Die vorliegende Erfindung betrifft einen Wandsitz zur Montage an einer
Gebäudewand oder dergleichen.
Aus DE 103 00 804 A1
ist ein Wandeinbau-Klappsitz insbesondere für Badezimmer und Duschkabinen bekannt,
welcher über mit dem Sitz verbundene und seitlich über dessen Ränder
hinausragende Gelenkbolzen derart um eine waagerechte Achse drehbar ausgelegt ist,
dass er im eingeklappten Zustand mit den umgebenden Wänden flächenbündig
ist.
Aus AT 10 43 54 B ist
ein an Baumstämmen oder dergleichen aufzuhängender Klappstuhl bekannt,
dessen Sitzplatte durch gelenkig an ihr befestigte Zugstreben mit der Rückenlehne
verbunden ist, wobei die Rückenlehne Nuten zum Anbringen einer Aufhängevorrichtung
aufweist und wobei ferner an der Sitzplatte zur Verhinderung des Gleitens am Baum
oder dergleichen Kerben von beliebiger Form eingeschnitten sind.
Aus AT 268592 ist ein Klapptisch
oder Klappsitz bekannt, bei dem die Tisch- oder Sitzplatte durch die Auflage eines
die seitlichen Begrenzungsflächen der Tischplatte überragenden Abstützteiles
an einem z.B. an einer Wand angeordneten, aus einem senkrecht von der Wand vorspringenden
Schenkel bestehenden Widerlager in Gebrauchslage gehalten ist, wobei das Widerlager
in dem der Wand benachbarten Bereich eine Langlochausnehmung aufweist, in die ein
an der Platte befestigter Bolzen ragt, wobei die Sitzplatte aus der Gebrauchslage
nach unten weggeklappt werden kann.
Den vorstehend beschriebenen, bekannten Klappsitzen ist gemeinsam,
dass insbesondere bei häufigem Gebrauch die verwendeten Gelenkvorrichtungen
oder dergleichen Abnutzungserscheinungen zeigen können, welche vor allem auch
auf die in der Gebrauchsstellung durch die jeweils zu tragende Person ausgeübten
Kräfte zurückzuführen sind.
Vor dem obigen Hintergrund ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung,
einen Wandsitz bereitzustellen, welcher bei vergleichsweise einfachem Aufbau auch
unter häufigem Gebrauch keinem oder nur einem minimalen Verschleiß ausgesetzt
ist.
Dieser Aufgabe wird gemäß den Merkmalen der unabhängigen
Schutzansprüche gelöst. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich
aus den Unteransprüchen.
Ein erfindungsgemäßer Wandsitz, zur Montage an einer Gebäudewand
oder dergleichen, weist ein Sitzteil auf, welches im montierten Zustand des Wandsitzes
zwischen einer Gebrauchsstellung und einer Nichtgebrauchsstellung schwenkbar angeordnet
ist. Der erfindungsgemäße Wandsitz ist dadurch gekennzeichnet, dass das
Sitzteil in der Gebrauchsstellung und/oder in der Nichtgebrauchsstellung durch zwei
separate Anschlagflächen gegen ein Schwenken über die Gebrauchsstellung
bzw. Nichtgebrauchsstellung hinaus gesichert ist.
Infolge der Sicherung des Sitzteiles in der Gebrauchsstellung bzw.
der Nichtgebrauchsstellung durch zwei separate Anschlagflächen kann eine signifikante
Entlastung im Bereich der Schwenkachse, d.h. insbesondere eine Entlastung eines
in diesem Bereich typischerweise angeordneten Scharniers oder einer gleichwirkenden
Gelenkeinrichtung, erreicht werden, so dass der erfindungsgemäße Wandsitz
auch bei häufigerem Gebrauch infolge der verbesserten Ableitung der vor allem
im Bereich der Gelenkvorrichtung wirkenden Kräfte einem erheblich geringeren
Verschleiß ausgesetzt ist.
Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform werden
die separaten Anschlagflächen durch genau zwei Anschlagelemente gebildet. Hierdurch
kann die vorstehend erläuterte Entlastung bei einfachem Aufbau besonders effizient
gestaltet werden.
Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist
wenigstens eines dieser Anschlagelemente durch einen sich im montierten Zustand
in vertikaler Richtung erstreckenden Balken ausgebildet.
Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist
im montierten Zustand eine der Anschlagflächen oberhalb der Schwenkachse angeordnet,
und die andere Anschlagfläche ist unterhalb der Schwenkachse angeordnet. Die
Anordnung der Anschlagflächen oberhalb bzw. unterhalb der Schwenkachse schließt
dabei insbesondere auch die Möglichkeit einer im montierten Zustand in horizontaler
Richtung (d.h. parallel zur Aufstandsfläche des Wandsitzes im montierten Zustand)
relativ zur Schwenkachse versetzten Anordnung der Anschlagelemente ein (bei der
dann somit eine Anschlagfläche „vor" und die andere Anschlagfläche
„hinter" der Schwenkachse angeordnet ist).
