Diese Erfindung betrifft eine neue Mg und Si enthaltende Aluminiumknetlegierung,
die für Bleche und insbesondere für Karosseriebleche und/oder Baubleche
geeignet ist. Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zur Herstellung der Aluminiumknetlegierung.
Insbesondere Karosseriebleche werden aus Legierungen der AA5xxx- oder
AA6xxx-Serien hergestellt. Legierungen der AA5xxx-Serie enthalten Mg als wichtigstes
Legierungselement, und Mg liegt im Allgemeinen in einer Konzentration von über
2 Gew.-% vor, während der Si-Gehalt üblicherweise niedrig ist. Legierungen
der AA5xxx-Serie werden typischerweise für Fahrzeuginnenverkleidungen verwendet.
Legierungen der AA6xxx-Serie enthalten sowohl Mg als auch Si. Si und Mg liegen im
Allgemeinen in einer Konzentration von jeweils bis zu 1,5 Gew.-% vor. Legierungen
der AA6xxx-Serie werden typischerweise für Fahrzeugaußenverkleidungen
verwendet.
Einige im Stand der Technik gefundene Offenbarungen enthalten: Die
US-Patentschrift 6,248,193 offenbart ein Verfahren zur Herstellung eines Aluminiumlegierungsblechs
mit verbesserter Beständigkeit gegenüber Spannungskorrosionsrissen unter
Belastung und verbesserte Formfixierbarkeit. Das Verfahren umfasst kontinuierliches
Gießen, Walzen und eine Stabilisierungsbehandlung mit einem spezifischen Arbeitsfenster.
Das Verfahren betrifft AlMg-Legierungen der AA5xxx-Serie.
Die JP-Patentschrift 03 039 440 offenbart ein Verfahren zur Herstellung
eines Al-Legierungsblechs, das eine exzellente Formbarkeit zeigt und zur Verwendung
als Verkleidung für Fahrzeuge geeignet ist.
Die US-Patentschrift 5,908,518 offenbart eine AlMgMn-Legierung für
geschweißte mechanische Konstruktionen und mit einer Mikrostruktur, welche
Mg2Si-Teilchen in einem definierten Größen- und Dichtigkeitsbereich
enthält.
Die US-Patentschrift 6,086,690 offenbart ein Verfahren zur Herstellung
von Aluminiumlegierungsblechprodukten unter Benutzung einer Zwillingsband-Gießmaschine
und einer Serie von Walzschritten ohne Zwischenwickeln oder Hochglühen des
Zwischenblechartikels. Das Verfahren ist auf nicht wärmebehandelbare Aluminiumlegierungen
der AA5xxx-Serie anwendbar.
Die US-2001/0006606 A1 offenbart eine Aluminiumbasislegierung zur
Herstellung von Gusslegierungen, und wobei sie mindestens 50% Altmetall aus primärem
Aluminium und als Rest primäres Aluminium und/oder Altmetall aus sekundärem
Aluminium enthält. Das primäre Altmetall ist hauptsächlich Metall,
das aus Nahrungsmittel- oder Tierfutterverpackungen gewonnen wird. Die Legierung
dient zur Produktion von Maschinenblöcken, Zylinderköpfen und Ölpumpen
und zwar mittels Sandguss, Hartguss bzw. Kokillenguss, Druckguss, Thixoguss und
Thixoschmieden.
Die EP-Patentschrift 0 992 598 A1 offenbart eine für Fahrzeugbauteile
geeignete Aluminiumknetlegierung sowie das Verfahren zu deren Herstellung. Die Legierung
eignet sich insbesondere zur Herstellung unter Verwendung hoher Anteile (>50%)
an Schrott.
Es ist Aufgabe der Erfindung eine Knetlegierungszusammensetzung anzugeben,
die für Blechanwendungen, z.B. Karosseriebleche, Baubleche, verwendet werden
kann, da sie einen Ausgleich aus ausreichender Festigkeit und guter Formbarkeit
und Korrosionsbeständigkeit hat.
