Technisches Gebiet
Die Erfindung betrifft eine Kämmereimaschine mit Streckwerk für
Textilfaserbänder mit mehreren, hintereinander angeordneten Walzenpaaren, deren
Oberwalzen an beidseitig angeordneten Lagerzapfen gelagert und durch Belastungsmittel
gegen die Unterwalzen gedrückt werden. Als Kämmereimaschinen im Sinne
der Anmeldung gelten solche, die ein Streckwerk aufweisen, also etwa Banddoublier-
und Kämmmaschinen.
Stand der Technik
In der DE 103 31 759 A1,
DE 203 18 227 U1 ist eine Vorrichtung
an einer Strecke für Textilfasern mit Be- und Entlastung der Streckwerksoberwalzen
offenbart, bei der den Streckwerksoberwalzen elastisch belastete Elemente zugeordnet
sind, die die Streckwerksoberwalzen nach Entlastung durch ihre Druckelemente anheben.
Allgemeine Beschreibung der Erfindung
Der Erfindung war daher die Aufgabe gestellt, eine solche Vorrichtung
so auszubilden, dass sie auf die besonderen Bedingungen eines Streckwerks an einer
Kämmmaschine abgestellt ist. Sie löst diese Aufgabe durch die im Anspruch
1 genannten Merkmale.
Die Kraft der Entlastungsmittel ist so bemessen, dass sie die Schwerkraft,
mit der die Oberwalzen auf den Unterwalzen aufliegen und mögliche Reibungskräfte
der Lagerzapfen in ihren Führungen übersteigt. Sie ist jedoch wesentlich
geringer als die Kraft der die Oberwalzen belastenden Belastungsmittel, so dass
diese Belastungskraft nicht merkbar vermindert wird.
Die Abhebemittel können als Federn ausgebildet sein. Da das Maß
des Abhebens nur gering zu sein braucht, kann es auch durch ein elastisches Kissen
bspw. aus Gummi bestehen. Diese Abhebemittel stützen sich vorteilhaft auf Streckwerksteilen
ab.
In einer weiteren Ausführungsform kann das Abheben auch dadurch
erfolgen, dass die Kraft der die Oberwalzen belastenden Belastungsmittel richtungsumkehrbar
ist. Dies ist insbesondere dann vorteilhaft, wenn die Oberwalzen mittels fluidisch
(pneumatisch oder hydraulisch) wirkender Belastungsmittel beaufschlagbar sind. Aber
auch die Belastungskraft mechanischer Belastungsmittel ist dann umkehrbar, wenn
die Belastungsmittel an von den Unterwalzen abrückbaren Tragbügeln angeordnet
sind. In beiden Fällen müssen die Oberwalzen formschlüssig mit ihren
Belastungsmitteln verbunden sein.
Spezielle Beschreibung der Erfindung
In den Figuren der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung
dargestellt. In ihr sind Vorderansichten von Walzenpaaren dargestellt und zwar im
einzelnen:
1 ein Walzenpaar mit mechanischen Belastungsmitteln;
2 ein Abschnitt eines Walzenpaares mit anderen Abhebemitteln
als in 1;
3 ein Abschnitt eines Walzenpaares mit fluidischen Belastungsmitteln;
4 ein Walzenpaar mit verlagerbaren Belastungsmitteln.
Die Walzenpaare in Streckwerken von Kämmereimaschinen dienen
zum Verstrecken von mehreren nebeneinander liegenden Faserbändern. Sie sind
daher breit ausgeführt und werden an beiden Enden belastet.
Wie aus 1 erkennbar, ist in einem Walzenständer
1 eine Unterwalze 2 starr gelagert. Die Lagerzapfen
3 der zugeordneten Oberwalze 4 sind in Lagerzapfenschächten
5 des Walzenständers geführt. Die Lagerzapfen 3 sind
von oben durch mit Pfeilen angedeutete Belastungsmittel 6 belastet. Diese
Belastungsmittel können aus Federn bestehen.
Zwischen dem Boden der Lagerzapfenschächte 5 und den
Lagerzapfen 3 sind Abhebemittel 7 angeordnet, die zum Abheben
der Oberwalze 4 von ihrer Unterwalze 2 bestimmt sind. Sie üben
eine der Kraft der Belastungsmittel 6 entgegen gerichtete Kraft aus. Diese
Gegenkraft ist jedoch wesentlich geringer als die Belastungskraft, so dass sie zunächst
keine Wirkung entfaltet. Erst wenn die Belastungskraft aufgehoben wird, ist sie
imstande, die Oberwalze abzuheben.
Die Belastungskraft der Belastungsmittel 6 wird um die Kraft
des Abhebemittels 7 erhöht, so dass die vorgesehene Klemmwirkung des
Walzenpaares erreicht wird.
Infolge der geringen Distanz, um die die Oberwalze nur abgehoben zu
werden braucht, kann das Abhebemittel auch als elastisches Kissen 8 bspw.
aus Gummi oder ähnlich elastischem Material bestehen. Mit der Ausbauchung des
elastischen Kissens in 2 ist dessen Verformung bei Belastung
angedeutet, die bei Entlastung aufgehoben wird und die Oberwalze anhebt.
In weiteren Ausführungsformen sind die Belastungsmittel
6 formschlüssig mit den Lagerzapfen 3
der Oberwalzen verbunden und von der Unterwalze 2 abrückbar.
Gemäß 3 besteht das Belastungsmittel
6 aus einer Zylinder/Kolben-Einheit, deren Kolben 9 im Zylinder
10 mittels eines Steuerschiebers 11 wechselseitig beaufschlagbar
ist. Wenn der Kolben 9 auf seiner Oberseite beaufschlagt wird, drückt
er über seine Kolbenstange 12 auf den Lagerzapfen 3 der Oberwalze
4 und belastet diese. Wenn er auf seiner Unterseite beaufschlagt wird,
hebt er mit seiner den Lagerzapfen umfassenden Kolbenstange die Oberwalze von der
Unterwalze ab.
In der 4 ist eine Ausführungsform
dargestellt, bei der die Oberwalze 4 durch Federdosen 13 belastet
wird. Diese Federdosen sind an Tragbügeln 14 befestigt, die von der
Unterwalze 2 abrückbar sind. Auf der linken Seite ist der Belastungszustand
gezeichnet: der Tragbügel ist nach unten geschwenkt und die gespannten Federdosen
13 drücken mit ihren Druckstangen 15 auf die Lagerzapfen
3 der Oberwalze 4 und belasten sie.
Wenn die Tragbügel 14 von der Unterwalze 2
abgerückt werden, treten zunächst die Druckstangen 15 so weit
aus den Federdosen 13 aus, bis diese entspannt sind. Beim weiteren Abheben
der Tragbügel nehmen die die Lagerzapfen 3 umgreifenden Druckstangen
diese mit nach oben und heben die Oberwalze 4 von der Unterwalze ab.
- 1
- Walzenständer
- 2
- Unterwalze
- 3
- Lagerzapfen
- 4
- Oberwalze
- 5
- Lagerzapfenschacht
- 6
- Belastungsmittel
- 7
- Abhebemittel
- 8
- elastisches Kissen
- 9
- Kolben
- 10
- Zylinder
- 11
- Steuerschieber
- 12
- Kolbenstange
- 13
- Federdose
- 14
- Tragbügel
- 15
- Druckstange