Die vorliegende Erfindung betrifft ein Flügelprofil, welches
zweckmäßig bei einer Schaufelkaskade eines Axialströmungskompressors
für transsonische Geschwindigkeiten eines Flugzeugtriebwerks verwendet wird,
und welches insbesondere eine starke Verringerung eines Druckverlusts in einem Bereich
niedriger Reynolds-Zahlen erreichen kann, die nicht größer sind als eine
kritische Reynolds-Zahl, die einem Anfangspunkt entspricht, unterhalb dessen die
Gesamtdruckverluste beträchtlich ansteigen.
Derzeit ist ein Flügelprofil mit gesteuerter Diffusion ("Controlled
Diffusion Airfoil", CDA) als ein oft bei einer Schaufelkaskade (Rotorschaufel, Statorschaufel,
Auslassleitschaufel) für einen Axialströmungskompressor verwendetes Flügelprofil
bekannt. Bei diesem CDA wird eine maximale Strömungsgeschwindigkeit auf einem
Bogenrücken in einem transsonischen Bereich über einen Teil der Unterdruckfläche
von 10 bis 30% einer Sehne erzeugt, und es ist ein Konzept dieser Ausgestaltung,
eine Verteilung der Strömungsgeschwindigkeit bereitzustellen, wobei die Strömungsgeschwindigkeit
ohne eine Stoßwelle von Überschallgeschwindigkeit zu Unterschallgeschwindigkeit
verringert wird, so dass Stoßverluste ausgeschaltet werden und die Grenzschicht
nicht aufgrund von Stoß-Grenzschicht-Interaktionen abgelöst wird.
Die japanische Patentanmeldungs-Offenlegungsschrift Nr. 2002-317797
offenbart ein Flügelprofil, bei welchem eine Oberfläche, deren Oberflächenrauigkeit
an einer vorderen Hälfte eines Abschnitts von einer führenden Kante zu
einem Bogenrücken größer ist als als an einer hinteren Hälfte,
an dem Flügelprofil gebildet ist, um eine Erzeugung von Laminarströmungs-Ablösungsblasen
und die Entwicklung einer turbulenten Grenzschicht in einem Bereich niedriger Reynolds-Zahlen
zu unterdrücken, sowie eine Verringerung einer Stoß-Materialzugabe zu
verhindern, wodurch die Effizienz des Kompressors verbessert wird.
Weiterhin offenbart die japanische Patentanmeldungs-Offenlegungsschrift
Nr. 2004-293335 ein Flügelprofil, bei dem ein Überschall-Abschnitt mit
einer im Wesentlichen konstanten Strömungsgeschwindigkeit in einem Bereich
stromabwärts eines ersten maximalen Werts der Strömungsgeschwindigkeit
auf einem Bogenrücken eines Flügelprofils für einen Kompressor und
innerhalb von 15% auf einer Sehne gebildet ist, so dass eine große erste Stoßwelle
an einer Position erzeugt wird, an der die Strömungsgeschwindigkeit den ersten
maximalen Wert annimmt, wodurch eine zweite Stoßwelle geschwächt wird,
die an einer Position erzeugt wird, an der die Strömungsgeschwindigkeit eine
im Wesentlichen konstante Überschallgeschwindigkeit wird, wodurch eine Ablösung
der Grenzschicht aufgrund der zweiten Stoßwelle unterdrückt wird, um einen
Druckverlust zu verringern.
Es ist bei einem Flugzeugtriebwerk sehr wichtig, das Gewicht zu verringern.
Das Gewicht einer LP-Turbine ist für etwa ein Drittel des Tnebwerk-Gesamtgewichts
verantwortlich, da diese aus mehreren Stufen besteht. Ein Ansatz zur Verringerung
der Anzahl von Turbinen-Komponenten ist es, einen Stator eines Kompressors mit hoher
Drehzahl als eine Auslassleitschaufel ("outlet guide vane", OGV) direkt hinter einem
unter extrem hoher Last stehenden Turbinenrotor vorzusehen. Die Betriebs-Reynolds-Zahl
ändert sich allerdings stark zwischen Startbedingungen und Bedingungen beim
Fliegen mit Reisegeschwindigkeit. Demzufolge haben Flügelprofile der herkömmlichen
CDA-Ausgestaltung für mittlere und hohe Reynolds-Zahlen Probleme unter den
Bedingungen beim Fliegen mit Reisegeschwindigkeit in einem Bereich niedriger Reynolds-Zahlen,
welche kleiner sind als eine kritische Reynolds-Zahl. Die OGV-Verluste könnten
sogar unterhalb einer bestimmten Reynolds-Zahl stark ansteigen, so dass keine ausreichende
Leistungsfähigkeit des Flugzeugtriebwerks erreicht werden kann.
