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Dokumentenidentifikation DE19856372B4 31.10.2007
Titel Bogentransportband
Anmelder Heidelberger Druckmaschinen AG, 69115 Heidelberg, DE
Erfinder Greive, Martin, 69250 Schönau, DE
DE-Anmeldedatum 07.12.1998
DE-Aktenzeichen 19856372
Offenlegungstag 01.07.1999
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 31.10.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 31.10.2007
IPC-Hauptklasse B65H 5/02(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B65G 15/58(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein Bogentransportband und insbesondere auf eine Vorrichtung zum Transport von Drucksubstraten, nämlich zu bedruckenden und/oder bedruckten Bogen aus Papier, Kunststoff oder anderen Materialien, wobei die Vorrichtung einen Rahmen, mehrere voneinander beabstandete und zueinander achsparallele zylindrische Walzen, die an dem Rahmen gelagert sind, wobei eine der Walzen eine zur Drehung antreibbare Antriebswalze ist und die übrigen Walzen frei drehbar gelagert sind, und ein endloses Transportband enthält, das alle Walzen umschlingt und das sich im Betrieb im Haftreibungskontakt mit der Antriebswalze befindet.

Eine solche Vorrichtung, wie sie z.B. aus der EP-A-0 738 680 bekannt ist, hat gegenüber herkömmlichen Bogentransportvorrichtungen mit Greifern einige Vorteile, die sie insbesondere für den Einsatz in Verbindung mit elektrografischen Druckwerken, Tintenstrahl-Druckwerken (Ink-Jet-Druckwerken) oder anderen pixelweise ansteuerbaren Druckwerken geeignet macht.

Die Auslegeschrift DE 1 186 402 zeigt eine Fördereinrichtung für Belegstapel mit in ein Gestell einsetzbaren Fördereinheiten. Jede Fördereinheit besteht aus zwei Förderriemen, die über Umlenkrollen laufen. In Arbeitsposition werden die Riemen von einer gemeinsamen Welle angetrieben. Beim Ausbau einer Fördereinheit verbleiben die Riemen auf den Umlenkrollen. Mit einer Spannrolle wird verhindert, dass sich die Riemen beim Herausnehmen einer Fördereinheit lockern.

Aus der DE 44 14 441 A1 ist ein Anleger einer Bogendruckmaschine bekannt, bei dem ein Tisch und Transportbänder verwendet werden. Die Transportbänder liegen über Umlenkrollen und einer Antriebswalze. Zum Auswechseln der Transportbänder sind die Rollen und die Walze einseitig gelagert. Nach dem Lockern einer Umlenkrolle kann ein Transportband zum nicht abgestützten freien Ende der Wellen hin von der Antriebswalze bzw. den Umlenkrollen abgezogen werden.

Bandtransportvorrichtungen für Druckmaschinen hat man ausgehend von der Grundform entwickelt, daß zwei drehbare Walzen, von denen eine angetrieben wird, in einem der Transportstrecke entsprechenden Abstand angeordnet sind. Das Transportband umschlingt beide Walzen unter einer Vorspannung. Während die Drucksubstrate auf dem oberen Bandabschnitt von einem Anleger zu einem Ausleger befördert werden, passieren sie für deckungsgleichen Mehrfarbendruck mehrere Druckwerke, an denen nacheinander die verschiedenen Grundfarben aufgebracht werden. Abgesehen davon, daß auf der Innenseite des Transportbandes häufig zusätzliche Walzen zum Stützen oder Spannen des Bandes vorgesehen werden, wurde diese Grundform bis heute unverändert beibehalten.

Zwischen der Antriebswalze und dem durch Reibung davon mitgenommenen Transportband gibt es von Natur aus mehr oder weniger Schlupf, der sich nicht nach Belieben verringern läßt, zumal es wünschenswert ist, daß die Innenseite des Transportbandes möglichst glatt ist, um die Reibung des Gesamtsystems gering zu halten. Dieser Schlupf ist insbesondere dann nicht vernachlässigbar, wenn hohe Passergenauigkeiten gefordert werden. Bekannte Schlupfausgleichseinrichtungen sind verhältnismäßig kompliziert, so daß sie nur für sehr hochwertige Druckmaschinen in Betracht kommen. Beispielsweise wird in der erwähnten EP-A-0 738 680 vorgeschlagen, das Zurückbleiben des Transportbandes sensorisch zu erfassen und die Drucksignale an die Druckwerke entsprechend zu verzögern, so daß die Passergenauigkeit gewahrt bleibt.

