Die Erfindung bezieht sich auf eine Platte, insbesondere Boden- oder
Verkleidungsplatte, mit einem Schichtaufbau aus mehreren miteinander verklebten
Schichten.
Hintergrund der Erfindung
Solche Platten sind in verschiedenen Ausführungsformen bekannt,
wozu insbesondere Sperrholzplatten gehören, die in unterschiedlichsten gewerblichen
Bereichen eingesetzt werden. Der Aufbau solcher Platten ist dadurch charakterisiert,
dass mehrere Schichten aus gleichen oder unterschiedlichen Materialien übereinander
gestapelt und miteinander verklebt oder verleimt sind. Bei der Herstellung werden
die verschiedenen Schichten zumindest in Teilbereichen der Oberflächen mit
Klebstoff versehen und anschließend zusammengepresst. Sperrholzplatten weisen
ebenfalls einen solchen Schichtaufbau aus mehreren miteinander verklebten Schichten
auf, wobei auf den beiden Außenseiten üblicherweise jeweils eine Schicht
aus einem Holzfurnier gebildet ist.
Zusammenfassung der Erfindung
Aufgabe der Erfindung ist es, eine verbesserte Platte, insbesondere
Boden- oder Verkleidungsplatte, mit einem Schichtaufbau aus mehreren miteinander
verklebten Schichten zu schaffen, die mit einer verbesserten mechanischen Stabilität
gebildet ist. Darüber hinaus sollen die in Verbindung mit Holzoberflächen,
insbesondere furnierten Oberflächen, von Benutzern als positiv erfundenen haptischen
Eigenschaften erhalten bleiben.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Platte, insbesondere
Boden- oder Verkleidungsplatte, nach dem unabhängigen Anspruch 1 gelöst.
Darüber hinaus ist ein Bausystem, insbesondere Fahrzeugbausystem, nach dem
unabhängigen Anspruch 13 geschaffen. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung
sind Gegenstand von abhängigen Unteransprüchen.
Erfindungsgemäß ist eine Platte, insbesondere Boden- oder
Verkleidungsplatte, mit einem Schichtaufbau aus mehreren miteinander verklebten
Schichten geschaffen, wobei in dem Schichtaufbau eine tragende Schicht, welche mit
einer OSB-Platte gebildet ist, zwischen Furnierschichten aus einem Holzwerkstoff
angeordnet ist. Auf diese Weise ist eine vielseitig einsetzbare Platte geschaffen,
die mittels Verwendung der OSB-Platte mit einer ausreichenden mechanischen Stabilität
gebildet ist und andererseits aber auch die mit der Oberfläche von Schichtholz
verbundenen positiven Eigenschaften für unterschiedlichste Anwendungen aufweist.
Die je nach Anwendungssituation gewünschten Dicken der OSB-Platte und der Furnierschichten
können individuell ausgewählt werden. Bevorzugt verfügt die OSB-Platte
über eine Dicke von wenigstens 12 mm, wodurch für viele Anwendungen eine
ausreichende mechanische Stabilität erreicht ist.
Die Abkürzung OSB steht im englischen für „Oriented
Strand Board". Es handelt sich um eine Platte mit ausgerichteten Spänen, die
miteinander verklebt sind. OSB-Platten, die als solche bekannt sind, sind Mehrschichtplatten,
die aus langen, schlanken Spänen mit vorbestimmter Form und Dicke hergestellt
werden. Die großen, flachen Späne sind längs ausgerichtet. Die Biegefestigkeit
ist durch die langen und schlanken Späne größer als bei normalen
Flachpressplatten. Die Verklebung oder Verleimung sowie die Spänestruktur verleihen
der OSB-Platte ein charakteristisches Aussehen. Mit Hilfe der hier vorgeschlagenen
Platte bleiben die vorteilhaften mechanischen Eigenschaften der OSB-Struktur erhalten.
