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Dokumentenidentifikation DE60125224T2 25.10.2007
EP-Veröffentlichungsnummer 0001337147
Titel VISKOELASTISCHE KUGEL UND STAB, ZUR VORBEUGUNG UND BEHANDLUNG VON EFFEKTEN DER FUSSSOHLEN-HYPERHYDROSE
Anmelder Millet Innovation, Loriol sur Drome, FR
Erfinder MILLET, Jean-Claude, F-26800 Etoile sur Rhône, FR;
LOPEZ, Isabelle, F-26000 Valence, FR
Vertreter Patentanwälte Lippert, Stachow & Partner, 51427 Bergisch Gladbach
DE-Aktenzeichen 60125224
Vertragsstaaten DE, ES, FR, GB, IT, NL
Sprache des Dokument FR
EP-Anmeldetag 10.10.2001
EP-Aktenzeichen 019805910
WO-Anmeldetag 10.10.2001
PCT-Aktenzeichen PCT/FR01/03112
WO-Veröffentlichungsnummer 2002030197
WO-Veröffentlichungsdatum 18.04.2002
EP-Offenlegungsdatum 27.08.2003
EP date of grant 13.12.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 25.10.2007
IPC-Hauptklasse A01N 25/34(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, EP

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft die Anwendung einer aktiven Substanz in einem Bereich des menschlichen Körpers.

Die vorliegende Erfindung betrifft ebenfalls die Vorbeugung oder Behandlung der Auswirkungen der Fußsohlen-Hyperhidrose.

Die vorliegende Erfindung betrifft insbesondere ein Verfahren zur Unterbindung oder wenigstens Einschränkung des Auftretens schlechter Gerüche im Bereich der Füße.

Die Schweißbildung ist ein normaler physiologischer Vorgang und unerlässlich zur Anfeuchtung der Haut und Ausscheidung der Toxine. Es kann jedoch zu einer Überfunktion der Schweißdrüsen kommen, die dann zu einer übermäßigen Schweißbildung führt, die Hyperhidrose genannt wird. Im Bereich der Füße ist diese übermäßige Schweißbildung häufig von einer Auslaugungserscheinung begleitet, die ein Milieu schafft, das für die Vermehrung von Bakterien und Pilzen günstig ist. Die Bakterien bauen stickstoffhaltige Verbindungen im Schweiß ab, der übelriechend wird – dies wird Bromhidrosis genannt -, während sich die Pilze in den am wenigsten durchlüfteten Bereichen ansiedeln, insbesondere im dritten und vierten Zehenzwischenraum, und Juckreiz und Rötungen oder eine Mykose bewirken. So zeigen sich die beiden Folgen der Hyperhidrose, nämlich Bromhidrose und Mykose als noch störender für die schwitzende Person, als der Schweiß selbst.

Zur Vorbeugung dieser Krankheiten befinden sich Antitranspirante und Deodorants auf dem Markt. Das Antitranspirant wirkt auf die Öffnung der Hautporen ein, um das Schwitzen einzuschränken. Es existiert in Form verschiedener galenischer Mittel (Lotion, Creme, Stift, Spray), erweist sich jedoch im Fall längerfristiger Anwendung als hautreizend. Das Deodorant schränkt das Auftreten übler Gerüche ein, ohne Beeinträchtigung des physiologischen Vorganges. Außer den herkömmlichen Produkten, wie in die Schuhe zu streuendes Puder oder „Gesundheitssohlen", sei die kürzliche Entwicklung einer bakteriostatischen Polyamidfaser erwähnt, die zur Herstellung von Socken verwendet werden könnte, um die Bildung übler Gerüche einzuschränken.

