Die Erfindung betrifft ein Ansteuersystem für eine permanenterregte
elektrische Maschine nach Anspruch 1 und ein Verfahren zur Steuerung einer permanenterregten
elektrischen Maschine nach Anspruch 4.
Aus der DE 102 05 963 A1
ist ein Verfahren und Ansteuersystem zum Ansteuern einer permanenterregten Maschine
bekannt, wobei jeder Phase der elektrischen Maschine eine Halbbrückenanordnung
mit einem ersten und einem zweiten Schaltelement zur Stromversorgung über einen
Zwischenkreis zugeordnet ist. Es wird ein Betriebszustand eines Ansteuersystems
überwacht und mit einem Schwellwert verglichen. Bei Überschreiten des
Schwellwertes wird ein Fehlerzustand detektiert und ein Kurzschluss zwischen den
Phasen der elektrischen Maschine erzeugt.
Permanenterregte elektrische Maschinen werden beispielsweise als Fahrzeugantriebsmotoren
eingesetzt, die bei Hybridantriebssystemen elektrische Energie aus einer Energieversorgung
empfangen. Die Energieversorgung erfolgt z.B. durch eine über einen Stromrichter
und einen Zwischenkreis angeschlossene Batterie, bei vollelektrisch betriebenen
Fahrzeugen durch eine so genannte Traktionsbatterie oder durch einen durch eine
Brennkraftmaschine angetriebenen Generator.
Bei permanenterregten elektrischen Maschinen besteht aufgrund ihres
Aufbaus das grundsätzliche Problem, dass wegen der im Betrieb auftretenden
Relativbewegung zwischen den Ankerwicklungen und den Permanentmagneten eine als
Polradspannung bekannte Gegenspannung in den Ankerwicklungen induziert wird. Diese
induzierte Spannung steigt mit zunehmender Drehzahl an und kann den Betrag der Versorgungsspannung
der elektrischen Maschine erreichen und überschreiten. Treten bei derartigen
Antriebssystemen mit permanenterregten elektrischen Maschinen Fehler auf, wie zum
Beispiel der Ausfall einer Ansteuerelektronik für die Vornahme einer Feldschwächung
oder ein Wicklungsschluss, so führt dies zu einer Rückspeisung von elektrischer
Energie von der elektrischen Maschine in die Energieversorgung. Dadurch kann ein
Bremsmoment erzeugt werden, dass für den Betrieb der elektrischen Maschine
in einem Fahrzeug unerwünscht ist. Auch bei niedrigen Drehzahlen können
solche Bremsmomente erzeugt werden, z.B. durch einen von einem erkannten Fehler
ausgelösten Dreiphasenkurzschluss.
Aufgabe der Erfindung ist es, das Bremsmoment einer abgeschalteten
und noch drehenden elektrischen Maschine zu reduzieren.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Ansteuersystem
für eine elektrische Maschine gelöst, bei dem zur Abschaltung der elektrische
Maschine ein Dreiphasenkurzschluss der Endstufe durch kurzschließen der drei
oberen Leistungsschalter oder der drei unteren Leistungsschalter durchführbar
ist, wenn die Drehzahl D1 einen festlegbaren Grenzwert GR1 nicht unterschreitet
oder eine Spannung U_DC der Endstufe einen Grenzwert Umax überschreitet.
Dabei werden als Leistungsschalter die Schaltelemente der Endstufe
bezeichnet.
Vorteil der erfindungsgemäßen Lösung ist es, dass ein
Dreiphasenkurzschluss nur unter solchen Randbedingungen durchgeführt wird,
bei denen kein störendes Bremsmoment auftreten kann. Bei einem Dreiphasenkurzschluss
einer permanenterregten elektrischen Maschine wird bei höheren Drehzahlen (im
Bereich oberhalb von mehreren hundert Umdrehungen pro Minute) kein nennenswertes
Bremsmoment erzeugt. Darüber hinaus werden Beschädigungen von Bauteilen
wie Batterie, Stromrichter und dessen Halbleiterbauelementen, vermieden.
