Elektrolysezelle zur Herstellung von anodischem Wasser für Flächenreinigung oder Behandlung, Verfahren zu Herstellung dieses Wassers und dessen Verwendung
Anmelder
Oculus Innovative Sciences, Inc., Petaluma, Calif., US
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Oberflächenreinigung
oder -behandlung von Halbleitern, Glas oder Harzen und eine Vorrichtung zur Herstellung
von elektrisch geladenem Wasser als Versorgungswasser für die obigen Verfahren,
insbesondere eine Technik zum Bereitstellen einer Elektrolysezelle, welche elektrisch
geladenes Wasser, das geeignet ist für Oberflächenreinigung oder -behandlung,
ohne Einsatz von Chemikalien unter Berücksichtigung von Umweltschutz produzieren
kann. Das mittels der Elektrolysezelle hergestellte elektrisch geladene Wasser weist
ferner antimikrobielle Aktivate auf und ist geeignet zum Reinigen und Sterilisieren
von medizinischen Vorrichtungen, für die hohe Reinlichkeit erforderlich ist.
Die US-A 5 616 221 beschreibt eine Vorrichtung, welche elektrolytisches
ionisiertes Wasser produziert, umfassend eine Anodenkammer, die eine Anode beherbergt,
eine Kathodenkammer, die eine Kathode beherbergt, und eine Zwischenkammer, angeordnet
zwischen der Anodenkammer und der Kathodenkammer, durch ein Paar von Diaphragmas
voneinander getrennt.
Eine Elektrolysezelle, welche eine Ionenaustauschmembran verwendet,
wie in 1 gezeigt, erleichtert die Elektrolyse von Wasser
mit geringer Leitfähigkeit, z.B. RO-Wasser, welches mittels einer Umkehrosmosemembran
behandelt ist, Reinwasser und Ultrareinwasser. In dieser Zelle wird üblicherweise
eine fluorierte Kationenaustauschmembran 5 verwendet.
Sodann sind eine Anodenelektrode 4 in der Anodenzelle
1 und eine Kathodenelektrode 9 in der Kathodenzelle
6 mit der Membran 5 dicht verbunden. Das Zeichen 2 bezeichnet
den Anodenkammereinlass, 3 bezeichnet den Anodenkammerauslass,
7 bezeichnet den Kathodenkammereinlass und 8 bezeichnet den Kathodenkammerauslass.
Es ist bekannt, dass die Ionenaustauschgruppe der fluorierten Kationenaustauschmembran
5, wie in 1 gezeigt, die Dissoziation auch
im Reinwasser nach der Reaktion (1) verbessert.
-SO3H → -SO3– + H+(1)
Die dissoziierten Wasserstoffionen erhöhen die elektrische Leitfähigkeit
von Reinwasser, welches keine Verunreinigungen enthält, und vermindern dann
die Elektrolysespannung.
Sodann laufen die Reaktionen (2) und (3) ab, wenn Reinwasser mittels
der in 1 gezeigten Zelle elektrolysiert wird.
An der Anode
2H2O → 2H+ + O2 + 2e–(2)
An der Kathode
2H+ + 2e– → H2(3)
Diese Reaktionen erhöhen die Sauerstoffkonzentration in der Anodenlösung
und die Wasserstoffkonzentration in der Kathodenlösung, während sie die
wesentlichen Eigenschaften des elektrolytischen Wassers unverändert lassen.
Anders gesagt ist das geladene Wasser, welches mittels der in
1 gezeigten Elektrolysezelle produziert wird, möglicherweise
nicht geeignet für die Oberflächenreinigung oder -behandlung von Halbleitern,
Glas oder Harzen.
Um die Reinigungs- oder Oberflächenbehandlungseffizienz zu verbessern,
muss Anodenwasser oxidativer und/oder acidischer und Kathodenwasser reduktiver und/oder
alkalischer sein. Mit der in 1 gezeigten Elektrolysezelle
lassen sich die effektiven Lösungen jedoch nur schwer erzeugen.
Beispielsweise beträgt das Oxidations- und Reduktionspotential
(im Folgenden mit ORP abgekürzt) von Anodenwasser von 200 bis 300 mV (vs. Ag/AgCl)
und der pH-Wert liegt um den neutralen Bereich: der ORP-Wert von normalem Reinwasser
beträgt um die 200 mV.
Die in 2 gezeigte Dreikammerzelle ist
ausgebildet, das oben erwähnte Problem zu lösen, wobei die Mittelkammer
111 zwischen Anodenkammer 11 und Kathodenkammer 16 hinzugefügt
ist. Mittels der Dreikammerzelle lässt sich Reinwasser oder Ultrareinwasser
leicht elektrolysieren.
Es wird nun auf 2 Bezug genommen, gemäß
welcher die Dreikammerzelle aufweist: die Kammern 11 und 111,
getrennt durch die Ionenaustauschmembran 151, die Kammern 16 und
111, getrennt durch die Ionenaustauschmembran 152, die Mittelkammer
111, gefüllt mit Ionenaustauschharzen als ein Festelektrolyt, den
Mittelkammereinlass 112 und -auslass 113, Kathode 19
und Anode 14, welche so vorgesehen sind, dass sie mit den respektiven Ionenaustauschmembranen
151 und 152 dicht verbunden sind, den Anodenkammereinlass
12 und -auslass 13 und den Kathodenkammereinlass 10 und
-auslass 17.
Die Dreikammerzelle hat die folgenden Vorteile. Reduktive Spezies,
wie gelöstes Wasserstoffgas, welche in der Kathodenkammer 16 gebildet
werden, wandern wahrscheinlich durch die Ionenaustauschmembran 5 in die
Anodenkammer 11, wenn die in 1 dargestellte
Zelle verwendet wird. Bei der Dreikammerzelle aber kontrolliert die Mittelkammer
111 die Diffusion von reduktiven Spezies von der Kathodenkammer
16 zu der Anodenkammer 11, und dann kann das stärker oxidative
Anodenwasser erhalten werden. Bei der in 2 gezeigten
Zelle wird die Migration von an der Anode 14 gebildeten Wasserstoffionen
zu der Kathode 19 hin begrenzt, und dann läuft zusätzlich zu
der Reaktion (3) die Elektrolysereaktion (4) ab:
H2O + 2e– → 1/2H2 + OH–(4)
Diese Reaktion deutet darauf hin, dass der pH-Wert des Kathodenwassers
dazu neigt, zum alkalischen Bereich verschoben zu werden.
Gemäß einem weiteren Gesichtspunkt deuten diese Phänomene
darauf hin, dass in der Anodenkammer 11 in der Reaktion (1) gebildete Wasserstoffionen
teilweise in dieser Kammer verbleiben.
