Diese Erfindung stellt eine neue Klasse von Mitteln zur Herabsetzung
der Viskosität in Form von festen Lösungsmitteln zur Verwendung beim Herstellen
von Gemischen mit Blockcopolymeren, wie beispielsweise Polyether-Polyurethan-Blockcopolymere,
Polyester-Polyurethan-Blockcopolymere oder andere nachstehend beschriebene Blockcopolymere,
bereit. Die Gemische sind als Klebstoffe verwendbar.
HINTERGRUND DER ERFINDUNG
Es hat sich erwiesen, daß Polymere aller Typen sehr nützliche
Materialien in der modernen Gesellschaft sind, und es sind viele verschiedene Verfahren
entwickelt worden, um sie zu verwendbaren Formen zu gestalten. Eines der einfachsten
Verfahren ist die thermische Verarbeitung, wo ein Polymer auf eine Temperatur erwärmt
wird, bei welcher es fließt, es dann durch eine Verarbeitungsmaschinerie zu
seiner endgültigen Form gestaltet wird und man es dann abkühlen und sich
verfestigen läßt. Dieses Verfahren wird weitverbreitet verwendet, weil
es das Polymermaterial effizient verwendet und im allgemeinen keine großen
Abfallströme erzeugt, welche ordnungsgemäß entsorgt werden müssen.
Jedoch sind einige Materialien schwierig thermisch zu verarbeiten. Das Polymer kann
sich in unerwünschter Weise bei der Verarbeitungstemperatur zersetzen und doch
ist Herabsetzen der Verarbeitungstemperatur nicht immer praktisch, weil die Polymerviskosität
für richtige Verarbeitung zu hoch wird.
Ein anderes Verfahren der Verarbeitung von Polymeren ist es, Lösungen
herzustellen, indem ein geeignetes flüssiges Lösungsmittel mit dem Polymer
gemischt wird. Die Lösungsviskosität ist oft niedrig genug, daß die
Verarbeitung bei Raumtemperatur ausgeführt werden kann, obwohl eine Verarbeitung
erwärmter Lösungen nicht ungewöhnlich ist. In jedem Fall können
niedrigere Viskositäten bei niedrigeren Verarbeitungstemperaturen als denen
für das reine Polymer erhalten werden, was Probleme aufgrund von Zersetzung
bei hohen Verarbeitungstemperaturen beseitigt. Lösungsmittelverarbeitung hat
jedoch viele Nachteile. Die Lösungen werden oft aus Lösungsmitteln hergestellt,
welche hochentflammbar sind und/oder durch Inhalation und Hautkontakt Gesundheitsrisiken
darstellen. Die Lösungsmittel müssen entfernt und ordnungsgemäß
entsorgt werden, was oft ein verwickeltes und teures Verfahren ist, insbesondere,
da Regierungsvorschriften in bezug auf durch Luft übertragene Emissionen zunehmend
streng geworden sind. Lösungsverarbeitung ist gewöhnlich auf das Formen
des Polymers zu dünnen Folien begrenzt.
Es ist wichtig, in einigen Fällen die Schmelzviskosität
eines Polymers zu verringern, zum Beispiel, wo ein Polymer eine derartig hohe Viskosität
hat, daß es schwierig zu extrudieren oder zu formen ist. Jedoch kann manchmal
wegen der Zersetzungsprobleme die Viskosität nicht verringert werden, indem
die Temperatur erhöht wird, und die Nachteile traditioneller flüssiger
Lösungsmittel machen ihre Verwendung unakzeptabel.
Ein neueres Verfahren der Verarbeitung von Polymeren geschieht mit
der Hilfe fester Lösungsmittel. Feste Lösungsmittel sind Zusatzstoffe,
welche oberhalb einer bestimmten Temperatur als Lösungsmittel für ein
festes Polymer wirken. Eine Polymer/Zusatzstoff-Lösung bildet sich, in welcher
die Schmelzviskosität der Lösung niedriger ist als die des Polymers selbst.
So werden feste Lösungsmittel verwendet, wo gewünscht wird, die Schmelzviskosität
und/oder die Verarbeitungstemperatur des Polymers zu verringern. Andererseits fällt
unterhalb dieser Temperatur das feste Lösungsmittel aus dem Polymer aus und
wird zu einem Füllstoff. Dies beseitigt die Notwendigkeit für die Entfernung
des Lösungsmittels, die mit traditionellen flüssigen Lösungsmitteln
verbunden ist. Feste Lösungsmittel sind im allgemeinen kristalline Verbindungen
mit niedrigem Molekulargewicht. Im Betrieb schmilzt ein richtig funktionierender
Zusatzstoff in Form eines festen Lösungsmittels bei oder unterhalb der Verarbeitungstemperatur
und ist löslich, derart, daß er die Viskosität des Polymer/Zusatzstoff-Gemisches
zu einem niedrigeren Niveau als dem des Grundpolymers verringert. Bei Verwendungstemperatur
des fertigen Gegenstands funktioniert das feste Lösungsmittel als Füllstoff,
nicht als Weichmacher. Zum Beispiel vermeidet, wenn erhöhte Weichheit oder
Klebrigkeit in dem fertigen Gegenstand nicht gewünscht werden, die Verwendung
eines festen Lösungsmittels eine Verschlimmerung dieser unerwünschten
Eigenschaften im Vergleich zu dem Grundpolymer. Feste Lösungsmittel sind anders
als traditionelle flüssige Lösungsmittel oder Schmiermittel. Ein traditionelles
flüssiges Lösungsmittel beeinflußt die mechanischen Eigenschaften
eines Polymers nachteilig, wenn es nicht entfernt wird. Ein Schmiermittel ist in
dem Grundpolymer nicht löslich und verringert bei niedrigen Zusatzstoffniveaus
die Viskosität nicht.
Einige Klassen fester Lösungsmittel sind bekannt, die für
Polymere in Form von Homopolymeren und statistischen Copolymeren geeignet sind.
Zum Beispiel lehrt Chung, USP 5157068, daß kristalline Carbonsäuren
mit niedrigem Molekulargewicht und ihre Derivate als feste Lösungsmittel wirken,
wobei sie die Verarbeitbarkeit von Vinylchloridpolymeren verbessern; und in USP
4843117 lehrt Chung, daß Dimethylsulfon das gleiche für Vinylidenchloridpolymere
tut. Buckley, USP 4434262, lehrt ein verbessertes schmelzverarbeitbares Gemisch
eines Polyolefins oder Polyesters, in welchem ein festes Lösungsmittel vorhanden
ist, das N,N'-Bis(p-methoxybenzyliden)-alpha,alpha'-bi-p-toluidin; p-Methoxyzimtsäure;
N,N'-Bis(4-octyloxybenzyliden)-p-phenylendiamin und Lithiumstearat ist. Jedoch ist
keines der gelehrten festen Lösungsmittel aus einem oder mehreren der folgenden
Gründe für Blockcopolymere geeignet: Unwirksame Herabsetzung der Viskosität,
übermäßige Verschlechterung physikalischer Eigenschaften, Reaktivität
mit dem Polymer und übermäßige Flüchtigkeit bei Verarbeitungstemperaturen.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
Eine neue Klasse fester Lösungsmittel ist jetzt gefunden worden,
welche in richtiger Weise als feste Lösungsmittel funktionieren, wenn sie in
Blockcopolymere eingemischt werden. Diese neue Klasse fester Lösungsmittel
hilft, einige der Nachteile zu überwinden, die traditionellerweise mit der
thermischen Verarbeitung von Blockcopolymeren verbunden sind, und hat doch wenig
schädlichen Einfluß auf physikalische Eigenschaften bei Gebrauchstemperaturen.
Ein besonders nützlicher Aspekt ist, wenn das Gemisch als Klebstoff verwendet
wird und das Substrat, auf welches der Klebstoff aufzubringen ist, Poren, Höhlungen
oder andere Oberflächenunregelmäßigkeiten hat. Dies ist, weil mit
einer niedrigeren Schmelzviskosität während des Aufbringungsvorgangs der
Klebstoff leichter in die beschränkten Zwischenräume des Substratmaterials
fließen kann. Zu Beispielen von Verfahren, welche Vorteil von den Klebstoffen,
hergestellt aus den Gemischen dieser Erfindung, haben, gehören Lamination von
Stoffen und Abdichten von Stoffnähten.
Es ist eine Absicht dieser Erfindung, eine neue Klasse fester Lösungsmittel
für schmelzverarbeitbare Blockcopolymere, wie beispielsweise Polyurethane,
z.B. Polyether-Polyurethan-Blockcopolymere oder Polyester-Polyurethan-Blockcopolymere,
Polyester-Polyether-Blockcopolymere, Polyamid-Polyether-Blockcopolymere und Polyamid-Polyester-Blockcopolymere,
bereitzustellen.