Zusätzlich zu der beschriebenen Problematik des Schlupfes zwischen der Antriebswalze und dem Transportband gibt es bei den bekannten Bandtransportvorrichtungen für Druckmaschinen das Problem, daß das Auswechseln eines abgenutzten oder defekten Transportbandes schwierig ist. Bisherige Lösungsversuche, das Transportband in der Maschine zu kleben, die Maschine teilweise zu demontieren oder geteilte Wellen zu verwenden, lösen dieses Problem nur unbefriedigend.

Gemäß der Erfindung werden die beiden oben beschriebenen Probleme durch die Merkmale nach Anspruch 1 gelöst.

Transportbänder für Drucksubstrate haben normalerweise eine geeignet präparierte Außenseite, auf der die Bogen gut haften. Daher ist auch der Haftreibungskoeffizient zwischen dem Transportband und der erfindungsgemäß außen am Transportband angeordneten Antriebswalze sehr hoch, normalerweise um ein Vielfaches höher als in bezug auf eine glatte, reibungsarme Oberfläche, wie sie für die Innenseite des Transportbandes bevorzugt wird. Der große Umschlingungswinkel der Antriebswalze durch das Transportband tut ein übriges, um den Schlupf gering zu halten.

Indem die Halteeinrichtung für die Antriebswalze gelöst wird und die Antriebswalze in Richtung auf die beiden eng benachbarten Walzen geschwenkt wird, kann das Transportband so weit entspannt werden, daß es zur Seite hin von den Walzen abgezogen werden kann, und anschließend kann ein neues Transportband auf die Walzen aufgeschoben werden.

Der freie Raum zum Herausziehen des Transportbandes läßt sich auf verschiedene Weise herstellen. Beispielsweise könnte jede einzelne Walze freitragend an einer Seitenwand des Rahmens gelagert sein, z.B. auf freitragenden Rohren, die von der Seitenwand vorstehen.

Es ist darauf zu achten, daß das Herausziehen des Transportbandes nicht durch die Antriebswalze bzw. deren Lagerstellen behindert wird. In der bevorzugten Ausführungsform mit einer an beiden Enden gelagerten Antriebswalze sind die beiden Enden der Antriebswalze an jeweils einem Hebel gelagert, der einen von der Achse der Antriebswalze beabstandeten rahmenfesten Drehpunkt oberhalb der Ebene des Transportbandes hat, wodurch die Antriebswalze achsparallel zu den übrigen Walzen in Richtung auf die beiden eng benachbarten Walzen und zwischen ihnen hindurch schwenkbar ist. Dadurch kann die Antriebswalze einschließlich der Hebel, an denen sie gelagert ist, vollständig aus dem Bereich des Transportbandes herausgeschwenkt werden.

Aus Stabilitätsgründen hat der Rahmen im allgemeinen eine erste und eine zweite Seitenwand, die im Abstand voneinander im wesentlichen parallel zueinander angeordnet sind und zwischen denen sich die Walzen der Länge nach erstrecken, wobei ein erstes Ende jeder Walze an der zweiten Seitenwand gelagert ist. In so einem Fall wird der freie Raum zum Herausziehen des Transportbandes bevorzugt dadurch geschaffen, daß im Bereich der ersten Seitenwand wenigstens ein freitragendes Seitenteil angeordnet ist, das an Querträgern befestigt ist, die sich bis zur zweiten Seitenwand erstrecken und mit dieser verbunden sind, daß die anderen Enden jeder Walze jeweils an einer Ecke oder Kante des wenigstens einen freitragenden Seitenteils gelagert sind und daß die erste Seitenwand eine Aussparung enthält, deren Umfang größer als der Umfang des Transportbandes ist.

Der Abstand zwischen den beiden eng benachbarten Walzen kann ein wenig größer als der Durchmesser der Antriebswalze gewählt werden, um die Antriebswalze zwischen den beiden eng benachbarten Walzen hindurch aus dem Bereich des Transportbandes schwenken zu können. In diesem Fall wäre der Umschlingungswinkel der Antriebswalze durch das Transportband etwas kleiner als 180°.