Bei der in 2 gezeigten Dreikammerzelle
ist es daher wahrscheinlich, dass die Anodenlösung mit den Wasserstoffionen
geladen ist, während das Kathodenwasser mit Hydroxidionen geladen ist.
Elektrochemische Analysemethoden sind geeignet, Ladungen oder dergleichen
zu überwachen, um die oben erwähnten Phänomene experimentell zu bestätigen.
Beispielsweise können die Änderungen in gemessenen Werten mittels eines
pH-Sensors überwacht werden, der mit einer Glaselektrode oder einem ORP-Sensor
ausgestattet ist, die das Oxidations-Reduktionspotential einer Platinelektrodenoberfläche
als Standard einer Silber-/Silberchlorid-Elektrode messen. Diese Sensoren, Potentialänderungen
in den Elektroden als Index folgend, sind geeignet, Ladungen von elektrolytischem
Wasser zu bestätigen. Eine Temperatur des elektrolytischen Wassers wird üblicherweise
bei 18 bis 24°C während der Messung gehalten (die Temperatur in den folgenden
Beispielen wurde auf fast den gleichen Niveaus gehalten).
Das geladene elektrolytische Wasser, welches mittels Reinwasser hergestellt
wird, fungiert als Reinigungs-/Oberflächenbehandlungsreagens für Halbleiter,
Flüssigkristallglas und Festplattenglas oder als Reinigungs-/Sterilisierungsreagens
für medizinische Vorrichtungen. Ein Dekontaminationsmechanismus mittels elektrolytischer
Lösungen kann wie folgt einfach erklärt werden.
Einige Kontaminanten haften der Oberfläche der oben erwähnten
Vorrichtung durch elektrostatische oder ionische Anziehungskräfte an, wie schematisch
in 3 gezeigt, worin (A) die kontaminierte Oberfläche
bezeichnet und worin (B) die gereinigte Oberfläche bezeichnet: die Substratoberfläche
wird als positiv geladen angenommen und die Kontaminanten werden als negativ geladen
angenommen. Wird die kontaminierte Substanz in das effektiv geladene Anodenwasser
eingetaucht, reagieren die negativen Ladungen auf der Oberfläche der Kontaminanten
mit überschüssigen Wasserstoffionen in dem Anodenwasser. Somit werden
die Oberflächenladungen teilweise neutralisiert, um die Bindungskräfte
zu vermindern und dadurch die Reinigung zu erleichtern. Wenn umgekehrt die Kontaminanten
positiv geladen sind, verschwinden die negativen Ladungen auf der kontaminierten
Substanzoberfläche, um die Bindungskräfte zu vermindern. Andererseits,
wenn im Falle von ionischen Kontaminanten die kontaminierte Substanz in Anodenwasser
mit überschüssigen Wasserstoffionen eingetaucht wird, werden die anionischen
Kontaminanten auf der Oberfläche wahrscheinlich gelöst und wandern dann
zu der Anodenlösung, um die Überschussladung aufzuheben. Somit erhöht
die Verwendung von elektrolytischem Wasser die Reinigungseffzienz.
Die anodische Elektrolyse von Reinwasser bildet die Wasserstoffionen
nach der Reaktion (2), wo kein Anion als Gegenion vorliegt, ungleich acidischen
Lösungen, welche durch Zusatz von Säure wie Salzsäure oder
Schwefelsäure hergestellt werden. Das Anodenwasser, welches durch die Elektrolyse
von Reinwasser hergestellt wird, zeigt, dass die Lösung geladen ist. Ferner
ist das Wasserstoffion selbst ein Elektronenakzeptor und zeigt so eine oxidierende
Spezies. Somit neigt das Oxidations-Reduktions-Potential von Anodenwasser dazu,
zur edlen Seite hin verschoben zu werden. Anders ausgedrückt: der ORP-Sensor
zeigt einen Pluswert an.
Wenn die in 2 gezeigte Dreikammerzelle
verwendet wird, ist das Anodenwasser nicht unbedingt ausreichend für die tatsächliche
Reinigung oder Oberflächenbehandlung, obgleich die oben erwähnte theoretische
Überlegung sehr vielversprechend erscheint. Eine Verbesserung der Zelle ist
also sehr wichtig, um sie für den tatsächlichen Gebrauch geeignet zu machen.
Im Besonderen sind die wichtigen Faktoren für die Herstellung
von effektiv geladenem Wasser eine scheinbare Stromdichte (Strom (A)/scheinbare
Fläche der ganzen Elektrode (cm2)), eine Fluidgeschwindigkeit entlang
der Elektrodenoberfläche und eine wahre Stromdichte (effektive Stromdichte
= Strom (A)/wahre Fläche der Elektrode (cm2)). Mit zunehmender Fluidgeschwindigkeit
wandern die an der Elektrodenoberfläche gebildeten Wasserstoffionen und anderen
elektrolytischen Spezies schneller zu dem elektrolytischen Wasser, und sodann kann
stark geladenes Wasser erzeugt werden.
Die betreffenden Erfinder haben gefunden, dass es wichtig ist, Wasser
nicht nur über die Elektrodenrückseite zu leiten, sondern auch über
Elektrodenvorderseite, basierend auf der Untersuchung zur Verbesserung der Produktionseffizienz
von geladenem Wasser.
Dieses Ergebnis hat zu der Entwicklung neuer Verfahren zur Verbesserung
der Oberflächenreinigungs- oder -behandlungsleistung für Halbleiter, Glas,
Harze oder dergleichen und zu der Vorrichtung (Elektrolysezelle) gemäß
vorliegender Erfindung geführt, welche das geladene Wasser mit einer hervorragenden
Leistung wie oben beschrieben effizient produzieren kann.
Zur Erfüllung der obigen Aufgaben weist die Erfindung die folgenden
charakteristischen Elemente auf, wie in den Ansprüchen 1 und 3 definiert.
(1) Eine Elektrolysezelle zur Herstellung von geladenem Anodenwasser, geeignet
für Oberflächenreinigung oder -behandlung, umfassend eine Kathoden-, eine
Mittel- und eine Anodenkammer, eine fluorierte Kationenaustauschmembran, bereitgestellt
zum Voneinandertrennen von Kathoden- und Mittelkammer, eine mit der Kationenaustauschmembran
dicht verbundene Kathode auf der der Kathodenkammer zugewandten Seite und eine mit
fluorierten Kationenaustauschharzen gefüllte Mittelkammer, bereitgestellt auf
der anderen Seite der Kationenaustauschmembran, wobei die Kationenaustauschharze
derart angeordnet sind, dass sie mit der fluorierten Kationenaustauschmembran auf
der Kathodenkammerseite und mit der Anode auf der Anodenkammerseite in Kontakt kommen,
wobei das Einspeisewasser in die Mittelkammer eingespeist und durch die fluorierten
Kationenaustauschharze geleitet wird, um als das geladene Anodenwasser zurückgewonnen
zu werden.
