Die vorliegende Erfindung betrifft reflektierende Oberflächen
für elektromagnetische Wellen, wie Reflektoren für eine Antenne, elektromagnetische
Abschirmungen, Wellenleiter, etc. ... sowie ein Verfahren zur Herstellung dieser
Oberflächen.
Es sind bereits reflektierende Oberflächen für elektromagnetische
Wellen bekannt – nachfolgend Reflektionsflächen genannt-, die zum Beispiel
durch Tiefziehen in Form gebrachte Metallbleche hergestellt werden, die ihnen eine
selbsttragende Struktur verleihen. Jedoch weisen solche Oberflächen eine große
Masse auf, derart, dass ihre Abmessungen ganz allgemein begrenzt sind. Ferner können
sie aufgrund ihrer Masse nicht an Bord von Raumflugkörpern montiert werden.
Auch um diese Nachteile hinsichtlich der Masse und der begrenzten
Abmessung zu beseitigen, wurde bereits vorgeschlagen, Reflektionsflächen durch
Metallisieren von Trägern aus einem Verbundmaterial aus Kohlenstofffasern/Matrix
aus polymerisiertem Kunstharz durch irgendein bekanntes Verfahren (Projektion, Galvanoplastik,
Vakuumabscheidung, leitfähige Farbe, etc. ...) durchzuführen. Man kann
so Reflektionsflächen von akzeptabler Masse und gewünschten Abmessungen
erhalten. Dennoch haben diese Reflektionsflächen Nachteile. Zu aller erst stellt
man fest, dass die geradlinigen Abschnitte der Kohlenstofffasern dieser Träger
eine unerwünschte parasitäre Polarisation in die durch die Oberflächen
reflektierte elektromagnetische Strahlung einführen. Dies passiert aufgrund
dessen, dass die Kohlenstofffasern, welche zum Teil die einfallende elektromagnetische
Strahlung reflektieren, sowie das polymerisierte Kunstharz der Matrix, das zwischen
den Fasern angeordnet ist, für die Strahlung relativ durchlässig sind.
Ferner können sich zwischen den gegenüber liegenden Enden
gebrochener Kohlenstofffasern – diese Fasern sind leitend – lokale
parasitäre elektrische Entladungen ergeben, was Störungen in der reflektierten
Strahlung erzeugt.
Schließlich weist die Metallisierung der Verbundträger ganz
allgemein einen derart glatten Oberflächenzustand auf, dass die durch einen
solchen Reflektor erhaltene Wärmestrahlung auf den Brennpunkt desselben konzentriert
ist. Wenn sich zudem die Quelle des Reflektors im Brennpunkt befindet, ist es notwendig,
diese Quelle thermisch zu schützen, zum Beispiel indem die aktive Oberfläche
des Reflektors mit einer Streufarbe überzogen wird.
Die vorliegende Erfindung hat zur Aufgabe, die Nachteile von Reflektionsflächen
an Verbundträgern zu beseitigen und dennoch zu ermöglichen, Reflektionsflächen
vergleichbarer Leichtigkeit zu erhalten.
Zu diesem Zweck ist gemäß der Erfindung die steife Reflektionsfläche
für elektromagnetische Wellen, insbesondere für einen Antennenreflektor,
eine elektromagnetische Abschirmung und Wellenleiter, dadurch gekennzeichnet, dass
sie aus einem Geflecht von elektrischen Leiterdrähten gebildet ist, die oberflächlich
aus einer diffusionsbeständigen Metalllegierung gebildet ist, was die Verbindung
der Drähte untereinander und die Steifigkeit der Oberfläche gewährleistet.
So werden mit der vorliegenden Erfindung die Kohlenstofffasern und
ihre Nachteile (parasitäre Polarisation und Entladungen an Bruchstellen) weggelassen.
Im Übrigen kreuzen sich dann in dem Geflecht die Leiterdrähte unter Bildung
von Mikrofacetten, wobei die Oberfläche, wenn sie in Form eines Antennenreflektors
vorliegt, die Wärmeenergie nicht mehr auf einen einzigen Brennpunkt fokussiert;
im Gegensatz dazu geht die Wärmeenergie durch einen Brennflecken. Daher wird
die Quelle einem schwächeren Wärmefluss ausgesetzt und kann der Wärmeschutz
für die Quelle und den Reflektor weniger komplex sein. Es ist nicht mehr notwendig,
die aktive Oberfläche des Reflektors mit Streufarbe zu überziehen, was
die durch diese erzeugten Verzerrungen beseitigt.