Gesamtdruckverluste von herkömmlichen Flugzeugtriebwerk-Kompressorschaufeln
steigen weiterhin beim Fliegen mit Reisegeschwindigkeit in sehr großen Höhen
(d.h. oberhalb von 40000–45000 Fuß), in denen die Schaufelsehnen-Reynolds-Zahl
aufgrund der niedrigen Luftdichte sehr niedrig ist, stark an.
Die vorliegende Erfindung ist im Hinblick auf die obigen Umstände
entwickelt worden, und hat die Aufgabe, einen Druckverlust eines Flügelprofils
für einen Axialströmungskompressor in einem Bereich niedriger Reynolds-Zahlen
zu verringern, ohne in einem Bereich hoher Reynolds-Zahlen Leistungsfähigkeit
zu verlieren.
Um die obige Aufgabe zu lösen, wird gemäß einem ersten
Merkmal der vorliegenden Erfindung eine neue Art von Flügelprofil für
einen Axialströmungskompressor bereitgestellt, das den Verlust in einem Bereich
niedriger Reynolds-Zahlen senken kann, umfassend: eine innere Bogenfläche,
welche derart ausgelegt ist, dass sie zwischen einer führenden Kante und einer
nachlaufenden Kante einen Überdruck erzeugt, und einen Bogenrücken, welcher
derart ausgelegt ist, dass er zwischen der führenden und der nachlaufenden
Kante einen Unterdruck erzeugt, dadurch gekennzeichnet, dass eine Verteilung der
Strömungsgeschwindigkeit an der Seite des Bogenrückens einen einzelnen
Überschall-Maximalwert innerhalb eines Bereichs von bis zu 6% an einer Sehne
von der führenden Kante aus aufweist, wobei eine Position der führenden
Kante durch 0% repräsentiert ist und eine Position der nachlaufenden
Kante durch 100% repräsentiert ist.
Gemäß einem zweiten Merkmal der vorliegenden Erfindung ist
zusätzlich zu dem ersten Merkmal ein Überschallbereich in der Verteilung
der Strömungsgeschwindigkeit an der Seite des Bogenrückens innerhalb eines
Bereichs von bis zu 15% an der Sehne von der führenden Kante aus begrenzt.
Gemäß einem dritten Merkmal der vorliegenden Erfindung weist
zusätzlich zu dem ersten Merkmal eine Schaufel-Dickenverteilung an einem vorderen
Abschnitt des Flügelprofils einen Wendepunkt auf.
Gemäß einem vierten Merkmal der vorliegenden Erfindung liegt
zusätzlich zu dem dritten Merkmal der Wendepunkt in einem Bereich von 3 bis
20% an der Sehne von der führenden Kante aus.
Gemäß einem fünften Merkmal der vorliegenden Erfindung
beträgt zusätzlich zu dem ersten Merkmal der Überschall-Maximalwert
nicht mehr als Mach 1,3.
Gemäß einem sechsten Merkmal der vorliegenden Erfindung,
ist zusätzlich zu einem von dem ersten bis fünften Merkmal das Flügelprofil
wenigstens in einem Teil einer Spannweitenrichtung einer Auslassleitschaufel oder
einer Statorschaufel oder einer Rotorschaufel eines Kompressors ausgebildet.
