Die Erfindung betrifft Sitz- und Stuhllehnen mit einem Träger
und einem Bezug.
Durch die Druckschrift DE
10 2004 032 765 B4 (Bürostuhl mit flexibler Lehne) ist ein Bürostuhl
mit flexibler Lehne bekannt, wobei die Lehne ein Kunststoffprofil mit einer Mehrzahl
von Kammern besitzt. Die Kammern sind als aufpumpbare Luftkammern in Form von zwischen
den Kammern angeordneten Stegen ausgebildet. Eine unterschiedliche Befüllung
bewirkt dabei eine individuelle Einstellung der Flexibilität der Lehne. Dadurch
wird eine Lehne geschaffen, die sich im Wesentlichen der Rückenform nachgebend
anpasst. Dabei werden beim Aufpumpen alle Luftkammern über einen Aufpumpschlauch
mit Luft befüllt. Die Anpassung an den Rücken erfolgt durch die miteinander
verbundenen Luftkammern, wobei zwischen diesen ein Luftausgleich stattfindet. Eine
Massagefunktion ist nicht vorgesehen.
Der im Schutzanspruch 1 angegebenen Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde,
eine an die Physis des Nutzers anpassbare und für eine Massage geeignete Sitz-
und Stuhllehne zu schaffen.
Diese Aufgabe wird mit den im Schutzanspruch 1 aufgeführten Merkmalen
gelöst.
Die Sitz- und Stuhllehnen mit einem Träger und einem Bezug zeichnen
sich insbesondere dadurch aus, dass diese an die Physis des Nutzers individuell
anpassbar sind und gleichzeitig eine Massage des Rückens des Nutzers möglich
sind.
Dazu sind ein Ende von mehreren gelenkig oder flexibel miteinander
verbundenen Platten oder einer flexiblen Trägerplatte jeweils als Tragelement
mit dem Träger verbunden und das zweite Ende des Tragelementes auf dem Träger
geführt. Zwischen dem Tragelement und dem Träger sind wenigstens ein erstes
und auf dem Tragelement zweite jeweils mit Luft befüllbare Kissen angeordnet.
Das erste Kissen ist über ein erstes Ventil mit einer ersten
Pumpe und zweite Kissen sind über zweite Ventile mit mindestens einer zweiten
Pumpe verbunden, wobei entweder mittels der Pumpen Luft über die Ventile in
die Kissen gelangt oder Luft aus den Kissen über die Ventile in die Umgebung
entweicht. Darüber hinaus sind wenigstens die Betätigungseinrichtungen
der zweiten Ventile mit einer Steuereinrichtung so gekoppelt, dass gesteuert entweder
mittels der zweiten Pumpe Luft in zweite Kissen gelangt oder mittels der zweiten
Ventile aus diesen entweicht.
Mittels des ersten Kissens und des Tragelementes erfolgt die Anpassung
an die Form des Rückens des Nutzers. Natürlich kann auch durch das entsprechend
aufgepumpte erste Kissen eine gewünschte Sitzposition vorgegeben werden. Das
zweite geführte Ende des Tragelementes sichert dabei zum einen den Halt des
Tragelementes auf dem Träger als auch die Möglichkeit der Biegung des
Tragelementes, wobei sich der lichte Abstand zwischen den Enden ändert.
Mittels der zweiten Kissen auf dem Tragelement, der zweiten Ventile,
die mit der Steuereinrichtung zusammengeschaltet sind, und der zweiten Pumpe ist
das gesteuerte sowohl Aufpumpen als auch Ablassen von Luft in zweite Kissen möglich.
Das führt bei einer entsprechenden Programmierung der Steuereinrichtung zu
einer Massage des Rückens des Nutzers des Sitzes oder Stuhles mit dieser Lehne.
Damit kann ein ergonomischer Arbeitsplatz realisiert werden. Neben einer individuellen
Anpassung können auch dabei auftretende Verspannungen durch eine Massage vermieden
werden. Damit eignen sich die Sitz- und Stuhllehnen vorteilhafterweise für
Büroarbeitsplätze und Sitze in sowohl Fahrzeugen als auch Apparaten zur
Beförderung von Personen und Gütern. Darüber hinaus können natürlich
auch Sitze und Stühle für eine private Nutzung mit derartigen Lehnen ausgestattet
werden. Das sind insbesondere Wohlfühlsitzmöbel, zum Beispiel Sessel,
aber auch Kinderstühle, so dass Haltungsschäden von Kindern vermindert
werden können.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Schutzansprüchen
2 bis 10 angegeben.
Das erste Kissen ist nach der Weiterbildung des Schutzanspruchs 2
über ein handbetätigbares Ventil als erstes Ventil mit einer handbetätigbaren
Pumpe als erste Pumpe verbunden. Damit kann Luft mittels der ersten Pumpe über
das erste Ventil in das erste Kissen gelangen oder Luft über das erste Ventil
in die Umgebung entweichen. Das Anpassen an eine optimale Sitzposition ist einfach
per Hand möglich. Der Nutzer ist dabei in der Lage, seine Sitzposition einfach
seinen Bedürfnissen anzupassen.
