Das technische Gebiet der Erfindung ist die Einstellung einer Regulierstrecke
in der Textilindustrie, die die Aufgabe hat, Bänder aus Textilfaser (Faservlies)
mehrfach zu verstrecken und durch die Verstreckung eine Vergleichmäßigung
herbeizuführen.
Ein Beispiel einer Regulierstrecke ist in EP
0 176 661 A2 beschrieben, unter Unterscheidung zwischen einer Kurzstapelspinnerei
und Langstapelspinnerei, wobei im Rahmen der Langstapelspinnerei die Regulierstrecken
als nach dem Prinzip des offenen Regelkreises (Vorsteuerung) arbeitend beschrieben
werden. Auch nach dem Prinzip der Vorsteuerung arbeitet das durch Benutzung der
Öffentlichkeit seit etwa August 1990 zugänglich gewordene elektronische
Reguliersystem RSB 851 der Rieter Ingolstadt AG, bei dem am Eingang der Maschine
die Stärke der einlaufenden Faserbänder (aus mehreren Einzelbändern
zusammengelegtes Gesamtband) mittels mechanischer Abtastung (Nutwalze/Tastwalze)
kontinuierlich gemessen wird und in elektrische Signale umgewandelt wird. Die Meßwerte
werden einem elektronischem Gedächtnis mit variabler Verzögerung zugeführt.
Durch die Veränderung der Verzögerung wird bei der RSB 851 erreicht, daß
die Verzugsänderung zwischen Mittelwalze und Lieferwalze der Strecke genau
in dem Augenblick erfolgt, zu dem sich das zuvor vom Tastrollenpaar gemessene Bandstück
mit geänderter Dicke im Verzugspunkt befindet. Die Verzugsänderung wirkt
also genau zu dem Zeitpunkt im Haupt-Verzugsfeld, zu dem sie benötigt wird.
Die Verzögerung des Meßwertes bewirkt, daß die entsprechende Banddicke
im Faserband den Abstand zwischen Eingangs-Tastwalzenpaar und Verzugsort durchlaufen
kann. Wenn die Banddicke den fiktiven Verzugspunkt im Verzugsfeld ereicht, wird
der entsprechende Meßwert durch das elektronische Gedächtnis freigegeben.
Dieser Abstand zwischen Meßort des Tastwalzenpaares und Verzugsort wird Regeleinsatzpunkt
R genannt. Ist der Regeleinsatzpunkt erreicht, erfolgt in Abhängigkeit vom
Meßwert eine Stellhandlung am Regelmotor.
In der Vergangenheit wurde der Regeleinsatzpunkt auch "Laufzeit T"
genannt. Da das Abtastsystem zur Gewinnung von Meßwerten bei der RSB 851 aber
unabhängig von der Geschwindigkeit des Faserbandes stets konstant vorgegebene
Faserbandabschnitte abtastet, ist der Begriff Regeleinsatzpunkt sinnvoll.
Die Einstellung der Vorsteuerung und damit des elektronischen Gedächtnisses
ist nicht unproblematisch und erfordert vor Inbetriebnahme eine zeitaufwendige Anpassung.
Zur Kontrolle der eingestellten Steuerungsparameter konnte in Zeitabständen
vom Bediener ein sogenannter Bändertest vorbereitet werden (beschrieben in
der Bedienungsanleitung, Strecke RSB 851 (4135), SB 851 (4131) "Rieter Spinning
Systems" der Schubert & Salzer Maschinenfabrik AG vom August 1990, Pkt. 4.5.6, Seite
40–42). Deshalb ist versucht worden, die Parameter der Vorsteuerung, bestehend
aus dem Regeleinsatzpunkt und einer Verstärkung on-line anzupassen, wobei in
einer dauernden Regelbewegung die Parameter der Vorsteuerung aufgrund von Meßwerten
am Ausgang des Streckwerkes beeinflußt werden.
