Die vorliegende Erfindung betrifft die nicht-therapeutische Verwendung
von Carnitin zur Verbesserung oder Erzielung von trainingsinduzierter Bradykardie
bei einem Säugetier, vorzugsweise einem Pferd oder einem Menschen.
Bei verschiedenen Säugetierarten, insbesondere beim Menschen,
führt körperliche Betätigung, die der Erhöhung der Körpertauglichkeit
dienen soll, zu einer verbesserten Herzleistung. Längerdauernde körperliche
Betätigung führt zu einem Ansteigen der Herzgröße und zur Vergrößerung
des Herzschlagvolumens. Aufgrund dieser Anpassungen kontrahiert das trainierte und
gestärkte Herz bei derselben Arbeitsbelastung weniger häufig, obwohl es
dieselbe Menge Arterienblut, das zu den Geweben transportiert wird, ausstößt
wie vor dem Trainingsbeginn. Das Herzminutenvolumen (MV), das das Produkt aus Herzschlagvolumen
(SV) und Herzfrequenz (HF) ist, ist üblicherweise bei einer gleich bleibenden
Ausmaß an körperlicher Betätigung vor und nach einer Trainingsperiode
unverändert. Während den Ruhepausen und bei fehlender körperlicher
Beanspruchung ist die HF nach einem Zeitraum körperlicher Betätigung deutlich
erniedrigt, während das SV gleichzeitig erhöht ist, wodurch das MV im
Wesentlichen gleich bleibt: SV × HF = MV. Die Erniedrigung der HF während
einer Ruhepause und während körperlicher Betätigung wird als trainingsinduzierte
Bradykardie bezeichnet. Sie wird durch eine Vergrößerung des Herzens beim
Training verursacht, wobei diese Vergrößerung auf einem Ansteigen des
Volumens der einzelnen Herzmuskelfasern beruht. Gleichzeitig werden das Füllvolumen
des Herzens und das Herzschlagvolumen erhöht (Scheuer, J. et al., Cardiovascular
adaptations to physical training. Ann. Rev. Physiol. 1977, 39: 221).
Die trainingsinduzierte Bradykardie wird von einer erhöhten Widerstandskraft
gegen Ermüdung und besserer Leistungsfähigkeit des Herzens bei maximaler
körperlicher Anstrengung im Vergleich zum untrainierten Herzen begleitet. Dieses
Phänomen ist seit den frühen dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts
bekannt und wurde seitdem in zahlreichen Studien bestätigt. Das Herz von trainierten
Individuen wird auch bei stufenweiser mäßiger körperlicher Anstrengung
langsamer schlagen als das Herz eines untrainierten Individuums (Schaible, T. et
al., Effects of physical training by running or swimming on ventricular performance
of rat hearts, J. Appl. Physiol. 1979, 46: 854; Pechar, G. et al., Specificity of
cardiorespiratory adaptation to bicycle and treadmill training, J. Appl. Physiol.
1974, 36: 753). Die herzfrequenzreduzierende Wirkung wurde für Menschen und
Tiere nachgewiesen und ist während der ersten zwei bis drei Trainingswochen
am stärksten ausgeprägt. Danach wird nur eine mäßige weitere
Reduktion erreicht, die nach drei bis vier Monaten kontinuierlichem Training beinahe
zum Stillstand kommt. Zu diesem Zeitpunkt kann die trainingsinduzierte Bradykardie
als maximal betrachtet werden (Tipton, C., Training and bradycardia in rats. Am.
J. Physiol. 1965, 209: 1089; Scheuer J. et al., Cardiovascular adaptations to physical
training. Ann. Rev. Physiol. 1977, 39: 221).
Obwohl die trainingsinduzierte Bradykardie beim Menschen am stärksten
ausgeprägt ist, ist sie nicht auf den Menschen beschränkt. Das Phänomen
ist wiederholt beim Hund und bei der Ratte beschrieben worden (Wyatt, H. et al.,
Influences of physical training on the heart of dogs. Circ. Res. 1974, 35: 883;
Tipton, C., Training and bradycardia in rats, Am. J. Physiol. 1965, 209: 1089, Codini,
M. et al., Cardiac responses to moderate training in rats, J. Appl. Physiol. 1977,
42: 262).