Um eine steife Reflektionsfläche gemäß der vorliegenden
Erfindung zu erhalten, kann:
- – ein weiches Gewebe aus elektrisch leitenden Fasern hergestellt werden,
deren Oberfläche metallisch und einem Metallzusatz versehen ist, wobei der
Metallzusatz einen niedrigeren Schmelzpunkt als das Oberflächenmetall der Fasern
hat und der Metallzusatz und das Oberflächenmetall so ausgebildet sind, dass
sie wechselseitig ineinander diffundieren, wenn sie auf eine Temperatur von wenigstens
gleich dem Schmelzpunkt des Metallzusatzes gebracht werden, um eine diffusionsbeständige
Metalllegierung zu bilden, deren Schmelztemperatur höher als der Schmelzpunkt
des Metallzusatzes ist und in Richtung des Schmelzpunktes des Metallzusatzes mit
der Intensität der Diffusion zunimmt;
- – das weiche Geflecht in die gewünschte Form für die steife
Reflektionsfläche für elektromagnetische Wellen geformt wird; und
- – die Temperatur des weichen, so geformten Geflechts über den Schmelzpunkt
des Metallzusatzes hinaus erhöht wird, um die Bildung der Metalllegierung aus
der Diffusion zu erhalten, was die Verbindung der Fäden untereinander und die
Versteifung des Geflechts nach sich zieht, das dann die steife Oberfläche bildet.
Dieses weiche Geflecht kann in unterschiedlicher
Weise hergestellt werden, zum Beispiel durch Strickwerk, Gespinstumflechtung, Flechtwerk,
Wattierung, Gewebebildung oder auch durch die Durchführung von Herstellungsverfahren
für Vliesprodukte. Jedoch werden Geflechte in Form von Strickwerk besonders
vorteilhaft beschichtet, insbesondere was die Diffusion des von der Reflektionsfläche
erhaltenen Wärmeflusses betrifft.
Die elektrisch leitenden Fasern können aus einem Metallkern bestehen,
der von dem Metallzusatz überzogen ist. In diesem Fall ist somit das Oberflächenmetall
dasjenige des Kerns. In einer Variante können indessen die elektrisch leitenden
Fasern aus einer Mehrzahl von koaxialen Schichten gebildet werden, von denen wenigstens
einige aus einem gegenüber dem Oberflächenmetall unterschiedlichen Material
– elektrisch leitend oder möglicherweise isolierend – hergestellt
sind.
Aus den Metallen, die für die Verwirklichung der elektrisch leitenden
Fasern verwendet werden, können die Metalle genannt werden, die gute elektrische
Leiter sind, wie Gold, Silber, Kupfer, etc. ..., oder auch Legierungen mit geringem
Wärmeausdehnungskoeffizienten, wie bestimmte Eisen/Nickel-Verbindungen oder
auch andere Metalle oder Metalllegierungen.
Die Zusatzmetalle werden aus den Metallen oder Legierungen mit niedrigem
Schmelzpunkt ausgewählt, wie Zinn oder Indium, die geeignet sind, eine diffusionsbeständige
Legierung mit dem Oberflächenmetall zu bilden.
Ausgezeichnete Ergebnisse wurden mit der Auswahl von Kupfer als Oberflächenmetall
und Indium als Metallzusatz erhalten.
Der Querschnitt der elektrisch leitenden Fasern kann rund sein, mit
einem Durchmesser vorzugsweise zwischen und 20 &mgr;m, oder auch abgeflacht, mit
einer Dicke zwischen vorzugsweise 6 und 20 &mgr;m und einer Breite von vorzugsweise
zwischen 0,2 und 1,5 mm. In diesen Fällen kann die Dicke des Überzugs
des Metallzusatzes zwischen 10 Å und 1 &mgr;m betragen.
Vorzugsweise wird vorgesehen, um der Oberfläche eine gewünschte
Dicke zu verleihen, einen gleichmäßigen Druck auf das geformte weiche
Geflecht während der Erhöhung der Temperatur auszuüben.
Die Oberfläche gemäß der vorliegenden Erfindung kann
gleichförmig ohne Löcher sein. In diesem Fall wird ein kompaktes Geflecht
vorgesehen und ermöglicht die Beaufschlagung des gleichförmigen Drucks,
mögliche Öffnungen des Geflechts zu verschließen. Als Variante kann
die Oberfläche Löcher aufweisen, die im Augenblick der Herstellung des
Geflechts vorgesehen sind.