So zeigt beispielsweise die oben genannte EP
0 176 661 A2 eine Regulierstrecke, welche im Verzug von Faserband
10 einstellbar ist. Sie weist eine Vorsteuerung 22 zur Verzugsänderung
des Faserbandes 10 auf. Hierbei ist die Laufzeit T bzw. der Regeleinsatzpunkt
und/oder die Verstärkung V der Vorsteuerung 22 durch die Vorgabe von
Einstellwerten durch eine Steuerung 23 eingestellt (vgl. hierzu insbesondere
4 mit zugehörigem Text der EP
0 176 661 A2).
Bei der durch die EP 0 176
661 A2 offenbarten Regulierstrecke wird die Einstellung der Parameter der
Vorsteuerung, also die Einstellung der Laufzeit T und die Einstellung der Verstärkung
V, im laufenden Betrieb kontinuierlich angepaßt, wobei die Parameter der Vorsteuerung
aufgrund von Meßwerten am Ausgang des Streckwerks beeinflußt werden.
Diese Art der Einstellung läßt zwar den zeitaufwendigen
Bändertest entfallen, diese Art der Einstellung bewirkt aber auch eine kontinuierliche
unerwünschte Regelbewegung hinsichtlich der Parameter der Vorsteuerung (des
elektronischen Reguliersystems). Diese dauernde Regelbewegung sorgt für Unruhe
in der Steuerung. Maschineninterne Fehlereinflüsse (z. B. schadhafte Walzen,
Schlupf der Walzen, Spiel im Getriebe u. a.) können sich auf das Faserband
auswirken, obwohl sie als Fehler im einlaufenden Faserband nicht enthalten waren.
Aber nur Einflüsse des einlaufenden Faserbandes sind erwünscht und diese
können im auslaufenden, verstreckten Faserband nicht ohne weiteres von den
maschineninternen Einflüssen getrennt werden.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, die Beschleunigung der Optimierung
ebenso herbeizuführen, wie das in der eingangs erwähnten Druckschrift
umschrieben ist, die Optimierung aber nicht so zu gestalten, daß sie eine inhärente
Unruhe der Streckenregulierung erzeugt.
Ausgangspunkt und Erkenntnis der Erfindung ist es dabei, die on-line-Adaption
der Parameter der Regulierung zu verlassen und dazu überzugehen, die Parameter
der Regulierung in einem vorbetrieblichen Test- oder Einstellauf der Strecke oder
Karde zu ermitteln und im Betrieb weitgehend unverändert zu belassen (Anspruch
1). In dem vorbetrieblichen Einstellauf werden eine Mehrzahl von Meßwerten
ermittelt, die eine qualitätskennzeichnende Größe, betreffend das
verstreckte Faserband, darstellen. Anhand dieser mehreren Meßwerte wird ein
Funktionsverlauf bestimmt, dessen Minimum demjenigen Wert entspricht, der die beste
Anpassung der Regulierung an das aktuelle Faserband verspricht. Die mehreren Meßwerte,
die aufgezeichnet werden und mit denen der Funktionsverlauf ermittelt wird, werden
bei einem jeweils anderen Einstellwert der Regulierung gemessen, so daß für
die Definition des auszuwertenden Funktionsverlaufs ein sich incrementell ändernder
Parameter, z. B. der Regeleinsatzpunkt des "elektronischen Gedächtnisses",
mit jedem seiner Incrementwerte einem der Meßwerte zuzuordnen ist.
Aufgrund der Minimalwert-Ermittlung kann gemäß der Erfindung
der günstigste Wert eines Parameters im vorbetrieblichen Testlauf ermittelt
werden. Dieser Wert wird gemäß der Philosophie der Erfindung entweder
direkt oder nach Durchlaufen einer Plausibilitätskontrolle oder aber nach Vorschlagen
an einen Benutzer und auf dessen Bestätigung hin in die Regulierung übernommen,
um im Betrieb ein längerfristig konstant gehaltener Wert zu bleiben. Gemäß
der Erfindung wird dabei vermieden, die einmal als gut befundenen Einstellwerte
für die Regulierung laufend zu ändern und dabei in die Gefahr zu geraten,
Änderungen aufgrund von Störgrößen vorzunehmen, die für
das Faserband an sich nicht spezifisch sind.