In einer Ausführungsform der Erfindung sind zur Abschaltung der
elektrischen Maschine alle Leistungsschalter der Endstufe öffenbar, wenn die
Drehzahl D1 unterhalb des Grenzwertes GR liegt und eine Spannung U_DC der Endstufe
einen Grenzwert Umax unterschreitet.
Bei einem Dreiphasenkurzschluss einer permanenterregten elektrischen
Maschine wird bei sehr kleinen Drehzahlen (im Bereich kleiner einige hundert Umdrehungen
pro Minute) ein störendes Bremsmoment erzeugt. Eine Abschaltung der elektrischen
Maschine durch Öffnen aller Leistungsschalter der Endstufe ist bei niedrigen
Drehzahlen hingegen ohne störendes Bremsmoment durchführbar. Dies hat
den Vorteil, dass eine Abschaltung der elektrischen Maschine ohne störendes
Bremsmoment auch dann durchgeführt werden kann, wenn die Randbedingungen für
die Durchführung eines bremsmomentarmen Dreiphasenkurzschlusses nicht vorliegen.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus
den Unteransprüchen und anhand der Zeichnungen. Dabei zeigen:
1 eine schematische Schaltungsskizze eines erfindungsgemäßen
Ansteuersystems in Verbindung mit einer permanenterregten elektrischen Maschine,
2 eine beispielhafte Darstellung einer drehzahlabhängigen
Fehlerreaktion und des zugehörigen Bremsmoments.
1 zeigt eine elektrische Maschine 1 mit einer
Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Ansteuersystems.
Die elektrische Maschine 1 ist mit einer Endstufe
2 verbunden. Die Endstufe 2 kann als Umrichter bzw. als Stromrichter
ausgebildet sein. Die dargestellte Endstufe 2 weist drei obere Schaltelemente
2o1, 2o2, 2o3 und drei untere Schaltelemente
2u1, 2u2, 2u3 auf. Die Schaltelemente sind typischerweise
als Leistungsschalter ausgebildet. Diese Schaltelemente bilden drei Halbbrückenanordnungen
die aus jeweils zwei der Schaltelementen 2o1, 2u1; 2o2,
2u2 und 2o3, 2u3 gebildet werden und jeweils eine der
drei Phasen der elektrischen Maschine 1 ansteuern.
Die Endstufe 2 ist über einen, in 1
nicht dargestellten. Hauptschütz mit einer, ebenfalls in 1
nicht dargestellten, Versorgungseinrichtung der elektrischen Maschine
1 (z.B. einer Batterie) verbunden. Die Versorgungseinrichtung versorgt
die Endstufe 2 mit einer Versorgungsspannung U_DC. Über den Hauptschütz
kann die Versorgungseinrichtung ein- und ausgeschaltet werden.
Die Endstufe 2 ist mit einem Logikbaustein 5 verbunden
und wird von diesem angesteuert. Außerdem gibt die Endstufe 2 Informationen
über die Versorgungsspannung U_DC und Informationen über eine korrekte
Umsetzung eines Dreiphasenkurzschlusses an den Logikbaustein 5 weiter.
Ebenso können Informationen über eine korrekte Umsetzung einer Öffnung
der Schaltelemente 2o1, 2o2, 2o3, 2u1,
2u2 oder 2u3 oder über eine Spannung U_CE eines Schaltelements
2o1, 2o2, 2o3, 2u1, 2u2 oder
2u3 an den Logikbaustein 5 weitergegeben werden.
Der Logikbaustein 5 ist mit einem Funktionsrechner
3 und einem Überwachungsrechner 4 verbunden und erhält
von diesen Daten. Der Funktionsrechner 3 und der Überwachungsrechner
4 sind ebenfalls miteinander verbunden und tauschen miteinander Daten aus.
Dabei überwacht der Überwachungsrechner 4 den fehlerfreien Betrieb
des Funktionsrechners 3.