Ein größerer Umschlingungswinkel der Antriebswalze als 180° läßt sich in einer bevorzugten Ausführungsform dadurch erreichen, daß zwei freitragende Seitenteile vorgesehen sind, die sich im Bereich der ersten Seitenwand befinden, von denen ein erstes freitragendes Seitenteil über erste Querträger mit der zweiten Seitenwand verbunden ist und und ein zweites freitragendes Seitenteil über zweite Querträger mit einem dritten Seitenteil verbunden ist, das sich im Bereich der zweiten Seitenwand befindet, daß zwischen der zweiten Seitenwand und dem ersten freitragenden Seitenteil einerseits und zwischen dem zweiten und dem dritten freitragenden Seitenteil andererseits jeweils eine der beiden eng benachbarten Walzen gelagert ist und daß das zweite und das dritte Seitenteil gemeinsam um eine zu den Wellen parallele Achse schwenkbar sind, wobei sich die beiden eng benachbarten Walzen voneinander entfernen. In diesem Fall kann die Antriebswalze einen Durchmesser haben, der größer als der Abstand zwischen den beiden eng benachbarten Walzen ist, was einen größeren Umschlingungswinkel als 180° ergibt. Für einen Bandwechsel wird die Baugruppe aus dem zweiten und dem dritten Seitenteil, die einen Teil der Walzen trägt, nach Lösen irgendeiner geeigneten Feststelleinrichtung ein Stück weit von den übrigen Walzen weg geschwenkt, wonach die Antriebswalze zwischen den beiden eng benachbarten Walzen hindurch aus dem Bereich des Transportbandes herausbewegt werden kann. Alternativ kann z.B. eine der beiden eng benachbarten Walzen verschiebbare oder schwenkbare Lagerstellen aufweisen, so daß sie von der anderen Walze weg bewegt werden kann, um Raum für die Antriebswalze freizugeben.

Die Antriebsbaugruppe aus den beiden eng benachbarten Walzen und der Antriebswalze kann im Prinzip an einer beliebigen Stelle am Umfang des Transportbandes angeordnet sein, d.h. in irgendeinem Bandabschnitt zwischen zwei anderen Walzen. In einer bevorzugten Ausführungsform sind die beiden eng benachbarten Walzen jedoch in einem Abschnitt des Transportbandes angeordnet, auf dem im Betrieb die Drucksubstrate aufliegen. Der Durchmesser und der Abstand der eng benachbarten Walzen sollten so gewählt werden, daß die transportierten Drucksubstrate die Lücke zwischen den eng benachbarten Walzen durch ihre Eigensteifigkeit überbrücken. Eventuell kann auch eine Leit- oder Blasvorrichtung vorgesehen werden, um das Ablösen des Drucksubstrates vom Transportband zu unterstützen, wenn das Drucksubstrat auf dem Transportband die Lücke erreicht.

Durch die Anordnung der beiden eng benachbarten Walzen in einem Abschnitt des Transportbandes, auf dem im Betrieb die Drucksubstrate aufliegen, entstehen auf der Oberseite des Transportbandes zwei aufeinanderfolgende ebene Teilabschnitte. Dies liefert eine größere Konstruktionsfreiheit für eine Druckmaschine oder für drucktechnische Zusatzeinrichtungen, da sich die Ebenen der beiden Teilabschnitte des Transportbandes im Bereich zwischen den beiden eng benachbarten Walzen unter einem Winkel kleiner als 180° kreuzen können. Wenn sich die beiden Teilabschnitte unter einem kleineren Winkel als 180° kreuzen, sind z.B. platzsparendere Druckwerkanordnungen als bei der herkömmlichen Anordnung in einer geraden Linie hintereinander möglich.

Eine besonders beachtenswerte Möglichkeit, welche die winklig zueinander verlaufenden Teilabschnitte bieten, ist, daß die Transportstrecke zwischen einem ersten oder einem letzten Druckwerk in der Reihe und irgendeiner Zusatzeinrichtung, etwa einem Anleger, einem Ausleger, einem Eindruckwerk zum Aufbringen von Sonderfarben, Adressen und dergleichen, hervorragend an die jeweiligen baulichen Verhältnisse angepaßt werden kann. Die nutzbare Transportstrecke von bekannten Bogentransportbändern ist normalerweise gerade. Möglich wäre es mit bekannten Konstruktionen allenfalls, Teilabschnitte zu bilden, deren Transportoberflächen einen Winkel von mehr als 180° bilden, d.h. einen gestreckten Winkel zwischen ebenen Teiloberflächen des Transportbandes, auf denen die Drucksubstrate befördert werden. Dies würde aber das Problem mit sich bringen, daß sich die Drucksubstrate an der Knickstelle vom Transportband ablösen könnten. Bei der Ausführungsform der Erfindung mit der Antriebsbaugruppe oben am Transportband sind Winkel von weniger als 180° zwischen den ebenen Teiloberflächen des Transportbandes möglich, auf denen die Drucksubstrate befördert werden, d.h. stumpfe Winkel. In diesem Fall gibt es das Problem der möglichen Bogenablösung nicht.