Gute Einstellwerte werden also beibehalten, nicht on-line dauernd
verändert.
Als qualitäts-kennzeichnende Größe kann der CV-Wert
herangezogen werden, der als kontinuierlich gemessene Größe eine Amplitudenauswertung
der Faserbanddicke im selektiven Längenbereich gelieferten Faserbandes charakterisiert.
Ein Mikroprozessor kann dazu verwendet werden, diesen CV-Wert für eine bestimmte
Bandlänge zu bestimmen und als einen qualitäts-kennzeichnenden Meßwert
für einen der sich incrementell ändernden Parameter in einen Speicherbereich
aufzunehmen (Anspruch 9), bevor die Minimalwert-Suche erfolgt.
In gleicher Weise kann ein weiterer Parameter der Regulierung vorbetrieblich
optimiert werden, namentlich die Verstärkung K der Vorsteuerung.
Nacheinander kann jeweils der eine und der andere Parameter optimiert
werden (Anspruch 2, Anspruch 3); der jeweils nicht optimierte Parameter ändert
vorteilhaft seinen Wert während der Meßwert-Aufzeichnung für die
Minimalwert-Funktion nicht.
Bei Erkennen einer langfristig besseren Qualität des einlaufenden
Faserbandes (am Eingangs-Tastrollenpaar) kann der Abstand der Meßwerte für
die qualitäts-kennzeichnende Größe herabgesetzt werden. Damit wird
die Erkennbarkeit des Minimums verbessert, da eine zu gute Qualität des einlaufenden
Faserbandes ein nur noch schwach ausgeprägtes Minimum der CV-Meßwerte
über dem jeweilig incrementell verstellten Parameter der Regulierung zeigt.
Wird das Minimum zu flach, kann bei der Auswertung auch eine Differenzierung oder
eine approximative Methode eingesetzt werden.
Langfristig gute Qualität kann in der Zeitdauer etwa einer Kannenfüllung
des versteckten Bandes liegen.
Wird im vorbetrieblichen Test- oder Einstellauf einer der Parameter
quasikontinuierlich (incrementell in kleinen Schritten, aber langfristig kontinuierlich)
verändert, so kann nach einem jeweiligen Incrementalschritt eine gewisse Zeit
vergehen und das Band durch die Strecke oder Karde hindurchlaufen, ohne daß
die qualitäts-kennzeichnende Größe gemessen wird oder ihre Meßwerte
für die Funktion zur Ermittlung des Minimums berücksichtigt werden (Anspruch
12).
Vorteilhaft orientieren sich die äquidistanten Werte für
den Regeleinsatzpunkt an dem Abstand zwischen Eingangs-Tastrollenpaar und Verzugspunkt;
sie werden also in einer Längeneinheit normiert sein.
Die erfindungsgemäßen Vorschläge arbeiten schneller
und gleichzeitig genauer, wobei vermieden wird, daß nicht faserbandspezifische
Einflüsse auf die Adaption der Regulierung Einfluß nehmen. Die Minimalwertsuche
ist eine algorithmisch von einem Rechner ohne weiteres auszuführende Arbeit.
Als Ergebnis erst wird einem Benutzer ein oder mehrere Wert(e) für die Einstellung
der Regulierung vorgeschlagen, die dieser dann verwenden oder verwerfen kann.