Gemäß einem siebten Merkmal der vorliegenden Erfindung wird
ein Flügelprofil für einen Axialströmungskompressor, das den Verlust
in einem Bereich niedriger Reynolds-Zahlen senken kann, bereitgestellt, umfassend:
eine innere Bogenfläche, welche derart ausgelegt ist, dass sie zwischen einer
führenden Kante und einer nachlaufenden Kante einen Überdruck erzeugt,
und einen Bogenrücken, welcher derart ausgelegt ist, dass er zwischen der führenden
und der nachlaufenden Kante einen Unterdruck erzeugt, dadurch gekennzeichnet, dass
ein Grenzschicht-Formfaktor an dem Bogenrücken einen Maximalwert in einem Berich
von 6 bis 15% an einer Sehne von der führenden Kante aus annimmt, wobei eine
Position der führenden Kante durch 0% repräsentiert ist, und die Position
der nachlaufenden Kante durch 100% repräsentiert ist, wobei der Wert in einem
Bereich von 30 bis 60% annähernd konstant ist, und in einem Bereich stromabwärts
von 60% allmählich ansteigen kann.
Gemäß einem achten Merkmal der vorliegenden Erfindung ist
zusätzlich zu dem siebten Merkmal ein Maximalwert des Formfaktors an der nachlaufenden
Kante kleiner als 2,5.
Gemäß einem neunten Merkmal der vorliegenden Erfindung weist
zusätzlich zu dem siebten Merkmal eine Schaufel-Dickenverteilung eines vorderen
Abschnitts des Flügelprofils einen Wendepunkt auf.
Gemäß einem zehnten Merkmal der vorliegenden Erfindung liegt
zusätzlich zu dem neunten Merkmal der Wendepunkt in einem Bereich von 3 bis
20% an der Sehne von der führenden Kante aus.
Gemäß einem elften Merkmal der vorliegenden Erfindung ist
zusätzlich zu einem von dem siebten bis zehnten Merkmal das Flügelprofil
wenigstens in einem Teil einer Spannweitenrichtung einer Auslassleitschaufel oder
einer Statorschaufel oder einer Rotorschaufel eines Kompressors angenommen.
Mit den Merkmalen der vorliegenden Erfindung weist in einem transsonischen
Regime mit einer Reynolds-Zahl, welche nicht größer ist als eine kritische
Reynolds-Zahl, eine Verteilung der Strömungsgeschwindigkeit an einem Bogenrücken
eines Flügelprofils ein einzelnes Maximum der Überschall-Strömung
innerhalb eines Bereichs von bis zu 6% an einer Sehne von einer führenden Kante
auf, und einen Maximalwert des Grenzschicht-Formfaktors in einem Bereich von 6 bis
15% an der Sehne von der führenden Kante aus, wobei der Pegel des Formfaktors
in einem Bereich von 30 bis 60% im Wesentlichen konstant bleibt und in einem Bereich
stromabwärts von 60% der Schaufelsehne allmählich ansteigt. Verglichen
mit einer herkömmlichen Flügelprofil-Ausgestaltung (CDA), welche Maximalwerte
der Geschwindigkeit bei etwa 15–30% der Schaufelsehne zeigt, ist das neue
Kaskaden-Flügelprofil mit einem Maximalwert der Strömungsgeschwindigkeit
unmittelbar hinter der führenden Kante an dem Bogenrücken des Flügelprofils
ausgestaltet. Demzufolge könnte eine kleine Stoßwelle oder ein System
von kleinen Stoßwellen nahe hinter der führenden Kante auftreten, aber
die Strömungs-Verzögerung dieser Stoßwelle oder dieses Systems von
kleinen Stoßwellen fördert einen Übergang von einer laminaren Grenzschicht
zu einer turbulenten Grenzschicht, so dass die turbulente Grenzschicht stromabwärts
des Übergangs in einem bemerkenswert stabilen Zustand gehalten wird, und sich
die Grenzschicht an dem Bogenrücken bei weitem nicht ablöst. Ferner hilft
der frühe, Stoßwellen-induzierte Grenzschicht-Übergang dabei, ausgedehnte
laminare Ablösungen mit dem Risiko des Platzens einer laminaren Ablösungsblase
und schwerwiegende, ausgedehnte Ablösungen zu vermeiden.
Daher kann der Druckverlust in einem Bereich niedriger Reynolds-Zahlen
stark verringert werden, während die Druckverluste in einem Bereich hoher Reynolds-Zahlen
bei einem herkömmlichen, niedrigen Pegel verbleiben. Ferner bleibt dieser Effekt
der Verringerung des Druckverlusts selbst dann bestehen, wenn ein
Anströmungswinkel in einem breiten Bereich geändert wird.
