Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Steuerung von Backparametern,
insbesondere zur Backluftfeuchteerfassung und -regelung, während eines Backprozesses
in einem Backofen.
Bei der Herstellung von Backwaren besteht die Zielstellung während
des Backprozesses darin, dass die Qualitätsmerkmale, wie z. B. Form, Glanz,
Bräunung und Volumen, in dem gewünschten Maße kostengünstig
in einer bestimmten Zeit erreicht werden. Im Teigling bzw. in der Masse laufen während
des Backprozesses eine Vielzahl von verschiedenen biochemischen und physikalischen
Reaktionen ab, die letztlich die Qualität des Fertigerzeugnisses bestimmen.
Diese biochemischen und physikalischen Reaktionen werden durch die
wesentlichen Backparameter, wie z. B. durch die Dampfmenge, die Backtemperatur,
die Zeit, das Strömungsbild der Backluft und durch schlecht erfassbare Störgrößen,
wie das Öffnen und Schließen der Ofenklappen, entscheidend beeinflusst.
Die Dampfzugabe, respektive die Beschwadung zu Beginn des Backprozesses,
hat eine besondere technologische Bedeutung. Durch die Kondensation des Dampfes
auf den noch kalten Teiglingen erfolgt eine schlagartige Energieübertragung
auf die Oberfläche der Teiglinge, so dass die Temperatur an der Oberfläche
innerhalb von wenigen Sekunden von 30 auf 80 °C ansteigt. Durch Verkleisterung
der Stärke und Denaturierung der Proteine bildet sich eine feste Backhaut,
die den Ofentrieb und die Ausbundbildung unterstützt. In Verbindung mit dem
Kondensat bildet sich eine Mikroschicht auf der Teiglingsoberfläche. Der Stärkekleister
fließt durch die hohe Backtemperatur auseinander und bildet eine glatte Oberfläche
(Dextrinierung, Glanzbildung).
Die Steuerung der Beschwadung, also das gezielte Einbringen der erforderlichen
Dampfmenge zu Beginn des Backprozesses, sowie das Abführen von Dampf zu bestimmten
Zeitpunkten wird mit den aus dem Stand der Technik bekannten Verfahren und Mitteln,
obgleich der immensen Bedeutung für den Backprozess, nur unzureichend gelöst.
Infolge unzureichender Dampfgabe entstehen einerseits unerwünschte
Krustenrisse am Backgut, und andererseits wird der enzymatische Abbau der Stärke
bzw. der daraus entstehenden Zuckerstoffe, die zur Glanzbildung und Krustenbräunung
beitragen, verhindert bzw. verzögert.
Ein verspätetes Abführen des Dampfes aus dem Backraum nach
der Einwirkung des Dampfes auf der Oberfläche der Teiglinge führt beim
Backen von Roggen- und Roggenmischbrot hingegen zum Auseinanderlaufen der Teiglinge
und zur Bildung von Krustenrissen.
Während des Backprozesses verdampft das Wasser aus der Oberfläche
der Teiglinge und lässt die Backluftfeuchte auf Taupunkttemperaturen bis ca.
98 °C ansteigen. Durch zielgerichtete Entfernung der Backluftfeuchte zum Ende
des Backprozesses werden die Bräunungsreaktionen beschleunigt, und die Backzeit
kann bis zu 25 % verkürzt werden.
Es besteht seit längerer Zeit bei Betreibern von Backöfen
der Wunsch, mit geeigneten Mitteln eine kontinuierliche Backluftfeuchtemessung zur
Steuerung des Backprozesses realisieren zu können. Die aus dem Stand der Technik
allgemein bekannten Messgeräte zur Erfassung der Backluftfeuchte sind: Taupunkt-Hygrometer,
Lithium-Chlorid-Hygrometer, Psychrometer, thermodynamische Taupunkt-Hygrometer,
kapazitive und Halbleitersensoren oder auch Zirkonoxid-Sensorverfahren.
Diese Feuchtemessgeräte unterscheiden sich infolge ihrer unterschiedlichen
Messverfahren und ihres technischen Aufbaus in den Punkten: Messgröße,
Messbereich, Fehlergrenzen, Hysterese und Einstellzeit, Klimaabhängigkeit,
insbesondere unter Druck, Temperatur und Luftgeschwindigkeit, Alterung, Nullpunktdrift,
Wartung, Messbereitschaft usw.
Trotz der großen Anzahl verschiedenartiger Feuchtemessgeräte
ist kein für einen Backprozess geeignetes Feuchtemessgerät für Backtemperaturen
größer als 200 °C auf dem Markt verfügbar, das einerseits für
die speziellen Einsatzbedingungen, nämlich für die wechselnden Druck-
und Temperaturbedingungen, in einem Backofen uneingeschränkt einsetzbar ist
und andererseits durch seinen einfachen technischen Aufbau die Grundlage für
eine kostengünstige Massenproduktion, auch zur Nachrüstung vorhandener
Backöfen, geeignet ist.
