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Dokumentenidentifikation DE69934219T2 25.10.2007
EP-Veröffentlichungsnummer 0001065501
Titel VORRICHTUNG ZUR BLUTANALYSE
Anmelder ARKRAY, Inc., Kyoto, JP
Erfinder KAWANAKA, Kyoto Daiichi Kagaku Co., Shoji, Minami-ku, Kyoto-shi, Kyoto 601-8045, JP
Vertreter Grosse, Bockhorni, Schumacher, 45133 Essen
DE-Aktenzeichen 69934219
Vertragsstaaten DE, FR, GB, IT
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 25.02.1999
EP-Aktenzeichen 999064975
WO-Anmeldetag 25.02.1999
PCT-Aktenzeichen PCT/JP99/00906
WO-Veröffentlichungsnummer 1999044048
WO-Veröffentlichungsdatum 02.09.1999
EP-Offenlegungsdatum 03.01.2001
EP date of grant 29.11.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 25.10.2007
IPC-Hauptklasse G01N 27/327(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, EP
IPC-Nebenklasse G01N 27/28(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, EP   G01N 27/416(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, EP   

Beschreibung[de]
GEBIET DER ERFINDUNG

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Gerät zum Messen der Konzentration einer speziellen Komponente des Bluts, insbesondere ein Blutzuckerbestimmungsgerät zum Messen der Konzentration von Glukose in Blut.

HINTERGRUND DER ERFINDUNG

In den letzten Jahren sind verschiedene Arten von Biosensoren entwickelt worden, die eine spezielle katalytische Aktion von Enzymen verwenden, um für klinische Zwecke eingesetzt zu werden. Die wertvollste Verwendung derartiger Biosensoren kann beispielsweise auf dem Gebiet der Diabetesbehandlung sein, wo es für Patienten lebenswichtig ist, ihre Blutglukosekonzentration (nachfolgend „Blutzuckerspiegel") innerhalb eines Normalbereichs zu halten. Für einen stationären Patienten kann der Blutzuckerspiegel unter der Aufsicht des Arztes normal gehalten werden. Für einen nicht stationär aufgenommenen Patienten ist die Selbstkontrolle des Blutzuckerspiegels ein wichtiger Faktor für die Behandlung, da eine direkte Beaufsichtigung durch einen Arzt nicht möglich ist.

Die Selbstkontrolle des Blutzuckerspiegels wird durch die Ernährung, durch Leibesübungen und durch Medikamente erreicht. Diese Behandlungen werden häufig gleichzeitig unter der Aufsicht des Arztes angewendet. Es hat sich gezeigt, dass die Selbstkontrolle effizienter wirkt, wenn der Patient selbst in der Lage ist zu prüfen, ob sein Blutzuckerspiegel sich im normalen Bereich befindet oder nicht.

Kürzlich sind Blutzuckerbestimmungsgeräte zum Selbstprüfen des Blutzuckerspiegels verwendet worden. Wie es in 1 dargestellt ist, enthält ein Blutzuckerbestimmungsgerät hauptsächlich eine Haupterfassungseinheit 1 und einen Chip 2 für die Blutzuckermessung. Wie es in 2 und 3 dargestellt ist, enthält der Chip 2 ein streifenähnliches Substrat 15, das in seinem vorderen Abschnitt mit einem Elektrodenabschnitt 4 versehen ist. Der Elektrodenabschnitt 4 ist mit einer Reaktionsschicht 5, einem Abstandshalter 6 und einer Abdeckung 7 bedeckt. Der Elektrodenabschnitt 4 ist mit einem Betriebsanschluss 11 und einem Gegenanschluss 12 versehen, der den Betriebsanschluss 11 umgibt. Der Betriebsanschluss 11 und der Gegenanschluss 12 sind elektrisch mit Leitungsanschlüssen 13 bzw. 14 verbunden, die an einem Basisendabschnitt des Substrats 15 gebildet sind. Die Reaktionsschicht 5, die den Elektrodenabschnitt 4 bedeckt, enthält Kalium-Ferrizyanid und eine Oxidase wie etwa Glukose-Oxidase.

Das Blutmessgerät kann auf die folgende Weise verwendet werden. Ein Patient sticht in seine oder ihre Haut, beispielsweise mit einer Lanzette, um Blut herausquellen zu lassen. Anschließend wird das herausgebrachte Blut dazu gebracht, die Spitze des Chips 2 zu berühren, der in die Erfassungseinheit 1 eingesteckt ist. Das Blut wird teilweise in die Reaktionsschicht 5 durch eine Kapillarwirkung eingesaugt. Die Reaktionsschicht 5, die über dem Elektrodenabschnitt 4 angeordnet ist, wird durch das Blut gelöst, was eine Elementarreaktion startet.