Ganz im Gegensatz dazu ist die trainingsinduzierte Bradykardie bis
jetzt beim Pferd praktisch unbekannt gewesen. Obwohl sie bei Rennpferden (Traberpferden)
höchst erwünscht wäre, wurde danach in zahlreichen Forschungsprojekten
vergeblich gesucht (Bayly, W. et al., Am. J. Vet. Res. 1983, 44: 544; Skarda, R.
et al., Am. J. Vet. Res. 1976, 37: 1485; Fregin, G. und Thomas D. P., in: Equine
Exercise Physiology. Hrsg. Snow, D. H. et al., Burlington Press Ltd./Cambridge 1983,
76; Persson, S. G. B. et al., in: Equine Exercise Physiology. Hrsg. Snow, D. H.
et al., Burlington Press Ltd./Cambridge 1983, 458; Rose, R. J. et al., 1983, Vet.
Rec. 113: 612; Miller, P. A: und Lawrence L. M., in: J., Equine Exercise Physiology
II, Hrsg. Gillespie, J. R. und Robinson, N. E., ICEEP Publications, San Diego, 1987,
476). Dies ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass die Pferde sich
evolutionsmäßig optimal für körperliche Leistungsfähigkeit
und Ausdauer beim Laufen entwickelt haben. Im Vergleich zu anderen Tierarten ist
vermutlich der Einfluss des parasympathischen Nervs auf das Pferdeherz höher.
Dieser stärkere Einfluss des autonomen Nervensystems scheint teilweise für
die relativ niedrige Herzfrequenz von Pferden während Ruhepausen und während
mäßig intensiver körperlicher Betätigung verantwortlich zu sein.
Eine verstärkte Kontrolle des Pferdeherzens durch den parasympathischen Nerv
beruht vermutlich auf genetischen Faktoren, die das Organ auf ein relativ hohes
Normalmaß an körperlicher Leistung programmieren.
Bei L-Carnitin handelt es sich um ein Aminosäurederivat, das
für die Fettsäureoxidation und die wirksame Glucoseoxidation essentiell
ist. L-Carnitin ist für den Transport von langkettigen Fettsäuren durch
die Mitochondrienmembran und für den anschließenden Fettabbau
essentiell. Ein Carnitinmangel wurde bei verschiedenen genetisch bestimmten Stoffwechselanomalien
beobachtet, wo er mit dem Entstehen von Kardiomyopathie und von Skelettmuskeldysfunktion
assoziiert ist.
Die WO 98/43617 beschreibt einen Nahrungsmittelzusatz, der L-Carnitin,
Coenzym Q10 und Taurin enthält und der sich für die Korrektur
der Anomalie der Mitochondrienenergetik, wie sie bei Herzinfarkt und gewissen anderen
Erkrankungen auftritt, eignet.
Die EP 0 680 945 A2
beschreibt einen Komplex aus Carnitin und Glycin sowie Zusammensetzungen, die diesen
Komplex und Magnesiumchlorid und/oder L-Arginin enthalten. Abgesehen von ihrer Auswirkung
auf die Förderung der Energieproduktion haben sich diese Zusammensetzungen
auch als wirksam für die Vorbeugung und Behandlung von Ascites beim Huhn und
bei der Verringerung der Mortalitätsrate von Straußküken erwiesen.
Außerdem wurde gefunden, dass diese Zusammensetzungen ihre Immunität gegen
Infektionen verbessern, ihre Herzfunktion verbessern und gegen Hypoglykämie
vorbeugen.
Die EP 0 972 451 A1
beschreibt einen flüssigen Tierfutterzusatzstoff in Form einer Wasser-in-Öl-Emulsion,
die L-Carnitin sowie ein oder mehrere pflanzliche Öle umfasst. Das Flüssigfutter
kann Tieren, die einer Langzeitbelastung ausgesetzt sind, wie Tieren, die an einem
Rennen teilnehmen, verabreicht werden.