In der Vergangenheit beschränkte sich die Führung des Backprozesses
auf eine zeitgesteuerte Temperatursequenz. Die bereits erwähnte
Steuerung der Beschwadung und die kontinuierliche Backluftfeuchtemessung wurde jedoch
nur ansatzweise in Tunnelbacköfen realisiert. Als Grund hierfür sind die
bisher ungeeigneten Geräte zur kontinuierlichen Backluftfeuchtemessung und
die nicht unerheblichen Kosten dieser Geräte zu nennen. Eine preisgünstige
Messtechnik fehlt auf dem Markt.
Aus dem Stand der Technik ist beispielsweise ein Gargerät mit
im Garraum abstellbarem Garbehältnis zum Dampfgaren bekannt, das in der
DE 196 38 664 offenbart ist. Der Grundgedanke
dieser Erfindung besteht darin, die erforderliche Dampfmenge beim Dampfgaren mittels
geeigneter Sensoren steuern zu können. Zur Anwendung kommt hierbei ein Temperatursensor
und alternativ ein Feuchtesensor. Wie der Beschreibung zu entnehmen ist, erfassen
diese Sensoren die Gradienten der Steuerparameter Temperatur und Feuchte, also die
Änderung der Messgröße je Zeiteinheit, während des Garprozesses.
Als Problem bezüglich eines Einsatzes dieses Feuchtesensors während des
Backprozesses ist der geringe Messbereich zu nennen, der nur Temperaturen bis ca.
100 °C zulässt. Desweiteren sind die Unzuverlässigkeit und die geringe
Lebensdauer dieses Feuchtesensors zu nennen.
Ein Messwerterfassungs- und Speichergerät für die Feuchtigkeit
und die Temperatur zur Messung und Speicherung von Daten während des Backprozesses
ist in der DE 40 22 964 offenbart. Signifikant
für diese Erfindung sind die Sensoren, die als Temperaturfühler und temperaturbeständige
Sauerstoffsensoren, die indirekt zur Erfassung des Feuchtigkeitsprofils dienen,
ausgebildet sind. Das Klimaprofil kann während des Backprozesses bis zu einer
Temperatur von 450 °C erfasst, aufgezeichnet und zur Steuerung des Backprozesses
eingesetzt werden. Das aufgezeichnete Klima-Zeit-Profil wird hierbei zur Optimierung
des Backprozesses eingesetzt. Besonders nachteilig an dieser Erfindung ist, dass
das Messwerterfassungsund Speichergerät technisch sehr kompliziert aufgebaut
ist und die Herstellung desselben sehr aufwendig ist. Die hierbei verwendeten Sauerstoffsensoren
zum indirekten Erfassen der Feuchtekenngrößen durchlaufen gemeinsam mit
den Teigformlingen den Backprozess.
In der DE 103 35 295 A1
wird ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Steuerung von Backparametern beschrieben,
welche eine ganze Reihe der im Stand der Technik bekannten Nachteile behebt. Die
Vorrichtung dient der Messung der Backluftfeuchte im Backherd von Heißluftumwälzöfen,
wobei die Strömung im Ofen zur indirekten Erfassung der Feuchtekenngrößen
genutzt wird. Nachteilig an der offenbarten Regelungsvorrichtung ist, dass in Backöfen
mit ruhender Backatmosphäre das angewandte Messprinzip nicht geeignet ist.
Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine kostengünstige
Vorrichtung zu entwickeln, mit der die Backluftfeuchte sicher in Backöfen mit
ruhender Backatmosphäre während des Backprozesses erfasst und neben den
Parametern Temperatur und Zeit als weiteren Steuerparameter für einen qualitätsgerechten
Backprozess verwendet werden kann.
Eine weitere Aufgabe der Erfindung besteht darin, dass durch den Einsatz
einer erfindungsgemäßen Vorrichtung die Menge an benötigtem Dampf
erheblich reduziert wird und damit die Betriebskosten deutlich verringert werden.
Die Aufgabe der Erfindung wird durch eine Vorrichtung zur Steuerung
von Backparametern, insbesondere zur Backluftfeuchteerfassung und -regelung gelöst,
welche eine Regel- und Steuereinheit sowie eine in einem Bypass außerhalb der
Backkammer angeordnete, von der Backraumluft anströmbare Messstelle zum indirekten
Erfassen der Feuchtekenngrößen der Backraumluft umfasst, wobei die Temperaturmessstelle
mittels einer Befeuchtungseinrichtung die Feuchtkugeltemperatur tf erfassend
ausgebildet ist und die Regel- und Steuereinheit des Backofens dazu ausgelegt ist,
die von der Temperaturmessstelle erfasste Feuchtkugeltemperatur tf mit
einer Feuchtkugeltemperatursollgröße tf,Soll vergleichen zu
können und in Abhängigkeit der Regelabweichung ein Ausgangssignal zu erzeugen.
Alternativ wird die Aufgabe durch eine Vorrichtung zur Steuerung von
Backparametern, insbesondere zur Backluftfeuchteerfassung und -regelung gelöst,
welche eine Regel- und Steuereinheit sowie mehrere in einem Bypass außerhalb
der Backkammer angeordnete Messstellen zum indirekten Erfassen der Feuchtekenngrößen
der Backraumluft umfasst, wobei eine erste Temperaturmessstelle und eine zweite
Temperaturmessstelle vorgesehen sind, wobei die erste Temperaturmessstelle die Trockenkugeltemperatur
ttr und die zweite Temperaturmessstelle mittels einer Befeuchtungseinrichtung
die Feuchtkugeltemperatur tf erfassend ausgebildet sind und die Steuer-
und Regeleinheit des Backofens dazu ausgelegt ist, die von den beiden Temperaturmessstellen
erfasste Feuchtkugeltemperatur tf und Trockenkugeltemperatur ttr
in eine Feuchtekenngröße der Backraumluft umzuwerten.