Zusätzlich werden jedoch eventuell als nachteilig empfundene Eigenschaften
solcher OSB-Platten wie die „grobholzige" Optik vermieden. Darüber hinaus
wird mit den vorgesehenen Furnierholzschichten die Verdunstung von Inhaltsstoffen
der OSB-Platte vermindert oder sogar ganz unterbunden, da die Kleber, mit denen
die Späne zu OSB-Platten verpresst sind, üblicherweise Formaldehyd und
natürliche Terpene enthalten und abgeben können.
Eine bevorzugte Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass der Holzwerkstoff
der Furnierschichten mit einem die Brandresistenz erhöhenden Medium getränkt
ist. In einer bevorzugten Ausgestaltung sind die Furnierschichten mit einem die
Brandresistenz erhöhenden Medium so getränkt, dass die Anforderungen einer
erhöhten Brennbarkeitsklasse nach DIN 5510 gegeben sind. Als Medium zum Tränken
der Furnierschichten, kommen beispielsweise Mineralstoffe in Form von gelösten
Salzen zum Einsatz.
Bei einer zweckmäßigen Ausgestaltung der Erfindung kann
vorgesehen sein, dass die Furnierschichten aus dem gleichen Holzwerkstoff sind.
Alternativ können die beidseitig der OSB-Platten angeordneten Furnierschichten
auch aus unterschiedlichen Holzwerkstoffen gebildet sein. Bevorzugt sind mit den
Furnierschichten die beiden äußeren Schichten der Platte hergestellt.
Eine vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass
die Furnierschichten einlagig ausgeführt sind. Einlagige Furnierschichten sind
üblicherweise dünne Schichtholzplatten.
Bevorzugt sieht eine Fortbildung der Erfindung vor, dass die Furnierschichten
mehrlagig mit kreuzweise gelegten, verpressten und mit einem wasserresistenten
Kleber verklebten Lagen ausgeführt sind. Mit Hilfe der mehrlagigen Furnierschichten
sind diese Schichten aus einem Werkstoff höherer Qualität hergestellt.
Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung kann vorgesehen
sein, dass der Schichtaufbau zumindest eine Funktionsschicht umfasst. Die zumindest
eine Funktionsschicht ist bevorzugt zwischen den Furnierschichten und der OSB-Platte
angeordnet. Wenn mehrere Funktionsschichten vorgesehen sind, so können sich
diese beidseitig der OSB-Platte erstrecken. Mit Hilfe der zumindest einen Funktionsschicht
können bestimmte Eigenschaften der Platte gezielt optimiert oder überhaupt
erst ausgebildet werden. Hierzu gehören beispielsweise Dämmeigenschaften,
Schallschutzeigenschaften und verbesserte Festigkeitseigenschaften. Funktionsschichten
gleicher Art können einfach oder mehrfach vorgesehen sein.
Eine Weiterbildung der Erfindung kann vorsehen, dass die zumindest
eine Funktionsschicht eine Faserwerkstoffschicht umfasst. Als Faserwerkstoffe können
insbesondere Glasfasermatten oder Kohlefasermatten genutzt werden. Neben der Verwendung
von Matten kann auch vorgesehen sein, solche oder andere Fasern bei der Herstellung
der Platte einzeln einzulegen oder einzustreuen.
Eine bevorzugte Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass die zumindest
eine Funktionsschicht eine Metalleinlage umfasst. Die Metalleinlage kann in einer
Ausgestaltung als eine Matte oder Geflecht aus Metall ausgeführt sein. Darüber
hinaus kann vorgesehen sein, alternativ oder ergänzend Drähte einzubringen,
beispielsweise Heizdrähte oder die mechanische Festigkeit unterstützende
Drähte.
Bei einer zweckmäßigen Ausgestaltung der Erfindung kann
vorgesehen sein, dass die zumindest eine Funktionsschicht eine Schwerspatfolienschicht
umfasst.
Eine vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass
die zumindest eine Funktionsschicht eine Gummimattenschicht umfasst
Bevorzugt sieht eine Fortbildung der Erfindung vor, dass die zumindest eine Funktionsschicht
eine Korkschicht umfasst
Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass der
Schichtaufbau eine Außenschicht aus einem Fußbodenbelagmaterial aufweist.