Die DE 200 03 795 UI
beschreibt ein festes Formpräparat, das L-Carnitin enthält, zur Verabreichung
an Pferde. Das Präparat wird zur Steigerung der Leistungsfähigkeit des
Pferds, zum Beispiel bei einem Pferderennen, verwendet, wobei es die Stresstoleranz
erhöht und ihre Regenerationsphase verkürzt.
Die DE 297 09 820 U1
beschreibt eine Spezial-Nahrungsmittelsupplementierung, die L-Carnitin, L-Arginin,
L-Glycin und Pyridoxin enthält. Die Supplementierung kann zur Vorbeugung gegen
Herzkrankheiten, zur Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit und
zur Unterstützung der Herztätigkeit verwendet werden. Die Supplementierung
unterstützt auch die Erniedrigung der Herzfrequenz nach anstrengender körperlicher
Leistung.
Ein Ziel der vorliegenden Erfindung besteht darin, eine trainingsinduzierte
Adaptionswirkung des Herzens eines Säugetiers, insbesondere des Pferdeherzens,
zu erzielen oder zu fördern, was zu einer gesteigerten Ausdauer und verbesserter
Leistungsfähigkeit führt. Dieses Ziel wird durch die nicht-therapeutische
Verwendung von Carnitin zur Verbesserung oder Erzielung von trainingsinduzierter
Bradykardie bei einem Säugetier oder einem Menschen erreicht. Das Carnitin
wird dem Säugetier gleichzeitig mit körperlichem Training gegeben. Es
folgen nun bevorzugte Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung, die genauer
anhand der beigelegten Zeichnungen erläutert werden, in denen die Abbildungen
Folgendes bedeuten:
: Auswirkung von körperlicher Betätigung
und Carnitinsupplementierung auf den trainingsinduzierten Lactatkonzentrationsanstieg
im Blut von Pferden.
: trainingsinduziertes Ansteigen der Herzfrequenz (HF) bei Pferden mit und ohne
Carnitinsupplementierung bei Trainingstest.
: Herzfrequenz (HF) von Pferden während körperlicher Betätigung unterschiedlicher
Art sowie unterschiedlicher Intensität.
Mit dem carnitinhaltigen Präparat wird die trainingsinduzierte
Bradykardie bei einem Säugetier verbessert oder erzielt. Das Säugetier
kann ein beliebiges Tier sein, wie zum Beispiel Pferde, Hunde, Katzen, Ratten. Vorzugsweise
handelt es sich bei dem Säugetier um ein Pferd, stärker bevorzugt um ein
Traberpferd oder ein Rennpferd. Das Carnitin kann in racemischer Form oder vorzugsweise
im Wesentlichen in Form von reinem L-Carnitin (Carnitin) oder in Form eines entsprechenden
Alkanoylcarnitins wie z. B. Acetylcarnitin oder Propionylcarnitin oder eines geeigneten,
vorzugsweise nicht hygroskopischen, Salzes von solchen Verbindungen wie z. B. L-Carnitintartrat,
L-Carnitinmagnesiumcitrat, Acetyl-L-Carnitintartrat, Acetyl-L-Carnitinmagnesiumcitrat
oder einer beliebigen Mischung der oben genannten Verbindungen vorliegen. Unter
Bradykardie versteht man erfindungsgemäß eine beliebige Reduktion der
Herzschlagfrequenz, ausgedrückt als Schläge oder Pulse pro Minute, nach
einer körperlichen Trainingsdauer im Vergleich zur Pulsfrequenz des untrainierten
Individuums vor Beginn des Trainings. Sie bezieht sich auf die Ruhepulsfrequenz,
d. h. die Pulsfrequenz des Individuums im Ruhezustand ohne körperliche Beanspruchung,
kann jedoch auch dadurch beobachtet werden, dass man die Herzfrequenz bei körperlicher
Betätigung mit niedriger und mäßiger Intensität verfolgt. Die
trainingsinduzierte Bradykardie kann mit traditionellen Mitteln zur Bestimmung der
Herzfrequenz (HF) gemessen werden. Eine erniedrigte Pulsfrequenz
führt zu einer erhöhten Ausdauer und verbesserten Maximalleistung bei
progressiver Arbeitsbelastung.