Ein gewichtiger Vorteil der Messung des Bandes vor der Ablage liegt
darin, daß Fehler durch die Ablage keinen Einfluß mehr auf die Optimierung
haben, wie das noch bei einer CV-Wert-Ermittlung im Textillabor der Fall war oder
bei dem "Bändertest" der Fall war, bei dem nach Ablage des Faserbandes in der
Kanne das verstreckte Faserband herausgenommen wurde und abschnittsweise in Sortierungen
von unterschiedlichen Bandlängen zerlegt wurde, um über das jeweilige
Gewicht Aussagen über die Qualität der Einstellung der Regulierung zu
erhalten.
Entsprechend der inkrementellen Einstellung der Parameter der Regulierung
wird ergänzend eine Lösung für die störungsfreie Veränderung
des Regeleinsatzpunktes vorgeschlagen (Anspruch 13), die nicht mehr mit zwei Zeigern
auf einen Meßwertspeicher arbeitet, die in einem Regeleinsatzpunkt von mehreren
Speicherwerten neue Meßwerte einspeichern und alte, verzögerte Meßwerte
auslesen. Statt dessen wird die Anzahl der Speicherplätze des Zyklus abhängig
von der Laufzeit der Regulierung verändert, so daß auf zwei beabstandete
Zeiger verzichtet werden kann.
Dadurch ergibt sich bin vereinfachter Algorithmus und weniger Störanfälligkeit
bei einer Änderung des Regeleinsatzpunktes der Vorsteuerung in der Regulierung.
Gemäß Anspruch 13 wird nur noch eine Zeigerposition als
Ausschreibstelle (Lesen) und Einschreibstelle (Schreiben) auf einen Speicher verwendet.
Der Anfang und das Ende des Meßwertspeichers wird durch zwei Grenzwerte markiert,
die auch als Zeiger ausgestaltet sein können, die aber nicht mit der Zeit inkrementiert
werden, sondern ihre Werte nur dann ändern, wenn der Regeleinsatzpunkt der
Vorsteuerung verändert werden soll.
Die Erfindung(en) werden nachfolgend anhand mehrerer Ausführungsbeispiele
erläutert und ergänzt.
1 ist eine schematische Darstellung des Streckbereichs
zwischen einem Mittenwalzenpaar M und einem Lieferwalzenpaar L mit einem dazwischenliegenden
Verzugsfeld VF, in dem das Faserband 20 mehrfach verstreckt wird. Erkennbar
ist die in Form von Blockschaltbildern vorgesehene Regulierung mit Vorsteuerung
10 sowie einer Steuerung 11, die Regeleinsatzpunkt R und Verstärkung
K der Strecken-Vorsteuerung 10 verändert.
2a ist eine Darstellung der Minimalwert-Suche für
den einen Parameter (Regeleinsatzpunkt).
2b ist eine flacher verlaufende Qualitätsfunktion b mit einem
Minimalwert bmin für die Bestimmung der optimalen Verstärkung
K0 der Regulierung 10.
In der 1 sind mechanische und elektronische
Elemente schematisch dargestellt, um deren Zusammenwirken in steuerungstechnischer
und regelungstechnischer Hinsicht zu erläutern. Ziel der Steuerung und Regelung
ist es, den Verzugspunkt 21 im Verzugsfeld VF, in dem ein starker Faserverzug
des einlaufenden Faserbandes 20 entsteht, so genau wie möglich zu
kennen und dafür zu sorgen, daß es von einem Dickenmeß-Signal d0(n),
das von einem Eingangs-Tastrollenpaar stammt, das den Mittenwalzen M und ggf. diesen
vorgeschalteten Einlaufwalzen vorgelagert ist, über einen Kanal oder Vorsteuerung
10 so beeinflußt wird, daß eine Verzugsänderung durch Verändern
der Geschwindigkeit der Mittenwalzen M genau dann eintritt, wenn eine geänderte
Dicke d0, die zuvor gemessen wurde, sich im Verzugspunkt 21
befindet.