In Fortführung sind nach der Weiterbildung des Schutzanspruchs
3 das handbetätigbare Ventil und die handbetätigbare Pumpe auf dem Träger
angeordnet. Damit ist vorteilhafterweise eine kompakte Sitz- oder Stuhllehne realisiert.
Vorteilhafterweise ist die Steuereinrichtung nach der Weiterbildung
des Schutzanspruchs 4 ein Datenverarbeitungssystem. Weiterhin sind die Antriebe
für die Betätigungseinrichtungen der zweiten Ventile so mit dem Datenverarbeitungssystem
zusammengeschaltet, dass für eine Rückenmassage Luft programmgesteuert
entweder in zweite Kissen gelangt oder aus diesen abgelassen wird und in die Umgebung
entweicht. Das Datenverarbeitungssystem ist vorzugsweise ein Mikrocontroller
mit wenigstens einem Programm zur gesteuerten Betätigung der zweiten Ventile.
Das ist eine ökonomisch günstige Ausgestaltung dieses Datenverarbeitungssystems.
Die Steuereinrichtung ist nach der Weiterbildung des Schutzanspruchs
5 mit der zweiten Pumpe zusammengeschaltet. Damit erfolgt neben der Ansteuerung
der zweiten Ventile auch eine Ansteuerung dieser Pumpe. Die Massageeinheit kann
dadurch insgesamt unter anderem auch zum Beispiel zeitgesteuert werden.
Günstigerweise sind die zweiten Ventile nach der Weiterbildung
des Schutzanspruchs 6 mechanisch oder elektromagnetisch betätigbare Ventile.
Vorteilhafterweise sind nach der Weiterbildung des Schutzanspruchs
7 zwei miteinander verbundene zweite Kissen beabstandet auf dem Tragelement angeordnet,
so dass sich die Wirbelsäule einer sich anlehnenden Person zwischen den beabstandet
angeordneten zweiten Kissen befindet. Diese zweiten Kissen sind damit horizontal
angeordnet. Vorteilhafterweise werden Rückenmuskeln bei der Massagefunktion
massiert. Darüber hinaus können bei entsprechender Position der zweiten
Kissen in der Lehne auch Muskeln des Schultergürtels massiert werden.
Der Träger ist nach der Weiterbildung des Schutzanspruchs 8 eine
Platte. Damit können alle Bestandteile der Sitz- und Stuhllehne einfach montiert
werden, so dass der Träger, das Tragelement, die Ventile, die Kissen, die Ventile
und die notwendigen Verbindungsschläuche eine kompakte Einheit sind. Auf diese
kompakte Einheit kann einfach der Bezug aufgezogen werden.
Der Träger, das erste Kissen, das Tragelement und die zweiten
Kissen sind nach der Weiterbildung des Schutzanspruchs 9 mit dem Bezug überdeckt.
Der Träger sowohl mit dem ersten Ventil als auch der ersten Pumpe,
das Tragelement und die zweiten Kissen sind nach der Weiterbildung des Schutzanspruchs
10 mit dem Bezug überdeckt, so dass das erste Ventil und die erste Pumpe über
per Hand erfolgte mechanische Verformungen des Bezugs betätigbar sind.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen
jeweils prinzipiell dargestellt und wird im folgenden näher beschrieben.
Es zeigen:
1 eine Sitz- und Stuhllehne ohne Bezug in einer Draufsicht
und
2 eine Sitz- und Stuhllehne ohne Bezug in einer Seitenansicht.
Eine Sitz- und Stuhllehne besteht im Wesentlichen aus einem Träger
1, einem Tragelement 2, einem ersten Kissen 10, einem
ersten Ventil 7, einer ersten Pumpe 8, zweiten Kissen
3, zweiten Ventilen 4, einer zweiten Pumpe 5, Verbindungsschläuchen,
einer Steuereinrichtung 6 und einem Bezug.
Die 1 zeigt eine Sitz- und Stuhllehne
ohne Bezug in einer prinzipiellen Draufsicht.
Das Tragelement 2 besteht aus mehreren Platten oder einer
flexiblen Trägerplatte. Die Platten sind gelenkig oder mittels wenigstens einem
flexiblen Elementes miteinander verbunden. Vorteilhafterweise ist das Tragelement
2 schalenförmig entsprechend der Ergonomie des Rückens einer
Person ausgebildet. Dazu besitzt das Tragelement 2 vorzugsweise in der
Draufsicht eine Grätenform.
