Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Druckguss
von Nickel-basiertem Waspaloy-Superlegierungen, z.B. typischerweise Waspaloy mit
hohen Schmelztemperaturen von über 2300 bis 2500°F/1260 bis 1370°C.
Nickel-basierte und Kobalt-basierte Superlegierungen werden bei Anwendungen
benutzt, welche hohe Festigkeit/Gewichtverhältnisse, Korrosionsfestigkeit und
Verwendung bei relativ hohen Temperaturen erfordern, beispielsweise bis zu und über
ca. 1500°F/815°C. Wie hier verwendet, bezieht sich Superlegierung generell
auf jene Materialien, welche durch hohe Festigkeit gekennzeichnet sind und hohe
Festigkeit bei hohen Temperaturen behalten. Solche Materialien sind auch durch relativ
hohe Schmelzpunkte gekennzeichnet.
In Gasturbinenmaschinen werden diese Superlegierungen beispielsweise
typischerweise verwendet im Turbinenbereich und manchmal in den späteren Stufen
des Kompressorbereichs der Maschine einschließlich, aber nicht beschränkt
auf Strömungsprofile, z.B. Laufschaufeln und Leitschaufeln, wie auch statische
und strukturelle Komponenten, z.B. Zwischengehäuse und Kompressorgehäuse,
Kompressorscheiben, Turbinengehäuse und Turbinenscheiben. Eine typische in
Gasturbinenmaschinen verwendete Nickel-basierte Superlegierung wird unter dem Namen
Waspaloy verkauft und ist beispielsweise in den US-Patenten Nr. 4 574 015 und 5
120 373 offenbart.
Für Zwecke, bei welchen Waspaloy für Gegenstände wie
z.B. Laufschaufeln und Leitschaufeln in Gasturbinenmaschinen verwendet wird, erfüllen
die Gegenstände zumindest die Anforderungen, welche aufgeführt sind in
Aerospace Material Specification AMS 5707 (Rev.H, veröffentlicht August 1994),
veröffentlicht durch SAE International aus Warrendale, PA.
Gatorized Waspaloy ist eine hoch entwickelte Waspaloy-Zusammensetzung,
welche entwickelt wurde, um verbesserte Festigkeit und Temperatureigenschaften gegenüber
konventionellem Waspaloy zu bieten. Siehe US-Patente Nr. 4 574 015 und 5 120 373.
Es hat eine allgemeine Zusammensetzung in Gew.-% an Chrom 15,00 bis 17,00, Kobalt
12,00 bis 15,00, Molybdän 3,45 bis 4,85, Titan 4,45 bis 4,75, Aluminium 2,00
bis 2,40. Gator Waspaloy kann auch kleine Mengen an anderen Elementen haben, z.B.
Zirconium 0,02 bis 0,12, Bor 0,003 bis 0,010 und Magnesium 0,0010 bis 0,005.
In der Gasturbinenmaschinen-Industrie wird Schmieden angewendet, um
Teile mit komplexen dreidimensionalen Formen zu erzeugen, z.B. Leitschaufeln und
Laufschaufeln. Viele Nickel-basierte Superlegierungen, Kobalt-basierte Superlegierungen
und Eisen-basierte Superlegierungen werden traditionell präzisionsgeschmiedet,
um Teile mit einer kleinen durchschnittlichen Korngröße und einer Ausgeglichenheit
an hoher Festigkeit, geringem Gewicht und guter Hochzyklus-Ermüdungsrestistenz
zu haben. Für manche Anwendungen, z.B. Turbinenlaufschaufeln und Leitschaufeln,
wird die Herstellung typischerweise unter Verwendung von Präzisionsgussverfahren
hergestellt. Gießen wird verbreitet verwendet, um Gegenstände mit nahezu
ihrer endgültigen Form zu erzeugen.
Präzisionsgießen, wobei geschmolzenes Metall in eine Keramikschale
mit einem Hohlraum in der Gestalt des zu gießenden Gegenstands gegossen wird,
kann verwendet werden, um solche Gegenstände zu erzeugen. Präzisionsgießen
erzeugt jedoch sehr große Körner, beispielsweise ASTM 0 oder größer
(verglichen mit den relativ kleinen Korngrößen, welche durch Schmieden
erreicht werden können), und in manchen Fällen weist das gesamte Teil
ein einzelnes Korn auf. Da außerdem eine individuelle Gussform für jedes
Teil hergestellt wird, ist das Verfahren kostspielig. Reproduzierbarkeit von sehr
präzisen Abmessungen von einem zum nächsten Teil ist schwierig zu verwirklichen.
Falls das Material geschmolzen, gegossen und/oder verfestigt wird in Gegenwart eines
Gases, können die Teile unerwünschte Eigenschaften haben, z.B. Einschlüsse
und Porosität, insbesondere bei Materialien, welche reaktive Elemente enthalten,
z.B. Titan oder Aluminium. Absplitterungen der Keramikschale tragen auch zum Vorhandensein
von Einschlüssen und Verunreinigungen bei.
