Technisches Gebiet
Die Erfindung bezieht sich auf das Gebiet der Schutztechnik
für Hoch- und Mittelspannungsnetze. Sie bezieht sich auf ein Verfahren zum
Empfang von digital codierten Schutzsignalen in einem Fernauslösegerät
sowie ein Fernauslösegerät gemäss dem Oberbegriff der Patentansprüche
1 und 6.
Stand der Technik
Fernauslösegeräte oder Schutzsignalübertragungsgeräte
dienen zur Übertragung von Schutz- oder Schaltbefehlen für einen Distanzschutz
in elektrische Hoch- und Mittelspannungsnetzen sowie -anlagen. Schutzbefehle bewirken
beispielsweise eine direkte oder indirekte Öffnung eines Schutzschalters und
dadurch eine elektrische Abtrennung eines Teiles des Netzes oder der Anlage. Andere
Schutzbefehle bewirken umgekehrt eine Blockierung der Öffnung eines Schutzschalters.
Schutzbefehle müssen beispielsweise von einem Abschnitt einer Hochspannungsleitung
zu einem anderen übertragen werden. Dazu erzeugt ein Sender in einem Fernauslösegerät
entsprechend den Schutzbefehlen digital codierte Signale, die über eine Signalverbindung
übertragen werden, welche durch ein digitales Kommunikationsmedium gebildet
wird. Ein Empfänger in einem anderen Fernauslösegerät detektiert
die übertragenen Signale und bestimmt die entsprechenden Werte der Schutzbefehle.
Abhängig von der Art des Schutzbefehls werden dabei
unterschiedliche Anforderungen an die Signalübertragung und -detektion gestellt,
die durch Übertragungszeit und Bitrate respektive Bandbreite sowie durch folgende
Parameter charakterisierbar ist:
- Puc
- Sicherheitswert, d.h. Wahrscheinlichkeit, dass ein Befehl fälschlicherweise
empfangen wird, obwohl er gar nicht gesendet wurde. Ein niedriger Wert von Puc entspricht
einer hohen Sicherheit der Übertragung.
- Pmc
- Verlässlichkeitswert, d.h. Wahrscheinlichkeit, dass ein Befehl, der gesendet
wurde, nicht empfangen wird. Ein niedriger Wert von Pmc entspricht einer hohen Verlässlichkeit
der Übertragung.
Im allgemeinen trifft zu, dass mit zunehmender Störleistung,
d.h. mit einer zunehmenden Bitfehlerrate (BER) des Übertragungskanals
- die Sicherheit zuerst abnimmt und dann wieder zunimmt, d.h. der Sicherheitswert
Puc zuerst zunimmt und dann wieder abnimmt, und
- die Verlässlichkeit dauernd abnimmt, d.h. der Verlässlichkeitswert
Pmc dauernd zunimmt.
Störungen der Übertragung durch Bitfehler dürfen
im Ruhefall keine Befehle vortäuschen und andererseits im Befehlsfall einen
echten Befehl nicht unzulässig verzögern oder sogar zu dessen Verlust
führen. Grosse Sicherheit und grosse Verlässlichkeit bei gleichzeitig
kurzer Übertragungszeit und kleiner Bandbreite sind widersprüchliche Forderungen.
Es kann aber immer eine Grösse auf Kosten der anderen Eigenschaften verbessert
werden. Der Kompromiss ist durch die Anwendung gegeben. So erfordern beispielsweise
indirekt auslösende Schutzsysteme kurze Übertragungszeiten bei grosser
Verlässlichkeit und mässiger Sicherheit. Anwendungen mit direkter Schalterauslösung
hingegen verlangen eine sehr grosse Sicherheit und Verlässlichkeit bei geringeren
Anforderungen an die Übertragungszeit.
Ein einzelner Schutzbefehl oder eine Kombination von mehreren
Schutzbefehlen werden durch Schutzsignale dargestellt respektive codiert. Beispielsweise
stellt ein erstes Schutzsignal einen ersten Schutzbefehl dar, und ein zweites Schutzsignal
den ersten Schutzbefehl in Kombination mit einem zweiten Schutzbefehl. Um den verschiedenen
Anforderungen zu genügen, werden die Schutzsignale digital codiert und redundant
übertragen. Dies erhöht die Sicherheit und die Verlässlichkeit. Das
Einfügen der Redundanz geschieht beispielsweise durch Verwendung eines Digitalcodes
mit unterschiedlichen Codewörtern mit einer Hammingdistanz und/oder durch Wiederholung
von Datenrahmen, welche die Codewörter enthalten.