Gemäß der Erfindung wird diese Aufgabe durch eine Knetlegierung
erreicht, die sich, in Gewichtsprozent, zusammensetzt aus:
Mg 3,0–4,0,
Si 0, 65–1, 0,
Cu bis zu 0,3,
Fe bis zu 0,4,
Mn bis zu 0,3,
Zn bis zu 0,8,
Verunreinigungen jeweils bis zu 0,05 und insgesamt bis zu 0,25,
Rest Aluminium.
Die Knetlegierung der Erfindung ist sowohl gegenüber hohen Mg-
als auch Si-Anteilen tolerant, während sie für einen erwünschten
Ausgleich der Eigenschaften hinsichtlich Formbarkeit, Festigkeit und Korrosionsbeständigkeit
sorgt.
Ein Vorteil der Knetlegierung gemäß der vorliegenden Erfindung
ist deren gute Fähigkeit zur Schrottabsorbierung, während sie immer noch
besonders geeignet ist für Bleche, z.B. Karosseriebleche und/oder Baubleche,
da sie ausreichend Festigkeit, Zähigkeit und Korrosionsbeständigkeit hat,
während die Produktionskosten niedrig gehalten werden, weil die Legierung aus
einer Majorität, bevorzugt mehr als 50%, an Schrott und einer Minorität
an Verhüttungsmaterial besteht.
Das Recyceln von Schrott zur Herstellung einer Legierung ist im Vergleich
zur Herstellung von Verhüttungsmaterial kostengünstig. Aufgrund des Vorhandenseins
relativ hoher Anteile an Elementen wie Si und/oder Mg und/oder Zn und/oder Cu und/oder
Mn und/oder Fe in Schrott, ist es üblicherweise notwendig, auch signifikante
Mengen an Verhüttungsmaterial sowie Schrott zu verwenden, um die erwünschten
mechanischen Eigenschaften zu erzielen. Es hat sich herausgestellt, dass die Knetlegierung
der vorliegenden Erfindung die Zugabe von weniger Verhüttungsmaterial erfordert,
da es relativ große Mengen an Mg, Si, Fe, Mn und Zn absorbieren kann, ohne
sich nachteilig auf deren mechanischen Eigenschaften auszuwirken. Die Knetlegierung
der vorliegenden Erfindung hat somit beträchtliche Kostenvorteile gegenüber
Aluminiumlegierungen, die die Zugabe von beträchtlichen Mengen an Verhüttungsmaterial
erfordern.
Einige der Gründe für die Kontrolle der Legierungselemente
der Aluminiumknetlegierung gemäß der Erfindung sind weiter unten beschrieben.
Alle Zusammensetzungen sind in Gewichtsprozent angegeben.
Mg bildet die Hauptzugabe zur Mischkristallverfestigung in der Knetlegierung,
und der relativ hohe Mg-Gehalt der vorliegenden Erfindung zwischen 3,0% und 4,0%
führt zu erhöhter Festigkeit und Formbarkeit. Festigkeit und Formbarkeit
reichen nicht aus, wenn der Mg-Gehalt unter 3,0 Gew.-% liegt. Steigt jedoch der
Mg-Gehalt über 4,0%, hat sich das Festigkeitsniveau als zu hoch herausgestellt.
Die Blechproduktion wird somit schwierig. Mg kann bevorzugt im Bereich von 3,2%–4,0%
und bevorzugter von 3,4%–3,8% vorliegen. Der Mg-Gehalt zwischen 3,0 Gew.-%
und 4,0 Gew.-% sorgt für eine gute Festigkeit und Formbarkeit. Trotz dieses
relativ hohen Mg-Gehalts hat jedoch die Legierung der Erfindung überraschenderweise
eine hohe Beständigkeit gegen interkristalline oder Korngrenzenkorrosion.