Permanent-Formgießen, wobei geschmolzenes Material in eine mehrteilige,
wiederverwendbare Form gegossen wird und nur aufgrund der Schwerkraft in die Form
fließt, wird auch allgemein verwendet, um Teile zu gießen. Siehe beispielsweise
US-Patent 5 505 246 von Colvin. Permanent-Formgießen hat jedoch verschiedene
Nachteile. Für dünne Gussteile, z.B. Strömungsprofile, kann die Schwerkraft
nicht ausreichend sein, um das Material in die dünneren Bereich zu zwingen,
insbesondere wenn hoch schmelzende Materialien und geringe Überhitzen verwendet
werden, und entsprechend wird die Form nicht konsistent aufgefüllt, und die
Teile müssen verworfen werden. Abmessungstoleranzen müssen relativ groß
sein und erfordern entsprechend mehr Nachbearbeitung nach Gießen, und Wiederholbarkeit
ist schwer zu verwirklichen. Permanent-Formgießen führt
auch zu relativ schlechten Oberflächen, was auch zusätzliches Nachbearbeiten
nach Gießen erforderlich macht.
Druckguss, wobei geschmolzenes Material unter Druck in eine wiederverwendbare
Form gegossen wird, wurde in der Vergangenheit erfolgreich verwendet, um Gegenstände
aus Materialien mit relativ niedrigen Schmelzpunkten zu erzeugen, beispielsweise
unter ca. 2000°F/1093°C. Wie beispielsweise in den US-Patenten Nr. 2 932
865, 3 106 002, 3 532 561 und 3 646 990 beschrieben, umfasst eine konventionelle
Druckgussmaschine eine Schussbüchse, welche auf eine (typischerweise fixierte)
Platte einer mehrteiligen Form montiert ist, beispielsweise einer zweiteiligen Form
einschließlich einer fixierten und einer beweglichen Platte, welche zusammenwirken,
um einen Formhohlraum zu definieren. Die Schussbüchse ist horizontal, vertikal
oder zwischen horizontal und vertikal geneigt ausgerichtet. Die Schussbüchse
ist mit einem Zulauf der Form verbunden und umfasst eine Öffnung an der Schussbüchse,
durch welche das geschmolzene Material gegossen wird. Ein Kolben ist zur Bewegung
in der Büchse positioniert, und ein Antriebsmechanismus bewegt den Kolben und
zwingt geschmolzenes Metall aus der Büchse in die Form. In einer Druckgussmaschine
vom „Kaltkammer"-Typ ist die Schussbüchse typischerweise horizontal
orientiert und ist unbeheizt. Gießen findet normalerweise unter atmosphärischen
Bedingungen statt, d.h. die Ausrüstung ist nicht in einer nicht-reaktiven Umgebung,
z.B. Vakuumkammer oder Inertatmosphäre, angeordnet.
Die Nachteile solcher Maschinen werden auch in den US-Patenten Nr.
3 646 990 und 3 791 440, beide von Cross, diskutiert, insbesondere in Verbindung
mit der Unfähigkeit, solche Maschinen zum Gießen von Materialien mit höherem
Schmelzpunkt zu verwenden. In konventionellen Maschinen wird die Atmosphäre
in der Schussbüchse nicht evakuiert, und der Kolben zwingt auch jegliche Luft
aus der Büchse in die Form, was zu Porosität der Druckgussgegenstände
führt, ein Zustand, der sowohl unerwünscht als auch unannehmbar ist, insbesondere
wenn der Gegenstand bei anspruchsvollen Anwendungen verwendet wird, z.B. bei Luftfahrtkomponenten.
Um dementsprechend das Einspritzen von Blasen mit dem geschmolzenen Material zu
vermeiden, muss die Schussbüchse so vollständig wie möglich gefüllt
sein oder so geneigt sein, dass jegliche Luft vor dem Einspritzen sich von der Form
weg bewegt. Da außerdem die Schussbüchse ungeheizt ist, verfestigt sich
eine Haut bzw. „Dose" des geschmolzenen Materials auf der Innenseite der
Schussbüchse, und um den Kolben durch die Schussbüchse zum Einspritzen
des geschmolzenen Metalls in die Form zu bewegen, muss der Kolben Widerstand des
verfestigten Metalls überwinden, die Haut von der Büchse herunter kratzen
und somit die „Dose" zerdrücken. Die Dose bildet jedoch ein strukturell
festes Element, beispielsweise in Form eines Zylinders, welcher durch die Büchse
gestützt wird, und der Kolben und/oder die verbundene Struktur zum Bewegen
des Kolbens kann beschädigt oder zerstört werden aufgrund des Widerstands
gegenüber der Kolbenbewegung. Wenn der Kolben thermisch verformt ist und der
Büchsenform nicht entspricht bzw. die Büchse thermisch verformt ist, wobei
die Freiräume zwischen Büchse und Kolben verändert werden, kann das
Durchströmen von Metall zwischen Kolben und Büchse („Blowback")
stattfinden und/oder den Kolben binden, was alles die erzeugten Artikel nachteilig
beeinflusst. Siehe auch das an Parlanti et al. erteilte US-Patent Nr. 3 533 464.
Trotz ausgiebiger Anstrengungen wurden die konventionellen „Kaltkammer"-Druckgussmaschinen
bisher nicht erfolgreich zur Erzeugung von Gegenständen verwendet, welche aus
hoch schmelzenden Materialien gebildet sind, z.B. aus Titanlegierungen und Superlegierungen.
