Die Erfindung betrifft eine hydratisierte anorganische oder organische
Verbindungen als ein Wasser freisetzendes Additiv enthaltende Polyolefinzusammensetzung
sowie ein Verfahren zur Verhinderung der Verhinderung bei Polyolefinen.
Die Verfärbung von Polyolefinen entweder direkt nach der Herstellung
oder nach der Verarbeitung ist ein bekanntes Phänomen. Für die Verfärbung
bei Polyolefinen kann es verschiedene Ursachen geben. Längerfristig, üblicherweise
während der Gebrauchsdauer des Polyolefingegenstands, beruht die Verfärbung
auf der Umwandlung der Antioxidantien auf Basis von Phenol in Produkte mit chinoiden
Strukturen (P. P Klemchuk und P. L. Horng, Polym. Degrad. Stab. 7, 131 (1984); T.
J Henman in "Development in Polymer Stabilization-1, Herausgeber G. Scott, Applied
Science Publishers, London, Seite 39 (1979); G. Scott und F. Yusoff, Polym. Degrad.
Stab. 3, 13 (1980)). Als Folge wird in späteren Publikationen (wie zum Beispiel
E. Epacher, E. Fekete, M. Gahleitner und B. Pukanszky, Polym. Degrad. Stab. 63,
489 (1999)) angenommen, dass die Verfärbung mit der Stabilisatormenge korreliert,
die bei der Verarbeitung des quantitativ behandelten Polyolefins reagiert.
In weiterer Literatur wird berichtet, dass sich Polyolefine besonders
dann stark verfärben, wenn sie in Dauerkontakt mit Wasser stehen (H. R. Smeltz
und W. Krucker, Textilveredlung, 20 [9], 272 (1985)). In der Zwischenzeit sind gegen
den in Gegenwart von Übergangsmetallionen wie zum Beispiel Metallkabelkomponenten
möglichen Autooxidationsvorgang mehrere Stabilisatorsysteme entwickelt worden.
Bekanntlich wird die eventuell auch an einem derartigen Autooxidationsvorgang
beteiligte Zersetzung von Hydroperoxid durch Übergangsmetallverunreinigungen
üblicherweise von der Polymerisation übriggebliebenen Metallkatalysatorrückständen
wie Titan- und Aluminiumrückständen katalysiert (Y. Kamiya, J. Polym.
Sci., B-4, 999 (1966), R. Hiatt, T. Mill und F. R. Mayo, J. Org. Chem., 33, 1416
(1968); L. Reich, B.
R. Jadrnicek, und S. S. Stivala, Polym. Eng. Sci., 11, 265 (1971);
D. J. Carlson und D. M. Wiles, J. Macromol. Sci., Rev. Macromol. Chem., C-14, 65
(1976)).
Bei klassischen auf Ziegler zurückgehenden Katalysatorzusammensetzungen
kann eine Unschädlichmachung von Titan und Aluminium durch Zusatz von Wasser
und/oder Alkoholen zum System zur Bildung von Hydroxid- oder Alkoxidderivaten, wie
zum Beispiel Aluminium- und Titanisopropoxiden, die sich bei der Verarbeitung in
die entsprechenden Oxide des Titans beziehungsweise des Aluminiums umwandeln, oder
in Form von nanoskaligen Teilchen, eingelagert in den Teilchen des entstandenen
Harzes, erfolgen.
Bei Katalysatoren der späteren Generation und den entsprechenden
Polyolefinen können Lewis-Säure-Rückstände in Kombination mit
Rückständen von Selektivitätssteuermitteln immer noch zur Verfärbung
führen.
Aus der WO 99/67322 (EP-A-1090065) sind schäumbare Zusammensetzungen
auf Basis eines thermoplastischen Polyolefinelastomers bekannt, die hydratisierte
Salze von Metallen der Gruppen 1 und 2, insbesondere Metallhydroxide enthalten.
Ebenso werden in der WO 98/37131 (EP-A-0961808) schäumbare Polyolefinelastomerzusammensetzungen
beschrieben, die hydratisierte Metallsalze, insbesondere Aluminium- und Magnesiumhydroxide,
gegebenenfalls nach Oberflächenbehandlung mit Kopplungsmitteln enthalten.