Um entscheiden zu können, dass ein Schutzsignal und
damit eines oder mehrere Schutzbefehle mit einer vorgegebenen Sicherheit empfangen
worden ist, muss der Empfänger innerhalb eines Zeitfensters vorgegebener Länge
eine Anzahl n korrekter Codewörter detektieren. Dies ist beispielsweise beschrieben
in "Dimat Digital Teleprotection System Type TPD-1, General Description Rev.6 October
'98", Abschnitte 3.1. und 3.2. Bei einem geforderten Sicherheitswert Puc hängt
die Anzahl n von einem Grad einer Störung des Übertragungskanals ab. Im
Falle eines angenommenen maximalen Störungsgrads ist eine maximale Anzahl nmax
korrekt detektierter Codewörter nötig, um Einhaltung des geforderten Wertes
von Puc zu garantieren. Unter normalen Betriebsbedingungen ist die Störung
des Übertragungskanals jedoch viel tiefer als im schlechtesten Fall und somit
würden weniger als nmax korrekte Codewörter ausreichen. Bisherige
Empfänger warten in jedem Fall nmax korrekte Codewörter ab,
um immer die erforderliche Sicherheit gewährleisten zu können.
Darstellung der Erfindung
Es ist deshalb Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zum
Empfang von digital codierten Schutzsignalen in einem Fernauslösegerät
sowie ein Fernauslösegerät der eingangs genannten Art zu schaffen, die
eine schnellere Detektion von Schutzsignalen ermöglichen.
Diese Aufgabe lösen ein Verfahren zum Empfang von
digital codierten Schutzsignalen in einem Fernauslösegerät sowie ein Fernauslösegerät
mit den Merkmalen der Patentansprüche 1 und 6.
Im erfindungsgemässen Verfahren zum Empfang von digital
codierten Schutzsignalen in einem Fernauslösegerät wird eine Sequenz von
digitalen Codewörtern auf einem Übertragungskanal empfangen und gilt ein
Schutzsignal als empfangen, wenn in dieser Sequenz ein dem Schutzsignal entsprechender
Code innerhalb eines Zeitfensters vorgegebener Länge eine Anzahl n mal detektiert
wurde, wobei die Anzahl n nach Massgabe einer Schätzung eines aktuellen Masses
für eine Störung des Übertragungskanals bestimmt wird.
Dadurch wird es möglich, die Anzahl n bei wenig gestörtem
Übertragungskanal zu reduzieren und dadurch eine Übertragungszeit des
Schutzsignals zu verkleinern, und dabei trotzdem eine vorgegebene Sicherheitsanforderung
an die Übertragung einzuhalten
In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung
ist das Mass für die Störung des Übertragungskanals eine Bitfehlerrate
des Übertragungskanals und wird die Anzahl n anhand der Bitfehlerrate und einer
Anforderung an die Sicherheit der Übertragung bestimmt. In einer weiteren bevorzugten
Ausführungsform der Erfindung wird die Bitfehlerrate anhand der empfangenen
Sequenz von Codewörtern bestimmt.
Das erfindungsgemässe Fernauslösegerät weist
ein Mittel zum Empfang einer Sequenz von digitalen Codewörtern auf einem Übertragungskanal,
mindestens einen Detektor zur Detektion eines Codes, welcher einem Schutzsignal
entspricht, und mindestens ein Mittel zur Signalisierung, dass ein Schutzsignal
als empfangen gilt, falls in dieser Sequenz ein dem Schutzsignal entsprechender
Code innerhalb eines Zeitfensters vorgegebener Länge eine Anzahl n mal detektiert
wurde, wobei die Anzahl n nach Massgabe einer Schätzung eines aktuellen Masses
für eine Störung des Übertragungskanals bestimmbar ist.
In einer bevorzugten Ausführungsform weist das erfindungsgemässe
Fernauslösegerät mehrere parallel arbeitende Detektoren mit jeweils individuell
anhand der Bitfehlerrate und anhand einer für den jeweiligen Detektor vorgegebenen
Sicherheit eingestellter Anzahl n benötigter Wiederholungen. Dadurch ist es
möglich, dass unterschiedliche Schaltsignale mit unterschiedlichen Sicherheitsanforderungen
mit einer für den jeweiligen Schaltsignal kürzesten Zeit übertragbar
sind.
