Die Erfindung betrifft ein System zum Erzeugen eines künstlichen
Regenbogens.
[Stand der Technik]
Die erfindungsgemäße Vorrichtung ermöglicht das Erzeugen
eines Regenbogens mit verschiedenen Effekten mittels einer Lichtquelle und einer
Flüssigkeitsfront unter bestimmten Voraussetzungen.
Im Stand der Technik sind bereits mehrere Systeme und Verfahren zum
Erzeugen eines Regenbogens bekannt.
Die Patentanmeldung GB 2405490
A beschreibt ein Verfahren und ein System für die künstliche
Erzeugung und die Anzeige eines Regenbogens. Das System weist eine Tungsten Lampe
als Lichtquelle sowie ein Brunnenelement zum Erzeugen einer Fontäne von Wassertropfen
auf. Eine Reihe von Spiegeln erzeugt einen parallelen Lichtgang und lenkt das Licht
von der Lampe auf die Fontäne.
Die Offenlegungsschrift JP
06262110 A beschriebt einen Generator eines künstlichen Regenbogens.
Dieser Generator ermöglicht die Beobachtung eines stabilen Regenbogens über
eine längere Zeit. Hierbei wird ein Regenbogen an einem flachen Nebelschirm,
welcher mittels eines Druckmittels erzeugt wird, wobei eine Druckmittelpumpe das
Wasser aus einem Wassertank für eine Düse über einen Drei-Weg-Ventil
bereit stellt.
Eine weitere Patentschrift US 4975811
betrifft ein Verfahren und ein System für die Illumination einer Fontäne
aus Flüssigkeitstropfen zum Erzeugen eines Regenbogens. Das System beinhaltet
eine Düse, eine Lichtquelle sowie ein Lichtlenkmittel und eine Flüssigkeitsquelle,
welche eine Flüssigkeitsfront von Tropfen erzeugt.
Die oben genannten Systeme weisen mindestens einen wesentlichen Nachteil
gegenüber der hier vorgestellten Erfindung auf, nämlich, dass sie ziemlich
aufwendig sind. Das ist darauf zurückzuführen, dass man in im Stand der
Technik versucht, einen parallelen Lichtstrahl zu erzeugen. Dazu wird entweder eine
unendlich große Lichtquelle eingesetzt, die annähernd ein paralleles Licht
emittieren kann, oder ein Reflektionsmittel (z.B. ein Spiegel mit mehreren Segmenten,
das aus einem nicht parallelen Strahlengang einen parallelen erzeugt.
Darüber hinaus ist in keiner der Schriften zu entnehmen, dass
Regenbogen mit unterschiedlichen Effekten dargestellt werden können.
[Aufgabe der Erfindung]
Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein System bereitzustellen, dass
das Erzeugen und die Darstellung eines künstlichen Regenbogens mit unterschiedlichen
optischen Effekten gewährleistet.
Die gestellte Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein System
nach Anspruch 1 gelöst.
Das erfindungsgemäße System ermöglicht eine Darstellung
eines Regenbogens mit unterschiedlichen optischen Effekten sowie eine Erscheinung
von mehreren Regenbogen gleichzeitig.
Ein Regenbogen entsteht in der Natur durch eine Wechselwirkung annähernd
kugelförmiger Wassertropfen mit dem Sonnenlicht. Dieses wird bei Ein- und Austritt
aus den Tropfen wellenlängenabhängig gebrochen und an der rückwärtigen
inneren Oberfläche richtungsabhängig reflektiert.
Fällt das Sonnenlicht auf eine Front von Regentropfen entweder
während oder kurz nach einem Regen, wird das Licht in ihnen gebrochen und reflektiert.
Da jeder Lichtstrahl auf eine andere Stelle des annähernd runden Regentropfens
fällt, wird das parallele Sonnenlicht in einem Kegel zurückgeworfen, und
zwar vorzugsweise in einem Winkel von ca. 41°. Diese 41° sind also der
bevorzugte Winkel zwischen dem Licht, das auf den Wassertropfen trifft, und dem
Licht, das den Tropfen verlässt. Das Sonnenlicht setzt sich aus allen Spektralfarben
zusammen. Diese werden im Regentropfen unterschiedlich gebrochen. Somit ergibt sich
für diese jeweils ein ganz bestimmter Winkel, der etwas von den 41° abweicht.
