GEBIET DER ERFINDUNG
Die Erfindung betrifft eine Beschichtungsvorrichtung und Verfahren
zum Aufbringen eines Beschichtungsmaterials auf einen Artikel. Insbesondere betrifft
die Erfindung die Sprühbeschichtung eines rollbaren Artikels mit einer Oberflächengeometrie,
z. B. eines medizinischen Artikels mit einer Zylinderform.
HINTERGRUND DER ERFINDUNG
Medizinische Artikel werden in Funktion und Geometrie immer komplexer.
Erkannt wurde, daß indem man der Oberfläche medizinischer Artikel, insbesondere
kleiner implantierbarer medizinischer Artikel, durch Beschichten der Oberfläche
des Artikels mit einer oder mehreren Verbindungen gewünschte Eigenschaften
verleiht, die Funktion und Wirksamkeit des medizinischen Artikels verbessert werden
kann. Oft sind traditionelle Beschichtungsverfahren wie Tauchbeschichtung zur Beschichtung
dieser komplexen Geometrien nicht erwünscht, da Beschichtungslösung in
der Struktur des Artikels eingefangen werden kann. Diese eingefangene Lösung
kann Fadenziehen oder Brückenbildung der Beschichtungslösung verursachen
und kann den Artikel daran hindern, richtig zu funktionieren.
Auch Sprühbeschichtungstechniken wurden verwendet, um Beschichtungsmaterial
auf verschiedene Artikel aufzutragen, u. a. medizinische Artikel. Allerdings sind
derzeitige Verfahren zur Sprühbeschichtung dieser Artikel oft problematisch
und führen zu reduzierter Beschichtungskonsistenz und reduzierter Beschichtungseffizienz.
Ein Problem im Zusammenhang mit Sprühbeschichtungstechniken hängt mit
übermäßigem Sprühnebel oder zu viel Sprühnebel zusammen,
der auf Stellen während des Beschichtungsprozesses aufgetragen wird, die nicht
das Ziel bilden. Zu viel Sprühnebel kann zu Vergeudung des Beschichtungsmaterials
führen und kann auch Ungenauigkeiten und Fehler während des Verfahrens
bewirken. Oft tritt dieses Problem auf, wenn kleine Artikel beschichtet werden,
insbesondere kleine medizinische Artikel wie Stents und Katheter.
Ungenauigkeiten im Beschichtungsverfahren können sich auch in
variablen Mengen des Beschichtungsmaterials äußern, das auf die Oberfläche
des Artikels abgeschieden wird. Gehört ein Pharmazeutikum zum Beschichtungsmaterial,
ist es oft notwendig, genaue Mengen des Mittels auf die Oberfläche des Artikels
abzugeben, um zu gewährleisten, daß ein Empfänger des beschichteten
Artikels eine richtige Dosis des Mittels erhält. Mit traditionellen Beschichtungsverfahren
und -maschinen ist es schwierig, einen hohen Genauigkeitsgrad zu erreichen.
Das Trocknen der aufgetragenen Beschichtung und die Handhabung der
Artikel nach Auftrag einer Beschichtung können ebenfalls problematische Aspekte
des Beschichtungsverfahrens sein, insbesondere in Verfahren, bei denen Artikel mit
mehrdimensionalen Oberflächen beschichtet werden. Normalerweise beinhaltet
ein Beschichtungsverfahren das wiederholte Auftragen eines Beschichtungsmaterials
auf einen fixierten Artikel, um eine Sollmenge und -güte von aufgetragenem
Material zu erreichen. Oft werden Artikel zwischen den Auftragsvorgängen des
Beschichtungsmaterials gehandhabt und in bestimmtem Maß getrocknet, bevor diese
Handhabungen durchgeführt werden. Das Trocknen aufgetragener Beschichtungen
und die Handhabung des Artikels können zu Fehlern in der Beschichtung auf dem
Artikel führen und können ferner eine erhöhte Zeit für den Beschichtungsablauf
verursachen.
Folglich besteht Bedarf an neuen Ausrüstungen und Verfahren,
die zur Überwindung der Probleme von Nutzen sind, die mit den Sprühbeschichtungsverfahren
zusammenhängen, insbesondere mit der Sprühbeschichtung kleiner medizinischer
Artikel.
Die US-A-1866100 betrifft einen Mechanismus zum Auftragen von Beschichtungsmaterial
auf kreisrunde Artikel mit einer Haube, die an einem vorderen und einem hinteren
Ende offen ist, einer Einrichtung zum Drehen eines zu beschichtenden Artikels in
der Haube, entgegengesetzt angeordneten Armen, die eine Sprüheinrichtung zum
gleichzeitigen Auftragen von Beschichtungsmaterialien auf beide Seiten des Artikels
tragen, wobei beide Arme gleichzeitig über den Artikel beweglich sind, einer
Einrichtung zum Einstellen der Relativposition der Arme, um Artikeln mit unterschiedlichen
Breiten Rechnung zu tragen, einer Einrichtung zum Einstellen der Position der Arme,
um Artikeln mit unterschiedlichen Umfängen Rechnung zu tragen, und einer Austrittseinrichtung,
die mit entfernbaren, zerstörbaren Prallelementen ausgerüstet ist, die
in einem Winkel angeordnet sind, so daß von der Sprüheinrichtung ausgestoßener
und vom Artikel abgelenkter Sprühnebel direkt auf sie trifft.
ZUSAMMENFASSUNG
Die Erfindung ist durch die Merkmale der unabhängigen Ansprüche
festgelegt. Die abhängigen Ansprüche betreffen bevorzugte Ausführungsformen.
In einem Aspekt stellt die Erfindung eine Beschichtungsvorrichtung
zum Beschichten eines rollbaren Artikels bereit, die einen Artikelrotator und eine
Sprühdüse aufweist. Der Artikelrotator weist ein Rollenpaar auf, das zum
Halten eines rollbaren Artikels geeignet ist, wobei das Paar eine erste und eine
zweite Rolle hat, die im wesentlichen parallel zueinander angeordnet
und durch einen Spalt getrennt sind. Die Sprühdüse ist so betrieblich
angeordnet, daß sie einen Sprühnebel aus einem Beschichtungsmaterial erzeugt,
der auf den Spalt gerichtet ist, und bei nicht auf dem Rollenpaar positioniertem
Artikel so angeordnet, daß der Großteil des Sprühnebels durch den
Spalt geführt wird. In einem weiteren Aspekt ist die Sprühdüse so
betrieblich angeordnet, daß sie einen Sprühnebel aus Beschichtungsmaterial
mit einem schmalen Sprühmuster erzeugt. Das schmale Sprühmuster ist so
beschaffen, daß die Breite des Sprühmusters am Spalt höchstens 150
% der Breite des Spalts selbst beträgt.
In einem weiteren Aspekt ist die Sprühdüse der Beschichtungsvorrichtung
relativ zur Achse der ersten oder zweiten Rolle abgewinkelt. In dieser Ausführungsform
ist die Sprühdüse unter 90°, aber über 5° relativ zur Achse
der ersten oder zweiten Rolle abgewinkelt.
In noch weiteren Aspekten der Erfindung weist die Beschichtungsvorrichtung
Rollen auf, die eine oder mehrere Rippen haben. Die Rippen können entlang der
Rolle beabstandet sein und haben vorzugsweise eine Form, die in größerer
Entfernung von der Mitte der Rolle schmaler ist.
Ferner weist die Beschichtungsvorrichtung einen Rollenantriebsmechanismus
auf, der die Drehung der ersten und zweiten Rolle antreiben kann. In einigen Fällen
ist mehr als ein Rollenpaar an einem Boden angebracht, und die Rollenpaare werden
durch ein kontinuierliches Antriebsteil gemeinsam angetrieben.
In einem weiteren Aspekt ist die Sprühdüse der Beschichtungsvorrichtung
beweglich. Die Sprühdüse kann in einer Richtung beweglich sein, die parallel
zu den Rollen ist, und auch in einer Richtung, die senkrecht zu den Rollen ist.
In einem bevorzugten Aspekt der Erfindung weist die Beschichtungsvorrichtung
eine Sprühdüse auf, die ein Schallteil hat. Das Schallteil kann einen
Sprühnebel aus Beschichtungsmaterial mit einem schmalen Muster erzeugen. Das
schmale Sprühmuster kann durch die Strömung von Gas durch und aus einem
Kanal im Schallteil hergestellt werden.
Weiterhin stellt die Erfindung Verfahren zum Beschichten eines rollbaren
Artikels mit Hilfe der beschriebenen Beschichtungsvorrichtung bereit. Allgemein
wird ein rollbarer Artikel auf dem Artikelrotator in Kontakt mit der ersten Rolle
und der zweiten Rolle plaziert. Danach wird ein Beschichtungsmaterial aus einer
Sprühdüse auf dem Artikel aufgebracht, wobei der Sprühnebel zum Spalt
gerichtet wird. Der Großteil jedes Sprühnebels, der nicht auf dem Artikel
abgeschieden wird, wird durch den Spalt geführt. Danach kann der Artikel durch
Drehung der Rollen gedreht werden, um einen anderen Abschnitt des Artikels zum anschließenden
Auftragen eines Beschichtungsmaterials zu positionieren. Besonders geeignet ist
das Beschichtungsverfahren für kleine rollbare Artikel, z. B. kleine medizinische
Artikel wie Katheter und Stents, die eine Zylinderform haben. Vielfältige Beschichtungsmaterialien
können auf den Artikel aufgetragen werden; zu besonders nützlichen Materialien
zählen polymere, photoaktivierbare und biologisch oder pharmazeutisch aktive
Verbindungen oder deren Kombinationen.
In einem bevorzugten Aspekt des Beschichtungsverfahrens wird die Sprühdüse
über die Länge der Rolle bewegt. In diesem Aspekt werden die Schritte
des Aufbringens des Beschichtungsmaterials und des Bewegens der Sprühdüse
gleichzeitig durchgeführt.
In einem Aspekt wird die Drehung des rollbaren Artikels durch Fortschalten
der Rollen durchgeführt. Die Rollen können mit einem Rollenantriebsmechanismus
gekoppelt sein, der die Fortschaltfunktion antreiben kann. In einer bevorzugten
Ausführungsform werden die Rollen nach Abscheiden eines Beschichtungsmaterials
auf den rollbaren Artikel zufällig fortgeschaltet. Nach Bedarf kann dieses
Verfahren wiederholt werden.
Die Drehung des Artikels findet statt, bevor das aufgetragene Beschichtungsmaterial
getrocknet ist. In diesem Aspekt kann das Beschichtungsverfahren im Vergleich zu
traditionellen Verfahren sehr schnell durchgeführt werden.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
1 zeigt eine Ausführungsform der Beschichtungsvorrichtung.
2 zeigt eine weitere Ausführungsform der Beschichtungsvorrichtung.
3 zeigt zwei Rollenpaare, die an einem Boden angebracht
sind.
4 zeigt eine Rolle mit Rippenstrukturen.
5 zeigt den Rippenabschnitt einer Rolle mit Rippenstrukturen.
6 zeigt ein Rollenpaar mit Rippenstrukturen.