Für einen transsonischen Betrieb bei niedrigen Reynolds-Zahlen
wird bevorzugt, dass der Überschallbereich an dem Bogenrücken des Flügelprofils
innerhalb eines Bereichs von bis zu 15% an der Sehne von der führenden Kante
aus reguliert wird, wobei der Maximalwert in dem Überschallbereich derart reguliert
wird, dass er nicht mehr als Mach 1,3 beträgt, und eine Position des Wendepunkts
der Schaufeldickenverteilung des führenden Kantenabschnitts des Flügelprofils
innerhalb eines Bereichs von 3 bis 20% an der Sehne von der führenden Kante
aus reguliert ist, wodurch eine schwache Stoßwelle in einem Abschnitt sehr
nahe an der führenden Kante erzeugt wird, so dass der Übergang von der
laminaren Grenzschicht zu der turbulenten Grenzschicht beschleunigt wird.
Weiterhin ist es bevorzugt, dass ein Wert des Grenzschicht-Formfaktors
an der nachlaufenden Kante zu 2,5 oder weniger reguliert ist, wodurch eine Ablösung
einer Grenzschicht in der Nähe der nachlaufenden Kante verhindert wird, welche
bei einem herkömmlichen Flügelprofil erzeugt worden ist.
Das Flügelprofil gemäß der vorliegenden Erfindung kann
zumindest in einem Teil in einer Spannweitenrichtung einer Auslassleitschaufel ausgebildet
sein, und es wird vorteilhaft an einem Abschnitt an einer Statorschaufel oder einer
Rotorschaufel eines Kompressors, in dem die Reynolds-Zahl niedrig ist, ausgebildet.
Die oben genannten Eigenschaften und Vorteile der vorliegenden Erfindung
werden aus einer Ausführungsform ersichtlich, welche im Folgenden unter Bezugnahme
auf die beigefügten Zeichnungen detailliert beschrieben werden wird.
Eine Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird unten unter
Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen beschrieben.
1 ist ein Diagramm, das ein Flügelprofil einer
Ausführungsform der vorliegenden Erfindung und ein herkömmliches Flügelprofil
zeigt;
2 ist ein Diagramm, das die Verteilungen der Schaufeldicke
entlang Sehnen des Flügelprofils gemäß der Ausführungsform und
des herkömmlichen Flügelprofils zeigt;
3A ist ein Diagramm, dass die Verteilung der Strömungsgeschwindigkeit
entlang der Sehne des Flügelprofils der vorliegenden Ausführungsform zeigt;
3B ist ein Diagramm, das die Verteilung des Grenzschicht-Formfaktors
entlang der Sehne des Flügelprofils der vorliegenden Ausführungsform zeigt;
4A ist ein Diagramm, das die Verteilung der Strömungsgeschwindigkeit
entlang der Sehne des herkömmlichen Flügelprofils zeigt;
4B ist ein Diagramm, das die Verteilung des Grenzschicht-Formfaktors
entlang der Sehne des herkömmlichen Flügelprofils zeigt;
5 ist ein Diagramm, das eine Änderung des Druckverlusts
in Abhängigkeit von der Reynolds-Zahl zeigt;
6 ist ein Diagramm, das eine Änderung des Druckverlusts
bezogen auf den Anströmungswinkel zeigt; und
7 ist ein Diagramm, das eine Schaufelkaskade unter
Verwendung des Flügelprofils der Ausführungsform zeigt.
In dieser Beschreibung ist eine willkürliche Position X entlang
einer Sehne mit einer Länge C eines Flügelprofils durch ein Verhältnis
X/C angezeigt, wobei eine Position einer führenden Kante 11 durch
0% repräsentiert ist und eine Position einer nachlaufenden Kante
12 durch 100% repräsentiert ist.
1 zeigt ein Flügelprofil, welches bei einer Kompressorschaufel
eines Flugzeug-Turbinenluftstrahltriebwerks (Auslassleitschaufel) verwendet wird,
wobei eine durchgezogene Linie einer Ausführungsform entspricht und eine gestrichelte
Linie einem herkömmlichen Flügelprofil (CDA: "Controlled Diffusion Airfoil",
Flügelprofil mit gesteuerter Diffusion). Diese Stator-Leitschaufel ist stromabwärts
einer Rotorschaufel radial um eine Achse angeordnet, und bildet eine Schaufelkaskade,
wie in 7 gezeigt.
