Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Fixierung
eines Toners in einer Vorrichtung zum Drucken oder Vervielfältigen von Dokumenten
nach Anspruch 1 und auf in diesem Verfahren verwendbare Zusammensetzungen nach den
Ansprüchen 10 und 12 und auf die Verwendung eines C3-C6-Hydrofluorkohlenstoffs
nach Anspruch 14.
Es ist bekannt, halogenierte Kohlenwasserstoffe allein oder gemischt
mit anderen organischen Verbindungen im gasförmigen Zustand als chemische Fixierungsmittel
für einen Toner auf einem Aufzeichnungsträger in Vorrichtungen zum Drucken
oder Vervielfältigen von Dokumenten zu verwenden, in welchen Vorrichtungen
der Toner vorab auf den Aufzeichnungsträger z.B. auf elektrostatische Weise
aufgebracht wurde. Es ist offensichtlich, daß das eingesetzte Fixierungsmittel
zwingendermaßen keinen Flammpunkt unter den in den Druck- oder Vervielfältigungsvorrichtungen
vorherrschenden Temperatur- und Druckverhältnissen aufweisen darf. Ein herkömmliches
Fixierungsmittel besteht, wie in dem Patent US-A-4,311,723 vorgeschlagen, aus einer
azeotropen Mischung von 1,1,2-Trichlortrifluorethan (CFC-113) und Aceton. Da von
CFC-113 angenommen wird, daß es eine negative Wirkung auf die stratosphärische
Ozonschicht besitzt, verbieten allerdings internationale Reglementierungen seine
Anwendung bis auf weiteres. Fixierungsmittel zum Ersatz wurden bereits vorgeschlagen,
insbesondere 1,1-Dichlor-2,2,2-trifluorethan (HCFC-123) oder 1,1-Dichlor-1-fluorethan
(HCFC-141b) (WO-A-93/10485), Zusammensetzungen auf Grundlage von perfluorierten
Verbindungen (EP-A-0 465 037) sowie Zusammensetzungen auf Grundlage von HCFC-141b
(EP-A-0 605 128). Diese Zusammensetzungen sind allerdings nicht völlig zufriedenstellend,
insbesondere aufgrund ihrer Toxizität (HCFC-123), ihres Ozonzerstörungspotentials
ungleich Null (HCFC-123 und HCFC-141b) und/oder ihrer zu langen atmosphärischen
Lebensdauer (perfluorierte Verbindungen).
Die vorliegende Erfindung hat zum Ziel, ein Verfahren zur Fixierung
eines Toners in einer Vorrichtung zum Drucken oder Vervielfältigen von Dokumenten
bereitzustellen, welches nicht die Unannehmlichkeiten der bekannten Verfahren besitzt.
Die Erfindung betrifft infolgedessen ein Verfahren zur Fixierung eines
Toners auf einem Aufzeichnungsträger in einer Vorrichtung zum Drucken oder
zum Vervielfältigen von Dokumenten durch Inkontaktbringen des Aufzeichnungsträgers,
auf welchem der Toner aufgebracht wurde, mit einem chemischen Fixierungsmittel im
gasförmigen Zustand, dadurch gekennzeichnet, daß das Fixierungsmittel
einen C3-C6-Hydrofluorkohlenstoff enthält.