Der Funktionsrechner 3 erhält die Informationen eines
Drehzahlsensors 6, welcher bevorzugt eine Drehzahl D1 der elektrischen
Maschine 1 erfasst.
Darüber hinaus können ein oder mehrere weitere Drehzahlsensoren
7 zur Erfassung einer oder mehrerer Drehzahlen D2 vorgesehen sein. Beispielsweise
kann als Drehzahl D2 ebenfalls die Drehzahl der elektrischen Maschine
1 erfasst werden. Ebenso kann eine Drehzahl eines mit der elektrischen
Maschine 1 verbundenen Getriebes, eine Raddrehzahl eines Fahrzeugrades
oder eine andere relevante Drehzahl erfasst werden. Bevorzugt ist als Drehzahlsensor
7 ein Raddrehzahlsensor eines Fahrzeugrades eines elektronischen Stabilitätsprogramms
vorgesehen.
In 1 ist der Drehzahlsensor
7 mit dem Funktionsrechner 3 verbunden. Über diese Verbindung
erhält der Funktionsrechner 3 Informationen des Drehzahlsensors
7 über die erfasste Drehzahl D2.
Der Funktionsrechner 3 weist einen Bereich 8 auf.
Dieser Bereich 8 wird bei einem Zwei-Ebenen-Überwachungssystem oder
einem Drei-Ebenen-Überwachungssystem als erste Ebene bezeichnet. In diesem
Fall wird die erste Ebene von einer zweiten Ebene und ggf. einer dritten Ebene überwacht.
In dem Bereich 8 des Funktionsrechners 3 werden die aktuellen
Ansteuersignale zur Ansteuerung der elektrischen Maschine 1 berechnet.
Diese Ansteuersignale werden von dem Bereich 8 des Funktionsrechners
3 an einen Schalter 10 des Logikbausteins 5 weitergegeben.
Der Schalter 10 des Logikbausteins 5 gibt die Ansteuersignale
über eine Steuerleitung an einen Schalter 14 des Logikbausteins
5 weiter. Der Schalter 14 des Logikbausteins 5 gibt die
Ansteuersignale über eine Steuerleitung an einen Schalter 16 des Logikbausteins
5 weiter. Der Schalter 16 des Logikbausteins 5 gibt die
Ansteuersignale über eine Steuerleitung an die Endstufe 2 weiter.
Die Endstufe 2 stellt ihre Schaltelemente 2o1, 2o2,
2o3, 2u1, 2u2, 2u3 nach Maßgabe der Ansteuersignale
ein und steuert die elektrische Maschine 1 entsprechend den Ansteuersignalen
an.
Der Funktionsrechner 3 ist über einen Abschaltpfad mit
einem Element 9 des Logikbausteins 5 verbunden. Dabei wird als
Abschaltpfad eine Verbindung bezeichnet, über die wahlweise ein Freigabesignal
oder ein Abschaltsignal weitergegeben werden kann.
Der Überwachungsrechner 4 ist ebenfalls über einen
Abschaltpfad mit dem Element 9 des Logikbausteins 5 verbunden.
In einer bevorzugten Ausführungsform ist das Abschaltsignal als
spannungsfreier Defaultzustand vorgesehen. Wird durch einen Fehler kein Signal vom
Funktionsrechner 3 oder von Überwachungsrechner 4 an den
Logikbaustein 5 übertragen, so interpretiert der Logikbaustein
5 dies als Abschaltsignal.
Das Element 9 ist in der in 1
dargestellten Ausführungsform als ein „logisches UND" ausgebildet. Element
9 kann wie alle Elemente des Logikbausteins 5 als ein Elektronikbauteil,
als eine Struktur innerhalb eines Logikbausteins oder mittels einer
Software dargestellt werden. Empfängt das „logische UND" 9
sowohl vom Funktionsrechner 3 als auch vom Überwachungsrechner
4 ein Freigabesignal, so gibt es ein Freigabesignal an den Schalter
10 weiter, ansonsten gibt es ein Abschaltsignal weiter.
