Die vorliegende Erfindung betrifft ein Online-Schleifverfahren zum
Schleifen von Arbeitswalzen während des Betriebs eines Walzwerks.
Stand der Technik
Eine Online-Walzen-Schleifvorrichtung schleift die Arbeitswalzen (die
im folgenden auch nur als Walzen bezeichnet werden) während des Betriebs des
Walzwerks, um dadurch Unregelmäßigkeiten an der Oberfläche der Arbeitswalzen
zu entfernen, die beim Walzen entstehen, wodurch die Produktionsvolumina (die Walzeinheiten)
erhöht werden, die mit einer bestimmten Walze beim Walzen erhalten werden können.
Solche Online-Walzen-Schleifvorrichtungen wurden bisher zum Beispiel in Fertigwalzwerken
bei kontinuierlichen Warmwalzprozessen (HOT) verwendet.
Wenn die Arbeitswalze eines Plattenwalzwerks eine Stahlplatte auswalzt,
werden nur die Teile der Arbeitwalze abgenutzt, die mit der Stahlplatte in Kontakt
kommen. Zwischen den abgenutzten Abschnitten und den nicht walzenden Abschnitten
außerhalb des Kontaktbereichs mit der Stahlplatte entstehen dadurch Verschleißstufen.
Wenn eine Walze mit solchen Verschleißstufen dazu verwendet wird, eine Stahlplatte
mit einer Breite zu walzen, die gleich oder größer der Breite der Abnutzung
ist, ergibt sich das Problem einer Verschlechterung der Genauigkeit der Plattendicke
und deren Planheit.
Daraus ergeben sich Einschränkungen im Walzablauf, etwa die,
Platten in der Reihenfolge abnehmender Breite zu walzen. Die Installation von Online-Walzen-Schleifvorrichtungen
ermöglicht es jedoch, die Verschleißstufen, die mit fortschreitendem Walzen
größer werden, fortlaufend abzuschleifen und zu entfernen. Die genannten
Einschränkungen entfallen damit, und die Anzahl an Walzeinheiten nimmt zu.
Mit einer Online-Walzen-Schleifvorrichtung müssen die Verschleißstufen
der nichtwalzenden Abschnitte innerhalb der begrenzten Zeitspanne abgeschliffen
und entfernt werden, die zwischen dem Zeitpunkt des Einlaufens des zu walzenden
Materials in das Walzgerüst und dem Zeitpunkt des Freigebens des zu walzenden
Materials vom Walzgerüst liegt, damit die rotierende Schleifscheibe (die auch
im folgenden als Schleifscheibe bezeichnet wird) nicht beschädigt wird und
damit die Schleifvorrichtung nicht ausfällt.
Um die Verschleißstufen wirkungsvoll abzuschleifen und zu entfernen,
ist es daher erforderlich, eine Schleifscheibe mit einer hohen Schleifwirkung zu
verwenden und sicherzustellen, daß die tatsächliche Schleifzeit so lang
wie möglich ist.
Damit die Schleifscheibe beim Kontakt mit der Walze nicht durch die
Vibrationen beschädigt wird, die durch den Schlag beim Einlaufen des zu walzenden
Materials in das Walzgerüst und beim Freikommen des Materials aus dem Walzgerüst
entstehen, befindet sich die Schleifscheibe, wenn sie nicht schleift, in einer Bereitschaftsstellung
10 mm bis 20 mm von der Walzenoberfläche entfernt.
Wenn der Zeitpunkt zum Beginnen des Schleifens gekommen ist, beginnt
sich die Schleifscheibe nach vorn zu bewegen, bis sie die Walze berührt. Wenn
eine vorher festgelegte Schleifdruckkraft erreicht ist, beginnt dann das Schleifen.
Um eine lange effektive Schleifzeit sicherzustellen, muß die Schleifvorbereitungszeit
vom Beginn der Zustellbewegung der Schleifscheibe bis zum Erreichen der vorher eingestellten
Schleifdruckkraft verkürzt werden. Das heißt, daß die Geschwindigkeit
der Zustellbewegung (d.h. die Zustellgeschwindigkeit) der Schleifscheibe groß
sein muß.