Es ist eine andere Absicht, eine neue Klasse fester Lösungsmittel
für Klebstoffe, enthaltend die zuvor erwähnten Blockcopolymere, bereitzustellen.
Es ist noch eine andere Absicht, Nahtbänder, enthaltend feste
Lösungsmittel, zum Abdichten von Stoffnähten bereitzustellen.
Es ist noch eine andere Absicht, schützende Stoffe mit Nähten,
abgedichtet mit Band, enthaltend die neue Klasse fester Lösungsmittel in bestimmten
Polymeren, bereitzustellen. Schützender Stoff bedeutet einen Stoff, der gegen
den nachteiligen Einfluß von Flüssigkeiten, Gasen, Viren oder dergleichen
schützt.
In einem Aspekt haben die Verbindungen, von denen gefunden worden
ist, daß sie als feste Lösungsmittel für Blockcopolymere wirksam
sind, ein Molekulargewicht von weniger als 600, enthalten zwei funktionelle Gruppen,
ausgewählt aus entweder Amid- oder Carbamatgruppen, und haben mindestens zwei
aromatische Ringe in der Struktur. Zu derartigen festen Lösungsmitteln für
Blockcopolymere (solid solvents for block-copolymers), nachstehend bezeichnet als
feste Lösungsmittel für Blockcopolymere (block-copolymer solid solvents),
gehören Adipamide, Bisacetamide, Biscarbamate und Dibenzamide.
In einem anderen Aspekt können die festen Lösungsmittel
für Blockcopolymere durch die Formel:
R''-X-R'-X-R'''
dargestellt werden, wobei:
wo R'' und R''' gleich oder verschieden sein können und aus Alkyl mit 1–6
Kohlenstoffatomen oder Phenyl ausgewählt sind; jedes X gleich ist und aus zweiwertigem
Amid oder zweiwertigem Carbamat ausgewählt ist; R' Alkylen mit 1–6 Kohlenstoffatomen,
Methylendiphenylen oder Oxydiphenylen ist. Und wenn R'' oder R''' Alkyl sind, ist
R' Oxydiphenylen oder Methylendiphenylen.
Es ist selbstverständlich, daß die aromatischen Gruppen
gewöhnliche Substituenten wie beispielsweise Alkyl, Halogen oder dergleichen
enthalten können, so lange wie die gewünschten Eigenschaften des Blockcopolymers
nicht bedeutsam verringert werden.
Blockcopolymere zeigen eine ungewöhnliche Kombination von Zähigkeit
und Flexibilität, welche einer deutlichen 2-Phasen-Morphologie bei den Gebrauchstemperaturen
zugeschrieben worden ist. Die Moleküle des Blockcopolymers bestehen aus 2 Typen
von Strukturen; einem steifen Abschnitt, bekannt als das harte Segment, und einem
flexiblen Abschnitt, bekannt als das weiche Segment. Das harte Segment hat oft einen hohen
Gehalt an aromatischen Ringen und hat entweder einen kristallinen Schmelzpunkt oder
eine Glasübergangstemperatur, welche höher ist als die Gebrauchstemperatur.
Das weiche Segment ist gewöhnlich in der Natur aliphatischer und hat gewöhnlich
eine amorphe Struktur mit einer Glasübergangstemperatur, die niedriger ist
als die Gebrauchstemperatur. Ob das Blockcopolymer aromatische oder aliphatische
Segmente enthält oder nicht, das harte Segment ist typischerweise in einem
kristallinen oder glasartigen Zustand, während das weiche Segment bei der Gebrauchstemperatur
typischerweise in einem kautschukartigen Zustand ist. Weil diese 2 Typen von Strukturen
bei der Gebrauchstemperatur miteinander unlöslich sind, sind sie phasengetrennt,
wobei sie verschiedene Domänen bilden. Wenn Blockcopolymere schmelzverarbeitet
werden, wird die Ordnung der phasengetrennten Domänen verringert und sie können
in einem bestimmten Grad gemischt werden. Jedoch ist vollständige Randomisierung
der Moleküle vom Flüssigkeitstyp wegen der starken thermodynamischen Unlöslichkeit
der 2 Typen von intramolekularen Strukturen schwierig zu erreichen und sogar in
der Schmelze zeigen Blockcopolymere oftmals weiterhin eine gewisse inter- und intramolekulare
Ausrichtung. Speziell kann dieses Verhalten der vergleichsweise niedrigen Entropie
der Solubilisation, verursacht durch die langen Längen der harten und weichen
Segmente, zugeschrieben werden. Als Ergebnis haben Blockcopolymere gewöhnlich
vergleichsweise hohe Schmelzverarbeitungsviskositäten, verglichen mit Homopolymeren
und randomisierten Copolymeren mit vergleichbarem Molekulargewicht.
Es sind jetzt feste Lösungsmittel gefunden worden, die außergewöhnlich
gut in Blockcopolymeren funktionieren, wenn das feste Lösungsmittel eine spezielle
Kombination von molekularen Merkmalen; 2 oder mehrere aromatische Ringe, 2 Amid-
oder Carbamatgruppen, einen bestimmten Grad von Symmetrie und kurze Moleküllänge
hat. Derartige Moleküle zeigen scharfe Änderung von Löslichkeitseigenschaften
bei Änderungen in der Temperatur. Von einem thermodynamischen Gesichtspunkt
können sowohl Enthalpie- als auch Entropiekomponenten betrachtet werden, um
zu sehen, wie die Molekülmerkmale dieser festen Lösungsmittel für
Blockcopolymere die Löslichkeit in dem Blockcopolymer beeinflussen. Die Kombination
von starken wasserstoffbindenden Funktionalitäten, aromatischen Ringen und
allgemeiner Symmetrie der Moleküle führt zu einer sehr starken Tendenz,
kristalline Strukturen zu bilden. Tatsächlich ist es manchmal notwendig, die
Symmetrie der Moleküle etwas zu verringern, so daß der kristalline Schmelzpunkt
nicht zu hoch ist. In jedem Fall ist, wenn ein geschmolzenes Gemisch dieser Erfindung
auf Gebrauchstemperatur abgekühlt wird, die Enthalpie der Kristallisationskomponente
für das feste Lösungsmittel für Blockcopolymere so stark, daß
sie Abnahmen in der Entropie des Gemisches überwindet, und das feste Lösungsmittel
für Blockcopolymere wird unlöslich und fällt aus dem Blockcopolymer
aus. Nun wird der Fall untersucht, wenn das Gemisch über den Schmelzpunkt des
festen Lösungsmittels für Blockcopolymere und den Schmelzpunkt/Glasübergang
des harten Segments des Blockcopolymers erwärmt wird. Es könnte bemerkt
werden, daß die festen Lösungsmittel für Blockcopolymere dieser Erfindung
oft strukturell den harten Segmenten vieler Blockcopolymere ähneln. Da die
harten Segmente und weichen Segmente von Blockcopolymeren die Schwierigkeit haben,
miteinander zu solubilisieren, sogar bei hohen Temperaturen, könnte man überlegen,
ob diese festen Lösungsmittel tatsächlich mit beiden Typen von intramolekularen
Strukturen solubilisieren, anstatt einfach Solubilisation mit dem harten Segment
zu begünstigen. Es gibt jedoch eine Schlüsseldifferenz zwischen diesen
festen Lösungsmitteln für Blockcopolymere und dem harten Segment und das
ist die Moleküllänge. Als Ergebnis haben, unähnlich dem harten Segment
oder dem weichen Segment für dieses Material, diese festen Lösungsmittel
für Blockcopolymere eine sehr hohe Entropiekomponente in bezug auf die Solubilisation.
Da Entropie eine zunehmende Rolle bei der Solubilisation spielt, wenn die Temperatur
höher wird, sind diese festen Lösungsmittel für Blockcopolymere imstande,
bei den Verarbeitungstemperaturen mit beiden Typen von Blockcopolymersegmenten zu
solubilisieren. Daher helfen diese festen Lösungsmittel für Blockcopolymere,
die Schmelzviskosität stark zu verringern, weil sie bei erhöhten Temperaturen
restliche inter- und intramolekulare Ausrichtung in der Blockcopolymerschmelze vermindern,
indem sie als Solubilisierungsmittel für beide Abschnitte des Blockcopolymermoleküls
dienen.