7 zeigt ein Rollenpaar und einen Abschnitt einer Sprühdüse.
8 zeigt eine Schalldüse.
9 zeigt eine Ausführungsform der Sprühdüse
mit einem Sprühmuster und einem Rollenpaar.
10 zeigt eine Ausführungsform der Sprühdüse
mit einem Sprühmuster, einem Rollenpaar und mit einem rollbaren Artikel.
11 zeigt einen Abschnitt eines rollbaren Artikels,
der mit einer Beschichtungslösung beschichtet wurde.
12 zeigt ein Rollenpaar und einen Abschnitt einer Sprühdüse,
die relativ zur Achse der Rollen abgewinkelt ist.
13 zeigt eine weitere Ausführungsform einer Sprühdüse
mit einem Sprühmuster und einem Rollenpaar.
14 zeigt eine weitere Ausführungsform einer Sprühdüse
mit einem Sprühmuster und einem Rollenpaar.
15 zeigt ein Vergleichsbeispiel, das eine Sprühdüse
mit einem Sprühmuster und einem Rollenpaar darstellt.
16 zeigt ein Vergleichsbeispiel, das eine Sprühdüse
mit einem Sprühmuster, einem Rollenpaar und mit einem rollbaren Artikel darstellt.
17 ist ein Diagramm des Gewichts von aufgetragenem
Beschichtungsmaterial (y-Achse) und der Stentanzahl (x-Achse), das man anhand eines
Beschichtungsverfahrens mit Hilfe der Erfindung erhält.
18 ist ein Diagramm des Gewichts von aufgetragenem
Beschichtungsmaterial (y-Achse) als Funktion des Anfangsstentgewichts (x-Achse),
das man anhand eines Beschichtungsverfahrens mit Hilfe der Beschichtungsvorrichtung
erhält.
19 ist ein Diagramm eines Vergleichsbeispiels mit dem
Gewicht von aufgetragenem Beschichtungsmaterial (y-Achse) als Funktion des Anfangsstentgewichts
(x-Achse), das man anhand eines Beschichtungsverfahrens mit Hilfe einer traditionellen
Beschichtungsvorrichtung erhält.
NÄHERE BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
Überblick
Ein Aspekt der Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Beschichten
eines rollbaren Artikels, wobei die Vorrichtung ein Rollenpaar und eine Sprühdüse
aufweist. Das Rollenpaar, zu dem eine erste Rolle und eine zweite Rolle gehört,
ist drehbar, und. die Rollen sind im wesentlichen parallel zueinander angeordnet
und durch einen Spalt getrennt. Das Rollenpaar kann einen oder mehrere zu beschichtende
rollbare Artikel abstützen und drehen. Normalerweise wird ein rollbarer Artikel
auf den Rollen zwischen der Spitze der Sprühdüse und dem Spalt zwischen
den Rollen positioniert. Da der rollbare Artikel über dem Spalt positioniert
wird, ist der Spalt allgemein nicht größer als der Durchmesser des rollbaren
Artikels. "Rollbarer Artikel" oder "Artikel" bezeichnet jede Art von Gegenstand,
der eine Sprühbeschichtung erhalten kann und der durch das Rollenpaar in seiner
Position gehalten und an Ort und Stelle gedreht werden kann. Rollbare Artikel können
eine Zylinder- oder Röhrenform haben und können um die Achse des Rollenpaars
gedreht werden.
Die Sprühdüse ist so konfiguriert, daß sie einen Sprühnebel
aus einem Beschichtungsmaterial erzeugt, der zum Spalt zwischen den Rollen gerichtet
wird. Wird die Sprühdüse betätigt und ist der Artikel auf den Rollen
positioniert, wird mindestens ein Abschnitt des Artikels mit dem Beschichtungsmaterial
beschichtet. In einem Aspekt der Erfindung ist die Beschichtungsdüse so konfiguriert,
daß sie einen Sprühnebel mit einem schmalen Sprühmuster erzeugt.
Hierin bezeichnet "Sprühmuster" die Form des Körpers aus Beschichtungsmaterial,
das aus der Sprühdüse versprüht wird, wobei die Form des Sprühmusters
unabhängig vom Vorhandensein der Rollen ist. "Sprühnebel" oder "versprühtes
Material" bezeichnet die Beschichtungsmaterialtröpfchen, die aus der Sprühdüse
erzeugt werden.
In einer Ausführungsform der Erfindung wird ein Großteil
des versprühten Beschichtungsmaterials durch den Spalt geführt, wobei
die Menge von durchgeführtem Material gemessen wird, wenn der Artikel nicht
auf dem Rollenpaar positioniert ist. In einer weiteren Ausführungsform ist
die Sprühdüse so konfiguriert, daß sie einen Sprühnebel aus
Beschichtungsmaterial mit einem Sprühmuster erzeugt, wobei die Breite des Sprühmusters
am Spalt höchstens 150 % der Breite des Spalts beträgt. Gemäß
diesen Ausführungsformen kann ein auf den Rollen positionierter Artikel einen
Anteil des versprühten Beschichtungsmaterials aufnehmen, gedreht werden und
anschließende Auftragsvorgänge des Beschichtungsmaterials nach Bedarf
erhalten. Der Großteil des Beschichtungsmaterials, das nicht auf dem Artikel
abgeschieden wird, durchläuft allgemein den Spalt. Eine kleinere Menge eines
Beschichtungsmaterials kann auf den Rollen abgeschieden werden, wenngleich diese
kleinere Menge nicht das Beschichtungsverfahren oder den beschichteten Artikel negativ
beeinflußt. Wird z. B. ein Artikel mit Perforationen oder Öffnungen beschichtet,
durchläuft etwas Beschichtungsmaterial den Artikel. Ein Großteil des versprühten
Beschichtungsmaterials, das den Artikel durchläuft, durchläuft auch den
Spalt zwischen den Rollen.
In einer Ausführungsform ist die Sprühdüse relativ
zur ersten Achse oder zweiten Achse abgewinkelt. Das heißt, die Sprühdüse
ist so geneigt, daß das versprühte Material in einem Winkel relativ zur
Achse der Rollen abgegeben wird. Der Winkel liegt unter 90°, aber über
5° relativ zur Achse der Rollen. Besonders nützlich ist diese Anordnung
beim Beschichten von Artikeln, die Öffnungen haben, denn eine größere
Menge des versprühten Beschichtungsmaterials kann auf der Oberfläche des
Artikels abgeschieden, statt durch den Artikel und durch den Spalt geführt
zu werden.
Für einige Artikel, z. B. Artikel mit einer Zylinder- oder Röhrenform,
beinhaltet ein Beschichtungsverfahren normalerweise ein mehrfaches Auftragen des
Beschichtungsmaterials (d. h. mehrere Auftragsvorgänge eines Beschichtungsmaterials)
auf den Artikel, wobei jedesmal ein anderer Abschnitt des Artikels einen Beschichtungsmaterialauftrag
erhält. Oft werden dieselben oder überlappende Abschnitte des Artikels
mehrfach beschichtet, um einen Artikel mit einer gewünschten Beschichtungsmaterialgüte
oder -menge herzustellen. Allgemein werden nach Beschichtung eines Abschnitts des
Artikels mit einem ersten Auftrag eines Beschichtungsmaterials die Rollen gedreht,
z. B. durch eine Fortschaltfunktion, wodurch der Artikel in eine Position für
einen anschließenden Auftrag eines Beschichtungsmaterials gedreht wird.
Der Artikel kann beschichtet und gedreht werden, bis eine gewünschte
Beschichtung erreicht ist. Besonders geeignet ist die Vorrichtung zum Beschichten
rollbarer Artikel mit komplexen Oberflächengeometrien, z. B. medizinischer
Artikel wie Stents mit mehreren Teilstücken, oder anderer rollbarer Artikel,
die stegartige Strukturen aufweisen oder Räume, Durchgänge, Öffnungen
oder Hohlräume haben.
In einem Aspekt ermöglichen die hier beschriebenen Vorrichtungen
und Verfahren ein "Naßbeschichtungs"-Verfahren. Naßbeschichten beinhaltet
das Aufbringen des Beschichtungsmaterials auf einem Abschnitt des Artikels und das
anschließende Drehen des Artikels auf den Rollen, wobei der beschichtete Abschnitt
des Artikels in Kontakt mit den Rollen plaziert wird, bevor das Beschichtungsmaterial
auf dem beschichteten Abschnitt des Artikels trocknet. "Trocken" oder "getrocknet"
bezeichnet den Zustand des beschichteten Abschnitts der Artikel, wobei der beschichtete
Abschnitt nicht klebrig ist und wobei der größte Teil jedes Lösungsmittels
im beschichteten Abschnitt von der Artikeloberfläche verdampft ist. Die hier
beschriebenen Vorrichtungen und Verfahren sorgen für. eine erhebliche Verbesserung
beim Sprühbeschichten, da frühere Beschichtungsverfahren normalerweise
erfordern, daß die Beschichtung getrocknet ist, bevor der Artikel gehandhabt
wird.
In einer Ausführungsform ist die Sprühdüse beweglich.
Insbesondere ist die Sprühdüse in Parallelrichtung zur Achse der ersten
oder zweiten Rolle beweglich. Die Düse kann entlang der Achse bewegt werden,
während eine Beschichtung auf einen oder mehrere Artikel aufgetragen wird,
die auf dem Rollenpaar positioniert sind, was dazu führt, daß ein Abschnitt
eines oder mehrerer Artikel beschichtet wird. Beispielsweise kann die Sprühdüse
ein Beschichtungsmaterial zu einem Abschnitt eines Artikels mit einer Zylinderform
führen, während sie sich entlang der Rollenachse bewegt, was ermöglicht,
einen "Streifen" aus Beschichtungsmaterial über einen Abschnitt der Länge
des Artikels abzuscheiden. Der Streifen aus abgeschiedenem Beschichtungsmaterial
hat eine Breite, die normalerweise einen Bruchteil des Umfangs des Artikels ausmacht.
Der Artikel kann nach Bedarf gedreht werden, und der Schritt des Abscheidens von
Beschichtungsmaterial läßt sich wiederholen. Gemäß der Anordnung
der Düse mit einem Sprühmuster und dem Rollenpaar mit dem Spalt wird der
Großteil des Beschichtungsmaterials, das sich nicht auf dem Artikel abscheidet,
durch den Spalt zwischen den Rollen geführt. Damit vermeidet man übermäßige
Ansammlung von Beschichtungsmaterial auf den Rollen, mit der die Güte des Beschichtungsverfahrens
beeinträchtigt werden könnte.
Diese Maßnahmen ermöglichen die verbesserte Sprühbeschichtung
eines rollbaren Artikels, insbesondere wenn der Artikel mit der hier beschriebenen
Sprühbeschichtungsvorrichtung positioniert, beschichtet und gedreht wird. Deutlich
werden diese Verbesserungen z. B. in der Gleichmäßigkeit der aufgetragenen
Beschichtung, der Durchgängigkeit in der aufgetragenen Beschichtungsmenge und
der Geschwindigkeit, mit der das Beschichtungsmaterial auf einen Artikel aufgetragen
werden kann. Beobachtet wird eine wesentliche Verbesserung beim Beschichten im Vergleich
mit traditionellen Beschichtungsvorrichtungen oder anderen Sprühbeschichtungsanordnungen.
