Die Erfindung betrifft eine Sämaschine gemäß
dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Aus dem Stand der Technik sind zahlreiche Einstellvorrichtungen
an Sämaschinen bekannt. Diese Einstellvorrichtungen, auch Bedienungselemente
genannt, sind an verschiedenen Stellen an der Sämaschine angeordnet. So ist
in der Regel bei Sämaschinen mit einem quer zur Arbeitsrichtung angeordneten
Saatgutbehälter auf der einen Seite die Getriebeeinstellvorrichtung angeordnet
und auf der gegenüberliegenden Seite des Saatgutbehälters ist die Bodenklappeneinstellvorrichtung
angeordnet. Die Schardruckeinstellvorrichtung wird häufig in der Nähe
der Dreipunktkuppelvorrichtung angeordnet.
Eine derartige Sämaschine ist bereits durch
DE-OS 2 310 805
bekannt. Bei dieser Sämaschine weist die zentrale Einstellvorrichtung
eine quer zur Arbeitsrichtung angeordnete Welle mit starren Belastungsarmen auf.
Zwischen den Belastungsarmen und den Schararmen sind Druckfedern angeordnet. Die
Verstellung der Federkraft der Druckfedern erfolgt mittels einer Stellschraube,
die über einen Belastungsarm mit der quer verlaufenden Welle verbunden ist.
Eine weitere Einstellvorrichtung für die Schare ist in
DE-GM 78 25 061
beschrieben. Die beschriebene Einstellvorrichtung ist zentral fernbedienbar
und mittels Anschläge ist die gewünschte Federkraft für die Säschare
vorwählbar.
Eine Einstellvorrichtung für die Bodenklappen ist
aus
DE-GM 92 14 315
bekannt. Der Bodenklappenstellhebel ist verdrehfest mit der Bodenklappenwelle
verbunden. Fixiert wird der Bodenklappenstellhebel mittels eines Raststiftes in
einer Lochleiste. Je nach Stellung des Raststiftes in der Lochleiste wird der Abstand
zwischen dem Särad und der Bodenklappe festgelegt.
Aus der Gebrauchsmusterschrift
DE 299 07 696 U1
ist eine Getriebeeinstellvorrichtung bekannt. Der Einstellhebel ist mittels
eines Bolzens im Getriebegehäuse verschwenkbar gelagert und mit der daran angeordneten
Einstellvorrichtung wird im Getriebe die Drehzahl der Dosierräder eingestellt.
Da die genannten Einstellvorrichtungen an verschiedenen
Stellen der Sämaschine angeordnet sind, ist eine derartige Sämaschine
nicht sehr bedienerfreundlich. Nachteilig ist auch, dass die Einstellvorrichtung
für den Schardruck im Bereich der Dreipunktkuppelvorrichtung angeordnet ist,
besonders dann, wenn die Sämaschine mit einem vorlaufenden Bodenbearbeitungsgerät
kombiniert wird. Zur Verstellung der Einstellvorrichtung muss der Bediener dann
zwischen das Bodenbearbeitungsgerät und die Sämaschine treten. Möglicherweie
ist der Freiraum zwischen beiden Geräten so eng, insbesondere bei einer auf
dem Bodenbearbeitungsgerät aufgebauten Sämaschine, dass der Bediener auf
das Bodenbearbeitungsgerät steigen muss, wobei die Unfallgefahr durch Abrutschen
steigt.
Besonders nachteilig wirkt sich die Anordnung der Einstellvorrichtung
aus, wenn sich diese an der rechten Seite der Sämaschine befindet. Der Bediener
muss dann entweder um den Schlepper oder um die Sämaschine herumlaufen, weil
er bei modernen Schleppern nur noch auf der linken Seite vom Schlepper absteigen
kann.
Da die Abdrehkurbel für das manuelle Antreiben des
Getriebes vorgesehen ist sowie auch häufig für die Verstellung der Schardruckeinstellvorrichtung,
wird die Abdrehkurbel in der Nähe des Getriebes geparkt. Zur Verstellung des
Schardruckes muss der Bediener dann die Abdrehkurbel aus der Parkposition holen
und zur Schardruckeinstellvorrichtung bringen. Nach dem Einstellvorgang muss die
Abdrehkurbel wieder in die Parkposition gebracht werden. Diese Vorgänge sind
zeitaufwändig und es besteht dabei eine erhebliche Unfallgefahr.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine verbesserte
Sämaschine vorzuschlagen, die die Nachteile des Standes der Technik vermeidet
und in vorteilhafter Weise mindestens die Getriebeeinstellvorrichtung, die Bodenklappeneinstellvorrichtung
und die Schardruckeinstellvorrichtung auf der linken Seite der Sämaschine als
Einstellzentrum aufweist.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß nach den Merkmalen
des Patentanspruches 1 gelöst, wobei die weiteren Patentansprüche in vorteilhafter
Weise ergänzende Lösungen zeigen.