Das Faserband 20 setzt sich aus mehreren Einzelsträngen
zusammen, die vor den hier nicht dargestellten Eingangsrastrollen zusammengeführt
werden und deren Dicke gemeinsam bestimmt wird. Abhängig von der Qualität
des Faserbandes und abhängig davon, ob ein Faserband dicker oder dünner
oder ggf. gerissen ist, ändert sich die Dicke des Bandes 20, entsprechend
muß sich der Verzug im Verzugsfeld VF ändern, was über eine Vorsteuerung
10 erreicht wird. Mit dieser Vorsteuerung 10 wird die Geschwindigkeit
v0 der Mittenwalzen M verändert, bei weiterhin konstanter Geschwindigkeit
der Lieferwalzen L, die im hier dargestellten Beispiel etwa die sechsfache Liefer-Geschwindigkeit
haben, wenn sechs Faserbänder am Eingang zu einem Strang 20 zusammengeführt
werden. Ein entsprechender Kanal für die Geschwindigkeit v0 über
1/6 der stationären Geschwindigkeit 6 v0 der Lieferwalzen L kann
in der Vorsteuerung 10 ebenfalls integriert sein.
Der mechanische Teil endet hinter den Lieferwalzen L mit Kalanderwalzen
F zum Abzug des verstreckten Faserbandes 20a. Als Ablage kann eine Kanne
dienen. Hinter dem Ausgang der Lieferwalzen L und vor der Ablage wird eine Messung
am verstreckten Faserband vorgenommen. Diese Messung betrifft im hier dargestellten
Beispiel das Kalanderwalzenpaar, mit dem die Qualität des Faserbandes
20a nach dem Verstrecken gemessen werden kann. Es eignet sich als qualitäts-kennzeichnende
Größe der CV%-Wert, der während des Transports des Faserbandes direkt
gemessen werden kann (vgl. Veröffentlichung von Rieter Link, Heft 2/95, Seiten
14 und 15). Die in längendiskreten Abtastwerten vorliegenden Abtastwerte (Meßwerte)
werden durch eine Berechnung über eine definierte Länge als CV-Wert bereitgestellt.
Der CV-Wert bildet eine Bewertungsgröße einer Systemsteuerung
11.
Die Steuerung 11 erhält einen Optimierungsbefehl "OPT"
und erzeugt daraus Befehle für die Incrementierung von Regeleinsatzpunkt R
und Verstärkung K.
In einem Einstell- oder Testlauf wird Faserband 20 zwischen
Mittenwalzen M und Lieferwalzen L verstreckt und von einer Ablagevorrichtung in
eine Kanne gefördert. Separate Messungen oder Untersuchungen des abgelegten
Bandes 20a brauchen indes nicht stattzufinden, da die CV-Wert-Messung mit
der Meßvorrichtung 12 vorgesehen ist. Auf einen Befehl "OPT" hin stellt
die Steuerung einen beliebigen, meist einen vermuteten, zuvor aus Erfahrungswerten
(z. B. Tabelle) ermittelten ersten Wert Rmin für den Regeleinsatzpunkt
in einem Kanal der Vorsteuerung 10 ein. Der Erfahrungswert aus der Materialtabelle
kann über eine Tastatur eingegeben werden. Es kann aber auch
ein in der Steuerung 11 integrierter Wissensspeicher auf Abruf den Erfahrungswert
aus einer gespeicherten Tabelle bereitstellen. Nach Durchlauf einer gewissen Menge
Bandes, die gerade so lang sein sollte, daß daraus ein eindeutiger CV-Wert
berechnet werden kann, wird ein CV-Wert festgehalten, der in 2a
mit CV1 bezeichnet ist. Dieser Meßwert aus der Meßvorrichtung
12 wird in einen Speicherbereich der Steuerung 11 geschrieben.
Danach wird der zuerst eingestellte Regeleinsatzpunkt R der Vorsteuerung
10 um mindestens eine Inkrementgröße verändert. Wieder wird
das Band 20 eine gewisse Zeit laufen, bis der entsprechende CV2-Wert
von der Steuerung 11 in demselben Speicherbereich abgelegt wird.