In einer alternativen Ausführungsform ist das Element
9 als ein „logisches ODER" oder dergleichen ausgeführt. In
diesem Falle gibt das Element 9 dann ein Abschaltsignal an den Schalter
10, wenn es vom Funktionsrechner 3 oder vom Überwachungsrechner
4 oder von beiden ein Abschaltsignal erhält.
Empfängt der Schalter 10 ein Abschaltsignal vom Element
9, so schaltet er um und unterbricht so die Weitergabe der von Bereich
8 der Funktionsrechners 3 berechneten Ansteuersignale. Anstatt
der Ansteuersignale von Bereich 8 werden nunmehr die Ansteuersignale eines
Elements 11 des Logikbausteins 5 weitergegeben. Dabei handelt
es sich bei dem Element 11 typischerweise um einen permanenten Speicher,
in dem die Ansteuersignale für einen Dreiphasenkurzschluss fest hinterlegt
sind.
Diese Ansteuersignale des Elements 11 werden über den
Schalter 10 in die Steuerleitung eingespeist und über Schalter
14 und Schalter 16 an die Endstufe 2 weitergegeben.
Die Endstufe 2 stellt ihre Schaltelemente 2o1,
2o2, 2o3, 2u1, 2u2, 2u3 nach Maßgabe
der Ansteuersignale für einen Dreiphasenkurzschluss ein und erzeugt so einen
Dreiphasenkurzschluss der elektrische Maschine 1.
Dabei können die Ansteuersignale einen Dreiphasenkurzschluss
der Schaltelemente 2o1, 2o2, 2o3 oder der Schaltelemente
2u1, 2u2, 2u3 vorsehen. Auch kann vorgesehen sein, auf
die jeweils andere Variante eines Dreiphasenkurzschlusses zu wechseln, wenn Informationen
über den Betriebszustand der Schaltelemente 2o1, 2o2,
2o3, 2u1, 2u2, 2u3 den Schluss zulassen, dass
der gewählte Dreiphasenkurzschluss nicht fehlerfrei durchgeführt werden
kann oder durchgeführt wurde.
Der Schalter 14 ist mit einem Element 19 verbunden.
Das Element 19 ist eine Logik, die bei Vorliegen festgelegter Eingangsdaten
ein Abschaltsignal an den Schalter 14 sendet. Dabei bewirkt das Abschaltsignal,
dass der Schalter 14 in einen Schaltzustand geschaltet wird, in dem er
ihm zugeordnete Ansteuersignale zum Öffnen aller Schaltelemente 2o1,
2o2, 2o3, 2u1, 2u2, 2u3 der Endstufe
2 zur Abschaltung der elektrischen Maschine 1 weitergeben kann.
Das Element 19 ist über ein Element 20 mit
dem Drehzahlsensor 6 verbunden. Das Element 20 erhält vom
Drehzahlsensor 6 Informationen über die vom Drehzahlsensor
6 erfasste Drehzahl D1. Bei der Drehzahl D1 handelt es sich bevorzugt um
eine Drehzahl der elektrischen Maschine 1. Das Element 20 überprüft,
ob die Drehzahl D1 unter einem Grenzwert GR1 liegt. In einer Ausführungsform
gibt in das Element 20 ein Signal an das Element 19 weiter, wenn
dies der Fall ist.
In einer Weiterbildung dieser Ausführungsform wird überprüft,
ob der Drehzahlsensor 6 und die Signalübertragung des Wertes für
D1 fehlerfrei arbeiten. In 1 ist diese Prüfung
in einem Element 18 angeordnet. Dabei wertet Element 19 die vom
Element 20 zugeführte Information über die Drehzahl D1 des Sensors
6 nur dann aus, wenn zusätzlich das Element 18 an das Element
19 signalisiert, dass der Drehzahlsensor 6 und die Signalübertragung
des Wertes für D1 fehlerfrei arbeiten.
Ist dies nicht der Fall, so kann in einer Weiterbildung ersatzweise
ein fest hinterlegter Drehzahlwert angenommen werden.