Das Kalium-Ferrizyanid, das in der Reaktionsschicht 5 enthalten ist, wird reduziert, wohin gegen Kalium-Ferrozyanid oder ein reduzierter Elektronenträger akkumuliert werden. Die Menge des Kalium-Ferrozyanids ist proportional zur Konzentration der zu messenden Glukose. Wenn das über eine bestimmte Zeitspanne akkumulierte oder gesammelte Kalium-Ferrozyanid elektrochemisch durch Anlegen einer bestimmten Spannung oxidiert wird, fließt ein Antwortstrom durch den Betriebsanschluss 11. Die Glukosekonzentration (Blutzuckerspiegel) wird durch Messen des Antwortstroms mit der Erfassungseinheit 1 bestimmt. Wie es in 6a dargestellt ist, ist der Chip in einen Verbinder 3 eingesteckt. Der Verbinder 3 ist intern mit Verbindungsanschlüssen 21 versehen, um in Kontakt mit den Leitungsanschlüssen 13, 14 für eine Erfassung des durch den Betriebsanschluss 11 fließenden Antwortstroms in Kontakt zu geraten. Der erfasste Strom wird durch einen Computer, der in der Erfassungseinheit 1 enthalten ist, in einen Glukosekonzentrationswert umgewandelt.

Die Anschlüsse 11, 12, 13, 14 auf dem Chip 2 sind lediglich auf einer Seite des Chips 2 ausgebildet, so dass diese Anschlüsse 11, 12, 13, 14 einfach durch Raster- oder Schablonen- Druck gebildet werden können. Der Herstellungsvorgang ist somit vorzugsweise vereinfacht, was dazu dient, die Kosten der Einweg-Chips zu verringern. Diese Art von Chip ist im Stand der Technik beispielsweise aus EP-A-0 679 720 und EP-A-0 894 869 bekannt.

Allerdings kann die einseitige Ausbildung der Anschlüsse 11, 12, 13, 14 beim umgedrehten Einsetzen des Chips 2 in den Verbinder 3 der Erfassungseinheit 1 sein. Wie es in 6b dargestellt ist, kann es passieren, dass die Verbindungsanschlüsse 13, 14 auf dem Chip 2 nicht mit den Verbindungsanschlüssen 21 im Verbinder 3 verbunden werden. In einem derartigem Fall kann durch das Blutzuckerbestimmungsgerät eine korrekte Messung nicht durchgeführt werden.

Diabetiker können häufig ältere Leute sein und/oder schwache Augen haben, so dass es vielen von ihnen schwer fallen kann, eine Oberfläche des Chips 2 von der anderen zu unterscheiden. Daher kann der Chip 2 mit Mitteln zum Unterscheiden der Seiten versehen sein. Beispielweise kann der Chip 2 mit einem Ausschnitt oder einem Vorsprung, die auf einer Seite ausgebildet sind, versehen sein. Alternativ hierzu kann das Messgerät so angeordnet sein, dass der Chip, wenn er umgedreht gehalten wird, nicht in die Erfassungseinheit eingesetzt werden kann. Jedenfalls muss der Chip korrekt eingesetzt werden, d.h. ohne Umdrehen der Vorder- und Rückseiten. Das Ausbilden eines Ausschnitts oder eines Vorsprungs erfordert nachteiligerweise zusätzliche Schritte beim Herstellen des Chips, was zu einer Erhöhung der Kosten führt.

Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, ein Blutmessgerät zu schaffen, bei dem der Chip in eine Erfassungseinheit eingesetzt werden kann, ohne den Oberflächenunterscheidungsschritt durchzuführen.

ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG

Ein Blutmessgerät gemäß der vorliegenden Erfindung umfasst: einen plattenähnlichen Chip zum Ziehen einer Blutprobe; und eine Haupterfassungseinheit mit einem Verbinder, in den der Chip eingesetzt ist. Der Chip enthält, auf einer einzigen Seite, einen Enzymelektrodenabschnitt zum Durchleiten eines Reaktionsstroms in Reaktion auf eine spezielle Komponente des Bluts sowie Leitungsanschlüsse, die elektrisch mit den Enzymelektrodenabschnitt verbunden sind. Die Haupterfassungseinheit umfasst zwei Sätze von Verbindungsanschlüssen, die im Verbinder angeordnet sind und mit den Leitungsanschlüssen des Chips in Kontakt bringbar sind, wobei die beiden Sätze von Verbindungsanschlüssen einander zugewandt gehalten werden.