Aus der US-PS 4,298,509 sind flammfeste Polyolefinfasern bekannt,
die neben halogenierten organischen Verbindungen, Ammoniumpolyphosphaten oder Metallboraten
Metalloxidhydrate enthalten. Zu ähnlichen Zusätzen zu Polyolefinharzen
zählen Hydrotalcit oder synthetisches Hydrotalcit [Mg6Al2(OH)16](CO3)(H2O)4,
die in der Wärme Kohlenstoffdioxid erzeugen.
Aus der JP-A-52/078279 sind poröse laminierte Polyolefinfolien
bekannt, zu deren Herstellung man bis zu zehn Gewichtsprozent an hydratisierten
anorganischen Verbindungen, insbesondere Aluminiumhydroxid und Calciumcarbonat,
enthaltende Harze verarbeitet.
Gemäss der JP-B-45/035372 erfolgt die Herstellung von Polyethylenfolien
aus Polymeren, enthaltend hydratisierte Salze, wie Eisen(III)-ammoniumalaun. Derartige
Verbindungen sind allerdings rosa- oder violettfarben und entsprechend nur bedingt
zur Polymermodifizierung geeignet.
Trotz der Bereicherung des Standes der Technik durch die vorstehend
genannten Polymerzusammensetzungen besteht immer noch ein Bedarf an einfachen Mass,
nahmen die Farbbildung bei Olefinpolymeren zu verringern oder zu
unterbinden. Insbesondere mangelt es immer noch an einem entsprechenden Verfahren,
bei dem von kleinen Mengen farbloser Verbindungen Gebrauch gemacht wird, die man
ohne weiteres bei Polyolefinharzen einsetzen kann, die nach Lösungspolymerisationsverfahren
hergestellt werden.
Aus der JP-A-52/049258 (Mitsubishi Petrochemical Co Ltd.) ist eine
rostverhindernde, nicht vergilbende Polyolefinzusammensetzung vom Typ Ziegler bekannt,
die 0,1 bis 1 Gewichtsprozent hydratisierte Erdalkalicarbonat- und/oder -hydroxidverbindungen
sowie hydratisierte Mg/Al-carbonat- und/oder -hydroxidverbindungen, bevorzugt hydratisierte
Mg-carbonat- und/oder -hydroxidverbindungen enthält.
Aus der US-PS 4,591,633 (Suzuki et al.) ist eine deodorisierend wirkende
Polyolefinzusammensetzung vom Typ Ziegler bekannt, die 0,001 bis 0,5 Gewichtsprozent
hydratisierte Mg- oder Mg/Al-carbonat- und/oder - hydroxidverbindungen oder hydratisierte
Ca-/Al-/Si-oxidverbindungen enthält.
Aus der US-PS 4,284,762 (Miyata et al.) ist eine Korrosion inhibierende,
Verfärbung verhindernde Polyolefinzusammensetzung bekannt, die 0,01 bis 5 Gewichtsprozent
eines Hydrotalcits, bevorzugt Mg1-xAlx(OH)2(CO3)x/nn-1·m H2O enthält.
Es wurde nun überraschend gefunden, dass sich spezielle hydratisierte
anorganische oder organische Verbindungen als Wasser freisetzende Additive zur Verhinderung
oder Verminderung der Farbkörperbildung in Polyolefinen eignen.
Die erfindungsgemässe Polyolefinzusammensetzung enthält
farblose Wasser freisetzende Additive in Konzentrationen von 0,01 bis 0,07 Gewichtsprozent,
bezogen auf das Gewicht der Polyolefinmasse, wobei das Wasser freisetzende Additiv
ausgewählt ist aus K2HPO4·3H2O, K2P2O7·3H2O,
NaH2PO4·H2O, NaH2PO4·2H2O,
Na2HPO4·2(H2O), Na2HPO4·12H2O,
Na2HPO4·7H2O, Na3PO4·12H2O,
Na4P2O7·12H2O, Na2HPO4·5H2O.
Die erfindungsgemässe Polyolefinzusammensetzung enthält
ein Polyolefin und 0,01 bis 0,07 Gewichtsprozent der farblose, hydratisierten anorganischen
Verbindung als ein darin homogen eingearbeitetes Wasser freisetzendes Additiv.
Dabei bedeutet farblos im Sinne der Erfindung, dass die feste partikuläre
Form einen Weissheitsindex (WI, gemäss ASTM-E-313.00) von 70 bis 100 und bevorzugt
von 80 bis 100 aufweist.
Die Wasser freisetzenden Additive sind ferner in der Lage, bei 25°C
eine wässrige Lösung mit einem pH-Wert von 2,0 bis 10,0 und bevorzugt
von 3,0 bis 8,0 zu bilden. Es ist wünschenswert, dass die Zusammensetzung bei
ihrer Schmelzverarbeitung keine gasförmigen Nebenprodukte, insbesondere CO2,
entwickelt.