Es besteht also bis jetzt die vorgeschlagene Lösung im Fall von Infektion oder Mykose der Füße in der Anwendung einer Salbe oder eines (medizinischen) Puders auf die befallenen Bereiche. Keines der zur Zeit auf dem Markt erhältlichen Produkte jedoch bietet eine zufriedenstellende Lösung, die gleichzeitig unter dem Gesichtspunkt der Wirksamkeit, der Funktionalität und der nicht-Toxizität optimiert wäre, um sowohl zur Vorbeugung, als auch zur Behandlung wirksam zu sein. Wie oben erwähnt wurde, sind nämlich die Antitranspirante hautreizend im Fall längerfristiger Anwendung. Da ihre Wirksamkeit jedoch kurzfristig ist, muss diese Art von Produkt laufend angewandt werden. Das Auftreten von Nebenwirkungen ist so unvermeidbar.

Die Verwendung eines Deodorants ist weniger traumatisierend für den Körper, erweist sich jedoch als wenig praktisch und es wird im Allgemeinen von den Benutzern nicht geschätzt, dass die Anwendung des Deodorants durch Aufsprühen erfolgt oder durch Auftragen eines Puders.

Andererseits kann die Verwendung einer sogenannten Gesundheitssohle, die eine antibakterielle Behandlung erfahren hat, eine gute Lösung für Schwitzprobleme sein, erfordert jedoch ausreichend große Schuhe, damit der Fuß trotz der Anwesenheit der Sohle keine Unbequemlichkeit spührt. Im entgegen gesetzten Fall können mechanische Traumatismen auftreten, wie etwa Schwielen.

Außerdem decken die Sohlen und anderen antibakteriellen Socken Bereiche mittlerer Schweißbildung ab, beispielsweise im Bereich der Ferse, und wirken wenig in den kritischen Bereichen, wie etwa dem dritten und vierten Zehenzwischenraum.

Ein Ziel der vorliegenden Erfindung besteht darin, ein Verfahren zur Unterdrückung oder wenigstens Einschränkung des Auftretens übler Gerüche im Bereich des Fußes vorzuschlagen.

Ein anderes Ziel der vorliegenden Erfindung besteht darin, ein Verfahren zur Anwendung einer bestimmten Substanz auf einen Bereich des menschlichen Körpers zu schaffen, insbesondere eine aktive Substanz, die dazu dient, das Auftreten übler Gerüche im Bereich des Fußes zu unterdrücken oder einzuschränken.

Noch ein weiteres Ziel der vorliegenden Erfindung ist es, ein Produkt zur Vorbeugung oder Behandlung der Folgen der Fußsohlen-Hyperhidrose vorzuschlagen, das in unmittelbarer Nähe eines kritischen Bereichs des Fußes anwendbar ist, das praktisch im Gebrauch ist, das über einen langen Zeitraum eine zufriedenstellende Wirksamkeit bietet und das ohne Nebenwirkungen fortlaufend verwendet werden kann.

Um diese Ziele zu erreichen, schlägt die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur Anwendung einer aktiven Substanz im Bereich des Fußes vor, das aus ästhetischen, nicht therapeutischen Gründen eingesetzt wird, das die Anwendung eines viskoelastischen Stoffes in mindestens einem Zehenzwischenraum umfasst, dessen Form dafür vorgesehen ist, ihn in den erwähnten Zehenzwischenraum einzusetzen und dort durch Einklemmen zwischen den Zehen zu halten, wobei der Stoff eine aktive Substanz enthält, die bei Kontakt mit der Haut langsam freigesetzt wird.

In einer Ausführungsform ist der viskoelastische Stoff ein Silikongel.

Vorzugsweise weist das Silikongel mechanische Eigenschaften ähnlich denen des menschlichen Fußsohlenpolsters auf.

In einer Ausführungsform wird die Substanz aus der Gruppe bestehend aus Fungistatika, Fungiziden, Bakteriostatika und Bakteriziden ausgewählt, um das Auftreten übler Gerüche im Bereich des Fußes zu unterdrücken oder wenigstens einzuschränken.

In einer Ausführungsform ist der viskoelastische Stoff kugel- oder eiförmig und hat einen an den erwähnten Zehenzwischenraum angepassten Durchmesser.

In einer Ausführungsform weist der viskoelastische Stoff eine zylindrische Form und einen an den erwähnten Zehenzwischenraum angepassten Durchmesser auf.