2 zeigt eine Verteilung der Schaufeldicke entlang der
Sehne (welche durch die Sehnenlänge dimensionslos gemacht ist), wobei eine
durchgezogene Linie die Ausführungsform anzeigt, und eine gestrichelte Linie
ein herkömmliches Flügelprofil anzeigt. Die Verteilung der Schaufeldicke
bei dem Flügelprofil der Ausführungsform weist eine Vergrößerung
der Dicke von der führenden Kante aus 11 zur Position maximaler Schaufeldicke
auf, welche verglichen mit der herkömmlichen Ausgestaltung außer an einer
Position unmittelbar an der führenden Kante 11 gemäßigt
ist. Insbesondere steigt die Schaufeldicke des herkömmlichen Flügelprofis
monoton von der führenden Kante 11 aus bis zur Position maximaler
Schaufeldicke in der Nähe von 30% der Sehne an, während die Schaufeldicke
des Flügelprofils der Ausführungsform mit einem Wendepunkt IP zwischen
der führenden Kante 11 und der Position der maximalen
Schaufeldicke in der Nähe von 45% der Sehne versehen ist (und zwar in der Nähe
von 10% der Sehne). Das heisst, eine Schaufeldicke des Flügelprofils der Ausführungsform
steigt stark von der führenden Kante 11 aus bis zu der Nähe von
3% der Sehne an, und erreicht dann mit einer verringerten Steigungsrate den Wendepunkt
IP, von dem an die Steigungsrate wieder groß wird. Die Kombination von "starker
Steigungsrate der Schaufeldicke unmittelbar hinter der führenden Kante
11" und 'Verringerung der Schaufeldicken-Rate um den Wendepunkt" führt
zu einem starken Anstieg der Strömungsgeschwindigkeit an einem Bogenrücken
14 unmittelbar hinter der führenden Kante 11. Der Beginn
einer Strömungs-Verzögerung unmittelbar hinter dem Geschwindigkeits-Maximalwert
fördert den Grenzschicht-Übergang an dem vorderen Abschnitt des Bogenrückens
und die anschließende Entwicklung einer turbulenten, stabilen Grenzschicht
an einer hinteren Hälfte der Schaufel ohne Ablösung. Ferner ermöglicht
der frühe Beginn der Strömungsverzögerung an dem Bogenrücken
es, das Verhältnis der Strömungsverzögerung an dem hinteren Teil
auf einen Pegel zu verringern, der niedriger ist als der bei herkömmlichen
Kompressor-Flügelprofilen bestehende. Eine lange Verzögerungsstrecke und
ein verringerter Druckgradient an dem hinteren Teil der Unterdruckseite hält
die Grenzschicht intakt und weit entfernt von einer Ablösung (Grenzschicht-Formfaktor:
unterhalb 2–2,5).
3A zeigt eine Verteilung der Machzahl M entlang einer
Sehne des Flügelprofils der Ausführungsform, während 3B
eine Verteilung eines Grenzschicht-Formfaktors H entlang der Sehne des Flügelprofils
zeigt.
Wenn eine Strömungsgeschwindigkeit eines Hauptstroms U ist, ist
eine Strömungsgeschwindigkeit einer Grenzschicht u und ein senkrecht von der
Oberfäche des Flügelprofils gemessener Abstand ist y, eine Verlagerungsdicke
einer Grenzschicht &dgr;* ist durch &dgr;* = ∫ {U-u)/U} dy definiert,
und weiterhin ist, wenn eine Strömungsgeschwindigkeit eines Hauptstroms U ist,
eine Strömungsgeschwindigkeit einer Grenzschicht u ist und ein senkrecht von
der Oberfläche des Flügelprofils gemessener Abstand y ist, eine Impulsdicke
einer Grenzschicht &thgr; durch &thgr; = ∫{u(U-u)/U2} dy definiert.
Ferner ist der Formfaktor H durch H = &dgr;*/&thgr; definiert. H ist der effektive
Grenzschicht-Formfaktor (Verhältnis der Grenzschicht-Verlagerung zur Grenzschicht-Impulsdicke)
einer äquivalenten nichtkomprimierbaren Grenzschicht.