Das erste Ende des Tragelementes 2 ist über wenigstens
ein Gelenk 9 mit dem Träger 1 verbunden. Das zweite Ende
des Tragelementes 2 ist auf dem Träger 1 geführt. Dazu
ist dieses Ende mit wenigstens einer Geradführung 11 mit dem Träger
1 gekoppelt. Der Träger 1 selbst ist vorzugsweise eine Platte.
Zwischen dem Tragelement 2 und dem Träger
1 befindet sich das erste Kissen 10.
Die 2 zeigt eine Sitz- und Stuhllehne
ohne Bezug in einer prinzipiellen Seitenansicht.
Das erste Kissen 10 ist über ein erstes Ventil
7 mit einer ersten Pumpe 8 verbunden. Das erste Ventil
7 und die erste Pumpe 8 sind handbetätigbar. Beide sind auf
dem Träger 1 angeordnet. Mittels der Betätigung der ersten Pumpe
8 und nicht betätigtem ersten Ventil 7 wird das erste Kissen
10 zwischen dem Träger 1 und dem Tragelement 2 mit
Luft aufgepumpt. Dadurch wird das Tragelement 2 gegenüber dem Träger
1 gewölbt. Mit einer Betätigung des ersten Ventils
7 entweicht Luft aus dem ersten Kissen 10 über das erste
Ventil 7 in die Umgebung. Die Betätigung erfolgt dabei vorteilhafterweise
durch entsprechenden Druck auf den Bezug an den Stellen der ersten Pumpe
8 und der Betätigungseinrichtung des ersten Ventils 7, wobei
der Bezug verformt wird.
Auf dem Tragelement 2 sind zweite jeweils mit Luft befüllbare
Kissen 3 angeordnet. Zwei miteinander verbundene zweite Kissen
3 sind beabstandet auf dem Tragelement 2 so angeordnet, dass sich
die Wirbelsäule einer sich anlehnenden Person zwischen den beabstandet angeordneten
und miteinander verbundenen zweiten Kissen 3 befindet.
Diese zweiten Kissen 3 sind horizontal angeordnet. Mehrere derartige horizontal
angeordnete und miteinander verbundene zweite Kissen 3 befinden sich vertikal
beabstandet zueinander auf dem Tragelement 2 (Darstellung in der
1). Die miteinander verbundenen zweiten Kissen
3 sind jeweils über ein zweites Ventil 4 mit der zweiten
Pumpe 5 verbunden. Bei entsprechender Betätigung des zweiten Ventils
4 wird mittels der zweiten Pumpe 5 entweder Luft in diese über
eine Schlauchverbindung miteinander verbundenen zweiten Kissen 3 gepumpt
oder abgelassen. Die zweite Pumpe 5 ist dazu eine elektrisch betriebene
zweite Pumpe 5 zur Förderung von Luft aus der Umgebung. Über
die zweite Pumpe 5 und die zweiten Ventile 4 wird damit Luft in
die jeweiligen zweiten Kissen 3 gepumpt. Die Betätigungseinrichtungen
der zweiten Ventile 4 sind mit der Steuereinrichtung 6 so gekoppelt,
dass gesteuert entweder mittels der zweiten Pumpe 5 Luft in zweite Kissen
3 gelangt oder mittels der zweiten Ventile 4 aus diesen in die
Umgebung entweicht. Dazu sind die zweiten Ventile 4 mechanisch oder elektromagnetisch
betätigbare Ventile. Im ersten Fall erfolgt eine Betätigung über
bekannte elektrisch betriebene Stellmotore. Im zweiten Fall bildet eine Spule einen
Elektromagneten, wobei mittels eines Stromflusses ein Anker betätigt wird,
der mit der Betätigungseinrichtung des zweiten Ventils 4 gekoppelt
oder gleichzeitig die Betätigungseinrichtung des zweiten Ventils
4 ist.
Die Steuereinrichtung 6 ist ein bekanntes Datenverarbeitungssystem,
zum Beispiel in Form eines bekannten Mikrocomputers. Im Speicher des Mikrocomputers
können mehrere unterschiedliche Programme wenigstens zur Ansteuerung der zweiten
Ventile 4 abgelegt sein. Damit können verschiedene Massagefunktionen
über die Nutzung der Lehne ausgeübt werden.
Die Motore für die Betätigungseinrichtungen der zweiten
Ventile 4 sind so mit der Steuereinrichtung 6 als Datenverarbeitungssystem
zusammengeschaltet, dass für eine Rückenmassage Luft programmgesteuert
entweder in zweite Kissen 3 gelangt oder aus diesen in die Umgebung entweicht.
Vorteilhafterweise ist dazu die Steuereinrichtung 6 mit der zweiten Pumpe
5 zu deren Betrieb zusammengeschaltet. Wenigstens der Träger
1, das Tragelement 2, das erste Kissen 10, das erste
Ventil 7, die erste Pumpe 8 und die zweiten Kissen 3
sind mit dem Bezug überdeckt, der in den Fig. nicht gezeigt ist.