Eine Gestalt des fluorierten Kationenaustauschharzes für die
vorliegende Erfindung ist nicht begrenzt. Sie kann körnig oder faserig sein,
wobei das Erstere mehr bevorzugt ist.
Der in der vorliegenden Beschreibung verwendete Terminus "Oberflächenreinigung"
bedeutet einen Vorgang zum Entfernen von Kontaminanten von der Oberfläche,
und "Oberflächenbehandlung" bedeutet einen Vorgang zum Verändern der Oberflächenzusammensetzung
oder dergleichen von einer Substanz, z.B. von Glas, welche Ionen, z.B. Na+,
K+ und H+, gebunden im Si-O-Bindungsnetzwerk aufweist. Phänomene
der Migration von Na+-Ionen in Glas wurden beobachtet. Wenn in der Nachbarschaft
der Oberfläche vorhandene Na+-Ionen entfernt werden oder, insbesondere,
auf der Oberfläche ionenausgetauscht werden, wird die Oberfläche an einem
durch die Na+-Ionen verursachten Aufrauen gehindert. Dieser Prozess bedeutet
die Oberflächenbehandlung, die verschieden ist von der Entfernung von Fremdpartikeln
oder Verunreinigungsionen von der Oberfläche.
Die Ionenaustauschmembran ist eine fluorierte Kationenaustauschmembran.
Für die vorliegende Erfindung ist wesentlich, dass die Anode, welche in Kombination
mit den Ionenaustauschharzen (Kationenaustauschharzen) verwendet werden soll, eine
poröse Elektrode oder eine Elektrode mit einer unwirksamen Fläche ist.
(2) Die Elektrolysezelle zur Herstellung von geladenem Anodenwasser, geeignet
für Oberflächenreinigung oder -behandlung, gemäß der Erfindung
(1), wobei eine poröse Anode bereitgestellt ist und wobei die Mittelkammer
einen Einlass, aber keinen Auslass für das zu behandelnde Einspeisewasser aufweist,
und wobei die Anodenkammer einen Auslass für das behandelte Wasser, aber keinen
Einlass für das Einspeisewasser aufweist.
(3) Eine Elektrolysezelle zur Herstellung von geladenem Anodenwasser, geeignet
für Oberflächenreinigung oder -behandlung, umfassend eine Kathoden-, eine
Mittel- und eine Anodenkammer, eine fluorierte Kationenaustauschmembran, bereitgestellt
zum Voneinandertrennen der Kathoden- und der Mittelkammer, eine mit der Kationenaustauschmembran
dicht verbundene Kathode auf der der Kathodenkammer zugewandten Seite, Kationenaustauschharze,
welche in der Mittelkammer enthalten und zum Inkontaktkommen mit der Kationenaustauschmembran
auf der gegenüberliegenden, der Mittelkammer zugewandten Seite angeordnet sind,
weitere fluorierte Kationenaustauschharze, welche in dem Raum zwischen der fluorierten
Kationenaustauschmembran und der Anode enthalten sind, wobei das Einspeisewasser
über die Anodenoberfläche geleitet wird und von der Anodenkammer abgegebenes
Elektrolysewasser als das geladene Anodenwasser zurückgewonnen wird.
(4) Die Elektrolysezelle zur Herstellung von geladenem Anodenwasser, geeignet
für Oberflächenreinigung oder -behandlung, gemäß der Erfindung
(3), wobei eine Kationenaustauschmembran in der Mittelkammer angeordnet ist, um
die Kammer in eine erste Mittelkammer auf der Kathodenkammerseite und eine zweite
Mittelkammer auf der Anodenkammerseite zu trennen. (5) Die Elektrolysezelle zur
Herstellung von geladenem Anodenwasser, geeignet für Oberflächenreinigung
oder -behandlung, gemäß einer der Erfindungen (1) bis (4), wobei Löcher
in der porösen Anode eine Gesamtfläche von 10% oder mehr einer gesamten
Elektrodenfläche ausmachen.
Die Löcher sind vorzugsweise gleichmäßig auf der gesamten
Elektrodenebene angeordnet. Jedes Loch weist vorzugsweise eine Fläche von 1
mm2 oder mehr auf mit Rücksicht auf die Durchflusseffizienz des
Anodenwassers.
Die Anode für die vorliegende Erfindung weist vorzugsweise Löcher
mit einer Fläche von 1 mm2 oder mehr auf, weil bei Verwendung eines
körnigen Kationenaustauschharzes dieses dazu neigt, durch die Löcher zu
passieren, da sein Durchmesser allgemein 1 mm oder so, vielfach 2 bis 4 mm beträgt.
Jedoch ist eine poröse Elektrode mit einer großen Lochfläche geeignet
für ein Harz, z.B. fluorierte Kationenaustauschharze, welche in Reinwasser
quellen, um einen höheren Reibungskoeffizienten zwischen den Harzpartikeln
zu haben. Im Besonderen ist DuPonts Nafion NR50 ein bevorzugtes Harz. Ein fluoriertes
Harz ist bevorzugt mit Rücksicht auf die Resistenz des Kationenaustauschharzes
gegen Oxidationsreaktion. Im Besonderen ist DuPonts Nafion NR50 ein bevorzugtes
Harz.
(6) Die Elektrolysezelle zur Herstellung von geladenem Anodenwasser, geeignet
für Oberflächenreinigung oder -behandlung, gemäß einer der Erfindungen
(1) bis (4), wobei die Elektrode eine unwirksame Fläche, die keinen Beitrag
zur Elektrolyse leistet, von 10% oder mehr der gesamten Elektrodenfläche aufweist.
(7) Die Elektrolysezelle zur Herstellung von geladenem Anodenwasser, geeignet
für Oberflächenreinigung oder -behandlung, nach einer der Erfindungen
(1) bis (6), wobei ein Mechanismus zum Einstellen der Position der Anode in der
Richtung des zu dem Kationenaustauschharz hin fließenden Stroms bereitgestellt
ist.
(8) Die Elektrolysezelle zur Herstellung von geladenem Anodenwasser, geeignet
für Oberflächenreinigung oder -behandlung, gemäß einer der Erfindungen
(1) bis (7), wobei das Kationenaustauschharz ein fluoriertes Harz ist.
(9) Ein Verfahren zur Verwendung einer geladenem Anodenlösung, hergestellt
mittels der Elektrolysezellen gemäß einer der Erfindungen (1) bis (8),
für die Oberflächenreinigung oder -behandlung eines Gegenstandes.