Si ist ein Element, das die Festigkeit verbessert und zwecks Optimierung
der Festigkeit der Knetlegierung der vorliegenden Erfindung mit wenigstens 0,65%
vorliegt.
Es hat sich erwiesen, dass Mg-Gehalte über 4,0 Gew.-% in Kombination
mit Si-Gehalten unter 0,65 Gew.-% zu geringer Korrosionsleistung führen, weil
Mg und Al eine Mg5Al8-Phase an den Kornrändern bilden.
Diese Phase ist sehr anodisch in Bezug auf die Matrix und führt zu örtlich
begrenzter Korrosion an den Kornrändern. Wenn Si mit über 0,65 Gew.-%
vorhanden ist, ist es verfügbar, um sich mit Mg zu verbinden und Mg2Si
zu bilden. Daraus folgt, dass weniger Mg zur Bildung von Mg5Al8
verfügbar ist, und das Material weniger anfällig gegenüber Korrosion
am Kornrand ist. Mg2Si trägt auch zur Förderung der mechanischen
Festigkeit nach einem Backvorgang bei. Ein Si-Gehalt über 1,0% führt jedoch
zu verringerter Dehnbarkeit und Formbarkeit, da sich die Mg2Si-Bestandteile
nachteilig auf die Formbarkeit bei höheren Konzentrationen auswirken. Der Si-Gehalt
kann 0,65%–1,0% und bevorzugt 0,65–0,9% betragen.
Cu kann bis zu 0,3% vorhanden sein. Cu bis zu dieser Konzentration
fördert die Festigkeit und Biegeeigenschaft der Knetlegierung. Die durch Cu
verbesserte Festigkeit bleibt nach einem Lackbackzyklus erhalten. Es hat sich gezeigt,
dass in Konzentrationen über 0,3% vorhandenes Cu zu erhöhter Lochfraß-
und Filiformkorrosion führt. Cu kann bevorzugt bis zu 0,25% und bevorzugter
zwischen 0,1% und 0,2% vorliegen.
Fe kann bis zu 0,4% vorhanden sein. Fe trägt zur Dispersionsfestigung
und Kornverfeinerung bei, setzt jedoch die Formbarkeit bei Konzentrationen über
0,4% herab. Fe kann bis zu 0,3% vorhanden sein, bevorzugter zwischen 0,15 und 0,23%.
Mn verfeinert wirksam die rekristallisierten Körner und vereinigt
wieder die Struktur der Knetlegierung. Wenn Mn mit einem Gehalt über 0,3% vorliegt,
wird die Formbarkeit verschlechtert, da grobe intermetallische Verbindungen während
des Gießens gebildet werden. Es können bevorzugt bis zu 0,2% Mn oder bevorzugter
0,1–0,2 Gew.-% vorhanden sein.
Zn kann bis zu 0,8% und bevorzugt bis zu 0,5% und noch bevorzugter
bis zu 0,3% vorhanden sein. Es kann in dem Altmaterial, aus dem die vorliegende
Knetlegierung hergestellt wird, vorhanden sein, und es kann auch der Legierung zugegeben
werden. In diesem Bereich verbessert Zn weiter die interkristalline Korrosionsbeständigkeit
der Knetlegierung.
Andere Verunreinigungen wie Zr, Ti und Cr können in der Knetlegierung
jeweils in einer Konzentration bis zu 0,05%, insgesamt bis zu 0,25, vorliegen. Obgleich
auf Verunreinigungsniveau, ist Ti als ein Kornverfeinerungselement im Gießvorgang
vorhanden. Das gesamte Verunreinigungsniveau kann bevorzugt bis zu 0,15 betragen,
wobei jede Verunreinigung in einer Konzentration von bis zu 0,05% vorliegt.
Aluminium macht den Rest der Knetlegierungszusammensetzung aus.