Zusätzlich zu den weiter oben erwähnten Problemen, die durch die Erfindung gelöst werden, besteht bei Bandtransportvorrichtungen für Druckmaschinen nach dem Stand der Technik das allgemeine Problem, daß für hohe Passergenauigkeit ein exakter Geradeauslauf des Transportbandes gewährleistet sein muß, der mit einfachen mechanischen Stabilisierungsmitteln nicht ohne weiteres erreichbar ist. Lösungen für dieses Problem sind im allgemeinen kompliziert. So wird in der erwähnten EP-A-0 738 680 eine Walze mit einseitig veränderlichem Durchmesser vorgeschlagen. Ein Signal von einem Sensor, der die Lage der Bandkante abfühlt, wird zur Steuerung des Walzendurchmessers verwendet, um den Bandlauf auf eine gewünschte Soll-Lage zu regeln.

Die Erfindung, bei der die Antriebswalze ohnehin in Richtung auf die beiden eng benachbarten Walzen und davon weg bewegbar sein muß, bietet den Zusatznutzen, den Geradeauslauf auf einfache Weise durch Feineinstellung der Lage der Antriebswalze regeln zu können. Dies wird bevorzugt dadurch realisiert, daß die Halteeinrichtung zum Festhalten der Antriebswalze in einer Betriebsposition einen oder zwei elektrisch ansteuerbare Stellantriebe enthält, mit denen ein Ende der Antriebswalze oder beide Enden der Antriebswalze unabhängig voneinander ein wenig in Richtung auf die beiden eng benachbarten Walzen und davon weg verstellbar sind, daß ein Lageerfassungssensor in der Nähe einer Kante des Transportbandes angeordnet ist und daß der Lageerfassungssensor den oder die Stellantriebe zur Regelung des Geradeauslaufs des Transportbandes ansteuert.

Wie bereits erwähnt, kann die erfindungsgemäße Vorrichtung nicht nur zum Transport von Drucksubstraten zwischen den Druckwerken einer Druckmaschine, sondern auch zur Kopplung mit drucktechnischen Zusatzeinrichtungen dienen. Die Erfindung eignet sich besonders für Druckmaschinen mit elektrografischen Druckwerken, Tintenstrahl-Druckwerken oder ähnlichen Druckwerken oder um z.B. eine elektrografische Druckmaschine mit einem Tintenstrahl-Zusatzdruckwerk zu koppeln. Eine bessere Haftung der Drucksubstrate auf dem Transportband kann in an sich bekannter Weise dadurch hergestellt werden, daß z.B. ein pneumatisches Saugband, d.h. ein perforiertes Band mit Saugkästen auf der Innenseite des Transportbandes oder ein elektrostatisches Band mit elektrostatischer Bogenhaftung verwendet wird.

Es folgt die Beschreibung eines Ausführungsbeispiels der Erfindung anhand der Zeichnung. Es zeigen:

1 eine schematische Seitenansicht einer Druckmaschine mit einem endlosen Bogentransportband;

2 eine 1 entsprechende Ansicht, in der das Transportband entspannt ist und sich in einer Position befindet, in der es aus der Druckmaschine herausgezogen werden kann;

3a eine Schnittansicht längs der Linie A-A in 1 von links gesehen;

3b eine Schnittansicht längs der Linie B-B in 1 von links gesehen;

4 eine isolierte Darstellung einer Seitenwand und zweier korrespondierender Seitenteile des Rahmens der Bandtransportvorrichtung;

5a eine Detailansicht einer Halteeinrichtung zum Festhalten der Antriebswalze in einer Betriebsposition; und

5b eine Detailansicht einer Halteeinrichtung ähnlich wie in 5a mit einem elektrischen Stellantrieb.

