Die Erfindung bezieht sich auf eine selbstfahrende Erntemaschine
mit in Fahrtrichtung abstandsveränderbarer, zweigeteilter Schneidwerksmulde,
deren einer Teil ortsfest mit der Erntemaschine verbunden ist und deren anderer
Teil Messer tragende und führende Messerbalken trägt und abstandsveränderbar
mit dem ortsfesten Teil der Schneidwerksmulde verbunden ist, wobei der Schneidwerksmulde
eine lageveränderbare Einzugshaspel zugeordnet ist.
In jüngster Zeit sind Mähdrescher bekannt geworden,
deren Schneidwerksmulde zweigeteilt ist, und zwar zweigeteilt derart, daß ein
Teil der Schneidwerksmulde in Fahtrichtung vor- oder zurückgeschoben werden
kann, so wie dies beispielsweise in der
EP 0 250 649 A1
beschrieben ist. Eine solche Ausbildung ist zweckmäßig, um einen
optimalen Einzug des Halmgutes bei möglichst geringem Kornverlust zu erzielen.
Um bei einer so ausgerüsteten selbstfahrenden Erntemaschine zu verhindern,
daß die Haspel bzw. deren Zinken mit dem mehr oder weniger weit ausgefahrenen
Messerbalken kollidieren, sind entsprechende Vorrichtungen bekannt geworden, so
daß unabhängig von der Relativlage des Messerbalkens eine Kollision mit
der Haspel vermieden wird.
Die bisher bekannten Erntemaschinen, die mit in Fahrtrichtung
abstandsveränderbaren Schneidwerksmulde ausgerüstet sind, sind in Querrichtung
zur Fahrtrichtung gesehen nur als einteilige Erntevorsätze bekannt geworden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine selbstfahrende
Erntemaschine mit in Fahrtrichtung abstandsveränderbaren zweigeteilten Schneidwerksmulden
vorzuschlagen, bei der diese Schneidwerksmulde trotz großer Arbeitsbreite auch
auf normale Straßenbreite zusammengeklappt werden kann.
Diese der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe wird durch
die Lehre des Hauptanspruches gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen
erläutert.
Mit anderen Worten ausgedrückt wird vorgeschlagen,
daß quer zur Fahrtrichtung, d. h. um in Fahrtrichtung ausgerichtete Schwenkachsen
eine mehrteilige Schneidwerksmulde, eine mehrteilige Haspel und ein mehrteiliger
Messerbalken mit den entsprechenden Messern vorgeschlagen wird, wobei die Bauteile
klappbar aneinander anschließen.
Hierbei ist gemäß der Erfindung vorgesehen, daß
die einzelnen Messer und Schneidwerksmuldenteile bzw. Messerbalkenteile in Arbeitsposition
über je eine Verriegelung miteinander verbunden sind, so daß sie synchron
miteinander in Fahrtrichtung verfahren werden können.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung ist vorgesehen, daß die zwei- oder mehrteiligen Messer jeweils
über einen Verriegelungsbolzen an den jeweiligen Trennstellen formschlüssig
miteinander verbindbar sind und eine Messerstellvorrichtung vorgesehen ist, die
dafür sorgt, daß die Messer in eine Mittelstellung zwischen die Messerfinger
geführt werden, bevor der Verriegelungsbolzen einrastet.
Hierbei wird vorgeschlagen, daß der Verriegelungsbolzen
und die Messerstellvorrichtung mit den Messern verschiebbar sind.
Die bereits erwähnte Verriegelung für die Schneidwerksmulde
ist mit den verschiebbaren Schneidwerksmuldenteilen bzw. Messerbalkenteilen verbunden,
wird aber durch einen auf dem ortsfesten Schneidwerksmuldenteil angeordneten Betätigungsanschlag
ausgelöst.
Im Bereich der jeweiligen Trennstelle der Schneidwerksmuldenteile
ist ein Hebel gelagert, der eine erste und zweite Stellvorrichtung trägt. Der
Hebel ist um eine ortsfeste Drehachse schwenkbar und die erste Stellvorrichtung
kommt mit einem ebenfalls ortsfest gelagerten Schwinghebel in Kontakt, und zwar
bevor die zweite Stellvorrichtung mit einer mit dieser Stellvorrichtung in Kontakt
kommenden Schiebestange in Kontakt kommt.