Außerdem führen die Strukturen der festen Lösungsmittel
für Blockcopolymere dieser Erfindung neben der Herabsetzung der Viskosität
zu anderen höchst wünschenswerten Merkmalen. Sie haben niedrige Flüchtigkeit,
was sie umweltfreundlich für Verarbeitungstemperaturen von 200°C und höher
macht, und der fertige Gegenstand leidet nicht an langzeitigem Schrumpfen, verursacht
durch Sublimation oder Verdampfung. Auch werden diese festen Lösungsmittel
für Blockcopolymere durch flüssige Lösungsmittel, welche ebenfalls
das Grundblockcopolymer nicht lösen, nicht bedeutsam extrahiert.
Für Blockcopolymere sind bevorzugte feste Lösungsmittel
für Blockcopolymere:
Das Grundblockcopolymer ist vorzugsweise ein Polyester-Polyether-Blockcopolymer
oder ein Polyurethan-Blockcopolymer, insbesondere ein Polyether-Polyurethan oder
Polyester-Polyurethan. Ein bevorzugtes Polyurethan besteht aus Einheiten von Methylendiphenyldiisocyanat/Polyoxytetramethylenglycol/1,4-Butandiol.
Welches feste Lösungsmittel für Blockcopolymere auch immer
verwendet wird, es muß ausgewählt werden, unterhalb der Verarbeitungstemperatur
des angewendeten Blockcopolymer/Zusatzstoff-Gemisches zu beginnen, in das Grundblockcopolymer
zu schmelzen, und ausgewählt werden, um bei Temperaturen oberhalb der Gebrauchstemperatur
des Blockcopolymer/Zusatzstoff-Gemisches aus der Schmelze auszufallen.
In einem Aspekt ist die Erfindung ein Gemisch eines vorstehend beschriebenen
festen Lösungsmittels für Blockcopolymere und des Grundblockcopolymers,
in welchem das feste Lösungsmittel in einem Anteil zwischen 0,2% und 20 Gew.-%,
vorzugsweise zwischen 0,2% und 5 Gew.-% und am meisten bevorzugt zwischen 0,5% und
2 Gew.-%, des Gemisches vorhanden ist.
In anderen Aspekten ist das Gemisch in der Form eines Blattes oder
eines Bandes oder einer Beschichtung auf einem Substrat wie beispielsweise einem
Textil. In einer besonders bevorzugten Ausführungsform erzeugt das Gemisch
ein Nahtband zum Abdichten von Stoffnähten.
Das Gemisch kann in einer Anzahl von Formen in Kleidungsstücken
verwendet werden. Kleidung bedeutet eine beliebige Bekleidung einschließlich
Hemden, Hosen, Pullovern, Mänteln, Hüten, Socken, Schuhen, Handschuhen
und dergleichen.
BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
1 ist ein Querschnitt einer typischen Naht, abgedichtet
mit Nahtband.
DEFINITIONEN
„Gemisch" bedeutet eine Zusammensetzung, in der zwei oder mehrere
Bestandteile gemischt worden sind.
„Verarbeitungstemperatur" bedeutet eine Temperatur, auf welche
ein Polymer oder Polymer/Zusatzstoff-Gemisch erwärmt wird, um es für einen
speziellen Zweck schmelzzuformen.
„Gebrauchstemperatur" bedeutet eine Temperatur, der der fertige
Gegenstand, einschließend das Polymer/Zusatzstoff-Gemisch, während des
normalen Gebrauchs des fertigen Gegenstands ausgesetzt wird.
AUSFÜHRLICHE BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
Ein wirksames festes Lösungsmittel für Blockcopolymere sollte
verschiedene Anforderungen erfüllen. Erstens wird thermische Verarbeitung von
Blockcopolymeren, wie sie kommerziell praktisch ausgeführt wird, oft bei Schmelztemperaturen
gemacht, die, abhängig von dem angewendeten Blockcopolymer, von 150°C
bis 300°C reichen. Daher sollte das feste Lösungsmittel für Blockcopolymere
eine Herabsetzung der Viskosität in dem Bereich von Verarbeitungstemperaturen
ergeben, die typischerweise in einer Herstellungsumgebung angetroffen werden. Weil
der Arbeitsvorgang der thermischen Verarbeitung gewöhnlich in einer offenen
Fabrikhalle gemacht wird, sollte das feste Lösungsmittel für Blockcopolymere
unter typischen Verarbeitungsbedingungen vorzugsweise ebenfalls geringe Flüchtigkeit
und geringe Gefährdung haben.
Zweitens kann das System des festen Lösungsmittels für Blockcopolymere
in Blattform sehr viel gebogen werden, wenn es verwendet wird. Polymere, welche
eine Kombination von niedrigem Elastizitätsmodul (Steifheit) und hoher Zugfestigkeit
haben, sind gegenüber dem Biegen besonders haltbar, und es ist besonders beachtenswert,
daß Blockcopolymere diese Eigenschaften haben. Als Ergebnis werden Blockcopolymere
oft zur Verwendung in Anwendungen ausgewählt, in welchen der fertige Gegenstand
sehr viel Biegen überstehen muß. Dies bedeutet, daß das feste Lösungsmittel
für Blockcopolymere die gewünschten Eigenschaften des Grundblockcopolymers
nicht verschlechtern sollte. Das heißt, es sollte keine wesentliche Zunahme
im Elastizitätsmodul und wesentliche Abnahme in der Zugfestigkeit zeigen, wenn
es in das Blockcopolymer eingebracht wird.
Die Zusatzstoffe in Form von festen Lösungsmitteln für Blockcopolymere,
die in dieser Erfindung offenbart werden, sind zum Einbringen in schmelzverarbeitbare
Blockcopolymere, wie beispielsweise Polyether-Polyurethan-Blockcopolymere, Polyester-Polyurethan-Blockcopolymere,
Polyester-Polyether-Blockcopolymere, Polyamid-Polyether-Blockcopolymere und Polyamid-Polyester-Blockcopolymere,
einzigartig geeignet.
Ein Beispiel der Nützlichkeit der Blockcopolymer/Zusatzstoff-Gemische
dieser Erfindung kann in dem Industriezweig wasserfester Kleidung gefunden werden.
Wasserfeste Kleidungsstücke werden aus einer Anzahl spezieller Stoffe hergestellt,
die eine schützende Schicht einer wasserdichten Sperrschicht einschließen
und andere Schichten wie beispielsweise Unterlagen- oder Oberseitenstoff einschließen
können. Wenn Stoffe, die verwendet werden, um wasserdichte Kleidungsstücke
herzustellen, zusammengenäht werden, sind die entstehenden Nähte nicht
wasserdicht. Die Spanne zwischen den Stichpunkten und auch die Nadellöcher
sind dem Einsickern von Wasser unterworfen. Deswegen wenden viele Anwendungen von
wasserdichtem Stoff Nahtabdichtungen an, um den wasserdichten Schutz des Stoffes
über die Naht des fertigen Gegenstands fortzusetzen.
Wie in 1 gezeigt ist, werden Gegenstände
aus diesen Stoffen zusammengefügt, indem Streifen des wasserdichten Stoffes
22, 24 zu einer Form wie beispielsweise einem Kleidungsstück
genäht werden. Die Verbindungen zwischen den Stoffstreifen und andere Unterbrechungen
der Schicht der wasserdichten Sperrschicht müssen abgedichtet werden, so daß
die abgedichtete Naht wasserdichten Schutz, vergleichbar mit dem des wasserdichten
Stoffs, bereitstellt. Dies wird im allgemeinen durch Aufbringen eines Bandes über
der Naht, wie in 1 gezeigt, bewerkstelligt. Typischerweise
wird ein Band eine Schicht von Klebstoff 16 und einen Träger
20 haben. Der Klebstoff ist ein schmelzverarbeitbares Polymer und wird
durch heiße Luft erweicht. Die geschmolzene Schicht des Klebstoffes wird auf
die Naht 12 aufgebracht.
Die Fähigkeit, eine gute Abdichtung zu erhalten, ist eine Funktion
der Schmelzviskosität des Klebstoffs, weil, je geringer die Viskosität,
desto größer die Leichtigkeit, mit welcher der Klebstoff in die offenen
Wege, durch welche Wasser sickern kann, hineinfließen und sie blockieren wird.