Zur näheren Beschreibung der Erfindung sei auf die beigefügten
Zeichnungen verwiesen. Die Zeichnungen sollen den Schutzumfang der Erfindung keineswegs
einschränken, sondern einige der verschiedenen Ausführungsformen der Beschichtungsvorrichtung
und ihre Merkmale veranschaulichen. Den Ausführungsformen gemäß den
Zeichnungen gemeinsame Elemente tragen gleiche Bezugszahlen, und solche Elemente
brauchen nicht gesondert diskutiert zu werden.
In einer Ausführungsform verfügt die Beschichtungsvorrichtung
über einen Artikelrotator mit mindestens einem Rollenpaar, zu dem eine erste
und eine zweite Rolle gehören, einen Spalt zwischen der ersten und zweiten
Rolle und eine Sprühdüse, die ein auf den Spalt gerichtetes Sprühmuster
erzeugt. Wie 1 zeigt, kann die erfindungsgemäße
Beschichtungsvorrichtung 1 ein Gehäuse 2 aufweisen, auf dem
das Beschichtungsverfahren durchgeführt wird. Ein Boden 3 mit einem
oder mehreren Rollenpaaren 4 kann oben auf dem Gehäuse 2
positioniert sein. Der Boden 3 kann in die Nähe einer Sprühdüse
5 geführt werden. Gemäß 3,
die den Boden 3 näher darstellt, weist das Rollenpaar 4 eine
erste Rolle 31 und eine zweite Rolle 32 (auch "Rolle" oder "Rollen"
genannt) auf, die im wesentlichen parallel zueinander angeordnet und auf dem Boden
3 durch eine Halterung 33 befestigt sind. Gemäß
7, die das Rollenpaar 4 auch näher darstellt,
trennt ein Spalt 70 die erste Rolle 31 und die zweite Rolle
32.
Der Spalt 70 wird über die gesamte Länge des Rollenpaars
auf einer konstanten Breite gehalten. Ferner hat der Spalt 70 eine Breite,
die kleiner als die Größe des zu beschichtenden Artikels ist (d. h. normalerweise
der Durchmesser eines Artikels mit Zylinderform). In den meisten Anordnungen ist
der Spalt 70 kleiner als 5 cm. In einigen bevorzugten Ausführungsformen
ist der Spalt 70 unter 10 mm breit und stärker bevorzugt unter 2,5
mm breit. In einer besonders bevorzugten Ausführungsform liegt die Spaltbreite
in einem Bereich von 0,1 mm bis 2,5 mm.
Mit erneutem Bezug auf 3 ist die erste
Rolle 31, und/oder zweite Rolle 32 in jeder Richtung drehbar,
was durch Pfeile 34 oder 34' angezeigt ist. Normalerweise sind
die erste Rolle 31 und zweite Rolle 32 in gleicher Richtung drehbar.
Die Halterung 33 kann auch einen Befestigungsmechanismus aufweisen, z.
B. eine Schraube, einen Stift oder eine Klemme, der die Halterung 33 zusammenhält
und die erste Rolle 31 und zweite Rolle 32 am Boden
3 befestigt. Der Befestigungsmechanismus der Halterung 33 kann
gelöst werden, um die Halterung 33 zu entkoppeln und das Entfernen
und Austauschen der Rollen zu ermöglichen. Der Boden 3 kann jede Anzahl
von Rollenpaaren 4 aufweisen. Beispielsweise könnte der Boden zwei
Rollenpaare gemäß 1 oder ein Rollenpaar gemäß
2 aufweisen.
Die Rollen können jede Länge oder jeden Umfang haben, haben
aber vorzugsweise eine Länge im Bereich von 1 cm bis 1000 cm und stärker
bevorzugt im Bereich von 5 cm bis 100 cm. Vorzugsweise haben die Rollen einen Umfang
im Bereich von 1 mm bis 100 cm und stärker bevorzugt im Bereich von 5 mm bis
100 mm. Rollen lassen sich je nach Größe und gewünschter Anzahl der
im Beschichtungsverfahren zu beschichtenden Artikel fertigen. Der Durchmesser der
Rollen kann größer oder kleiner als der Durchmesser des zu beschichtenden
Artikels sein.
Die Rollen können aus jedem geeigneten dauerhaften Material hergestellt
sein, z. B. Edelstahl, Polypropylen, Polyethylen hoher Dichte, Polyethylen niedriger
Dichte oder Glas. Optional können die Rollen mit Antihaftmaterialien beschichtet
sein, u. a. mit solchen Verbindungen wie Tetrafluorethylen (TFE); Polytetrafluorethylen
(PTFE); fluoriertes Ethylenpropylen (FEP); Perfluoralkoxy (PFA); Fluorsilikon; und
anderen Zusammensetzungen, z. B. Silikonkautschuk.
In einer weiteren Ausführungsform weist die Beschichtungsvorrichtung
einen Artikelrotator mit mindestens einem Rollenpaar auf, und die erste und/oder
zweite Rolle weist mindestens eine rippenartige Struktur auf, die hierin als "Rippen"
bezeichnet ist. Mit Rippen wird jede Art von erhöhtem Abschnitt um den Umfang
der Rolle bezeichnet. Wie 4 zeigt, hat eine Rolle
40 darstellungsgemäß mehrere Rippen 41. Die Rippen
41 der Rolle 40 sind normalerweise über die Länge der
Rolle 40 beabstandet und können ein integraler Bestandteil der Rolle
selbst sein. Zum Beispiel sind in einer bevorzugten Ausführungsform die Rippen
41 um den Mittelabschnitt der Rolle geformt. Alternativ können die
Rippen 41 durch Plazieren von O-Ringen oder Bändern um eine Stange,
z. B. eine Metallstange, gebildet sein, die der Mittelabschnitt der Rolle ist. Allgemein
sind die Rippen 41 senkrecht zur Mittelachse 42 der Rolle
40 angeordnet und durch eine nicht gerippte Oberfläche 43
der Rolle 40 beabstandet. Die Rippen 41 können auf jede Weise
beabstandet sein, z. B. gleichmäßig oder ungleichmäßig.
In einer bevorzugten Ausführungsform gemäß
5 haben die Rippen 41 der Rolle einen breiteren
Abschnitt 44 proximal zur Mittelachse 42 der Rolle 40
und einen schmaleren Abschnitt 45 distal zur Mittelachse 42 der
Rolle. Die allmähliche Verengung der Rippe 41 mit größerer
Entfernung von der Mittelachse kann in vielfältigen Formen veranschaulicht
sein. Beispielsweise kann die Rippe 41 eine Dreieckform oder zulaufende
Form haben. Andere Rippenformen, z. B. Trapezformen oder Formen, die gekrümmte
Oberflächen aufweisen und die für eine Form sorgen, die proximal zur Mittelachse
42 der Rolle 40 breiter und distal zur Mittelachse 42
der Rolle schmaler ist, sind auch erwogen.
In einem Aspekt der Erfindung kann der schmalere Abschnitt
45 der Rippen 41 mit dem Artikel in Kontakt stehen, wenn der Artikel
auf dem Rollenpaar positioniert ist. Allgemein sorgt der schmalere Abschnitt
45 der Rippe 41 für minimalen Oberflächenkontakt mit
einem Artikel, aber ermöglicht trotzdem, den Artikel durch Drehung der ersten
oder zweiten Rolle zu drehen. Die Rippen 41 können entlang der Rolle
40 auf jede Weise beabstandet sein, sind aber normalerweise so angeordnet,
daß mindestens drei Artikelkontaktpunkte für jedes Rollenpaar vorgesehen
sind. Beispielsweise kontaktieren zwei Rippen auf jeder Rolle oder, wenn die Rippen
auf benachbarten Rollen voneinander versetzt sind, zwei Rippen der ersten Rolle
und eine Rippe der zweiten Rolle den Artikel. Erfindungsgemäß
können die Rippen im Bereich von 1 Rippe/0,1 mm bis 1 Rippe/10 cm über
die Länge der Rolle und stärker bevorzugt im Bereich von 1 Rippe/mm bis
1 Rippe/20 mm über die Länge der Rolle beabstandet sein.
In einer Ausführungsform gemäß 6
weist ein Rollenpaar eine erste Rolle 40 mit mehreren ersten Rollenrippen
41 und eine zweite Rolle 60 mit mehreren zweiten Rollenrippen
61 auf, wobei die erste Rolle 40 und zweite Rolle 60
im wesentlichen parallel zueinander sind. In einem Aspekt sind die ersten Rollenrippen
41 und zweiten Rollenrippen 61, die allgemein senkrecht zur ersten
Rollenachse 42 bzw. zweiten Rollenachse 62 sind, zueinander ausgerichtet.
In diesem Aspekt liegt der schmalere Abschnitt 45 der ersten Rollenrippe
41 benachbart zu einem schmaleren Abschnitt 65 der zweiten Rollenrippe
61. Der Abstand zwischen dem schmaleren Abschnitt 45 und dem schmaleren
Abschnitt 65 kann klein, muß aber vorhanden sein, damit die erste
Rolle 40 und die zweite Rolle 60 frei drehen können. In dieser
Ausführungsform existiert ein Spalt 66 zwischen der ersten Rolle
40 und zweiten Rolle 60, primär zwischen der nicht gerippten
Oberfläche 43 der Rolle 40 und einer nicht gerippten Oberfläche
63 der Rolle 60. Somit reicht die Fläche des Spalts
66 aus, damit der Großteil des versprühten Beschichtungsmaterials
(nicht gezeigt), das allgemein zwischen die erste Rolle 40 und zweite Rolle
60 gerichtet wird, den Spalt 66 durchlaufen kann, wozu jeder Raum
zwischen dem schmaleren Abschnitt 45 und schmaleren Abschnitt
65 gehört.
In anderen Ausführungsformen ist die Ausrichtung der ersten Rollenrippen
41 und zweiten Rollenrippen 61 versetzt. In diesen Ausführungsformen
bleibt ein Abstand zwischen der ersten Rolle 40 und zweiten Rolle
60 so beibehalten, daß ein Spalt mit ausreichender Größe
möglich ist, damit der Großteil des versprühten Beschichtungsmaterials
den Spalt durchlaufen kann.
Verständlich ist, daß der Spalt zwischen einer ersten Rolle
mit mehreren Rippen und einer zweiten Rolle mit mehreren Rippen jede Form oder Fläche
haben kann, die ausreicht, eine Anordnung vorzusehen, bei der der Großteil
des versprühten Beschichtungsmaterials den Spalt durchläuft.
In einer Ausführungsform gemäß 7
haben die erste Rolle 31 und zweite Rolle 32 eine kreisrunde Form.
Gleichwohl können die Rollen jede geeignete Form haben, die eine Drehung des
Artikels auf den Rollen ermöglicht. Beispielsweise kann der Umfang der Rollen
flache Oberflächen haben und kann z. B. polygonalförmig sein. Haben die
Rollen eine Polygonalform, ist bevorzugt, daß es eine ausreichende Anzahl von
Seiten gibt, um die Drehung des Artikels auf den Rollen zu bewirken.