Wie hier verwendet, bezieht sich Superlegierung im Allgemeinen auf jene Materialien,
die durch hohe Festigkeit gekennzeichnet sind und hohe Festigkeit bei hohen Temperaturen
beibehalten. Solche Materialien sind auch durch relativ hohe Schmelzpunkte gekennzeichnet.
Vergangene Versuche, hoch schmelzende Materialien, z.B. Titanlegierungen und Superlegierungen,
mit Druckguss zu gießen, führte zu unverwendbaren Druckgussmaschinen,
wie auch zu Gegenständen, welche durch mindere Qualität gekennzeichnet
waren, z.B. Unreinheiten, übermäßige Porosität und relativ geringe
Festigkeit und schlechte Ermüdungseigenschaften.
Es ist ein Ziel der vorliegenden Erfindung, Druckgussgegenstände
bereitzustellen, welche aus Nickel-basierten und Kobalt-basierten Superlegierungen
gebildet sind.
Es ist ein Ziel der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zum Herstellen
von Druckgussgegenständen bereitzustellen, welche aus hoch schmelzenden Materialien
wie Waspaloy gebildet sind; insbesondere um Gegenstände mit relativ komplexer
Form herzustellen, z.B. Gasturbinenmaschinen-Komponenten, welche nur schwierig,
falls überhaupt, geschmiedet werden können; und Gegenstände herzustellen,
welche Festigkeit, Haltbarkeit und Ermüdungsresistenz haben, die vergleichbar
sind mit entsprechenden Gegenständen, welche auf andere Weise hergestellt wurden,
z.B. durch Präzisionsgießen und Schmieden; und insbesondere um Gegenstände
bereitzustellen mit komplexen dreidimensionalen Formen, welche nur schwierig, falls
überhaupt, schmiedbar sind.
Entsprechend der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zum Druckgießen
eines aus Waspaloy gebildeten Gegenstands gemäß Patentanspruch 1 offenbart.
Der dadurch hergestellte Gegenstand, beispielsweise eine Lauf- oder Leitschaufel
einer Gasturbinenmaschine, hat eine Mikrostruktur ohne Strömungslinien und
hat vorzugsweise auch eine feine durchschnittliche Korngröße, z.B. mindestens
ASTM 0 oder kleiner. Für Gasturbinenmaschinen-Komponenten ist die durchschnittliche
Korngröße vorzugsweise ASTM 3 oder kleiner.
Die Gegenstände haben sowohl Formfestigkeit als auch Bruchfestigkeit
bei Raumtemperatur und erhöhter Temperatur, welche zumindest vergleichbar sind
mit Teilen, welche aus dem gleichen Material aufgebaut sind, aber durch andere verfahren
hergestellt wurden, z.B. Schmieden oder Präzisionsgießen, und sie haben
auch vergleichbare Hoch- und Niedrigzyklus-Ermüdungseigenschaften.
Bestimmte bevorzugte Ausführungsformen werden nun in größerem
Detail lediglich beispielhaft und mit Bezug auf die begleitenden Zeichnungen beschrieben:
1 ist eine Ansicht eines Druckgussgegenstands gemäß
der vorliegenden Erfindung.
2 und 2A sind Mikroskopaufnahmen,
welche die Mikrostruktur des Druckguss-Waspaloy gemäß der vorliegenden
Erfindung zeigen.
3 und 4 sind schematische
Ansichten einer bevorzugten Druckgussmaschine, welche verwendet wird, um Gegenstände
zu erzeugen, welche aus hoch schmelzenden Materialien bestehen.
5 ist ein Flussdiagramm eines bevorzugten Verfahrens.
Es wird nun auf 1 Bezug genommen. Ein
Druckguss-Superlegierungsgegenstand gemäß der vorliegenden Erfindung ist
allgemein durch das Bezugszeichen 10 bezeichnet. In der dargestellten Ausführungsform
umfasst der Gegenstand eine Turbinenschaufel 10, welche aus einem Druckguss-Superlegierungsmaterial
gebildet ist und in Gasturbinenmaschinen verwendet wird, obwohl nicht beabsichtigt
ist, die vorliegende Erfindung auf Gasturbinenmaschinen-Komponenten zu beschränken.
Der Gegenstand umfasst ein Strömungsprofil 12, eine Plattform
14 und eine Wurzel 16.
Der Gegenstand gemäß der vorliegenden Erfindung ist vorzugsweise
gekennzeichnet durch eine Abwesenheit von Strömungs- oder Flusslinien. Es wird
angemerkt, dass die Gegenstände nach dem Gießen, falls erwünscht,
thermomechanisch verarbeitet werden können. Anders ausgedrückt können
die Druckgussgegenstände im Folgenden als Vorformen zur Verwendung in einem
Schmiedevorgang dienen. Um die mit der Erfindung verbundenen Kosteneinsparungen
zu maximieren, bevorzugen wir, dass die Druckgussgegenstände in nahezu ihrer
endgültigen Form gegossen werden, um an dem Gegenstand vorgenommene Nachbearbeitungen
nach dem Gießen und die damit verbundenen Kosten zu minimieren. Die Gegenstände
können im Zustand nach dem Gießen wärmebehandelt werden, um erwünschte
mechanische Eigenschaften zu ermöglichen.