Weitere bevorzugte Ausführungsformen gehen aus den
abhängigen Patentansprüchen hervor.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
Im folgenden wird der Erfindungsgegenstand anhand eines
bevorzugten Ausführungsbeispiels, welches in den beiliegenden Zeichnungen dargestellt
ist, näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- ein Signalflussbild eines Fernauslösegeräts gemäss der Erfindung;
und
- Figur 2
- typische Abhängigkeiten zwischen Bitfehlerrate, Sicherheitswerten und Anzahl
korrekt empfangener Codes.
Die in den Zeichnungen verwendeten Bezugszeichen und deren
Bedeutung sind in der Bezugszeichenliste zusammengefasst aufgelistet. Grundsätzlich
sind in den Figuren gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen versehen.
Wege zur Ausführung der Erfindung
Figur 1 zeigt ein Signalflussbild eines Fernauslösegeräts
gemäss der Erfindung. Ein Empfangssignaleingang 1 führt auf einen Empfänger
2. Ein Ausgang des Empfängers 2 führt auf mehrere Detektoren 3,5,7 mit
jeweils zugeordneten Detektorausgängen 4,6,8. Ein Störungsschätzer
9 ist zur Übermittlung eines Masses für eine Störung eines Empfangssignals
an die Detektoren 3,5,7 ausgebildet. Diese Übermittlung ist mit gestrichelten
Linien dargestellt.
Der Empfänger 2 empfängt am Empfangssignaleingang
1 Signale von einem Übertragungskanal und erzeugt gegebenenfalls durch geeignete
Demodulation dieser Signale und unter Verwendung bekannter Synchronisationsmechanismen
als Ausgang eine Sequenz von digitalen Codewörtern, beispielsweise eine Folge
von Datenrahmen.
Ein erster Detektor 3 mit einem ersten Detektorausgang
4, ein zweiter Detektor 5 mit einem zweiten Detektorausgang 6 und ein dritter Detektor
7 mit einem dritten Detektorausgang 8 sind jeweils zur Detektion eines bestimmten
von drei Schutzsignalen ausgebildet. Selbstverständlich ist die Erfindung auch
mit nur einem, zwei, oder mit einer grösseren Anzahl von Detektoren 3,5,7 ausführbar.
In der Folge wird die Funktionsweise eines einzelnen Detektors erläutert. Der
Detektor bestimmt ein Vorhandensein respektive eine Abwesenheit des zugeordneten
Schutzsignals unter Einhaltung eines vorgegebenen Sicherheitswerts Puc. Dazu weist
er ein Mittel auf zur Detektion eines Codes, welcher dem Schutzsignal entspricht
respektive diesen Schutzsignal codiert. Die Detektion des Codes, also die Bestimmung
ob der Code empfangen worden ist oder nicht, geschieht anhand der Sequenz von digitalen
Codewörtern.
In einer ersten bevorzugten Ausführungsform der Erfindung
ist der Code ein einzelnes Bit innerhalb eines Datenrahmens der Sequenz. Das Bit
entspricht einem bestimmten Schutzsignal. In einer zweiten bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung ist der Code ein Codewort aus mehreren Bits. Ein Codewort entspricht
einem bestimmten Schutzsignal. In beiden Fällen entspricht das Schutzsignal
entweder genau einem Schutzbefehl oder einer Kombination von mehreren Schutzbefehlen.
Ein Schutzbefehl ist beispielsweise ein Schalt- oder Blockierbefehl, der von einem
Fernauslösegerät an ein Fernauslösegerät mit der erfindungsgemässen
Detektion übermittelt wird.
Das Schutzsignal gilt als mit einem bestimmten Sicherheitswert
Puc empfangen, falls der entsprechende Code in einem Zeitfenster vorgegebener Länge
L ein bestimmte Anzahl n mal empfangen worden ist. Beziehungen zwischen diesen Grössen
lassen sich mittels bekannter Verfahren aus der Detektionstheorie ermitteln. Im
folgenden wird beispielhaft eine Beziehung verwendet, wie sie im Standard IEC 60834-1
Draft Jan. 1997 Annex C angegeben ist. Die Erfindung ist mit beliebigen anderen
Codes und Beziehungen zwischen den relevanten Grössen ausführbar und nicht
auf dieses Beispiel beschränkt. Es ist
wobei
- p
- die Bitfehlerrate BER,
- d
- eine minimale Hammingdistanz des Codes, und
- m
- eine Anzahl Bits des Codewortes ist.