In einer bevorzugten Ausführungsform wird die durch das versteifte
Geflecht erhaltende Oberfläche durch eine zwischen einer der Flächen des
Geflechts eingefügte und mit diesem verbundene Verstärkung verstärkt
werden. So bildet also das verstärkte Geflecht nur den aktiven Reflektionsbereich
der Oberfläche. Eine solche Verstärkung kann eine Verbundstruktur aus
Fasern und polymerisierter Matrix aufweisen. Es ist daher von Vorteil, dass die
Verbindung der Oberfläche und der Verstärkung durch Verklebung mit Hilfe
des Kunstharzes der Matrix erhalten wird, wobei die Verstärkung auf der Oberfläche
ausgebildet wird. Zu diesem Zweck sollte klar sein, dass die Polymerisierungstemperatur
des Kunstharzes unterhalb der Schmelztemperatur der diffusionsbeständigen Metalllegierung
sein sollte.
Man sieht also, dass Dank der Erfindung eine reflektierende Oberfläche
für elektromagnetische Wellen durch Lötung mittels Diffusion der elektrisch
leitenden Fasern des Geflechts erhalten wird.
Mit der Durchführung der vorliegenden Erfindung werden unter
Anderem Antennenreflektoren erhalten, die bei Frequenzen zwischen 18 GHz und mehr
als 45 GHz arbeiten können.
Die Figuren der beigefügten Zeichnung werden verständlich
machen, wie die Erfindung ausgeführt werden kann. In diesem Figuren bezeichnen
identische Bezugszeichen ähnliche Elemente.
Die 1 zeigt in Draufsicht ein Beispiel
eines Geflechts aus elektrisch leitenden Fasern, das bei der Durchführung der
vorliegenden Erfindung verwendet wird.
Die 2 zeigt auch in Draufsicht eine Variante
des Geflechts aus 1.
Die 3 und 4
zeigen Schnitte jeweils entlang Linien III-III und IV-IV der 1
und 2.
Die 5 und 6
zeigen im Schnitt Ausführungsvarianten von Leiterfäden, die verwendet
werden, um ein Geflecht der 1 und 2
zu bilden.
Die 7A bis 7F
zeigen unterschiedliche Phasen des Herstellungsverfahrens für einen Antennenreflektor
gemäß der vorliegenden Erfindung.
In 1 ist ein Geflecht 1 aus
miteinander verflochtenen, elektrisch leitenden Fäden 2 und
3 dargestellt. In 1 ist das Geflecht
1 mit dem Zweck der Vereinfachung der Zeichnung in Form eines
Gewebes aus Kettfäden 2 und Schussfäden 3 dargestellt,
obwohl das Geflecht 1 in vorteilhafter Weise aus Gewebemaschen gebildet
sein könnte.
Es sei angemerkt, dass in dem Geflecht 1 aus 1
die elektrisch leitenden Fäden 2 und 3 untereinander Lücken
4 bilden.
Wie aus den 3 und 4
ersichtlich ist, umfasst jeder Faden 2 und 3 einen Kern
5, zum Beispiel aus Kupfer, der oberflächlich mit einem Überzug
6 aus einem Metall mit niedrigem Schmelzpunkt überzogen ist, wie beispielsweise
Indium. Der Durchmesser d der Fäden 2 und 3 kann vorzugsweise
zwischen 26 &mgr;m liegen, während die Dicke e des Überzugs
6 zwischen 10 Å und 1 &mgr;m betragen kann.
In der Ausführungsform aus 2 ist
das Geflecht 7 ähnlich dem Geflecht 1 in 1,
mit dem Unterschied, dass die leitenden Schuss- und Kettfäden 2 und
3 enger gewebt sind, um so die Lücken 4 praktisch zu beseitigen.
Es ist bekannt, dass, wenn sie auf eine Temperatur wenigstens gleich
dem Schmelzpunkt von Indium erhitzt werden, das Indium und das Kupfer ineinander
diffundieren, um eine diffusionsbeständige Legierung zu bilden, deren Schmelzpunkt
zwischen demjenigen von Indium und demjenigen von Kupfer liegt und um so höher
als die Temperatur ist, der Kupfer und Indium ausgesetzt werden.
Es daher leicht zu verstehen, dass, wenn die Geflechte 1
und 7 einer Temperaturerhöhung ausgesetzt werden, und zwar über
den Schmelzpunkt von Indium hinaus, wobei ein gleichförmiger Druck ausgeübt
wird, die in Kontakt untereinander stehenden Leiterfäden 2 und
3 Gegenstand der oberflächlichen Bildung einer diffusionsbeständigen
Indium/Kupfer-Legierung werden.
Die 3 zeigt den Kontakt der Fäden
2 und 3 an ihrem ihrer Kreuzungspunkte, wohingegen 4
den parallelen Kontakt von zwei Fäden 2 und 3 zeigt.
Nach der Bildung dieser stabilen Legierung sind die Fäden
2 und 3 des Geflechts 1 und 7 fest miteinander
verbunden, was die Geflechte versteift.