Wie bereits erwähnt, wird eine in Gasturbinenmaschinen verwendete
Superlegierung unter dem Namen Waspaloy vertrieben und ist beispielsweise offenbart
in den US-Patenten Nr. 4 574 015 und 5 120 373, welche hiermit ausdrücklich
durch Bezugnahme mit aufgenommen werden. Waspaloy ist eine Nickel-basierte Superlegierung
und hat, grob gesprochen, eine Zusammensetzung in Gew.-% von ca. 18 bis 21 Cr, 3,5
bis 5 Mo, 12 bis 15 Co, 2,75 bis 3,25 T, 1,2 bis 1,6 Al, 0,01 bis 0,08 Zr, 0,003
bis 0,010 B, Rest im Allgemeinen Nickel. Das Material kann auch Spuren anderer Elemente
aufweisen. 2 und 2A sind
Mikroskopaufnahmen, welche die Mikrostruktur von Druckguss-Waspaloy im Zustand nach
dem Gießen gemäß der vorliegenden Erfindung und nach Ausgesetztsein
über eine HIP-Temperatur von 2050°F/1121 °C über 4 h ohne Druck
zeigen. Wie dargestellt, reduziert die Anwendung einer HIP-Temperatur ohne Druck
die Entmischung. Die Anwendung eines geeigneten Drucks wird die Porosität reduzieren
oder eliminieren.
Proben gemäß der vorliegenden Erfindung werden druckgegossen
und dann mit HIP behandelt. Die Arbeitsstücke, welche für Gasturbinenmaschinen
behandelt werden sollen, werden vorzugsweise auch Lösungs-behandelt, Stabilisierungsbehandelt
und/oder Präzipitations-wärmebehandelt in einer Schutzatmosphäre.
Gegenstände, welche als Gasturbinenmaschinen-Komponenten verwendet
werden sollen, haben die folgenden Eigenschaften:
Eigenschaft
Zugspannung, min/bevorzugt
160 ksi/1,12GPa
Streckspannung, 0,2%, min/bevorz.
110 ksi/770 Mpa
Dehnung in 4D, min
12%
Flächenreduktion
12%
Zusätzlich wurden Standard-Bruchproben (aufweisend Material,
welches gemäß der Erfindung hergestellt wurde) getestet. Die Proben wurden
bei ca. 1350°F/732°C gehalten und kontinuierlich belastet, nachdem eine
anfängliche axiale Belastung von zwischen ca. 75 ksi/525 Mpa erzeugt wurde.
Die Proben brachen nur nach mindestens 23 h und mit einer Dehnung nach Bruch von
mindestens ca. 10%.
Für Gasturbinenmaschinen-Komponenten zu verwendende Arbeitsstücke
sollten eine Mindest-Bruchfestigkeit von mindestens ca. 100 ksi/700 MPa, bevorzugt
110 ksi/770 Mpa haben; eine Streckspannung von mindestens 95 ksi/665 Mpa, bevorzugt
100 ksi/700 Mpa; und eine Dehnung in 4D von mindestens 3%.
Es wird Bezug genommen auf die 3,
4 und 5. Wir bevorzugen
die Verwendung einer Druckgussmaschine des Typs mit einer unbeheizten Schussbüchse
(„Kaltkammer"), um Gegenstände gemäß der vorliegenden Erfindung
zu erzeugen. Allgemein gesprochen, wird eine Charge eines Materials bereitgestellt
(5, Schritt 44), und das zu gießende
Material wird in dem Apparat 18 (Schritt 46, 5)
geschmolzen. Wir bevorzugen es, das Superlegierungsmaterial durch Induktionsschalen-Rückschmelzen
oder -Schmelzen (induction skull remelting or melting – ISR) 24
zu schmelzen, beispielsweise in einer Einrichtung des durch die Consarc Corporation
aus Rancocas, NJ hergestellten Typs, welche in der Lage ist, rasch und sauber eine
einzelne Charge eines zu gießenden Metalls zu schmelzen, z.B. bis zu 25 Pfund/12
kg Material. Bei ISR wird Material in einem Tiegel geschmolzen, welcher durch eine
Mehrzahl von Metallfingern (typischerweise Kupfer) definiert ist, welche in Position
aneinander gehalten sind. Der Tiegel ist umgeben durch eine mit einer Stromversorgung
26 verbundenen Induktionsspule. Die Finger umfassen Passagen für die
Zirkulation von Kühlwasser von und zu einer Wasserquelle (nicht gezeigt), um
ein Schmelzen der Finger zu verhindern. Das durch die Spule erzeugte Feld erwärmt
und schmilzt das im Tiegel angeordnete Material. Das Feld dient auch dazu, das geschmolzene
Metall zu bewegen bzw. zu rühren. Eine dünne Schicht des Materials friert
an der Tiegelwand und bildet die Schale, wodurch die Fähigkeit des geschmolzenen
Materials, den Tiegel anzugreifen, minimiert wird. Durch geeignetes Wählen
von Tiegel und Spule und der auf die Spule angewendeten Leistung und Frequenz ist
es möglich, das geschmolzene Material von dem Tiegel weg zu zwingen, wodurch
der Angriff der Tiegelwand durch das geschmolzene Material weiter reduziert wird.