3A und 4A zeigen jeweils
Geschwindigkeitsverteilungen der inneren Bogenflächen 13 und eines
Bogenrückens 14 des Flügelprofils der Ausführungsform und
des herkömmlichen Flügelprofils, und ein besonders signifikanter Unterschied
dazwischen zeigt sich bei der Geschwindigkeitsverteilung an dem Bogenrücken
14. Das heisst, dass die Geschwindigkeitsverteilung an dem Bogenrücken
14 bei dem herkömmlichen Flügelprofil einen lokalen Geschwindigkeits-Spitzenwert
an der führenden Kante 11 zeigen kann (hier: Mach 1,07, in
4A gezeigt), dass aber unmittelbar hinter der führenden
Kante 11 eine kontinuierliche Strömungs-Beschleunigung von Mach 0,88
beginnt, um einen maximalen Geschwindigkeitswert mit Mach 1,10 an einer Position
von 15% der Sehne zu erreichen. Der Bereich der Überschall-Strömungsgeschwindigkeit
(M > 1,00) erstreckt sich bis zu einer Position von 30% der Sehne, und dann verringert
sich die Strömungsgeschwindigkeit allmählich zu Mach 0,60 an der nachlaufenden
Kante 12. Stromabwärts des Geschwindigkeits-Maximalwerts entwickelt
sich eine starke Laminar-Ablösungsblase und diese erstreckt sich bis zu 45%
der Sehne.
Andererseits hat die Verteilung der Strömungsgeschwindigkeit
an dem Bogenrücken 14 des Flügelprofils der Ausführungsform,
die in 3A gezeigt ist, einen Maximalwert von Mach 1,26
an einer 4%-Position der Sehne, welche sehr nahe an der führenden Kante
11 liegt, und die Strömungsgeschwindigkeit verringert sich auf Mach
1,00 oder weniger stromabwärts von einer 15%-Position der Sehne von der führenden
Kante 11 aus. Eine Eigenschaft, dass ein Maximalwert der Strömungsgeschwindigkeit
verglichen mit dem herkömmlichen Flügelprofil auf diese Art extrem zur
Seite der führenden Kante 11 hin verschoben ist, hängt von der
Verteilung der Schaufeldicke ab, wie beispielsweise der starke Anstieg der Schaufeldicke
unmittelbar hinter der führenden Kante 11 (in einem Bereich bis zu
3% der Sehne bei der Ausführungsform) und eine relativ konstante Schaufeldicke
von dem Wendepunkt IP bis zur 30%-Position der Sehne an der stromabwärtigen
Seite (siehe 2). Mit dieser Verteilung der Schaufeldicke
wird der Maximalwert der Strömungsgeschwindigkeit zu einer Position näher
an der führenden Kante 11 bewegt als bei der Verteilung der Strömungsgeschwindigkeit
des herkömmlichen Flügelprofils (siehe 4A),
wodurch ein steiler Druckanstieg mit einer schwachen Stoßwelle unmittelbar
hinter der führenden Kante 11 erzeugt wird, und dieser Druckanstieg
mit einer starken Verzögerung einen Übergang der Grenzschicht von einem
laminaren Zustand zu einem turbulenten Zustand einleitet. Die turbulente Grenzschicht
kann, verglichen mit einer laminaren Grenzschicht, besser starker Diffusion widerstehen.
Daher wird die turbulente Grenzschicht bis zu der nachlaufenden Kante
12 stabil gehalten.
Der obige Betrieb wird basierend auf dem in 3B
und 4B gezeigten Formfaktor H für Strömungsbedingungen
bei niedrigen Schaufelsehnen-Reynolds-Zahlen (d.h. Re = 120000 und M-Einlass = 0,76)
detaillierter beschrieben. Wie aus 4B ersichtlich,
besteht bei dem herkömmlichen Flügelprofil ein Maximalwert des Formfaktors
H in der Nähe von 30% der Sehne (siehe Abschnitt a), wo eine
ausgedehnte Ablösung der laminaren Strömung auftritt. Aufgrund des schlechten
Zustands der Grenzschicht und des hinteren Druckanstiegs befestigt sich die Grenzschicht
nicht wieder. Der Wert des Formfaktors H bleibt oberhalb eines Werts von 2,5 und
erhöht sich bis zu 4,3 in der Nähe der nachlaufenden Kante 12
(siehe Abschnitt b), was eine starke turbulente Ablösung anzeigt.