Es hat sich herausgestellt, dass der Mg-Bereich von 3,0–4,0
Gew.-% und der Si-Bereich von 0,65–1,0 Gew.-% insbesondere bedeutet, dass
Altmaterial wie eine Kombination aus Legierungsarten der AA6xxx- und AA5xxx-Serien
in verschiedenen Verhältnissen die Mehrheit (über 50%) des Materials enthalten
können, aus dem die Knetlegierung hergestellt wird. Das Altmetall, das den
Hauptteil des Materials enthält, aus dem die Knetlegierung hergestellt wird,
ist bevorzugt Knetmetall aus Schrott. Der Schrott der AA6xxx- und AA5xxx-Legierungen
kann aus nicht getrenntem Produktionsschrott stammen oder aus nicht getrenntem Schrott
aus Altautos wie beispielsweise gemischtem Karosserieblechschrott. Der nicht getrennte
Altautoschrott kann sowohl in Form von inneren als auch äußeren Karosserieblechen
vorliegen und geschredderte Autohauben, -dächer, deckel usw. enthalten. Der
nicht getrennte Altautoschrott kann bevorzugt zwei oder mehr der AA6016-, AA6111-
und AA5182-Legierungen enthalten.
Die Knetlegierungszusammensetzung der vorliegenden Erfindung besitzt
im weichgeglühten Zustand die folgenden mechanischen Eigenschaften: eine Streckfestigkeit
von wenigstens 100 MPa und bevorzugt 100–115 MPa, und eine Höchstzugfestigkeit
von wenigstens 220 MPa und bevorzugt 220-230 MPa, eine Dehnung A50 von mindestens
17% und bevorzugt im Bereich von 17–25% nach Euronorm gemessen. Die Standardlegierung
AA5754 im weichgeglühten Zustand hat die typischen Eigenschaften einer Streckfestigkeit
von wenigstens 80 MPa, Höchstzugfestigkeit von 190–240 MPa und einer
Dehnung A50 von mindestens 14%, nach Euronorm gemessen. Ebenso wie ihre Schrottabsorbierungsfähigkeiten
so hat die Knetlegierung der vorliegenden Erfindung auch mechanische Eigenschaften,
die zumindest mit denen der AA 5754 vergleichbar sind, eine Legierung, die typischerweise
bei Fahrzeuganwendungen benutzt wird.
Die Knetlegierung der vorliegenden Erfindung eignet sich eher für
semikontinuierlichen, direkten Schalenhartguss (DC-Guss), als dass sie kontinuierlichen
Guss erfordert.
In einem weiteren Aspekt bezieht sich die Erfindung auf ein Verfahren
zur Herstellung der Knetlegierung gemäß dieser Erfindung, umfassend die
Schritte:
i) direkter Schalenhartguss eines Walzbarrens mit einer chemischen Zusammensetzung
wie in der vorliegenden Erfindung definiert und bevorzugt zusammengesetzt aus hierin
definiertem Schrottmaterial,
ii) Vorwärmen oder Homogenisieren,
iii) Warmwalzen,
iv) Kaltwalzen,
v) Rekristallisationsglühen in einem Temperaturbereich von 330°C–480°C
oder Lösungsglühen in einem Temperaturbereich von 480°C–570°C,
vorzugsweise 520°C–570°C,
vi) Abschrecken,
vii) wahlweise Voraltern oder Stabilisieren bis zu 200°C.
Rekristallisationsglühen wird im Allgemeinen für nicht wärmebehandelbare
Legierungen wie die AA5xxxx-Serie verwendet, während Lösungsglühen
für wärmebehandelbare Legierungen wie die AA6xxx-Serie verwendet wird.