In einer zweckmäßigen Fortbildung weist die Außenschicht aus dem
Fußbodenbelagmaterial eine Dicke von wenigstens etwa 3 mm auf. Zweckmäßig
handelt es sich bei dem Fußbodenbelagmaterial in einer Ausgestaltung um ein
gummiartiges Material. Die Außenschicht wirkt einerseits gewichtserhöhend
und andererseits Isoliereigenschaften verbessernd. Mit dieser Ausgestaltung ist
insbesondere eine Platte geschaffen, die zur Ausbildung eines Fußbodens nutzbar
ist, bevorzugt beim Fahrzeuginnenausbau, zum Beispiel in Schienenfahrzeugwagen.
Mit Hilfe einer oder mehrere Platten nach mindestens einer der vorangehend
beschriebenen Ausgestaltungen ist ein Bausystem zur Verfügung gestellt, insbesondere
ein Fahrzeugausbausystem. Mit der einen oder den mehreren Platten ist jeweils ein
Bauelement ausgewählt aus der folgenden Gruppe von Bauelementen gebildet: Bodenplatte,
Wandverkleidungsplatte, Deckenverkleidungsplatte, Schrankplatte und Trennwandplatte.
Derartige Bausysteme sind in verschiedensten Anwendungen nutzbar, wozu beispielsweise
der Wohnungsbau, der Hallenbau, die Herstellung von Fußböden und der Fahrzeugbau
zählen. Bevorzugt erfolgt der Einsatz der Platten hierbei zur Substitution
von Sperrholzplatten.
Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele der Erfindung
Die Erfindung wird im folgenden anhand von Ausführungsbeispielen
unter Bezugnahme auf eine Figur näher erläutert.
Die einzige Figur zeigt einen Abschnitt einer Platte mit einem Schichtaufbau
aus mehreren miteinander verklebten Schichten im Querschnitt. Zwischen Furnierschichten
1, 2, die jeweils aus einem Holzwerkstoff gebildet sind, ist eine
OSB-Platte 3 angeordnet. Diese Schichten bilden den Grundaufbau der Platte
und können wahlweise mit einer oder mehreren Funktionsschichten ergänzt
werden, was in der Figur mittels einer Funktionsschicht 4 und einer weiteren
Funktionsschicht 5 gezeigt ist. In einer anderen Ausgestaltung (nicht dargestellt)
kann auch nur eine der beiden Funktionsschichten 4, 5 vorgesehen
sein. Mit Hilfe der Funktionsschichten 4, 5 werden gewünschte
Eigenschaften der Platte optimiert oder sogar erst zur Verfügung gestellt.
Hierzu gehören eine verbesserte mechanische Stabilität, Isoliereigenschaften,
ein verbesserter Brandschutz und eine höhere Feuchtigkeitsresistenz.
Die beiden Funktionsschichten 4, 5 können gleichartig
oder in unterschiedlicher Art und Weise ausgeführt sein. Zu den ausbildbaren
Funktionsschichten gehören insbesondere eine Faserwerkstoffschicht, eine Metalleinlage,
eine Schwerspatfolienschicht, eine Gummimattenschicht und eine Korkschicht.
Auf der Oberseite verfügt die Platte bei der in der Figur dargestellten
Ausführungsform noch über eine Fußbodenbelagschicht 6, welche
aufgeklebt ist.
Bei der Herstellung werden die in der jeweiligen Ausführungsform
der Platte vorgesehenen Schichten in geeigneter Weise mit Klebstoff versehen und
anschließend miteinander verpresst, so dass der Schichtaufbau aus mehreren
miteinander verklebten Schichten entsteht.
Die in der vorstehenden Beschreibung, den Ansprüchen und der
Figur offenbarten Merkmale der Erfindung können sowohl einzeln als auch in
beliebiger Kombination für die Verwirklichung der Erfindung in ihren verschiedenen
Ausführungsformen von Bedeutung sein.