Die Erfindung betrifft eine Antriebsvorrichtung nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 1.
Bei derartigen Antriebsvorrichtungen kann es vorkommen, dass ein eventuell
vorhandener Endanschlag überdreht wird und die Antriebsvorrichtung und/oder
dieser nachfolgende Komponenten, wie Lager, Verzahnungen usw., beschädigt werden.
Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, bei einer Antriebsvorrichtung
der im Oberbegriff des Anspruchs 1 genannten Art die genannten Beschädigungen
zu vermeiden.
Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
Damit können Drehmomentspitzen abgefangen werden. Ein Überdrehen
eines eventuell vorhandenen Endanschlags wird unmöglich. Die der Antriebsvorrichtung
nachfolgenden Komponenten werden geschützt.
Gemäß einer weiteren Ausbildung der Erfindung arbeitet die
Überlastsicherung in einer Richtung oder zwei Richtungen drehmomentabhängig.
Links- und Rechtsvarianten sind möglich. Daher kann die Antriebsvorrichtung
bzw. können die einzelnen Baugruppen universell eingesetzt werden. Ebenso kann
die Antriebsvorrichtung als Freilauf und oder als Überlastsicherung eingesetzt
werden.
Gemäß einer weiteren Ausbildung der Erfindung ist eine Sperrrichtung
zwischen Antriebseinheit und Abtriebseinheit in einer der Betriebsrichtung entgegengesetzten
Richtung für die Übertragung von benötigten Bedienkräften vorgesehen.
Dadurch wird die Verwendungsmöglichkeit der Antriebsvorrichtung vergrößert.
Gemäß einer weiteren, vorteilhaften Ausbildung der Erfindung
ist die Abtriebseinheit form- und/oder kraftschlüssig in der Antriebseinheit
befestigt.
Gemäß einer weiteren, vorteilhaften Ausbildung der Erfindung
erfolgt die Befestigung der Abtriebseinheit in der Antriebseinheit mit losen Befestigungsmitteln
oder durch eine Verformung beliebiger Art.
Gemäß einer weiteren, vorteilhaften Ausbildung der Erfindung
ist eine axiale Sicherung der Abtriebseinheit in der Antriebseinheit durch Verwendung
von Befestigungsmitteln, insbesondere einer Umspritzung, gewährleistet.
Eine weitere, vorteilhafte Ausbildung der Erfindung sieht vor, dass
die Abtriebseinheit einen in der Antriebseinheit befestigten Zahnring aufweist,
der mit einer Innenverzahnung versehen ist, und dass eine Abtriebsachse in diesem
Zahnring drehbar gelagert ist, die mit mindestens einem an ihr befestigten Eingriffsglied
in die Innenverzahnung eingreift.
Gemäß einer weiteren, vorteilhaften Ausbildung der Erfindung
sind die Eingriffsglieder durch mindestens ein oder mehrere sich vorzugsweise gegenüberliegende,
radial wirkende Sperrbolzen gebildet, die durch ein zwischen diesen angeordnetes
Druckmittel gegen die Innenverzahnung gedrückt werden.
Gemäß einer weiteren, vorteilhaften Ausbildung der Erfindung
sind die Eingriffsglieder durch ein oder mehrere getrennte, vorzugsweise gegenüberliegende,
Sperrkörper mit Federarmen gebildet, die an der Innenverzahnung anliegen und
deren Enden in die Innenverzahnung eingreifen.
Gemäß einer weiteren, vorteilhaften Ausbildung der Erfindung
sind die Eingriffsglieder durch einen zentral auf einen Abschnitt der Abtriebsachse
aufgeschobenen Sperrkörper mit ein oder mehreren, vorzugsweise gegenüberliegenden
Federarmen gebildet, die an der Innenverzahnung anliegen und deren Enden in die
Innenverzahnung eingreifen.
Gemäß einer weiteren, vorteilhaften Ausbildung der Erfindung
können die Eingriffsglieder bzw. der Zahnring so ausgestaltet sein, dass die
Überlastsicherung durch eine reibschlüssige Geometrie oder einer Mischung
aus Reib- und Formschlüssigkeit realisiert wird.
Diese Ausbildungen der Erfindung ermöglichen einen geringen Platzbedarf
und eine variabel definierbare Freilaufrichtung bzw. Überlastsicherungsrichtung.
Die Antriebsvorrichtungen sind kostengünstig herstellbar und einfach nachrüstbar.
Gemäß einer weiteren, vorteilhaften Ausbildung der Erfindung
ist die Überlastsicherung derart ausgebildet, dass sie in axialer Richtung
ausgelöst wird. Dadurch können Bauteile eingespart werden, so dass sich
die Montage vereinfacht und insgesamt eine kostengünstigere Lösung ergibt.