Erfindungsgemäß ist der Verbinder der Haupterfassungseinheit intern mit zwei Sätzen von Verbindungsanschlüssen versehen, die mit den Leitungsanschlüssen auf dem Chip in Kontakt bringbar sind, wobei diese beiden Sätze von Verbindungsanschlüssen einander zugewandt gehalten werden. Wenn der Chip in den Verbinder eingesteckt ist, ist einer der beiden Sätze von Verbindungsanschlüssen mit den Leitungsanschlüssen, die auf einer gewählten Seite des Chips ausgebildet sind, verbunden. Somit wird eine korrekte Blutmessung durchgeführt, unabhängig davon, ob der Chip, der in die Haupterfassungseinheit eingesetzt ist, nach oben oder nach unten zeigt.

In einer bevorzugten Ausführungsform enthält die Enzymelektrodenschicht eine durch das Blut gelöste Reaktionsschicht und eine Elektrodenanordnung, die einen Betriebsanschluss zum Durchleiten der Reaktionsenergie und einen Gegenanschluss, der den Betriebsanschluss umgibt, aufweist. Die Reaktionsschicht bedeckt den Betriebsanschluss der Elektrodenanordnung.

Wenn Blut auf den Chip aufgebracht wird, wird die Reaktionsschicht durch das Blut gelöst, was eine Enzymreaktion auslöst. Somit werden entsprechend der Konzentration der speziellen Komponente (z.B. Glukose) des Bluts Elektronenträger erzeugt. Nach einer bestimmten Zeitspanne wird eine Spannung an den Chip angelegt, wodurch ein Antwortstrom im Betriebanschluss des Elektrodenabschnitts erzeugt wird. Für eine Messung wird der Antwortstrom der Haupterfassungseinheit durch die Verbindungsanschlüsse und die Leitungsanschlüsse des Verbinders zugeführt. Der Antwortstrom ist proportional zur Konzentration der speziellen Komponente des Bluts. Somit wird die Konzentration der speziellen Komponente auf Basis des Antwortstromwerts durch Verwenden einer zuvor gebildeten Kalibrationskurve berechnet.

In einer bevorzugten Ausführungsform enthält die Reaktionsschicht Glukose-Oxidase oder Laktat-Oxidase als eine Oxidase und Kalium-Ferrizyanid als einen Elektronenakzeptor.

Zum Bestimmen der Glukosekonzentration im Blut (Blutzucker) ist die Oxidase in der Reaktionsschicht Glukose-Oxidase und der Elektronenträger ist Kalium-Ferrizyanid. Bei der Enzymreaktion wird aus der Glukose Glukonsäure, während das Kalium-Ferrizyanid zu Kalium-Ferrozyanid reduziert wird. Die Menge von Kalum-Ferrozyanid ist proportional zur Konzentration der zu messenden Glukose. Nach einer vorgebenden Zeitspanne wird das Kalium-Ferrozyanid elektrochemisch durch Anlegen einer Spannung an den Chip oxidiert. Danach wird der resultierende Antwortstrom in die Glukosenkonzentration umgewandelt.

Um die Laktatsäurekonzentration zu bestimmen, ist die Oxidase in der Reaktionsschicht Lacktat-Oxidase, während der Elektronenträger Kalium-Ferrizyanid ist. In der Enzymreaktion wird die Laktatsäure (Milchsäure) zu Brenztraubensäure, während das Kalium-Ferrizaynid zu Kalium-Ferrozyanid reduziert wird. Die Menge von Kalium-Ferrozyanid ist proportional zur Konzentration der zu messenden Milchsäure. Nach einer bestimmten Zeitspanne wird das KaliumFerrozyanid elektrochemisch durch Anlegen einer Spannung an den Chip oxidiert. Danach wird die Menge der resultieren Antwortenergie in die Milchsäurekonzentration umgewandelt.

Wie vorstehend beschrieben ist es mit dem erfindungsgemäßen Blutmessgerät nicht nötig, sich darum zu sorgen, ob der Chip umgedreht gehalten wird oder nicht, wenn der Chip in den Verbinder der Haupterfassungseinheit eingesetzt wird. Es ist für schwachsichtige oder ältere Patienten viel einfacher, das erfindungsgemäße Blutmessgerät zu verwenden, als übliche Geräte zu verwenden, da keine Notwendigkeit besteht, die Ausrichtung der oberen oder unteren Seite des Chips zu prüfen.