Durch Schmelzen nur einer einzelnen Charge anstelle von Bereithalten eines großen
Behälters an geschmolzener Legierung stellen wir sicher, dass Komponenten mit
einem relativ niedrigen Schmelzpunkt in Bezug auf die Gesamtlegierung nicht verdampfen
und vor dem Gießen verloren gehen.
Wenn reaktive Materialien, z.B. Titan und Aluminium und diese Materialien
enthaltende Legierungen, gegossen werden sollen, ist es wichtig, die Materialien
in einer nicht-reaktiven Umgebung zu schmelzen, um eine Reaktion, Kontamination
oder andere Umstände zu vermeiden, welche die Qualität der resultierenden
Gegenstände nachteilig beeinflussen könnte. Da jegliche Gase in der Schmelzumgebung
im geschmolzenen Material eingefangen werden können und zu übermäßiger
Porosität in den Druckgussgegenständen führen können, bevorzugen
wir es, das Material in einer Vakuumumgebung anstelle einer Inertumgebung, z.B.
Argon, zu schmelzen. Stärker bevorzugt wird das Material in einer Schmelzkammer
20 geschmolzen, welche mit einer Vakuumquelle 22 verbunden ist,
wobei die Schmelzkammer bei einem Druck von weniger als 100 &mgr;/13,33 Pa, vorzugsweise
weniger als 50 &mgr;/6,665 Pa gehalten wird.
Obwohl wir bevorzugen, einzelne oder kleinere Chargen an Material
unter Verwendung einer ISR-Einrichtung zu schmelzen, kann das Material auf andere
Weise geschmolzen werden, z.B. durch Vakuum-Induktionsschmelzen (vacuum induction
melting, VIM) und Elektronenstrahl-Schmelzen, solange das Material nicht beträchtlich
kontaminiert wird. Außerdem schließen wir das Schmelzen von Massenmaterial,
z.B. mehrere Materialchargen auf einmal, in einer Vakuumumgebung und anschließendes
Übertragen einzelner Chargen an geschmolzenem Material in die Schussbüchse
zum Einspritzen in die Form nicht aus. Da das Material jedoch in einem Vakuum geschmolzen
wird, muss jegliche Ausrüstung, die zum Transfer des geschmolzenen Material
verwendet wird, typischerweise in der Lage sein, hohen Temperaturen zu widerstehen
und in der Vakuumkammer positioniert zu werden, und folglich muss die Kammer relativ
groß sein. Die zusätzliche Ausrüstung erhöht Kosten, und die
entsprechend große Vakuumkammer benötigt mehr Zeit zum Evakuieren, wodurch
die Zykluszeit beeinträchtigt wird.
Da etwas Zeit notwendigerweise zwischen dem Schmelzen des Materials
und Einspritzen des geschmolzenen Materials in die Form vergeht,
wird das Material mit einer begrenzten Überhitze geschmolzen – hoch
genug, um zu gewährleisten, dass das Material zumindest im Wesentlichen geschmolzen
bleibt, bis es eingespritzt wird, aber niedrig genug, um zu gewährleisten,
dass rasche Verfestigung nach dem Einspritzen stattfindet, was die Bildung von kleinen
Körnern ermöglicht, und auch, um die Wärmebelastung auf die Druckgussausrüstung
(insbesondere jene Teile der Ausrüstung, welche in Kontakt mit dem geschmolzenen
Metall kommen) zu minimieren. Wir haben Superlegierungsmaterial mit einer kontrollierten,
begrenzten Überhitze geschmolzen, z.B. haben wir erfolgreich Überhitzen
innerhalb ca. 100°F bis 200°F/38 bis 93°C oberhalb der Schmelztemperatur
der Legierung verwendet und stärker bevorzugt innerhalb ca. 50°F bis 100°F/10
bis 38°C, vorzugsweise unter Verwendung eines Schmelzsystems ohne Keramik,
z.B. eine Induktionsschalen-Schmelzeinrichtung. Das Material wird ausreichend überhitzt,
um zu gewährleisten, dass es geschmolzen bleibt, bis es in die Form eingespritzt
wird, aber die Menge an Überhitze ist niedrig genug, um rasche Verfestigung
des geschmolzenen Materials nach Einspritzen zu ermöglichen. Die geschmolzene
Legierung wird dann in eine horizontale Schutzbüchse der Maschine übertragen,
welche vorzugsweise in einer Vakuumumgebung angeordnet ist, und das geschmolzene
Material wird unter Druck in eine wiederverwendbare Form eingespritzt. Wir haben
gefunden, dass das Verfahren des Gießens und Einspritzens des geschmolzenen
Materials in ein oder zwei Sekunden gut funktioniert in einer Druckgussmaschine
mit einer unbeheizten Schussbüchse.