Erfindungsgemäß wird gemäß 7
vor einem Auftrag einer Sprühbeschichtung auf den Artikel der Spalt
70 zwischen der ersten Rolle 31 und zweiten Rolle 32
zu einer Spitze 71 der Sprühdüse 5 ausgerichtet. Gemäß
9, die eine andere Ansicht der Düse und der Rollen
zeigt, ist die Spitze 71 der Sprühdüse 5 zum Spalt
70 ausgerichtet. Ausrichtung bezeichnet die Positionierung der Sprühdüse
5, so daß der Sprühnebel aus Beschichtungsmaterial
90 zum Spalt 70 gerichtet ist. Darstellungsgemäß kann
durch die Ausrichtung der Großteil des Sprühnebels aus Beschichtungsmaterial
90 den Spalt 70 durchlaufen. Allgemein ist der Sprühnebel
aus Beschichtungsmaterial 90 zum Spalt 70 gerichtet, aber in begrenztem
Maß kann der Sprühnebel aus Beschichtungsmaterial 90 auch mit
einem Abschnitt der ersten Rolle 31 und zweiten Rolle 32 in Kontakt
kommen.
Der Abstand von der Spitze 71 der Sprühdüse
5 zum Spalt 70 kann je nach Größe des zu beschichtenden
Artikels angeordnet sein. In einer Ausführungsform liegt der Abstand von der
Spitze 71 der Sprühdüse 5 zum Spalt 70 im Bereich
von 1 mm bis 15 mm. Stärker bevorzugt liegt der Abstand von der Spitze
71 der Sprühdüse 5 zum Spalt 70 im Bereich
von 1 mm bis 7,5 mm.
Erwogen sind verschiedene Konfigurationen der Sprühdüse
sowie der ersten und zweiten Rolle. In einer Ausführungsform gemäß
9 haben die erste Rolle 31 und zweite Rolle
32 den gleichen Umfang, liegen waagerecht eben (d. h. eine Linie
95, die einen Punkt auf einer ersten Achse 93 und einen Punkt
auf einer zweiten Achse 94 verbindet, ist parallel zur Waagerechten) und
sind durch einen Spalt 70 beabstandet. In dieser Ausführungsform wird
das versprühte Beschichtungsmaterial 90 von der Spitze 71
der Düse 5 zum Spalt 70 gerichtet und ist allgemein senkrecht
zur Linie 95. Der Großteil des versprühten Beschichtungsmaterials
90 durchläuft den Spalt 70 (was ohne Artikel auf den Rollen
gezeigt ist).
In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung gemäß
13 haben die erste Rolle 31 und zweite Rolle
32 den gleichen Umfang und sind durch einen Spalt 70 getrennt,
liegen aber nicht waagerecht eben nebeneinander. Eine Linie 130 ist nicht
parallel zur Waagerechten, sondern hat einen Winkel von allgemein unter 90°
relativ zur Waagerechten. Die Düse 5 ist so angeordnet, daß sie
ein Sprühmuster 90 bildet, das zum Spalt und allgemein senkrecht zur
Linie 130 gerichtet ist.
In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung gemäß
14 haben eine erste und zweite Rolle 141 und
142 einen unterschiedlichen Umfang, sind durch einen Spalt 143
getrennt und liegen waagerecht eben (d. h. gemäß einer Linie
144, die durch einen ersten Achsenpunkt 145 und einen zweiten
Achsenpunkt 146 gebildet ist). In dieser Ausführungsform
wird das versprühte Beschichtungsmaterial 90 aus der Düse
5 zum Spalt 143 gerichtet und ist allgemein senkrecht zur Linie
144.
Im Gebrauch der Beschichtungsvorrichtung wird gemäß
10 ein Artikel 100 auf dem Rollenpaar positioniert
und kontaktiert die erste Rolle 31 und zweite Rolle 32. Der Artikel
100 befindet sich zwischen der Spitze 71 der Sprühdüse
5 und dem Spalt 70. Ein Abschnitt des Artikels proximal zur Spitze
71 nimmt mindestens einen Teil des versprühten Beschichtungsmaterials
90 auf. Allgemein hat dann gemäß 11
ein Abschnitt des Artikels 100 einen Streifen 110 aus Beschichtungsmaterial,
der nach einem ersten Beschichtungsauftrag aufgebracht ist.
Mit erneutem Bezug auf 10 hat der Artikel
100 oft keine durchgängige Oberfläche (d. h. er hat Perforationen
oder eine Stegstruktur). Im Schritt des Bildens einer Beschichtung auf dem Artikel
100 durchläuft ein Teil des versprühten Materials Öffnungen
im Artikel 100. Der Großteil des Sprühnebels, der den Artikel
100 durchläuft (d. h. nicht am Artikel haften bleibt), durchläuft
auch den Spalt 70 zwischen der ersten Rolle 31 und zweiten Rolle
32.
Wie zuvor erwähnt, bezeichnet Sprühmuster die allgemeine
Form des Körpers aus versprühtem Material bei fehlenden Rollen. Zur Beschreibung
von Aspekten der Erfindung hat das Sprühmuster, z. B. das Sprühmuster
90 gemäß 9, eine Breite an der Linie
95 (der Stelle des Spalts 70), die breiter als der Spalt
70 ist. In einer, Ausführungsform der Erfindung beträgt die Breite
des Sprühmusters am Spalt höchstens 150 % der Breite des Spalts. In anderen
Anordnungen ist die Breite des Sprühmusters schmaler und beträgt höchstens
125 % der Breite des Spalts. Bestimmen läßt sich die Breite des Sprühmusters
am Spalt z. B. durch a) Bestimmen des Abstands von der Spitze 71 der Düse
5 zur Linie 95, b) Entfernen sowohl der ersten Rolle
31 als auch der zweiten Rolle 32, c) Bereitstellen eines Sprühnebels
aus Beschichtungsmaterial auf eine flache Oberfläche, z. B. ein Stück
Papier auf einer Plattform, zum Auffangen des versprühten Beschichtungsmaterials,
wobei das Papier auf den im Schritt a) bestimmten Abstand von der Spitze
71 eingestellt ist, d) Bestimmen der Breite des aufgetragenen Sprühnebels
auf der flachen Oberfläche und e) anschließendes Vergleichen der Breite
des Sprühnebels auf dem Papier gemäß der Bestimmung im Schritt d)
mit der Breite des Spalts 70.
In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist die Vorrichtung
so angeordnet, daß der Großteil des Sprühnebels den Spalt durchläuft.
In einigen Anordnungen durchlaufen mindestens 75 % des Sprühnebels den Spalt;
in anderen Anordnungen durchlaufen mindestens 90 % des Sprühnebels den Spalt;
und in noch anderen Anordnungen durchlaufen mindestens 95 des Sprühnebels den
Spalt. Um zu bestimmen, ob eine Beschichtungsvorrichtung diese Anforderungen erfüllt,
kann ein ähnlicher Meßansatz gewählt werden. Beispielsweise kann
eine flache Oberfläche, z. B. ein Stück Papier auf einer Plattform, zum
Auffangen des versprühten Beschichtungsmaterials verwendet werden. Ein Papier
kann direkt unter dem Spalt plaziert werden, um Sprühnebel aufzufangen, der
den Spalt durchläuft. Danach können die erste und zweite Rolle entfernt
werden, und ein weiteres Papier (zum Auffangen des gesamten Sprühnebels) kann
im gleichen Abstand plaziert werden, um den gesamten Sprühnebel aus der Sprühdüse
unter den gleichen Sprühbedingungen aufzufangen. Anschließend können
die Papiere zur Bestimmung der Beschichtungsmenge gewogen und dann verglichen werden.
Erfindungsgemäß beträgt die Beschichtungsmaterialmenge, die den Spalt
durchläuft, mindestens 50 % des gesamten versprühten Beschichtungsmaterials.
15 und 16 zeigen Vergleichsbeispiele.
Diese Darstellungen sollen eine ungeeignete Sprühvorrichtung und die Probleme
im Zusammenhang mit der Verwendung einer solchen Vorrichtung veranschaulichen. Gemäß
15 erzeugt eine Sprühdüse 150 ein
Sprühmuster 153, wobei der Großteil des Sprühnebels aus
dem Sprühmuster 153 auf einer ersten und zweiten Rolle 151
und 152 abgeschieden wird (kein rollbarer Artikel gezeigt). 16
zeigt das Vorhandensein eines rollbaren Artikels auf der anhand von 15
beschriebenen Anordnung. Gemäß 16 wird der
Sprühnebel auf der ersten Rolle 151, zweiten Rolle 152 und
dem Artikel 100 abgeschieden. Allerdings verursacht die in dieser Anordnung
auf den Rollen abgelagerte Sprühnebelmenge eine Ansammlung von versprühtem
Material an Punkten 161 und 162, an denen der Artikel
100 die erste Rolle 151 bzw. zweite Rolle 152 kontaktiert.
Die Ansammlung des versprühten Materials verursacht Fehler im Auftrag des beschichteten
Materials und kann allgemein das Beschichtungsverfahren beeinträchtigen. Zu
Beschichtungsfehlern zählen ungleichmäßiger Auftrag des Beschichtungsmaterials
auf die Oberfläche des Artikels und Schwankungen der Materialmenge, die auf
den Artikel aufgebracht werden soll.
In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Sprühdüse
relativ zur ersten Achse oder zweiten Achse abgewinkelt. Gemäß
12 ist die Sprühdüse 5 so geneigt,
daß das versprühte Material in einem Winkel 120 relativ zur Achse
der ersten Rolle 31 oder zweiten Rolle 32 abgegeben wird. Der
Winkel 120 liegt unter 90°, aber über 5° relativ zur Achse
der Rollen. Besonders nützlich ist diese Anordnung beim Beschichten von Artikeln,
die Öffnungen haben, denn eine größere Menge des versprühten
Beschichtungsmaterials kann auf der Oberfläche des Artikels abgeschieden werden,
statt den Artikel und den Spalt zu durchlaufen.
Sprühdüse
Erfindungsgemäß kann die Sprühdüse jede Art von
Tröpfchen erzeugendem System sein, das A) einen Sprühnebel aus einem Beschichtungsmaterial
erzeugt, der zum Spalt zwischen den Rollen gerichtet wird, wobei ein Großteil
des versprühten Beschichtungsmaterials den Spalt durchläuft, oder das
B) so konfiguriert ist, daß es einen Sprühnebel aus Beschichtungsmaterial
mit einem Sprühmuster erzeugt, wobei die Breite des Sprühmusters am Spalt
höchstens 150 % der Breite des Spalts beträgt. Normalerweise ist die Sprühdüse
so konfiguriert, daß sie einen Sprühnebel mit einem schmalen Sprühmuster
erzeugt.