(10) Ein Verfahren zur Verwendung von geladenem Anodenwasser, hergestellt mittels
der Elektrolysezelle gemäß den Erfindungen (1) bis (9), wobei das Einspeisewasser
Reinwasser oder Ultrareinwasser ist. Reinwasser oder Ultrareinwasser bedeutet Wasser
mit einem spezifischen Widerstand von 0,1 M&OHgr;/cm oder mehr.
(11) Das Verfahren zur Verwendung von geladenem Anodenwasser gemäß
der Erfindung (10), wobei der zu reinigende oder zu behandelnde Gegenstand ein Halbleiter-,
Glas- oder Harzprodukt ist.
(12) Ein Verfahren zur Verwendung von geladenem Anodenwasser gemäß
der Erfindung (10), wobei der zu reinigende oder zu behandelnde Gegenstand eine
medizinische Vorrichtung ist.
(13) Ein Verfahren zur Verwendung einer geladenen Anodenlösung, hergestellt
mittels der Elektrolysezelle gemäß einer der Erfindungen (1) bis (9),
wobei das Einspeisewasser zu der Anodenkammer gekühlt wird, um die Ozonkonzentration
in dem Anodenwasser zu erhöhen.
(14) Ein Verfahren zur Verwendung von geladenem Anodenwasser, hergestellt mittels
der Elektrolysezelle gemäß einer der Erfindungen (1) bis (4), (6) und
(8) bis (12), wobei die Anode direkt gekühlt wird, um die Ozonkonzentration
in dem geladenen Anodenwasser zu erhöhen.
Die poröse Anode oder Kathode gemäß jedem Aspekt der
vorliegenden Erfindung wie oben beschrieben bedeutet, dass die planare Elektrode
so strukturiert ist, dass sie Löcher aufweist (im Folgenden als "Öffnung"
bezeichnet), durch die Wasser sowohl auf der Vorder- als auch auf der Rückseite
passieren kann. Diese Öffnungen sind vorzugsweise so angeordnet, dass der Widerstand
gegen Wasserströmung über die ganze Ebene vergleichmäßigt wird,
und sind normalerweise gleichmäßig auf der Ebene verteilt. Die geeignete
Größe der Öffnung und das Verhältnis der Gesamtöffnungsfläche
zu der Gesamtfläche der planaren Elektrode variieren in Abhängigkeit von
der Stromdichte und dem Widerstand gegen Wasserströmung, welche die Vorrichtung
gewährleisten soll, und können nicht verallgemeinernd bestimmt werden.
Diese Faktoren sind stark abhängig von der Elektrodenlochstruktur
und der Größe des Ionenaustauschharzes: mit zunehmender Öffnungsgröße
und/oder Größe des Ionenaustauschharzes sinkt der Widerstand gegen Wasserströmung,
wobei gleichzeitig die effektive Stromdichte zunimmt, weil die Kontaktfläche
zwischen der Elektrode und den Harzen abnimmt. Es ist jedoch schwierig, die Ionenaustauschharze
zwischen Membran und Elektrode zu halten, wenn die Öffnungsgröße
übermäßig groß wird. Daher gibt es jeweils eine optimale Gestalt
für die Öffnung und das Ionenaustauschharz.
Wie oben diskutiert, hat das elektrolytische Anodenwasser, welches
hergestellt wird durch Hindurchleiten von Reinwasser durch die Elektrolysezelle,
welche eine Kontrollfunktion aufweist, die in den Beispielen beschriebenen Charakteristika.
1 zeigt in einer schematischen querschnittlichen Darstellung
die konventionelle Elektrolysezelle für die Elektrolyse mittels Ionenaustauschseparator.
2 zeigt in einer schematischen querschnittlichen Darstellung
die konventionelle Dreikammertyp-Elektrolysezelle.
3 beschreibt den Dekontaminationsmechanismus mittels
des Elektrolysewassers, wobei (A) die Situation vor Behandlung und (B) die Situation
nach Behandlung beschreibt.
4 zeigt in einer schematischen querschnittlichen Darstellung
die Elektrolysezelle gemäß der ersten Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung.
5 zeigt in einer schematischen querschnittlichen Darstellung
die Elektrolysezelle gemäß der zweiten Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung.
6 zeigt in einer schematischen querschnittlichen Darstellung
die Elektrolysezelle gemäß der dritten Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung.
7 zeigt den Einfluss des Flächenverhältnisses
auf die pH- und ORP-Werte des elektrolytischen Anodenwassers, welches in dem Beispiel
1 hergestellt wird.
8 zeigt den Einfluss des Elektrolysestroms auf die
pH- und ORP-Werte des elektrolytischen Anodenwassers, welches in dem Beispiel 2
hergestellt wird.
9 zeigt den Einfluss der Anodenposition auf Ladungscharakteristika
des Anodenwassers, welches in dem Beispiel 3 hergestellt wird.
10 zeigt die Beziehung zwischen Entfernungsrate und
Reinigungszeit, die in dem Beispiel 4 erhalten wird.
11 zeigt die Na+-IOnenverteilung in der
Tiefenrichtung vor und nach der Behandlung, die in Beispiel 6 beobachtet wird.
12 zeigt die Beziehung zwischen der Bakterienzahl und
der Kontaktzeit mit elektrolytischem Anodenwasser, welches in dem Beispiel 7 hergestellt
wird.
13 zeigt die Beziehung zwischen der Bakterienzahl und
dem ORP-Wert des elektrolytischen Anodenwassers, welches in Beispiel 7 hergestellt
wird.
14 zeigt das Elektrolysezellsystem, welches einen eingebauten
Kühler aufweist.
15 zeigt das Elektrolysezellsystem, welches einen eingebauten
Kühler aufweist.
16 zeigt die Beziehung zwischen der Ozonkonzentration
und der Temperatur in der Mittelkammer, welche in dem Beispiel 8 erhalten wird.
17 zeigt in einer schematischen querschnittlichen Darstellung
die Elektrolysezelle, welche eine eingebaute Kühlkammer aufweist, die in dem
Beispiel 9 beschrieben ist.
18 zeigt eine schematische Darstellung eines PTFE-Flachmaterials.
19 zeigt das Systemdiagrammm der Elektrolysezelle,
welche eine eingebaute Kühlkammer aufweist.
Die Dreikammertyp-Elektrolysezelle, auf welche die vorliegende Erfindung
Anwendung findet, wird im Folgenden beschrieben.
Ausführungsform 1
4 illustriert die neue Dreikammertyp-Elektrolysezelle,
welche durch Verbesserung der konventionellen Dreikammerzelle hergestellt wird und
in welcher die in der Zeichnung gezeigte perforierte Elektrodenplatte verwendet
wird.