In gleicher Weise erfolgt eine weitere Inkrementierung des Regeleinsatzpunktes
und eine weitere Messung eines CV3-Wertes, bis eine vernünftige
Anzahl (ca. 5, 10 oder 15 Meßwerte) zur Verfügung steht, orientiert zwischen
einem minimalen Regeleinsatzpunkt Rmin und einem maximalen Regeleinsatzpunkt
Rmax. Die sich im Speicherbereich der Steuerung 11 damit bildende
Funktion a(R) kann durch Auswertemethoden auf ein Minimum hin untersucht werden,
das im Fall der in 2a gezeichneten Funktion bei R0
angenommen werden kann, wo das Minimum CVmin liegt. Die als Minimum CVmin
der Funktion am erkannte Position, auch mit am bezeichnet, definiert
die beste Einstellung für den Regeleinsatzpunkt R der Vorsteuerung
10, bei zunächst konstant gehaltenem Verstärkungsfaktor K im
Kanal für das Dickmess-Signal d0(n).
Ist ein Minimum am für die Einstellung des Regeleinsatzpunktes
des elektronischen Gedächtnisses der Vorsteuerung 10 einmal ermittelt,
so kann dieser Regeleinsatzpunkt ggf. nach Durchlaufen einer Plausibilitätskontrolle
und bestätigt durch den Bediener in das elektronische Gedächtnis der Vorsteuerung
10 übernommen werden. Danach wird derselbe Test- und Einstellauf für
die Ermittlung einer in 2b gezeigten Funktion b(k) durchgeführt,
wobei diese Qualitätsfunktion abhängig von der sich ändernden Verstärkung
K ist. Die Praxis hat gezeigt, daß diese Funktion in der Regel flacher verläuft
und ein nicht so deutlich ausgeprägtes Minimum CVmin = bm
aufweist. Sofern die Auswertung der reinen Meßwerte CVi, i = 1 ...
n, wobei n zwischen 5 und 10 liegen sollte, nicht zu einem brauchbaren Ergebnis
für K0 als bester Wert für die Verstärkung und R0
als bester Wert für den Regeleinsatzpunkt führt, kann die eine oder andere
Kurve auch von der Programmsteuerung in der Steuerung 11 differenziert
werden, um das Minimum deutlicher zu machen. Die Differenzierung führt dazu,
daß nicht ein Minimum, sondern ein Nulldurchgang der differenzierten Funktion
ermittelt werden muß, was bei einigermaßen stetig verlaufenden Meßfunktionen
a(R) und b(K) möglich ist.
Sind gemäß obiger Vorgehensweise Bestwerte gefunden worden
für R0 und K0, so können diese Werte direkt in die
Vorsteuerung 10 übernommen werden, bevor der tatsächliche Produktionsbetrieb
der Strecke aufgenommen wird. Die ermittelten Werte für R und K können
aber auch zunächst dem Bediener vorgeschlagen werden, der sie auf expliziten
Wunsch durch Betätigung eines Eingabeorgans (Taste) in die Vorsteuerung
10 übernimmt.
Zur Sicherstellung, daß nicht aufgrund zufälliger Einflüsse
ein irriger Wert für R und K für den tatsächlichen Produktionsbetrieb
eingestellt wird, kann eine Plausibilitätskontrolle vorgesehen sein, die für
eine bestimmte Qualität von Faserband 20 ein vordefiniertes Zulässigkeitsfenster
zwischen zwei Grenzwerten heranzieht, um den durch Minimumsuche ermittelten Bestwert
daraufhin zu überprüfen, ob er in diesem Fenster liegt.