Gemäß einer besonderen Ausführungsform ist die Schwenkachse
derart angeordnet, dass das Sitzteil in der Gebrauchsstellung eine relativ zur vertikalen
Richtung nach hinten geneigte Position einnimmt. Hierdurch kann erreicht werden,
dass die Sitzfläche in ihrer Nichtgebrauchsstellung bzw. im hochgeklappten
Zustand ohne weitere Maßnahmen in diesem Zustand verbleibt.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform weist der Wandsitz
eine Aufhängevorrichtung derart auf, dass eine Mehrzahl von
Wandsitzen jeweils nebeneinander an einer Wand hängend montierbar ist. Bei
dieser Ausgestaltung wird eine besonders schnelle und effiziente Montage einer Mehrzahl
von Wandsitzen geschaffen, wobei diese Einbauweise insbesondere auch in Einbausituationen
mit begrenztem zur Verfügung stehenden Raumangebot, z.B. in schmalen Fluren,
Kellerbars, Warteräumen etc. vorteilhaft ist. Zugleich kann erforderlichenfalls
auch die Demontage von einem oder mehreren Wandsitzen mit wenigen Handgriffen durchgeführt
werden, sodass eine individuelle Anpassung möglich ist und beispielweise der
Sitzabstand und die Anzahl der Sitze jederzeit variiert werden kann.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform weist die Aufhängevorrichtung
wenigstens eine im montierten Zustand relativ zur vertikalen Richtung abgeschrägte
Anschlagfläche zur Fixierung durch eine korrespondierende, wandseitige Anschlagfläche
auf. Bei dieser Ausgestaltung der Aufhängevorrichtung kann die wandseitige
Anschlagfläche (etwa in Form einer Wandkonsole oder dergleichen) zur gleichzeitigen
Aufnahme mehrerer Wandsitze dienen, wobei insbesondere auch eine Verschiebung der
Wandsitze im montierten Zustand parallel zur Aufstandsfläche zur Veränderung
des Abstandes bzw. der Position der einzelnen Wandsitze der Anordnung möglich
wird.
Die Erfindung betrifft ferner einen Wandsitz zur Montage an einer
Gebäudewand oder dergleichen, mit einem Sitzteil, welches im montierten Zustand
des Wandsitzes zwischen einer Gebrauchsstellung und einer Nichtgebrauchsstellung
schwenkbar angeordnet ist, wobei das Sitzteil in der Gebrauchsstellung und in der
Nichtgebrauchsstellung jeweils durch zwei separate Anschlagflächen gegen ein
Schwenken über die Gebrauchsstellung bzw. Nichtgebrauchsstellung hinaus gesichert
ist, wobei die separaten Anschlagflächen sowohl für die Gebrauchsstellung
als auch für die Nichtgebrauchsstellung durch insgesamt genau zwei Anschlagelemente
gebildet werden.
Die Erfindung wird nachstehend anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels
unter Bezugnahme auf die beigefügten Abbildungen näher erläutert.
Es zeigen:
1 eine schematische Darstellung eines Wandsitzes gemäß
einer bevorzugten Ausführungsform in Seitenansicht;
2 eine Vorderansicht des Wandsitzes aus 1
in seiner eingeklappten Nichtgebrauchsstellung; und
3 eine Draufsicht auf den Wandsitz aus 1
in seiner ausgeklappten Gebrauchsstellung.
In 1-3 ist
ein erfindungsgemäßer Wandsitz in einer bevorzugten Ausführungsform
und in unterschiedlichen Ansichten bzw. Stellungen dargestellt: Der dargestellte
Wandsitz 1 ist geeignet zur Montage an einer beliebigen Gebäudewand,
wobei insbesondere, wie im Weiteren noch näher erläutert, eine Anordnung
einer Mehrzahl nebeneinander montierter Wandsitze in flexibler Weise realisiert
werden kann. Besonders vorteilhaft ist insbesondere die Montage in Einbausituationen
mit vergleichsweise geringem Platzangebot, z.B. in schmalen Fluren, Kellerbars,
Warteräumen oder dergleichen. Der Wandsitz kann ungeachtet des schematisch
dargestellten Ausführungsbeispiels in einer großen Vielfalt von Materialien
(z.B. Holz, Kunststoff und/oder Metall) sowie Formen hergestellt werden.