Vor der Verbesserung war die Anode 53 mit der Kationenaustauschmembran
dicht verbunden. Dementsprechend strömte das Elektrolysewasser entlang der
Anodenebene und die Elektrolysereaktion lief zwischen der Elektrode und der Ionenaustauschermembran
ab. Als eine Folge davon wurden die Elektrolyseprodukte zunächst zwischen der
Elektrode und der Ionenaustauschmembran gebildet und dann durch Diffusion oder dergleichen
zu der Rückseite der Elektrode bewegt.
Bei der vorliegenden Erfindung dagegen ist die Anode perforiert, um
Durchlässe für über die Elektrodenoberfläche geleitetes Elektrolysewasser
bereitzustellen, um das Elektrolyseprodukt effizienter zu nutzen. Als eine Folge
davon fließt das Elektrolysewasser nicht nur an der Elektrodenoberfläche,
sondern auch durch die in der Elektrode eingebrachten Löcher. Die Beziehung
zwischen Öffnungsgröße und Ionenaustauschharzgröße ist
sehr wichtig. Es ist notwendig, die Elektrodenöffnungsgröße zu erhöhen,
um die Wasserfließrate. Es ist jedoch schwierig, die Ionenaustauschharze zwischen
der Membran und der Elektrode zu halten, wenn die Öffnungsgröße übermäßig
groß wird, verglichen mit der Größe des Ionenaustauschharzes. Das
Ionenaustauschharz ist entweder kugelig oder faserig, wobei das Erstere allgemein
mehr bevorzugt ist. Sein Durchmesser reicht von ca. 1 mm, wenn er klein ist, bis
2 bis 4 mm, wenn er groß ist. Deshalb ist eine übermäßig große
Öffnungsgröße im Vergleich zu den Ionenaustauschharzen nicht wünschenswert.
Das Ionenaustauschharz weist vorzugsweise einen großen Durchmesser auf, um
den Widerstand gegen Wasserströmung zu vermindern. Ferner wird das fluorierte
Kationenaustauschharz verwendet, weil es in Kontakt mit der Anode kommt.
Ferner vermindern die fluorierten Kationenaustauschharze die Elektrolysespannung
stark und erleichtern somit die Elektrolyse von Reinwasser. Nafion NR50, ein Produkt
von DuPont, ist ein bevorzugtes fluoriertes Kationenaustauschharz, wie bereits erwähnt.
Es ist möglich, die Stromdichte zu kontrollieren durch Verändern
der Kontaktfläche zwischen dem fluorierten Kationenaustauschharz und der Anode.
Das fluorierte Kationenaustauschharz quillt natürlicherweise in Reinwasser.
Somit vergrößert sich sein Durchmesser mit der Quellung, wobei die Quellung
mit der Temperatur zunimmt. Als eine Folge davon variiert die Kontaktfläche
zwischen dem fluorierten Kationenaustauschharz und der Elektrode mit den Umgebungsbedingungen.
Es ist deshalb notwendig, die Kontaktfläche zu kontrollieren, um die Stromdichte
zu kontrollieren.
Die in 4 gezeigte Elektrolysezelle weist
eine charakteristische Struktur auf, die geeignet ist für Oberflächenreinigung
oder -behandlung. Die Zelle umfasst die Kathodenkammer 41, die Mittelkammer
48 und die Anodenkammer 50, eine fluorierte Kationenaustauschmembran
45, bereitgestellt zum Voneinandertrennen der Kathodenkammer
41 und der Mittelkammer 48, eine Kathode 44, dicht verbunden
mit der Kationenaustauschmembran 45 auf der der Kathodenkammer
41 zugewandten Seite, Kationenaustauschharz 46, welches in der
Mittelkammer 48 enthalten und so angeordnet ist, dass es in Kontakt mit
der Kationenaustauschmembran 45 auf der gegenüberliegenden, der Mittelkammer
48 zugewandten Seite kommt, eine Kationenaustauschmembran 54,
bereitgestellt zwischen der Mittelkammer 48 und der Anodenkammer
50, wobei das Einspeisewasser durch die Anodenkammer
50 geleitet wird und das erzeugte, von der Anodenkammer 50 abgegebene
Elektrolysewasser als das geladene Anodenwasser zurückgewonnen wird. Die anderen
Komponenten der in 4 gezeigten Elektrolysezelle sind
Kathodenkammereinlass 42, Kathodenkammerauslass 43, Mittelkammereinlass
47, Mittelkammerauslass 49, Anodenkammereinlass 51 und
Anodenkammerauslass 52.
Ausführungsform 2
Die in 5 gezeigte Elektrolysezelle weist
eine charakteristische Struktur auf, derart, dass das Einspeisewasser in die Mittelkammer
46 fließt und das von der Anodenkammer 50 abgegebene Elektrolysewasser
als das geladene Anodenwasser zurückgewonnen wird. Für gleiche Zellstrukturen
wie in 4 werden gleiche Ziffern verwendet und auf ihre
Beschreibung wird verzichtet.
Ausführungsform 3
Die Struktur der Elektrolysezelle umfasst einen Mechanismus zum Einstellen
der Position der Anode 53 in der Richtung, in der der Strom fließt,
wie in
6 gezeigt. Diese Struktur ist mit einem Rahmen außerhalb
der Zelle versehen, der den Positionseinstellmechanismus für die bewegliche
Anode hält.
Der Anodenpositionseinstellmechanismus besteht typischerweise aus
einem Anodenhaltestab mit einer Schraube, mit der die Anodenposition eingestellt
werden kann.
Die Struktur wird detaillierter beschrieben. Diese Struktur macht
es möglich, die Position der Anode 53, welche in der 4
für die Ausführungsform 1 gezeigt ist, in der Stromdurchflussrichtung
einzustellen. Im Besonderen ist der Anodenhaltestab 58 etwa in der Mitte
der Anode 53 in der Stromdurchflussrichtung angesetzt, gehalten durch den
in der Anodenkammer 50 bereitgestellten Halterahmen 57, derart,
dass er in der Axialrichtung beweglich ist und in den außerhalb der Zelle bereitgestellten
Positionseinstellmechanismus 56 via den O-Ring 55, der den Anodenhaltestab
58 abdichtet, eingeschraubt ist. Die Position kann eingestellt werden dadurch,
dass der Anodenhaltestab 58 mit einem Außengewinde versehen ist und
der Positionseinstellmechanismus 56 mit dem korrespondierenden Innengewinde
versehen ist. Die Position der Anode 53 wird eingestellt durch Drehen des
Positionseinstellmechanismus 56, um den effektiven Elektrolysestrom zu
kontrollieren. Dies bedeutet die Erhöhung der Elektrolysespannung. Das Trennen
der Anode 53 von der Kathodenseite verbessert die Ladungscharakteristika
der Zelle.