Andere Merkmale und Vorteile der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung, die unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen erfolgt.

KURZBESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN

1 ist eine Perspektivansicht, die das Äußere eines Blutmessgeräts gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung zeigt.

2 ist eine Perspektivansicht, die den gesamten Chip zeigt, der für das Blutmessgerät verwendet wird.

3 ist eine perspektivische Explosionsdarstellung, die den für das Blutmessgerät verwendeten Chip zeigt.

4A und 4B sind vergrößerte teilweise Schnittansichten, die zeigen, wie der Chip in Kontakt mit einer Haupterfassungseinheit des erfindungsgemäßen Blutmessgeräts kommt.

5 ist ein Blockdiagramm, das ein Beispiel einer Steuerschaltung für das Blutmessgerät gemäß der vorliegenden Erfindung zeigt.

6A und 6B sind vergrößerte teilweise Schnittansichten, die illustrieren, wie der Chip und die Haupterfassungseinheit eines üblichen Blutmessgeräts in Eingriff geraten.

BESTE AUSFÜHRUNGSFORM ZUM AUSFÜHREN DER ERFINDUNG

Eine Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen beschrieben. Wie in 1 dargestellt, umfasst ein Blutmessgerät eine Haupterfassungseinheit 1 und einen plattenähnlichen Einweg-Chip 2, der in Benutzung in die Haupterfassungseinheit 1 einzustecken ist.

Beim Durchführen der vorliegenden Erfindung können die üblichen Grundanordnungen ohne Änderungen auf den Chip 2 angewendet werden. Wie es in 2 und 3 dargestellt ist, weist der Chip 2 insgesamt eine streifenförmige Form auf, während er auch eine Oberfläche aufweist, deren vorderer Endabschnitt mit einem Enzymelektrodenabschnitt 10 versehen ist und deren Basisendabschnitt mit zwei Leitungsanschlüssen 13 und 14 versehen ist. Vorzugsweise sind die Leitungsanschlüsse 13, 14 aus Silber gebildet. Der Enzymelektrodenabschnitt 10 umfasst ein Elektrodenmuster 4 und eine Reaktionsschicht 5, die darauf angeordnet sind. Das Elektrodenmuster weist einen Kohlenstoff-Betriebsanschluss 11 und eine Kohlenstoff-Gegenelektrode 12 auf, die den Betriebsanschluss umgibt. Der Betriebsanschluss 11 ist elektrisch mit einem Leitungsanschluss 13 verbunden, während der Gegenanschluss 12 elektrisch mit dem anderen Leitungsanschluss 14 verbunden ist. Die Anschlüsse 11, 12, 13, 14 können durch Siebdruck auf einem Substrat ausgebildet sein, dass aus Poly(ethylen-Terephtalat) gebildet ist. Ein Abstandshalter 6 und eine Abdeckung 7 sind angebracht, um die Reaktionsschicht 5 zu bedecken. Der Abstandshalter ist mit einem Schlitz 16 ausgebildet, der an dem vorderen Endabschnitt offen ist, während die Abdeckung 7 mit einem Luftloch 17 ausgebildet ist. Somit kann ein Probenfluid wie etwa Blut, nachdem es auf die Spitze des Chips 2 aufgebracht worden ist, in den Durchgang des Schlitzes 16 durch eine Kapillarwirkung eingesaugt und zur Reaktionsschicht 5 geführt werden.

Die Reaktionsschicht 5 ist ein plattenähnliches Element, das aus getrockneter wässriger Lösung gebildet ist, die eine Oxidase (Glukose-Oxidase), Kalium-Ferrizyanid und Carboxymethyl-Cellulose gebildet ist.

Die Haupterfassungseinheit 1 ist mit einem Verbinder 3 versehen, in den der Basisendabschnitt des Chips 2 eingesetzt ist. Erfindungsgemäß ist der Verbinder 3 im Inneren mit zwei Sätzen von Verbindungsanschlüssen 21, 22 versehen, die einander zugewandt sind. In der illustrierten Ausführungsform enthält jeder Satz der Verbindungsanschlüsse 21, 22 zwei Anschlüsse. Somit werden die Anschlussleitungen 13, 14, die auf dem Basisendabschnitt des Chips 2 ausgebildet sind, in einen korrekten Kontakt mit diesen Anschlüssen gebracht, unabhängig davon, ob die Oberfläche des Chips 2 nach oben oder nach unten beim Einsetzen zeigt.