Das rote Licht z.B. weist einen bevorzugten Winkel von etwa 42° auf, das blaue
Licht eher von 40°. Blickt der Beobachter nun zur Regenwand, so erscheinen
ihm alle Tropfen farbig, die das von der Sonne kommende Licht genau auf sein Auge
umlenken. Der Regenbogen wird also nur sichtbar, wenn der Betrachter mit dem Rücken
zur Sonne auf die Regenwand blickt, denn nur dann kann man in Richtung dieses Winkels
schauen. Die Breite des Regenbogens entsteht dabei durch die Auffächerung der
Farben in die unterschiedlichen Winkel, die eigentliche Form des Regenbogens aber
durch das optische Verhalten der Lichtstrahlen im Regentropfen.
Um einen künstlichen Regenbogen erzeugen zu können, sollte
die Natur quasi nachgemacht werden.
Die Größe eines Wassertropfens spielt bei der Darstellung
von Farben eine große Rolle. Bevorzugt sind die Durchmesser vom 1,0 mm bis
2,0 mm.
Das erfindungsgemäße System umfasst mind. eine Flüssigkeitsquelle
– bevorzugt eine Wasserquelle – mit einer Wassertropfenerzeugungsanlage,
mind. eine Lichtquelle (z.B. ein Scheinwerfer). Um verschiedene optische Effekte
erzielen zu können, wird eine drehbare Glasscheibe, sogenannte Gobo-Scheibe,
sowie ein Filter in den Strahlengang des Scheinwerfers eingesetzt. Beim Einsatz
mehrerer Lichtquellen kann eine gleichzeitige Darstellung von z.B. zwei, drei und
mehr Regenbogen erzielt werden.
Überraschenderweise wurde festgestellt, dass der parallele Strahlengang
nicht unbedingt notwendig ist. Es reicht auch aus, wenn der Strahlengang geordnet
ist. Dies wird mittels einer möglichst punktförmigen Lichtquelle in einem
paraboloid gekrümmten Reflektor (z.B. ein Scheinwerfer) erreicht. Außerdem
ist in einem Scheinwerfer die innere Streuung vernachlässigbar klein.
Die erfindungsgemäße Flüssigkeitstropfenerzeugungsanlage,
kurz Düse genannt, wurde entwickelt, um den Austritt von Wassertropfen mit
Durchmesser zwischen 1,0 mm und 2,0 mm zu gewährleisten.
[Beispiele]
Ausführungsbeispiele sind in den Zeichnungen 1 bis 7 dargestellt:
Auf den folgenden Beispielen ist das erfindungsgemäße System zum Erzeugen
eines künstlichen Regenbogens mit verschiedenen optischen Effekten dargestellt.
1 stellt das einfachste System aus dem Stand der Technik
dar.
2 zeigt die erfindungsgemäße Wassertropfenerzeugungsanlage.
3 zeigt schematisch eine Gobo-Scheibe.
4 zeigt das System mit einer Gobo-Scheibe.
5 stellt das System mit 2 Lichtquellen dar, wobei eine
Lichtquelle nur weißes Licht emittiert.
6 stellt ein System zum Erzeugen von mind. zwei Regenbogen
gleichzeitig dar.
7 zeigt ein System mit mind. einer schwenkbaren und/oder
drehbaren Lichtquelle.
Die Abbildungen werden im Folgenden näher beschrieben.
In 1 ist der Stand der Technik abgebildet.
Hierbei wird ein künstlicher Regenbogen mittels einer sehr großen (annähernd
unendlich) Lichtquelle (1) und einer Quelle für Flüssigkeitstropfen
(2) erzeugt. Die sehr große Lichtquelle soll das Sonnelicht imitieren.
2 zeigt die erfindungsgemäße Flüssigkeitstropfenerzeugungsanlage
(2), eine Düse. Wie oben bereits beschrieben, sollten Wassertropfen
annähernd rund sein, was bei Durchmessern von 1,0 mm bis 2,0 mm am besten zu
erreichen ist.