Für gleiche Komponenten wie für die Ausführungsform
1 beschrieben werden gleiche Ziffern verwendet und auf ihre Beschreibung wird verzichtet.
BeispieleBeispiel 1
Es wurde die in 4 gezeigte Dreikammertyp-Elektrolysezelle
verwendet, wobei Ultrareinwasser zu den Einlässen der Anodenkammer
50, Mittelkammer 48 und Kathodenkammer 41 zugeführt
wurde. Das Ultrareinwasser hatte die folgenden Eigenschaften:
Spezifischer Widerstand; 18,0 M&OHgr;/cm
Wassertemperatur: 15°C
Öffnungsdurchmesser: 4Ø
Elektrode: es wurde eine Platin-beschichtete Titanelektrode verwendet.
Ionenaustauschmembran: die Membran 45 war aus einer fluorierten
Kationenaustauschmembran (Nafion 117 von DuPont).
In die Mittelkammer gefülltes Ionenaustauschharz: die Mittelkammer
48 war mit einem körnigen fluorierten Kationenaustauschharz (Nafion
NR50 von DuPont) gefüllt.
In die Anodenkammer gefülltes Ionenaustauschharz: der Raum zwischen
der Anode 53 und der Membran 45 war ebenfalls mit NR50 gefüllt.
Wasserfließrate: Ultrareinwasser wurde bei 0,75 l/min durch die
Kathodenkammer 41 und die Anodenkammer 50 geleitet.
Die in der Elektrolysezelle eingesetzte perforierte Anode
53, welche in dem Beispiel 1 verwendet wurde, wies eine scheinbare Fläche
von 48 cm2 auf.
Die scheinbare Fläche der Elektrode (die Öffnungen waren
zweidimensional gleichmäßig angeordnet in dem Beispiel 1 wie folgt.
Elektrodendicke; 1 mm
Gesamtöffnungsfläche: 16,23 cm2
Öffnungsverhältnis; 34%
Das Verhältnis der Öffnungsfläche zu der scheinbaren
Elektrodenfläche wurde verändert, um die Beziehung zwischen dem Verhältnis
und dem pH- und ORP-Wert des geladenen Anodenwassers zu erhalten, wobei der scheinbare
Elektrolysestrom auf 5 A eingestellt war, wie in 7
gezeigt. Die Elektrolysespannung war sehr niedrig und betrug circa 14 V unter dieser
Bedingung. Wie aus der Figur klar ersichtlich, sind die gemessenen pH- und ORP-Werte,
die charakteristisch für das Anodenwasser sind, sehr Flächenverhältnis-sensitiv.
Beispiel 2
Die Effekte des Elektrolysestroms auf die Charakteristika des Anodenwassers
wurden untersucht, wobei die gleiche Elektrolysezelle und das gleiche Ultrareinwasser
wie in dem Beispiel 1 verwendet wurden. 8 zeigt die
Effekte des Elektrolysestroms auf den pH- und ORP-Wert des Anodenwassers. Die Ladungscharakteristika,
wie pH- und ORP-Wert, wurden mit zunehmender Stromdichte verbessert.
Beispiel 3
Die in 6 gezeigte Elektrolysezelle mit
Einstellfunktion der Anodenposition wurde verwendet, um die Beziehung zwischen der
Anodenelektrodenposition und der Ladungscharakteristika wie pH- und ORP-Wert des
Anodenwassers zu untersuchen, wobei der scheinbare Elektrolysestrom auf 4 A gesetzt
wurde. 9 zeigt das Ergebnis.
Die Minus-Position der Anode in 9 zeigt
an, dass die Anode sich der Kathodenseite genähert hat. Um den Elektrolysestrom
auf ein gegebenes Niveau zu setzen, wurde die Elektrolysespannung vermindert bei
Bewegung der Anodenposition zu der Kathodenseite hin. Bei Bewegung der Anodenposition
zu der Gegenseite hin wurden die Ladungscharakteristika, z.B. pH- und ORP-Wert,
verbessert. Diese Ergebnisse zeigen, dass die effektive Kontaktfläche zwischen
den Kationenaustauschharzen und der Anode bei Bewegung der Anode zu der Gegenseite
hin vermindert wird. Das in dem Beispiel 3 verwendete fluorierte Ionenaustauschharz
hatte eine gummiähnliche Elastizität und war in der Lage, die Ladungscharakteristika
reversibel zu verändern.
Beispiel 4
In diesem Beispiel wurde das Anodenwasser verwendet, um die Reinigungseffizienz
zu bestätigen. Der zu reinigende Gegenstand war eine Polyethylen-Platte, auf
die eine Druckfarbe (Basismaterial war ein Acrylharz), welche Ruß (Carbon Black)
enthielt, aufgetragen war. Die Elektrolysezelle war die gleiche wie die in Beispiel
1 verwendete, wobei Ultrareinwasser jeder Kammer bei einer Fließrate von 0,75
l/min zugeführt und der Elektrolysestrom auf 7 A gesetzt wurde. Das so produzierte
Anodenwasser wurde bei der gleichen Fließrate auf die Oberfläche der Polyethylen-Platte
laufen gelassen zwecks Reinigung. 10 zeigt die Reinigungseffizienz,
die definiert war als die Differenz zwischen dem Gewicht des Gegenstandes vor und
nach dem Reinigen, dividiert durch das Gewicht vor dem Reinigen. Zum Vergleich wurde
das Ultrareinwasser ohne Elektrolyse zum Reinigen der Platte verwendet. Aus
10 ist ersichtlich, dass die Anodenlösung eine
höhere Reinigungseffizienz zeigt.
Beispiel 5
Als nächstes wurden die Effekte von Anodenwasser auf die Entfernungsrate
von Feinpartikeln auf einem Silicium-Wafer untersucht. Zuerst wurde der nackte 20,32
cm-(8-Inch-)Wafer auf Gummi platziert, um ihn mit Feinpartikeln zu kontaminieren.
Die Zahl von Feinpartikeln, welche der Waferoberfläche anhafteten, war in dem
Bereich von 2000 bis 4000 angesiedelt. Sodann wurde der Wafer mit dem elektrolytischen
Anodenwasser gewaschen, welches unter der gleichen Bedingung wie in dem Beispiel
1 hergestellt wurde, wobei der Elektrolysestrom auf 5 A gesetzt
wurde. Das Elektrolysewasser wurde in einer PFA-Flasche (20 l) aufbewahrt, aus der
das Wasser bei der Fließrate von 3 l/min mittels einer Diaphragmapumpe auf
den Wafer laufen gelassen wurde. Der Gesamtablaufplan wird wie folgt beschrieben.