Zur Realisierung der ersten bevorzugten Ausführungsvariante ist
eine Vorrichtung mit einer ersten Temperaturmessstelle in einer Bypassleitung zum
Backraum vorgesehen, die die Feuchtkugeltemperatur tf erfassend ausgebildet
ist, um ein Ausgangssignal zur Steuerung des Backprozesses zu erzeugen. Diese Temperaturmessstelle
weist ein kontinuierlich befeuchtetes Thermo- oder Pt-Element auf, welches von einer
saugfähigen Hülle vollständig umfasst wird. Die Dauerbefeuchtung
der Hülle wird mittels in einem Reservoir gespeicherten kondensierten Dampfes
bzw. entkalktem Wassers sichergestellt. Der in dem Reservoir zu Wasser kondensierte
Dampf wird als Wasser über eine Versorgungsleitung der saugfähigen Hülle
zur Verfügung gestellt. Die Dauerbefeuchtung der Hülle des Thermoelements
erfolgt in besonders vorteilhafter Weise selbsttätig und ohne Hilfsenergie.
Sofern im Reservoir ein minimaler Füllstand unterschritten ist und damit die
Gefahr besteht, dass das Thermo- oder Pt-Element nicht mehr kontinuierlich befeuchtet
wird, erfolgt automatisch eine Befüllung des Reservoirs mittels einer an das
Reservoir angeschlossenen Wasser-Notversorgung. Die Dauerbefeuchtung kann aber alternativ
auch durch eine taktweise Zwangsbefeuchtung erfolgen.
Die Thermo- oder Pt-Elemente sind besonders einfach aufgebaut und
zudem sehr kostengünstig. Eine Nachrüstung derselben in bestehende Backöfen
erweist sich als besonders geeignet, da die Regel- und Steuereinheit aller Backöfen
bereits Schnittstellen zur Erfassung mindestens einer Temperatur aufweist und somit
eine Implementierung einer weiteren Temperaturmessstelle unproblematisch ist.
Zur Realisierung der zweiten bevorzugten Ausführungsvariante
ist in der Bypassleitung oder im Backraum eine zweite Temperaturmessstelle vorgesehen,
die zusätzlich auch die Trockenkugeltemperatur ttr der Backraumluft
erfasst und der Regel- und Steuereinheit zuführt. Diese Temperaturmessstelle
kann ebenso wie die die Feuchtkugeltemperatur tf messende erste Temperaturmessstelle
als Thermoelement oder Pt-Element ausgebildet sein. Diese beiden erfassten Temperaturmessgrößen
tf und ttr werden der Steuer- und Regeleinheit des Backofens
zugeführt und in mindestens eine Feuchtekenngröße umgewertet. Mit
Kenntnis dieser Feuchtekenngröße(n) wird ein Ausgangssignal zur Regelung
der Backraumluft erzeugt.
Damit stehen der Regel- und Steuereinheit des Backofens zwei Temperatureingangssignale,
nämlich die Feuchtkugeltemperatur tf und die Trockenkugeltemperatur
ttr der Backraumluft, zur weiteren Verarbeitung zur Verfügung. In
Anwendung des psychrometrischen Prinzips können geeignete Feuchtekenngrößen,
wie zum Beispiel die absolute Feuchte, ermittelt werden. In der Steuer- und Regeleinheit
des Backofens können die absolute Feuchte oder die Taupunkttemperatur ttau
ermittelt werden, wobei erstere zweckmäßiger in der Einheit g/m3
Luft angegeben wird.
Grundsätzlich lässt sich diejenige Temperaturmessstelle,
die in jedem Backraum bereits vorhanden ist, auch zur Erfassung der Trockenkugeltemperatur
ttr nutzen.
Ein besonderer Vorteil dieser Erfindung besteht darin, dass durch
die Aufzeichnung von Backklimakurven mit den Parametern Temperatur, Zeit und Feuchte
der Backprozess wiederholbar ist. Das führt zu einer höheren und gleichmäßigen
Qualität des Backgutes, da in jedem Zeitpunkt des Backprozesses die für
die Ausbildung der Kruste und der Krume der Teiglinge erforderlichen Klimabedingungen
optimal erfüllt sind. Die Backparameter werden dazu in der Regel- und Steuereinheit
abgespeichert und nach Bedarf wieder abgerufen.
In einer alternativen Ausgestaltung ist diese Steuer- und Regeleinheit
selbstlernend ausgebildet. Das heißt, der Betreiber kann nicht nur ein vorhandenes
Klimaprofil abrufen, sondern auch in einem Lernmodus der Steuer- und Regeleinheit
ein Klimaprofil erzeugen und abspeichern. Die manuell einstellbaren Backparameter
Zeit, Temperatur und Feuchte können dazu vom Betreiber des Umluftofens fortlaufend
durch Inaugenscheinnahme der zu backenden Teiglinge neu parametriert und mittels
der Regel- und Steuereinheit abgespeichert werden.