Daher ist es wünschenswert, eine niedrigere Schmelzviskosität zu haben,
um eine akzeptabel abgedichtete Naht zu erreichen. Andererseits ist Festigkeit der
Abdichtung eine Funktion des Molekulargewichts des Polymerklebstoffs, da höheres
Molekulargewicht im allgemeinen mit höherer Festigkeit korreliert. Jedoch ist
Viskosität auch eine Funktion des Molekulargewichts und die Viskosität
nimmt im allgemeinen ab, wenn das Molekulargewicht abnimmt. Daher ist es oft schwierig,
ein Polymer mit einem geeigneten Molekulargewicht auszuwählen, das niedrig
genug ist, um niedrige Viskosität zu haben und eine anfänglich abgedichtete
Naht zu erhalten, aber hoch genug ist, um hohe Zugfestigkeit zu haben und eine akzeptabel
haltbare abgedichtete Naht zu ergeben. Die Zusatzstoffe in Form von festen Lösungsmitteln
für Blockcopolymere dieser Erfindung erlauben, daß die Steuerung dieser
unabhängigen Eigenschaften getrennt wird.
Mathematisch kann das Konzept der Viskosität, die in größerem
Anteil verringert wird als jede Verringerung der Zugfestigkeit, durch die folgende
Formel quantifiziert werden:
Wo TS = Zugfestigkeit @ Raumtemperatur und Visc = Viskosität
@ Verarbeitungstemperatur. Wenn das Niveau des festen Lösungsmittels für
Blockcopolymere in dem Polymer 0 ist, ist das normierte TS/Visc-Verhältnis
1. Wenn das normierte TS/Visc-Verhältnis größer als 1 ist, wenn ein
festes Lösungsmittel hinzugefügt worden ist, dann ist die Verringerung
der Viskosität, verursacht durch das feste Lösungsmittel, proportional
größer gewesen als jede Verringerung in der Zugfestigkeit, die durch das
feste Lösungsmittel verursacht gewesen sein mag. Wenn das normierte TS/Viskositäts-Verhältnis
kleiner als 1 ist, dann beeinflußt das feste Lösungsmittel nachteilig
das Polymer, weil es vergleichsweise große Verluste in der Zugfestigkeit und
kleine Verringerungen in der Viskosität verursacht. Vorzugsweise ist das Verhältnis
größer als 1,3, stärker bevorzugt größer als 2, und kann
größer als 5 mit einer oberen Grenze von 200 oder mehr sein.
Um die Gemische dieser Erfindung herzustellen, kann Blockcopolymer
mit dem festen Lösungsmittel unter Verwendung herkömmlicher Kautschuk-
oder Kunststoffcompoundierungsausrüstung, wie beispielsweise eine 2-Walzen-Mühle,
ein 2-Rotor-Innenmischer oder ein Extruder, gemischt werden. Die Temperatur der
Compoundierungsausrüstung sollte eingestellt werden, um das Grundpolymer richtig
zu verarbeiten, und dann werden das Copolymer und der Zusatzstoff in den gewünschten
Verhältnissen in die Compoundierungsausrüstung dosiert.
Um ein Band des Gemisches herzustellen, wird das Gemisch extrudiert,
wobei das Extrudat auf eine Dichtungsunterlage aufgebracht wird und dann in Streifen
von Nahtdichtungsband geschnitten wird. Nähte können mit dem Band unter
Verwendung einer herkömmlichen Verfahrensweise, wie beispielsweise eine Nahtabdichtungsmaschine
und/oder Überkreuzungspresse, abgedichtet werden. In einer bevorzugten Ausführungsform
wird das feste Lösungsmittel für Blockcopolymere in ein schmelzverarbeitbares
Blockcopolymer-Polyurethan eingebracht. Diese festen Lösungsmittel für
Blockcopolymere funktionieren als Mittel zur Herabsetzung der Viskosität bei
Nahtabdichtungstemperaturen und als nicht-weichmachende Füllstoffe bei normalen
Gebrauchstemperaturen. Nahtbänder, hergestellt mit derartigen Zusatzstoffen
in ihrer Blockcopolymer-Polyurethan-Schicht in dem Anteil von 0,2 Gew.-% bis 20
Gew.-%, erlauben das Nahtabdichten von wasserdichten Stoffen bei höheren Geschwindigkeiten
und/oder kühleren Temperaturen auf dickeren und/oder dichteren Stoffen als
Nahtbänder ohne das feste Lösungsmittel für Blockcopolymere. Außerdem
sind Nähte, abgedichtet mit Nahtband, einschließend ein derartiges festes
Lösungsmittel für Blockcopolymere, haltbarer und haben eine längere
Lebenszeit, sogar wenn sie bei höheren Geschwindigkeiten abgedichtet werden
als herkömmliche Nahtbänder.
Die Gemische der Erfindung können als Klebstoffe verwendet werden,
um bei niedrigeren Viskositäten, als es ansonsten möglich ist, Schichten
miteinander zu laminieren. Zum Beispiel kann ein Stoff durch Laminieren eines Polymers
und eines Textils unter Verwendung des Gemisches der Erfindung als Klebstoff hergestellt
werden. Ebenfalls können, anstelle genähter Nähte, die Gemische dieser
Erfindung verwendet werden, um Streifen miteinander zu verbinden, wobei Klebenähte
erzeugt werden.
TESTVERFAHRENZUGFESTIGKEIT
Eine Probe von Grundblockcopolymer oder dem Gemisch Blockcopolymer/festes
Lösungsmittel wurde über Nacht in einem wissenschaftlichen Präzisionsvakuumofen
bei 70°C und 1 Torr Vakuum getrocknet.
Das Grundblockcopolymer oder Blockcopolymer-Gemisch wurde dann zwischen
2 Blätter von Trennpapier Enterprise Tape Company CS2 P1000/T7030 plaziert.
Der Trennpapier-Blockcopolymer-Trennpapier- oder Trennpapier-Blockcopolymergemisch-Trennpapier-Sandwich
wurde zwischen die Platten einer 8'' × 8'' × 0,75''-Brammenfonn von Testing
Machines, Inc. plaziert. Die Brammenform und ihr Inhalt wurden dann in die Platten
einer hydraulischen 25-Tonnen-PHI-Presse, vorgeheizt auf 160°C, eingeführt.
Der Druck wurde über einen Zeitraum von 5 Minuten auf 20 Tonnen Stempeldruck
vergrößert. Die Temperatur und der Druck wurden für 10 Minuten gehalten.
Nach 10 Minuten wurden die Platten mittels Wasser, fließend durch Kühlkanäle,
abgekühlt. Wenn die Temperatur der Platten weniger als 30°C betrug, wurde
der Druck entlastet. Die Brammenform wurde aus der Presse entnommen, das Blatt des
Blockcopolymers oder Gemisches wurde aus der Formhöhlung herausgezogen und
das Trennpapier wurde von dem Blatt entfernt.
Zugfestigkeitsprüfstücke wurden aus den geformten Blättern
unter Verwendung einer ASTM-D638-Zugfestigkeitsmatrize #5, geliefert von Testing
Machines, Inc., geschnitten. Zugfestigkeitseigenschaften der Zugfestigkeitsprüfstücke
wurden unter Verwendung einer Zugfestigkeitstestmaschine Instron Corporation Modell
5500, ausgestattet mit einer 200-lb-Kraftmeßzelle und gezackten Griffen, gemessen.
Das Testprotokoll war entsprechend ASTM D638 mit einer Kreuzkopfgeschwindigkeit
von 1 Zoll/min und der Raumtemperatur von nominell 73°F. Die berichteten Ergebnisse
sind die Mittelwerte für 8 Ziehungen der Zugfestigkeitsprüfstücke
von jedem der geformten Blätter.
VISKOSITÄT
Eine Probe von Grundblockcopolymer oder dem Gemisch Blockcopolymer/festes
Lösungsmittel, genommen von dem geformten Blatt, wurde über Nacht in einem
wissenschaftlichen Präzisionsvakuumofen bei 70°C und 1 Torr Vakuum getrocknet.
Die Viskosität des Blockcopolymers oder Gemisches wurde unter
Verwendung eines Rheometers Rheometric Scientific ARES-LS-M gemessen. Das Rheometer
war mit parallelen Platten, 25 mm im Durchmesser, ausgestattet und der Motor auf
den dynamischen (oszillatorischen) Modus mit 10 s–1 eingestellt.
Stücke des getrockneten Blockcopolymers oder des Blockcopolymer/Zusatzstoff-Gemisches
wurden auf der unteren Platte plaziert und unter Verwendung eines Heißluftgebläses
geschmolzen. Mehr Stücke wurden wie notwendig hinzugefügt, bis die untere
Platte vollständig mit geschmolzenem Blockcopolymer oder Gemisch bedeckt war.