Mit C3-C6-Hydrofluorkohlenstoff werden erfindungsgemäß
aliphatische oder alicyclische, gesättigte Kohlenwasserstoffe bezeichnet, welche
ausschließlich aus Kohlenstoff, Fluor und Wasserstoff zusammengesetzt sind
und 3 bis 6 Kohlenstoffatome, mindestens ein Fluoratom und mindestens ein Wasserstoffatom
umfassen. Insbesondere sind Hydrofluorkohlenstoffe, die im Verfahren gemäß
der Erfindung als Fixierungsmittel verwendbar sind, Hydrofluoralkane der allgemeinen
Formel CaHbFc, in welcher a eine ganze Zahl von
3 bis 5, b eine ganze Zahl von 1 bis (a + 2) und c eine ganze Zahl von a bis (2a
+ 1) darstellt. Die Hydrofluoralkane, wie vorstehend definiert, welche 4 Kohlenstoffatome
enthalten, werden bevorzugt. Beispielsweise kann das Hydrofluoralkane des in dem
Verfahren gemäß der Erfindung verwendeten Fixierungsmittels aus den Verbindungen
der Summenformeln C3H3F5, C4H5F5,
C4H4F6 und C5H2F10
ausgewählt werden, wie 1,1,1,3,3-Pentafluorpropan (HFC-245fa), 1,1,2,2,3-Pentafluorpropan
(HFC-245ca), 1,1,1,3,3-Pentafluorbutan (HFC-365mfc), 2-Methyl-1,1,1,3,3-pentafluorpropan
(HFC-365mps), 1,1,1,4,4,4-Hexafluorbutan (HFC-356mff), 1,1,1,2,2,4-Hexafluorbutan
(HFC-356mcf) und 1,1,1,2,2,3,4,6,6,6-Decafluorpentan (HFC-4310mee). Das 1,1,1,3,3-Pentafluorbutan
ist sehr gut geeignet. Das Fixierungsmittel kann als Variante eine Mischung der
vorstehend definierten C3-C6-Hydrofluorkohlenstoffe umfassen.
Bevorzugt enthält das Fixierungsmittel auch ein Co-Lösungsmittel.
Als Co-Lösungsmittel wird erfindungsgemäß eine organische Verbindung
oder eine Mischung von mehreren organischen Verbindungen, die mit dem C3-C6-Hydrofluorkohlenstoff
in Gewichtsverhältnissen von 1:100 bis 1:1 mischbar sind, bezeichnet.
Die verwendbaren Co-Lösungsmittel, die in dem Verfahren gemäß
der Erfindung in den Fixierungsmitteln eingesetzt werden, umfassen die C1-C3-Alkohole
(z.B. Methanol, Ethanol, Propanol und Isopropanol); die C3-C6-Ketone
(z.B. Aceton, Methylethylketon, Methylbutylketon, Methylisobutylketon und Diethylketon);
die C2-C8-Ester, die aus einer Carbonsäure, wie Ameisensäure,
Essigsäure, Propionsäure oder Buttersäure und einem Alkohol, wie
Methanol, Ethanol oder Propanol gebildet werden; und die C1-C3-Chlorkohlenwasserstoffe
(z.B. Dichlormethan, trans-1,2-Dichlorethylen und cis-1,2-Dichlorethylen).
Die Ketone und die Ester sind die bevorzugten Co-Lösungsmittel.
Die Ester sind die am stärksten bevorzugten Co-Lösungsmittel. Unter den
Ketonen wird Aceton besonders bevorzugt. Unter den Estern werden Ethylacetat, Methylacetat,
Ethylformiat und Methylformiat bevorzugt. Ethylacetat wird ganz besonders bevorzugt.
Der Gehalt an C3-C6-Hydrofluorkohlenstoff in
dem Fixierungsmittel beträgt vorteilhafterweise mindestens gleich 50%, bevorzugt
mindestens gleich 60% des Gesamtgewichts der Fixierungsmittelzusammensetzung. Das
Fixierungsmittel kann ausschließlich aus C3-C6-Hydrofluorkohlenstoff
bestehen. Bevorzugt übersteigt der Gehalt an C3-C6-Hydrofluorkohlenstoff
98%, in besonders bevorzugter Weise 96% und in ganz besonders bevorzugter Weise
90% des Gesamtgewichts der Fixierungsmittelzusammensetzung nicht.
Der Gehalt an Co-Lösungsmittel in dem Fixierungsmittel, welches
gemäß dem Verfahren der Erfindung eingesetzt wird, beträgt vorteilhafterweise
mindestens gleich 2%, bevorzugt mindestens gleich 4% und in besonders bevorzugter
Weise mindestens 10% des Gesamtgewichts der Fixierungsmittelzusammensetzung. Der
Gehalt an Co-Lösungsmittel übersteigt im allgemeinen 40%, bevorzugt 30%
und besonders bevorzugt 20% des Gesamtgewichts der Fixierungsmittelzusammensetzung
nicht.
Das Fixierungsmittel, welches in dem Verfahren gemäß der
Erfindung eingesetzt wird, kann zusätzlich zu dem Hydrofluorkohlenstoff und
dem Co-Lösungsmittel Additive enthalten, welche es erlauben, die Leistung des
Verfahrens zum Fixieren zu verbessern, insbesondere sind das Stabilisierungsmittel,
wie Nitroalkane (z.B. Nitromethan oder Nitroethan) und Epoxide (z.B. Propylenoxid
oder Butylenoxid).