Die Zuführung von Wasser oder Dampf in die Backkammer erfolgt
durch eine nicht näher spezifizierte Beschwadungseinrichtung. Die Erhöhung
der Feuchte der Backraumluft wird bevorzugt mit Dampf realisiert, da sich gemäß
der thermodynamischen Gesetzmäßigkeiten dabei die Zustandsänderung
der Backraumluft parallel zu den Isothermen vollzieht und damit die Trockenkugeltemperatur
ttr nahezu konstant bleibt.
Dem Einbringen von Wasser haftet der Nachteil an, dass die Zustandsänderung
der Backraumluft sich parallel zu den Enthalpie-Linien vollzieht, was stets mit
einer Abkühlung, unabhängig von der Temperatur des eingebrachten Wassers,
der Backraumluft verbunden ist.
Die Entnahme von überschüssigen Dampf aus der Backkammer
wird beispielsweise mittels automatisch gesteuerten Dampfabzugsklappen realisiert,
die zusätzlich auch manuell und programmunabhängig steuerbar
ausgebildet sein können.
Durch das gesteuerte Einbringen und Entnehmen von Dampf in bzw. aus
dem Backraum bzw. der Backkammer kann mit der Vorrichtung in erheblichem Umfang
Wasser, vor allem bei der Dampfgabe zu Beginn des Backprozesses, und Energie durch
gezielte Dampfabführung und damit Verkürzung der Klappenöffnungszeit
nach Dampfgabe beim Backen von Roggen- und Roggenmischbrot sowie ein gezieltes Öffnen
von Klappen zum Ende des Backprozesses, insbesondere zur Beschleunigung der Bräunungsreaktionen
und Backzeitverkürzung, eingespart werden.
Mit der Messung und Steuerung der Luftfeuchte steht dem Backprozess
ein weiterer Parameter zur Wiederholbarkeit des Backklimas zur Verfügung, was
sich positiv auf die Verminderung der Acrylamidbildung im Backgut auswirkt. Acrylamid
bzw. Acrylsäureamid ist wegen seiner schädigenden Wirkung in Bezug auf
das Zentralnervensystem und auf die Fein- und Grobmotorik der Menschen als besonders
gefährlich eingestuft.
Die erfindungsgemäße Backluftfeuchteerfassung, -steuerung
und -regelung kann in allen Vorrichtungen zum Backen von Backgut angewendet werden.
Als besonders vorteilhaft hat sich erwiesen, wenn die Backluftfeuchteerfassung,
-steuerung und -regelung kontinuierlich erfolgt. Damit können etwaige Fehler
beim Backen, z. B. unzureichende Dampfmenge bei der Schwadengabe bzw. Undichtheiten
am Backofen, rechtzeitig erkannt und geeignete Maßnahmen, wie z. B. eine Alarmsignalisierung,
eine zusätzliche Dampfgabe oder eine Dampfabfuhr, eingeleitet werden.
Die Erfindung wird durch das Vorsehen von technischen Mitteln für
die tropfenweise getaktete Befeuchtung der Temperaturmessstelle für die Feuchttemperatur
alternativ vorteilhaft ausgebildet.
Die signifikanten Merkmale und die erzielbaren Vorteile der Erfindung
durch Einsatz der integrierten Feuchteerfassung und Feuchtesteuerung des Backprozesses
sind im Wesentlichen:
• einfache und kostengünstige, auf dem psychrometrischen Prinzip
basierende Vorrichtung zur Erfassung der Backluftfeuchte,
• erhebliche Wasser- und Energieeinsparung während des Backprozesses
durch gesteuertes Einbringen von Dampf,
• Backzeitverkürzungen durch Verringerung der Backluftfeuchte zum
Ende des Backprozesses,
• optimalere Auslastung der Backöfen,
• durch Aufzeichnung von Backklimakurven mit den Parametern Temperatur,
Zeit und Feuchte ist der Backprozess wiederholbar,
• höhere und gleichmäßigere Qualität des Backgutes,
• Verminderung der Acrylamidbildung im Backgut und
• einfache Nachrüstbarkeit bei vorhandenen Backöfen.
Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben
sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme
auf die zugehörigen Zeichnungen.
Dabei zeigen:
1 Schema Backofen mit Bypassfeuchtemessung,
2 schematische Darstellung der zweiten Temperaturmessstelle,
3 Darstellung der Graphen Feuchtkugeltemperatur tf
und Taupunkttemperatur ttau im Temperatur-Zeit-Diagramm und
4 Darstellung der Graphen Trockenkugeltemperatur ttr,
Feuchtkugeltemperatur tf, Krumetemperatur tKU und Krustentemperatur
tKS im Temperatur-Zeit-Diagramm.
Eine schematische Darstellung eines Backofens 3 mit den zugehörigen
Komponenten ist in 1 dargestellt. Der Backofen
3 umfasst im Wesentlichen eine Backkammer 4 sowie eine Beschwadungseinrichtung
6. Weiterhin ist ein Bypass 2 für die Backraumluft an der
Backkammer 4 vorgesehen.