Die erfindungsgemäße Sämaschine weist einen
Rahmen mit einem Saatgutbehälter auf, wobei die Säschare am Rahmen angeordnet
sind. Abgestützt wird die Sämaschine auf dem Boden entweder von einem
Laufrad oder mehreren Laufrädern. Es ist auch möglich, den Rahmen der
Sämaschine derart zu gestalten, dass sich die Sämaschine auf einer Bodenwalze
und/oder einem Bodenbearbeitungsgerät abstützt.
Die für den Betrieb der Sämaschine wichtigsten
Einstellvorrichtungen sind in Arbeitsrichtung auf der linken Seite der Sämaschine
angeordnet. Das vom Laufrad angetriebene Getriebe für die Sävorrichtung
weist eine Getriebeeinstellvorrichtung auf. Mit dem Getriebestellhebel wird die
Drehzahl des Särades eingestellt und somit auch die auszusäende Aussaatmenge
pro Flächeneinheit. Die Getriebeeinstellvorrichtung kann auch derart gestaltet
werden, dass die Saatmenge fernbedient veränderlich ist und die Getriebeeinstellung
oder die Aussaatmenge dem Bediener visuell angezeigt wird.
Die Bodenklappe unter dem Särad der Sävorrichtung
dichtet den Saatgutbehälter zum Särad ab. Die Bodenklappe ist mit der
Bodenklappenwelle drehfest verbunden und die Bodenklappenwelle wiederum mit dem
Bodenklappenstellhebel. Der Bodenklappenstellhebel ist ein Teil der Bodenklappeneinstellvorrichtung.
Mit der Bodenklappeneinstellvorrichtung wird je nach Saatgutkörnung der Spalt
zwischen dem Särad und der Bodenklappe zentral eingestellt. Zum Entleeren des
Saatgutbehälters wird der Spalt zwischen dem Särad und der Bodenklappe
so weit vergrößert, dass das Saatgut aus dem Saatgutbehälter ausläuft.
Mit der Schardruckeinstellvorrichtung wird die Bodeneindringtiefe
der Säschare eingestellt. Je nach Bodenwiderstand und Saatgutart muss die Eindringtiefe
der Säschare eingestellt werden. In der Regel wird der Schardruck mittels einer
Verstellspindel eingestellt. Bei unterschiedlichen Böden mit wechselndem Bodenwiderstand
wird eine fernverstellbare Schardruckeinstellvorrichtung bevorzugt. Zur Verstellung
wird dazu in der Regel ein Linearmotor in Form eines Hydraulikzylinders verwendet.
Es ist aber auch möglich, eine andere Bauart von Linearmotor zu verwenden.
Zur Überwachung der Eindringtiefe des Säschares bzw. der Stellung des
Linearmotors ist eine visuelle Anzeige für den Bediener vorgesehen, so dass
der Bediener die Saatablagetiefe gegebenenfalls vom Schlepper aus korrigieren kann.
Zur vorteilhaften Verbesserung der Sämaschine sind
im Einstellzentrum Ablagemöglichkeiten für die Abdrehkurbel, die Einstellwerkzeuge
und die Aussaathilfsmittel vorgesehen. Zu den Aussaathilfsmitteln gehören Saatreduziereinsätze
für die Säräder zur Aussaat von geringen Aussaatmengen und/oder Wechselräder
für den Antrieb sowie ein Saatmengen-Rechner und/oder eine Wiegeeinrichtung
für die Abdrehprobe.
Weitere Einzelheiten der Erfindung sind den Unteransprüchen,
der Beispielbeschreibung und den Zeichnungen zu entnehmen. Hierzu zeigen die nachfolgenden
Zeichnungen:
Fig. 1 eine erfindungsgemäße Sämaschine in einer Teilansicht
und in perspektiver Darstellung
Fig. 2 die Sävorrichtung in vergrößerter Darstellung und in
perspektiver Ansicht
Fig. 3 eine Sämaschine auf einer Bodenwalze abstützend in der Seitenansicht
Fig. 1 stellt eine auf Laufrädern 20 abgestützte Sämaschine
1 dar. Am Rahmen 3 sind die Säschare 4 nebeneinander beabstandet
angeordnet und oberhalb der Säschare 4 ist der Saatgutbehälter
2 mit dem Einstellzentrum 5, dem Getriebe 10 und der Sävorrichtung
6 angeordnet. Das Einstellzentrum 5 und das Getriebe 10 befinden
sich dabei in Arbeitsrichtung A auf der linken Seite der Sämaschine
1. Am Getriebe 10 ist die Getriebeeinstellvorrichtung 11 mit
dem im Getriebe 10 drehbar gelagerten Getriebestellhebel 12 angeordnet.