Der Begriff "trainingsinduziert" bezieht sich auf einen Zeitraum mit
wiederholter körperlicher Betätigung, die das Individuum durchführt,
wobei dieser Zeitraum durch wiederholte Verabreichung des carnitinhaltigen Präparats
an das Indiviuum während dieses Zeitraums begleitet wird. Vorzugsweise handelt
es sich bei dem Training um ein Ausdauertraining, das der Verbesserung der körperlichen
Fitness dient, wie jede Art des Laufens von bzw. Rennen über längere Strecken.
Es ist gut bekannt, dass nur während dieser Art der Betätigung der Stoffwechsel
von der ursprünglichen Glycolyse (die durch den Abbau von Glycogen erzielt
wird) auf die Fettsäureoxidation umschaltet. Dieser letztgenannte Vorgang ist
es, wo Carnitin eine wichtige Stoffwechselfunktion ausübt und vermutlich zu
den Veränderungen in der Struktur und Größe des Herzens führt,
die zu Bradykardie führen.
Weiterhin wird bevorzugt, dass die Trainingsdauer insgesamt mindestens
eine bis zwei Wochen andauert, stärker bevorzugt mindestens zwei Wochen; darunter
versteht man, dass die körperliche Betätigung, wie z. B. ein Ausdauertraining,
regelmäßig oder beinahe regelmäßig erfolgt, am stärksten
bevorzugt jeden Tag oder alle zwei Tage im Verlauf dieses Zeitraums. Bei Pferden
wird die trainingsinduzierte Bradykardie, die durch Verabreichung von Carnitin erzielt
wird, quantitativ niedriger als bei anderen Arten sein, da die trainingsinduzierte
Bradykardie beim Pferd bis jetzt praktisch unbekannt war. Der Carnitineffekt ist
daher beim Pferd insofern bemerkenwerter, als die Herzfunktion eines Tiers, das
genetisch auf eine maximale körperliche Leistung optimiert ist, überraschenderweise
durch Carnitinsupplementierung noch weiter verstärkt werden kann. Beim Pferd
wird die stärkste Auswirkung auf das Herz nach vier Trainingswochen beobachtbar.
Vorzugsweise handelt es sich bei den Pferden gemäß der Erfindung, um jüngere,
untrainierte Pferde im Alter von bis zu drei Jahren, stärker bevorzugt bis
zu zwei Jahren; bei diesen Pferden ist der Bradykardie-Effekt gemäß der
vorliegenden Erfindung am stärksten ausgeprägt. Beim Pferd kann die verbesserte
körperliche Leistung, die auf der trainingsinduzierten Bradykardie beruht,
in Form einer Erhöhung des V200-Werts beobachtet werden (Persson, S. G. B.
in: Equine Exercise Physiology, Hrsg. Snow, D. H. et al., Burlington Press Ltd./Cambridge
1983, 441), d. h. der Laufgeschwindigkeit eines Pferds, bei der seine Herzfrequenz
auf 200 Schläge pro Minute ansteigt. Eine carnitinbedingte Bradykardie wird
zu einer Erhöhung des V200-Werts führen, was eine höhere Renngeschwindigkeit
(im Bereich von 600–730 Meter/Minute) im Vergleich zu einer Kontrollgruppe
von Pferden, denen nicht Carnitin beigefüttert wird, bedeutet.
