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Dokumentenidentifikation DE102006034208B3 31.10.2007
Titel Baumschutzmanschette
Anmelder Merschmann, Thomas, 33104 Paderborn, DE
Erfinder Merschmann, Thomas, 33104 Paderborn, DE
Vertreter Backhaus, M., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 33102 Paderborn
DE-Anmeldedatum 25.07.2006
DE-Aktenzeichen 102006034208
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 31.10.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 31.10.2007
IPC-Hauptklasse A01G 13/10(2006.01)A, F, I, 20060725, B, H, DE
IPC-Nebenklasse A01G 13/02(2006.01)A, L, I, 20060725, B, H, DE   
Zusammenfassung Die Erfindung beschreibt eine Baumschutzmanschette (1) in Form eines Kegelstumpfes aus biegsamem Material, wobei die Manschette (1) mit ausreichender Überlappung (14) um den Stamm (2) gewickelt und so gehalten ist, dass die beim Wachstum des Baumes auftretenden Kräfte das Material an der Überlappung (14) auseinanderschieben.

Beschreibung[de]

Die Erfindung beschreibt eine Baumschutzmanschette aus biegsamem Material, die in Form eines Kegelstumpfes den Stamm umgibt.

Baumschutzmanschetten sind in verschiedenen Ausführungen bekannt.

Sie dienen beispielsweise zum Schutz von Bäumen vor Beschädigungen durch mechanische Geräte, wie sie in Parkanlagen durch Rasenmäher, oder durch Baufahrzeuge entstehen. Bei Schutzmanschetten für Straßenbäume steht neben dem Schutz vor Beschädigungen durch einparkende Autos die Abschirmung gegen Schmutz und Steinchen im Vordergrund, die von vorbeifahrenden Autos gegen den Stamm geworfen werden; besonders schädlich ist in diesem Zusammenhang auch mit Streusalz verunreinigtes Schmelzwasser, das den Bäumen schadet. Anwendung finden diese Vorrichtungen auch auf Weiden sowie in oder nahe Wäldern, sie dienen hier dem Schutz der Bäume vor Verbiss durch Tiere.

Zu diesen Zwecken werden häufig Schutzvorrichtungen aus Brettern o.ä. gebaut, zur besseren Erfüllung einzelner Aufgaben und je nach optischen Anforderungen gib es jedoch auch spezielle Ausführungen. Beispielsweise beschreibt die DE 202004 019 426 U1 eine Schutzmanschette, bestehend aus mehreren vertikal angeordneten mit Gurten verbundenen Hohlkammerpfosten. Bei der DE 20319331 U1 besteht die Manschette aus Fasern wie Kokos oder Sisal, die zu einer Fläche gesteppt sind und in Verbindung mit einem Netz den Baumstamm umgeben. Speziell zum Schutz vor mechanischen Geräten wurde mit der DE 41 07 233 A1 eine Scheibe aus elastischem Material entwickelt, die in Form eines flachen Kegels den Baum umgibt.

Eine weitere Aufgabe von Baumschutzmanschetten ist der Schutz bestimmter Bäume vor Schädlingen. Hier kommen häufig schmale ringförmige Manschetten wie FR 2602640 A1 zum Einsatz, die durch ihre Form oder besondere Beschichtung (hier mit Fett) als mechanische Barriere funktionieren und mit Insektiziden beziehungsweise mit Duftstoffen zur Abschreckung der Tiere ausgerüstet sind. Bei Straßenbäumen können Duftstoffe auch zur Abschreckung von Hunden eingesetzt werden.

Keine der genannten Manschetten ist jedoch für alle genannten Aufgaben gleichermaßen geeignet.

Insbesondere ist allen Manschetten gemeinsam, dass sie zwar vorwiegend jungen Bäumen angelegt werden, aber nicht darauf eingerichtet sind, mit diesen „mitzuwachsen", was regelmäßig Nacharbeiten oder Austausch erforderlich macht.