In einer Ausführungsform ist der viskoelastische Stoff zylindrisch und hat einen Durchmesser, der dem betreffenden Zehenzwischenraum angepasst ist.

In einer Ausführungsform weist der viskoelastische Stoff einen minimalen Durchmesser in der Größenordnung von 4 mm auf.

Die vorliegende Erfindung betrifft ebenfalls ein Produkt für die Anwendung einer aktiven Substanz in einem Bereich des Fußes, einen viskoelastischen Stoff umfassend, dessen Form dafür vorgesehen ist, es in einen Zehenzwischenraum einzusetzen und dort durch Einklemmen zwischen den Zehen zu halten, und mindestens eine aktive Substanz, die dem viskoelastischen Stoff beigemischt ist und sich langsam aus dem viskoelastischen Stoff freisetzt, wenn dieser mit der Haut in Kontakt gebracht wird.

In einer Ausführungsform ist der viskoelastische Stoff ein Silikongel.

Vorzugsweise weist das Silikongel mechanische Eigenschaften ähnlich denen des menschlichen Fußsohlenpolsters auf.

In einer Ausführungsform, die die Vorbeugung oder Behandlung der Folgen der Fußsohlen-Hyperhidrose beabsichtigt, wird die Substanz aus der Gruppe bestehend aus Fungistatika, Fungiziden, Bakteriostatika und Bakteriziden ausgewählt.

In einer Ausführungsform ist der viskoelastische Stoff kugel- oder eiförmig und hat einen an den betroffenen Zehenzwischenraum angepassten Durchmesser.

In einer Ausführungsform weist der viskoelastische Stoff eine zylindrische Form und einen an den erwähnten Zehenzwischenraum angepassten Durchmesser auf.

Im Allgemeinen betrifft die vorliegende Erfindung ebenfalls ein Produkt für die Anwendung einer aktiven Substanz in einem Bereich des menschlichen Körpers, einen kugel- oder eiförmigen viskoelastischen Stoff umfassend, der einen minimalen Durchmesser von ungefähr 2 mm für eine Anwendung am Auge oder von ungefähr 4 mm für eine Anwendung in einem anderen Bereich des menschlichen Körpers aufweist, und mindestens eine aktive Substanz, die dem viskoelastischen Stoff beigemischt ist und langsam aus dem viskoelastischen Stoff freigesetzt wird, wenn dieser mit der Haut in Kontakt gebracht wird.

Die vorliegende Erfindung betrifft ebenfalls ein Produkt für die Anwendung einer aktiven Substanz in einem Bereich des menschlichen Körpers, einen viskoelastischen Stoff mit zylindrischer Form und einem minimalen Durchmesser von 4 mm umfassend, und mindestens eine aktive Substanz, die dem viskoelastischen Stoff beigemischt ist und langsam aus dem viskoelastischen Stoff freigesetzt wird, wenn dieser mit der Haut in Kontakt gebracht wird.

In einer Ausführungsform ist der viskoelastische Stoff ein Silikongel.

Vorzugsweise weist das Silikongel mechanische Eigenschaften ähnlich denen des menschlichen Gewebes im betreffenden Bereich des menschlichen Körpers auf.

Die vorliegende Erfindung betrifft ebenfalls ein Verfahren zur Herstellung eines kugel- oder eiförmigen viskoelastischen Produkts, das für die Anwendung einer aktiven Substanz in einem Bereich des menschlichen Körpers bestimmt ist, das die folgenden Schritte umfasst: Bereitung eines Gemisches, das mindestens eine vernetzende Verbindung umfasst, um nach der Vernetzung einen Stoff zu bilden, der viskoelastische Eigenschaften besitzt, und mindestens eine aktive, mit der Verbindung mischbare Substanz, Einführen einer bestimmten Menge des Gemisches in einen Behälter, welcher ein mit dem Gemisch nicht mischbares Fluid enthält, und Vernetzung der Menge des in das Fluid eingetauchten Gemischs.