Die Carnitinsupplementierung gemäß der vorliegenden Erfindung
kann dadurch erfolgen, dass man Carnitin zu den üblicherweise verwendeten Futtermischungen
zugibt oder dass man Carnitin zu dem Trinkwasser oder zu pharmazeutisch unbedenklichen
Flüssigpräparaten oder Lösungen zugibt. Die pharmazeutisch unbedenklichen
Flüssigpräparate können injiziert oder infundiert werden, und zwar
entweder intravenös oder subkutan. Die bevorzugte Ausführungsform der
vorliegenden Erfindung ist die orale Aufnahme des carnitinhaltigen Präparats
als Nährstoffergänzung.
Die bevorzugten Dosierungen, die für den Trainingseffekt gemäß
der vorliegenden Erfindung erforderlich sind, liegen im Bereich von 0,01 g bis 30
g Carnitin pro Tag, und zwar für alle Tierarten. Insbesondere bei Rennpferden
können die Dosierungen jedoch bis zu 150 g Carnitin pro Tag oder noch mehr
betragen, ohne dass es zu toxischen Effekten kommt. Vorzugsweise nimmt das Individuum
eine Tagesdosis von 0,001 bis 0,2 g Carnitin pro kg Körpergewicht auf.
In anderen Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung kann
man auch das Futter mit anderen nutzbringenden Substanzen ergänzen, von denen
berichtet wurde, dass sie gemeinsam mit Carnitin die Herzfunktion verbessern, z.
B. Coenzym Q oder insbesondere Coenzym Q10.
Eine trainingsinduzierte Bradykardie, genauer ausgedrückt, eine
Erhöhung der trainingsinduzierten Bradykardie, wurde auch durch Verabreichung
von Carnitin bei Versuchen an Ratten und Schweinen erzielt. Da beide Tiere dem Menschen
stärker ähneln, wird eine Nahrungsergänzung durch Aufnahme von Carnitin
während Trainingsperioden die trainingsinduzierte Bradykardie beim Menschen
verbessern oder erzielen, was zu einer erhöhten Widerstandsfähigkeit gegen
Ermüdung und zu einer verbesserten Leistung bei maximaler Intensität körperlicher
Betätigung führt.
Ein weiteres Ziel der vorliegenden Erfindung besteht in der Verwendung
von Carnitin zur Herstellung eines pharmazeutischen Präparats oder Ernährungspräparats
für die Verbesserung der trainingsinduzierten Bradykardie beim Menschen bei
körperlichem Training, das gleichzeitig mit der Aufnahme dieses Präparats
erfolgt. Die bevorzugte Carnitinmenge für solch ein Präparat liegt im
Bereich von 0,01 g bis 8 g Carnitin, vorzugsweise im Bereich von
0,05 g bis 4 g Carnitin. Die oben beschriebenen Aspekte der Erfindung treffen auch
hier zu.
Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist die Verwendung
von Carnitin zur Stärkung des Pferdeherzens und/oder Verbesserung der Herzleistung.
Gemeinsam mit dem oben Gesagten führt die trainingsinduzierte Bradykardie zu
einer verbesserten V200-Leistung und wird auf Zellebene durch das Wachstum der Herzmuskelfasern
erzielt, wodurch das Volumen dieser Fasern erhöht wird (Scheuer, J. et al.,
ibd.; Ekblom, B. et al., Effect of training on circulatory response, J. Appl. Physiol.
1968,24:518) und daher die Ventrikelvolumina erhöht werden. Die oben beschriebenen
Aspekte der Erfindung treffen auch hier zu.
Beispiel 1Futtermittel für Pferde
Eine Menge von 20 g Carniking® wird mit 1 bis 5 kg
quetschhaferhaltigem Konzentrat ("Reformhafer®" Fa. Höveler.
40764 Langenfeld) vermischt und einem Pferd in zwei oder drei Portionen pro Tag
über Zeiträume von vier Wochen angeboten. Carniking® enthält
50% L-Carnitin, das auf ein Silicat absorbiert wurde, welches als inerte Trägermatrix
dient. Je nach der Größe des Pferdes und seiner täglichen Arbeitsbelastung
können dem Tier 3 bis 7 kg Heu in guter Qualität, 0,1 bis 0,3 kg einer
Mineralstoffmischung, die die wesentlichen Makromineralien und Mikronährstoffe,
darunter Spurenelemente und Vitamine, enthält, als Ration gegeben werden. Dem
Tier kann auch eine Tagesmenge von 0,1 bis 0,3 kg Pflanzenöl, vorzugsweise
Leinsamenöl, angeboten werden, und es kann Lecksalz ad libitum aufnehmen. Wasser
muss immer zur Verfügung stehen.