Der so für den Produktionsbetrieb eingestellte Parameter für
den Regeleinsatzpunkt und für die Verstärkung der Vorsteuerung
10 wird während des Produktionsbetriebes nicht mehr verändert,
sie bleiben vielmehr konstant. In großen Zeitabständen oder bei Vermutung,
daß diese Parameter nicht mehr die beste Einstellung für die Strecke sind,
kann eine erneute Minimalwertsuche in einem Einstellauf der Strecke vorgenommen
werden, wofür die Fertigung kurzzeitig unterbrochen werden wird.
Anhand einiger beispielhafter Zahlenwerte kann ermessen werden, welche
genaue Einstellung für den Regeleinsatzpunkt R mit der minimalwertsuchenden
Optimierung möglich ist. Geht man von einem Weg von etwa einem Meter (1 m)
zwischen der Meßstelle und dem Verzugspunkt aus, so entspricht der einzustellende
Regeleinsatzpunkt R dem Weg bzw. Abstand, den ein Bandstück vom Meßort
zum Verzugspunkt benötigt. Orientiert man die Optimierung sogleich an Wegstrecken,
so können die Veränderungen des Regeleinsatzpunktes 3 mm sein, zwischen
zwei Meßwerten CV1 und CV2. Auch die Abstände zu
den anderen Meßwerten können gleich sein, um eine wegkonstante Abtastung
zu erhalten. Erst wenn die Messung des CV-Wertes mit ausreichend großer Zahl
von Einzelmessungen erfolgte, steht ein gesicherter Wert für die Abspeicherung
als Qualitäts-Meßwert der Funktion a(R) und b(K) zur Verfügung.
Im Einstellauf kann mit dieser Vorgehensweise damit in kontinuierlicher
Weise die Qualitätsfunktion a(R) und b(K) ohne Stoppen und Einstellen des Bandes
ermittelt werden. Das Verfahren ist so in hohem Maße schnell, bedienerfreundlich
und für den tatsächlichen Produktionsbetrieb mit bestmöglich angepaßten
Parametern steuerungstechnisch sehr ruhig.
Die hardwaretechnische oder softwaretechnische Realisierung
in der Steuerung 11 zur Veränderung des Regaleinsatzpunktes R der
Vorsteuerung 10 wird mit einer veränderlichen Speicherlänge realisiert.
In diese im Speicher angeordneten Speicherzellen werden Meßwerte laufend eingeschrieben,
die von der Dickenmessung d0(n) stammen, die Momentanwerte der aktuell
an dem Eingangs-Tastrollenpaar hindurchlaufenden Banddicke darstellen.
Der Speicher, in den die erwähnten längendiskreten Meßwerte
eingespeichert werden, hat eine sich verändernde Länge oder im Kreis dargestellt
einen sich aufblähenden und reduzierenden Umfang, wenn man gleichen Abstand
der Speicherwerte auf dem Umfang des Kreises annimmt. Im realen Speicherbereich
linear und nacheinander angeordnet werden die Meßwerte über Vorgabe eines
Zeigerwertes (Pointer) in den Speicher abgelegt und an derselben Stelle ausgelesen.
Die Verzögerung zwischen zwei Lese-Schreib-Zyklen für eine Speicherzelle
entspricht dem Weg von der Meßstelle bis hin zum Verzugspunkt zwischen den
Mittenwalzen und den Lieferwalzen (Regeleinsatzpunkt). Der Anfang und das Ende des
Speichers liegen also an derselben Stelle.
An der beschriebenen Einschreibstelle wird zuerst der alte Wert gelesen,
der jetzt die Dicke angibt, die sich im Verzugspunkt befindet, und dann der neue
Wert als Dickenwert eingespeichert, der gerade über das Tastrollenpaar mit
dem zeitdiskreten Wert d0(n) gemessen worden ist. Der alte Wert entspricht
dem vorhergehenden Zyklus, der neue Wert ist derjenige des aktuellen Zyklus.
Es ändert sich also die Speicherlänge nicht laufend. Es
werden auch keine zwei Zeiger benötigt, von denen der eine Zeiger den Ort des
Einschreibens und der andere Zeiger den Ort des Auslesens definiert.