In der in 1 gezeigten Druckmaschine wird der Bogen in einem Anleger 2 vereinzelt, auf der Oberseite eines Transportbandes 4 an vier Druckwerken 6 vorbei transportiert und in einem Ausleger 8 zu einem Stapel aufgeschichtet.

Das endlose Transportband 4 läuft um vier in einer Reihe angeordnete Umlenkwalzen 10a bis 10d und eine im Abstand darunter angeordnete Spannwalze 12 herum. Die mittleren Umlenkwalzen 10b und 10c in der Reihe Umlenkwalzen 10a bis 10d haben einen verhältnismäßig geringen Abstand in der Größenordnung ihres Durchmessers voneinander. In dem Raum zwischen der Umlenkwalze 10c und der Spannwalze 12 befindet sich eine Antriebswalze 14, deren Durchmesser größer als der Durchmesser der Umlenkwalzen 10b und 10c bzw. deren Abstand ist. Das Transportband 4 bildet eine Schlaufe, die sich durch die Lücke zwischen den mittleren Umlenkwalzen 10b und 10c hindurch nach unten erstreckt. Dort umschlingt das Transportband 4 die Antriebswalze 14 über einen Winkel von etwas mehr als 180°, und zwar mit seiner verhältnismäßig rauhen Außenseite, während auf allen übrigen Walzen die glatte Innenseite des Transportbandes 4 aufliegt. Mit Ausnahme der Antriebswalze 14, die an einem Ende angetrieben wird, sind alle Walzen Freilaufwalzen. Die Antriebswalze 14 hat eine Oberfläche, deren Haftreibungskoeffizient in bezug auf die Außenseite des Transportbandes 4 groß ist, während alle übrigen Walzen Oberflächen haben, deren Haftreibungskoeffizient in bezug auf die Innenseite des Transportbandes 4 klein ist. In Verbindung mit dem großen Umschlingungswinkel der Antriebswalze 14 durch das Transportband 4 wird dadurch erreicht, daß das Transportband 4 der Bewegung der Antriebswalze 14 weitgehend schlupffrei folgt.

Die verschiedenen Walzen der Transportvorrichtung sind in einem Rahmen gelagert, der auf einer Bedienseite eine erste oder vordere Seitenwand 18, auf die man in 1 und 2 blickt, und auf einer Antriebsseite eine zweite oder hintere Seitenwand 20 enthält, die in 3a und 3b erkennbar ist. Die Umlenkwalzen 10c und 10d sind auf der Antriebsseite in der hinteren Seitenwand 20 und auf der Bedienseite in einem wesentlich kleineren Seitenteil 22 gelagert. Das Seitenteil 22 ist über langgestreckte Querträger 24 an der hinteren Seitenwand 20 befestigt. Die Umlenkwalzen 10a und 10b sind in zwei im wesentlichen identischen Seitenteilen 26a und 26b gelagert, von denen sich das Seitenteil 26a in der Nähe der vorderen Seitenwand 18 und das Seitenteil 26b in der Nähe der hinteren Seitenwand 20 befindet, wie in 3b zu sehen ist. In 3b ist außerdem ein Motor 15 für die Antriebswalze 14 eingezeichnet.

Wie in 1 zu erkennen ist, sind die beiden Seitenteile 26a und 26b über langgestreckte Querträger 28 miteinander verbunden und lassen sich in der eingezeichneten Pfeilrichtung um eine zu allen Walzen achsparallele Drehachse D1 schwenken. Die Antriebswalze 14 ist an Hebeln 16 gelagert, die jeweils an einer Seitenwand 18 bzw. 20 gelagert sind. Die rahmenseitigen Lagerpunkte der Hebel 16 liegen auf einer Drehachse D2, die etwas oberhalb des oberen Bandabschnittes des Transportbandes 4 liegt. Die Antriebswalze 14 wird durch eine in 1 nicht eingezeichnete Halteeinrichtung, die an den Hebeln 16 angreift, in der in 1 gezeigten Betriebsposition festgehalten.