In einer Ausführungsform, die die Herstellung eines viskoelastischen Produkts aus Silikongel beabsichtigt, umfasst das Gemisch mindestens ein Silikonöl.

In einer Ausführungsform wird die aktive Substanz aus der Gruppe bestehend aus Fungistatika, Fungiziden, Bakteriostatika und Bakteriziden ausgewählt.

In einer Ausführungsform wird die volumenbezogene Masse des Fluids so ausgewählt, dass das Gemisch im Fluid in Suspension und eingetaucht bleibt, oder in Richtung des Bodens des Gefäßes mit einer ausreichend geringen Geschwindigkeit herabsinkt, dass seine Vernetzung vor dem Erreichen des Bodens des Gefäßes gewährleistet wird.

In einer Ausführungsform wird das Fluid erwärmt, um den Vernetzungsprozess zu beschleunigen.

Diese Ziele, Merkmale und Vorteile der vorliegenden Erfindung, sowie weitere, werden detaillierter in der folgenden Beschreibung eines erfindungsgemäßen Produktes, einer Anwendung dieses Produktes und eines Verfahrens zur Herstellung dieses Produktes dargelegt, die nichteinschränkend unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen erfolgt. Es zeigen:

1 einen menschlichen Fuß und eine Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Produktes,

2 eine vergrößerte Ansicht eines Zehenzwischenraumes, der in 1 zu sehen ist.

Die 1 stellt eine bevorzugte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Produktes dar, das zur Vorbeugung der Bromhidrosis (übler Gerüche) oder zur Behandlung der Mykosen und anderer Infektionen bestimmt ist.

Das erfindungsgemäße Produkt hat die Form einer viskoelastischen Kugel 1 mit einem Durchmesser von einigen Millimetern, vorzugsweise in der Größenordnung von 6 bis 10 mm, die mit einer aktiven Substanz in einer Weise imprägniert wurde, die weiter unten beschrieben wird. Die Kugel 1 ist in einem zu schützenden oder zu behandelnden Zehenzwischenraum angeordnet und gibt langsam die aktive Substanz ab. In 1 ist die Kugel 1 im vierten Zehenzwischenraum angeordnet und eine zweite erfindungsgemäße Kugel 1' ist im zweiten Zehenzwischenraum angeordnet dargestellt.

Die Kugel 1 ist aus einem viskoelastischen Stoff gefertigt und ist dadurch unabhängig von der Morphologie des Fußes geeignet, den Zehenzwischenraum auszufüllen, ohne den Benutzer in irgendeiner Weise zu stören. Der viskoelastische Stoff ist vorzugsweise ein waschbares und bis zum Verbrauch der aktiven Substanz wiederverwendbares Silikongel, wobei das Waschen nicht zur Auslösung der aktiven Substanz führt. Dieses Silikongel ist vorzugsweise biokompatibel und weist vorzugsweise mechanische Eigenschaften auf, die denen der menschlichen Fußsohlenpolster ähnlich sind, um den mit der Kugel in Kontakt stehenden Bereich des Fußes keiner Beanspruchung der Epidermis auszusetzen. Unter den biokompatiblen Silikongels, die derartige mechanische Eigenschaften aufweisen, sind insbesondere die Silikonpolymergemische bekannt, die im Patent FR-2 712 487 beschrieben werden, die den Vorteil haben, die mechanischen Eigenschaften des natürlichen Fußsohlenpolsters bei Kompression und Torsion zu imitieren. Silikongele mit derartigen Eigenschaften werden ebenfalls von der Anmelderin unter den Bezeichnungen EPITHELIUM 26, EPITHELIUM 27 oder EPITHELIUM 27+ vertrieben. Sie weisen außergewöhnliche Kontakteigenschaften auf und führen zu bemerkenswerten Ergebnissen, was die Bequemlichkeit betrifft, was sie für die durch die vorliegende Erfindung vorgeschlagene Anwendung geeignet macht.