In der in der 1 dargestellten Ausführungsform
ist das Element 19 über ein Element 17 mit dem Funktionsrechner
3 verbunden. Das Element 17 erhält vom Funktionsrechner
3 eine Drehzahlinformation D2 eines zusätzlichen Sensors
7. Dabei kann das Element 17, alternativ zur in 1
dargestellten Ausführungsform, auch im Funktionsrechner 3 angeordnet
sein.
In einer Weiterbildung gibt das Element 17 nur dann ein Signal
and das Element 19 weiter, wenn die Drehzahlinformation D2 den Grenzwert
GR2 unterschreitet. In einer alternativen vereinfachten Ausführungsform gibt
das Element 19 ein Signal an das Element 14 weiter, wenn dies
der Fall ist.
In einer Weiterbildung dieser alternativen Ausführungsform wird
die von dem zusätzlichen Drehzahlsensor 7 dem Funktionsrechner
3 zugeführte Drehzahlinformation D2 durch die von dem Drehzahlsensor
6 dem Funktionsrechner 3 zugeführte Drehzahlinformation D1
ersetzt, wenn der Funktionsrechner 3 einen Fehler des Drehzahlsensors
7 oder der Datenübertragung des Drehzahlsensors 7 erkennt.
In diesem Fall gibt Element 17 entsprechend einer bevorzugten Weiterbildung
nur dann ein Signal an das Element 19 weiter, wenn die im Funktionsrechner
3 erfasste Drehzahlinformation D1 den Grenzwert GR1 unterschreitet.
In einer bevorzugten Ausführungsform gibt in das Element
19 dann ein Signal an das Element 14 weiter, wenn die Elemente
17 und 20 jeweils eine Grenzwertunterschreitung erkennen und keine
Informationen über eine fehlerhafte Erfassung oder Übertragung der grenzwert
unterschreitenden Signale vorliegen.
Die Ansteuersignale, die der Schalter 10 über die Steuerleitung
an den Schalter 14 weitergibt, werden auch an ein Element 12 weitergegeben.
Anhand der Ansteuersignale von Schalter 10 erkennt das Element
12, ob ein Dreiphasenkurzschluss ausgelöst werden soll. Das Element
12 gibt diese Informationen an den Funktionsrechner 3 und an das
Element 19 des Logikbausteins 5 weiter.
Das Element 12 ist außerdem mit der Endstufe
2 verbunden und erhält von dieser Informationen über deren Betriebszustand
bzw. den Betriebszustand ihrer Schaltelemente 2o1, 2o2,
2o3, 2u1, 2u2, 2u3. Typischerweise wird dabei
übermittelt, ob eine Spannung U_CE der Schaltelemente 2o1,
2o2, 2o3, 2u1, 2u2, 2u3 einen zulässigen
Wert einnimmt. Anhand der Informationen von der Endstufe 2 erkennt das
Element 12, ob die Endstufe 2 einen Dreiphasenkurzschluss der
elektrischen Maschine 1 erzeugt. Liegt ein ordnungsgemäß durchgeführter
Dreiphasenkurzschluss vor, so gibt das Element 12 diese Informationen an
den Funktionsrechner 3 und an ein Element 19 des Logikbausteins
5.
Liegt ein fehlerhaft durchgeführter Dreiphasenkurzschluss vor,
so ist in einer Ausgestaltung vorgesehen, die Variante des Dreiphasenkurzschlusses
von Kurzschluss der Schaltelemente 2o1, 2o2, 2o3 auf
Kurzschluss der Schaltelemente 2o1, 2o2, 2o3,
2u1, 2u2, 2u3 oder umgekehrt zu wechseln.
In der in 1 dargestellten Ausführungsform
sendet das Element 19 ein Abschaltsignal an Schalter 14, falls
das Element 19 die Information erhält, dass der Funktionsrechner
3 über das Element 17 eine Drehzahl D2 bzw. D1 unterhalb
des ihr zugeordneten Grenzwertes GR2 bzw. GR1 erkannt hat und das Element
12 einen Dreiphasenkurzschluss der Endstufe 2 und kein Anliegen
eines Abschaltsignals von Element 9 an Schalter 10 erkannt hat.