Die Sprühdüse der Beschichtungsvorrichtung kann eine Strahldüse
sein. Geeignete Strahldüsen, z. B. Strahldüsen, die man in Tintenstrahldruckern
vorfindet, sind von The Lee Company (Westbrook; CT) beziehbar. Erwogen sind verschiedene
Arten von Tintenstrahldüsen, z. B. thermische Tintenstrahldüsen, die Wärmeenergie
nutzen, um Lösung aus der Düse über eine Druckwelle auszustoßen,
die durch die Wärmeausdehnung der Lösung verursacht wird; elektrostatische
Tintenstrahldüsen, wobei eine Lösung aus der Düse durch elektrostatische
Kraft abgegeben wird; piezoelektrische Tintenstrahldüsen, bei denen Lösung
mit Hilfe eines Oszillators ausgestoßen wird, z. B. eines piezoelektrischen
Elements; und Kombinationen aus diesen Arten von Tintenstrahldüsen.
In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Sprühdüse
eine Schalldüse. Eine bevorzugte Anordnung einer Schalldüse ist in
8 gezeigt, die Schalldüse kann mindestens zwei
unabhängige Teile haben: ein Lösungsabgabeteil 80 und ein Luftabgabe-/Schallteil
81. Das Luftabgabe-/ Schallteil 81 weist einen Kanal
82 auf, der durch den Körper des Luftabgabe-/Schallteils
81 gebohrt ist. Gas kann aus einer Gasabgabeleitung (nicht gezeigt) zu
einem Einlaß 84 am Luftabgabe-/Schallteil 81 abgegeben werden
und kann sich durch den Kanal 82 zu einer Spitze 83 bewegen, an
der ein Gasstrom 86 erzeugt wird. Eine Beschichtungslösung wird durch
das Lösungsabgabeteil 80 über eine Lösungsabgabeleitung
(nicht gezeigt) zur Spitze 83 der Düse abgegeben, wobei an diesem
Punkt die Lösung an der Spitze 83 des Luftabgabe-/Schallteils
81 beschallt wird, was Lösungströpfchen erzeugt, und die Tröpfchen
werden in die Gasströmung 86 gezogen und von ihr mitgerissen, die
von der Spitze 83 der Düse ausgeht.
Verschiedene Düsen können Sprühmuster mit unterschiedlichen
Formen erzeugen. 9 zeigt ein Sprühmuster, das
aus einer Schalldüse produziert werden kann. Die Schalldüse
5 kann ein Sprühmuster 90 mit einem Brennpunkt in einem Abstand
von der Spitze 71 der Düse 5 erzeugen. Das durch diese Art
von Ultraschalldüse erzeugte Sprühmuster ist erheblich schmaler als viele
andere Sprühmuster, die aus traditionellen Sprühdüsenarten erzeugt
werden. Eine geeignete Schalldüse ist die von Sono Tek (Milton, NY) vertriebene
Düse MicroFlux XL. Diese Sprühdüse kann ein Sprühmuster mit
einer minimalen Breite von 0,030 Inch (0,768 mm) erzeugen. Düsen, die andere
Sprühmuster erzeugen, z. B. Muster mit konischer Form (nicht gezeigt), und
die in den Kontext der Erfindung fallen, sind ebenfalls erwogen.
Die Abgabe des Beschichtungsmaterials in Form eines Sprühnebels
kann durch verschiedene Betriebsaspekte der Schalldüse beeinflußt werden.
Dazu gehören die Abgabegeschwindigkeit der Lösung, die Größe
der Öffnung des Lösungsabgabeteils, der Abstand des Lösungsabgabeteils
von der Spitze des Sonikator-/Luftabgabeteils, die Spitzengröße und Konfiguration
des Sonikators, die dem Sonikator zugeführte Energiemenge, die Größe
der Öffnung am Auslaß des Gaskanals, die Gasabgabegeschwindigkeit aus
dem Gasabgabeanschluß (Luftdruck) und die aus der Düse abgegebene Gasart.
Mit erneutem Bezug auf 1 kann der Boden
3 mit einem oder mehreren Rollenpaaren 4 in einer Beschichtungszone
6 oben auf dem Gehäuse 2 der Vorrichtung 1 angeordnet
sein. Die Beschichtungszone 6 ist ein Gebiet auf dem Gehäuse
2, in dem das Sprühbeschichtungsverfahren stattfindet, und das Gebiet,
in dem die Sprühdüse 5 beweglich ist. Die Sprühdüse
5 ist über eine erste Bahn 7 und eine zweite Bahn
8 beweglich, was später näher diskutiert wird.
Der Boden 3 kann in der Beschichtungszone 6 durch
Betätigung eines Ausrichtungssystems (nicht gezeigt) positioniert werden. Durch
Betätigung des Ausrichtungssystems kann die genaue Plazierung des Rollenpaars
unter der Sprühdüse 5 erfolgen, wobei der Spalt 70 zwischen
der ersten und zweiten Rolle genau zur Spitze 71 der Sprühdüse
5 ausgerichtet ist. Das Ausrichtungssystem der Erfindung kann z. B. einsetzbare
und herausziehbare Ausrichtungsstifte (nicht gezeigt) aufweisen, die vom Gehäuse
2 vorstehen. Der Boden 3 mit einem oder mehreren Rollenpaaren
4 kann Positionierlöcher (nicht gezeigt) aufweisen, in denen die Ausrichtungsstifte
aufgenommen werden. Der Boden 3 kann in die Beschichtungszone manuell oder
automatisch bewegt werden, und das Ausrichtungssystem kann betätigt werden,
um die Ausrichtungsstifte in die Positionierlöcher einzusetzen, wodurch die
Spitze 71 der Sprühdüse 5 zum Spalt 70 ausgerichtet
wird.
In einer weiteren Ausführungsform gemäß 2
kann ein Boden 21 mit einem Rollenpaar 4 in
die Beschichtungszone über eine Bahn 22 geführt werden, die Teil
eines Fördermechanismus sein kann.
Befindet sich das Rollenpaar 4 ordnungsgemäß in
der Beschichtungszone, kann ein Abschnitt der Rollen einen Eingriff mit einem Rollenantriebsmechanismus
herstellen, der die Drehung der Rollen bewirken kann. Gemäß
1 ist der Boden 3 mit mindestens einem Rollenpaar
4 in einer Beschichtungszone 6 positioniert, und mindestens ein
Abschnitt eines Rollenpaars ist mit einem Rollenantriebsmechanismus 9 in
Kontakt gebracht. Gemäß 3 ist ein distales
Ende der ersten Rolle 31 oder zweiten Rolle 32 so konfiguriert,
daß es einen Eingriff mit einer Welle 35 des Rollenantriebsmechanismus
9 herstellt. Der distale Abschnitt der Rolle, der den Eingriff mit der
Welle 35 des Rollenantriebsmechanismus 9 herstellt, kann ein Eingriffsteil
36 aufweisen, z. B. ein Kettenrad, Zahnrad oder abgerundetes Teil. Ein
oder beide distale Abschnitte der ersten Rolle 31 und zweiten Rolle
32 können ein Eingriffsteil 36 aufweisen. Eine Drehung der
Welle 35 durch Betätigen des Rollenantriebsmechanismus 9
bewirkt eine Drehung der ersten Rolle 31, der zweiten Rolle 32
oder sowohl der ersten als auch der zweiten Rolle. Normalerweise werden sowohl die
erste Rolle 31 als auch die zweite Rolle 32 durch den Rollenantriebsmechanismus
9 in einer mit dem Pfeil 34 bezeichneten Richtung oder in einer
mit dem Pfeil 34' bezeichneten Richtung gedreht.
In einer weiteren Ausführungsform kann der distale Abschnitt
der ersten Rolle 31, der zweiten Rolle 32 oder sowohl der ersten
als auch der zweiten Rolle mit einem kontinuierlichen Antriebsteil (nicht gezeigt)
verbunden sein, z. B. einem Riemen oder einer Kette. Eine oder beide Rollen aus
mehr als einem Rollenpaar 4 können mit dem kontinuierlichen Antriebsteil
verbunden sein. Ist ein Boden mit mehr als einem Rollenpaar 4, wobei jedes
Rollenpaar mit einem kontinuierlichen Antriebsteil verbunden ist, im Beschichtungsgebiet
positioniert, kann die Welle 35 des Rollenantriebsmechanismus
9 einen Eingriff mit dem Eingriffsteil 36 der Rolle herstellen
und eine Drehung aller Rollen auf dem Boden über das kontinuierliche Antriebsteil
bewirken.
Ferner kann der Rollenantriebsmechanismus 9 eine Fortschaltfunktion
haben, die eine intermittierende Drehung der Welle 35 ermöglicht,
die sich in einer intermittierenden Drehung der Rollen fortsetzt. Die Fortschaltfunktion
des Rollenantriebsmechanismus 9 kann eine Drehung der Rollen auf ausreichende
Weise ermöglichen, um Artikel zu drehen, die auf den Rollen liegen. Später
wird die Fortschaltfunktion des Rollenantriebsmechanismus 9 näher
beschrieben.
Erfindungsgemäß kann die Beschichtungsvorrichtung eine Sprühdüse
5 aufweisen die in einer Richtung beweglich ist, die parallel zur Mittelachse
der Rolle oder sowohl parallel als auch senkrecht zur Mittelachse der Rolle ist.
In einer Ausführungsform gemäß 1
kann die Sprühdüse 5 in Richtungen in Übereinstimmung mit
Pfeilen 10 und 10', was parallel zur Mittelachse der Rollen
4, und Pfeilen 11 und 11' bewegt werden, was senkrecht
zur Mittelachse der Rollen 4 ist. Gemäß 1
ist die Sprühdüse 5 an einer Düsenbefestigung
12 angebracht, die an einer ersten Bahn 7 eines beweglichen Arms
13 angebracht und in den Richtungen 10 und 10' beweglich
ist. Der bewegliche Arm 13 ist an einer zweiten Bahn 8 angebracht,
die in einer Platte 14 vorgesehen ist, und in den Richtungen
11 und 11' beweglich. Die Düsenbefestigung 12 kann
auf der ersten Bahn 7 durch Betrieb eines ersten Bahnantriebs (nicht gezeigt)
bewegt werden. Ein erster Bahnmotor (nicht gezeigt) kann die Bewegung des ersten
Bahnantriebs antreiben, der ein Riemen, eine Kette, eine Seilscheibe, eine Schnur
oder eine Zahnradanordnung sein kann; durch den Betrieb des ersten Bahnmotors kann
die Düsenbefestigung 12 in den Richtungen 10 und
10' verfahren. Der bewegliche Arm 13 ist mit der zweiten Bahn
8 verbunden und in den Richtungen 11 und 11' beweglich.
In einer weiteren Ausführungsform gemäß 2
ist die Sprühdüse 5 in jeder Richtung gemäß den Pfeilen
10 und 10' beweglich, und mindestens ein Rollenpaar
4 ist in Richtungen 23 und 23' manuell oder automatisch
beweglich. Ein Rollenpaar ist normalerweise an einem Einzelboden 21 angebracht.
Die Sprühdüse kann in jeder Richtung 10 oder 10' während
des Verfahrens zum Aufbringen eines Beschichtungsmaterials auf einen Untergrund
verfahren. Hat die Sprühdüse 5 ein Beschichtungsverfahren abgeschlossen,
kann der Boden 21 aus der Beschichtungszone bewegt werden, und ein weiterer
Boden kann in die Beschichtungszone eintreten.