Die universelle Messung der Feuchttemperatur erfolgt nicht im Backraum,
sondern über einen Bypass 2 außerhalb des Ofens. Dazu wird ein
kleiner Teil der Luft aus Backkammer 4 durch den Bypass 2 über
die Temperaturmessstelle 1 mit der zugehörigen Befeuchtungseinrichtung
7 und einem Wasserreservoire 8 geleitet und danach wieder in den
Backraum 4 zurückgeführt. Die Messung der Feuchttemperatur erfolgt
mittels einer als Thermoelement bzw. Pt-Element ausgebildeten Temperaturmessstelle
1, die kontinuierlich befeuchtet wird und mit einer Luftströmung von
1 bis 3 m/sec, vorzugsweise 2 m/sec, umspült wird.
Die Befeuchtung des Feuchtthermometers wird entweder über das
Ansaugen von Wasser mittels Baumwollfaser oder ähnlicher saugfähiger Fasern
aus einem Vorratsgefäß oder über eine tropfenweise Taktung als Zwangsbefeuchtung
geregelt.
Die Befeuchtungseinrichtung 7 ist mit einem Wasserreservoire
8 zur Sicherstellung der Befeuchtung versehen.
Die Feuchtemessung ist in das nicht näher dargestellte Regel-
und Steuerungssystem des Backofens 3 integriert, wodurch eine umfassende
Klimasteuerung der Backparameter Temperatur, Luftfeuchte und Zeit möglich ist.
Die Durchströmung des Bypasses 2 ermöglicht der
Ventilator 5, der außerhalb oder unmittelbar an der Backkammer
4 angeordnet ist. Der Ventilator 5 weist rückseitig einen
nicht dargestellten Ventilatorantrieb auf.
Nach einer weiteren alternativen Ausgestaltung der Erfindung wird
die Trockenkugeltemperatur ttr13.1 der Backraumluft an einer zweiten Temperaturmessstelle 9
in der Messeinheit im Bypass 2 oder einer Temperaturmessstelle
10 in der Backkammer 4 erfasst und zum Zwecke der Kontrolle und
Information für den Betreiber visuell dargestellt. Für diese Ausführungsform
zur Feuchteregelung des Backprozesses werden die gemessenen Temperatursignale ttr13.1 der Steuer- und Regeleinheit zugeführt und bei der Berechnung
der Feuchtekenngrößen in Anwendung des psychrometrischen Prinzips berücksichtigt.
Die erste Temperaturmessstelle, die erfindungsgemäß die
Feuchtkugeltemperatur tf13.2 der Backraumluft erfasst, ist im Bypass 2 angeordnet und
mit dem Bezugszeichen 1 gekennzeichnet. Diese erste Temperaturmessstelle
1 umfasst in der Ausgestaltung nach 2 ein
Thermoelement 1.1, welches von einer saugfähigen Hülle
1.2 umgeben ist. Die Dauerbefeuchtung dieser Hülle 1.2 wird
mittels einer mit Wasser gefüllten Versorgungsleitung 1.3 realisiert.
Das erste Ende der Versorgungsleitung 1.3 weist eine offene Mündung
1.5 auf, in die die saugfähige Hülle 1.2 zumindestens
teilweise eintaucht. Das zweite Ende der Versorgungsleitung 1.3 ist mit
einem nicht dargestellten Wasserreservoir fest verbunden. Das Thermoelement
1.1 selbst ist oberhalb der Mündung 1.5 des ersten Endes
der Versorgungsleitung 1.3 angeordnet, um von der Backraumluft über
den Bypass 2 frei angeströmt zu werden.
Der während des Backprozesses entstehende und nicht benötigte
Dampf wird durch eine nicht dargestellte klappengesteuerte Abzugsvorrichtung aus
der Backkammer abgeführt. Die Luftklappe weist einen nicht dargestellten Antrieb
auf, der elektro-motorisch, elektro-hydraulisch oder elektro-pneumatisch ausgebildet
sein kann. Dieser Antrieb ist elektrisch mit der Regel- und Steuereinheit des Backofens
3 derart verbunden, dass bei Über- oder Unterschreitung der einstellbaren
Feuchtkugeltemperatursollwerte tf,Soll die Luftklappen mit einer sehr
kurzen Stellzeit geöffnet bzw. geschlossen werden. Die Luftklappen sind derart
ausgebildet, dass sich während eines Öffnungsvorgangs der freie durchströmbare
Kanalquerschnitt progressiv erweitert, um eine exaktere Regelung zu erzielen.
Der sich an der Kanalinnenwandung des Abluftsystems abkühlende
Dampf kann gegebenenfalls kondensieren und damit zu unerwünschten Unzulänglichkeiten
führen. Zweckmäßigerweise ist ein Abluftsystem mit einem Kondensator
ausgebildet, der das Kondensat über einen Kondensatablauf einem Wasserreservoir
zuführt.
Das Wasserreservoir wird im Falle des Unterschreitens eines minimalen
Füllstandes auch von einer Wasser-Notversorgung gespeist, wodurch kontinuierlich
Wasser für die Dauerbefeuchtung des Themoelements 1.1 zur Verfügung
steht.