Hier ist anhand der in Element 19 vorliegenden Signale davon auszugehen,
dass der Funktionsrechner 3 fehlerfrei arbeitet. Daher kann dem über
das Element 17 weitergegebenen Signal vertraut werden und bei Unterschreitung
der Grenzwertes GR2 bzw. GR1 durch D2 bzw. D1 die Umschaltung auf offene Schaltelemente
2o1, 2o2, 2o3, 2u1, 2u2,
2u3 durch senden eines Abschaltsignals an Schalter 14 initiiert
werden. Dieses Verhalten kann genutzt werden, um einen Abschaltbefehl der von einem
externen Steuergerät zugeführt wird und nicht auf einer Fehlererkennung
des Funktionsrechners 3 oder des Überwachungsrechners 4 beruht
in das Verfahren einzubinden. Damit ist es möglich auch für einen externen
Abschaltbefehl drehzahlabhängig und/oder abhängig von einer Spannung U_DC
einen Dreiphasenkurzschluss oder eine Abschaltung der elektrischen Maschine durch
Öffnen aller Schaltelemente 2o1, 2o2, 2o3,
2u1, 2u2, 2u3 auszulösen.
In der in 1 dargestellten Ausführungsform
sendet das Element 19 ein Abschaltsignal an Schalter 14, falls
das Element 19 die Information erhält, dass das Element
20 die Drehzahl D1 als unterhalb des ihr zugeordneten Grenzwertes GR1 liegend
erkannt hat und das Element 12 einen Dreiphasenkurzschluss der Endstufe
2 und das Anliegen eines Abschaltsignals von Element 9 an Schalter
10 erkannt hat. Liegt ein Abschaltsignal von Element 9 an Schalter
10 an, so kann den Daten vom Funktionsrechner 3 und von Überwachungsrechner
4 nicht mehr vertraut werden. Daher ist es in diesem Fall sinnvoll, das
von dem Funktionsrechner 3 an das Element 17 weitergegebene Drehzahlsignal
nicht zu verwenden, sondern auf das direkt vom Sensor 6 an den Logikbaustein
5 weitergegebene Drehzahlsignal D1 zu vertrauen.
In diesem zuletzt dargestellten Fall muss in der in 1
dargestellten Ausführungsform zusätzlich das Element 18 an das
Element 19 signalisieren, dass der Sensor 6 fehlerfrei arbeitet.
Ist dies nicht der Fall, so kann ersatzweise ein fest hinterlegter Drehzahlwert
angenommen werden. Dies gilt auch für den Fall, dass das Element
17 ersatzweise auf die Drehzahl D1 ausgewichen ist und Element
18 einen Fehler des Sensors 6 erkennt.
Empfängt der Schalter 14 ein Abschaltsignal vom Element
19, so schaltet er um und unterbricht so die Weitergabe der von Element
10 kommenden Ansteuersignale. Anstatt dieser Ansteuersignale werden nunmehr
die Informationen eines Elements 13 des Logikbausteins 5 weitergegeben.
Dabei handelt es sich bei dem Element 13 typischerweise um einen permanenten
Speicher, in dem die Ansteuersignale für eine Öffnung aller Schaltelemente
2o1, 2o2, 2o3, 2u1, 2u2,
2u3 der Endstufe 2 fest hinterlegt sind.
Diese Ansteuersignale des Elements 13 werden über den
Schalter 14 in die Steuerleitung eingespeist und über Schalter
16 an die Endstufe 2 weitergegeben. Die Endstufe 2 öffnet
ihre Schaltelemente 2o1, 2o2, 2o3, 2u1,
2u2, 2u3 nach Maßgabe der ihr zugeführten Ansteuersignale
Betriebsparameter und steuert so die elektrische Maschine 1 an.
Die Informationen, die der Schalter 14 über die Steuerleitung
an den Schalter 16 weitergibt, werden auch an ein Element 21 weitergegeben.