Es hat sich jedoch herausgestellt, dass Lösungsglühen der
Knetlegierung gemäß der vorliegenden Erfindung zu zusätzlicher Backhärtung
aufgrund der hohen Niveaus von Mg und Si führt. Wenn die Knetlegierung der
vorliegenden Erfindung nach dem Lösungsglühen backgehärtet ist, steigt
die Streckfestigkeit um 60–85 MPa und möglicherweise noch mehr. Die
Höchstzugfestigkeit steigt auch um 15–45 MPa. Eine solche zusätzliche
Backhärtung tritt nicht in den regulären Legierungen der AA5xxx-Serie
auf, die typischerweise für Fahrzeuginnenverkleidungen verwendet werden. Backhärtung
kann als ein zusätzlicher optionaler Verfahrensschritt nach dem obigen Schritt
vi) oder vii) benutzt werden. Lösungsglühen kann somit erfolgen, wenn
zusätzliche Festigkeit nötig ist.
Die Erfindung wird nun anhand eines nicht einschränkenden Beispiels
dargestellt.
Beispiel
Knetlegierungszusammensetzung in Gewichtsprozent:
Tabelle 1
Wie ersichtlich, hat die Knetlegierung der vorliegenden Erfindung
ein relativ hohes Niveau an Mg und Si und Cu im Vergleich zum Standard-AA5754 und
AA5454.
Die folgenden mechanischen Eigenschaften wurden für die Probe
1 gemäß der Erfindung, mit der in Tabelle 1 gezeigten Zusammensetzung,
erreicht. Nach dem direkten Schalenhartguss wurde die Probe gemäß der
Erfindung für 5 Stunden bei 560°C homogenisiert. Das Material wurde anschließend
bis auf eine Dicke von 4 mm warmgewalzt, bei 360°C weichgeglüht und bis
zu einer Dicke von 1 mm kaltgewalzt. Das Material wurde anschließend bei 420°C
für 1 sec weichgeglüht oder bei 560°C für 10 sec lösungsgeglüht
oder wärmebehandelt. Das lösungsgeglühte Material wurde auch einem
simulierten Backvorgang unter Verwendung eines Ölbads unterzogen. Das Material
war 2% vorgereckt und bei 185°C für 20 min gebacken oder bei 205°C
für 30 min ohne Vorrecken geglüht.
Tabelle 2
Die Probe 1 hat somit im weichgeglühten Zustand Eigenschaften,
die zumindest mit denen von AA5754 vergleichbar sind, und sie hat eine bessere Formbarkeit
als AA5454 und auch als AA5754. Wie aus Tabelle 2 hervorgeht, steigt durch Backhärten
der Probe 1 nach dem Lösungsglühen die Dehnfestigkeit von Probe 1 deutlich
um 72 bis 76 MPa, während die Höchstzugfestigkeit um 25–35 MPa
zunimmt.
Intergranulare Korrosions- oder Korngrenzenkorrosionsuntersuchungen
wurden ebenfalls auf 5754 im weichgeglühten Zustand, 5454 im weichgeglühten
Zustand, Probe 1 im weichgeglühten Zustand und Probe 1 im weichgeglühten
Zustand ausgeführt. Erreicht wurde die weichgeglühte Zusammensetzung durch
Homogenisieren bei 560°C für 5 Stunden, anschließendem Warmwalzen
bis zu einer Dicke von 4 mm, Weichglühen bei 360°C und Kaltwalzen bis
zu einer Dicke von 1 mm, bevor bei 420°C für 1 sec weichgeglüht wurde.
Der lösungsgeglühte Zustand wurde erreicht durch Homogenisieren
der Probe bei 560°C für 5 Stunden, anschließendem Warmwalzen bis
zu einer Dicke von 4 mm, Weichglühen bei 360°C und Kaltwalzen bis zu einer
Dicke von 1 mm, bevor bei 560°C für 10 sec lösungsgeglüht (oder
wärmebehandelt) wurde.
Die weichgeglühten und lösungsgeglühten Proben wurden
zuerst „sensibilisiert", indem sie für 100 Stunden bei 100°C (aus)geglüht
oder für 20 Tage bei 100°C (aus geglüht wurden. Dieser Sensibilisierungsvorgang
macht die Proben sensibler gegenüber intergranularer Korrosion und ermöglicht
eine angemessene, präzise Vorhersage in Bezug auf die intergranularen Korrosionseigenschaften
des Materials über längere Zeiträume hinweg.