Um das geschmolzene Material vom Tiegel zu einer Schussbüchse
30 des Apparats (148 – 5) zu übertragen,
ist der Tiegel zur Translationsbewegung (Pfeil 31 in 4)
und auch zur Drehbewegung (Pfeils 33 von 3)
um eine Gießachse angebracht und ist wiederum an einem Motor (nicht gezeigt)
montiert, um den Schmelztiegel zu rotieren, um geschmolzenes Material von dem Schmelztiegel
durch ein Gießloch 32 der Schussbüchse 30 zu gießen.
Die Translation bzw. Seitwärtsbewegung des Schmelztiegels findet statt zwischen
der Schmelzkammer 20, in welcher das Material geschmolzen wird und einer
Position in einer separaten Vakuumkammer 34, in welcher die Schussbüchse
angeordnet ist. Die Gießkammer 34 wird auch als nicht-reaktive Umgebung
aufrechterhalten, vorzugsweise als Vakuumumgebung mit einem Druck von weniger als
100 &mgr;/13,33 Pa und vorzugsweise weniger als 50 &mgr;/6,665 Pa. Die Schmelzkammer
20 und die Gießkammer 34 sind durch ein Absperrventil oder
eine andere geeignete Einrichtung (nicht gezeigt) getrennt, um den Verlust an Vakuum
zu minimieren, in dem Fall, dass eine Kammer der Atmosphäre ausgesetzt wird,
z.B. um Zugang zu einem bestimmten Bauteil in einer bestimmten Kammer zu erhalten.
Während die dargestellte Ausführungsform eine separate Schmelz- und Gießkammer
aufweist, ist es auch möglich, das Schmelzen und Gießen in einer einzelnen
Kammer durchzuführen. Wir bevorzugen es, separate Kammern zu verwenden, um
den Verlust an Vakuum zu minimieren, in dem Fall, dass ein bestimmtes Bauteil der
Atmosphäre ausgesetzt wird, z.B. um die Schmelzeinrichtung oder die Schussbüchse
zu warten oder ein Gussstück zu entnehmen.
Wie bereits festgestellt, wird das geschmolzene Material von dem Tiegel
24 in die Schussbüchse 30 durch ein Gießloch
34 übertragen. Die Schussbüchse 30 ist verbunden mit
einer mehrteiligen, wiederverwendbaren Form 36, welche einen Formhohlraum
38 definiert. Eine ausreichende Menge an geschmolzenem Material, um den
Formhohlraum zu füllen, wird in die Schussbüchse gegossen, wobei der Formhohlraum
ein Teil oder mehrere Teile umfassen kann. Wir haben erfolgreich bis zu 12 Teile
mit einem einzelnen Schuss gegossen, z.B. durch Verwendung einer Form mit 12 Hohlräumen.
Die dargestellte Form 36 umfasst zwei Bereiche,
36a, 36b (kann aber mehr Bereiche aufweisen), welche miteinander
wirken, um den Formhohlraum 38 zu definieren, beispielsweise in Form einer
Verdichter-Laufschaufel oder -Leitschaufel für eine Gasturbinenmaschine. Die
Form 36 ist vorzugsweise direkt mit einer Vakuumquelle und auch durch die
Schussbüchse verbunden, um die Evakuierung der Form vor dem Einspritzen des
geschmolzenen Metalls zu ermöglichen. Die Form kann in einer Vakuumkammer angeordnet
sein, anstelle von oder zusätzlich zu der direkten Kopplung mit einer Vakuumquelle.
Ein Bereich der beiden Bereiche 36a, 36b der Form ist typischerweise
fix, während der andere Teil relativ zu dem einen Teil beweglich ist, beispielsweise
durch eine hydraulische Anordnung (nicht gezeigt). Die Form umfasst vorzugsweise
Auswurfstäbe (nicht gezeigt), um den Auswurf des verfestigten Materials von
der Form zu erleichtern. Die Form kann auch einen Stripper-Mechanismus aufweisen
(nicht gezeigt), um Gussmaterial von der Form zu entfernen, während das Material
noch heiß ist, um die Wärmebelastung auf die Form weiter zu reduzieren.
Die Form kann aus verschiedenen Materialien bestehen und sollte eine
gute Wärmeleitfähigkeit haben und relativ widerstandsfest gegen Erosion
und chemischen Angriff vom Einspritzen des geschmolzenen Materials sein. Eine umfassende
Liste möglicher Materialien wäre relativ groß und umfasst Materialien
wie Metalle, Keramiken, Grafit, Keramikmatrix-Verbundwerkstoffe und Metallmatrix-Verbundwerkstofte.
Jede der verschiedenen Gussform-Materialien hat Eigenschaften, z.B. einfache Bearbeitbarkeit,
Festigkeit bei erhöhten Temperaturen und Kompromisse aus den beiden, was es
geeignet für verschiedene Anwendungen macht. Wir bevorzugen zur Zeit, für
Superlegierungen aus Kohlenstoff-Flussstahl, z.B. 1018, gebildete Formen zu verwenden,
aufgrund dessen geringer Kosten und leichter Bearbeitbarkeit. Beschichtungen und
Oberflächenbehandlungen können verwendet werden, um die Geräteleistung
und Qualität der resultierenden Teile zu verbessern. Die Form kann auch mit
einer Kühlmittelquelle, z.B. Wasser, oder Wärmequelle, z.B. Öl (nicht
gezeigt), verbunden sein, um die Gussform-Temperatur während des Betriebs zu
regulieren. Außerdem kann ein Gussform-Schmiermittel auf eines oder mehrere
ausgewählte Teile der Form und pro Gussmaschine aufgetragen werden. Jegliches
Schmiermittel sollte allgemein die Qualität der resultierenden Gussteile verbessern
und sollte insbesondere resistent gegenüber wärmebedingtem Zerfall sein,
um das einzuspritzende Material nicht zu verunreinigen.