Verfahren zum Beschichten eines rollbaren Artikels
Die hierin beschriebenen Beschichtungsvorrichtungen und -verfahren
bieten zahlreiche Vorteile für das Beschichten rollbarer Artikel. Insbesondere
ist die Vorrichtung zum Beschichten kleiner Gegenstände gut geeignet, z. B.
kleiner medizinischer Artikel mit Zylinder- oder Röhrenform.
Allgemein gehört zum Verwendungsverfahren der Beschichtungsvorrichtung
das Beschichten eines rollbaren Artikels, indem ein rollbarer Artikel zunächst
auf einem Artikelrotator plaziert wird, der ein Rollenpaar mit einem Spalt aufweist.
Der rollbare Artikel wird allgemein durch das Rollenpaar abgestützt und zwischen
dem Spalt und einer Spitze einer Sprühdüse positioniert. In einer Ausführungsform sind
sowohl die Breite des Spalts als auch die Breite des Sprühmusters kleiner als
die Größe des Artikels (d. h. der Durchmesser des Artikels). Danach wird
ein Beschichtungsmaterial aus einer Sprühdüse aufgebracht, und mindestens
ein Teil des Beschichtungsmaterials lagert sich auf dem Artikel ab. Normalerweise
nimmt der Abschnitt des Artikels, der zur Spitze der Sprühdüse am proximalsten
ist, eine Beschichtung auf. Das auf den Artikel aufgetragene Beschichtungsmaterial
wird aus der Sprühdüse in einem Sprühmuster erzeugt, das auf den
Spalt gerichtet ist. Der Großteil jedes Sprühnebels, der nicht auf dem
Artikel abgeschieden wird, durchläuft den Spalt. Beispielsweise haben solche
Artikel wie Stents normalerweise Öffnungen in ihrer Struktur, die vom versprühten
Beschichtungsmaterial durchlaufen werden können. Nach dem Auftragen des Beschichtungsmaterials
auf den Artikel kann der Artikel gemäß der Bewegung der ersten oder zweiten
Rolle gedreht werden, und der Schritt des Aufbringens eines Beschichtungsmaterials
läßt sich mit einer gewünschten Häufigkeit wiederholen.
Erfindungsgemäß kann jeder Artikel, der zum Aufnehmen eines
Beschichtungsmaterials geeignet und unter Nutzung der hier beschriebenen Vorrichtung
gedreht wird, als Artikel im Beschichtungsverfahren zum Einsatz kommen. Allgemein
hat der Artikel eine Form, die dem Artikelrotator ermöglichen kann, den Artikel
während des Beschichtungsverfahrens zu drehen. Beispielsweise kann der Artikel
eine kreisrunde Form oder eine Polygonalform haben.
Von besonderem Nutzen ist die Beschichtungsvorrichtung zum Beschichten
von Artikeln mit einer Röhren- oder Zylinderform, z. B. Kathetern und Stents.
In einer Ausführungsform weist das Verfahren das Beschichten rollbarer Artikel
auf, die Löcher in ihrer Struktur haben, z. B. Stents, oder anderer rollbarer
Artikel, die stegartige Strukturen aufweisen oder Räume, Durchgänge, Öffnungen
oder Hohlräume haben. Diese Artikel können beschichtet werden, ermöglichen
aber normalerweise den Durchgang eines versprühten Materials durch den Artikel.
Besonders geeignet ist die Beschichtungsvorrichtung zum Beschichten rollbarer Artikel
mit einem Durchmesser von höchstens 5 cm und insbesondere für Artikel
mit einem Durchmesser von höchstens 10 mm.
Erwogen sind medizinische Artikel, die dauerhaft im Körper zum
Langzeiteinsatz implantiert werden (d. h. Langzeitartikel), oder zeitweilig im Körper
verwendet werden (d. h. Kurzzeitartikel). Zu Langzeitartikeln zählen u. a.
Implantate, Stents, Stent/Implantat-Kombinationen, Klappen, herzunterstützende
rollbare Artikel; Shunts und Anastomoseartikel; Katheter, z. B. Zentralvenenkatheter;
und orthopädische Artikel, z. B. Gelenkimplantate. Zu Kurzzeitartikeln zählen
u. a. Gefäßartikel, z. B. distale Schutzartikel; Katheter, z. B. Katheter
zur akuten und chronischen Hämodialyse, Abkühlungs-/Erwärmungskatheter
und Katheter zur perkutanen transluminalen Koronarangioplastie (PTCA); sowie Shunts
zur Glaukomdrainage.
Zum Auftragen eines Beschichtungsmaterials auf den rollbaren Artikel
wird der rollbare Artikel zunächst auf dem Rollenpaar 4 plaziert,
wobei er mit der ersten Rolle 31 und zweiten Rolle 32 in Kontakt
kommt. Der Artikel kann manuell auf den Rollen plaziert oder in einigen Ausführungsformen
automatisch auf den Rollen plaziert werden, z. B. mit Hilfe eines Robotersystems.
Normalerweise werden mehrere Artikel auf dem Rollenpaar 4 über die
Länge der Rollen plaziert. Die Anzahl der auf dem Rollenpaar 4 plazierten
Artikel kann von der Größe des Artikels und der Länge des Rollenpaars
4 abhängen.
In einer weiteren Ausführungsform können mehrere Artikel
auf mehreren Rollenpaaren plaziert werden, wobei die mehreren Rollenpaare an einem
Einzelboden angebracht sind (siehe z. B. den Boden von 3).
Ein Boden mit mehr als einem Rollenpaar kann mehrere Artikeln unterbringen.
In einigen Ausführungsformen werden die Artikel entlang einem
Rollenpaar plaziert, wobei die Rollen mehrere Rippen 41 haben (siehe z.
B. die Rolle in 4). Ein einzelner Artikel wird normalerweise
von mindestens drei Rippen 41 aus einem Rollenpaar mit Rippen kontaktiert,
um die Drehung des Artikels zu gewährleisten, wenn die Rollen gedreht werden.
Vor dem Sprühen eines Beschichtungsmaterials aus der Sprühdüse
5 werden auf einem Rollenpaar 4 plazierte Artikel in eine Beschichtungszone
geführt. Die Beschichtungszone ist ein Gebiet auf dem Gehäuse
2, das allgemein dort liegt, wo das Beschichtungsverfahren stattfindet,
und allgemein das Gebiet ist, in dem die Sprühdüse 5 beweglich
ist.
In einer Ausführungsform und gemäß 1
weist die Beschichtungszone das Gebiet auf, in dem der Boden 3 liegt. Die
Sprühdüse 5 ist zu jeder Position über dem Boden
3 beweglich. Insbesondere ist die Sprühdüse 5 entlang
der Mittelachse des Rollenpaars 4 in den Richtungen 10 und
10' und auch in einer Richtung senkrecht zur Ebene der ersten und zweiten
Achse in den Richtungen 11 und 11' beweglich. Der Boden
3 mit mehreren Rollenpaaren 4 kann in die Beschichtungszone
6 geführt und über ein Ausrichtungssystem ausgerichtet werden.
Der Boden 3 kann in die Beschichtungszone manuell oder automatisch geführt
werden, und das Ausrichtungssystem kann betätigt werden, um Ausrichtungsstifte
in die Positionierlöcher einzusetzen, wodurch die Spitze 71 der Sprühdüse
5 zum Spalt 70 zwischen der ersten Rolle 31 und zweiten
Rolle 32 ausgerichtet wird.
Ist der Boden in der Beschichtungszone positioniert, kann er auch
mit dem Rollenantriebsmechanismus 9 in Kontakt gebracht werden. Die Welle
35 des Rollenantriebsmechanismus 9 kann einen Eingriff mit dem
distalen Abschnitt einer Rolle des Rollenpaars 4 über das Eingriffsteil
36 herstellen. Eine Drehung der Welle 35 durch Betätigen
des Rollenantriebsmechanismus 9 bewirkt eine Drehung der ersten Rolle
31, der zweiten Rolle 32 oder sowohl der ersten als auch der zweiten
Rolle. Der distale Abschnitt der ersten Rolle 31, der zweiten Rolle
32 oder sowohl der ersten als auch der zweiten Rolle kann auch mit einem
kontinuierlichen Antriebsteil (nicht gezeigt) verbunden sein, z. B. einem Riemen
oder einer Kette. Eine oder beide Rollen aus mehr als einem Rollenpaar können
mit dem kontinuierlichen Antriebsteil verbunden sein. Ist der Boden 3 mit
mindestens einem Rollenpaar 4 im Beschichtungsgebiet positioniert, kann
die Welle 35 des Rollenantriebsmechanismus 9 einen Eingriff mit
dem kontinuierlichen Antriebsteil herstellen. Die Betätigung des Rollenantriebsmechanismus
9 kann eine Drehung der einen oder beider Rollen eines oder mehrerer Rollenpaare
bewirken.
Während des Schritts des Aufbringens eines Beschicktungsmaterials
auf dem rollbaren Artikel wird eine Beschichtungslösung aus der Sprühdüse
abgegeben und am rollbaren Artikel zum Spalt zwischen der ersten und zweiten Rolle
gerichtet. In einigen Beschichtungsabläufen kann der Artikel ein Artikel mit
wenigen oder überhaupt keinen Poren in seiner Struktur sein. In anderen Beschichtungsanwendungen
kann der Artikel ein Artikel mit erheblicher Porosität oder Öffnungen
in seiner Struktur sein. Beim Beschichten von Artikeln mit erheblicher Porosität
oder Öffnungen wird ein Teil des Beschichtungsmaterials durch diese Öffnungen
gerichtet. Erfindungsgemäß durchläuft der Großteil des Beschichtungsmaterials,
das nicht auf der Oberfläche des Artikels abgeschieden wird, den Spalt. In
dieser Anordnung wird eine erhebliche Ansammlung von Beschichtungsmaterial auf den
Rollen vermieden. Dies ist in vielerlei Hinsicht vorteilhaft. Beispielsweise vermeidet
es das Zusammenlaufen des Beschichtungsmaterials an den Punkten, an denen der Artikel
die erste und zweite Rolle kontaktiert. Zusätzlich reduziert es die im Beschichtungsverfahren
vergeudete Beschichtungsmaterialmenge, was die Beschichtung kostengünstiger
macht.
Während des Beschichtungsverfahrens kann ein Abschnitt des rollbaren
Artikels oder dieser insgesamt beschichtet werden. Normalerweise wird mindestens
der gesamte Umfang des Artikels im Beschichtungsverfahren beschichtet. Erreichen
läßt sich dies durch wiederholtes Auftragen von Beschichtungsmaterial
und Drehen des Artikels zwischen den Auftragsvorgängen von Beschichtungsmaterial.
Während eines Auftrags wird allgemein höchstens die Hälfte des Artikels
mit dem Beschichtungsmaterial beschichtet. Typischer wird höchstens ein Viertel
des Artikels beschichtet, und noch typischer wird höchstens ein Achtel des
Artikels während eines Beschichtungsauftrags beschichtet. Allgemein sind etwa
10 Aufträge des Beschichtungsmaterials erforderlich, um den Umfang des Artikels
vollständig zu beschichten. Bei Beschichtung kleiner medizinischer Artikel
wie Stents werden normalerweise mindestens 10 Auftragsvorgänge des Beschichtungsmaterials
durchgeführt, um die Artikeloberfläche mit einer nutzbaren Beschichtungsmaterialmenge
zu versehen. In anderen Verfahren kann erwünscht sein, nur einen Abschnitt
des Artikels zu beschichten.