Es ist Aufgabe der Erfindung, die bekannten Baumschutzmanschetten dahingehend zu verbessern, dass mit einer einzigen einfachen Vorrichtung alle genannten Einsatzbereiche abgedeckt werden, sowie eine Schutzmanschette vorzustellen, die sich selbsttätig dem wachsenden Baumumfang anpasst.

Gelöst wird diese Aufgabe dadurch, dass die Manschette in Form eines Kegelstumpfes mit ausreichender Überlappung um den Stamm gewickelt und so gehalten ist, dass die beim Wachstum des Baumes auftretenden Kräfte das Material an der Überlappung auseinanderschieben.

Die Manschette besteht aus dünnem, biegsamem Material und umgibt den Baumstamm vorzugsweise bis in eine Höhe von einem bis eineinhalb Metern. In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung kommt eine ein bis mehrere Millimeter dicke Kunststoffbahn zum Einsatz, die bereits in Form des Kegelmantels ausgestanzt ist. Die Klammer, die das Material an der Verbindungsstelle zusammenhält, besteht in der einfachsten Ausführung in einer einige Zentimeter breiten Verstärkung und Aufdopplung an einer Seite der Kunststoffbahn. Da die Aufdopplung nur oben und unten befestigt ist, kann die andere Seite der Kunststoffbahn hindurchgeführt werden. Der Abstand zwischen der Klammer und der eigentlichen Manschette ist so gewählt, dass beide Seiten durch Reibung zusammenhalten, jedoch bleiben sie gegeneinander verschiebbar, um einem Dickenwachstum des Baumstammes nachzugeben.

Es ist auch möglich, die Manschette mit umlaufenden Bändern zusammenzuhalten, hier wird die Ausdehnung entweder durch auf dem gleichen Prinzip beruhende Klammern ermöglicht, oder für die Bänder wird ein ausreichend elastisches Material gewählt.

Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung sieht eine Lochung vor, z.B. längs verlaufende Schlitze, die einerseits der Belüftung des Wurzelbereiches und andererseits der Zufuhr von Regenwasser dienen. Sinnvollerweise wird eine eher kleine Lochung gewählt, um den Schutz vor Verbiss weiterhin zu gewährleisten.

Eine weitere vorteilhafte Ausführung der Baumschutzmanschette weist eine Spreizung im Wurzelbereich auf Diese Spreizung wird am einfachsten durch Einschnitte am unteren Rand des im Wesentlichen kreisförmigen Mantels erreicht. Nach dem Aufstellen der Manschette bedecken die so entstandenen Lappen einen großen Teil der Wurzeln in der Nähe des Stammes. Somit sind neben der Rinde auch die über der Erde befindlichen Wurzelteile vor mechanischen Einflüssen geschützt. Nachweislich reduziert diese Konstruktion auch den oft unerwünschten Austrieb, wie ihn beispielsweise Linden an dieser Stelle entwickeln. Es ist zweckmäßig, an der Verbindungsstelle im Bereich der Überlappung einseitig keinen solchen Wurzelschutz vorzusehen, um diese Seite problemlos einfädeln und verschieben zu können.

Wird die Baumschutzmanschette mit Bändern zusammengehalten, kann sie doppelt um den Baum gewunden werden, so dass die keilförmigen Zwischenräume zwischen den Lappen überdeckt sind, um so den Wurzelbereich noch besser zu schützen. Alternativ kann diese lückenlose Überdeckung auch durch eine breitere Ausführung der Lappen erreicht werden.

Zusätzlich zu den obengenannten Merkmalen weist eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung am oberen Rand eine halbrunde, nach unten offene Krempe auf. Der obere Rand der Manschette liegt eng am Stamm an und die Krempe ist nach außen gestülpt, so dass sie in diesem Bereich eine mechanische Barriere bildet: Schädlinge können weder am Stamm empor kriechen noch den oberen Rand der Manschette überwinden. Gleichzeitig bietet die Krempe einen vor Witterungseinflüssen geschützten Raum, in dem ein Trägermaterial, beispielsweise ein saugfähiges Band, zur Aufnahme von Wirkstoffen befestigt sein kann. Die geschützte Lage gewährleistet hier eine lange Wirkungsdauer. Diese Konstruktion hat zudem den Vorteil, dass die Wirkstoffe problemlos in einer normalen Arbeitshöhe aufgebracht werden.