Die obere Platte wurde herabgelassen und in Kontakt mit dem geschmolzenem Blockcopolymer
oder Gemisch gebracht. Die obere Platte wurde so eingestellt, daß der Spalt
zwischen der oberen und unteren Platte 1,5 bis 2,0 mm betrug. Das überschüssige
geschmolzene Blockcopolymer oder Blockcopolymer/Zusatzstoff Gemisch, zwischen den
Platten verdrängt, wurde von den Plattenkanten abgeschnitten. Die Klimakammer
des Rheometers wurde rund um die Platten geschlossen und eine Stickstoffspülung
wurde begonnen. Die Testprobe wurde auf 50°C gekühlt. Die Temperatur wurde
zusätzliche 5 Minuten äquilibriert, nachdem das Thermoelement der Probe
die Testtemperatur erreicht hatte, und dann wurde eine Viskositätsmessung vorgenommen.
Die Temperatur wurde in 20°C-Inkrementen bis auf 250°C erhöht, wobei
die Probe Temperatur-äquilibriert wurde und Messungen bei jedem Temperaturintervall
vorgenommen wurden. Die Viskositäten und ihre zugehörigen Temperaturen,
berichtet in Tabelle 2, waren diejenigen, die das optimale normierte TS/Viskositäts-Verhältnis
entsprechend dieser Viskositätsmeßmethode erreichten.
SUTER-TEST
Um zu bestimmen, ob ein schützender Stoff und seine genähte
Naht wasserdicht waren, wurde das Suter-Testverfahren verwendet. Das Verfahren stellt
eine geringe Druckherausforderung an die zu testende Probe bereit, indem Wasser
gegen eine Seite der Testprobe gedrückt wird und die andere Seite auf ein Anzeichen
beobachtet wird, daß Wasser durch die Probe hindurchgedrungen ist.
Die Testprüfstücke wurden in einer Spannvorrichtung, die
die Prüfstücke hält, eingespannt und zwischen Gummidichtungen abgedichtet,
und Wasser wurde auf eine Fläche des Prüfstücks von drei Zoll (7,62
cm) im Durchmesser aufgebracht. Das Wasser wurde unter dem Luftdruck von 1 psig
auf eine Seite des Prüfstücks aufgebracht. Beim Testen einer abgedichteten
Naht wird Wasser auf die Oberseite des Laminats aufgebracht und die Abdichtungsunterlage
wird auf undichte Stellen beobachtet.
Die andere Seite der Probe wurde für drei Minuten visuell auf
alle Anzeichen von Wasser beobachtet, das auf der Seite erscheint. Wenn kein Wasser
beobachtet wurde, bestand die Probe den Test und wurde als wasserdicht angesehen.
BEISPIELEBEISPIEL AHERSTELLUNG VON DPA: N,N'-Diphenyladipamid
1) Ein 1000-ml-3-Halskolben wurde mit einem motorgetriebenen Rührer und
N2-Spülung ausgestattet.
2) 176,53 g Anilin (99,5% + ACS-Reagenz, Aldrich Chemical Company, Inc., Katalog-Nr.
24.228-4) und 450 ml Toluol (99%, Aldrich, Katalog-Nr. 17.996-5) wurden in den Kolben
gegeben.
3) Während das Anilin/Toluol-Gemisch gerührt wurde, wurde eine tropfenweise
Zugabe von 99,32 g Adipoylchlorid (98%, Aldrich, Katalog-Nr. 16.521-2) begonnen.
Die Reaktion war heftig und es konnte das Abgasen von HCl gesehen werden. Das pastöse
Gemisch wurde für zwei Stunden gerührt, nachdem die Zugabe von Adipoylchlorid
vollständig war.
4) Die Paste wurde aus dem Kolben in eine Vakuumfiltrationsvorrichtung gegossen
und das Toluol wurde durch Vakuumfiltration abgezogen.
5) Der Filterkuchen wurde mit 250 ml heißem Aceton (Certified ACS, Fisher,
Katalog-Nr. A18-20) gespült und vakuumfiltriert. Dies wurde 3 Mal gemacht.
6) Der Filterkuchen wurde mit 4 Litern deionisiertem Wasser gespült und
vakuumfiltriert.
7) Der Filterkuchen wurde über Nacht bei 70°C in einem Ofen getrocknet.
8) 137,14 g N,N'-Diphenyladipamid wurden gewonnen.
9) Das gewonnene Produkt hatte einen Schmelzpunktbereich von 238–240°C,
wie durch eine Kapillarröhrchen-Schmelzpunktvorrichtung bestimmt wurde.
BEISPIEL BHERSTELLUNG VON MPC: N,N'-(Methylendi-4,1-phenylen)bisbenzylcarbamat
1) Ein 3000-ml-3-Halskolben wurde mit einem motorgetriebenen Rührer und
N2-Spülung ausgestattet.
2) 1000 ml Dimethylformamid (99% + Wasserfrei, Aldrich, Katalog-Nr. 22.705-6)
Lösungsmittel und 467,93 g Benzylalkohol (99,8% Wasserfrei, Aldrich, Katalog-Nr.
30.519-7) wurden in den Kolben gegeben.
3) 523,39 g 4,4'-Methylenbis(phenylisocyanat) (MDI) (Rubinate 1920, ICI Americas,
Inc.) wurden über einen Zeitraum von 20 Minuten in den Kolben gegeben.
4) 1 Stunde nach Abschluß der MDI-Zugabe hatte die Exothermie nachgelassen
und der Kolben war bei Berührung leicht warm. Große Mengen von Niederschlag
waren sichtbar. 10 Tropfen Zinn(II)-octoat (DABCO T-9 Catalyst, Air Products and
Chemicals, Inc.) wurden hinzugegeben.
5) Sanftes Erwärmen des Kolbens mit einem Heißluftgebläse wurde
begonnen; bis 86°C.
6) 1 Stunde und 45 Minuten später wurde das Erwärmen gestoppt.
7) Der Kolben wurde für 30 Minuten abkühlen gelassen.
8) Um Ausfällung zu bewirken, wurden 750 ml deionisiertes Wasser langsam
in den Kolben gegeben, während heftig gerührt wurde.
9) Der Inhalt des Kolbens wurde in 1 Liter deionisiertes Wasser gegossen und
vakuumfiltriert.
10) Der Filterkuchen wurde für 3 Tage in einem Ofen bei 70°C getrocknet.
11) 943,97 g Produkt wurden gewonnen.
12) Das gewonnene Produkt hatte einen Schmelzpunktbereich von 190–193°C,
wie durch eine Kapillarröhrchen-Schmelzpunktvorrichtung bestimmt wurde.
BEISPIEL CHERSTELLUNG VON MPB: N,N'-(Methylendi-4,1-phenylen)bisbenzamid
1) Ein runder 3000-ml-3-Halskolben wurde mit einem motorgetriebenen Rührer
und N2-Spülung ausgestattet.
2) 608,19 g (4,326 mol) Benzoylchlorid (99% ACS-Reagenz, Aldrich, Katalog-Nr.
25.995-0) wurden in den Kolben gegeben.
3) 1 l wasserfreies (Wasser < 0,005%) N-Methylpyrrolidon (99,5% Wasserfrei,
Aldrich, Katalog-Nr. 32.863-4) Lösungsmittel wurde in den Kolben gegeben.
4) Das Rühren wurde begonnen und der Kolben wurde mittels eines Heißluftgebläses
auf ungefähr 70°C erwärmt.
5) In kleinen Portionen wurden 420,31 g (2,120 mol) Methylendianilin (97%, Aldrich,
Katalog-Nr. 13.245-4) über ungefähr 30 Minuten in den Kolben gegeben.
6) 30 Minuten nach dem Abschluß der Methylendianilinzugabe begann ein Niederschlag
aus der Lösung herauszukommen.
7) Die Temperatur des Kolbens wurde unter Verwendung des Heißluftgebläses
erhöht. Wenn die Lösungstemperatur 116°C erreichte, hatte sich der
gesamte Niederschlag zurück in die Lösung solubilisiert. Das Heißluftgebläse
wurde abgeschaltet.
8) Wenn sich der Kolben auf 81°C abkühlte, begann der Niederschlag
wieder zu erscheinen. Die seit dem Abschluß der Methylendianilinzugabe vergangene
Gesamtzeit betrug 3,5 Stunden.
9) Das Produkt wurde vollständig aus der Lösung ausgefällt, indem
1 l Wasser tropfenweise über 15 Minuten in den Kolben gegeben wurde. Der Niederschlag
erzeugte feine Teilchen.
10) Um die HCl zu neutralisieren, die während der Reaktion erzeugt wurde,
wurde eine Gesamtmenge von 170,1 g Natriumhydroxid (97%, Aldrich, Katalog-Nr. 36.717-6)
in kleinen Portionen in den Kolben gegeben.