Reinigen mit Ultrareinwasser (2 Minuten) → Reinigen mit Elektrolysewasser
(3 Minuten) → Trocknen mittels eines Schleudertrockners (2 Minuten).
Zum Vergleich wurde der Silicium-Wafer ferner mit Ultrareinwasser
an Stelle des Elektrolysewassers gereinigt. Tabelle 1 zeigt die Ergebnisse der Reinigung.
[Tabelle 1]
Beispiel 6
In diesem Beispiel wurden Glassubstrate für Festplatten mit Elektrolysewasser
behandelt.
Es wurde gefunden, dass beim Eintauchen eines Festplattenglases in
das Anodenwasser die Oberflächenzusammensetzungen des Festplattenglases verändert
wurden. Dieses Glas enthielt Kationen, wie Na+, K+ und H+,
gebunden im Si-O-Bindungsnetzwerk.
Bekanntlich schädigen Natriumionen die Oberfläche, so dass
es wünschenswert ist, sie von dem Oberflächenbereich zu entfernen, um
ein Aufrauen der Oberfläche zu vermeiden. Um die Möglichkeit von Ionenaustauscheffekten
in Anodenlösung zu bestätigen, wurde Glas in das Anodenwasser getaucht
und dann das Tiefenprofil der Kationenverteilung in einer Oberflächenschicht
gemessen.
Das geladene Wasser wurde mittels der gleichen Elektrolysezelle wie
die in dem Beispiel 1 verwendete hergestellt, wobei der Elektrolysestrom auf 5 A
gesetzt wurde. Das Glas wurde für 5 Minuten in die geladene Anodenlösung
getaucht, um die Oberflächenzusammensetzung mittels eines Auger-Analysegeräts
zu beobachten. 11 zeigt die Na+-Ionenverteilung
in der Tiefenrichtung vor und nach dem Tauchen. Wie in 11
gezeigt vermindert das Tauchen des Glases in die Anodenlösung die Na+-Ionenkonzentration
in der Oberflächenschicht.
Beispiel 7
Die antimikrobiellen Aktivitäten von Anodenwasser wurden mittels
der erfindungsgemäßen Elektrolysezelle untersucht. Das Anodenwasser wurde
mittels der gleichen Zelle hergestellt, wie sie in dem Beispiel 1 verwendet wurde,
wobei der Elektrolysestrom auf 8 A gesetzt wurde. Eine bakterienhaltige Lösung
wurde hergestellt, wobei die Zahl von Escherichia coli auf circa 107 eingestellt
wurde. Ein Teil der bakterienhaltigen Lösung wurde mit 30 Teilen der Anodenlösung
gemischt. Die – für eine gegebene Zeit gerührte – Mischung
wurde auf ein Standard-Agarkulturmedium ausgestrichen, um die Bakterien bei 30°C
für 24 Stunden zu kultivieren und dann die Bakterienzahl zu bestimmen.
12 zeigt die Beziehung zwischen der Bakterienzahl und
der Kontaktzeit mit dem Anodenwasser. 13 zeigt den
Sterilisationseffekt des Anodenwassers, wobei die Bakterienzahl über dem ORP-Wert
des Wassers aufgetragen ist. Aus den 12 und
13 geht hervor, dass das Anodenwasser den Sterilisationseffekt
zeigt, wenn das ORP-Niveau 800 mV überschreitet.
Beispiel 8
Die Oxidationskapazität der mittels einer Elektrolysezelle hergestellten
Anodenlösung ist ferner sehr Elektrolysetemperatur-sensitiv.
Mit sinkender Temperatur steigt die Ozonproduktionseffizienz und damit die Oxidationskapazität.
Kühlen ist eine gute Methode, um die Temperatur in der Elektrolysezelle zu
vermindern. Das in den 14 und 15
dargestellte Kühlsystem kann die Wassertemperatur in einer Mittelkammer oder
Kathodenkammer auf einem niedrigen Niveau halten, um die Ozonproduktionseffizienz
zu verbessern. 16 zeigt, dass die Ozonproduktionseffizienz
sich mit der Temperatur ändert bei Verwendung der in dem Beispiel 1 verwendeten
Elektrolysezelle mit dem in 14 gezeigten Kühlsystem.
In den 14 und 15 werden
für gleiche Komponenten wie in den Ausführungsformen beschrieben gleiche
Ziffern verwendet und auf ihre Beschreibung wird verzichtet. Die anderen Komponenten
sind: Dreikammertyp-Elektrolysezelle 60, Kühler 61, Tank
62 für elektrolytisches Anodenwasser, Einspeisewasserleitung
63 und Pumpe 64.
Beispiel 9
Das Beispiel 9 beschreibt eine weitere Kühlmethode. Wie in
17 gezeigt, ist die Anodenkammer aufgeteilt in die
Kammer, durch die das Anodenwasser fließt, und die andere Kammer, durch die
Kühlwasser fließt. In 17 werden für
gleiche Komponenten wie in der Ausführungsform 1 beschrieben gleiche Ziffern
verwendet und auf ihre Beschreibung wird verzichtet. Die anderen Komponenten sind:
Kühlkammereinlass 66, Kühlkammerauslass 65, Kühlkammer
67 und Baffle 68.
In diesem Fall war die Anode nicht mit Öffnungen versehen. Jedoch
wurde ein perforiertes PTFE (Fluorkohlenstoffharz), wie in 18
gezeigt, auf eine Oberfläche der Platin-beschichteten Titan-Anode platziert,
80 auf 60 mm, um die effektive Stromdichte an der Anode zu erhöhen. In diesem
Beispiel war das PTFE-Flachmaterial, 60 auf 80 mm, mit Öffnungen von 4 mm im
Durchmesser versehen, wie in 18 gezeigt.
Die Temperatur in der Elektrolysezelle wurde durch das in
19 gezeigte System kontrolliert, wobei Kühlwasser
zu der Kühlkammer geleitet wurde, um die Anode direkt zu kühlen. In
19 sind gleiche Komponenten wie in der Ausführungsform
beschrieben weggelassen. Die anderen Komponenten umfassen den Flüssigkeitstank
69 in der Mittelkammer. Das Halten der Temperatur in der Elektrolysezelle
auf einem niedrigen Niveau mittels des Kühlers verbesserte die Ozonproduktionseffizienz,
wie in dem Beispiel 8 beschrieben.