Zur Änderung der Übersetzung zwischen dem Laufrad 20 und den Särädern
8 wird der Getriebestellhebel 12 verschwenkt und zum Festlegen einer
konstanten Ausbringmenge pro Flächeneinheit wird der Getriebestellhebel
12 in der Getriebeeinstellvorrichtung 11 fixiert. Zum Durchführen
einer Abdrehprobe wird die Abdrehkurbel 24 auf das Getriebe 10 aufgesteckt.
Durch das Drehen der Abdrehkurbel 24 mit einer bestimmten Anzahl an Kurbelumdrehungen
und das gleichzeitige Auffangen des Saatgutes unter den Särädern
8 ermittelt der Bediener die Aussaatmenge für eine bestimmte Aussaatfläche.
Zur Verstellung des Druckes an den Säscharen
4 wird mittels der Abdrehkurbel 24 die Verstellspindel 17 der
Schardruckeinstellvorrichtung 16 verdreht.
Mit dem Bodenklappenstellhebel 14 der Bodenklappeneinstellvorrichtung
13 wird der Abstand der Bodenklappe 9 zum Särad 8 verändert,
wie in Fig. 2 dargestellt. Die mit dem Bodenklappenstellhebel 14 drehfest
verbundene Bodenklappenwelle 15 stützt sich im Sägehäuse 7
ab. Zwischen der elastischen Bodenklappe 9 und der Bodenklappenwelle 15 besteht
ebenfalls eine verdrehfeste Verbindung. Oberhalb der Bodenklappe 9 weist
die Sävorrichtung 6 die Säwelle 29 mit dem Särad
8 auf, wobei die mit dem Getriebe 10 in Verbindung stehende Säwelle
29 im Sägehäuse gelagert ist. Zur Reduzierung der Aussaatmenge
beim Ausbringen von Feinsaatgut weist die Sävorrichtung 6 einen Saatreduziereinsatz
26 auf. Es besteht aber auch die Möglichkeit, das Särad
8 durch ein nicht dargestelltes Särad mit einzeln zu schaltbaren Teilsärädern
zu ersetzen.
Eine weitere Sämaschine 1 zeigt die
Fig. 3. Diese Sämaschine 1 stützt sich auf der Bodenwalze
21 ab. Die Säschare 4 drücken dabei mittels Federelemente
23 in den zu bearbeitenden Boden 22. Zum Spannen der Federelemente
23 fährt der Linearmotor 18 der Schardruckeinstellvorrichtung
16 aus. Es besteht auch die Möglichkeit, den Hydraulikzylinder
19 im Stellbereich zu begrenzen sowie diesen durch eine andere Art von Linearmotor
18 zu ersetzen.
Zur Aufbewahrung der Abdrehkurbel 24 befindet sich
am Saatgutbehälter 2 eine Halterung. Auch das Einstellelement
27 zum Justieren des Abstandes der Bodenklappe 9 zum Särad
8 ist an der linken Seite des Saatgutbehälters 2 abnehmbar angeordnet.
Mit dem vorzugsweise abnehmbaren und gegen Verschmutzen geschützten Saatmengen-Rechner
28 ermittelt der Bediener die Einstellung des Getriebes 10 für
die auszubringende Saatmenge pro Flächeineinheit. Zur Vereinfachung der Abdrehprobe
besteht die Möglichkeit, eine Zählvorrichtung 30 anzuordnen, welche
die Kurbelumdrehungen am Getriebe 10 zählt und dem Bediener die Anzahl
der Kurbelumdrehungen anzeigt sowie das Ende des Abdrehvorganges akustisch mitteilt.
Die Zählvorrichtung 30 und der Saatmengen-Rechner 28 können
auch Bestandteil einer nicht dargestellten abnehmbaren Bedieneinheit sein, die sowohl
auf dem Schlepper angeordnet sein kann, als auch an der Sämaschine
(1) anbringbar ist.
Bezugszeichenliste
- 1
- Sämaschine
- 2
- Saatgutbehälter
- 3
- Rahmen
- 4
- Säschar
- 5
- Einstellzentrum
- 6
- Sävorrichtung
- 7
- Sägehäuse
- 8
- Särad
- 9
- Bodenklappe
- 10
- Getriebe
- 11
- Getriebeeinstellvorrichtung
- 12
- Getriebestellhebel
- 13
- Bodenklappeneinstellvorrichtung
- 14
- Bodenklappenstellhebel
- 15
- Bodenklappenwelle
- 16
- Schardruckeinstellvorrichtung
- 17
- Verstellspindel
- 18
- Linearmotor
- 19
- Hydraulikzylinder
- 20
- Laufrad
- 21
- Bodenwalze
- 22
- Boden
- 23
- Federelement
- 24
- Abdrehkurbel
- 25
- Halterung
- 26
- Saatreduziereinsatz
- 27
- Einstellelement
- 28
- Saatmengen-Rechner
- 29
- Säwelle
- 30
- Zählvorrichtung
- A
- Arbeitsrichtung