Wenn die Baugruppe aus den Seitenteilen 26a und 26b und den Querträgern 28 nach Lösen von geeigneten Arretierungsmitteln nach unten in die in 2 gezeigte Entnahmeposition für das Transportband 4 geschwenkt wird, entspannt sich das Transportband 4. Nach Lösen der Halteeinrichtung für die Antriebswalze 14, die aus zwei in 2 eingezeichneten Hebeln 30 besteht, die weiter unten näher beschrieben werden, kann die Antriebswalze 14 in der in 1 eingezeichneten Pfeilrichtung um ihren Drehpunkt D2 aus dem Bereich des Transportbandes 4 geschwenkt werden, so daß sie sich in der in 2 eingezeichneten Position befindet. Wie in 2 erkennbar ist, vergrößert das Verschwenken der Seitenteile 26a und 26b die Lücke zwischen den mittleren Umlenkwalzen 10b und 10c so weit, daß die Antriebswalze 14 zwischen den Umlenkwalzen 10b und 10c hindurchtreten kann.

Die Seitenteile 22 und 26a sind zusammen kleiner als der Umfang des Transportbandes 4, und in der vorderen Seitenwand 18 befindet sich eine Aussparung 32, deren Umriß der äußeren Form der Seitenteile 22 und 26a bzw. der Form des Transportbandes 4 in der Entnahmeposition im wesentlichen folgt, aber ein wenig größer ist, wie in 4 am besten zu erkennen ist. In der Entnahmeposition kann das Transportband 4 durch die Aussparung 32 hindurch zur Bedienseite hin abgezogen werden.

Die Hebel 30 zum Festhalten der Hebel 16, an denen die Antriebswalze 14 gelagert ist, sind in 5a und 5b detaillierter dargestellt. In der Betriebsposition der Antriebswalze 14 hält ein Hebel 30, dessen Drehpunkt bei D3 liegt, einen der Hebel 16 fest, indem eine Feder 34 den Hebel 16 gegen eine Anschlagspindel 36 drückt (5a).

Der andere Hebel 30 auf der anderen Rahmenseite enthält außerdem einen Stellantrieb 38, mit dem die Anschlagspindel 36 verstellt werden kann (5b). Gegebenenfalls können auch beide Hebel 30 mit einem solchen Stellantrieb 38 ausgestattet sein.

Die schwenkbare Lagerung der Antriebswalze 14 in den Hebeln 16 in Verbindung mit dem in 5b gezeigten Stellantrieb 38 ermöglicht es, eine einfache Geradeauslaufregelung des Transportbandes 4 zu bewerkstelligen. Dazu befindet sich nahe an einer Kante des Transportbandes 4 ein optischer Sensor 40 (1 und 3b), der die Lage der Bandkante erfaßt. Bei einem Verlaufen des Transportbandes 4 wird die Achse der Antriebswalze 14 über eine Verdrehung der Anschlagspindel 36 aufgrund des Signals von Sensor 40 schräg (unparallel) zu den anderen Walzen eingestellt, so daß das Transportband 4 in die Maschinenmitte zurückgetrieben wird. Unterstützt durch eine leicht ballige Ausbildung der Antriebswalze 14, wie sie in 3b eingezeichnet ist, ergibt sich mit wenig Aufwand eine sehr genaue und zuverlässige Geradeauslaufregelung.

2
Anleger
4
Transportband
6
Druckwerke
8
Ausleger
10a bis 10d
Umlenkwalzen
12
Spannwalze
14
Antriebswalze
15
Motor
16
Hebel
18
erste Seitenwand
20
zweite Seitenwand
22
Seitenteil
24
Querträger
26a, 26b
Seitenteile
28
Querträger
30
Hebel
32
Aussparung
34
Feder
36
Anschlagspindel
38
Stellantrieb
40
optischer Sensor


Anspruch[de]
Vorrichtung zum Transport von Drucksubstraten, mit mehreren voneinander beabstandeten und zueinander achsparallelen zylindrischen Walzen (10a-d, 12, 14), die an einem Rahmen (18, 20) gelagert sind, wobei eine der Walzen eine zur Drehung antreibbare Antriebswalze (14) ist und die übrigen Walzen (10a-d, 12) frei drehbar gelagert sind,

und mit einem endlosen Transportband (4), das alle Walzen (10a-d, 12, 14) umschlingt und das sich im Betrieb im Haftreibungskontakt mit der Antriebswalze (14) befindet,

wobei zwei der Walzen (10b, 10c) in einem Abstand voneinander angeordnet sind, der kleiner oder nicht wesentlich größer als der Durchmesser der Antriebswalze (14) ist,

wobei die Antriebswalze (14) in Richtung auf die beiden eng benachbarten Walzen (10b, 10c) und davon weg bewegbar ist,