Die Schleifwirkung der Schleifscheibe variiert mit der Druckkraft,
mit der die Schleifscheibe auf die Walze drückt. Es ist daher erforderlich,
während des Schleifens die Druckkraft durch eine eingebaute Kraftmeßzelle
zu erfassen und die Stärke des Drucks der Schleifscheibe zu steuern, um so
die Druckkraft zu steuern. Der Aufbau der Schleifvorrichtung und das grundlegende
Verfahren zu dessen Steuerung ist zum Beispiel im Patentdokument 1 beschrieben.
Dieses Verfahren umfaßt im wesentlichen das Schleifen mit einer
gewissen Druckkraft bis in eine bestimmte Tiefe, um das Profil der Walze zu erhalten.
Wenn das Profil absichtlich verändert werden soll, wird die Druckkraft in Abhängigkeit
von der Stelle auf der Walze variiert, um so die Schleiftiefe zu steuern.
Bei dem herkömmlichen Verfahren ergibt sich jedoch das Problem,
daß, wenn die Schleifscheibe zu Beginn des Schleifvorgangs mit hoher Geschwindigkeit
vorwärts bewegt wird, die Druckkraft schnell ansteigt und den eingestellten
Wert der Schleifdruckkraft stark übersteigt, was zu einem übermäßigen
Abschleifen und in manchen Fällen zur Beschädigung der Schleifscheibe
führt.
Beim herkömmlichen Onlineschleifen in einem Walzwerk für
einen kontinuierlichen Warmwalzprozeß erfolgt das Schleifen während des
Durchlaufs des zu walzenden Materials, was ziemlich lange dauert, etwa 60 Sekunden
bis 120 Sekunden. Wegen der reichlichen Schleifzeit bestand kaum eine Notwendigkeit,
die Schleifvorbereitungszeit zu verkürzen. Das Verhindern eines übermäßigen
Abschleifens oder einer Beschädigung der Schleifscheibe hatte Priorität,
weshalb die Schleifscheibe aus der Bereitschaftsstellung mit geringer Geschwindigkeit
vorwärts bewegt und mit der Walze in Kontakt gebracht wurde.
Beim Auswalzen einer dicken Platte mit einer Dicke von 6 mm oder mehr
erfolgt jedoch in einem oder in zwei Walzgerüsten ein Zwischenwalzen. Die Walzzeit,
während der das zu walzende Material zwischen den Walzen durchläuft und
gewalzt wird, beträgt daher bestenfalls 10 Sekunden. Innerhalb dieser Zeitspanne
kann jedoch das Walzenschleifen nicht in einem Zug durchgeführt werden. Die
Zeit, während der das Schleifen erfolgen kann, ist die Umkehrzeit, wenn die
Walzrichtung der Stahlplatte geändert wird, oder die Leerlaufzeit.
Der "Leerlaufzustand" bezeichnet den Zustand, während dessen
nach der Beendigung des Walzens des vorhergehenden Materials die Walze leer weiterläuft,
während sie darauf wartet, daß das nachfolgende zu walzende Material einläuft,
ein Zustand, der nur eine kurze Zeit von etwa 20 Sekunden andauert.
Unter diesen Umständen ist es erforderlich, das Online-Walzen-Schleifverfahren
anzupassen, um eine Walzen-Schleifzeit sicherzustellen, die so lange ist wie möglich,
und um das Überschießen zu verringern, während dessen die Druckkraft
der Schleifscheibe auf die Arbeitswalze die eingestellte Schleifdruckkraft übersteigt,
um dadurch ein übermäßiges Schleifen und eine Beschädigung der
Schleifscheibe zu verhindern.
Patentdokument 1: Japanische Patentanmeldungs-Veröffentlichung Nr. 1996-309411.
Beschreibung der ErfindungProbleme, die durch die Erfindung gelöst werden sollen
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Online-Walzen-Schleifverfahren
für eine Arbeitswalze zu schaffen, bei dem die genannte Schleifvorbereitungszeit
für die rotierende Schleifscheibe herabgesetzt und das Überschießen
verringert ist, während dessen die Druckkraft der Schleifscheibe auf die Arbeitswalze
die festgelegte Schleifdruckkraft übersteigt.