Durch diese Anordnung wird der Schwinghebel um eine Drehachse
geschwenkt und kommt mit einem Druckarm mit einer Messerstellvorrichtung in Kontakt,
durch die nunmehr die Messer in die Mittelstellung zwischen den Messerfingern geführt
werden. Anschließend gelangt die zweite Stellvorrichtung mit der Schiebestange
in Kontakt und verschiebt diese gegen die Rückstellkraft einer Feder, wodurch
gleichzeitig sich ein entsprechender Bolzen in einer Kurvenbahn verschiebt und hierdurch
einen Verriegelungshebel anhebt, der ebenfalls um einen Drehpunkt schwenkbar ist
und der an seinem anderen Ende den Verriegelungsbolzen trägt. Die Betätigungsstange,
die den die erste und zweite Stellvorrichtung tragenden Hebel betätigt, wird
über eine hydraulische Kolbenzylinderanordnung angetrieben.
Der Verriegelungsbolzen und ein entsprechender Zentrierungsbolzen
sind als Konusbolzen ausgebildet, so daß ein leichtes Einschieben der Bolzen
in die zugehörigen Hülsen möglich wird. Schließlich ist es von
Bedeutung, daß die eigentliche Schiebestange nur linear betätigt wird,
d. h. sich linear verschiebt, aber bewirkt, daß der Verriegelungshebel um eine
Drehachse geschwenkt wird.
Die Verriegelung der benachbarten Schneidwerksmuldenteile
erfolgt über einen Riegelbolzen und einen Riegelhaken, die auf den verschiebbaren
Messerbalkenteilen angeordnet sind, wobei ein Entriegeln der miteinander verbundenen
Schneidwerksmuldenteile automatisch dann erfolgt, wenn die Messerbalkenteile in
die hintere Position gefahren werden.
Hierbei ist an dem ortsfesten Schneidwerksmuldenteil ein
Betätigungsanschlag vorgesehen, der mit dem Riegelhaken dann in Kontakt kommt,
wenn dieser bis an das ortsfeste Teil zurückgeführt wird. Hierbei wirkt
der Druck des Betätigungsanschlages gegen die Wirkung einer Rückstellfeder,
die dafür Sorge trägt, daß, sobald sich das verschiebbare Muldenteil
nach vorne bewegt, der Riegelhaken wieder mit dem Riegelbolzen in Verbindung kommt.
Die einzelnen Messerbalkenteile werden mit Hilfe eines
Hydraulikzylinderpaares verfahren, welches als Master-Slave-System ausgebildet ist.
"Master-Slave-System" bedeutet, daß die Querschnittsfläche der Zylinderringseite
gleich der Kolbenfläche eines zweiten Zylinders ist.
Bei einer dreiteiligen Schneidwerksmulde weisen nur die
äußeren Messerbalkenteile entsprechende Hydraulikzylinderpaare auf.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend
anhand der Zeichnungen erläutert. Die Zeichnungen zeigen dabei in
- Fig. 1
- eine Ansicht von der Rückseite eines Erntevorsatzes für eine selbstfahrende
Erntemaschine mit auf das Mittelteil aufgklappten Seitenteilen, in
- Fig. 2
- in wesentlich größerem Maßstab eine Ansicht auf die verschiebbare
Schneidwerksmulde mit zugehöriger Haspel und ausgefahrenem Schneidwerksmuldenteil,
in
- Fig. 3
- eine Ansicht auf die Verriegelungseinrichtung für die Messerbalkenteile
und die Messerpositioniervorrichtung, in
- Fig. 4
- eine Ansicht gemäß Fig. 3 in einer anderen Arbeitsstellung, in
- Fig. 5
- die beiden Messerbalkenteile und die beiden Schneidwerksmuldenteile im auseinandergefahrenen
Zustand, in
- Fig. 6
- die Verriegelungsvorrichtung für die Messerbalkenteile und damit die Schneidwerksmuldenteile,
in
- Fig. 7 und Fig. 8 Fig. 9
- eine Schnittdarstellung der Verriegelungsvorrichtung gemäß Fig. 6,
in eine Ansicht auf die auseinandergefahrenen Schneidwerksmuldenteile von oben gesehen,
in
- Fig. 10
- eine Ansicht gemäß Fig. 9, aber im zusammengefahrenen Zustand der
Schneidwerksmuldenteile und Messerbalkenteile und in
- Fig. 11
- eine Schaltskizze für die zum Einsatz kommenden Hydraulikzylinder.