Andererseits hat der in 3B gezeigte Formfaktor
H der Ausführungsform einen Maximalwert an einer 12%-Position der Sehne (siehe
Abschnitt c), was einen Übergang in eine kurze laminare Ablösungsblase
anzeigt, die von einer schwachen Stoßwelle ausgelöst ist. Stromabwärts
des Übergangs sinkt der Formfaktor weit unter 2,0 bei einer 20%-Position der
Sehne und H wird in einem Bereich von 30% bis 60% der Sehne (siehe Abschnitt d)
im Wesentlichen konstant gehalten. Stromabwärts von 60% der Sehne kann der
Formfaktor H allmählich ansteigen, aber er wird unterhalb eines Werts von 2,5
gehalten, bevor die nachlaufende Kante 12 erreicht ist (siehe Abschnitt
e). Auf diese Art wird ein Übergang einer Grenzschicht in einem Bereich kurz
hinter der führenden Kante 11 bewirkt, und eine stabile, turbulente
Grenzschicht wird an dem Bogenrücken 14 des Flügelprofils in
einem breiten Bereich von 20 bis 100% der Sehne gebildet. Dadurch kann eine hintere
turbulente Ablösung der Grenzschicht verhindert werden und der Druckverlust
kann minimiert werden.
5 zeigt ein Beispiel der Änderung von Druckverlusten
in Abhängigkeit von der Reynolds-Zahl für eine Haupstromeinlass-Machzahl
von 0,7. Der Druckverlust des Flügelprofils der Ausführungsform kann in
einem Bereich mit einer Reynolds-Zahl von weniger als 400000 kleiner gemacht werden
als der des herkömmlichen Flügeprofils, während der Druckverlust
des Flügelprofils der Ausführungsform in einem Bereich mit einer Reynolds-Zahl
von 600000 oder mehr auf demselben Pegel gehalten wird wie der des herkömmlichen
Flügelprofils. Desto kleiner die Reynolds-Zahl ist, desto signifikanter ist
der Effekt der Verringerung des Druckverlustes der Ausführungsform, und der
Druckverlust des Flügelprofils der Ausführungsform bei der Reynolds-Zahl
von 120000 ist nur ungefähr ein Viertel des Druckverlusts des herkömmlichen
Flügelprofils.
6 zeigt die charakteristische Änderung von Druckverlusten
in Abhängigkeit eines Anströmungswinkels (ein Winkel zwischen dem Hauptstrom
und einer Linie, welche die führenden Kanten der Schaufelkaskade verbindet)
bei einer Hauptstromeinlass-Machzahl von 0,7, und ein Druckverlust des Flügelprofils
der Ausführungsform bei einer Reynolds-Zahl von 120000 und zum Beispiel dem
Anströmungswinkel von 130° wird bei ungefähr einem Viertel des Druckverlusts
des herkömmlichen Flügelprofils gehalten.
7 zeigt einen Teil einer Schaufelkaskade, die das Flügelprofil
gemäß der vorliegenden Erfindung verwendet. Die vertikale Achse und Längsachse
dieses Diagramms sind durch einen Prozentsatz basierend auf einer Sehne Cax (Achsensehne)
entlang einer Drehachse eines Kompressors repräsentiert.
Die Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist oben beschrieben
worden, aber es ist möglich, verschiedene Änderungen der Ausgestaltung
vorzunehmen, ohne von dem Inhalt der Erfindung abzuweichen.
Beispielsweise ist ein Maximalwert der Strömungsgeschwindigkeit
des Flügelprofils der Ausführungsform an einer 4%-Position der Sehne angeordnet,
aber es ist ausreichend, dass die Position des Maximalwerts innerhalb einer 6%-Position
der Sehne liegt.
Weiterhin ist der letzte Teil des Überschallabschnitts des Flügelprofils
der Ausführungsform an einer 15%-Position der Sehne angeordnet, aber es ist
ausreichend, dass der letzte Teil des Überschallabschnitts vor der 15%-Position
der Sehne liegt.
Weiterhin ist der Maximalwert der Strömungsgeschwindigkeit des
Flügelprofils der Ausführungsform Mach 1,26, aber es ist ausreichend,
dass der Maximalwert der Strömungsgeschwindigkeit nicht mehr als Mach 1,30
beträgt.