Als erfindungsgemässe Substrate kommen folgende Polyolefine in
Frage:
1. Polymere von Mono- und Diolefinen, beispielsweise Polypropylen, Polyisobutylen,
Polybuten-1, Poly-4-methylpenten-1, Polyisopren oder Polybutadien sowie Polymerisate
von Cycloolefinen wie z. B. von Cyclopenten oder Norbornen; ferner Polyethylen (das
gegebenenfalls vernetzt sein kann), z. B. Polyethylen hoher Dichte (HDPE), Polyethylen
niederer Dichte (LDPE), lineares Polyethylen niederer Dichte (LLDPE), verzweigtes
Polyethylen niederer Dichte (BLDPE). Polyolefine, d. h. Polymere von Monoolefinen,
wie sie beispielhaft im vorstehenden Absatz erwähnt sind, insbesondere Polyethylen
und Polypropylen, können nach verschiedenen Verfahren hergestellt werden, insbesondere
nach den folgenden Methoden:
a) radikalisch (gewöhnlich bei hohem Druck und hoher Temperatur)
b mittels Katalysator, wobei der Katalysator gewöhnlich ein oder mehrere Metalle
der Gruppe IVb, Vb, VIb oder VIII enthält. Diese Metalle besitzen gewöhnlich
einen oder mehrere Liganden wie Oxide, Halogenide, Alkoholate, Ester, Ether, Amine,
Alkyle, Alkenyle und/oder Aryle, die entweder &pgr;- oder &sgr;-koordiniert
sein können. Diese Metallkomplexe können frei oder auf Träger fixiert
sein, wie beispielsweise auf aktiviertem Magnesiumchlorid, Titan(III)-chlorid, Aluminiumoxid
oder Siliciumoxid. Diese Katalysatoren können im Polymerisationsmedium löslich
oder unlöslich sein. Die Katalysatoren können als solche in der Polymerisation
aktiv sein, oder es können weitere Aktivatoren verwendet werden, wie beispielsweise
Metallalkyle, Metallhydride, Metallalkylhalogenide, Metallalkyl-oxide oder Metallalkyloxane,
wobei die Metalle Elemente der Gruppen Ia, IIa und/oder IIIa sind. Die Aktivatoren
können beipielsweise mit weiteren Ester-, Ether-, Amin- oder Silylether-Gruppen
modifiziert sein. Diese Katalysatorsysteme werden gewöhnlich als Phillips-,
Standard Oil Indiana-, Ziegler-(-Natta-), TNZ-(DuPont), Metallocen- oder Single
Site-Katalysatoren (SSC) bezeichnet.
2. Mischungen der unter 1) genannten Polymere, z. B. Mischungen von Polypropylen
mit Polyisobutylen, Polypropylen mit Polyethylen (z. B. PP/HDPE/LDPE) und Mischungen
verschiedener Polyethylentypen (z. B. LDPE/HDPE).
3. Copolymere von Mono- und Diolefinen untereinander oder mit anderen Vinylmonomeren,
wie z.B. Ethylen-Propylen-Copolymere, lineares Polyethylen niederer Dichte (LLDPE)
und Mischungen desselben mit Polyethylen niederer Dichte (LDPE), Propylen-Buten-l-Copolymere,
Propylen-Isobutylen-Copolymere, Ethylen-Buten-l-Copolymere, Ethylen-Hexen-Copolymere,
Ethylen-Methylpenten-Copolymere, Ethylen-Hepten-Copolymere, Ethylen-Octen-Copolymere,
Propylen-Butadien-Copolymere, Isobutylen-Isopren-Copolymere, Ethylen-Alkylacrylat-Copolymere,
Ethylen-Alkylmethacrylat-Copolymere, Ethylen-Vinylacetat-Copolymere und deren Copolymere
mit Kohlenstoffmonoxid, oder Ethylen-Acrylsäure-Copolymere und deren Salze
(Ionomere), sowie Terpolymere von Ethylen mit Propylen und einem Dien, wie Hexadien,
Dicyclopentadien oder Ethylidennorbornen; ferner Mischungen solcher Copolymere untereinander
und mit unter 1) genannten Polymeren, z. B. Polypropylen/Ethylen-Propylen-Copolymere,
LDPE/Ethylen-Vinylacetat-Copolymere (EVA), LDPE/Ethylen-Acrylsäure-Copolymere
(EAA), LLDPE/EVA, LLDPE/EAA und alternierend oder statistisch aufgebaute Polyalkylen/Kohlenstoffmonoxid-Copolymere
und deren Mischungen mit anderen Polymeren wie z. B. Polyamiden.