Beispiel 2Nahrungsmittelsupplementierunq für den Menschen
Eine Hartgelatinekapsel wird mit ungefähr 500 mg einer fein gemahlenen
Pulvermischung gefüllt. Die Pulvermischung wird in einer traditionellen Knetmaschine
hergestellt. Die Zusammensetzung besteht aus folgenden:
Es werden drei Kapseln pro Tag über eine 2–3 Wochen lange
Trainingsperiode aufgenommen, wobei das Training aus dreimal wöchentlich Joggen
über 10 km besteht.
Beispiel 3Auswertung der Wirkung von oraler L-LC (LC)-Supplementierung während
des Lauftrainings
LC wurde als L-Carnitin-Handelsware (Carniking® von
Lonza Ltd.) bezogen. Nach einem ersten standardisierten Lauftest (SLT) wurde während
der gesamten Versuchsperiode (5 Wochen Training, 15 Wochen Erholung) einer Gruppe
von vier Traberpferden 10 g LC pro Tag verabreicht, und zwar wurde dieses gemeinsam
mit Kraftfutter in zwei Rationen pro Tag wie im Wesentlichen in Beispiel 1 beschrieben
verabreicht, während eine Gruppe von vier Traberpferden als Kontrollen ohne
Supplementierung dienten. Alle Pferde waren zwei Jahre alt und stammten von demselben
Hengst ab. Das Laufband-Trainingsprogramm bestand aus acht aerobischen statischen
Laufphasen (15 min Aufwärmen, 60 min Laufen auf einem Intensitätsniveau,
das eine Blutlactatkonzentration von 2,0 mmol/l (VLA 2,0) aufrechterhielt) und acht
anaeroben Laufphasen (15 min Aufwärmen und anschließend 15 Schritte von
stufenweisen Laufintensitäten mit einer Dauer von jeweils einer Minute, beginnend
bei VLA 4,0). Während der dynamischen Laufübungen wurde die Laufgeschwindigkeit
jede Minute um 0,3 m/s gesteigert, sie reichte von ungefähr 5 m/s bis 14 m/s.
Die Pferde führten die aeroben und die anaeroben Laufübungen im Wechsel
mit zweitägigen Abständen durch, wobei dazwischen ein Ruhetag lag. Das
SLT wurde am Ende der 5-wöchigen Trainingsperiode mit sieben Pferden wiederholt
(zweiter Test). zeigt die Auswirkungen des
Trainings und der Carnitin-Supplementierung auf den lauftätigkeitsinduzierten
Anstieg der Blutlactatkonzentration.
Zu Beginn (1. SLT) sowie am Ende des Trainings (2. SLT) sowie am Beginn
und Ende der ersten (Trainingsbeginn) und achten (Trainingsende)
statischen und dynamischen Laufübung sowie nach fünf und zehn Wochen Erholung
wurden Muskelbiopsien des M. gluteus med. und Venenblutproben entnommen. Außerdem
wurden Venenblutproben während der beiden SLTs bei jeder schrittweisen Geschwindigkeitssteigerung
entnommen. Die Herzfrequenzen wurden während der Übungen kontinuierlich
mit einem Herzfrequenztester der Fa. Polar verfolgt.
Die LC-Supplementierung erhöhte die LC-Konzentration im M. glutaeus
med. während 5-wöchiger Supplementierung um ungefähr 50% (von 3,2
bis 4,6 mol/kg TM). Die LC-Konzentration im Muskel blieb während der gesamten
Erholungsperiode auf diesem hohen Niveau. Neben anderen Auswirkungen erhöhte
die LC-Supplementierung signifikant die Plasmaglucosekonzentrationen während
des zweiten SLTs, also am Ende des Trainings (ANOVA, wiederholte Messungen). Die
Pferde mit LC-Supplementierung wiesen im Vergleich mit den Werten aus dem ersten
SLT niedrigere Plasmaglucosekonzentrationen während der Laufübungen auf.
