Stand der Technik
Aufgabe der Erfindung
Hartstoffeinsatz
Die Erfindung bezeichnet einen Hartstoffeinsatz für ein Schlagbohrwerkzeug,
insbesondere Drehschlagbohrer im Durchmesserbereich von 4 mm bis 45 mm zur Verwendung
mit drehschlagenden Handwerkzeugmaschinen, sowie ein damit bestücktes Schlagbohrwerkzeug.
Üblicherweise sind derartige Drehschlagbohrer für drehschlagende
Handwerkzeugmaschinen im Schaftende mit einer meisselförmigen Hartmetallplatte
bestückt, die bodenseitig sowie über zwei gegenüberliegende Befestigungsflächen
in einen sich diametral durch das Schaftende erstreckenden Aufnahmeschlitz hart
eingelötet ist. Durch die beim Fügen und Schlagbohren auftretenden hohen
Temperaturunterschiede kommt es vermittelt durch unterschiedliche Temperaturausdehnungskoeffizienten
des Hartstoffeinsatzes und des Schaftendes zu hohen Eigenspannungen im diese stoffschlüssig
verbindenden Hartlot, was zum Versagen führen kann.
Nach der DE 102 08 631 weist
ein plattenförmiger Hartstoffeinsatz mit einer den Schneidkanten gegenüberliegenden
Bodenfläche und zwei quer dazu angeordneten Befestigungsflächen, zwischen
der Bodenfläche und den Befestigungsflächen jeweils Fasen auf, die den
Innenkanten des Aufnahmeschlitzes des Schaftendes zugeordnet sind. Die beiden zur
Bodenfläche und den Befestigungsflächen senkrechten Freiflächen gehen
ohne Fasen in die Bodenfläche über.
Nach der DE 44 19 641 ist
ein kompakter Hartstoffeinsatz mit Schneidkanten bekannt, der über die den
Schneidkanten gegenüberliegende Bodenfläche ohne Fase stumpf auf die Grundfläche
des Bohrerschafts aufgelötet ist.
Nach der DE 100 06 936 ist
ein zum Bohren von armiertem Beton optimierter Drehschlagbohrer mit einem X-förmigen
Hartstoffeinsatz aus Sinterwerkstoff bekannt, der im Schaftende über zwei diametrale
Befestigungsflächen und der Bodenfläche in einer passenden X-förmigen
Verzapfung eingelötet und im Sektor zweier diametraler Freiflächen über
die Bodenfläche stumpf auf die Grundfläche des Schaftendes aufgelötet
ist. Der zugeordnete X-förmige Hartstoffeinsatz nach DE
100 06 932 weist in der den Schneidkanten gegenüberliegenden Bodenfläche
ausschliesslich an den Befestigungsflächen eine Fase auf.
Nach der DE 44 42 266 ist
ein kreuzartiger Hartstoffeinsatz mit einer in der Bodenfläche gleichförmig
umlaufenden Fase gleicher Breite bekannt.
Die Aufgabe der Erfindung besteht in der Realisierung eines Hartstoffeinsatzes
für ein Schlagbohrwerkzeug mit weiter verbesserter Standzeit beim Bohren von
armiertem Beton.
Die Aufgabe wird im Wesentlichen durch die Merkmale des Anspruchs
1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
So weist ein Hartstoffeinsatz für ein Schlagbohrwerkzeug eine
Schneidkante und eine, zur stoffschlüssigen Befestigung (Hartverlötung)
an einem Schaftende des Schlagbohrwerkzeugs ausgebildete, der Schneidkante gegenüberliegende
Bodenfläche auf, welche zumindest zu einer quer zur Bodenfläche angeordneten
Befestigungsfläche eine zumindest stückweise umlaufende erste Fase ausbildet,
wobei zumindest zu einer weiteren quer zur Bodenfläche angeordneten Freifläche
eine zumindest stückweise umlaufende zweite Fase ausbildet ist, die breiter
als die erste Fase ist.
Durch die an der Freifläche breit ausgebildete zweite Fase erstreckt
sich bei der am Schaftende in diesem Sektor auftretenden stumpfflächigen Hartverlötung
das Hartlot über einen keilförmig axial erweiterten Radialrandbereich.
Wie sich mit entsprechenden Simulationen nach der Finite-Elemente-Methode (FEM)
zeigen lässt, weist dadurch die von-Mises Vergleichsspannung sowie der hydrostatische
Spannungszustand, welche bei Hartlot als Versagenskriterium betrachtet werden kann,
keine Extremwerte am Rand auf, wo es bevorzugt zur Rissinitiierung kommt. Zudem
dient der keilförmig axial erweiterten Radialrandbereich zur definierten Aufnahme
sowie zum Ausgleich von während der Massenproduktion bei der Hartverlötung
geringfügig tolerierenden Hartlotmengen.