Neben den Wasser freisetzenden Additiven gemäss der Erfindung
können die Polyolefine alle Arten bekannter Additive enthalten, wie zum Beispiel
Antioxidantien, UV-Absorber und Lichtstabilisatoren, Metalldeaktivatoren, Phosphite
und Phosphonite, Peroxidfänger, basische Costabilisatoren, Nukleierungsmittel,
Füllstoffe und Verstärkungsmittel sowie andere Additive wie Weichmacher,
Gleitmittel, Emulgatoren, Pigmente, optische Aufheller, Flammschutzmittel, Antistatika,
Treibmittel.
Speziell genannt seien Calciumstearat, Zinkstearat, synthetisches
Hydrotalcit, insbesondere DHT4A, und deren Mischungen.
Nach einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung enthält die
Polyolefinzusammensetzung eine Mischung eines Wasser freisetzenden Additivs gemäss
der obigen Definition mit Calciumstearat oder Zinkstearat oder DHT4A in einem gewichtsbezogenen
Mischungsverhältnis von 10:90 bis 90:10.
Die Zugabe etwaiger zusätzlicher Additive zu den Polyolefinen
kann vor, bei oder nach der Zugabe der erfindungsgemässen Additive erfolgen,
und zwar als Feststoffe, in Lösung oder Schmelze sowie in Form von festen oder
flüssigen Mischungen oder Masterbatches/Konzentraten.
Bevorzugte Kombinationen bestehen aus Polyolefinen, hergestellt mit
titan- und magnesiumhaltigen Ziegler-Natta-Katalysatorzusammensetzungen. Die Herstellung
der Ti-Katalysator-Zusammensetzung erfolgt bevorzugt durch Vermengen einer Kohlenwasserstoffaufschlämmung
von calziniertem Magnesiumchlorid, einer Kohlenwasserstofflösung von Ethylaluminiumdichlorid
und einer Kohlenwasserstofflösung von Titantetraalkoholaten, insbesondere Titantetraisopropylat
zu einer Zusammensetzung, enthaltend eine Magnesiumkonzentration von 0,1 bis 0,5
M, ein molares Verhältnis von Mg/Ti von 40/1 bis 5/1 und ein molares Verhältnis
von Ti/Al von 1/1 bis 1/10. Aktiviert wird die Verbindung mit einer Aluminiumtrialkylverbindung,
insbesondere Triethylaluminium.
Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zur Verhinderung der Verfärbung
bei Polyolefinen, gekennzeichnet durch den Zusatz eines Wasser freisetzenden Additivs
gemäss Anspruch 1 zu einem Polyolefin in Konzentrationen von 0,01 bis 0,07
Gewichtsprozent, bezogen auf das Gewicht der Polyolefinmasse.
Die hydratisierte organische oder anorganische Verbindung wird vorzugsweise
dem in einem beliebigen Polymerisationsverfahren gebildeten Polymer vor dessen Entflüchtung
und/oder Schmelzextrusion und/oder Granulierung zusetzt. So ist es zum Beispiel
bei einem Lösungspolymerisationsverfahren zweckmässig, die hydratisierte
organische oder anorganische Verbindung dem Reaktoraustrag zuzusetzen, wünschenswerterweise
in Form einer Lösung oder Suspension der als Additiv dienenden Verbindung.
Weiterhin kann man die Verbindung oder eine Lösung davon oder eine Suspension
davon der aus einem Slurry-Polymerisationsverfahren austretenden Aufschlämmung
oder dem aus einem Gasphaseverfahren gewonnenen Polymerpulver zusetzen.
Die als Additiv dienende Verbindung kann man auch in Form eines Konzentrats
oder als Masterbatch, gegebenenfalls ein oder mehrere zusätzliche Polymere
enthaltend, in eine aufgeschmolzene Polymermasse einarbeiten.
Bevorzugt erfolgt das Einarbeiten in einem Schmelzmischverfahren.
Überraschenderweise bewirken die Wasser freisetzenden Verbindungen
bereits in niedrigsten Konzentrationen eine Unterbindung der Verfärbung bei
der Schmelzextrusion, ohne dabei verschiedene Polymereigenschaften oder Stabilisatoren
oder andere Additive, die den Polymeren normalerweise zugesetzt werden, negativ
zu beeinflussen.