Mittel zum Lösen der Probleme
Mit der vorliegenden Erfindung soll die obige Aufgabe gelöst
werden. Die Mittel dafür sind folgende:
(1) Ein Online-Schleifverfahren für eine Arbeitswalze, bei dem eine rotierende
Schleifscheibe, die eine gewisse Elastizität aufweist, gegen eine Arbeitswalze
eines Walzwerks gedrückt wird, um die Arbeitswalze abzuschleifen, das dadurch
gekennzeichnet ist, daß, wenn die Druckkraft der rotierenden Schleifscheibe
eine vorher eingestellte, festgelegte Kraft F erreicht, nachdem die rotierende Schleifscheibe
mit der Arbeitswalze in Kontakt gekommen ist,
die Zustellgeschwindigkeit der rotierenden Schleifscheibe verringert wird, um das
Überschießen zu verringern, bei dem die Druckkraft F der rotierenden Schleifscheibe
auf die Arbeitswalze eine festgelegte Schleifdruckkraft F0 übersteigt.
(2) Das Online-Schleifverfahren für eine Arbeitswalze nach Mittel (1),
das dadurch gekennzeichnet ist, daß die vorher festgelegte Kraft F einen Wert
in einem Bereich hat, in dem die folgende Gleichung (A) erfüllt ist:
F ≤ F0 – K × V1 × &Dgr;t(A),
wobei
F die festgelegte Kraft [N],
F0 die festgelegte Schleifdruckkraft [N],
K die Schleifscheiben-Federsteifigkeit [N/mm],
V1 die Zustellgeschwindigkeit [mm/s] der Schleifscheibe vor der Geschwindigkeitsreduktion,
und
&Dgr;t die Regelverzögerungszeit [s] ist.
(3) Das Online-Schleifverfahren für eine Arbeitswalze nach Mittel (1) oder
(2), das dadurch gekennzeichnet ist, daß die Zustellgeschwindigkeit V2 der
rotierenden Schleifscheibe nach der Geschwindigkeitsreduktion die folgende Gleichung
(B) erfüllt:
0,6 × (S × F0/(K × &Dgr;t)) ≤ V2 ≤ S ×
F0/(K × &Dgr;t)(B),
wobei
V2 die Zustellgeschwindigkeit [mm/s] der rotierenden Schleifscheibe nach der Geschwindigkeitsreduktion,
S das Verhältnis des erlaubten Ausmaßes des Überschießens zu
der festgelegten Schleifdruckkraft F0,
K die Schleifscheiben-Federsteifigkeit [N/mm], und
&Dgr;t die Regelverzögerungszeit [s] ist.
Auswirkungen der Erfindung
Erfindungsgemäß wird in der Stufe, in der die rotierende
Schleifscheibe, die eine gewisse Elastizität aufweist, mit der Arbeitswalze
in Kontakt kommt und die festgelegte Kraft F erreicht wird, die vorher eingestellt
wird, die Zustellgeschwindigkeit der rotierenden Schleifscheibe verringert, um das
Ausmaß des Überschießens herabzusetzen, bei dem die Druckkraft der
rotierenden Schleifscheibe auf die Arbeitswalze die festgelegte Schleifdruckkraft
übersteigt, wodurch das Überschießen auf einen erlaubten Wert begrenzt
werden kann. Es werden damit industriell bemerkenswerte Auswirkungen erhalten, derart,
daß ein übermäßiges Abschleifen der Arbeitswalze und eine Beschädigung
der rotierenden Schleifscheibe verhindert werden können.
Kurzbeschreibung der Zeichnungen
[1] ist eine Ansicht zur Darstellung
einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Online-Walzen-Schleifverfahrens
in der Form einer Schnittansicht eines Walzwerks, gesehen von der Seite.
[2] ist eine Ansicht zur Darstellung
des Überschießens bei dem herkömmlichen Online-Walzen-Schleifverfahren.
[3] ist eine Ansicht zur Darstellung
der Änderungen in der Druckkraft einer rotierenden Schleifscheibe bei dem herkömmlichen
Online-Walzen-Schleifverfahren, wenn die Zustellgeschwindigkeit der rotierenden
Schleifscheibe klein ist.
[4] ist eine Ansicht zur Darstellung
der Änderungen in der Druckrate und der Druckkraft bei dem erfindungsgemäßen
Online-Walzen-Schleifverfahren.