In Verwendung wird der Chip 2 in den Verbinder 3 der Haupterfassungseinheit 1 eingesteckt. Erfindungsgemäß ist es, wie vorstehend beschrieben, unerheblich, ob der Chip 2 nach oben oder nach unten beim Einsetzen zeigt. Danach erfolgt ein Schnitt in die Haut, beispielsweise mit einer Lanzette, um eine kleine Menge Blut herauszudrücken. Danach wird das Blut durch die Spitze des Chips 2 berührt. Das Blut wird dann durch eine Kapillarwirkung in den Enzymelektrodenabschnitt 10 des Chips 2 geführt, wie es vorstehend beschrieben ist.

Die Reaktionsschicht 5 des Enzymelektrodenabschnitts 10 wird durch das gelieferte Blut gelöst. Danach wird entsprechend der Enzymreaktion, die durch die nachfolgende Formel dargestellt ist, Kalium-Ferrozyanid in einer Menge produziert, die der Glukosekonzentration entspricht. Nach einer bestimmten Zeitspanne wird eine vorgegebene Spannung an den Chip 2 angelegt. In Reaktion wird ein Strom erzeugt, der proportional zur Konzentration des Kalium-Ferrozyanids ist, das durch die Enzymreaktion produziert worden ist, oder zur Konzentration der Glukose ist. Damit kann der Blutzuckerspiegel durch Messen des Antwortstroms erkannt werden.

5 zeigt ein Beispiel eines Steuerschaltkreises des Blutzuckerbestimmungsgeräts. Wenn der Chip 2 in den Verbinder 3 eingesteckt ist, erkennt ein Sensorschalter 50 für eine eingesteckte Elektrode das Einsetzen des Chips, wodurch der Schalter 51 automatisch angeschaltet wird. Somit wird eine vorgegebene Spannung an den Betriebsanschluss 11 des Chips 2 angelegt, der elektrisch mit dem Verbindungsanschluss 21 oder dem Verbindungsanschluss 22 verbunden ist. Die anzulegende Spannung wird durch eine Batterie 55 geliefert. Der Antwortstrom, der im Chip 2 erzeugt wird, der in den Connector 3 eingesetzt ist, wird in eine Spannung durch einen Strom/Spannungs-Wandler 56 umgewandelt und dann einem A/D-Wandler 57 zugeführt. Ein Mikrocomputer 58 liest ein Ausgangssignal aus dem A/D-Wandler 57 aus.

Der Enzymelektrodenabschnitt des Chips 2 kann als ein Widerstand betrachtet werden. Wenn der Widerstand des Chips 2 Rs der Verstärkungswiderstand des Strom/Spannungs-Wandlers 56 Rf und die angelegte Spannung E ist, dann ist die Ausgangsspannung E0 des Strom/Spannungs-Wandlers 56 durch die nachfolgende Gleichung gegeben: E0 = E + i × Rf = E + (E/Rs) × Rf

Wenn kein Blut zugeführt wird, ist der Widerstand Rs des Chips 2 sehr hoch oder im Wesentlichen unendlich, während der Strom i sehr klein ist. Entsprechend ist die Ausgangsspannung E0 des Strom/Spannungs-Wandlers 56 nahezu gleich E.

Wenn dem Chip 2 Blut zugeführt wird, fällt andererseits der Widerstand Rs des Chips 2 stark ab, was zu einem starken Anstieg von E0 führt. Die Absorption des Bluts wird durch ununterbrochenes Beobachten der Ausgangsspannung E0 des Strom/Spannungs-Wandlers 56 erfasst.

Veränderungen der Ausgangsspannung E0 des Strom/Spannungs-Wandlers 56 werden durch den Mikrocomputer 58 über den A/D-Wandler 57 analysiert. Bei einem starken Anstieg von E0 (oder einem starken Abfall von Rs) wird somit der Zeitgeber des Messinstruments automatisch gestartet. Gleichzeitig wird der Schalter 51 ausgeschaltet. Der einmal geöffnete Schalter 51 wird später wieder geschlossen, nämlich nachdem die vorgenannte Enzymreaktion stattgefunden hat. Somit wird die erforderliche Spannung dem Betriebsanschluss 11 zugeführt. Danach wird der Antwortstrom, der an dieser Stufe erzeugt worden ist, gemessen, um für eine Berechnung der Glukosekonzentration verwendet zu werden, basierend auf einer vorgegebenen Kalibrationskurve. Das Ergebnis wird auf einer Anzeige 59 angezeigt.