Die Erfindung wird nun durch folgende Beispiele veranschaulicht:
BEISPIELE
Ein Polyethylen hoher Dichte, HD 12450 N (zu beziehen bei der Dow
Chemical Company) wird mehrfach extrudiert. Ein Polymer mit und ohne pulverisiertem
hydratisierte Salz und einer gängigen Stabilisatorpackung, enthaltend 0,02
Gewichtsprozent Hostanox® O 10, 0,025 Gewichtsprozent Hostanox® O 16 und
0,100 Gewichtsprozent Hostanox® PAR 24 (jeweils bei der Clariant zu beziehen)
wird zunächst trocken gemischt und anschliessend in einer Vorextrusion bei
210°C mit einem Einschneckenextruder, Schneckendurchmesser 25 mm (L/D = 25),
Kompressionsverhältnis 1:3, Schneckendrehzahl 60 U/min, Düsendurchmesser
4 mm) extrudiert. Anschliessende Extrusionen erfolgten mit einem Einschneckenextruder
bei 240°C (Schneckendurchmesser 20 mm (L/D = 20), Kompressionsverhältnis
1:3, Schneckendrehzahl 70 U/min, Düsendurchmesser 2 mm). Das Extrudat wird
zu plattenförmigen Prüflingen verpresst. Zur Simulierung von Titanrückständen
sind alle Formulierungen ausser der Referenzbasis mit einer einheitlichen Menge
an Titantetraisopropylat (0,001% bezogen auf Polymergewicht) versetzt.
Nach der Vorextrusion und der ersten, dritten und fünften Extrusion
wird für jede Formulierung die Farbe (Gelbindex, YI) mittels des Spektralfarbmessgeräts
Minolta CM 3500d gemessen. Die Ergebnisse sind in Tabelle 1 aufgeführt.
TABELLE
Im wesentlichen analog den Beispielen 1 bis 3 wurde jede Probe ausser
der Referenzbasis anstatt mit 0,001 Gewichtsprozent Titantetraisopropylat mit 0,003
Gewichtsprozent Titantetraisopropylat versetzt. Die Ergebnisse sind in Tabelle 2
aufgeführt. TABELLE 2
* zum Vergleich, kein erfindungsgemässes Beispiel
Anspruch[de]
Polyolefinzusammensetzung, enthaltend ein Wasser freisetzendes Additiv
in Konzentrationen von 0,01 bis 0,07 Gewichtsprozent, bezogen auf das Gewicht der
Polyolefinmasse, wobei das Wasser freisetzende Additiv ausgewählt ist aus K2HPO4·3H2O,
K2P2O7·3H2O, NaH2PO4·H2O,
NaH2PO4·2H2O, Na2HPO4·2(H2O),
Na2HPO4·12H2O, Na2HPO4·7H2O,
Na3PO4·12H2O, Na4P2O7·12H2O,
Na2HPO4·5H2O.Polyolefinzusammensetzung nach Anspruch 1, bei der als Additiv eine
Mischung eines Wasser freisetzenden Additivs gemäss Anspruch 1 mit Calciumstearat
oder Zinkstearat oder DHT4A in einem gewichtsbezogenen Mischungsverhältnis
von 10:90 bis 90:10 enthalten ist.Verfahren zur Verhinderung der Verfärbung bei Polyolefinen, gekennzeichnet
durch den Zusatz eines Wasser freisetzenden Additivs gemäss den Ansprüchen
1 bis 2 zu einem Polyolefin in Konzentrationen von 0,01 bis 0,07 Gewichtsprozent,
bezogen auf das Gewicht der Polyolefinmasse.Verfahren nach Anspruch 3, bei dem man die Wasser freisetzenden Additive
dem in einem beliebigen Polymerisationsverfahren gebildeten Polyolefinpolymer vor
dessen Entflüchtung und/oder Schmelzextrusion und Granulierung zusetzt.Verfahren nach Anspruch 3, bei dem man die Wasser freisetzenden Additive
mittels eines Schmelzmischverfahrens, bevorzugt in Form eines Konzentrats oder als
Masterbatch, in die aufgeschmolzene Polymermasse einarbeitet.Verwendung einer Polyolefinzusammensetzung gemäss den Ansprüchen
1 bis 5 zur Verhinderung der Verfärbung bei Polyolefinen.