1
Arbeitswalze
2
Stützwalze
3
Walzenschleifvorrichtung
Beste Art der Erfindungsausführung
Die beste Art der Ausführung der vorliegenden Erfindung wird
anhand der 1 bis 4 genauer
beschrieben.
Bei der vorliegenden Ausführungsform wird eine Stahlplatte als
repräsentatives Beispiel für ein zu walzendes Material beschrieben.
Die 1 zeigt eine Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Online-Schleifverfahrens.
In der 1 bezeichnet 1 eine Arbeitswalze,
2 eine Stützwalze und 3 eine Walzenschleifvorrichtung.
Bei der vorliegenden Ausführungsform sind für jede der oberen
und unteren Arbeitswalze 1 zwei Walzenschleifvorrichtungen 3 (d.h.
eine rechte und eine linke Walzenschleifvorrichtung) vorgesehen; das heißt
es sind insgesamt vier Walzenschleifvorrichtungen 3 vorgesehen. Wie in
der 1 gezeigt, wird die Walzenschleifvorrichtung
3 in der axialen Richtung der Walze bewegt, während eine rotierende
Schleifscheibe 3a gegen die Oberfläche der Arbeitswalze
1 gedrückt wird, wodurch die Oberfläche der Arbeitswalze
1 abgeschliffen werden kann.
Wie in der 1 gezeigt, ändert sich
die Druckkraft der Schleifscheibe um &Dgr;F, wenn die rotierende Schleifscheibe
3a so gegen die Walze gedrückt wird, daß sich das Ausmaß
der Schleifscheibendurchbiegung um &Dgr;h ändert.
Die 2 zeigt die Änderungen in der
Druckkraft der rotierenden Schleifscheibe beim herkömmlichen Online-Walzen-Schleifverfahren,
wenn die Zustellgeschwindigkeit der rotierenden Schleifscheibe hoch ist. Wenn die
rotierende Schleifscheibe auch noch nach dem Kontakt der rotierenden Schleifscheibe
mit der Arbeitswalze mit einer hohen Geschwindigkeit vorwärts bewegt wird,
wird die erwähnte Schleifvorbereitungszeit kurz. Die Druckkraft steigt jedoch
stark an und übersteigt wegen der Verzögerung in der Regelung der Druckkraft
die Druckkraft F0, die eine festgelegte Druckkraft ist, so daß ein
Überschießen über einen erlaubbaren Wert hinaus erfolgt. Dadurch
wird ein übermäßiges Abschleifen bewirkt, oder die rotierende Schleifscheibe
wird beschädigt.
Die 3 zeigt die Änderungen in der
Druckkraft der rotierenden Schleifscheibe, wenn die Zustellgeschwindigkeit der rotierenden
Schleifscheibe niedrig ist. Wenn die Zustellgeschwindigkeit der rotierenden Schleifscheibe
klein gehalten wird, tritt kein Überschießen über den erwähnten
erlaubten Wert auf. Die Schleifvorbereitungszeit, bis die festgelegte Schleifdruckkraft
F0 erreicht wird, ist jedoch lang. Zum Ausführen des vorgegebenen
Schleifens ist daher eine lange Schleifzeit erforderlich.
Unter diesen Umständen haben die Erfinder Studien für ein
Verfahren durchgeführt, mit dem die festgelegte Schleifdruckkraft F0
in kurzer Zeit erreicht werden kann, ohne daß ein Überschießen über
den erlaubten Wert erfolgt, auch wenn es bei der Regelung der Druckkraft eine Verzögerung
gibt.
Es sei die Schleifscheiben-Federsteifigkeit der rotierenden Schleifscheibe
gleich K [N/mm] und das Ausmaß der Änderung durch den Druck (Ausmaß
der Biegung) der Schleifscheibe gleich &Dgr;h [mm]. Die Änderung &Dgr;F
[N] der Druckkraft in der 1 ist dann
&Dgr;F = K × &Dgr;h(1).
Es sei die Zustellgeschwindigkeit der rotierenden Schleifscheibe während
ihrer Zustellbewegung aus der Bereitschaftsstellung bis zur Berührung mit der
Arbeitswalze gleich V1 [mm/s]. Wenn angenommen wird, daß die seit dem Berühren
der Arbeitswalze durch die rotierende Schleifscheibe verstrichene Zeit &Dgr;t
[s] ist, wird die Änderung &Dgr;h [mm] durch das Ausmaß des Drucks der
rotierenden Schleifscheibe ausgedrückt durch
&Dgr;h = V1 × &Dgr;t(2).