Die erfindungsgemäße Elektrolysezelle kann stark geladenes
Anodenwasser herstellen. Ferner kann sie die Ozonproduktionseffizienz verbessern,
wenn ihre Anode gekühlt wird. Das geladene Wasser, welches mittels der Elektrolysezelle
hergestellt wird, ist wirksam für die Reinigung eines Silicium-Wafers durch
Entfernung von Feinpartikeln oder dergleichen von demselben, oder für die Glasoberflächenbehandlung
zum Fördern des Ionenaustauschs auf der Oberfläche, um ein Aufrauen der
Oberfläche zu verhindern. Es ist ferner wirksam für die Reinigung von
Harzen oder dergleichen, insbesondere von Harzen für medizinische Vorrichtungen.
Beispielsweise ist es wirksam für die Reinigung und Sterilisation der Innenflächen
von Kathetern oder dergleichen. Nach dem Reinigen bleiben keine Spezialchemikalien
zurück, worin sein Vorteil liegt.
Anspruch[de]
Elektrolysezelle zur Herstellung von geladenem Anodenwasser, geeignet
für Oberflächenreinigung oder -behandlung, umfassend eine Kathoden-, eine
Mittel- und eine Anodenkammer, eine fluorierte Kationenaustauschmembran, bereitgestellt
zum Voneinandertrennen von Kathoden- und Mittelkammer, eine mit der Kationenaustauschmembran
dicht verbundene Kathode auf der der Kathodenkammer zugewandten Seite und eine mit
fluorierten Kationenaustauschharzen gefüllte Mittelkammer, bereitgestellt auf
der anderen Seite der Kationenaustauschmembran, wobei die Kationenaustauschharze
derart angeordnet sind, dass sie mit der fluorierten Kationenaustauschmembran auf
der Kathodenkammerseite und mit einer Anode auf der Anodenkammerseite in Kontakt
kommen, wobei die Anode eine poröse Elektrode oder eine Elektrode mit einer
unwirksamen Fläche ist, wobei das Einspeisewasser in die Mittelkammer eingespeist
und durch die fluorierten Kationenaustauschharze geleitet wird, um als das geladene
Anodenwasser zurückgewonnen zu werden.Elektrolysezelle zur Herstellung von geladenem Anodenwasser, geeignet
für Oberflächenreinigung oder -behandlung, nach Anspruch 1, wobei eine
poröse Anode bereitgestellt ist und wobei die Mittelkammer einen Einlass, aber
keinen Auslass für das zu behandelnde Einspeisewasser aufweist, und wobei die
Anodenkammer einen Auslass für das behandelte Wasser, aber keinen Einlass für
das Einspeisewasser aufweist.Elektrolysezelle zur Herstellung von geladenem Anodenwasser, geeignet
für Oberflächenreinigung oder -behandlung, umfassend eine Kathoden-, eine
Mittel- und eine Anodenkammer, eine fluorierte Kationenaustauschmembran, bereitgestellt
zum Voneinandertrennen der Kathoden- und der Mittelkammer, eine mit der Kationenaustauschmembran
dicht verbundene Kathode auf der der Kathodenkammer zugewandten Seite, Kationenaustauschharze,
welche in der Mittelkammer enthalten und zum Inkontaktkommen mit der Kationenaustauschmembran
auf der gegenüberliegenden, der Mittelkammer zugewandten Seite angeordnet sind,
eine weitere fluorierte Kationenaustauschmembran, bereitgestellt zwischen der Mittel-
und der Anodenkammer, weitere fluorierte Kationenaustauschharze, welche in dem Raum
zwischen der fluorierten Kationenaustauschmembran und einer Anode enthalten sind,
wobei die Anode eine poröse Elektrode oder eine Elektrode mit einer unwirksamen
Fläche ist, wobei das Einspeisewasser über die Anodenoberfläche geleitet
wird und von der Anodenkammer abgegebenes Elektrolysewasser als das geladene Anodenwasser
zurückgewonnen wird.Elektrolysezelle zur Herstellung von geladenem Anodenwasser, geeignet
für Oberflächenreinigung oder -behandlung, nach Anspruch 3, wobei eine
fluorierte Kationenaustauschmembran in der Mittelkammer angeordnet ist, um die Kammer
in eine erste Mittelkammer auf der Kathodenkammerseite und eine zweite Mittelkammer
auf der Anodenkammerseite zu trennen.Elektrolysezelle zur Herstellung von geladenem Anodenwasser, geeignet
für Oberflächenreinigung oder -behandlung, nach einem der Ansprüche
1 bis 4, wobei Löcher in der porösen Anode eine Gesamtfläche von
10% oder mehr einer gesamten Elektrodenfläche ausmachen.Elektrolysezelle zur Herstellung von geladenem Anodenwasser, geeignet
für Oberflächenreinigung oder -behandlung, nach einem der Ansprüche
1 bis 4, wobei die Elektrode eine unwirksame Fläche, die keinen Beitrag zur
Elektrolyse leistet, von 10% oder mehr der gesamten Elektrodenfläche aufweist.Elektrolysezelle zur Herstellung von geladenem Anodenwasser, geeignet
für Oberflächenreinigung oder -behandlung, nach einem der Ansprüche
1 bis 6, wobei ein Mechanismus zum Einstellen der Position der Anode in der Richtung
des den Kationenaustauschharzen zugeleiteten Stroms bereitgestellt ist.Verfahren zur Verwendung von geladenem Anodenwasser, hergestellt mittels
einer der Elektrolysezellen nach Anspruch 1 bis 7, für die Oberflächenreinigung
oder -behandlung eines Gegenstandes.Verfahren zur Verwendung von geladenem Anodenwasser, hergestellt mittels
der Elektrolysezelle nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei das Einspeisewasser
Reinwasser oder Ultrareinwasser ist.Verfahren zur Verwendung von geladenem Anodenwasser nach Anspruch 9,
wobei der zu reinigende oder zu behandelnde Gegenstand ein Halbleiter-, Glas- oder
Harzprodukt ist.Verfahren zur Verwendung von geladenem Anodenwasser nach Anspruch 9,
wobei der zu reinigende oder zu behandelnde Gegenstand eine medizinische Vorrichtung
ist.Verfahren zur Verwendung von geladenem Anodenwasser, hergestellt mittels
der Elektrolysezelle nach einem der Ansprüche 1 bis 5 oder 7, wobei das geladene
Anodenwasser gekühlt wird, um seine Ozonkonzentration zu erhöhen.Verfahren zur Verwendung von geladenem Anodenwasser, hergestellt mittels
der Elektrolysezelle nach einem der Ansprüche 1 bis 4 oder 6, wobei die Anode
direkt gekühlt wird, um den Ozongehalt des geladenen Anodenwassers zu erhöhen.