Bei der Pferdegruppe ohne Supplementierung wurden keine solchen Veränderungen
beobachtet. Die durch die Laufübungen induzierte Erhöhung des Blutlactatspiegels
war bei den Pferden mit LC-Supplementierung ebenfalls niedriger, .
Am wesentlichsten ist, dass die Pferdegruppe mit L-Carnitin-Supplementierung
am Ende der Übungstrainingsperiode im Vergleich zum Beginn der Trainingsperiode
eine signifikante (p < 0,001) Reduktion der Herzfrequenz bei ansteigenden Arbeitsbelastungen
(Laufbandgeschwindigkeit von 5 auf 9 m/s erhöht) aufwies (
). Bei der Kontrollpferdegruppe wurde keine solche Verringerung beobachtet. Die
Herzfrequenz nach dem Training hatte bei den Pferden mit Carnitin-Supplementierung
bei äquivalenter Arbeitsbelastung wie zu Beginn des Trainings sogar um 7 Schläge/Minute
abgenommen (
). Bei der Kontrollpferdegruppe bleib die lauftrainingsbedingte Herzfrequenz vor
und nach dem Training im Wesentlichen unverändert. Bei
wäre anzumerken, dass die Herzfrequenz erniedrigende Wirkung bei dynamischen
Laufübungen unter verschiedensten Submaximalbedingungen zu beobachten war.
Der Effekt wird bei Rennpferden den höchsten Nutzen bringen.
Bei Pferden ist die Herzfrequenz bei einer gegebenen Lauftätigkeit
ein nützlicher Indikator für die Auswertung des Ausmaßes der physikalischen
Belastung, der das Tier ausgesetzt ist. Dies geht aus
hervor. Die Herzfrequenz von Pferden mit unterschiedlichen Arten von Lauftätigkeit
(SLT oder anaerobes Training) liegen bei einem gegebenen Intensitätsniveau
alle innerhalb desselben Bereichs.
Die zeigt die Auswirkung von
Training und Carnitin-Supplementierung auf die lauftätigkeitsinduzierte Erhöhung
der Lactatkonzentration im Blut von Pferden. Blutproben vom Trainingsbeginn (grün),
Blutproben vom Trainingsende (rot). Vier Pferde erhielten eine Supplementierung
von 10 g L-Carnitin über einen Zeitraum von fünf Wochen (links). Drei
Kontrollpferde erhielten kein L-Carnitin (rechts).
Die
zeigt die lauftätigkeitsinduzierte Erhöhung der HF während des ersten
und zweiten SLTs von vier Pferden mit L-Carnitin-Supplementierung (links, 1) sowie
von drei Kontrollpferden (rechts, 2) als Mittelwert ± SD. Schraffierte Balken:
nach dem Training. Nicht schraffierte Balken: vor dem Training. Die Mittelwerte
der Herzfrequenzen wurden aus zwölf Einzelmessungen für jede Laufbandgeschwindigkeit
berechnet. y-Achse: (oben) HF (min–1) und (unten) &Dgr;HR (min–1),
x-Achse: Laufbandgeschwindigkeit (m/s). In der unteren Hälfte des Diagramms
ist der Unterschied zwischen den Herzfrequenzen (&Dgr;HF-Mittel ± SD) zwischen
dem ersten und dem zweiten SLT in Form von Balken angegeben. Signifikante Unterschiede
(p-Werte) von äquivalenten Arbeitsbelastungen zwischen der Supplementierungsgruppe
und der Kontrollgruppe sind im unteren Abschnitt des Diagramms dargestellt.