Die Änderung der Druckkraft nach der Berührung der Arbeitswalze
ist daher
&Dgr;F = K × V1 × &Dgr;t(3).
Je größer die Steifigkeit der rotierenden Schleifscheibe
ist oder je größer die Zustellgeschwindigkeit, um so kürzer ist die
Zeit für einen Anstieg der Druckkraft. Darüberhinaus tritt, je größer
die Zustellgeschwindigkeit ist, wegen der größeren Regelverzögerung
ein um so stärkeres Überschießen auf.
Wie sich aus der Gleichung (3) ergibt, läßt sich ein starker
Anstieg in der Druckkraft dadurch vermeiden, daß die Steifigkeit der rotierenden
Schleifscheibe klein gemacht wird. Damit sich die rotierende Schleifscheibe jedoch
nicht durch die beim Schleifen ausgeübte Druckkraft plastisch verformt, ist
die Steifigkeit der rotierenden Schleifscheibe durch die für die Schleifwirkung
erforderliche Druckkraft begrenzt.
Die Regelverzögerung wird verursacht durch die Aufnahmezeit bei
der Krafterfassung, die Regeleigenschaften des Motors und so weiter. Um auch bei
einer Zustellbewegung der rotierenden Schleifscheibe mit hoher Geschwindigkeit eine
übermäßige Kraft zu vermeiden, ist es daher erforderlich, die Zustellgeschwindigkeit
nach der Berührung mit der Arbeitswalze zu verringern, bevor die Druckkraft
die festgelegte Schleifdruckkraft F0 erreicht, um die Regelverzögerung
zu kompensieren. Wenn die Verzögerungszeit &Dgr; für die Regelung bekannt
ist, wird bei Berücksichtigung dieser Verzögerungszeit ein Überschießen
über den erlaubten Wert hinaus vermieden. Zu diesem Zweck kann eine festgelegte
Kraft F zu dem Zeitpunkt, an dem die Zustellgeschwindigkeit der rotierenden Schleifscheibe
geändert wird, einen Wert annehmen, der sich aus der Gleichung (4) ergibt:
F ≤ F0 – K × V1 × &Dgr;t(4).
Die Schleifscheiben-Federsteifigkeit K der rotierenden Schleifscheibe
beträgt im allgemeinen 1000 N/mm bis 3000 N/mm. Wenn die rotierende Schleifscheibe
daher mit einer Zustellgeschwindigkeit von 5 mm/s gegen die Arbeitswalze gedrückt
wird, tritt bei jeder Meßwertaufnahme eine Kraftänderung von 50 N bis
150 N auf, wenn die Meßwertaufnahmezeit bei der Krafterfassung 10 ms beträgt.
Diese Kraftänderung ist relativ groß, wenn berücksichtigt wird, daß
die festgelegte Schleifdruckkraft F0 der Schleifscheibe im allgemeinen
bei 500 N bis 2000 N liegt. Um ein Überschießen über den erlaubten
Wert zuverlässig zu verhindern, wird daher vorzugsweise die Kraft so festgelegt,
daß die Zustellgeschwindigkeit der rotierenden Schleifscheibe verringert wird,
bevor die durch die obige Gleichung (4) vorgegebene festgelegte Kraft F überschritten
wird.
Die rotierende Schleifscheibe bewegt sich nach der Geschwindigkeitsreduktion
mit der Geschwindigkeit V2 vorwärts und hält beim Erfassen der festgelegten
Schleifdruckkraft F0 an. Dabei tritt die erwähnte Regelverzögerung
auf und deshalb auch ein Überschießen über den erlaubten Wert. Vorzugsweise
wird daher eine Zustellgeschwindigkeit verwendet, die unter Berücksichtigung
der Regelverzögerungszeit &Dgr;t und des Verhältnisses S des erlaubten
Ausmaßes des Überschießens zur festgelegten Schleifdruckkraft F0
in der Nähe der Obergrenze des Bereiches liegt, der durch die folgende Gleichung
(5) vorgegeben wird:
0,6 × (S × F0/(K × &Dgr;t)) ≤ V2 ≤ S ×
F0/(K × &Dgr;t)(5).