Natürlich wird die Versteifung die endgültige Form der Geflechte
fixieren, wenn die Geflechte 1 und 7 während der Temperaturerhöhung
zu Formen gestaltet werden, die für versteifte Geflechte gewünscht sind.
In den 3 und 4
wurde angenommen, dass die Fäden 2 und 3 einen runden Querschnitt
aufweisen. Wie als Variante in 5 zu sehen ist, könnten
die Fäden einen länglichen Querschnitt aufweisen. In diesem Fall kann
die Dicke I des Querschnitts zwischen 26 &mgr;m liegen und kann die Breite L zwischen
0,2 und 1,5 mm liegen, wobei die Dicke I die gleich wie vorher ist. Im Übrigen
könnten die Fäden 2 und 3, anstatt nur einen Kern
5 und einen Oberflächenüberzug 6 zu umfassen, auch eine
Struktur aus mehreren übereinander liegenden Schichten aufweisen. In
6 ist eine Ausführungsvariante der Fäden
2 und 3 dargestellt, in welcher eine Mittelschicht 8
zwischen dem Kern 5 und dem Oberflächenüberzug 6 angeordnet
ist. In diesem Fall kann die Schicht 8 aus einem Metall sein, das so ausgebildet
ist, dass es eine diffusionsbeständige Legierung mit dem Überzug
6 bildet.
In den 7A bis 7F
ist eine Pressform 10 entsprechend der konvexen Gestalt eines Antennenreflektors
dargestellt. Um den Antennenreflektor zu erhalten, werden die folgenden Vorgänge
durchgeführt:
- – es wird auf die Pressform 10 ein Geflecht 1,
7 aus elektrisch leitenden Fäden 2 und 3 aufgebracht,
indem das Geflecht eingespannt wird (7A);
- – dann wird das so auf die Pressform 10 aufgebrachte Geflecht
1, 7 umfänglich durch ein gewünschtes Mittel
11 fixiert, zum Beispiel eine Dichtungsschnur (siehe 7B);
- – auf dem so auf der Pressform 10 fixierten Geflecht
1, 7 wird eine Mattierungshaut aufgebracht – vorher auf
der Pressform 10 hergestellt-, die durch ein geeignetes Mittel
13 fixiert wird, zum Beispiel auch durch eine Dichtungsschnur (7B
und 7C);
- – die Gesamtheit aus Pressform 10, Geflecht 1,
7 und Mattierungshaut 10 wird dann in einen Autoklaven
14 eingeführt, in welchem die Gesamtheit einer Temperaturerhöhung
ausgesetzt wird, und zwar über den Schmelzpunkt von Indium hinaus, wobei sie
mit einem gleichförmigen Druck P1 beaufschlagt wird, zum Beispiel mit Hilfe
eines Vakuum-Balgs (nicht dargestellt), der auf die Mattierungshaut 12
einwirkt;
- – unter diesen Bedingungen bildet sich in der oben beschriebenen Weise
oberflächlich eine Metalllegierung durch Kupfer/Indium-Diffusion an der Oberfläche
der elektrisch leitenden Fäden 2 und 3, derart, dass sich
das Geflecht 1, 7 in der Form der Pressform 10 versteift;
- – nach einer Abhebung (7D) ist es dann möglich,
auf der konvexen Fläche des Geflechts 1, 7 eine Verstärkung
15 aus einem Faser/Polymermatrix-Verbundmaterial überzuziehen (siehe
7E);
- – nach dem Überzug der Verbundverstärkung 15, wird
diese in einem Autoklaven 16 mit Aufbringung eines Drucks P2 polymerisiert;
- – während der Polymerisierung der Verstärkung 15 verbindet
das Kunstharz das Geflecht 1, 7 mit der Verstärkung
15 und es wird auf diese Weise eine reflektierende Oberfläche
für elektromagnetische Wellen erhalten, die aus dem Geflecht 1,
7 und seiner rückseitigen Verstärkung 15 gebildet wird.
Die Temperaturerhöhung in dem Trockenofen, der eine Verlötung
mittels Diffusion des Geflechts 1, 7 durchführt, kann 0,1°C
pro Minute betragen, ausgehend von der Umgebungstemperatur, bis die gewünschte
Temperatur für die Diffusion erreicht ist, die mit der Temperatur der abschließenden
Polymerisierung des Kunstharzes der Verstärkung 15 kompatibel ist.
Das Geflecht 1, 7 wird während einer Zeitspanne
auf dieser gewünschten Diffusionstemperatur gehalten, die an die Diffusions-Verlötung
angepasst ist, wonach die Abkühlung auf natürlichem Wege erfolgen kann.