wird der Kolben 4 nunmehr in eine bezüglich des Pfeils 25 entgegengesetzte Richtung verschoben, wobei der Kolben 4 die bei dem vorhergehenden Arbeitstakt in der vor dem Kolben 4 liegenden Pumpenkammer – das ist bezüglich 3 die rechte Pumpenkammer – aufgenommene drucktechnische Flüssigkeit 1 aus ebendieser Pumpenkammer verdrängt und zum Auslass 24 pumpt. Das Ende dieses Arbeitstaktes wird von dem anderen Sensor 26 erfasst und der Steuerungseinrichtung 3 signalisiert, welche hieraufhin das Mehrwegeventil 5 erneut umschaltet.

Mittels der Sensoren 26 zählt die Steuerungseinrichtung 3 die Anzahl der Hübe, welche der Kolben 4 in die mit dem Pfeil 25 angegebene Richtung und in Gegenrichtung ausführt. Die Anzahl der Hübe ist proportional zu dem Dosiervolumen, welches über den Auslass 24 in den Farbkasten 7 gelangt. Dieses Dosiervolumen teilt die Steuerungseinrichtung 3 über das Steuerungssignal 22 der zentralen Maschinensteuerung 15 (2) mit. Auf diese Weise erhält die Maschinensteuerung 15 Informationen über den druckwerksspezifischen Farbverbrauch.

Da das Arbeitsvolumen der Pumpe 2 bekannt ist, kann auch auf die Sensoren 26 verzichtet werden und können stattdessen direkt die Steuerungssignale 21, durch welche das Mehrwegventil 25 umgeschaltet wird, zur Messung des Verbrauchs der drucktechnischen Flüssigkeit 1 verwendet werden. In diesem Fall zählt die Steuerungseinrichtung 3 die Steuerungssignale 21, deren Anzahl proportional zur Anzahl der Hubbewegungen des Kolbens 4 und somit proportional zur infolge dieser Hubbewegungen in den Farbkasten 7 geförderten Gesamtmenge der drucktechnischen Flüssigkeit 1 ist.

Wesentlich ist, dass die Pumpe 2 die drucktechnische Flüssigkeit 1 nicht nur fördert, sondern selbst von der drucktechnischen Flüssigkeit 1 angetrieben wird. Daraus ergeben sich verschiedene Vorteile: Es ist keine Fremdenergie, wie z. B. Druckluft, zum Antreiben der Pumpe 2 erforderlich. Außerdem ist eine unaufwendige Messung des dosierten Flüssigkeitsvolumens möglich.

Ein weiterer Vorteil zeigt sich in einem Havariefall, in welchem die Dosiervorrichtung 6 des ersten Druckwerks 12 von einem Defekt betroffen ist. In diesem Havariefall kann die Förderpumpe 11 weiterlaufen, um die drucktechnische Flüssigkeit 1 zur Dosiervorrichtung 6 des anderen, zweiten Druckwerks 13 zu pumpen, ohne dass die Gefahr besteht, dass die drucktechnische Flüssigkeit 1 aus der von dem Defekt betroffenen Dosiervorrichtung 6 des ersten Druckwerks 12 ausläuft und in dem ersten Druckwerk 12 Folgeschäden anrichtet. Ein solcher Defekt könnte z. B. in einer Störung des Steuerungssignals 21 oder in einer Blockade des Umschaltens des Mehrwegeventils 5 bestehen. Bei Auftreten eines solchen Defektes führt der Kolben 4 nur noch eine einzige Hubbewegung aus und bleibt der Kolben 4 in seiner durch diese Hubbewegung erreichten Endlage stehen. Obwohl die vom Defekt betroffene Dosiervorrichtung 6 nach wie vor durch den hydraulischen Druck der drucktechnischen Flüssigkeit 1 beaufschlagt ist, welchen die zur Versorgung der anderen Druckmaschine weiterlaufende Versorgungseinrichtung 9 erzeugt, besteht keinerlei Gefahr, dass aus der vom Defekt betroffenen Dosiervorrichtung 6 die drucktechnische Flüssigkeit 1 ausläuft. Durch das konstruktiv bedingte Stehen bleiben des Kolbens 4 der vom Defekt betroffenen Dosiervorrichtung 6 in seiner Endlage ist sichergestellt, dass die diesen Kolben 4 umfassende Pumpe 2 keinen Überschuss der drucktechnischen Flüssigkeit 1 in den Farbkasten 7 pumpt und dass dieser nicht überlaufen kann. Das Pumpen der Pumpe 2 hört bei dem Defekt automatisch auf.