Die intergranularen Korrosionstests erfolgt nach ASTM G67, wonach
das Testverfahren darin besteht, Prüfstücke in konzentrierte Nitritsäure
bei 30°C für 24 Stunden einzutauchen und den flächenbezogenen Massenverlust
als Maß für die Anfälligkeit gegenüber intergranularer Korrosion
zu bestimmen.
Es wurde die in Tabelle 3 gezeigten Ergebnisse erzielt.
Tabelle 3
Diese Ergebnisse zeigen, dass die Legierung der vorliegenden Erfindung
eine höhere Beständigkeit gegenüber intergranularer Korrosion hat
als die Standardlegierungen AA5754 und AA5454.
Anspruch[de]
Knetlegierung, die sich, in Gewichtsprozent, zusammensetzt aus:
Mg 3,0–4,0,
Si 0, 65–1, 0,
Cu bis zu 0,3,
Fe bis zu 0,4,
Mn bis zu 0,3,
Zn bis zu 0,8,
Verunreinigungen jeweils bis zu 0,05 und insgesamt bis zu 0, 25,
Rest Aluminium.Knetlegierung nach Anspruch 1, wobei der Cu-Gehalt bis zu 0,2 Gew.-%
beträgt und vorzugsweise im Bereich von 0,1–0,2 Gew.-% liegt.Knetlegierung nach einem vorhergehenden Anspruch, wobei der Fe-Gehalt
bis zu 0,3 Gew.-% beträgt und vorzugsweise im Bereich von
0,15 bis 0,23 Gew.-% liegt.Knetlegierung nach einem vorhergehenden Anspruch, wobei der Mn-Gehalt
bis zu 0,2 Gew.-% beträgt und vorzugsweise im Bereich von 0,1–0,2 Gew.-%
liegt.Knetlegierung nach einem vorhergehenden Anspruch, wobei der Si-Gehalt
im Bereich von 0,65–0,9 Gew.-% liegt.Knetlegierung nach einem vorhergehenden Anspruch, wobei der Mg-Gehalt
im Bereich von 3,2–4,0 Gew.-% und vorzugsweise im Bereich von 3,4–3,8
Gew.-% liegt.Knetlegierung nach einem vorhergehenden Anspruch, wobei die Knetlegierung
ein Walzprodukt ist.Knetlegierung nach einem vorhergehenden Anspruch, wobei die Knetlegierung
Altmetall und vorzugsweise Autoschrott enthält.Knetlegierung nach einem vorhergehenden Anspruch, die recycelten Schrott
aus AA6xxx- und AA5xxx-Legierungen enthält, und die vorzugsweise mehr als 50%
recycelten Schrott aus AA6xxx- und AA5xxx-Legierungen enthält.Verfahren zur Herstellung der Knetlegierung nach einem der Ansprüche
1 bis 9, umfassend die Schritte:
i) direkter Schalenhartguss,
ii) Vorwärmen oder Homogenisieren,
iii) Warmwalzen,
iv) Kaltwalzen,
v) Rekristallisationsglühen in einem Temperaturbereich von 330°C–480°C
oder Lösungsglühen in einem Temperaturbereich von 480°C–570°C,
vorzugsweise 520°C–570°C,
vi) Abschrecken,
vii) wahlweise Voraltern oder Stabilisieren bis zu 200°C.Verfahren nach Anspruch 10, ferner umfassend einen Backhärtungsschritt
nach Schritt vi) oder vii).Teil einer Autokarosserie und/oder eines Baublechs hergestellt aus der
Knetlegierung nach den vorhergehenden Ansprüche 1 bis 9 oder erzielt durch
das Verfahren nach den Ansprüchen 10 oder 1.