Vorteilhaft beträgt die Breite der zweiten Fase zwischen dem
Doppelten und dem Fünffachen der Breite der ersten Fase, weiter vorteilhaft
dem Doppelten, wodurch das dazu quadratisch proportionale Fasenvolumen des keilförmigen
Radialrandbereiches wesentlich grösser als das Fasenvolumen der ersten Fase
ist, die bei der Verlötung einer, relativ grosse Toleranzen aufweisende, Innenkante
des Schaftendes zugeordnet wird.
Vorteilhaft liegt der Fasenwinkel zu einer Bohrachse im Bereich von
30° bis 60°, weiter vorteilhaft 45°, wodurch dieser längs der
Scherspannungskomponente des Spannungstensors im Hartlot entspricht.
Vorteilhaft ist der Hartstoffeinsatz X-förmig ausgebildet,
wobei die erste Fase bezüglich zweier diametraler konkaver Befestigungsflächen
und die breitere zweite Fase bezüglich zweier diametraler konkaver Freiflächen
ausgebildet ist, die weiter vorteilhaft als Hauptabfuhrnuten ausgebildet sind, wodurch
ein hohes Fördervolumen des abgetragenen Bohrkleins ermöglicht wird.
Vorteilhaft ist der Hartstoffeinsatz mit einem Schaftende eines Schlagbohrwerkzeugs
stoffschlüssig verbunden, weiter vorteilhaft bspw. mit einer Bronze hart verlötet,
wodurch ein Schlagbohrwerkzeug mit optimierter Standzeit ausgebildet ist.
Vorteilhaft ist der X-förmige Hartstoffeinsatz über zwei
diametrale Befestigungsflächen, den ersten Fasen und der Bodenfläche in
einer passenden X-förmigen Verzapfung im Schaftende eingelötet sowie in
den Sektoren zweier diametraler Freiflächen mit der Bodenfläche und den
zweiten Fasen stumpf auf eine dort radial über die Bodenfläche überstehende
Grundfläche des Schaftendes aufgelötet, wodurch ein Schlagbohrwerkzeug
mit optimierter Standzeit beim Bohren von armiertem Beton ausgebildet ist.
Die Erfindung wird bezüglich eines vorteilhaften Ausführungsbeispiels
näher erläutert mit:
1 als Schlagbohrwerkzeug in Flächenansicht
2 als Aufsicht
3 als Querschnitt
4 als Längsschnitt
5 als weiterer Längsschnitt
6 als Einzelheit
So weist nach den 1-6
in Gesamtschau ein Hartstoffeinsatz 1 eines nur angedeuteten um eine Achse
A drehend und schlagend angetriebenen Schlagbohrwerkzeuges 2 in Form eines
Drehbohrmeissels zwei X-förmig angeordnete Schneidkanten 3 und zwei
diametral gegenüberliegende Hauptabfuhrnuten 4 auf. Der Hartstoffeinsatz
1 ist mit einem Schaftende 5 des Schlagbohrwerkzeugs
2 über eine den Schneidkanten 3 gegenüberliegende Bodenfläche
6 stoffschlüssig verbunden indem er mit Hartlot 7 in Form
von Bronze verlötet ist. Zwei quer zur Bodenfläche 6 angeordnete
konkave Befestigungsflächen 8 bilden je eine stückweise umlaufende
erste Fase 9a einer Breite Ba aus, wobei zwei weitere quer zur Bodenfläche
6 angeordneten konkave Freiflächen 10 je eine stückweise
umlaufende zweite Fase 9b ausbilden, die mit einer Breite Bb doppelt so
breit wie die erste Fase 9a mit einer Breite Ba ist. Der Fasenwinkel [alpha]
zur Bohrachse A beträgt jeweils 45°. Der X-förmige Hartstoffeinsatz
1 ist über die zwei diametralen Befestigungsflächen
8, die ersten Fasen 9a und die Bodenfläche 6 in
einer passenden X-förmigen Verzapfung 11 im Schaftende 5
aus Stahl eingelötet sowie in den Sektoren [phi] der beiden diametralen Freiflächen
10 mit der Bodenfläche 6 und den zweiten Fasen
9b stumpf auf eine dort radial über die Bodenfläche
6 überstehende Grundfläche 12 des Schaftendes
5 aufgelötet.