In dem Verfahren gemäß der Erfindung kann das Inkontaktbringen
des Aufzeichnungsträgers, auf welchem der Toner aufgebracht wurde, mit dem
gasförmigen chemischen Fixierungsmittel in jedweder Vorrichtung erfolgen, die
den Aufzeichnungsträger, der den zu fixierenden Toner trägt, in eine Kammer,
welche die Dämpfe des Fixierungsmittels enthält, befördert. Solche
Vorrichtungen sind z.B. in dem US-Patent Nr. 4,311,723 und in der Patentanmeldung
EP-A-605 128 beschrieben. Herkömmlicherweise durchquert der Aufzeichnungsträger,
welcher das mit dem Toner geformte Bild trägt, eine Fixierungskammer bei einer
Temperatur von 50 bis 100°C, deren Atmosphäre mit den Dämpfen des
Fixierungsmittels gesättigt ist. Das eingesetzte Fixierungsmittel bewirkt eine
sehr schnelle Fixierung des Toners auf dem Aufzeichnungsträger, was eine gesteigerte
Druck- oder Vervielfältigungsgeschwindigkeit erlaubt. Typischerweise wird der
Aufzeichnungsträger, welcher den zu fixierenden Toner trägt, mit dem Fixierungsmittel
während einer Dauer von 0,5 bis 3 Sekunden in Kontakt gebracht.
Die Toner, die mit dem Verfahren gemäß der Erfindung fixiert
werden können, setzen sich aus frei abfließenden, fein verteilten Teilchen
auf Grundlage von z.B. mit Rußschwarz gefärbten oder pigmentierten thermoplastischen
Harzen zusammen, wie sie insbesondere in Kirk-Othmer, Encyclopedia of Chemical Technology,
4. Aufl., Bd. 9, Seiten 270-271, in dem Elektrophotographie behandelnden Kapitel
beschrieben sind. Das Verfahren gemäß der Erfindung findet insbesondere
für die Fixierung von pulverförmigen Tonern Anwendung, welche sich im
wesentlichen aus einer polymeren Matrix, wie z.B. einer Matrix auf Grundlage von
Polystyrol oder Polyester und einem Pigment zusammensetzen. Das Verfahren gemäß
der Erfindung, in welchem das Fixierungsmittel ein Co-Lösungsmittel enthält,
ist besonders gut an die Fixierung von Tonern, die eine polymere Matrix auf Grundlage
von Polyester besitzen, angepaßt.
Das Verfahren gemäß der Erfindung erlaubt es einen Toner
auf zahlreichen Aufzeichnungsträgern, insbesondere auf Papier, auf transparenten
Kunststoffolien und auf natürlichen oder synthetischen Textilien zu fixieren.
Das in dem Verfahren gemäß der Erfindung eingesetzte Fixierungsmittel
beeinträchtigt im allgemeinen die üblicherweise verwendeten Aufzeichnungsträger
in den Druck- oder Vervielfältigungsverfahren, welche pulverförmige Toner
einsetzen, nicht.
Die Erfindung betrifft auch Zusammensetzungen, die einen C3-C6-Hydrofluorkohlenstoff
und einen C2-C8-Ester enthalten, entsprechend den in dem Verfahren
zur Fixierung gemäß der Erfindung bevorzugt verwendeten Fixierungsmitteln.
Die nachstehenden, nicht einschränkenden Beispiele dienen der
Erläuterung.
Beispiel 1
In einen Glaskolben mit einem Fassungsvermögen von 1 1, ausgestattet
mit einem Kühler, wurden 3 ml eines Fixierungsmittels, bestehend aus 80 Gew.-%
1,1,1,3,3-Pentafluorbutan (HFC-365mfc) und 20 Gew.-% Ethylacetat,
eingebracht, anschließend wurde der Kolben in ein Temperaturbad, welches auf
95°C gehalten wurde, eingetaucht, in der Weise, daß das Fixierungsmittel
in dem Kolben vollständig verdampfte. Anschließend wurde während
2 Sekunden ein Papierstreifen, auf welchem vorab ein Toner mit einer polymeren Matrix
auf Grundlage von Polyester (Typ A2.5-S26312-F497 von Siemens-Nixdorf) aufgebracht
war, in den Kolben eingeführt. Nach dieser Behandlung erwies sich der Toner
als fest auf dem Papier fixiert.