11) 5 Tropfen flüssiges Palmolive-Warenzeichen-Geschirrwaschmittel wurden
in den Kolben gegeben.
12) Die heiße Aufschlämmung wurde aus dem Kolben in ein 3-Liter-Vakuumfilter,
ausgestattet mit Filterpapier mittlerer Stufe, gegossen und das N-Methylpyrrolidon/Wasser-Gemisch
wurde durch Vakuumfiltration abgezogen.
13) Das Produkt wurde mit 2 × 1 l Wasser gewaschen/vakuumfiltriert.
14) Der Filterkuchen des Produkts wurde über Nacht in einem Ofen bei 90°C
vorgetrocknet.
15) Das Produkt wurde dann in einem Vakuumofen bei 70°C über Nacht
vollständig getrocknet.
16) 826,96 g (2,037 mol) N,N'-(Methylendi-4,1-phenylen)bisbenzamid wurden in
der Form eines feinen weißen Pulvers gewonnen.
17) Das gewonnene Produkt hatte einen Schmelzpunktbereich von 247–249°C,
wie durch eine Kapillarröhrchen-Schmelzpunktvorrichtung bestimmt wurde.
BEISPIEL DHERSTELLUNG VON BPC: 1,4-Butan-di(N-phenylcarbamat)
1) Ein runder 3000-ml-3-Halskolben wurde mit einem motorgetriebenen Rührer,
N2-Spülung ausgestattet.
2) 203,53 g (1,7086 mol) Phenylisocyanat (98%+, Aldrich, Katalog-Nr. 18.535-3)
wurden in den Kolben gegeben.
3) 750 ml N-Methylpyrrolidon-Lösungsmittel wurden in den Kolben gegeben.
4) Unter Rühren wurden 77,53 g (0,8604 mol) 1,4-Butandiol (BASF) tropfenweise
in den Kolben gegeben.
5) Der Kolben wurde über Nacht ohne Rühren absitzen gelassen.
6) Unter Rühren wurde das Produkt vollständig aus der Lösung
ausgefällt, indem 1 l Wasser tropfenweise über 15 Minuten in den Kolben
gegeben wurde. Der Niederschlag erzeugte feine Teilchen.
7) 3 Tropfen flüssiges Palmolive-Warenzeichen-Geschirrwaschmittel wurden
in den Kolben gegeben.
8) Die Aufschlämmung wurde aus dem Kolben in ein 3-Liter-Vakuumfilter,
ausgestattet mit Filterpapier mittlerer Stufe, gegossen, und das N-Methylpyrrolidon/Wasser-Gemisch
wurde durch Vakuumfiltration abgezogen.
9) Das Produkt wurde mit 2 × 1 l Wasser gewaschen/vakuumfiltriert.
10) Der Filterkuchen des Produkts wurde über Nacht in einem Ofen bei 80°C
vorgetrocknet.
11) Das Produkt wurde dann über Nacht in einem Vakuumofen bei 70°C
vollständig getrocknet.
12) 270,33 g (0,82327 mol) 1,4-Butandi(N-phenylcarbamat)wurden in der Form eines
feinen, weißen Pulvers gewonnen.
13) Das gewonnene Produkt hatte einen Schmelzpunktbereich von 178–180°C,
wie durch eine Kapillarröhrchen-Schmelzpunktvorrichtung bestimmt wurde.
BEISPIEL EHERSTELLUNG VON MPA: N,N'-(Methylendi-4,1-phenylen)bisbenzolacetamid
1) Ein runder 3000-ml-3-Halskolben wurde mit einem motorgetriebenen Rührer,
N2-Spülung ausgestattet.
2) 86,41 g (0,5589 mol) Phenylacetylchlorid (98%, Aldrich P1.675-3) wurden in
den Kolben gegeben.
3) 0,25 l N-Methylpyrrolidon-Lösungsmittel wurden in den Kolben gegeben.
4) 55,11 g (0,2776 mol) Methylendianilin wurden alles mit einem Mal in den Kolben
gegeben.
5) 30 Minuten nach dem Abschluß der Methylendianilinzugabe wurde die Temperatur
des Kolbens unter Verwendung des Heißluftgebläses auf 94°C erhöht.
6) 3 Stunden und 35 Minuten nach der Zugabe von Methylendianilin wurde das Produkt
vollständig aus der Lösung ausgefällt, indem 0,3 l Wasser tropfenweise
in den Kolben gegeben wurden. Der Niederschlag erzeugte feine Teilchen.
7) Um die HCl zu neutralisieren, die während der Reaktion erzeugt wurde,
wurde eine Gesamtmenge von 31,35 g Kaliumhydroxid in kleinen Portionen in den Kolben
gegeben.
8) 5 Tropfen flüssiges Palmolive-Warenzeichen-Geschirrwaschmittel wurden
in den Kolben gegeben.
9) Die heiße Aufschlämmung wurde aus dem Kolben in ein 3-Liter-Vakuumfilter,
ausgestattet mit Filterpapier mittlerer Stufe, gegossen und das N-Methylpyrrolidon/Wasser-Gemisch
wurde durch Vakuumfiltration abgezogen.
10) Das Produkt wurde mit 4 × 0,3 l Wasser gewaschen vakuumfiltriert.
11) Der Filterkuchen des Produkts wurde über Nacht in einem Ofen bei 105°C
getrocknet.
12) 116,08 g N,N'-(Methylendi-4,1-phenylen)bis-benzolacetamid wurden in der
Form eines feinen weißen Pulvers gewonnen.
17) Das gewonnene Produkt hatte einen Schmelzpunktbereich von 215–218°C,
wie durch eine Kapillarröhrchen-Schmelzpunktvorrichtung bestimmt wurde.
BEISPIEL FHERSTELLUNG VON MPBA, EINEM GEMISCH VON:N,N'-(Methylendi-4,1-phenylen)bis-benzamidN,N'-(Methylendi-4,1-phenylen)bis-benzolacetamidN-(4-((Benzoylamino)phenyl)methyl)phenyl)benzolacetamid
1) Ein runder 3000-ml-3-Halskolben wurde mit einem motorgetriebenen Rührer,
N2-Spülung ausgestattet.
2) 154,42 g (0,9988 mol) Phenylacetylchlorid wurden in den Kolben gegeben.
3) 140,43 g (0,9990 mol) Benzoylchlorid wurden in den Kolben gegeben.
4) 0,75 l wasserfreies (Wasser < 0,005%) N-Methylpyrrolidon-Lösungsmittel
wurden in den Kolben gegeben.
5) N2-Spülen wurde begonnen.
6) Rühren wurde begonnen und der Kolben wurde mittels eines Heißluftgebläses
auf ungefähr 70°C erwärmt.
7) Erwärmen mittels des Heißluftgebläses wurde gestoppt.
8) In kleinen Portionen wurden 197,85 g (0,9979 mol) Methylendianilin über
ungefähr 30 Minuten in den Kolben gegeben.
9) 55 Minuten nach dem Abschluß der Methylendianilinzugabe begann ein Niederschlag
aus der Lösung herauszukommen.
10) Der Kolben wurde mittels eines Heißluftgebläses erwärmt.
Wenn die Lösungstemperatur 56°C erreichte, hatte sich der gesamte Niederschlag
zurück in die Lösung solubilisiert. Das Erwärmen wurde fortgesetzt
und die Temperatur bei 108°C stabilisiert.
11) 4 Stunden und 15 Minuten nach der MDA-Zugabe wurde das Produkt vollständig
aus der Lösung ausgefällt, indem 1 l Wasser aus einem Zugabetrichter über
15 Minuten in den Kolben gegeben wurde. Der Niederschlag erzeugte feine Teilchen.
12) Um die HCl zu neutralisieren, die während der Reaktion erzeugt wurde,
wurde eine Gesamtmenge von 112,05 g Kaliumhydroxid in kleinen Portionen in den Kolben
gegeben.
13) 5 Tropfen flüssiges Palmolive-Warenzeichen-Geschirrwaschmittel wurden
in den Kolben gegeben.
14) Die heiße Aufschlämmung wurde aus dem Kolben in ein 3-Liter-Vakuumfilter,
ausgestattet mit Filterpapier mittlerer Stufe, gegossen und das N-Methylpyrrolidon/Wasser-Gemisch
wurde durch Vakuumfiltration abgezogen.
15) Das Produkt wurde mit 6 × 2 l kochendem Wasser gewaschen/vakuumfiltriert.