Gemäß einer weiteren, zweckmäßigen Ausbildung
der Erfindung ist die Überlastsicherung durch zwei axial in der Antriebseinheit
angeordnete, miteinander verzahnte Rastplatten und eine Schraubenfeder gebildet,
wobei die eine Rastplatte in der Antriebseinheit fest gelagert ist und die andere
Rastplatte unter Zwischenfügung der Schraubenfeder (4D) die Abtriebseinheit
(2E) verdrehsicher aufnimmt.
Die Erfindung wird nun anhand von Ausführungsbeispielen
näher erläutert. Es zeigen:
1a eine Seitenansicht einer Antriebsvorrichtung mit
integrierter Überlastsicherung ausgebildet und aus einer Antriebseinheit und
einer Abtriebseinheit bestehend, gemäß der Erfindung,
1b eine um einen Winkel von 90° gedrehte Ansicht
der 1a,
2a eine Seitenansicht der Abtriebseinheit der Antriebsvorrichtung
der 1a, 1b,
2b ein um einen Winkel von 90° gedrehter Schnitt
durch die Abtriebseinheit der 2a,
2c eine perspektivische Ansicht der Abtriebseinheit
der 2a,
3a einen teilweisen Längsschnitt und eine teilweise
Seitenansicht der Abtriebsvorrichtung der 1a,
3b einen teilweisen Längsschnitt und eine teilweise
Seitenansicht der Abtriebsvorrichtung der 1b,
4 einen Horizontalschnitt durch die Antriebsvorrichtung
gemäß der Linie IV-IV in 1,
5a eine Draufsicht auf einen in der Abtriebseinheit
verwendeten Zahnring,
5b eine Seitenansicht des Zahnrings der 5a,
5c eine perspektivische Ansicht des Zahnrings der
5a,
6a einen teilweisen Längsschnitt und eine teilweise
Seitenansicht einer zweiten Ausführung einer Antriebsvorrichtung mit integrierter
Überlastsicherung ausgebildeten und aus einer Antriebseinheit und einer Abtriebseinheit
bestehend, gemäß der Erfindung,
6b eine um einen Winkel von 90° gedrehte Ansicht
der 6a,
7a eine Seitenansicht einer dritten Ausführung
einer Antriebsvorrichtung mit integrierter Überlastsicherung ausgebildeten
und aus einer Antriebseinheit und einer Abtriebseinheit bestehend, gemäß
der Erfindung,
7b einen Längsschnitt durch die Antriebsvorrichtung
der 7a gemäß der Linie VIII-VIII in
7c
7c einen Horizontalschnitt durch die Antriebsvorrichtung
gemäß der Linie VII-VII in 7a,
8a eine Seitenansicht der Abtriebseinheit der Antriebsvorrichtung
der 7a,
8b einen Längsschnitt durch die Abtriebseinheit
der 8a,
8c einen Horizontalschnitt durch die Abtriebseinheit
gemäß der Linie IX-IX in 8a,
8d eine perspektivische Ansicht der Abtriebseinheit
der 8a,
9a eine Seitenansicht einer vierten Ausführung
einer Abtriebseinheit,
9b einen um einen Winkel von 90° gedrehten Längsschnitt
durch die Abtriebseinheit der 9a,
9c einen Horizontalschnitt durch die Abtriebseinheit
gemäß der Linie XI-XI in 9a,
9d eine Ansicht der Abtriebseinheit der 9a
von unten,
10 eine Seitenansicht einer weiteren Ausführung
einer Antriebsvorrichtung mit integrierter Überlastsicherung gemäß
der Erfindung,
11a eine Ansicht der in 10
verwendeten Abtriebseinheit von unten,
11b eine Seitenansicht der Abtriebseinheit der
11a,
12a eine Ansicht der in 10 verwendeten,
oberen Rastplatte von unten und
12b eine Seitenansicht der Rastplatte der 12a.
In den Figuren sind verschieden ausgebildete Antriebsvorrichtungen
dargestellt, die beispielsweise bei einem Kurbelantrieb für Markisen angewendet
werden können. Auf die Wirkungsweise eines mit dem Markisenantrieb verbundenen
Markisengetriebes wird hier nicht näher eingegangen, da diese hinlänglich
bekannt ist. Hier wird vielmehr die Bauart und besondere Wirkungsweise der Antriebsvorrichtung
mit integrierter Überlastsicherung und deren Funktionsweise erläutert.