Weiterhin ist der Wendepunkt IP der Schaufeldicke des Flügelprofils
der Ausführungsform an einer 10%-Position der Sehne angeordnet, aber es ist
ausreichend, dass der Punkt innerhalb eines Bereichs von 3 bis 20% der Sehne liegt.
Weiterhin ist ein Maximalwert des Grenzschicht-Formfaktors H des Flügelprofils
der Ausführungsform an einer 12%-Position der Sehne angeordnet, aber es ist
lediglich notwendig, dass der Maximalwert innerhalb eines Bereichs von 6 bis 15%
der Sehne liegt.
Weiterhin ist der Maximalwert des Formfaktors H an der nachlaufenden
Kante 12 des Flügelprofils der Ausführungsform 2,5, aber es ist
ausreichend und sogar besser, wenn der Wert kleiner als 2,5 ist.
Weiterhin kann das Flügelprofil der Ausführungsform über
den gesamten Bereich in der Spannweitenrichtung (Schaufelhöhenrichtung) ausgebildet
sein, oder nur an einem Teil in der Spannweitenrichtung. Das heisst, das Flügelprofil
der vorliegenden Erfindung kann in einem Teil der Auslassleitschaufel in der Spannweitenrichtung
ausgebildet sein, während ein anderes Flügelprofil in
dem verbleibenden Teil ausgebildet sein kann. Auf diese Art und Weise kann durch
zweckmäßiges Verwenden sowohl des Flügelprofils der vorliegenden
Erfindung, als auch des bestehenden Flügelprofils, die Freiheit der Ausgestaltung
der Schaufel verbessert werden.
Weiterhin ist die Anwendung des Flügelprofils der vorliegenden
Erfindung nicht auf eine Auslassleitschaufel eines Kompressors für ein Turbinenluftstrahltriebwerk
begrenzt, sondern kann auch bei einer Rotorschaufel oder einer Statorschaufel irgend
eines anderen beliebigen Triebwerk-Kompressors verwendet werden. Der essentielle
Vorteil wird erzielt, wenn die Ausführungsform bei Flugzeugtriebwerk-Kompressoren
angewendet wird, welche beim Fliegen mit Reisegeschwindigkeit in großen Höhen
betrieben werden sowohl bei den Rotor- als auch bei den Statorschaufeln die Schaufelsehnen-Reynolds-Zahlen
niedrig sind.
In einem transsonischen Bereich mit einer Reynolds-Zahl, welche nicht
größer ist als eine kritische Reynolds-Zahl, hat eine Verteilung der Strömungsgeschwindigkeit
an einem Bogenrücken eines Flügelprofils einen einzigen Überschall-Maximalwert
innerhalb eines Bereichs von bis zu 6% an der Sehne von einer führenden Kante,
oder ein Formfaktor hat einen Maximalwert in einem Bereich von 6 bis 15% an der
Sehne von der führenden Kante aus, wobei der Wert in einem Bereich von 30 bis
60% annähernd konstant ist, und in einem Bereich stromabwärts von 60%
der Sehne bis zu 2,5 ansteigen kann. Der Maximalwert der Geschwindigkeitsverteilung
an dem Bogenrücken des Flügelprofils ist, verglichen mit durch die herkömmliche
CDA-Philosophie ausgestalteten Flügelprofilen, bemerkenswert nahe an die führende
Kante verschoben. Bei transsonischen Einlassströmungsbedingungen, wird unmittelbar
hinter der führenden Kante eine kleine Stoßwelle oder ein System schwacher
Stoßwellen erzeugt, welche einen frühen Übergang der Grenzschicht
von laminar zu turbulent unterstützen, so dass die turbulente Grenzschicht
an dem hinteren Teil der Unterdruckfläche des Flügelprofils in einem bemerkenswert
stabilen Zustand bleibt. Daher kann ein Druckverlust in einem Bereich niedriger
Reynolds-Zahlen drastisch verringert werden, während herkömmlicherweise
der Druckverlust in einem Bereich hoher Reynolds-Zahlen niedrig gehalten wird. Ferner
wird dieser Effekt der Verringerung des Druckverlusts im Bereich niedriger Reynolds-Zahlen
selbst dann ausgeübt, wenn ein Anströmungswinkel in einem breiten Bereich
geändert wird.