16) Der Filterkuchen des Produkts wurde über Nacht in einem Ofen bei 90°C
vorgetrocknet.
17) Das Produkt wurde dann über Nacht in einem Vakuumofen bei 70°C
vollständig getrocknet.
18) 398,18 g (0,9480 mol) Produkt wurden in der Form eines feinen weißen
Pulvers gewonnen.
BEISPIEL 1HERSTELLUNG VON GEMISCHEN BLOCKCOPOLYMER/FESTES LÖSUNGSMITTEL
OBA (98%, Aldrich, Katalog-Nr. 41.183-3) und DPA, MPC, MPA, MPB, MPBA
und BPC (alle hergestellt wie vorstehend) wurden in Estan 58661, ein Polyester-Polyurethan-Blockcopolymer
von B. F. Goodrich, Morthane PE90-203, ein Polyether-Polyurethan-Blockcopolymer
von Morton International, und Hytrel 4056, ein Polyester-Polyether-Blockcopolymer
von Dupont, in verschiedenen Konzentrationsniveaus mittels einer 2-Walzen-Mühle
im Labormaßstab compoundiert. Genauer gesagt wurden Pellets des ausgewählten
Blockcopolymers in den Walzenspalt der Mühlenwalzen gegossen, um ein Blatt
zu erzeugen. Pulver des ausgewählten Zusatzstoffes festes Lösungsmittel
wurden dann auf das Blockcopolymer-Blatt gestreut. Das Blatt wurde in der Hälfte
gefaltet und durch die Mühlenwalzen geführt. Das Streuen von Pulver auf
das Blatt, gefolgt vom Walzen, wurde wiederholt, bis die gewünschte Menge von
Zusatzstoff in das Blockcopolymer eingebracht war. Das Falten des Blockcopolymer/Zusatzstoff-Blattes,
gefolgt von Führen durch die Mühlenwalzen, wurde fortgesetzt, auch nachdem
die Zusatzstoffzugabe vollständig war, um zu sichern, daß der Zusatzstoff
gleichmäßig durch das Blockcopolymer dispergiert wurde. Die Gleichmäßigkeit
der Dispersion wurde visuell bestimmt. Tabelle 1 zeigt die Zusammensetzung von Gemischen. TABELLE 1
PESPETH = Polyester-Polyether-Blockcopolymer
PESPU = Polyester-Polyurethan-Blockcopolymer
PETHPU = Polyether-Polyurethan-Blockcopolymer
Tabelle 2 zeigt die Zugfestigkeits- und Viskositätseigenschaften
der verschiedenen Kombinationen von Zusatzstoffindentitäten, Niveaus der Zusatzstoffkonzentration
und Polymertypen, die in Tabelle 1 compoundiert wurden. Zugfestigkeit und Viskosität
wurden wie vorstehend beschrieben gemessen. Um zu bestimmen, ob die Viskositätsverringerung,
die resultierte, proportional größer als irgendeine potentielle Verringerung
der Zugfestigkeit war, wurde das Verhältnis Zugfestigkeit/Viskosität,
normiert auf den Grundklebstoff, entsprechend dieser vorstehend diskutierten Formel
berechnet:
Wenn das normierte TS/Visc-Verhältnis größer als 1
ist, dann ist die Viskositätsverringerung proportional größer als
irgendeine Verringerung der Zugfestigkeit, was wünschenswert ist. Daher würde
erwartet werden, daß Blockcopolymer/Zusatzstoff-Gemische mit einem normierten
TS/Visc-Verhältnis von mehr als 1 zeigen, daß der Vorteil der Viskositätsverringerung
einen Verlust der Zugfestigkeit überwiegt. Dies hängt davon ab, daß
der absolute Wert der Zugfestigkeit, wenn er durch den Zusatzstoff verringert wird,
höher als ein erforderlicher minimaler Zugfestigkeitswert bleibt, um für
den Endzweck geeignet zu sein. Man beachte, daß in dem Fall des Polyester-Polyether-Blockcopolymers
Hytrel 4056 überraschenderweise die Zusatzstoffe MPA und MPBA ebenfalls als
starke verstärkende Füllstoffe funktionierten. TABELLE 2
PESPETH = Polyester-Polyether-Blockcopolymer
PESPU = Polyester-Polyurethan-Blockcopolymer
PETHPU = Polyether-Polyurethan-Blockcopolymer
BEISPIEL 2BESCHREIBUNG DER HERSTELLUNG VON NAHTBAND
MPB von Beispiel C wurde entsprechend dem in Beispiel 1 beschriebenen
Verfahren in Morthane PE90-203 compoundiert. Eine Anzahl von kleinen Ansätzen
von dem Gemisch MPB/Morthane PE90-203 wurde hergestellt. Diese
kleinen Ansätze von Gemischen Blockcopolymer/Zusatzstoff festes Lösungsmittel
wurden dann mittels eines Granulators, ausgestattet mit einem 3-mm-Klassiersieb,
granuliert. Die Körnchen von all den kleinen Ansätzen wurden dann vereinigt,
um einen Masterbatch zu erzeugen.
TABELLE 3
Das Blockcopolymer/Zusatzstoff Masterbatch-Gemisch von Tabelle 3 wurde
über Nacht unter Verwendung eines Lufttrockners Una-Dyn UCD-30 bei 200°F
getrocknet, um Feuchtigkeit, absorbiert aus der Luft, zu entfernen. Es wurde dann
unter Verwendung eines Einschneckenextruders C. W. Brabender PL-2000 1R'' mit
einem 30:1-L/D-Verhältnis und ausgestattet mit einer Foliendüse mit 6''
Weite von Extrusion Dies Inc. extrudiert. Die Extruder-Verarbeitungsparameter für
dieses Beispiel waren Zone 1 = 185°C, Zone 2 = 195°C, Zone 3 = 210°C.
Das Extrudat wurde auf die Seite der wasserdichten Sperrschicht eines
2-Schicht-Stoff-Laminats mit einer nominellen Dicke von 0,006 Zoll aufgebracht und
auf einem Pappekern aufgenommen. Die Rolle des Verbundstoffes wurde in ein Zoll
breite Streifen von Nahtabdichtungsband geschnitten.
Nahtband mit der Klebstoffschicht, bestehend aus nur dem Morthane
PE90-203-Grundpolymer (kein MPB-Zusatzstoff), wurde ebenfalls hergestellt. Pellets,
wie erhalten vom Hersteller, wurden über Nacht bei 200°F im Trockner getrocknet,
auf der Abdichtungsunterlage bei den gleichen Extrusionsbedingungen, die vorstehend
erwähnt wurden, aufgebracht und zu 1'' Breite geschnitten.
BEISPIEL 3ABDICHTEN VON NAHTBÄNDERN AUF STOFFSTREIFEN MIT GENÄHTEN NÄHTEN
Die Nahtbänder, hergestellt in Beispiel 2, wurden durch den Heißluftabdichtungsspalt
einer Abdichtungsmaschine Serie 5000E GORE-SEAMTM (W. L. Gore & Associates,
Inc.) befördert und auf eine genähte Naht zwischen zwei Stoffstreifen
aufgebracht. Die Stoffstreifen bestanden aus einem 3-Schicht-Laminat, erhalten von
W. L. Gore & Associates, Inc. (Teil Nummer 312858), und bestanden aus einer ePTFE-Membran,
auf deren eine Seite ein Stoff mit Nylon-6,6-Oberseite und auf deren andere Seite
ein Stoff mit Nylon-6,6-Unterlage geklebt war. Der Heißluftabdichtungsspalt
besteht aus einer Düse, angebracht an der Nahtabdichtungsmaschine an einer
Heißluftzufuhr. Der Heißluftstrom wird aus der Düse auf das Nahtabdichtungsband
ausgetragen, um den schmelzverarbeitbaren Klebstoff auf der Abdichtungsunterlage
zu erwärmen. Das Band wird dann durch eine Gruppe von Andruckwalzen in die
genähte Naht gedrückt.
Für dieses Beispiel wurde die Abdichtungsmaschine eingestellt,
eine Heißlufttemperatur von 800°C, einen Düsenluftdruck von 20 psig
und einen Walzendruck von 80 psig zu haben.
Die maximale Abdichtungsgeschwindigkeit wurde auf den Nahtbändern,
bestehend aus dem Gemisch MPB/Morthane PE90-203 und dem Grundpolymer Morthane PE90-203
allein, bewertet. Die maximale Abdichtungsgeschwindigkeit bedeutet die maximale
Abdichtungsgeschwindigkeit, mit der die Abdichtungsmaschine betrieben werden kann,
bei der sie eine vollständig wasserdichte Naht erzeugt. Dies wird gemacht,
indem die Abdichtungsgeschwindigkeit erhöht wird, während
die anderen Parameter der Abdichtungsmaschine konstant gehalten werden, und die
abgedichteten Stoffstreifen dem Suter-Test unterworfen werden.