Die verwendeten Wirkstoffe sind in den meisten Fällen Geruchsstoffe. Sie dienen beispielsweise der Abschreckung von Hunden an Straßenbäumen.

Auch der Einsatz von Mitteln zur Bekämpfung von Eichenspinnern und anderen Insekten oder Pilzbefall ist so auf einfache Weise möglich.

In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist die Manschette mit einem Anstrich versehen. Entsprechend den jeweiligen Anforderungen verwendet man eine Tarnfarbe, um das Aussehen der Baumschutzmanschette der Landschaft anzupassen, oder auch eine Signalfarbe um auf die Bäume aufmerksam zu machen, dies ist vergleichbar dem häufig anzutreffenden weißen Anstrich an Alleebäumen. An Straßenbäumen bietet es sich ebenfalls an, zur Erhöhung der Verkehrssicherheit reflektierende Beschichtungen einzusetzen.

Eine vorteilhafte Ausführung der Erfindung ist beispielhaft in den Figuren dargestellt

1 zeigt eine Ansicht einer montierten Baumschutzmanschette mit längs verlaufender Klammer

2 zeigt eine Draufsicht auf die Baumschutzmanschette im nicht montierten Zustand

3 zeigt die aufgestellte, nicht zusammengesteckte Baumschutzmanschette mit längs verlaufender Klammer

4 zeigt eine Ansicht einer mit Bändern gehaltenen Baumschutzmanschette mit komplettem Wurzelschutz

In 1 ist die Anordnung der Manschette 1 um den Baumstamm 2 zu erkennen. Die Seiten der Manschette 1 sind mit einer längs verlaufenden Klammer 10 zusammengehalten, es entsteht eine Überlappung 14. Am oberen Rand der Manschette 1, der am Stamm 2 anliegt, ist eine Krempe 15 ausgebildet. Im unteren Bereich der Manschette 1 sind mehrere abgespreizte Abschnitte 13, die im Bereich rund um den Stamm 2 den Boden bedecken und so einen Wurzelschutz bilden. Im Bereich der Klammer 10 und der Überlappung 14 befindet sich kein solcher Abschnitt 13.

2 zeigt in der Draufsicht eine mögliche Form der Manschette 1. Die Manschette 1 ist im ausgebreiteten, also nicht montierten Zustand abgebildet, so dass die Grundform des Kegelmantels, eine Scheibe mit einigen Ausschnitten, erkennbar wird. Im mittleren Bereich, rund um den kreisförmigen Ausschnitt für den Baumstamm 2 ist die Krempe 15 angedeutet. Mehrere Einschnitte im äußeren Bereich der Scheibe bilden die einzelnen Lappen für den Wurzelschutz 13. Der Abschnitt 14, der durch die Klammer 10 gesteckt werden kann, weist keine solchen Lappen 13 auf. In dieser Ausführung ist die diesem Abschnitt gegenüberliegende Klammer 10 fest mit der Manschette 1 verbunden, außerdem sind radial verlaufende Schlitze 17 zur Belüftung und Bewässerung aus der Manschette 1 ausgestanzt.

3 verdeutlicht insbesondere den Aufbau der Krempe 15 und der Klammer 10. Die Krempe 15 verläuft in Form einer etwas mehr als halbrunden, nach unten offenen Rinne am oberen Rand der Manschette 1. Innerhalb der Krempe 15 ist die Lage des Trägermaterials 16 zur Aufnahme von Wirkstoffen zu erkennen.