2 ist eine vergrößerte Ansicht der vom vierten Zehenzwischenraum gebildeten Vertiefung. Es ist zu erkennen, dass diese Vertiefung, die sich zwischen der Vorderkante des Fußes und zwei Zehen befindet, im Wesentlichen die Form einer Pyramide 2 hat, derart, dass sich die erfindungsgemäße Kugel 1 dadurch dort einfügen kann, dass sie in mindestens drei Punkten mit der Haut in Kontakt kommt, was erlaubt, auf jegliches andere Befestigungsmittel zu verzichten. Außerdem kann der viskoelastische Stoff, der die Kugel bildet, deutlich haftend oder gar selbsthaftend gewählt werden. Es handelt sich beispielsweise um ein Silikongel des Typs EPITHELIUM 27+.

Die in der Kugel 1 enthaltene aktive Substanz ist vom Typ Fungistatikum und/oder Bakteriostatikum zur Anwendung der Erfindung zur Vorbeugung übler Gerüche oder vom Typ Bakterizid und/oder Fungizid für eine Anwendung der Erfindung auf die Behandlung von Infektionen und Mykosen. Es handelt sich beispielsweise um Triclosan (Fungistatikum und Bakteriostatikum) oder um Econazolnitrat (Bakterizid und Fungizid). Sie wird langsam und fortlaufend von der Kugel im Anwendungsbereich der Kugel freigesetzt (abgegeben).

In der Praxis liegt der Einflussbereich der aktiven Substanz in der Größenordnung von 40 mm um die Kugel herum, so dass eine einzige Kugel erlaubt, an mindestens zwei Zehen den Gerüchen vorzubeugen oder Infektionen zu behandeln.

Im Folgenden wird eine bevorzugte Art der Herstellung einer erfindungsgemäßen Silikongelkugel beschrieben, die keine Form zum Halten des Ausgangsgemisches während der Vernetzung (Umwandlung in ein Gel) erfordert. Das verwendete Ausgangsgemisch ist ein Gemisch, das ein oder mehrere Silikonöle enthält, beispielsweise das Gemisch aus drei Silikonölen, das im oben genannten Patent FR 2 712 487 beschrieben wird. Dem Gemisch wird mindestens eine aktive Substanz zugesetzt, die in Abhängigkeit von der beabsichtigten Anwendung gewählt wird (Vorbeugung oder Behandlung). Diese Substanz muss mit den Silikonölen mischbar sein. Es handelt sich beispielsweise um Triclosan, das in einer Menge zugesetzt wird, die 0,1 bis 0,3 Gewichtsprozent des Ausgangsgemisches entspricht.

Ein abgemessenes Volumen des Gemisches aus Silikon und aktiver Substanz wird mit Hilfe einer Düse (Rohr, Spritze etc.) in ein Fluidmedium eingebracht, das in einem Behälter enthalten ist. Das Fluid ist mit dem erfindungsgemäßen Gemisch nicht mischbar und sein Kontakt mit dem Gemisch inhibiert nicht die Vernetzungsreaktion. Die Dichte des Fluids ist derart gewählt, dass das in den Behälter eingebrachte Volumen des Gemisches während der Vernetzung im Medium schwebt oder sehr langsam zum Boden des Behälters sinkt. Das Gemischvolumen darf nicht wieder an die Fluidoberfläche aufsteigen und muss eingetaucht bleiben. Es darf auch nicht zu schnell absinken, da es sich am Boden des Behälters plattdrücken könnte, bevor der Vernetzungsvorgang abgeschlossen ist. Wenn diese Bedingungen eingehalten werden und aufgrund der mittleren Viskosität des Fluids und des Überwiegens der Kräfte der Oberflächenspannung, nimmt das Volumen des Gemisches auf natürliche Weise Kugelform an, um seine Oberflächenenergie zu minimieren, und vernetzt sich unter Beibehaltung der Kugelform. So wird ein Gegenstand erhalten, der erfindungsgemäß eine Kugel genannt wird.

In der Praxis ist das Fluid beispielsweise Wasser, dem Lösungen zugesetzt wurden, die Zucker oder Salze enthalten, um die gewünschte Dichte zu erzielen. Es kann erhitzt werden, um den Vernetzungsvorgang zu beschleunigen, beispielsweise in einer Temperaturspanne von 40 bis 60°C.