Figur 2 zeigt beispielhaft Abhängigkeiten zwischen
der Bitfehlerrate BER, Sicherheitswerten Puc und einer Anzahl n korrekt empfangener
Codes. Beispielsweise ergibt sich, falls ein Signal bereits nach n=2-maligem Auftreten
des entsprechenden Codes als detektiert signalisiert wird, bei einer BER von 10e-6
ein Sicherheitswert Puc von 10e-60. Für eine steigende BER steigt auch Puc.
Nach Überschreiten eines Maximums fällt Puc wieder ab, da dann die Störungen
überwiegen, das empfangene Signal immer zufälliger wird und damit die
Wahrscheinlichkeit des fälschlichen Empfangs eines Befehls wieder kleiner.
Die Kurven wurden für einen Code berechnet, der 21 Nutzbits zu 31 Bits mit
einer Hammingdistanz d = 5 codiert.
Gemäss der Erfindung werden die gezeigten Abhängigkeiten
entsprechend dem verwendeten Code bestimmt und daraus aus einer aktuellen Schätzung
der BER die notwendige Anzahl n bestimmt, die für die Einhaltung eines vorgegebenen
Sicherheitswertes Puc erforderlich ist. Beispielsweise lässt sich aus der Figur
2 die folgende Tabelle ablesen, die besagt, dass für eine Sicherheit Puc <
10e-20 und eine BER im angegebenen Bereich n den angegebenen Wert aufzuweisen hat.
BER
n
< 10e-4
1
10e-4 ... 10e-2
2
> 10e-2
4
Analog ist für eine Sicherheit Puc < 1 0e-40
BER
n
< 10e-4
2
10e-4 ... 10e-3
3
10e-3 ... 10e-2
4
> 10e-2
7
Eine oder mehrere solcher Tabellen werden im Detektor abgelegt.
Anhand der gemessenen BER und dem geforderten Puc wird aus den Tabellen n ausgelesen
und durch den Detektor als Schwelle für die Detektion des Schutzsignals verwendet.
Die Schätzung der aktuellen BER geschieht im Störungsschätzer
9 wiederholt während eines Betriebs des Fernauslösegeräts, so dass
auch die Anzahl n zu detektierender Codes dauernd den aktuellen Übertragungseigenschaften
nachgeführt wird. Damit ist immer die kürzestmögliche Auswertezeit
ohne Überschreiten eines vorgegebenen maximalen Sicherheitswertes gewährleistet.
Die Schätzung der BER geschieht in einer ersten bevorzugten
Ausführungsform der Erfindung anhand von Referenzsequenzen, die periodisch
durch den Sender in die Sequenz von Codewörtern eingeschoben werden.
In einer zweiten bevorzugten Ausführungsform der Erfindung
geschieht die Schätzung auch anhand oder ausschliesslich anhand der decodierten
Schutzsignale. Dabei werden bekannte Codes verwendet, mit denen ein Auftreten eines
oder mehrerer Bitfehler detektiert werden kann. In einem Digitalcode mit Hamming-Distanz
d lassen sich, falls d gerade ist, bis zu (d/2)-1 Bitfehler, und falls d ungerade
ist, bis zu (d-1)/2 Bitfehler pro Codewort feststellen, falls keine Bitfehler korrigiert
werden.
Anhand derart detektierter Bitfehler wird ständig
die Anzahl Bitfehler in einem zweiten Zeitfenster erfasst und daraus die aktuelle
BER bestimmt.
In einer bevorzugten Variante der zweiten Ausführungsform
der Erfindung geschieht die Detektion eines Codewortes, welches ein bestimmtes Schutzsignal
codiert, nach Massgabe von Anforderungen an die Sicherheit und die Verlässlichkeit.
Es wird dabei ein Code mit einer bestimmten Hamming-Distanz d zwischen den verschiedenen
Codeworten verwendet Erfindungsgemäss geschieht die Detektion eines einzelnen
Codewortes gemäss einer der folgenden drei Möglichkeiten:
- 1. Sicherheitsoptimiert: Die gesamte Hamming-Distanz wird verwendet, um Fehler
zu detektieren, was eine maximale Sicherheit ergibt, da (d - 1) Bitfehler erkennbar
sind. Die Verlässlichkeit dieser Detektion ist jedoch vergleichsweise klein,
da keine Bitfehler korrigiert werden und schon ein einziger Bitfehler im Codewort
dazu führt, dass das Codewort nicht detektiert wird.