2 illustriert schematisch den Aufbau der ersten Temperaturmessstelle
1 zur Erfassung der Feuchtkugeltemperatur tf13.2. Die erste Temperaturmessstelle 1 weist als signifikantes
Merkmal ein Thermoelement 1.1 auf, das mit der nicht dargestellten Steuer-
und Regeleinheit des Backofens 3 elektrisch verbunden ist. Die Temperaturmesssignale
tf13.2 werden kontinuierlich erfasst und dieser Steuer- und Regeleinheit
als Eingangsgröße zur weiteren Verarbeitung zugeführt.
Die Befeuchtung dieses als Feuchtethermometer ausgebildeten Themoelements
1.1 wird mittels einer saugfähigen Hülle 1.2 sichergestellt,
die das Thermoelement 1.1 vollständig umschließt. Als bevorzugtes
Material für die saugfähige Hülle 1.2 werden Glasseidengewebe,
Musselinbäusche, Leinengewebe oder Kunstfasern eingesetzt.
Die Hülle 1.2 taucht zumindestens teilweise in die offene
Mündung 1.5 eines vertikal angeordneten Leitungselements
1.4 einer hier horizontal angeordneten Versorgungsleitung 1.3
ein. Diese offene Mündung 1.5 der Versorgungsleitung 1.3
stellt das zweite Ende der Versorgungsleitung 1.3 dar, währenddessen
das erste Ende der Versorgungsleitung 1.3 mit einem nicht dargestellten
Wasserreservoir verbunden ist. Das von der saugfähigen Hülle
1.2 umschlossene Thermoelement 1.1 ist in Bezug auf die Mündung
1.5 des vertikal angeordneten Leitungselements 1.4 der Versorgungsleitung
1.3 derart angeordnet, dass dieses Themoelement 1.1 von der Backraumluft
im Bypass 2 frei angeströmt werden kann. Die Strömungsgeschwindigkeit
der Backraumluft beträgt dabei mindestens 2 m/s, um Messungenauigkeiten zu
vermeiden.
In einer bevorzugten Ausführungsform befindet sich das Thermoelement
1.1 in einem Bereich zwischen 5 bis 20 mm über der Mündung
1.5 des Leitungselements 1.4. Erfindungsgemäß kann die
saugfähige Hülle 1.2 auch von einem nicht dargestellten Metallröhrchen
umhüllt sein, wobei dieses Metallröhrchen seinerseits in die Mündung
1.5 des Leitungselements 1.4 eingeführt ist. Mittels dieses
nicht dargestellten Metallröhrchens können thermische Störungen weitestgehend
vermieden werden. Unabhängig von der Baulänge des vertikal angeordneten
Leitungselements 1.4 ist sichergestellt, dass eine kontinuierliche Befeuchtung
der saugfähigen Hülle 1.2 durch das im Wasserreservoir bevorratete
Wasser erfolgt. Dadurch, dass das Wasser aus dem Wasserreservoir angesaugt wird,
konnte auf einen elektrischen, hydraulischen oder pneumatischen Antrieb verzichtet
werden. Die Dauerbefeuchtung der saugfähigen Hülle 1.2 und damit
des Thermoelements 1.1 erfolgt demnach ohne Hilfsenergie nach rein physikalischen
Gesetzmäßigkeiten. Die Triebkraft für die Wasserfortleitung ist der
Konzentrationsunterschied innerhalb der saugfähigen Hülle 1.2.
Im hier dargestellten Beispiel wird das vertikal angeordnete Leitungselement
1.4 und die horizontal ausgerichtete Versorgungsleitung 1.3 von
einem Überlaufrohr 1.6 umhüllt, um überschüssiges angesaugtes
Wasser gefahrlos abzuführen und für die weitere Nutzung zur Verfügung
zu stellen. Dieses Überlaufrohr 1.6 kann auch dann vorgesehen sein,
wenn die Höhe des Wasserspiegels im Leitungselement 1.4 vorteilhaft
über eine elektronische Höhenmessung erfolgt. Als Messsensoren können
alle üblichen Messsensoren eingesetzt werden.
In der 3 sind die Feuchtkugeltemperatur
tf13.2 und die Taupunkttemperatur ttau13.5 in Abhängigkeit von der Zeit in einem Diagramm grafisch dargestellt.
Es ist ersichtlich, dass sich im oberen Temperaturbereich, der für die Backluftfeuchtemessung
ausschlaggebend ist, die Feuchttemperatur und die Taupunktttemperatur nahezu identisch
sind. Diese Erkenntnis kann in vorteilhafter Weise derart genutzt werden, dass es
gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ausreichend ist,
die Feuchtkugeltemperatur tf13.2 zu messen und diese der Steuer- und Regeleinheit als Eingangsgröße
zur weiteren Verarbeitung zuzuführen.
Die Feuchtkugeltemperatur tf13.2 wurde mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung, respektive
mit der Temperaturmessstelle 1, erfasst und aufgezeichnet. Die feuchte
Backraumluft, die sich infolge einer Verdunstung abkühlt, wird am Feuchtethermometer
1.1 gemessen und entspricht hierbei der Feuchtkugeltemperatur tf13.2.