Der Grund dafür, daß die Untergrenze der Zustellgeschwindigkeit
V2 der rotierenden Schleifscheibe nach der Geschwindigkeitsreduktion auf 0,6 ×
(S × F0/(K × &Dgr;t)) festgelegt wird, ist, daß, wenn
V2 kleiner ist als diese Untergrenze, eine unnötig lange Zeit erforderlich
ist, bis die festgelegte Schleifdruckkraft F0 erreicht ist.
Wie in der 4 gezeigt, beträgt die
festgelegte Zustellgeschwindigkeit der rotierenden Schleifscheibe 5 mm/s, bis die
rotierende Schleifscheibe mit der Arbeitswalze in Kontakt kommt. Nachdem die rotierende
Schleifscheibe mit der Arbeitswalze in Kontakt gekommen ist und zum Beispiel in
einer Stufe, in der die Druckkraft 1000 (N) erreicht, wird die Zustellgeschwindigkeit
der rotierenden Schleifscheibe von 5 mm/s auf 1 mm/s reduziert. Dadurch kann das
Überschießen, bei dem die Druckkraft der rotierenden Schleifscheibe auf
die Arbeitswalze die festgelegte Schleifdruckkraft F0 (1500 N) überschreitet,
verringert und auf ein Ausmaß des Überschießens begrenzt werden,
das innerhalb des erlaubbaren Bereichs für das Überschießen liegt.
Außerdem wird die Zeit (d.h. die Schleifvorbereitungszeit) verkürzt, die
erforderlich ist, bis die festgelegte Schleifdruckkraft F0 erreicht ist.
Beispiele
Arbeitsbeispiele für das erfindungsgemäße Online-Schleifverfahren
für eine Arbeitswalze sind in der Tabelle 1 dargestellt.
[Tabelle 1]
[Tabelle 1 (Fortsetzung)]
In den erfindungsgemäßen Beispielen 1 bis 3 erfüllt
die festgelegte Kraft F, bei der die Verringerung der Zustellgeschwindigkeit der
rotierenden Schleifscheibe beginnt, die Gleichung (A) des Patentanspruchs 2, und
die Zustellgeschwindigkeit nach der Geschwindigkeitsreduktion erfüllt die Gleichung
(B) des Patentanspruchs 3. Es war somit möglich, das Schleifen mit kurzer Schleifvorbereitungszeit,
nur wenig Überschießen und ohne Beschädigung der rotierenden Schleifscheibe
zu beginnen.
Das Vergleichsbeispiel 1 ist ein Vergleichsbeispiel hinsichtlich Patentanspruch
2 der vorliegenden Erfindung und ein Beispiel, bei dem die festgelegte Kraft F,
bei der die Verringerung der Zustellgeschwindigkeit der rotierenden Schleifscheibe
begann, die Gleichung (A) des Patentanspruchs 2 nicht erfüllte (die festgelegte
Kraft hatte einen höheren Wert als die berechnete Kraft). Beim Vergleichsbeispiel
1 war das Ausmaß des Überschießens groß, lag aber innerhalb
des erlaubten Werts.
Das Vergleichsbeispiel 2 ist ein Vergleichsbeispiel hinsichtlich Patentanspruch
3 der vorliegenden Erfindung und ein Beispiel, bei dem die Zustellgeschwindigkeit
V2 der rotierenden Schleifscheibe nach der Geschwindigkeitsreduktion nicht die Gleichung
(B) des Patentanspruchs 3 erfüllte (der Wert der Geschwindigkeit war etwas
höher als der berechnete Wert). Beim Vergleichsbeispiel 2 war das Ausmaß
des Überschießens groß, lag aber innerhalb des erlaubten Werts.
Das herkömmliche Beispiel 1 ist ein Beispiel, bei dem die Zustellgeschwindigkeit
der rotierenden Schleifscheibe nicht verringert wurde, sondern bei 5 mm/s blieb.
In diesem Beispiel wurde auf den die Walze berührenden Abschnitt, in dem das
Ausmaß des Überschießens innerhalb des erlaubten Werts gehalten werden
konnte, eine übermäßige Kraft ausgeübt, mit der Folge, daß
das Schleifen bis in eine Tiefe erfolgte, die größer was als vorgesehen.