Die
zeigt die HF von Pferden während unterschiedlicher Arten (SLT oder anaerobes
Training) und unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade (Laufbandgeschwindigkeit) von
körperlicher Tätigkeit. Vier Tiere (links) erhielten fünf Wochen
lang 10 g L-Carnitin pro Tag als Supplementierung, während drei Kontrollpferde
(rechts) kein L-Carnitin erhielten. Die Herzfrequenzen wurden gegen den Intensitätsgrad
der Lauftätigkeit (Laufbandgeschwindigkeit) zu Beginn der Trainingsperiode
(obere Hälfte) sowie am Ende der Trainingsperiode (untere Hälfte) aufgetragen.
Es sind die arithmetischen Mittelwerte mit den Standardabweichungen (SD) und dem
95%-Confidenceintervall des Mittelwerts angegeben. Die Herzfrequenzen, die bei den
Pferden bei einem bestimmten Intensitätsgrad der Lauftätigkeit auftreten,
sind ein reproduzierbarer Indikator für die körperliche Belastung, der
das Tier ausgesetzt ist.
Die Tabelle 1 zeigt die Herzfrequenzen vor und nach dem Training (HF-Schläge/Minute)
– oben: bei aerober mittelschwerer Lauftätigkeit sowie – unten:
zu Beginn sowie zu Ende von schrittweise gesteigerten anaeroben Lauftätigkeitsübungen
bei Pferden mit L-Carnitin-Supplementierung (N = 4) sowie bei Kontrolltieren (N
= 3). Die Lauftätigkeit mit aerober Intensität beinhaltete eine Aufwärmperiode
von 15 Minuten und anschließend 60 Minuten Traben auf einem Laufband bei einer
konstanten Blutlactatkonzentration von 2,0 mmol/l (VLA 2,0). Die hochintensive anaerobe
Lauftätigkeit beinhaltete eine Aufwärmperiode von 15 Minuten und anschließend
15 Minuten stufenweise Lauftätigkeitsintensitäten (schrittweise angehoben
um 15 Schritte Trab oder Galopp, jeweils mit einer Dauer von einer Minute). Diese
Periode begann mit einer Lauftätigkeitsintensität, die 4,0 mmol/l Blutlactat
(VLA 4,0) betrug. Die Geschwindigkeit des Laufbands wurde jede Minute (15-mal) schrittweise
um 0,3 m/s angehoben.
Die Trainingsperiode betrug fünf Wochen. Die Werte sind als Mittelwerte
mit der Standardabweichung angegeben; sie wurden aus zwölf aufeinander folgenden
HF-Messungen berechnet. Der VLA-2,0-Wert und der VLA-4,0-Wert sind Einzelmessungen.
Anspruch[de]
Nicht-therapeutische Verwendung von Carnitin zur Verbesserung oder Erzielung
von trainingsinduzierter Bradykardie bei einem Säugetier oder einem Menschen.Verwendung von Carnitin nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass
seine Verabreichung an das Säugetier gleichzeitig mit einem körperlichen
Training erfolgt.Verwendung von Carnitin nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass es oral aufgenommen wird.Verwendung von Carnitin nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Säugetier eine tägliche Dosis von 0.001–0.2
g Carnitin pro kg Körpergewicht aufnimmt.Verwendung von Carnitin nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem Carnitin um L-Carnitin, ein Alkanoyl-L-Carnitin
oder ein Salz davon oder ein Gemisch dieser Verbindungen handelt.Verwendung von Carnitin nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass
das Training ein Ausdauertraining oder insbesondere ein Dauerlauf- oder Lauftraining
ist.Verwendung von Carnitin nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass
sich die Dauer des Trainings über mindestens zwei Wochen erstreckt, umfassend
eine körperliche Betätigung alle ein bis zwei Tage und die Verabreichung
einer täglichen Carnitin-Dosis während der gesamten Trainingsdauer.Verwendung von Carnitin nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Säugetier ein Pferd oder ein Traberpferd ist.Verwendung von Carnitin nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass
das Pferd zur gleichen Zeit an einem Trab- oder Renntraining teilnimmt.