Wären statt der Dosiervorrichtungen 6 an die gemeinsame Versorgungseinrichtung 9 die im Stand der Technik gemäß DE 199 53 324 A1 beschriebenen Dosiervorrichtungen angeschlossen, dann bestände die Gefahr, dass bei einem Defekt einer dieser Dosiervorrichtungen, z. B. bei einem Defekt eines Auslassventils dieser Dosiervorrichtung, aus der nicht vom Defekt betroffenen, anderen Dosiervorrichtung die Druckfarbe ausläuft, wenn die gemeinsame Versorgungseinrichtung 9 trotz des Defektes weiterläuft. Somit wäre es bei Verwendung der Dosiervorrichtungen des Standes der Technik erforderlich, bei Auftreten eines solchen Defektes nicht nur jene Druckmaschine stillzusetzen, deren Dosiervorrichtung von dem Defekt betroffen ist, sondern auch die anderen Druckmaschinen stillzusetzen, die ebenfalls von der gemeinsamen Versorgungseinrichtung 9 mit der Druckfarbe versorgt werden.

Solche unnötigen Maschinenausfallzeiten werden durch die Verwendung der erfindungsgemäßen Dosiervorrichtung 6 vermieden.

4 zeigt eine Modifikation der in 3 dargestellten Pumpe 2. Während der Kolben 4 bei der in 3 dargestellten Pumpe 2 ein kolbenstangenloser Kolben ist, hat der Kolben 4 der in 4 dargestellten Modifikation zwei Kolbenstangen, deren Querschnittsfläche zueinander gleich groß ist, sodass die Pumpe 2 als ein so genannter Gleichlaufzylinder ausgebildet ist. Ein solcher Gleichlaufzylinder ist ein doppelt wirkender Hydraulikzylinder, der in beide Kolbenbewegungsrichtungen mit gleicher Hubkraft und gleicher Hubgeschwindigkeit arbeitet. Ein Vorteil des Vorhandenseins der Kolbenstangen ist darin zu sehen, dass diese den Kolben 4 führen und letzterer somit einfacher gestaltet werden kann. Zudem kann an die Kolbenstangen ein Wegmesssystem angeschlossen werden, mittels welchem der Kolben 4 stufenlos verfahren werden kann, sodass eine stufenlose Feindosierung der drucktechnischen Flüssigkeit 1 möglich ist. Die in 4 dargestellte Dosiervorrichtung 6 entspricht bis auf das Vorhandensein der Kolbenstangen konstruktiv völlig der in 3 dargestellten Dosiervorrichtung 6, wobei in 4 aus Gründen besserer Übersichtlichkeit nicht sämtliche Bauteile dargestellt sind.

5 zeigt ein zweites Ausführungsbeispiel, welches sich nur bezüglich des Aufbaus der Pumpe 2 und des Mehrwegeventils 5 vom ersten Ausführungsbeispiel (3) unterscheidet. Bei dem zweiten Ausführungsbeispiel ist der Kolben 4 durch eine Feder 27 belastet. Wenn sich das Mehrwegeventil 5 in seiner in 5 gezeigten Schaltstellung befindet, verschiebt die Feder 27 den Kolben 4 bezüglich 5 nach links, sodass der Kolben 4 die drucktechnische Flüssigkeit 1 aus dem Zylinder der Pumpe 2 herausschiebt und über das Mehrwegeventil zum Auslass 24 drückt. Wenn sich das Mehrwegeventil 5 in seiner anderen Schaltstellung befindet, wird der Kolben 4 durch den hydraulischen Druck der drucktechnischen Flüssigkeit 1 und gegen die Rückstellwirkung der Feder 27 nach rechts verschoben, bis der Kolben 4 an einen zur Begrenzung des Kolbenweges und damit der Dosiermenge einstellbaren Anschlag 28 anschlägt. Dabei pumpt die Förderpumpe 11 (1) die drucktechnische Flüssigkeit 1 über das Leitungssystem 14 und das Mehrwegeventil 5 in den Zylinder der Pumpe 2, deren Expansionskammer sich vergrößert und wieder mit der drucktechnischen Flüssigkeit 1 füllt. Diese beiden Pumpentakte, das Füllen und das Leeren, wiederholen sich so oft es für das gewünschte Dosiervolumen notwendig ist. Die Steuerungseinrichtung 3 (2) zählt dabei die Anzahl der Hübe des Kolbens 4, um das Dosiervolumen zu bestimmen.

Bei Auftreten eines etwaigen Defekts des Systems führt der Kolben 4 höchstens noch einen Hub aus, danach hält die Feder 27 den Kolben 4 in seiner bezüglich 5 linken Endlage fest, sodass ein Weiterlaufen der Pumpe 2 und eine dadurch bedingte Überdosierung der drucktechnischen Flüssigkeit 1 auch bei dem zweiten Ausführungsbeispiel mit Sicherheit vermieden werden.