In den Fig. 1 und 2 ist ein Erntevorsatz für
eine Erntemaschine dargestellt. Dieser Erntevorsatz weist eine Schneidwerksmulde
40 auf, die bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel zweigeteilt ist und einen
ortsfesten Teil 41 und einen verschieblichen Teil 42 besitzt, wobei der Verschiebung,
wie dies durch den Pfeil F angedeutet ist, in Fahrtrichtung erfolgt. Der
verschiebliche Teil 42 trägt an seiner Frontseite Messerbalken 44, die Messer
12, 13 führen und tragen, wobei mit diesem Messerbalken 44 die Finger einer
Einzugshaspel 43 zusammenwirken, so daß ein optimaler Einzug des Halmgutes
bei möglichst geringem Kornverlust erzielt wird. Bei 48 ist ein Schneckenförderer
mit Excenterfinger erkennbar, der ebenfalls klappbar ist.
Wie dies die Fig. 1 zeigt, ist dieser Erntevorsatz
klappbar ausgebildet, d. h. er weist ein feststehendes Mittelteil auf und zwei um
in Fahrtrichtung ausgerichtete Achsen schwenkbare Seitenteile, die auf das Mittelteil
aufklappbar sind, so daß dadurch während der Arbeit eine sehr große
Arbeitsbreite erzielbar ist, andererseits das Erntefahrzeug problemlos über
die Straße verfahren werden kann.
In Fig. 3 sind zwei Messerbalkenteile 1 und 2 dargestellt,
wobei das Messerbalkenteil 2 schwenkbar und das Messerbalkenteil 1 hinsichtlich
der Schwenkbarkeit um eine in Fahrtrichtung weisende Drehachse ortsfest angeordnet
ist. Die beiden Messerbalkenteile 1 und 2 werden durch eine Verriegelungsvorrichtung
45 (Fig. 6) miteinander verbunden, so daß sie synchron miteinander verfahren
werden können, und zwar verfahren in Richtung der Fahrtrichtung (Pfeil
F in Fig. 2), wie das noch zu erläutern sein wird.
An dem ortsfesten Schneidwerksmuldenteil 41 ist eine Betätigungsstange
3 angeordnet, die über eine hydraulische Kolbenzylinderanordnung 22 betätigt
wird, wobei diese Betätigungsstange 3 an ihrem äußeren Ende einen
Hebel 4 trägt, der eine erste Stellvorrichtung 5 und eine zweite Stellvorrichtung
6 trägt.
An dem klappbaren, aber nicht nach vorne verschiebbaren
Schneidwerksmuldenteil ist um einen Drehpunkt 8 schwenkbar gelagert ein Schwinghebel
7 angeordnet, der einen Druckarm 10 aufweist. Mit dem dem Druckarm 10 gegenüberliegenden
Teil des Schwinghebels 7 kommt die erste Stellvorrichtung 5 in Kontakt und kann
also, wenn der Hebel 4 um seinen Drehpunkt 9 geschwenkt wird, nunmehr den Schwinghebel
7 um den Drehpunkt 8 drehen, so daß damit der Druckarm 10 mit einer Messerstellvorrichtung
11 in Kontakt kommen kann und diese so beaufschlagt, daß die in den Messerbalkenteilen
1 und 2 angeordneten Messer 12 und 13 in einer Mittelstellung der Messerfinger 14
stehen. Diese Stellung ist deutlich in Fig. 3 erkennbar.
Mit dem Schwinghebel 7 ist eine Zugfeder 32 verbunden,
die den Schwinghebel 7 wieder in die in Fig. 3 dargestellte Ausgangslage
führt.
Die Stellung, in der der Druckarm 10 mit der Messerstellvorrichtung
in Kontakt gekommen ist und diese Messerstellvorrichtung bewegt hat, ist in
Fig. 4 erkennbar, und nachdem der Hebel 4 über die erste Stellvorrichtung
5 den Schwinghebel 7 in die vorgenannte Stellung geführt hat, kommt die zweite
Stellvorrichtung 6, die vom Hebel 4 getragen wird, mit einer Schiebestange 15 in
Kontakt, wie dies die Fig. 4 zeigt und schiebt diese Schiebestange gegen
die Rückstellkraft einer Druckfeder 16 in der Zeichnung nach links.