Darüberhinaus wurde die Schleifscheibe so stark verformt, daß Risse auftraten.
Das herkömmliche Beispiel 2 ist ein Beispiel, bei dem die Zustellgeschwindigkeit
der rotierenden Schleifscheibe von Anfang an auf dem kleinen Wert von 1 mm/s gehalten
wurde. Es ergab sich kein Überschießen, die Schleifvorbereitungszeit war
jedoch lang.
Industrielle Anwendbarkeit
Das erfindungsgemäße Online-Schleifverfahren für eine
Arbeitswalze wird bevorzugt bei Fertigwalzwerken mit einer Ausrüstung für
das kontinuierliche Warmwalzen angewendet.
Zusammenfassung
Es wird ein Online-Walzen-Schleifverfahren für eine Arbeitswalze
vorgestellt, mit dem das Überschießen verringert werden kann, bei dem
die Druckkraft einer rotierenden Schleifscheibe auf die Arbeitswalze eine festgelegte
Schleifdruckkraft überschreitet. Das Verfahren ist ein Online-Schleifverfahren
für eine Arbeitswalze, bei dem eine rotierende Schleifscheibe (3a),
die eine gewisse Elastizität aufweist, gegen eine Arbeitswalze (1)
eines Walzwerks gedrückt wird, um die Arbeitswalze abzuschleifen, wobei, wenn
die Druckkraft der rotierenden Schleifscheibe (3a) eine vorher eingestellte,
festgelegte Kraft F erreicht, nachdem die rotierende Schleifscheibe (3a)
mit der Arbeitswalze (1) in Kontakt gekommen ist, die Zustellgeschwindigkeit
der rotierenden Schleifscheibe (3a) verringert wird, um das Überschießen
zu verringern, bei dem die Druckkraft der rotierenden Schleifscheibe (3a)
auf die Arbeitswalze (1) eine festgelegte Schleifdruckkraft F0
übersteigt.
Anspruch[de]
Online-Schleifverfahren für eine Arbeitswalze, bei dem eine rotierende
Schleifscheibe, die eine gewisse Elastizität aufweist, gegen
eine Arbeitswalze eines Walzwerks gedrückt wird, um die Arbeitswalze abzuschleifen,
dadurch gekennzeichnet, daß, wenn die Druckkraft der rotierenden Schleifscheibe
eine vorher eingestellte, festgelegte Kraft F erreicht, nachdem die rotierende Schleifscheibe
mit der Arbeitswalze in Kontakt gekommen ist, die Zustellgeschwindigkeit der rotierenden
Schleifscheibe verringert wird, um das Überschießen zu verringern, bei
dem die Druckkraft der rotierenden Schleifscheibe auf die Arbeitswalze eine festgelegte
Schleifdruckkraft F0 übersteigt.Online-Schleifverfahren für eine Arbeitswalze nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die vorher festgelegte Kraft F einen Wert in einem
Bereich hat, in dem die folgende Gleichung (A) erfüllt ist:
F ≤ F0 – K × V1 × &Dgr;t(A),
wobei
F die festgelegte Kraft [N],
F0 die festgelegte Schleifdruckkraft [N],
K die Schleifscheiben-Federsteifigkeit [N/mm],
V1 die Zustellgeschwindigkeit [mm/s] der Schleifscheibe vor der Geschwindigkeitsreduktion,
und
&Dgr;t die Regelverzögerungszeit [s] ist.Online-Schleifverfahren für eine Arbeitswalze nach Anspruch 1 oder
2, dadurch gekennzeichnet, daß die Zustellgeschwindigkeit V2 der rotierenden
Schleifscheibe nach der Geschwindigkeitsreduktion die folgende Gleichung (B) erfüllt:
0,6 × (S × F0/(K × &Dgr;t)) ≤ V2 ≤ S ×
F0/(K × &Dgr;t)(B),
wobei
V2 die Zustellgeschwindigkeit [mm/s] der rotierenden Schleifscheibe nach der Geschwindigkeitsreduktion,
S das Verhältnis des erlaubten Ausmaßes des Überschießens zu
der festgelegten Schleifdruckkraft F0,
K die Schleifscheiben-Federsteifigkeit [N/mm], und
&Dgr;t die Regelverzögerungszeit [s] ist.