Geschmolzenes Metall wird dann vom Tiegel zur Schussbüchse übertragen.
Eine ausreichende Menge des geschmolzenen Materials, um die Schussbüchse teilweise
zu füllen und im Folgenden die Form zu füllen, wird in die Büchse
gegossen. Vorzugsweise ist die Büchse zu weniger als 50% gefüllt, stärker
bevorzugt zu weniger als ca. 40% gefüllt und höchst bevorzugt zu weniger
als 30% gefüllt.
Eine Einspritzvorrichtung, z.B. ein Kolben 40 wirkt mit der
Schussbüchse 30 und einer Hydraulik oder einer anderen geeigneten
Anordnung (nicht gezeigt) zum Antrieb des Kolbens in Richtung des Pfeils
42 zusammen, um den Kolben zwischen der mit durchgezogenen Linien dargestellten
Position und der mit unterbrochenen Linien dargestellten Position zu bewegen und
damit das geschmolzene Material unter Druck von der Büchse 30 in den
Formhohlraum 38 einzuspritzen (Schritt 50 – 4).
In der durch die durchgezogenen Linien dargestellten Position kooperieren der Kolben
und die Büchse, um ein Volumen zu definieren, welches wesentlich größer
ist als die Menge an geschmolzenem Material, welche eingespritzt wird. Vorzugsweise
ist das Volumen mindestens das Zweifache des Volumens von einzuspritzendem Material,
stärker bevorzugt mindestens das Dreifache. Entsprechend führt das geschmolzene
Material, welches von dem Tiegel zu der Büchse übertragen wird, weniger
als die Hälfte und stärker bevorzugt weniger als ca. ein Drittel des Büchsenvolumens.
Da die Büchse nur teilweise gefüllt ist, bildet jegliches Material bzw.
jegliche Haut, welche sich auf der Büchse verfestigt, nur einen Teil-Zylinder,
d.h. eine offene gebogene Fläche, und wird während des Metall-Einspritzens
ohne Probleme abgekratzt oder zerdrückt und in das geschmolzene Material zurückgebracht.
Zum Einspritzen haben wir Kolbengeschwindigkeiten von zwischen ca. 30 inch/s (ips)/0,76
m/s und 300 ips/7,62 m/s verwendet, wobei eine Schussbüchse einen Innendurchmesser
von ca. 3 inch (76 mm) hat, und wir bevorzugen zur Zeit, eine Kolbengeschwindigkeit
von zwischen ca. 50 bis 175 inch/s (ips)/1,28 bis 4,5 m/s zu verwenden. Der Kolben
wird typischerweise mit einem Druck von mindestens 1200 psi/8,4 MPa und stärker
bevorzugt von mindestens 1500 psi/10,5 MPa bewegt. Wenn der Kolben sich dem Ende
seines Stoßes nähert und wenn der Formhohlraum gefüllt ist, beginnt
er, Druck auf das Metall zu übertragen. Es kann dann vorteilhaft sein, den
Druck zu vergrößern, um ein komplettes Füllen des Formhohlraums zu
gewährleisten, die jeweiligen Vergrößerungsparameter sind abhängig
vom gewünschten Ergebnis. Die Vergrößerung wird durchgeführt,
um Porosität zu minimieren und um jegliche Materialschrumpfung während
des Abkühlens zu reduzieren. Wir haben eine Vergrößerung auf über
1500 psi/10,5 MPa mit zufrieden stellenden Ergebnissen verwendet. Nachdem eine ausreichende
Zeitdauer vergangen ist, um die Verfestigung des Materials in der Form zu gewährleisten,
werden die Auswurfstäbe (nicht gezeigt) betätigt, um Teile aus der Form
auszuwerfen (Schritt 52 – 5).
Wie aus der Technik bekannt, weisen Druckgussgegenstände typischerweise
etwas Porosität auf, im Allgemeinen bis zu einigen wenigen Prozent. Dementsprechend
und insbesondere wenn solche Gegenstände in anspruchsvolleren Anwendungen verwendet
werden, z.B. Verdichter-Strömungsprofile für Gasturbinenmaschinen, besteht
ein Erfordernis, die Porosität zu reduzieren und vorzugsweise zu eliminieren
und, falls notwendig, anders zu behandeln (Schritt 54 –
5). Die Teile werden daher vorzugsweise mit heißem
isostatischem Pressen (HIP), wie beschrieben, behandelt, um Porosität in den
Teilen im Zustand nach dem Gießen zu reduzieren und im Wesentlichen zu eliminieren.