In dem Fall, wo die Dichte des Fluids nicht angemessen eingestellt werden kann, kann jedes andere Mittel in Betracht gezogen werden, um den Tropfen in der Schwebe zu halten, insbesondere die Verwendung einer aufsteigenden oder absteigenden Strömung zum Ausgleich der auf den Tropfen ausgeübten Kräfte.

Im Gebrauch zeigt sich, dass das erfindungsgemäße Produkt den gesetzten Zielen vollkommen gerecht wird. Es ist funktionell und nicht schmutzend. Es genügt, morgens die Kugel in den zu behandelnden oder zu schützenden Zehenzwischenraum einzuführen und sie abends herauszunehmen. Die Kugel verformt sich und füllt den verfügbaren Platz ohne Störung für den Benutzer aus und ohne zusätzlichen Platzbedarf im Schuh. Die Kugel wirkt wirkungsvoll und fortlaufend im „kritischen" Bereich und nur in diesem Bereich. Die Wirkung ist so vollkommen zielgerichtet und verändert nicht das Gleichgewicht der Hautflora in den „gesunden" Bereichen.

Der Gebrauch einer erfindungsgemäßen Kugel führt zu keiner unerwünschten Nebenwirkung, weder mechanischer noch chemischer Art. Außerdem ist die Kugel waschbar und wiederverwendbar bis zur Erschöpfung der aktiven Substanz. So wurde festgestellt, dass die „Lebensdauer" einer erfindungsgemäßen Kugel, d. h. die Dauer der Abgabe der aktiven Substanz, bei täglicher Wäsche der Kugel mehr als einen Monat beträgt.

Verschiedene Ausführungsvarianten der vorliegenden Erfindung können in Betracht gezogen werden, sowohl in Bezug auf die Form des Produktes, als auch in Bezug auf seine Zusammensetzung oder Anwendung. Insbesondere kann die Kugel, statt in einen Zehenzwischenraum direkt unter dem Zeh angeordnet werden, wenn sich ein zu behandelnder kritischer Bereich an dieser Stelle befindet. Die gebogene Form der vierten und fünften Zehen erlaubt das Halten der Kugel, ohne eine andere Befestigungsweise zu erfordern.

Andererseits kann das erfindungsgemäße Produkt verschiedene andere Formen annehmen, als die einer Kugel, beispielsweise Ei- oder Zylinderform (Stab) und ganz allgemein jede Form, die der Morphologie der Fußsohle oder der Morphologie des Zehenzwischenraumes angepasst ist. Außerdem umfasst der Zehenzwischenraum im Sinne der vorliegenden Erfindung auch die Vertiefung, die von einer Reihe von Zehen gebildet wird, in der ein erfindungsgemäßer viskoelastischer Stab, mit aktiver Substanz geladen, quer angeordnet werden kann.

Außer den Silikongelen können auch wässrige Gele (Hydrogele), wie etwa die durch Vernetzung von Lösungen von Polysacchariden erhaltenen, zur Herstellung eines erfindungsgemäßen Produktes verwendet werden.

Auch kann ein erfindungsgemäßes Produkt verwendet werden, um langsam jede Art von aktiven Substanzen freizusetzen, beispielsweise eine duftende und narbenbildende Substanz, wie essentielles Lavendelöl.

Die vorliegende Erfindung ist so für die langsame und regelmäßige Anwendung einer bestimmten Substanz in Bereichen des menschlichen Körpers, wie etwa Büste, Arme oder Beine verwendbar, oder auch im Gesicht.

So besteht eine vorteilhafte Anwendung der vorliegenden Erfindung darin, eine viskoelastische Kugel vorzusehen, die dazu bestimmt ist, in einem Augenwinkel angewandt zu werden, um eine therapeutische, aktive Substanz langsam freizusetzen.