1
drucktechnische Flüssigkeit
2
Pumpe
3
Steuerungseinrichtung
4
Kolben
5
Mehrwegeventil
6
Dosiervorrichtung
7
erster Farbkasten
8
zweiter Farbkasten
9
Versorgungseinrichtung
10
Vorratsbehälter
11
Förderpumpe
12
erste Druckmaschine
13
zweite Druckmaschine
14
Leitungssystem
15
Maschinensteuerung
16
Halterung
17
Schlitten
18
Schiene
19
Farbkastenwalze
20
Steuerungssignal
21
Steuerungssignal
22
Steuerungssignal
23
Pfeil
24
Auslass
25
Pfeil
26
Sensor
27
Feder
28
Anschlag


Anspruch[de]
Verfahren zum Dosieren einer drucktechnischen Flüssigkeit (1) mittels einer Pumpe (2), dadurch gekennzeichnet, dass die Pumpe (2) durch die drucktechnische Flüssigkeit (1) angetrieben wird. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die drucktechnische Flüssigkeit (1) eine Druckfarbe oder ein Lack ist. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Pumpe (2) eine Kolbenpumpe ist. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass ein Dosiervolumen der drucktechnischen Flüssigkeit (1) ermittelt wird, indem mittels einer Steuerungseinrichtung (3) eine mit dem Dosiervolumen proportionale Anzahl von Hüben eines Kolbens (4) der Kolbenpumpe gezählt wird. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Kolben über ein Mehrwegeventil (5) mit der drucktechnischen Flüssigkeit (1) beaufschlagt wird, das Mehrwegeventil (5) über Steuerungssignale (21) durch die Steuerungseinrichtung (3) gesteuert wird und die Steuerungssignale (21) durch die Steuerungseinrichtung (3) gezählt werden. Vorrichtung (6) zum Dosieren einer drucktechnischen Flüssigkeit (1), umfassend eine Pumpe (2), dadurch gekennzeichnet, dass die Pumpe (2) durch die drucktechnische Flüssigkeit (1) angetrieben ist. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die drucktechnische Flüssigkeit (1) eine Druckfarbe oder ein Lack ist. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Pumpe (2) eine Kolbenpumpe ist. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Kolbenpumpe einen Kolben (4) aufweist und eine Steuerungseinrichtung (3) zum Zählen einer mit einem Dosiervolumen der drucktechnischen Flüssigkeit (1) proportionalen Anzahl von Hüben des Kolbens (4) vorhanden ist. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Kolben (4) über ein Mehrwegeventil (5) mit der drucktechnischen Flüssigkeit (1) beaufschlagt ist und die Steuerungseinrichtung (3) zum über Steuerungssignale (21) erfolgenden Steuern des Mehrwegeventils (5) und zum Zählen der Steuerungssignale (21) ausgebildet ist. Druckmaschine, mit einer Dosiervorrichtung (6) nach einem der Ansprüche 6 bis 10. System, umfassend einen ersten Farbkasten (7), einen zweiten Farbkasten (8), eine gemeinsame Versorgungseinrichtung (9) zum Versorgen des ersten Farbkastens (7) und des zweiten Farbkastens (8) mit der drucktechnischen Flüssigkeit (1), wobei die gemeinsame Versorgungseinrichtung (9) über eine nach einem der Ansprüche 6 bis 10 ausgebildete Dosiervorrichtung (6) mit dem ersten Farbkasten verbunden ist und über eine weitere nach einem der Ansprüche 6 bis 10 ausgebildete Dosiervorrichtung (6) mit dem zweiten Farbkasten (8) verbunden ist. System nach Anspruch 12, wobei die gemeinsame Versorgungseinrichtung (9) einen Vorratsbehälter (19) zum Speichern der drucktechnischen Flüssigkeit (1) und eine Förderpumpe (11) zum Pumpen der drucktechnischen Flüssigkeit (1) umfasst. System nach Anspruch 12 oder 13, wobei das System eine erste Druckmaschine (12) umfasst, in der der erste Farbkasten (7) angeordnet ist, und eine zweite Druckmaschine (13) umfasst, in der der zweite Farbkasten (8) angeordnet ist. Verfahren zum Antreiben einer Pumpe (2) mittels eines Antriebsfluids, dadurch gekennzeichnet, dass als das Antriebsfluid eine drucktechnische Flüssigkeit (1) verwendet wird. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Pumpe (2) eine Kolbenpumpe ist. Verfahren nach Anspruch 15 oder 16, dadurch gekennzeichnet, dass die drucktechnische Flüssigkeit (1) eine Druckfarbe oder ein Lack ist.






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