Anhand der Informationen von Schalter 14 erkennt das Element
21, ob alle Schaltelemente 2o1, 2o2, 2o3,
2u1, 2u2, 2u3 geöffnet werden soll. Diese Information
gibt das Element 21 an den Funktionsrechner 3 weiter.
Die Endstufe 2 gibt Informationen über die an ihr anliegende
Spannungen U_CE an ein Element 22 weiter. Element 22 ist ein Vergleicher
der den zugeführten Wert für die Spannung U_CE mit einem Wert Umax vergleicht
und ein Abschaltsignal an den Schalter 16 weitergibt,
wenn U_CE größer als Umax ist.
Erhält der Schalter 16 von Element 22 ein Abschaltsignal,
so schaltet er um und unterbricht so die Weitergabe der von Element 14
kommenden Ansteuersignale. Anstatt dieser Ansteuersignale werden nunmehr die Ansteuersignale
eines Elements 15 des Logikbausteins 5 weitergegeben. Dabei handelt
es sich bei dem Element 15 typischerweise um einen permanenten Speicher,
in dem die Ansteuersignale für einen Dreiphasenkurzschluss der Endstufe
2 fest hinterlegt sind.
In 2 ist beispielhaft dargestellt, wie
sich eine erfindungsgemäße drehzahlabhängige Fehlerreaktion auf das
Bremsmoment auswirkt.
2 zeigt schematisch den Verlauf der Betriebsspannung
U_DC, der induzierten Spannungen U_ind und des induzierten Bremsmoments M_ind einer
erfindungsgemäßen Vorrichtung, bei der der zwischen Spannungsversorgung
und Endstufe 2 angeordnete Hauptschütz geschlossen ist, d.h. die Endstufe
2 mit einer konstanten Spannung U_DC versorgt wird. Wie zu entnehmen steigt
dabei die induzierte Spannung U_ind proportional zur Drehzahl.
In dem in 2 dargestellten Beispiel arbeitet
die Drehzahlerfassung von D1 ordnungsgemäß, d.h. unterhalb des Drehzahlgrenzwertes
GR1 erfolgt die Abschaltung der elektrischen Maschine 1 durch Öffnen
aller Leistungsschalter, ab der Grenzdrehzahl durch Dreiphasenkurzschluss. Durch
den Dreiphasenkurzschluss wird bei höheren Drehzahlen (> GR1) nur eine geringes
Bremsmoment induziert.
Bei niedrigen Drehzahlen wird, wie gepunktet eingezeichnet, bei einem
Dreiphasenkurzschluss ein starkes Bremsmoment erzeugt. Ursache dafür ist der
Kurzschlussstrom in der elektrischen Maschine 1.
Wird bei niedrigen Drehzahlen (<GR1) über offene Leistungsschalter
abgeschaltet, so sinkt das Bremsmoment. In diesem Bereich ist die induzierte Spannung
geringer als die Versorgungsspannung U_DC. Es gibt daher keinen Stromfluss von U_ind
nach U_DC, der ein nennenswertes Bremsmoment M_ind erzeugen könnte. Daraus
ergibt sich auch, dass der Grenzwert GR1 (und entsprechend der Grenzwert GR2) sinnvollerweise
in einem Drehzahlbereich liegt, in dem Uind kleiner als U_DC ist.
Weiterhin ist ein Spannungsgrenzwert Umax vorgesehen, bei dessen Überschreitung
die Abschaltung der elektrischen Maschine 1 in jedem Fall auf einen Dreiphasenkurzschluss
umgeschaltet wird. Dies stellt einen Schutz der elektrischen Maschine gegen eine
zu hohe Versorgungsspannung U_DC dar. Damit ist die elektrische Maschine
1 und die Endstufe 2 unabhängig von einer fehlerhaften Drehzahlerkennung
vor einer, bei abgeschaltetem Spannungsversorger ggf. auch induktiv erzeugten, zu
hohen Versorgungsspannung geschützt.