In einer Ausführungsform wird das Beschichtungsmaterial aus einer
Schalldüse aufgetragen. Gemäß 8 kann
die Schalldüse ein Lösungsabgabeteil 80 und ein Luftabgabe-/Schallteil
81 aufweisen. Eine geeignete Schalldüse ist die Düse MicroFlux
XL, die von Sono Tek (Milton, NY) vertrieben wird. In einigen Ausführungsformen
wird im Schritt des Aufbringens des Beschichtungsmaterials aus der Schalldüse
der Düse Luft im Bereich von 0,5 bis 5 psi und insbesondere im Bereich von
2 bis 3 psi zugeführt. Die Beschichtungslösung wird der Düse im Bereich
von 0,1 bis 0,4 ml/min zugeführt, und die Leistung der Schallspitze kann im
Bereich von 0,1 bis 2 Watt liegen. Obwohl der Abstand von der Spitze der Düse
zum proximalsten Abschnitt des Artikels variabel sein kann, beträgt ein bevorzugter
Bereich 1 bis 10 mm und stärker bevorzugt 2 bis 4 mm. Die Breite des aufgetragenen
Beschichtungsmaterials kann variabel sein, wenngleich typische Breiten im Bereich
von 0,75 mm bis 10 mm auf der Oberfläche des Artikels liegen. Jede Verbindung,
die ein homogenes Beschichtungsmaterial bilden kann, kann verwendet werden. Ein
breiter Bereich von Verbindungen und Lösungsmitteln kann auf den Artikel gesprüht
werden, u. a. Verbindungen und Mittel, die die Funktion des Artikels verbessern
können, z. B. die Funktion eines implantierbaren medizinischen Artikels in
vivo. Diese Verbesserungen können sich z. B. in erhöhter Biokompatibilität
oder Gleitfähigkeit des beschichteten Artikels manifestieren. Zu solchen Verbindungen
oder Mitteln können biologische Wirkstoffe, z. B. Pharmazeutika, oder andere
Verbindungen wie Polymere gehören, z. B. hydrophile oder hydrophobe Polymere.
Normalerweise lassen sich diese Verbindungen oder Mittel in einem Lösungsmittel
suspendieren oder lösen und dann über die Sprühdüse auf dem
Artikel abscheiden. Vielfältige Lösungsmittel können zum Einsatz
kommen, die von polaren zu unpolaren Lösungsmitteln reichen. Zu gebräuchlichen
Lösungsmitteln gehören u. a. Wasser, THF, Toluol und Alkohole. Die Verbindung
oder Verbindungen können in jeder Konzentration vorhanden sein, die zur Erzeugung
eines Sprühnebels aus der Düse ausreicht.
Das Beschichtungsmaterial kann synthetische oder natürliche Polymere
aufweisen. Zu nützlichen synthetischen Polymeren zählen u. a. Polyacrylamid,
Polymethacrylamid, Polyvinylpyrrolidon, Polyacrylsäure, Polyethylenglycol,
Polyvinylalkohol und Poly(HEMA), deren Copolymere oder deren Kombinationen. Zu nützlichen
natürlichen Polymeren zählen u. a. Polysaccharide, z. B. Polydextrans,
Glycosaminoglycans, z. B. Hyaluronsäure, und Polypeptide oder lösliche
Proteine, z. B. Albumin und Avidin, sowie deren Kombinationen. Verwendet werden
können auch Kombinationen aus natürlichen und synthetischen Polymeren.
Die beschriebenen synthetischen und natürlichen Polymere und Copolymere können
auch mit einer reaktiven Gruppe derivatisiert sein, z. B. einer thermisch reaktiven
Gruppe oder einer photoreaktiven Gruppe.
Photoaktivierbare Arylketone sind bevorzugt, z. B. Acetophenon, Benzophenon,
Anthrachinon, Anthron und anthronartige heterocyclische Verbindungen (d. h. heterocyclische
Analoga von Anthron wie jene mit N, O oder S in der 10er Position), oder deren substituierte
(z. B. ringsubstituierte) Derivate. Zu Beispielen für bevorzugte Arylketone
zählen heterocyclische Derivate von Anthron, u. a. Acridon, Xanthon und Thioxanthon,
und deren ringsubstituierte Derivate. Besonders bevorzugt sind Thioxanthon und seine
Derivate mit Anregungsenergien über etwa 360 nm.
Das Beschichtungsmaterial kann auch einen oder mehrere biologische
Wirkstoffe enthalten. Eine Menge von biologischem Wirkstoff kann auf den Artikel
aufgetragen sein, um eine therapeutisch wirksame Menge des Stoffs für einen
Patienten vorzusehen, der den beschichteten Artikel erhält. Zu besonders nützlichen
Stoffen gehören jene, die kardiovaskuläre Funktionen beeinflussen oder
die verwendet werden können, mit dem Herz-Kreislauf-System zusammenhängende
Störungen zu behandeln. Beispielsweise zählen zu nützlichen Stoffen
Antikoagulanzien wie Heparin und Warfarin; thrombolytische Verbindungen wie Streptokinase-Urokinase
und Gewebeplasminogenaktivatoren; sowie antithrombozytische Medikamente wie Aspirin-Dipyridamol,
Clopidogrel, Fradafiban und Lefradafiban.
Zu anderen biologisch nützlichen Verbindungen, die im Beschichtungsmaterial
vorhanden sein können, zählen u. a. Hormone, Betablocker, Mittel gegen
Angina pectoris, kardioinotrope Mittel, Corticosteroide, Analgetika, Antiphlogistika,
Antiarrhythmika, Immunsuppresiva, antibakterielle Mittel, Antihypertonika, Antimalariamittel,
Antineoplastika, Antiprotozoenmittel, Thyreostatika, Sedativa, Hypnotika und Neuroleptika,
Diuretika, Antiparkinsonmittel, gastrointestinale Mittel, antivirale Mittel, Antidiabetika,
Antiepileptika, Antimykotika, Histamin-(H-)Rezeptorantagonisten, lipidregulierende
Mittel, Muskelrelaxanzien, Ernährungsmittel wie Vitamine und Mineralstoffe,
Stimulanzien, Nukleinsäuren, Polypeptide und Vakzine.
Der Schritt des Aufbringens eines Beschichtungsmaterials auf dem Artikel
kann bei jeder Temperatur durchgeführt werden, die zum Erzeugen eines Sprühnebels
in Übereinstimmung mit den verwendeten Verbindungen und Lösungsmitteln
geeignet ist. Die Beschichtungstemperatur kann auch eingestellt werden, um z. B.
das Trocknen des Beschichtungsmaterials auf dem Artikel zu fördern oder zu
verhindern. In einigen Ausführungsformen erfolgt das Beschichten des Artikels
in einer regulierten Atmosphäre, z. B. in einer Atmosphäre mit einem reduzierten
Wasserdampfgehalt (d. h. reduzierter Luftfeuchtigkeit).
Während die Beschichtung aus der Düse auf den rollbaren
Artikel aufgebracht wird, kann die Sprühdüse gleichzeitig in Parallelrichtung
zur Achse der Rollen (d. h. in Richtung 10 oder 10') bewegt werden,
was für eine Sprühbeschichtung für Artikel sorgt, die auf dem Rollenpaar
angeordnet sind. Die Sprühdüse 5 kann an einem Arm
12 angebracht sein, der in einer Richtung entlang der Achse des Rollenpaars
4 (d. h. in Richtung 10 oder 10') auf der Bahn
7 beweglich ist. Die Bewegung der Sprühdüse 5 entlang
der Achse bei gleichzeitigem Auftrag einer Beschichtung auf den Artikel führt
zu einem "Streifen" aus Beschichtungsmaterial auf den Artikeln. Streifen aus Beschichtungsmaterial
können auf mehrere Artikel aufgetragen werden, die über die Länge
des Rollenpaars 4 positioniert sind. Erfindungsgemäß durchläuft
mindestens der Großteil des Beschichtungsmaterials, das nicht auf dem Artikel
abgeschieden wird, den Spalt 70 zwischen der ersten und zweiten Rolle.
Daher sammeln die Rollen keine erhebliche Menge von Beschichtungsmaterial im Verlauf
des Sprühauftrags an.
Danach können die Artikel auf dem Rollenpaar gedreht werden,
z. B. mit Hilfe einer Fortschaltfunktion, um einen unbeschichteten Abschnitt des
Artikels zum Auftragen von versprühtem Beschichtungsmaterial fluchtgenau zu
positionieren. In einer Ausführungsform wird der Artikel durch Fortschalten
der Rollen gedreht, was im Uhrzeigersinn oder gegen den Uhrzeigersinn erfolgen kann.
In einer bevorzugten Ausführungsform werden die Artikel zwischen Auftragsvorgängen
des. Beschichtungsmaterials zufällig fortgeschaltet. Beispielsweise kann das
zufällige Fortschalten sowohl im Uhrzeigersinn als auch gegen den Uhrzeigersinn
erfolgen. Im Verlauf eines Beschichtungsverfahrens können die Artikel mehrfach
fortgeschaltet werden, z. B. zwischen zehn und 200 mal. Nach Drehung der Artikel
durch die Fortschaltfunktion kann dann ein weiterer Schritt des Aufbringens des
Beschichtungsmaterials durchgeführt werden. Die Schritte des Auftragens eines
Beschichtungsmaterials und Drehens des Artikels können wiederholt
werden, bis der Artikel ausreichend beschichtet ist, z. B. bis der Artikel mit einer
bestimmten Menge an Beschichtungsmaterial beschichtet ist.
Der Betrieb der gesamten Beschichtungsvorrichtung kann automatisch
gesteuert werden, oder Abschnitte der Beschichtungsvorrichtung können manuell
gesteuert werden. Zum Beispiel kann die Beschichtungsvorrichtung eine computerisierte
Zentraleinheit aufweisen, die so programmiert werden kann, daß sie ein gesamtes
Beschichtungsverfahren durchführt. Die computerisierte Zentraleinheit kann
Funktionsaspekte der Beschichtungsvorrichtung steuern, z. B. die Abgabegeschwindigkeit
der Beschichtungslösung; die Energie und den Luftdruck, die zur Schallsprühdüse
geführt werden; die Bewegung, Bewegungsgeschwindigkeit und Positionierung der
Sprühdüse (angetrieben durch die Bahnmotoren und Bahnantriebe); die Ausrichtung
des Bodens auf dem Gehäuse; und die Drehung der Rollen durch den Rollenantriebsmechanismus.
Verständlich ist, daß Beschichtungsparameter aufgestellt und in die computerisierte
Zentraleinheit einprogrammiert werden können, durch die eine spezielle Beschichtungsmaterialmenge
während eines Beschichtungsablaufs auf einem Artikel abgeschieden werden kann.