Tatsächliche Wärmebehandlungs- und NIP-Parameter können abhängig
von der gewünschten Anwendung für den Gegenstand und der zu erzielenden
Zykluszeit für das Verfahren variiert werden, die Temperatur, der Druck und
die Zeit, welche während HIP verwendet werden, müssen jedoch ausreichend
sein, um im Wesentlichen die gesamte Porosität in den Druckgussgegenständen
zu eliminieren, ohne jedoch signifikantes Kornwachstum zu ermöglichen. Typische
Korngrößen sind kleiner als ASTM 0, wobei stärker beanspruchte Teile,
z.B. Gasturbinenmaschinen-Komponenten, vorzugsweise ASTM 3 oder weniger haben.
Die Teile werden inspiziert (Schritt 56 –
5) unter Verwendung konventioneller Inspektionstechniken,
z.B. durch Fluoreszenz-Penetrantinspektion (FPI), radiografische und visuelle Inspektion,
und nach durchlaufener Inspektion können die Teile verwendet werden oder weiter
behandelt/wieder behandelt werden, falls erforderlich (Schritt 58 –
5).
Als Folge unserer Arbeit mit Superlegierungen sind wir der Ansicht,
dass mehrere Bedingungen wichtig sind, um Gussstücke mit guter
Qualität zu produzieren. Das Schmelzen, Gießen und Einspritzen von Material,
insbesondere bei reaktiven Materialien, muss in einer nicht-reaktiven Umgebung durchgeführt
werden, und wir bevorzugen, diese Arbeitsvorgänge in einer Vakuumumgebung durchzuführen,
welche bei einem Druck von vorzugsweise weniger als 100 &mgr;/13,33 Pa und stärker
bevorzugt von weniger als 50 &mgr;/6,665 Pa gehalten wird. Das Ausmaß an
Überhitze sollte ausreichend sein, um zu gewährleisten, dass das Material
im Wesentlichen und vollständig geschmolzen bleibt von dem Zeitpunkt, an welchem
es gegossen wird, bis es eingespritzt wird, aber auch, um rasches Kühlen und
die Bildung von kleinen Körnern zu ermöglichen, sobald es eingespritzt
wird. Ausgrund der relativ geringen Überhitze muss der Transfer und das Einspritzen
von geschmolzenem Material rasch genug sein, um vor der Metallverfestigung stattzufinden.
Die resultierende Mikrostruktur, z.B. Korngrößen, scheint mit der Schichtdecke
des gegossenen Teils wie auch mit den verwendeten Formmaterialien und der verwendeten
Überhitze zu korrespondieren, d.h. dünnere Bereiche neigen dazu, kleinere
Körner aufzuweisen, und dickere Bereiche (insbesondere interne Abschnitte der
dickeren Bereiche) neigen dazu, größere Körner aufzuweisen. Gussformmaterialien
mit hoher Wärmeleitfähigkeit führen zu Gegenständen mit kleineren
Körnern wie auch die Verwendung von geringeren Überhitzen. Wir sind er
Ansicht, dass dies aus den relativen Abkühlraten resultiert. Die Rate, mit
welcher der Kolben bewegt wird, und entsprechend die Rate, mit welcher das Material
in die Form eingespritzt wird, scheint die Oberflächenbeschaffenheiten der
Gegenstände im Zustand nach dem Gießen zu beeinflussen, obwohl die Konstruktion
des Angusses, wie auch das Gussformmaterial, auch eine Rolle in Kombination mit
der Einspritzgeschwindigkeit spielen können.
Druckguss bietet andere beträchtliche Vorteile gegenüber
Schmieden. Vom Gesichtspunkt der benötigten Ausrüstung her betrachtet
erfordert Schmieden das Herstellen von mehreren Gussformen zur Erzeugung eines neuen
Teils mit beträchtlichen Kosten. Demgegenüber wird nur ein einzelner Gussform-Satz
pro Teil bei signifikant reduzierten Kosten im Vergleich zum Schmieden benötigt.
Die zur Herstellung eines Teils benötigte Zeit vom Barren zum fertigen Teil
ist signifikant reduziert, da es kein Erfordernis gibt, besonders angefertigte Formlinge
des Materials herzustellen und das Druckgießen allgemein in einem einzelnen
Schritt durchgeführt wird, im Gegensatz zu mehreren Schmiedevorgängen.
Beim Druckgießen können mehrere Teile in einem einzelnen Guss hergestellt
werden. Druckgießen ermöglicht die Herstellung von Teilen mit komplexeren
dreidimensionalen Gestalten, wodurch ermöglicht wird, neue Software-Konstruktionstechnologie
in Bereichen anzuwenden und auszunutzen, wie z.B. Gasturbinenmaschinen, und es ermöglicht
die Herstellung von effizienteren Strömungsprofilen und anderen Komponenten.
Wir sind der Ansicht, dass Druckgießen die Herstellung von Gegenständen
mit komplexen Gestalten ermöglichen wird, unter Verwendung von Materialien,
welche nur mit Schwierigkeiten oder gar nicht in diese Form geschmiedet werden können.
Außerdem können die Druckgussgegenstände näher an ihrem Endzustand
mit besseren Oberflächeneigenschaften produziert werden, was Nachbearbeitungsvorgänge
nach dem Gießen minimiert, all das reduziert auch die Kosten der Herstellung
solcher Teile.