Die Klammer 10 verläuft längs an der Verbindungsstelle der Manschette 1 und ist in Form einer Aufdapplung und Verstärkung des Materials ausgebildet. Der gegenüberliegende Abschnitt 14 kann durch die Klammer hindurchgeführt werden, die Verbindung ist hier spiegelverkehrt zu 1 ausgeführt.

In dieser Zeichnung ist ebenfalls die Abspreizung der Abschnitte zum Wurzelschutz 13 und das Fehlen solcher Abschnitte im potentiell überlappenden Bereich 14 zu sehen. Angedeutet ist eine mögliche Anordnung von Reflexstreifen 18 die insbesondere bei Straßenbäumen zum Einsatz kommen.

4 zeigt eine zweite mögliche Ausführung der Verbindungsstelle. Statt mit einer Klammer ist die Manschette 1 hier mit zwei umlaufenden Bändern 11 um den Stamm 2 befestigt, die mit Verschlüssen 12 verschiebbar gesichert sind. Krempe 15 und Wurzelschutz 13 sind wie in den vorhergehenden Abbildungen ausgeführt, jedoch ohne den freibleibenden Abschnitt 14. Hier ist die Manschette doppelt um den Baum gewunden, so dass die obenliegenden Abschnitte 13 mit den darunter liegenden Abschnitten 13A eine geschlossene Fläche bilden.

Die in 2 beschriebenen radial verlaufenden Schlitze 17 sind hier an der aufgestellten Manschette 1 zu sehen.


Anspruch[de]
Baumschutzmanschette in Form eines Kegelstumpfes aus biegsamem Material, dadurch gekennzeichnet, dass die Manschette (1) mit ausreichender Überlappung (14) um den Stamm (2) gewickelt und so gehalten ist, dass die beim Wachstum des Baumes auftretenden Kräfte das Material an der Überlappung (14) auseinanderschieben. Baumschutzmanschette nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindungsstelle mit mindestens einer Klammer (10) gesichert ist. Baumschutzmanschette nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Manschette (1) rundum mit erweiterbaren Bändern (11) gesichert ist, deren Verschluss (12) durch Reibung zusammengehalten ist. Baumschutzmanschette nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Manschette (1) rundum mit Bändern (11) gesichert ist, die aus einem elastischen Material bestehen. Baumschutzmanschette nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Manschette (1) aus einer biegsamen Kunststoffbahn besteht. Baumschutzmanschette nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Manschette (1) den Stamm (2) bis in eine Höhe von 1 bis 1,5 m umgibt und am oberen Rand eng anliegt. Baumschutzmanschette nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Manschette (1) Lochungen oder senkrecht verlaufende Schlitze (17) aufweist. Baumschutzmanschette nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Manschette (1) im unteren Bereich Einschnitte aufweist und durch die Spreizung der so gebildeten Abschnitte (13) einen Wurzelschutz bildet. Baumschutzmanschette nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Abschnitte (13) den Wurzelbereich des zu schützenden Baumes vollständig bedecken. Baumschutzmanschette nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass im oberen Bereich der Manschette (1) eine Krempe (15) ausgebildet ist. Baumschutzmanschette nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass unter der Krempe (15) ein fähiges Band als Trägermaterial (16) zur Aufnahme von Wirkstoffen angebracht ist. Baumschutzmanschette (1) nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass unter der Krempe (15) Wirkstoffe zur Abschreckung von Hunden auf das Trägermaterial (16) aufgebracht sind. Baumschutzmanschette (1) nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass unter der Krempe (15) Wirkstoffe gegen Schädlings- oder Pilzbefall, auf das Trägermaterial (16) aufgebracht sind. Baumschutzmanschette (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Manschette (1) mit einem Anstrich versehen ist. Baumschutzmanschette (1) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Anstrich mit einer Tarnfarbe ausgeführt ist. Baumschutzmanschette (1) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Anstrich mit einer Signalfarbe ausgeführt ist. Baumschutzmanschette (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass reflektierende Markierungen (18) auf die Manschette (1) aufgebracht sind.






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