Gemäß dem Verfahren der Erfindung können die Schritte
des Beschichtens und Drehens des Artikels ermöglichen, das Beschichtungsverfahren
durchzuführen, bevor das Beschichtungsmaterial auf dem Artikel trocknet. Normalerweise
wird unter Umgebungsbedingungen der Großteil der Trocknung erst 30 Minuten
nach Beschichten und typischer erst eine Stunde nach Beschichten erreicht. Nach
diesen Zeiten kann es immer noch zum Trocknen kommen, z. B. bis 24 Stunden nach
Auftragen des Beschichtungsmaterials. Traditionelle Verfahren erfordern, daß
der beschichtete Artikel mindestens 30 Minuten trocknet, bevor er gehandhabt wird.
Gemäß den Vorrichtungen und Verfahren der Erfindung wur
de jedoch festgestellt, daß der Artikel gedreht werden kann, wobei der beschichtete
Abschnitt des Artikels in Kontakt mit den Rollen plaziert wird, bevor es zu erheblichem
Trocknen des aufgebrachten Beschichtungsmaterials kommt. Beispielsweise kann der
Artikel beschichtet und innerhalb von Sekunden gedreht werden, wobei der beschichtete
Abschnitt des Artikels in Kontakt mit den Rollen plaziert wird, ohne die Unversehrtheit
oder Güte des beschichteten Abschnitts zu schmälern. Im hier beschriebenen
Beschichtungsverfahren wird der Artikel normalerweise etwa 5 bis 15 Sekunden nach
Auftragen einer Beschichtung auf einen Abschnitt des Artikels gedreht. Allerdings
sind längere oder kürzere Zeiten zwischen dem Beschichten des Artikels
und dem Drehen des Artikels erwogen, da es nicht notwendig ist, daß das Beschichtungsmaterial
vor dem Drehen trocknet. Optional läßt man das Beschichtungsmaterial trocknen,
bevor es die erste oder zweite Rolle kontaktiert. Das Verfahren zum Beschichten,
Drehen und Wiederholen der Beschichtungsschritte senkt dramatisch die Bearbeitungszeit,
die normalerweise mit der Sprühbeschichtung eines solchen Artikels wie eines
kleinen medizinischen rollbaren Artikels zusammenhängt. Außerdem ist es
unnötig, die Artikel während des Beschichtungsverfahrens zu fixieren (d.
h. durch einen Spannmechanismus zu halten). Durch Vermeiden der Fixierung reduziert
man die Möglichkeit von Fehlern in der auf den Artikel aufgetragene Beschichtung.
Das hier beschriebene Beschichtungsverfahren erzeugt Beschichtungen, die einen kleinen
Grad (unter 5 %) von Variabilität in der aufgetragenen Beschichtungsmenge von
einem beschichteten Artikel zu einem weiteren beschichteten Artikel demonstrieren.
Nach den Schritten des Aufbringens eines Beschichtungsmaterials auf
dem Artikel und des Drehens des Artikels können die beschichteten Artikel von
den Rollenpaaren entfernt und getrocknet werden oder können auf den Rollenpaaren
trocknen gelassen werden. Alternativ können die rollbaren Artikel auf den Rollen
trocknen gelassen werden.
Verständlich ist, daß Änderungen und Abwandlungen vorgenommen
werden können, ohne vom Schutzumfang und Grundgedanken der Erfindung gemäß
den nachfolgenden Ansprüchen abzuweichen. Nachstehend wird die Erfindung anhand
der folgenden nicht einschränkenden Beispiele veranschaulicht.
BEISPIELE
Beispiel 1
Beschichtungsvorrichtung
Eine automatisierte Beschichtungsvorrichtung mit einer an einem Roboterarm
angebrachten Ultraschall-Sprühdüse (Sono Tek; Milton, NY) kam zum Beschichten
von Edelstahlstents zum Einsatz. Eine Beschichtungslösung wurde der Sprühdüse
mit Hilfe einer Spritzenpumpe (kdScientific Inc., New Hope, PA) zugeführt.
Stents wurden in der Rille auf Rollenpaaren über dem Spalt zwischen jeder Rolle
des Paars plaziert. Insgesamt sechs Rollenpaare waren an einem Boden angebracht
und wurden in eine Beschichtungszone geführt. Die Sprühdüse verfährt
über jede Rolle und gibt Beschichtungslösung in einem schmalen Band auf
die Stents ab. Erreicht die Sprühdüse das Ende von Rolle Nr. 6, schalten
die Rollen Nr. 1 bis 3 fort und drehen die Stents. Erreicht die Sprühdüse
das Ende von Rolle Nr. 3, schalten die Rollen Nr. 4 bis 6 fort. Die Kapazität
der Beschichtungsvorrichtung beträgt etwa 50 Stents, wobei jeder Stent 18 mm
lang ist.
Beispiel 2
Auftragen eines Grundierungsmaterials
Die in Beispiel 1 beschriebene Beschichtungsvorrichtung wurde zum
Bilden einer Grundierung auf Stents mit einer Größe von 18 mm Länge
und 1,5 mm Durchmesser verwendet. Auf der Grundlage der Oberfläche der Stents
wurde ein Grundierungsgewichtsbereich so ausgewählt, daß er im Bereich
von 600 bis 660 &mgr;g je Stent lag. Vor dem Beschichtungsverfahren wurden die
Stents einzeln gewogen. Stents wurden auf den Rollenpaaren plaziert, und ein Grundierungsmaterial
wurde auf den Stents aufgebracht.
Eine Beschichtungslösung wurde hergestellt, die folgendes enthielt:
pBMA (Poly(butylmethacrylat)) mit einer Konzentration von 1,67 g/l, pEVA (Poly(ethylen-co-vinylacetat))
mit einer Konzentration von 1,67 g/l und ein immunsuppressives Antibiotikum mit
einer Konzentration von 1,67 g/l, gelöst in Tetrahydrofuran. Die Lösungsabgabegeschwindigkeit
aus der Düse betrug 0,15 ml/min; der Düsenluftdruck wurde auf 2,5 psi
gehalten; und die Sonikatorleistung war auf 0,6 Watt eingestellt. Der Abstand von
der Düsenspitze zur Oberfläche des Stents wurde so eingestellt, daß
er im Bereich von 2 bis 3 mm lag, und die Düsenverfahrgeschwindigkeit entlang
der Rollenachse betrug 18 cm/s.
Die Bewegung der Rollen während der Fortschaltfunktion wurde
randomisiert und auf ein Umfang-Zyklus-Muster von 3,7:1 eingestellt. Im wesentlichen
wurde nach Aufsprühen eines Beschichtungsmaterialstreifens auf einen Abschnitt
des Stents der Stent so zufällig fortgeschaltet, daß ein weiterer Abschnitt
des Stents zum Auftragen eines weiteren Beschichtungsmaterialstreifens fluchtgenau
positioniert war. Etwa 15 Sekunden vergingen zwischen Auftragsvorgängen der
Beschichtungslösung. Die annähernde Breite der aufgetragenen Beschichtung
je Streifen betrug 1 mm Breite. Durchgeführt wurden 135 Fortschaltungs- und
Beschichtungszyklen auf den Stents. Danach wurden die Stents mindestens 30 Minuten
unter Umgebungsbedingungen nach Auftragen der Endbeschichtung getrocknet.
Nach Trocknen der Beschichtung auf den Stents wurde jeder Stent gewogen,
um die Menge des aufgetragenen Grundierungsmaterials zu bestimmen. 17
zeigt die Ergebnisse des Beschichtungsverfahrens. Aus 17
geht hervor, daß das mittlere aufgetragene Grundierungsgewicht 635 &mgr;g
± 19 &mgr;g betrug und daß 92,0 % der Stents in den Sollbereich von
600 bis 660 &mgr;g je Stent aufgetragenes Beschichtungsmaterial fielen.
Da das Ausgangsgewicht von Stent zu Stent variiert, wurde die Genauigkeit
der aufgetragenen Beschichtungsmenge auch für jeden Stent auf der Grundlage
seines Ausgangsgewichts bestimmt. 18 veranschaulicht
die Ergebnisse und zeigt, daß Variationen der aufgetragenen Beschichtungsmenge
gemäß 17 primär Folge der Variationen
des Ausgangsgewichts des Stents und nicht von Variationen im Beschichtungsverfahren
waren. Aus 18 wird deutlich, daß mit zunehmendem
Anfangsstentgewicht (was mit einer Zunahme der beschichtungsfähigen Oberfläche
auf dem Stent korreliert) die auf jeden Stent aufgetragene Beschichtungsmenge stieg.
Gemäß diesem Diagramm repräsentieren Punkte entlang der Linie die
Sollbeschichtungsgewichte auf der Grundlage des ursprünglichen Anfangsgewichts
des Stents. Aus den Daten geht hervor, daß im Mittel das Istgewicht der aufgetragenen
Beschichtung höchstens 0,31 % vom Sollgewicht abwich, legt man das Anfangsgewicht
einzelner Stents zugrunde.
Bewertet wurde die Verbesserung der Beschichtungsgenauigkeit durch
Vergleichen der Ergebnisse anhand der Beschichtungsvorrichtung der Erfindung, die
18 näher zeigt, mit Beschichtungsergebnissen,
die man mit einer traditionellen manuellen Beschichtungsvorrichtung erhält.
19 veranschaulicht das Anfangsstentgewicht und die
auf jeden Stent aufgebrachte Beschichtungsmenge gemäß seinem Anfangsgewicht.
Aus den Daten wird deutlich, daß mit einer traditionellen manuellen Beschichtungsvorrichtung
das Istgewicht der aufgetragenen Beschichtung im Mittel etwa 1,55 % vom Sollgewicht
auf der Grundlage des Ausgangsgewichts einzelner Stents abwich.
Diese Daten veranschaulichen, daß der Gebrauch der Beschichtungsvorrichtung
der Erfindung zu einer etwa 5-fachen Verbesserung der Beschichtungsgenauigkeit im
Vergleich zu traditionellen Beschichtungsvorrichtungen führt.
Andere Produktionslose von 18 mm mal 1,5 mm großen Stents wurden
mit einem Grundierungsmaterial unter Verwendung der zuvor beschriebenen Parameter
beschichtet. Aus diesen Produktionslosen lagen 86,5 bis 95,4 % der Stents im Sollbereich
von 600 bis 660 &mgr;g Beschichtungsmaterialauftrag je Stent, wobei das mittlere
Grundierungsgewicht 628 bis 630 &mgr;g mit Standardabweichungen im Bereich von
20 bis 29 &mgr;g betrug. Diese Daten verweisen darauf, daß die Beschichtungsgenauigkeit
der Erfindung mit verschiedenen beschichtungsfähigen Artikeln reproduzierbar
ist.
Die beschichteten Stents wurden mikroskopisch untersucht, wobei festgestellt
wurde, daß sie ein durchgängig besseres Aussehen als traditionell beschichtete
Stents hatten.
Die Arbeitszeit für das zuvor beschriebene Beschichtungsverfahren
für 50 Stents wurde berechnet und mit traditionellen manuellen Beschichtungsverfahren
verglichen. Die zum Abschluß dieses Beschichtungsverfahrens erforderliche Zeit
war gegenüber den traditionellen manuellen Beschichtungsverfahren um etwa 80
% verkürzt.