Die Antriebsvorrichtung besteht dabei grundsätzlich aus einer Antriebseinheit
und einer in dieser befestigten Abtriebseinheit mit einer Abtriebsachse, die drehbar
mit der Antriebseinheit gekuppelt werden kann. Die Abtriebseinheit kann dabei in
der Antriebseinheit auf verschiedene Arten positioniert bzw. befestigt werden.
In den Figuren ist eine erste Ausführung einer solchen Antriebsvorrichtung
gezeigt. Beispielsweise liegt in den 1, 1b
eine Antriebseinheit 1 in Form eines langgestreckten Rings vor, der am
Kopfende mit einer Aufnahme für eine Abtriebseinheit 2A versehen ist.
Die Achse der Abtriebseinheit 2A ist gegenüber der Antriebseinheit
1 in einer vorbestimmten Richtung drehbar gelagert.
Aus den 2a–2c
geht eine erste Ausführung der bei der Antriebsvorrichtung der 1a,
1b verwendeten Abtriebseinheit 2A hervor.
Die Abtriebseinheit 2A umfasst einen Zahnring 6A mit einer Innenverzahnung
und eine am unteren Rand des Zahnrings 6A befestigte Lochscheibe
5 mit einer zentralen Bohrung auf. Auf der Außenseite des Zahnrings
6A sind Längsrippen 10 angeordnet. Die Abtriebseinheit
2A wird in der Antriebseinheit 1 befestigt, vorzugsweise mit dem
Kunststoffmaterial dieser Antriebseinheit umspritzt. Die Längsrippen
10 sorgen dabei für eine entsprechende Verdrehsicherung des Zahnrings
6A. Im Zahnring 6A und in der Lochscheibe 5 ist eine
im Schnitt H-förmige Aufnahme 7A mit einer Querbohrung gelagert. Dazu
ist der Zahnring 6A oben mit einem Absatz versehen, in den ein Bund der
Aufnahme 7A eingreift, und die Aufnahme 7 ist am unteren Ende
mit einem Lagerzapfen versehen, der in die Zentralbohrung der Lochscheibe
5 eingreift. Die Aufnahme 7A hat am oberen Ende eine Hohlachse,
die eine durchgehende Querbohrung 11 zur Aufnahme eines Stifts aufweist,
der eine nicht dargestellte, in die Hohlachse eingeführte Stange des Markisengetriebes
hält.
In der Querbohrung der Aufnahme 7A ist die Überlastsicherung
aufgenommen, die hier aus zwei gegenüberliegenden, in die Verzahnung eingreifenden
Sperrbolzen 3 und einem zwischen diesen angeordneten Federelement
4A besteht. Dieses Federelement drückt die Sperrbolzen 3
mit einer bestimmten Kraft gegen die Innenverzahnung des Zahnrings 6A.
Wird diese Kraft im Betrieb der Antriebsvorrichtung überschritten, rastet der
Zahnring 6A um eine Zahnteilung weiter. Durch diese Drehmomentbegrenzung
wird die Überlastsicherung verwirklicht.
Aus den 3a, 3b
ist zu erkennen, wie die Abtriebseinheit 2A in die Antriebseinheit
1 eingesetzt ist. Dabei umgreift die Antriebseinheit 1 den Bund
der Abtriebseinheit 2A mittels eines Ringrands 12, so dass die
Abtriebseinheit 2A in der Antriebseinheit 1 axial gesichert ist.
4 zeigt noch einmal genauer den Eingriff der Sperrbolzen
3 in die Innenverzahnung des Zahnrings 6A.
Die 5a–5c
zeigen den Zahnring 6A noch einmal für sich. Es ist zu erkennen, dass
jeder Zahn eine lange Zahnflanke 13, die an die Stirnflanke der Sperrbolzen
3 angepasst ist, und eine kurze Zahnflanke 14 aufweist, hinter
die der Sperrbolzen 3 eingreift. Beim betriebsmäßigen Antrieb
der Antriebseinheit 1 bewegt sich der Zahnring 6A der
5a rechts herum.
In den 6a, 6b
ist eine unterschiedliche Befestigungsart der Abtriebseinheit 2B in der
Antriebseinheit 1 gezeigt. Der unterschiedliche Zahnring 6B weist
auf seiner Außenseite keine Rippen wie in 2a auf.
Die Verdrehsicherung wird hier dadurch erreicht, dass der Zahnring 6B nach
unten verlängert ist, dass diese Verlängerung und die Antriebseinheit
1 mit einer durchgehenden Querbohrung versehen sind und dass in diese Querbohrung
ein Befestigungsmittel 8A, beispielsweise ein Stift, eingeführt ist.
Die Abtriebseinheit 2B wird auch mittels einer auf die Antriebseinheit
1 aufrastbaren Abdeckkappe 9 in dieser gehalten. Bei einer derartigen
Ausführung kann die Abtriebseinheit 2B leicht ausgetauscht werden.