Vorzugsweise weist eine erfindungsgemäße Kugel oder Ovoid einen minimalen Durchmesser in der Größenordnung von 2 mm für eine Anwendung am menschlichen Auge auf und einen minimalen Durchmesser in der Größenordnung von 6 mm für eine Anwendung in einem Zehenzwischenraum des Fußes. Weiterhin weist vorzugsweise ein erfindungsgemäßer Zylinder oder Stab einen minimalen Durchmesser in der Größenordnung von 4 mm auf. Weiterhin wird eine erfindungsgemäße Kugel, Ovoid oder Stab vorzugsweise aus einem Gel hergestellt, das ähnliche mechanische Eigenschaften aufweist, wie das menschliche Gewebe des betreffenden Körperbereiches, um für den Benutzer schmerzlos zu sein und keinen Eindruck von Härte zu erwecken, der das Produkt unbequem machen würde und im Übrigen zum Auftreten von Hämatomen führen könnte.

Ganz allgemein beruht die vorliegende Erfindung auf der Tatsache, das ein viskoelastisches Gel die Eigenschaft hat, eine Substanz langsam freizusetzen, die vor deren Vernetzung dem Ausgangsgemisch zugesetzt wurde. Eine derartige Eigenschaft kann dadurch erklärt werden, dass die aktive Substanz, die mit dem Ausgangsgemisch mischbar ist, sich nicht vernetzt und sich innerhalb des mikroskopischen Gitters, das nach Vernetzung des Ausgangsgemisches existiert, in freier Form befindet, was ihm erlaubt, an die Oberfläche des Stoffes zu wandern.


Anspruch[de]
Verfahren zur Anwendung einer aktiven Substanz im Bereich des Fußes (2), welches aus ästhetischen, nicht therapeutischen Gründen eingesetzt wird, dadurch gekennzeichnet, dass es die Anwendung in mindestens einem Zehenzwischenraum (2) eines viskoelastischen Stoffes (1, 1') umfasst, dessen Form vorgesehen ist, um in den erwähnten Zehenzwischenraum eingesetzt und dort durch Einklemmen zwischen den Zehen gehalten zu werden, wobei der Stoff eine aktive Substanz enthält, welche sich bei Kontakt mit der Haut langsam freisetzt. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem der viskoelastische Stoff ein Silikongel ist. Verfahren nach Anspruch 2, bei dem das Silikongel mechanische Eigenschaften ähnlich denen des menschlichen Fußsohlenpolsters aufweist. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, bei dem die Substanz eine Substanz ist, die darauf abzielt, das Auftreten von unangenehmen Gerüchen im Bereich des Fußes zu beseitigen oder andernfalls zu begrenzen. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, bei dem der viskoelastische Stoff eine kugel- oder eiförmige Form und einen an den erwähnten Zehenzwischenraum angepassten Durchmesser aufweist. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, bei dem der viskoelastische Stoff eine zylindrische Form und einen an den erwähnten Zehenzwischenraum angepassten Durchmesser aufweist. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 und 6, bei dem der viskoelastische Stoff einen minimalen Durchmesser von ungefähr 4 mm aufweist. Produkt (1, 1') für die Anwendung einer aktiven Substanz an einer Zone des Fußes, dadurch gekennzeichnet, dass es Folgendes umfasst:

– einen viskoelastischen Stoff, dessen Form vorgesehen ist, um in einen Zehenzwischenraum (2) eingesetzt und dort durch Einklemmen zwischen den Zehen gehalten zu werden, und

– mindestens eine aktive Substanz, welche dem viskoelastischen Stoff beigemischt ist und sich langsam aus dem viskoelastischen Stoff freisetzt, wenn dieser mit der Haut in Kontakt gebracht wird.
Produkt nach Anspruch 8, bei dem der viskoelastische Stoff ein Silikongel ist. Produkt nach Anspruch 9, bei dem das Silikongel mechanische Eigenschaften ähnlich denen des menschlichen Fußsohlenpolsters aufweist. Produkt nach einem der Ansprüche 8 bis 10, für die Vorbeugung oder Behandlung der Folgen der Hyperhidrose der Fußsohlen, bei dem die aktive Substanz aus der Gruppe bestehend aus Fungistatika, Fungiziden, Bakteriostatika und Bakteriziden ausgewählt wird. Produkt nach einem der Ansprüche 8 bis 11, mit kugel- oder eiförmiger Form und einem an den erwähnten Zehenzwischenraum angepassten Durchmesser. Produkt nach einem der Ansprüche 8 bis 11, mit zylindrischer Form und einem an den erwähnten Zehenzwischenraum angepassten Durchmesser. Produkt (1, 1') für die Anwendung einer aktiven Substanz an einer Zone des menschlichen Körpers, dadurch gekennzeichnet, dass es Folgendes umfasst:

– einen viskoelastischen Stoff mit kugel- oder eiförmiger Form, der einen minimalen Durchmesser von ungefähr 2 mm für eine Anwendung am Auge oder von ungefähr 4 mm für eine Anwendung in einer anderen Zone des menschlichen Körpers aufweist, und

– mindestens eine aktive Substanz, welche dem viskoelastischen Stoff beigemischt ist und sich langsam aus dem viskoelastischen Stoff freisetzt, wenn dieser mit der Haut in Kontakt gebracht wird.
Produkt nach Anspruch 14, bei dem der viskoelastische Stoff ein Silikongel ist. Produkt nach Anspruch 15, bei dem das Silikongel mechanische Eigenschaften ähnlich denen des menschlichen Gewebes in der jeweiligen Zone des menschlichen Körpers aufweist. Produkt für die Anwendung einer aktiven Substanz an einer Zone des menschlichen Körpers, dadurch gekennzeichnet, dass es Folgendes umfasst:

– einen viskoelastischen Stoff mit zylindrischer Form und einem minimalen Durchmesser von ungefähr 4 mm, und

– mindestens eine aktive Substanz, welche dem viskoe- lastischen Stoff beigemischt ist und sich langsam aus dem viskoelastischen Stoff freisetzt, wenn dieser mit der Haut in Kontakt gebracht wird.
Produkt nach Anspruch 17, bei dem der viskoelastische Stoff ein Silikongel ist. Produkt nach Anspruch 18, bei dem das Silikongel mechanische Eigenschaften ähnlich denen des menschlichen Gewebes in der jeweiligen Zone des menschlichen Körpers aufweist. Verfahren zur Herstellung eines viskoelastischen Produkts (1, 1') mit kugel- oder eiförmiger Form, welches für die Anwendung einer aktiven Substanz am einer Zone (2) des menschlichen Körpers bestimmt ist, dadurch gekennzeichnet, dass es die folgenden Schritte umfasst:

– Vorbereitung eines Gemisches, umfassend mindestens ein Präparat, das dazu bestimmt ist zu vernetzen, um nach der Vernetzung einen Stoff zu bilden, der viskoelastische Eigenschaften besitzt, und mindestens eine aktive, mit dem Präparat mischbare Substanz,

– Einführen einer bestimmten Menge des Gemisches in einen Behälter, welcher ein mit dem Gemisch nicht mischbares Fluid enthält, und

– Vernetzung der Menge des in das Fluid eingetauchten Gemischs.
Verfahren nach Anspruch 20, für die Herstellung eines viskoelastischen Produkts aus Silikongel, bei dem das Gemisch mindestens ein Silikonöl umfasst. Verfahren nach einem der Ansprüche 20 und 21, bei dem die aktive Substanz aus der Gruppe bestehend aus Fungistatika, Fungiziden, Bakteriostatika und Bakteriziden ausgewählt wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 20 bis 22, bei dem die volumenbezogene Masse des Fluids so ausgewählt wird, dass das Gemisch im Fluid in Suspension und eingetaucht bleibt, oder in Richtung des Bodens des Gefäßes mit einer ausreichend langsamen Geschwindigkeit herabsinkt, damit seine Vernetzung vor dem Erreichen des Bodens des Gefäßes gewährleistet wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 20 bis 23, bei dem das Fluid erwärmt wird, um den Vernetzungsprozess zu beschleunigen.






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