wobei eine Halteeinrichtung (30) zum Festhalten der Antriebswalze (14) in einer Betriebsposition vorgesehen ist,

wobei in der Betriebsposition eine Außenseite des Transportbandes (4) auf der Antriebswalze (14) aufliegt und das Transportband (4) die Antriebswalze (14) über einen Winkel in der Größenordnung von 180° umschlingt, während die übrigen Walzen (10a-d, 12) die Innenseite des Transportbandes (4) berühren,

wobei die beiden Enden der Antriebswalze (14) an jeweils einem Hebel (16) gelagert sind, der einen von der Achse der Antriebswalze (14) beabstandeten rahmenfesten Drehpunkt (D2) oberhalb der Ebene des Transportbandes (4) hat, wodurch die Antriebswalze (14) achsparallel zu den übrigen Walzen (10a-d, 12) in Richtung auf die beiden eng benachbarten Walzen (10b, 10c) und zwischen ihnen hindurch schwenkbar ist,

wobei der Rahmen eine erste und eine zweite Seitenwand (18, 20) hat, die im Abstand voneinander im wesentlichen parallel zueinander angeordnet sind und zwischen denen sich die Walzen (10a-d, 12, 14) der Länge nach erstrecken und ein Ende jeder Walze (10a-d, 12, 14) an der zweiten Seitenwand (20) gelagert ist,

wobei im Bereich der ersten Seitenwand (18) zum Lagern mindestens einer Walze (10a-d) an jeweils einem Ende wenigstens ein freitragendes Seitenteil (22, 26a) angeordnet ist, das an Querträgern (24, 28) befestigt ist, die sich bis zur zweiten Seitenwand (20) erstrecken und mit dieser verbunden sind und die jeweils anderen Enden der Walzen (10a-d) jeweils an einer Ecke oder Kante des wenigstens einen freitragenden Seitenteils (22, 26a) gelagert sind,

und wobei die erste Seitenwand (18) eine Aussparung (32) enthält, deren Umfang größer als der Umfang des Transportbandes (4) ist.
Vorrichtung nach Anspruch 1,

dadurch gekennzeichnet,

daß zwei freitragende Seitenteile (22, 26a) vorgesehen sind, die sich im Bereich der ersten Seitenwand (18) befinden, von denen ein erstes Seitenteil (22) über erste Querträger (24) mit der zweiten Seitenwand (20) verbunden ist und ein zweites Seitenteil (26a) über zweite Querträger (28) mit einem dritten freitragenden Seitenteil (26b) verbunden ist, das sich im Bereich der zweiten Seitenwand (20) befindet,

daß zwischen der zweiten Seitenwand (20) und dem ersten Seitenteil (22) einerseits und zwischen dem zweiten und dem dritten Seitenteil (26a, 26b) andererseits jeweils eine der beiden eng benachbarten Walzen (10b, 10c) gelagert ist,

und daß das zweite und das dritte Seitenteil (26a, 26b) gemeinsam um eine zu den Walzen (10b, 10c) parallele Achse (D1) schwenkbar sind, wobei sich die beiden eng benachbarten Walzen (10b, 10c) voneinander entfernen.
Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden eng benachbarten Walzen (10b, 10c) in einem Abschnitt des Transportbandes (4) angeordnet sind, auf dem im Betrieb die Drucksubstrate aufliegen. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Abschnitt des Transportbandes (4), auf dem im Betrieb die Drucksubstrate aufliegen, zwei ebene Teilabschnitte enthält, deren Ebenen sich im Bereich zwischen den beiden eng benachbarten Walzen (10b, 10c) unter einem Winkel kleiner als 180° kreuzen. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet,

daß die Halteeinrichtung (30) zum Festhalten der Antriebswalze (14) in einer Betriebsposition einen oder zwei elektrisch ansteuerbare Stellantriebe (38) enthält, mit denen ein Ende der Antriebswalze (14) oder beide Enden der Antriebswalze (14) unabhängig voneinander ein wenig in Richtung auf die beiden eng benachbarten Walzen (10b, 10c) und davon weg verstellbar sind,

daß ein Lageerfassungssensor (40) in der Nähe einer Kante des Transportbandes (4) angeordnet ist

und daß der Lageerfassungssensor (40) den oder die Stellantriebe (38) zur Regelung des Geradeauslaufs des Transportbandes (4)






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