In der vorstehenden Ausführungsform bestimmt das Blutmessgerät der vorliegenden Erfindung die Konzentration von Glukose im Blut (Blutzucker). Allerdings kann dasselbe Blutmessgerät für das Bestimmen anderer Komponenten verwendet werden. Wenn die Oxidase, die in der Reaktionsschicht 5 enthalten ist, Laktat-Oxidase ist, kann das Blutmessgerät verwendet werden, um die Milchsäurekonzentration zu bestimmen. In diesem Fall kann der Chip mit Speichel versorgt werden, da eine geeignete Menge Milchsäure in Speichel abgesondert ist. Obgleich Speichel eine geringere Pufferwirkung als Blut aufweist, ist es möglich, die Milchsäurekonzentration von Speichel zu bestimmen, wenn ein Puffermittel der Reaktionsschicht 5 des Chips 2 zugefügt wird.

Wie es in 2 und 3 dargestellt ist, ist die Elektrodenanordnung 4 des Chips 2 auf dem vorderen Endabschnitt des streifenähnlichen Substrats 15 ausgebildet, und die Elektrodenanordnung 4 ist durch die Reaktionsschicht 5, den Abstandshalter 6 und die Abdeckung 7 abgedeckt. Die Elektrodenanordnung 4 enthält den Betriebsanschluss 11 und den Gegenanschluss 12, der den Betriebsanschluss 11 umgibt. Der Betriebsanschluss 11 und der Gegenanschluss 12 sind elektrisch mit den Leitungsanschlüssen 13 bzw. 14 verbunden, die auf dem Basisendabschnitt des Substrats 15 ausgebildet sind. Die Reaktionsschicht 5, die die Elektrodenanordnung 4 bedeckt, enthält Kalium-Ferrizyanid und eine Oxidase oder Glukose-Oxidase.

Ohne Beschränkung auf das Vorstehende kann die vorliegende Erfindung auf viele Weisen variiert werden innerhalb des Schutzbereichs der beigefügten Ansprüche, und die Variationen können äquivalenten Ersatz für jedes Element umfassen.


Anspruch[de]
Blutmessgerät mit: einem plattenähnlichen Chip (2) zum Ziehen einer Blutprobe; und einer Haupterfassungseinheit (1) mit einem Verbinder (3), in den der Chip (2) eingesetzt ist;

wobei der Chip (2) auf einer einzigen Seite einen Enzymelektrodenabschnitt (10) zum Durchleiten eines Reaktionsstroms in Reaktion auf eine spezielle Komponente des Bluts sowie Leitungsanschlüsse (13,14) umfasst, die elektrisch mit dem Enzymelektrodenabschnitt (10) verbunden sind; und

dadurch gekennzeichnet, dass die Haupterfassungseinheit (1) zwei Sätze von Verbindungsanschlüssen (21, 22) umfasst, die im Verbinder (3) angeordnet und mit den Leitungsanschlüssen (13, 14) des Chips (2) in Kontakt bringbar sind, wobei die beiden Sätze von Verbindungsanschlüssen (21, 22) derart einander zugewandt gehalten werden, dass einer der beiden Sätze der Verbindungsanschlüsse mit den Leitungsanschlüssen, die auf einer ausgewählten Seite des Chips ausgebildet sind, verbunden ist.
Blutmessgerät nach Anspruch 1, wobei der Enzymelektrodenabschnitt (10) eine Reaktionsschicht (5), die durch das Blut gelöst wird, und eine Elektrodenanordnung (4) umfasst, die einen Betriebsanschluss (11) zum Durchleiten des Reaktionsstroms und einen Gegenanschluss (12) aufweist, der den Betriebsanschluss (11) umgibt, wobei die Reaktionsschicht (5) den Betriebsanschluss (11) der Elektrodenanordnung (4) bedeckt. Blutmessgerät nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Reaktionsschicht (5) Glukose-Oxidase als eine Oxidase und Kalium-Ferrizyanid als einen Elektronen-Akzeptor enthält. Blutmessgerät nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Reaktionsschicht (5) Laktat-Oxidase als eine Oxidase und Kalium-Ferrizyanid als einen Elektronen-Akzeptor enthält.






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