Wie am besten aus der in 1 gezeigten
Seitenansicht ersichtlich ist, weist der Wandsitz 1 ein Sitzteil
2 auf, welches im montierten Zustand des Wandsitzes 1 zwischen
einer Gebrauchsstellung (in welcher die Sitzfläche des Sitzteils
2 im Wesentlichen horizontal zur – nicht dargestellten- Aufstandsfläche
verläuft) und einer Nichtgebrauchsstellung, in welcher das Sitzteil
2 ein- bzw. hochgeklappt ist und die in 1
gestrichelt dargestellt ist, um eine horizontale Schwenkachse (in 3
mit „A" bezeichnet) schwenkbar ist. Zur besseren Handhabung des Schwenkvorganges
ist gemäß dem Ausführungsbeispiel an dem Sitzteil 2 ein
beliebiger Griff 3 (z.B. als Eingriff, Ausnehmung, Loch oder dergleichen
realisierbar) ausgebildet. 2 zeigt den Wandsitz
1 in der hochgeklappten Nichtgebrauchsstellung, und 3
zeigt eine Draufsicht auf den Wandsitz 1 in der ausgeklappten Gebrauchsstellung.
Die schwenkbare Fixierung des Sitzteils 2 erfolgt, wie aus
1 und 3 ersichtlich ist,
durch ein Scharnier 4 oder eine beliebige andere Gelenkeinrichtung, über
welche das Sitzteil 2 an einem äußeren Rahmen 9 um die
horizontale Schwenkachse A schwenkbar gelagert ist.
Gemäß 1 ist das Sitzteil
2 sowohl in der Gebrauchsstellung als auch in der gestrichelt eingezeichneten
Nichtgebrauchsstellung durch zwei Anschlagelemente 5 und 6 gesichert,
welche im Ausführungsbeispiel als sich im montierten Zustand in vertikaler
Richtung erstreckende Balken ausgebildet sind. Dabei ist das Scharnier
4 bzw. die Schwenkachse derart angeordnet, dass das Sitzteil
2 in der gestrichelt eingezeichneten Nichtgebrauchsstellung eine relativ
zur vertikalen Richtung nach hinten geneigte Position einnimmt, also auch ohne weitere
Maßnahmen im hochgeklappten Zustand verbleibt.
Durch die Anschlagelemente 5 und 6 werden insbesondere
zwei separate Anschlagflächen für das Sitzteil 2 in der „hochgeklappten"
Nichtgebrauchsstellung bereitgestellt, von denen die eine Anschlagfläche oberhalb
der Schwenkachse A bzw. des Scharniers 4 (sowie zur Schaffung der erwähnten,
nach hinten geneigten Position) nach hinten versetzt angeordnet ist und von denen
die andere Anschlagfläche unterhalb der Schwenkachse A bzw. des Scharniers
4 sowie (zur Schaffung der geneigten Position in Nichtgebrauchsstellung)
gegenüber der Schwenkachse A in horizontaler Richtung nach vorne versetzt angeordnet
ist.
Der Wandsitz 1 weist ferner eine Aufhängevorrichtung
derart auf, dass eine Mehrzahl von Wandsitzen 1 jeweils nebeneinander an
der betreffenden Wand hängend montierbar ist. Gemäß 1
weist die Aufhängevorrichtung einen mit einer relativ zur vertikalen Richtung
abgeschrägten Anschlagfläche 7a versehenen Querbalken
7 auf, welcher zur hängenden Montage an einer an der jeweiligen Wand
zu montierenden und eine korrespondierende wandseitige Anschlagfläche
8a aufweisenden Wandkonsole 8 eingehängt werden kann.
Auf diese Weise können insbesondere auch mehrere Wandsitze
1 an der gleichen Wandkonsole 8 nebeneinander hängend montiert
werden, wobei deren relative Position zueinander in flexibler Weise durch Verschieben
entlang der Wandkonsole 8 auch im Nachhinein noch variiert werden kann
und wobei mit wenigen Handgriffen auch die Demontage von einem oder mehreren Wandsitzen
durchgeführt werden kann.
Zusammenfassend ist der Wandsitz bei vergleichsweise einfachem Aufbau
auch bei häufigem Gebrauch keinem oder nur einem minimalen Verschleiß
ausgesetzt, wobei er zudem unter Gegebenheiten mit begrenztem Platzangebot in flexibler
Weise montiert, demontiert und in seiner Position variiert werden kann. Insbesondere
können in flexibler Weise Anordnungen aus mehreren Wandsitzen realisiert werden.
- 1
- Wandsitz
- 2
- Sitzteil
- 3
- Griff
- 4
- Scharnier
- 5
- Anschlagelement
- 6
- Anschlagelement
- 7
- Querbalken
- 7a
- Anschlagfläche
- 8
- Wandkonsole
- 8a
- Anschlagfläche
- 9
- Rahmen