Beispiele 2-8
Beispiel 1 wurde wiederholt, wobei das Fixierungsmittel durch andere
ersetzt wurde. Die Art der verwendeten Fixierungsmittel und der erhaltenen Grad
der Fixierung sind in der nachstehenden Tabelle I darstellt.
Tabelle I
Beispiele 9-11
Für die in Tabelle II aufgegriffenen Fixierungsmittel wurde das
Vorliegen eines Flammpunktes bei geschlossenem Tiegel (Pensky-Martens), entsprechend
der Norm ASTM D93-90, untersucht. Obwohl die Co-Lösungsmittel, wie Aceton oder
Ethylacetat, sehr entzündlich sind, besitzt keines der untersuchten Fixierungsmittel
einen Flammpunkt. Das HFC-365mfc besitzt folglich eine sehr ausgeprägte inertisierende
Wirkung auf die Entzündbarkeit dieser Co-Lösungsmittel.
Tabelle II
Anspruch[de]
Verfahren zum Fixieren eines Toners auf einem Aufzeichnungsträger
in einer Vorrichtung zum Drucken oder Vervielfältigen von Dokumenten, durch
Inkontaktbringen des Aufzeichnungsträgers, auf den der Toner aufgebracht worden
ist, mit einem chemischen Fixierungsmittel in gasförmigem Zustand,
dadurch gekennzeichnet, daß das Fixierungsmittel einen C3-C6-Hydrofluorkohlenstoff
enthält.Verfahren nach Anspruch 1, worin der Hydrofluorkohlenstoff ein Hydrofluoralkan
mit der allgemeinen Formel CaHbFc
ist, worin a eine ganze Zahl von 3 bis 5 ist, b eine ganze Zahl von 1 bis (a + 2)
ist und c eine ganze Zahl von a bis (2a + 1) ist.Verfahren nach Anspruch 2, worin das Fixierungsmittel 1,1,1,3,3-Pentafluorbutan
enthält.Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, worin das Fixierungsmittel
ein Co-Lösungsmittel enthält.Verfahren nach Anspruch 4, worin das Co-Lösungsmittel eine unter
den C1-C3-Alkoholen, den C3-C6-Ketonen,
den C2-C8-Estern und den C1-C3-Chlorkohlenwasserstoffen
ausgewählte Verbindung ist.Verfahren nach Anspruch 5, worin das Co-Lösungsmittel eine unter
Aceton, Ethylacetat, Methylacetat, Ethylformiat und Methylformiat ausgewählte
Verbindung ist.Verfahren nach Anspruch 6, worin das Co-Lösungsmittel Ethylacetat
ist.Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 7, worin das Fixierungsmittel
98 bis 60 Gew.-% C3-C6-Hydrofluorkohlenstoff und 2 bis 40
Gew.-% Co-Lösungsmittel enthält.Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 8, worin der Toner eine
Polymermatrix auf Polyesterbasis umfaßt.Wenigstens 50 Gew.-% 1,1,1,3,3-Pentafluorbutan HFC-365mfc und einen
C2-C8-Ester enthaltende Zusammensetzungen, verwendbar im Verfahren
gemäß einem der Ansprüche 1 bis 9.Zusammensetzungen nach Anspruch 10, worin der Ester unter Ethylacetat,
Methylacetat, Ethylformiat und Methylformiat ausgewählt ist.Zusammensetzungen mit einem Gehalt an 1,1,1,3,3-Pentafluorpropan HFC-245fa
und an einem unter den C1-C3-Alkoholen, den C2-C8-Estern,
den C3-C6-Ketonen und den C1-C3-Chlorkohlenwasserstoffen
ausgewählten Co-Lösungsmittel, verwendbar in dem Verfahren nach einem
der Ansprüche 1 bis 9.Zusammensetzung nach Anspruch 12, worin das Keton Aceton ist.Verwendung eines C3-C6-Hydrofluorkohlenstoffes
als Bestandteil eines Toner-Fixierungsmittels.