Für die Herstellung solch einer Düse wurde ein massiver
Block (6) aus Aluminium verwendet. Aus diesem Block wurde eine Nut (7)
ca. 0,3 mm–1,7 mm über die Hälfte ausgeschnitten. Von der Bodenseite
aus bis zu dieser Nut wurde eine Bohrung (8) gemacht, um die Wasserzufuhr
von der Flüssigkeitsquelle mit einem Druckmittel (13) zu ermöglichen.
Mit dieser Düse wird gewährleistet, dass die austretenden Wassertropfen
ein Durchmesser zwischen 1,0 mm und 2,0 mm haben.
3 zeigt schematisch eine Gobo-Scheibe.
4 zeigt das erfindungsgemäße System mit einer
eingebauten Glasscheibe, sogenannten Gobo-Scheibe (10). Mit dieser Scheibe
lassen sich unterschiedliche optische Effekte erzielen, indem einzelne Abschnitte
aus dem Lichtkegel herausgenommen werden, was zum Entstehen von Lücken im Regenbogen
führt. Ein weiterer Effekt wird dadurch erreicht, wenn die Gobo-Scheibe sich
dreht. Zu weiteren optischen Effekten führt das Zwischenschalten eines Farbfilters
(14).
5 zeigt das System mit zwei Lichtquellen, wobei die
zweite Lichtquelle (12) nur weißes Licht emittiert. Nach dem Einsatz
einer Gobo-Scheibe (10) entstehen dunkle Abschnitte im Regenbogen (11).
Dies führt manchmal zu unangenehmen Effekten für den Beobachter. Um dies
zu vermeiden, wird eine zweite Lichtquelle (12) benötigt, die nur
weißes Licht emittiert, um diese dunkle Stellen aufzuhellen. Somit werden zwei
Lichtstrahlen von zwei Lichtquellen aus verschiedenen Richtungen auf die Wasserfront
(3) emittiert.
Mit mehreren zu einander versetzten Lichtquellen lassen sich gleichzeitig
mehrere Regenbogen erzeugen (6). Um weitere optische
Effekte zu erzielen, kann man die Lichtquellen, bevorzugt Scheinwerfer, z.B. drehen
und/oder schwenken, usw. (7).
Mit einem digitalen Gerät als Lichtquelle, z.B. einem Projektor,
lassen sich Farbeffekte, Veränderungen und Abbildungen im Regenbogen selbst
erzeugen.
In einer – nicht dargestellten – Ausführungsform
sind mehrere, etwa in einer Reihe angeordnete Tropfenerzeugungsanlagen vorgesehen.
In einer bevorzugten – nicht dargestellten – Ausführungsform
weisen diese mehreren Tropfenerzeugungsanlagen sich ergänzende Sprühmuster
zur Erzeugung einer größeren, aber dennoch homogeneren Tropfenfront auf.
In einer ganz besonders bevorzugten – nicht dargestellten –
Ausführungsform sind gegenüber der einen oder der mehreren Tropfenerzeugungsanlagen
Elemente zum Ansaugen von Luft oder allgemein zur Erzeugung eines Unterdruck vorgesehen,
so dass die von der Tropfenerzeugungsanlage ausgehenden Tropfen etwa in einer Ebene
angesaugt werden, um so die Diffusion der Tropfen und damit die Unschärfe des
Regenbogens zu reduzieren.
- 1
- Lichtquelle
- 2
- Flüssigkeitstropfenerzeugungsanlage
- 3
- Flüssigkeitstropfenfront
- 4
- Oberfläche (z.B. Erde)
- 5
- Lichtstrahl
- 6
- Massiver Block
- 7
- Nut
- 8
- Bohrung
- 9
- Austrittsrichtung von Wassertropfen
- 10
- Gobo-Scheibe
- 11
- Regenbogen
- 12
- Weiß-Licht-Quelle
- 13
- Flüssigkeitsquelle mit einem Druckmittel
- 14
- Farbfilter