- 2. Verlässlichkeitsoptimiert: Die gesamte Hamming-Distanz wird verwendet,
um so viele Fehler wie möglich zu korrigieren, was eine maximale Verlässlichkeit
ergibt, wobei aber die Sicherheit kleiner ist als bei der ersten Möglichkeit.
Es sind d/2 (falls d gerade ist) respektive (d-1)/2 (falls d ungerade ist) Bitfehler
korrigierbar. Bei nicht korrigierbaren Fehlern gilt das Codewort als nicht detektiert.
- 3. Es wird eine Mischform zwischen diesen beiden Extremen implementiert, das
heisst, dass ein Teil der Information der Bits der Hamming-Distanz zur Fehlerdetektion
und ein Teil zur Fehlerkorrektur verwendet wird. Je nach Länge der Hamming-Distanz
sind verschiedene Kombinationen möglich. Bezüglich den Werten von Sicherheit
und Verlässlichkeit liegt diese Möglichkeit zwischen den ersten beiden.
Je nachdem, ob ein Codewort als detektiert gilt oder nicht,
wird es bei der Zählung der Anzahl n empfangener Codes im Zeitfenster berücksichtigt
oder nicht. Falls n=1, also falls der Empfang genau eines Codes zur Detektion des
Schutzsignals ausreicht, so sind Zuverlässigkeit und Sicherheit der Detektion
des Schutzsignals im Wesentlichen durch Zuverlässigkeit und Sicherheit der
Detektion des Codewortes entsprechend der Wahl einer der drei oben gezeigten Möglichkeiten
bestimmt. Welche der drei Möglichkeiten gewählt wird, ist vorzugsweise
für jedes Schutzsignal einzeln einstellbar.
Beispielsweise wird im Sender ein Codewort mit der Hamming-Distanz
d=5 codiert. Die maximale Anzahl korrigierbarer Bitfehler pro Rahmen ist (d-1)/2
= 2. Entsprechend der Wahl einer der drei oben gezeigten Möglichkeiten ergibt
sich:
- 1. Sicherheitsoptimiert: Es werden keine Bitfehler korrigiert, maximal. 4 Bitfehler
können erkannt werden
- 2. Verlässlichkeitsoptimiert: Maximal. 2 Bitfehler können erkannt
und korrigiert werden.
- 3. Mischform: Maximal. 1 Bitfehler kann korrigiert werden, maximal. 3 Bitfehler
können erkannt werden.
Auswirkungen der Wahl der drei Modes beim Empfang eines
Codewortes mit einer bestimmten Anzahl von Bitfehlern sind in der folgenden Tabelle
dargestellt:
Bitfehler
Sicherheitsoptimiert
Verlässlichkeitsoptimiert
Mischform
0
√
√
√
1
0
√
√
2
0
√
0
3
0
f
0
4
0
f
f
≥ 5
f
f
f
wobei die Abkürzungen bedeuten:
- √
- das Codewort wird korrekt detektiert
- 0
- es wird kein Codewort detektiert
- f
- es wird ein falsches Codewort detektiert
Die Elemente des Fernauslösegeräts, welche den
Signalfluss gemäss Figur 1 realisieren, werden vorzugsweise durch eine entsprechend
programmierte Datenverarbeitungseinheit oder anwendungsspezifische integrierte Schaltungen
(ASICs, FPGAs) realisiert. Sie sind aber auch durch analoge Bauelemente und/oder
in Kombination mit diskreten Logikelementen und/oder programmierten Schaltkreisen
implementierbar. In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung sind die
Detektoren 3,5,7 und/oder der Störungsschätzer 9 mittels eines entsprechend
programmierten digitalen Signalprozessors implementiert.
Ein Computerprogramm zum Empfang von digital codierten
Schutzsignalen in einem Fernauslösegerät gemäss der Erfindung ist
in einen internen Speicher einer digitalen Datenverarbeitungseinheit ladbar und
weist Computerprogrammcodemittel auf, welche, wenn sie in einer digitalen Datenverarbeitungseinheit
ausgeführt werden, diese zur Ausführung des erfindungsgemässen Verfahrens
bringen. In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weist ein Computerprogrammprodukt
ein computerlesbares Medium auf, auf welchem die Computerprogrammcodemittel gespeichert
sind.
Bezugszeichenliste
- 1
- Empfangssignaleingang
- 2
- Empfänger
- 3
- erster Detektor
- 4
- erster Detektorausgang
- 5
- zweiter Detektor
- 6
- zweiter Detektorausgang
- 7
- dritter Detektor
- 8
- dritter Detektorausgang
- 9
- Störungsschätzer