Die Taupunkttemperatur ttau13.5 hingegen wurde mittels Software ermittelt, wobei als Eingangsgrößen
die gemessene Feuchtkugeltemperatur tf13.2 und die gemessene Trockenkugeltemperatur ttr13.1 in die Berechnung einflossen. Die Berechnung erfolgt nach dem psychrometrischen
Prinzip:
pd = pf – k(ttr – tf)
p in mbar(1)
und
Hierbei bedeuten:
ttr
= Temperatur des trockenen Thermometers/Trockenkugeltemperatur in °C,
tf
= Temperatur des feuchten Thermometers/Feuchtkugeltemperatur in °C,
pd
= Teildruck/Partialdruck des Wasserdampfes in mbar,
p
= Gesamtdruck in mbar,
pf
= Dampfdruck bei der Feuchtkugeltemperatur tf in mbar,
k
= Konstante = 0,61 × 10–3 für Wasser/Luft und
ps
= Sättigungsdruck in mbar bei der Temperatur
Der Feuchttemperaturbereich beträgt bei der Dampfgabe zwischen
80 und 100 °C (Daten für Feuchttemperatur und Taupunkttemperatur sind
nahezu identisch), bei der Entfeuchtung, je nach Öffnungszeit der Klappen,
zwischen 30 und 70 °C.
Je nach zu backendem Produkt werden spezifische Backparameter (Temperatur,
Zeit sowie Klappenöffnungszeiten) eingestellt.
Die 4 illustriert die Temperatur- und
Zeitdaten für das Backen von Roggenmischbrot. Es sind die Trockenkugeltemperatur
ttr13.1 in der Ofenmitte, die Feuchtkugeltemperatur tf13.2, die Temperatur der Krume tKU13.3 und die Temperatur der Kruste tKS13.4 in Abhängigkeit von der Backzeit dargestellt. Die Zeitachse ist
repräsentativ für einen vollständigen Backprozess. Zu Beginn des
Backens von Teiglingen, insbesondere von Brot und Brötchen, erfolgt eine Dampfgabe,
wobei die Feuchtkugeltemperatur tf13.2 in kürzester Zeit stark ansteigt. Der Dampf kondensiert an der
Oberfläche der Teiglinge, wodurch die Temperatur schlagartig ansteigt und sich
eine geschlossene Backhaut bildet.
Gemäß 4 steigt die Feuchtkugeltemperatur
tf13.2 in den ersten 120 sec von ca. 50 °C auf ca. 85 °C. Da dieser
Backluftfeuchteanstieg erwartet wird, können geringere gemessene Feuchtkugeltemperaturen
tf13.2 ein Indiz für eine unvollständige oder gestörte Dampfgabe
sein. Dies kann beispielsweise durch Undichtheiten im Umluftofen 3 oder
durch eine unterbrochene Wasserzufuhr hervorgerufen werden. Infolge eines eventuell
auftretenden Fehlers wird die Dampfmenge dann bis zu einem vorgegebenen Feuchtkugeltemperatursollwert
tf,Soll erhöht.
Für den Anwendungsfall des Backens von Roggenmischbrot (4)
muss beispielsweise die Feuchteregelung der Backraumluft bereits nach ca. 60 sec
erfolgen, indem die Backluftfeuchte im Herd durch Öffnen einer gesteuerten
Klappe 11 auf eine Feuchtkugeltemperatur von ca. 70 °C reduziert wird.
Eine bevorzugte Feuchtkugeltemperatur tf13.2 beträgt 65 °C. Nach Erreichen dieser Feuchtkugeltemperatur
tf13.2 werden die Klappen 11 wieder verschlossen und die Feuchtkugeltemperatur
tf13.2 steigt durch Verdampfen von Wasser aus der Oberfläche der Teiglinge
an, wobei sich in Abhängigkeit der Dichtigkeit des Ofens 3 eine Feuchtkugeltemperatur
tf13.2 zwischen 95 und 100 °C einstellt. Ca. 3 bis 5 Minuten vor dem
Backprozessende werden wiederum die Klappen 11 geöffnet, was zu einer
erneuten Reduzierung der Backluftfeuchte führt. Im Ergebnis dieser Reduzierung
der Backluftfeuchte wird die Krustenbräunung beschleunigt und die Backzeit
erfindungsgemäß verkürzt. Es lässt sich erschließen, dass
der Backprozess neben den Backparametern Temperatur und Zeit nunmehr auch in Abhängigkeit
der Feuchte geregelt wird. Es wird an dieser Stelle ausdrücklich erwähnt,
dass die genannten Backphasen und die Temperaturbereiche in Abhängigkeit des
Backgutes differieren können, so dass eine im Diagramm dargestellte Quantifizierung
nur beispielhaften Charakter hat. Bei Roggengebäcken bildet sich im Gegensatz
zu Weizengebäcken sehr rasch eine erstarrte Kruste aus. Bei Weizengebäcken
muss die Kruste hingegen im ersten Teil des Backprozesses dehnbar bleiben. Dies
hat dahingehend Einfluss auf die Einstellung der Backprozessparameter, dass der
Zeitabschnitt Dampfgabe und gegebenenfalls auch die darauf folgenden Zeitabschnitte
für Weizen- und Roggengebäcke qualitativ und quantitativ unterschiedlich
sind.