In den 7a–7c
ist eine gegenüber den vorhergehenden Ausführungen unterschiedliche Überlastsicherung
gezeigt, wobei eine Abtriebseinheit 2C verwendet ist. Anstelle der Sperrbolzen
sind hier zwei platten- und kreissegmentförmige Federelemente 4B mit
jeweils einem Federarm 15 mit der Aufnahme 7C mittels Befestigungsmitteln
8B verbunden. Die Federelemente 4B stützen sich an der Aufnahme
7C ab. Die Federarme 15 liegen an der Innenverzahnung des Zahnrings
6B an. Das Befestigungsmittel 8A zur Befestigung der Abtriebseinheit
2C in der Querbohrung der Antriebseinheit 1 ist hier ein Stift.
In den 8a–8d
ist die Abtriebseinheit 2C noch einmal für sich gezeigt.
In den 9a–9d
ist eine weitere Ausführung der Überlastsicherung gezeigt, die der in
den 7c und 8c dargestellten
ähnelt. Anstelle der beiden getrennten Federelemente 4B ist hier ein
einziges Federelement 4C mit zwei gegenüberliegenden Federarmen
15 verwendet. Das Federelement 4C weist eine formschlüssige
Ausnehmung auf und ist auf einen Abschnitt der Aufnahme 7D aufgeschoben.
Die Aufnahme 7D wird mittels der Lochscheibe 5 und einer Federscheibe
8C gegen eine axiale Verschiebung gesichert. Die Axialsicherung kann auch
durch Verformung oder Verwendung anderer Befestigungsmittel erreicht werden. Beim
betriebsmäßigen Antrieb der Antriebseinheit 1 bewegt sich der
Zahnring 6B der 5a links herum.
In den 10–12
ist eine weitere Ausführung einer Antriebsvorrichtung gemäß der Erfindung
mit einer weiteren Ausführung der Überlastsicherung gezeigt, die in axialer
Richtung ausgelöst wird.
Eine Abtriebseinheit 2E wird durch ein Befestigungsmittel
8D in axialer Richtung gesichert. Ein Federelement 4D in Form
einer Schraubenfeder drückt zwei Rastplatten 16 gegeneinander. Eine
Aufnahme 7E besitzt ein Mitnahmeprofil 17 (11),
das die Drehbewegung überträgt. Ein Eingriffsglied 18 (12)
besitzt an einer Seite eine Sperrgeometrie und an der anderen Seite eine Winkelgeometrie.
Übersteigt die eingeleitete Kraft die Federkraft in Richtung der Winkelgeometrie,
bewegt sich die oben liegende Rastplatte 16 am Mitnahmeprofil
17 der Aufnahme 7E entlang nach oben, und diese Rastplatte rastet
um eine Teilung weiter. In der Richtung der Sperrgeometrie erfolgt keine Funktion
der Rastplatten 16. Die Kraft wird durchgeleitet.
Gegenüber den vorhergehenden Ausführungen bestehen die wesentlichen
Unterschiede darin, dass auf die in radialer Richtung arbeitenden Federarme verzichtet
wird und die Rastplatten in axialer Richtung arbeiten. Die Vorteile dieser Ausführung
bestehen darin, dass weniger Bauteile erforderlich sind, eine bessere Definition
des Auslösedrehmoments ermöglicht, eine kostengünstigere Lösung
erzielt und die Montage vereinfacht wird.
- 1
- Antriebseinheit
- 2A
- Abtriebseinheit A
- 2B
- Abtriebseinheit B
- 2C
- Abtriebseinheit C
- 2D
- Abtriebseinheit D
- 2E
- Abtriebseinheit E
- 3
- Sperrbolzen
- 4A
- Federelement A
- 4B
- Federelement B
- 4C
- Federelement C
- 4D
- Federelement D
- 5
- Lochscheibe
- 6A
- Zahnring A (mit Innenverzahnung)
- 6B
- Zahnring B (mit Innenverzahnung)
- 7A
- Aufnahme A
- 7B
- Aufnahme B
- 7C
- Aufnahme C
- 7D
- Aufnahme D
- 7E
- Aufnahme E
- 8A
- Befestigungsmittel A
- 8B
- Befestigungsmittel B
- 8C
- Befestigungsmittel C
- 8D
- Befestigungsmittel D
- 9
- Abdeckkappe
- 10
- Rippe
- 11
- Bohrung
- 12
- Ringrand
- 13
- Lange Zahnflanke
- 14
- Kurze Zahnflanke
- 15
- Federarm
- 16
- Rastplatten
- 17
- Mitnahmeprofil
- 18
- Eingriffsglied