Die maximale Abdichtungsgeschwindigkeit für das Nahtband, bestehend
aus dem Grundblockcopolymer, war 19 f/m, während das Nahtband, bestehend aus
dem Blockcopolymer/Zusatzstoff-Gemisch, eine maximale Abdichtungsgeschwindigkeit
von 35 f/m hatte.
BEISPIEL 4
Ein Feuchtigkeits-härtendes Polyether-Polyurethan-Blockcopolymer
wurde entsprechend dem Verfahren, beschrieben in Beispiel 1 der US-Patentschrift
4532316, hergestellt. Das Blockcopolymer, hergestellt nach diesem Verfahren, enthielt
einen Überschuß von Isocyanatfunktionalitäten, welche mit Feuchtigkeit
reagieren, wobei das Molekulargewicht vergrößert wird.
2,48 g BPC wurden bei Raumtemperatur in 45,87 g des Feuchtigkeits-härtenden
Blockcopolymers gemahlen. Da das Feuchtigkeits-härtende Blockcopolymer bei
Berührung klebrig war, wurde Trennpapier um die Mühlenwalzen herum gewickelt
und mit Band an der Stelle gesichert. Ansonsten war die Mahlprozedur die gleiche
wie bereits beschrieben.
Die Viskosität des Feuchtigkeits-härtenden Blockcopolymer/BPC-Gemisches
wurde sofort nach Abschluß der Mahlprozedur gemessen. Die Viskosität des
Feuchtigkeits-härtenden Grundblockcopolymers wurde ebenfalls gemessen. Der
Rest des Gemisches und des Grundblockcopolymers wurde für 2 Tage in einer Kammer
mit hoher Feuchtigkeit plaziert, um vollständige Feuchtigkeitshärtung
zustande zu bringen. Das gehärtete Blockcopolymer/BPC-Gemisch und das gehärtete
Grundblockcopolymer wurden dann unter Verwendung des vorstehend beschriebenen Verfahrens
auf Zugfestigkeit getestet. Tabelle 4 zeigt die Zugfestigkeits- und Viskositätseigenschaften.
Man beachte, daß BPC überraschenderweise ebenfalls als starker verstärkender
Füllstoff funktionierte.
TABELLE 4
Der Bequemlichkeit halber wurde in der Lehre dieser Erfindung, insbesondere
in bezug auf die Leichtigkeit der Herstellung von Prüfstücken zum Messen
der Zugfestigkeit, das Feuchtigkeits-härtende Blockcopolymer dieses Beispiels
ausgewählt, um im gehärteten Zustand ein schmelzverarbeitbares Produkt
zu ergeben. Dies sollte als nicht begrenzend im Bereich des Geists der Erfindung
erkannt werden. Wie für den Fachmann offensichtlich ist, können reaktive
Funktionalitäten (z.B. Isocyanate mit einer Funktionalität ≥ 2)
in das Grundblockcopolymer eingebracht werden, um die verschiedenen gewünschten
Eigenschaften, wie beispielsweise Druckverformungsrest des fertigen Produkts, anzupassen.
Wenn derartige Blockcopolymere verwendet werden, sind die nicht gehärteten
Blockcopolymer/Zusatzstoff-Gemische dieser Erfindung schmelzverarbeitbar. Jedoch
kann das fertige Produkt nach dem Härten thermisch unbearbeitbar sein.
Anspruch[de]
Schmelzverarbeitbare Zusammensetzung, umfassend:
a) ein Blockcopolymer, und
b) 0,2 bis 20 Gewichtsprozent festes Lösungsmittel, bezogen auf ein Gesamtgewicht
von a) und b), aus einer Verbindung mit:
i) einem Molekulargewicht von 600 oder weniger, und ii) mit mindestens zwei funktionellen Gruppen, ausgewählt
aus Amid- oder Carbamatgruppen, und
iii) mit mindestens zwei aromatischen Ringen.Zusammensetzung nach Anspruch 1 mit einem normierten Verhältnis
Zugfestigkeit/Viskosität von 1 oder mehr.Zusammensetzung nach Anspruch 1 mit einem normierten Verhältnis
Zugfestigkeit/Viskosität von 1,3 oder mehr.Zusammensetzung nach Anspruch 1 mit einem normierten Verhältnis
Zugfestigkeit/Viskosität von 2 oder mehr.Zusammensetzung nach Anspruch 1 mit einem normierten Verhältnis
Zugfestigkeit/Viskosität von 5 oder mehr.Zusammensetzung nach Anspruch 1, wobei die Gewichtsprozent festes Lösungsmittel
0,2 bis 5 Gewichtsprozent betragen.Zusammensetzung nach Anspruch 1, wobei die Gewichtsprozent festes Lösungsmittel
0,5 bis 2 Gewichtsprozent betragen.Zusammensetzung nach Anspruch 1 oder 2, wobei das feste Lösungsmittel
aus einem Adipamid, Bisacetamid, Biscarbamat oder Dibenzamid ausgewählt ist.Zusammensetzung nach Anspruch 1, wobei das feste Lösungsmittel
die Formel:
R''-X-R'-X-R'''
hat, wobei:
R'' und R''' gleich oder verschieden sein können und aus Alkyl mit 1–6
Kohlenstoffatomen oder Phenyl ausgewählt sind,
jedes X gleich ist und aus zweiwertigem Amid oder zweiwertigem Carbamat ausgewählt
ist;
R' Alkylen mit 1–6 Kohlenstoffatomen, Methylendiphenylen oder Oxydiphenylen
ist, und wenn R'' oder R''' Alkyl ist, R' Oxydiphenylen oder Methylendiphenylen
ist.Zusammensetzung nach Anspruch 1, wobei das Blockcopolymer ein Polyester-Polyether,
ein Polyester-Polyurethan, Polyether-Polyurethan, Polyamid-Polyether oder ein Polyamid-Polyester
ist.Zusammensetzung nach Anspruch 9, wobei das Blockcopolymer ein Polyester-Polyether,
ein Polyester-Polyurethan, Polyether-Polyurethan, Polyamid-Polyether oder ein Polyamid-Polyester
ist.Zusammensetzung nach den Ansprüchen 1, 10 oder 11, wobei das feste
Lösungsmittel aus der Klasse, bestehend aus
ausgewählt ist.Zusammensetzung nach Anspruch 1, wobei die Gewichtsprozent festes Lösungsmittel
0,2 bis 5 Gewichtsprozent betragen und die Zusammensetzung ein normiertes Verhältnis
Zugfestigkeit/Viskosität von 1 oder mehr hat.Zusammensetzung nach Anspruch 11, wobei die Gewichtsprozent festes Lösungsmittel
0,2 bis 5 Gewichtsprozent betragen und die Zusammensetzung ein normiertes Verhältnis
Zugfestigkeit/Viskosität von 1 oder mehr hat.Zusammensetzung nach Anspruch 13, wobei das Blockcopolymer ein Polyester-Polyether,
ein Polyester-Polyurethan, Polyether-Polyurethan, Polyamid-Polyether oder ein Polyamid-Polyester
ist.Zusammensetzung nach Anspruch 12, wobei die Gewichtsprozent festes Lösungsmittel
0,2 bis 5 Gewichtsprozent betragen und die Zusammensetzung ein
normiertes Verhältnis Zugfestigkeit/Viskosität von 1 oder mehr hat.Blatt oder Band, umfassend eine schmelzverarbeitbare Zusammensetzung
entsprechend einem der Ansprüche 1, 9, 11, 13, 14, 15 oder 16.Blatt oder Band nach Anspruch 17, laminiert auf ein Unterlagenmaterial.Kleidung, umfassend einen Stoff, bei welcher Streifen des Stoffes genäht
sind, um eine Naht zu bilden, wobei die Naht mit dem laminierten Band nach einem
der Ansprüche 17 oder 18 abgedichtet worden ist.Kleidung, aufweisend einen Stoff, welcher ein Laminat aus einer Polymerfolie
und einem Textil ist, bei welchem die Polymerfolie und das Textil durch eine Zusammensetzung
nach den Ansprüchen 1, 9, 11, 13, 14, 15 oder 16 geklebt sind.Kleidung, umfassend einen Stoff, bei welcher Streifen durch eine Zusammensetzung
nach den Ansprüchen 1, 9, 11, 13, 14, 15 oder 16 verbunden sind.