Mit der Schiebestange 15 verbunden ist ein Bolzenelement
24, wobei der Bolzen dieses Elementes 24 in eine Kurvenbahn 18 eingreift, die von
einem Verriegelungshebel 19 getragen wird.
Wird nunmehr die Schiebestange 15 aus der in
Fig. 3 dargestellten Stellung in die in Fig. 4 dargestellte Stellung
geführt, wird der Verriegelungshebel 19 angehoben. Hierbei dreht sich der Verriegelungshebel
19 um den Drehpunkt 25. Der Verriegelungshebel 19 trägt an seinem dem Drehpunkt
25 abgewandten Ende einen Verriegelungsbolzen 17, der in eine Verriegelungshülse
20 eingreifen kann, die an dem Messer 13, d. h. also an dem hinsichtlich der Schwenkbarkeit
schwenkbaren Messerbalkenteil 2 angeordnet ist.
Durch diese Anordnung wird also erreicht, daß das
Messer 12 des Messerbalkens 1 nicht mehr formschlüssig mit dem Messer 13 des
Messerbalkenteiles 2 verbunden ist. Durch die Ausbildung des Verriegelungsbolzens
17 als Konusbolzen und die Ausbildung eines Anschlages als Konusbolzen 23
(siehe Fig. 5) wird erreicht, daß ein Zentrieren der mit diesen Bolzen
verbundenen Teile beim Einschieben in die jeweils zugeordneten Hülsen bewirkt
wird.
Durch die vorbeschriebene Ausbildung des Hebels 4 und des
Schwinghebels 7 wird erreicht, daß zuerst ein Zentrieren der Messer bewirkt
wird, bevor der Verriegelungshebel 19 angehoben und damit die so gebildete Verriegelung
46 gelöst wird und die Schwenkbewegung des Messerbalkenteiles 2 eingeleitet
werden kann.
Nicht nur die Messer 12, 13 müssen miteinander ver-
bzw. entriegelt werden, sondern auch die Messerbalkenteile und die Schneidwerksmuldenteile,
die geschwenkt werden sollen. Hierzu wird - wie aus Fig. 6 erkennbar - eine
Verriegelung 45 vorgeschlagen, die aus einem Riegelhaken 26 besteht, der um einen
Riegelbolzen 27 greifen kann, wobei der Riegelhaken 26 an sich in die in
Fig. 6 dargestellte Stellung sicher durch eine entsprechende Rückstell-
oder Druckfeder 28 geführt wird.
Die Entriegelung der Verriegelung 45 wird dadurch gebildet,
daß an dem nicht verschiebbaren, d. h. ortsfesten Schneidwerksmuldenteil 41
ein Betätigungsanschlag 29 vorgesehen ist (Fig. 7 und Fig. 9), gegen
den der Riegelhaken 26 zur Anlage kommt, wenn das ortsbewegliche Schneidwerksmuldenteil
42 nach hinten verschoben wird und in die Endposition kommt. Hierbei drückt
dann der Betätigungsanschlag 29 den Riegelhaken 26 aus dem Eingriff mit dem
Verriegelungsbolzen 27, und zwar gegen die Kraft der Rückstellfeder 28, so
daß damit die Möglichkeit gegeben ist, das schwenkbare Bauteil um eine
in Fahrtrichtung weisende Achse auf das feststehende Bauteil der Erntemaschine zu
klappen.
Fig. 9 zeigt dabei den Betätigungsbolzen 29, den Riegelbolzen 27 und
den Riegelhaken 26 in einer aufgebrochenen Stellung des darüber angeordneten
Bleches.
Auch Fig. 10 zeigt in einer aufgebrochenen Darstellung
die Anordnung des Riegelhakens 26 des Betätigungsbolzens 29 und des Riegelbolzens
27, die unterhalb der Verriegelung 46 angeordnet sind.
Die Schemadarstellung in Fig. 11 zeigt zwei Hydraulikzylinder
30 und 31 für das nach vorne verschiebbare Schneidwerksmuldenteil 42, und hieraus
wird ersichtlich, daß die Zylinder 30, 31 im Master-Slave-System miteinander
verbunden sind, d. h. die Leitung 47 führt von der Zylinderringseite zur Kolbenfläche
des anderen Zylinders und hierdurch wird die Anordnung so getroffen, daß die
Querschnittsfläche der Zylinderringseite gleich der Kolbenfläche des anderen
Zylinders ist.