1
Temperaturmessstelle für Feuchttemperatur
1.1
Thermoelement/Pt-Element
1.2
saugfähige Hülle
1.3
Versorgungsleitung
1.4
Leitungselement
1.5
offene Mündung
1.6
Überlaufrohr
2
Bypass
3
Backofen
4
Backkammer
5
Ventilator
6
Beschwadungseinrichtung Backkammer
7
Befeuchtungseinrichtung Messstelle
8
Wasserreservoire für Befeuchtungseinrichtung
9
Temperaturmessstelle für Trockentemperatur in der Messeinheit
10
Temperaturmessstelle für Trockentemperatur in der Backkammer
13
Temperaturen
13.1
Temperatur ttr des trockenen Thermometers/Trockenkugeltemperatur
13.2
Temperatur tf des feuchten Thermometers/Feuchtkugeltemperatur
13.3
Temperatur tKU der Krume
13.4
Temperatur tKS der Kruste
13.5
Taupunkttemperatur ttau
Anspruch[de]
Vorrichtung zur Steuerung von Backparametern, insbesondere zur Backluftfeuchteerfassung
und -regelung, umfassend eine Regel- und Steuereinheit sowie eine in einem Bypass
(2) außerhalb der Backkammer (4) angeordnete, von der Backraumluft
anströmbare Messstelle zum indirekten Erfassen der Feuchtekenngrößen
der Backraumluft, wobei die Temperaturmessstelle (1) mittels einer Befeuchtungseinrichtung
(7) die Feuchtkugeltemperatur tf erfassend ausgebildet ist und
die Regel- und Steuereinheit des Backofens (3) dazu ausgelegt ist, die
von der Temperaturmessstelle (1) erfasste Feuchtkugeltemperatur tf
mit einer Feuchtkugeltemperatursollgröße tf,Soll vergleichen
zu können und in Abhängigkeit der Regelabweichung ein Ausgangssignal zu
erzeugen.Vorrichtung zur Steuerung von Backparametern, insbesondere zur Backluftfeuchteerfassung
und -regelung, umfassend eine Regel- und Steuereinheit sowie mehrere Messstellen
zum indirekten Erfassen der Feuchtekenngrößen der Backraumluft, wobei
eine Temperaturmessstelle (1) in einem Bypass (2) außerhalb
der Backkammer (4) angeordnet ist und eine weitere Temperaturmessstelle
(10, 9) in der Backkammer (4) oder im Bypass (2)
vorgesehen ist, wobei die Temperaturmessstelle (1) mittels einer Befeuchtungseinrichtung
(7) die Feuchtkugeltemperatur tf und die weitere Temperaturmessstelle
(9 oder 10) die Trockenkugeltemperatur ttr erfassend
ausgebildet ist und die Steuer- und Regeleinheit des Backofens (3) dazu
ausgelegt ist, die von den beiden Temperaturmessstellen (1, 9
oder 10) erfasste Feuchtkugeltemperatur tf und Trockenkugeltemperatur
ttr in eine Feuchtekenngröße der Backraumluft umzuwerten.Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die
Temperaturmessstelle (1) als kontinuierlich befeuchtetes Thermoelement
(1.1) oder Pt-Element (1.1) ausgebildet ist, wobei das Thermoelement
(1.1) von einer saugfähigen Hülle (1.2) umgeben ist,
und die Dauerbefeuchtung der Hülle (1.2) des Thermoelements (1.1)
mittels einer von einem Wasserreservoir (8) gespeisten Versorgungsleitung
(1.3) realisiert wird.Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
dass die Dauerbefeuchtung der Hülle (1.2) des Thermoelements (1.1)
selbsttätig und ohne Hilfsenergie sichergestellt ist.Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die saugfähige
Hülle (1.2) aus einem Glasseidengewebe, einem Musselinbausch, einem
Leinengewebe oder Kunstfasern besteht.Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
dass ein erstes Ende der Versorgungsleitungsleitung (1.3) mit einem Wasserreservoir
verbunden ist und dass ein im Bereich der Temperaturmessstelle (1) angeordnetes
zweites Ende der Versorgungsleitung (1.3) mit einer offenen Mündung
(1.5) ausgebildet ist, in welche die saugfähige Hülle (1.2)
zumindestens teilweise eintaucht, wobei das Thermoelement (1.1) oder das
Pt-Element (1.1) von der Backraumluft oberhalb der offenen Mündung
(1.5) umströmbar angeordnet ist.Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
dass die Versorgungsleitung (1.3) im Bereich der Temperaturmessstelle (1)
ein vertikal angeordnetes Leitungselement (1.4) aufweist und das zweite
Ende der Versorgungsleitung (1.3) zumindestens im Mündungsbereich
von einem Überlaufrohr (1.6) umhüllt ist.Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
dass im Bypass (2) ein Ventilator (5) vorgesehen ist, der die
Backluft durch den Bypass (2) bewegt.Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet,
dass technische Mittel zur tropfenweise getakteten Befeuchtung der Temperaturmessstelle
(1) vorgesehen sind.